Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tanja S.:
LOCKER, LEICHTE, HUMORVOLLE GESCHICHTE VOLLER WEISHEIT UND TIEFE
Zeitenchaos von Tini Wider
konnte mich begeistern und nachdenklich stimmen. Es handelt sich um den 2. Teil einer Dilogie – kann aber unabhängig vom ersten Teil gelesen werden. (Dem kann ich nur zustimmen, ich kenne den ersten Teil nicht – allerdings entgeht einem so die ein oder andere Bezug zum ersten Teil.)
Der Schreibstil locker und leicht - voller Humor und versteckten Anspielungen.
Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Geschichte wird überwiegend aus Noahs Sichtweise erzählt, sodass ich die Geschichte durch seine Augen erlebte. Seine Gedanken und Gefühle hautnah miterlebte, seine Handlungsweisen gut nachvollziehen konnte. Ich mich mit ihm emotional verbunden fühlte. Hin und wieder wechselt plötzlich die Sichtweise zu Pepper und gab mir die Möglichkeit die Situation aus Peppers Sichtweise zu betrachten und konnte Ihre Gefühle und Gedanken miterleben. Bekam einen kleinen Einblick in ihre Erlebnisse und Eindrücke.
Sehr gelungen – und für den Leser sehr schnell zu erkennen, denn bei Peppers Sichtweise wechselt die Schrift – sodass ich als Leser sofort wusste, wessen Eindrücke und Erlebnisse gerade geschildert werden.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Die beiden Protagonisten Noah und Pepper waren mir gleich sympathisch. Ihre Gefühle füreinander spürbar. Kurze Zeit später wurde die Geschichte für mich einen Augenblick lang sperrig. Wobei ich nicht herausgefunden habe – ob sich hier die Stimmung der Szene auf mich übertrug oder ich an diesem Tag einfach ein Brett vor dem Kopf hatte. Danach konnte begleitete ich Noah auf seinen Reisen durch die unterschiedlichsten Zeiten – immer auf der Suche, nach einem Weg zurück zu Pepper.
Die Charaktere waren fein ausgearbeitet. Sympathisch, authentisch – zutiefst menschlich mit all ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten.
Als Leser konnte ich mich in ihnen widerfinden, insbesondere mit Noah mitleiden und mitfiebern, den Kopf schütteln, Finn, seine Eltern und die Taschenuhr verfluchen.
Die Charakterentwicklung stand für mich eindeutig im Focus, die Erkenntnisse und Einsichten, die insbesondere Noah und Finn in dieser Geschichte gewinnen. Vom Leser kaum zu bemerken, wurden die Protagonisten in dieser Geschichte zu neuen Einsichten und Weisheiten geführt. Die sie schließlich dazu brachten sich weiterzuentwickeln.
Dabei scheint die Geschichte selbst auf den ersten Blick voller Leichtigkeit und Humor, die dem Leser einfach nur Freude bereitet, ihn verzweifeln lässt – mit all dem Chaos, die durch die Zeitreisen ausgelöst werden.
Fazit:
Von mir eine klare Leseempfehlung.
Eine locker leichte Geschichte voller Humor und Choas und doch voller Tiefe und Weisheiten. Deren Tiefe und Weisheiten dem Leser nach und nach bewusst werden.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Originelle weihnachtliche Geschichte um 1890, die in Erinnerung bleibt
Unsichtbar im hellen Licht von Sally Gardner
„Über dem Heiligen Abend liegt ein Zauber, den kein anderer Tag zu verströmen vermag - voller Träume, Hoffnungen und Wünsche in einer Winterwelt, die den Atem anhält.“
Das zwölfjährige Mädchen Celeste weiß nicht, wie ihr geschieht, als sie auf einem unheimlichen Passagierschiff, in der Höhle der Träumer, erwacht und ein Mann in einem smaragdgrünen Anzug sie zu einem Spiel ohne Regeln herausfordert, um die unschuldigen Schlafenden und sich selbst zu retten.
Ohne aufschlussreiche Erklärungen landet Celeste in der Stadt K. in einem Opernhaus, mitten in eine Kostümkorb. Die Menschen dort scheinen sie zu kennen und sind begeistert von ihren Tanzkünsten. Doch nur Celeste scheint zu wissen: sie kann überhaupt nicht tanzen. Nach und nach ergibt sich ein Bild, Erinnerungen und Träume vermischen Realität und Fiktion. Celeste begreift, dass alles davon abhängt, bei diesem Spiel als Gewinnerin hervorzugehen. Sie muss das Unvermeidliche aufhalten und die Zukunft finden. Zum Glück ist sie dabei nicht allein…
Der mysteriöse Anfang hat mich sofort gepackt. Völlig irritiert wollte ich unbedingt wissen, was es mit dem bedrohlich wirkendem Mann im smaragdgrünen Anzug auf sich hat und wer all die Menschen sind, die Celeste zu kennen scheinen. Die eingefangene historische Atmosphäre von 1890 hat mich sehr begeistert. Das wuselige Treiben im Opernhaus und die elegante Ausdrucksweise, die winterliche Stimmung und wärmende Gemütlichkeit - der weihnachtliche Funke ist gleich auf mich übergesprungen. Was es mit dem mysteriösen Spiel auf sich hat, klärt sich nach und nach; man deckt als Leser zeitgleich mit Celeste die Hintergründe auf. Wie das Schicksal es will, lichtet sich der geisterhafte Nebel und gibt immer mehr Antworten preis - aber irgendwie bliebt es immer geheimnisvoll, ganz nach dem Motto: Es bleibt ganz dir überlassen, was du daraus machst. Das mochte ich sehr, weil es Raum für die eigene Vorstellungskraft lässt, aber einem alles an die Hand gegeben wird, was man brauchst, um die Puzzleteile zusammenzusetzen. Passend für die Zielgruppe wird in erklärenden Dialogen auch das Wichtigste zusammengefasst, sodass man der Handlung gut folgen kann. Seefahrergeschichten, alte Mythen, durch mündliche Erzählungen weitergegeben, treffen auf fantastische Elemente und die Kultur einer Theaterwelt, in der sich Talente tummeln, schöne Kleider genäht werden und alte Bräuche bestand haben.
Besonders die herzerwärmende Entwicklung der Kinder hat mich begeistert. Hildegard hat sich hier hervorgetan. Die Beziehung zu ihrer Mutter und ihre Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung hat mich sehr berührt. Ich habe richtig mit ihr gelitten. Ganz typisches Element von Märchen ist, dass Gut und Böse deutlich erkennbar sind. In dieser Geschichte führen aber vor allem schlechte Taten, zu guten Taten - alles ist in einem Schicksalskreis miteinander verbunden. „… im Rinnstein der Zeit. In einer Welt unbegrenzter Möglichkeiten.“ Erzählt wird aus Sicht von Celeste, wobei es immer wieder Ausnahmen gibt, wenn der Fokus auf anderen Personen liegt, um die Spannung zu erhöhen. Das Buch lädt förmlich dazu ein, nochmal gelesen zu werden. Mich hat die Geschichte nachhaltig beeindruckt. Manches macht nachdenklich und man spürt, das war tiefsinniger, als es auf den ersten Blick schien.
Fazit: Diese märchenanmutende Geschichte voller Wunder, Zauberei und Lichtpunkte, die sich mit Protagonisten voller Güte und Liebe, die sich tapfer und klug der boshaften Macht- und Geldgier widersetzten, in mein Herz geschlichen hat. Die poetischen Metaphern und spannenden Ereignisse bieten genau die richtig Mischung aus Anspruch und Unterhaltung. „Unsichtbar im hellen Licht“ hatte alles, was eine schöne (Weihnachts-) Geschichte für mich ausmacht: Stimmungsvolle Atmosphäre, Herzensgüte, dramatische und rührende Momente und eine außergewöhnliche Handlung. Ich könnte mir vorstellen, dass es sowohl Erwachsene als auch junge Leseratten begeistert.
„Und das Leben hat mich gelehrt, dass nur diejenigen gewinnen, die mutigen Herzens sind.“
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Hartnäckig und unvestechlich
Ich bin keine Heldin von Carla Del Ponte
Carla Del Ponte ist eine mutige Frau, und sie hat einen langen Atem. Den braucht sie auch, denn schnelle Erfolge darf sie bei ihrer Arbeit nicht erwarten. Die Themen, für die sie sich ihr Leben lang einsetzt, sind, wie sie schreibt: "Völkerrecht, Menschenrechte und die internationale Gerichtsbarkeit, die sie durchsetzen soll".
Die Schweizer Diplomatin Carla Del Ponte, Jahrgang 1947, war Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs im ehemaligen Jugoslawien und für den Völkermord in Ruanda, als Mitglied einer UNHCR-Kommission hat sie unter anderem die Menschenrechtsverletzung im syrischen Bürgerkrieg untersucht.
Sie schildert eindrücklich die Krisenherde dieser Welt, sie gibt in dem Buch Einblick in die Arbeit von Organisationen wie UNO, Europarat und dem Internationalen Strafgerichtshof, sie zeigt aber auch die Mechanismen der Macht auf, die beitragen, dass trotz aller Gesetze und Vereinbarungen Völkerrecht missachtet und Menschenrechtsverletzungen so oft nicht bestraft werden.
"Keine Gerechtigkeit ohne politischen Willen" heißt eins der Kapitel, "Wer zahlt, befiehlt: Die Finanzierung der UNO" ein anderes.
Eindrucksvoll ist zum Beispiel Carla Del Pontes Schilderung der "Gummiwand", gegen die sie immer wieder zu kämpfen hatte, wenn Entscheidungsträger, denen die Untersuchungskommission die gesammelten Fakten über Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen vorlegt, nicken und dann einfach – nichts tun. Das kann passieren, wenn Staaten ihr Veto einlegen, aber auch als Taktik innerhalb der UN-Organisationen, hat Carla del Ponte erkennen müssen. Trotzdem will sie nicht resignieren.
Das Buch ist trotz der komplexen Themen leicht zu lesen, es ist eine kluge Analyse der Konfliktherde auf dieser Welt und ein engagiertes Plädoyer für die Durchsetzung der Menschenrechte. Ein Einsatz, der im Sinne der Opfer geleistet werden muss, auch wenn die Erfolge oft lange auf sich warten lassen. In ihrem letzten Kapitel beschäftigt sich Carla Del Ponte deshalb mit den nötigen Neuordnungen und Reformen.
Rezensionen von Petra Gruber:
Abenteuer eines Postboten auf Lanzarote
Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García von Moritz Rinke
Pedro Fernández Gárcia lebt auf Lanzarote und übt einen Beruf aus, der in Zeiten von Internet kaum mehr gebraucht wird. Ein paar Postwurfsendungen, ein paar Rechnungen, Fachzeitschriften für einen deutschen Wissenschaftler und ein paar ganz wenige Briefe. Um seine Leistung nachzuweisen, muss er nur genügend tanken.
Pedro hat seine Taktiken, fährt zum Kaffeetrinken ans andere Ende der Insel, hat in seinem Gartenhaus Kanister voller Benzin. Nachdem Carlota, die Mutter seines Sohnes Miguel viel arbeitet, kümmert Pedro sich um seinen Sohn. Er bringt ihn zur Schule, vergießt dabei ein paar Tränen, flirtet mit der Mutter einer Mitschülerin, holt ihn ab, macht mit ihm Hausaufgaben und hört ihm zu. Pedro liebt seinen Sohn. Damit und mit seinem Dasein als Postbote ist er zufrieden. Nicht so Carlota. Eines Tages ist sie einfach weg. Und hat Miguel mit sich nach Barcelona genommen, Anrufe werden abgelehnt, Pakete für Miguel zurückgeschickt. Pedro ist verzweifelt. In dieser Zeit unternimmt er wieder mehr mit Tenaro, einem Jugendfreund und arbeitslosen Fischer. Dieser versucht ihn zu trösten, abzulenken und für seine völlig irrwitzigen Projekte zu gewinnen. In Pedros Leben stolpert auch noch der Geflüchtete Amado, ein Professor für Spanisch, der aus seiner Heimat Equatorial Guinea geflohen war, eine weise, sehr schöne Figur, die für Hoffnung steht, aber auch dafür, wie in Europa Geflüchtete behandelt werden. Da hat Tenaro die zündende Idee: Sie überraschen Miguel in Barcelona, gehen mit ihm ins „El Clásico“ (Fußballmatch zwischen Barcelona und Madrid), erfüllen Miguels großen Traum Messi „in Echt“ zu sehen und nehmen ihn dann gleich mit zurück nach Lanzarote. Ob ihnen das gelingt?
Diese Geschichte bildet den Rahmen für einen sehr poetischen, sehr vielschichtigen Roman voller Menschlichkeit, Tragikomik, Situationskomik und auch Gesellschaftskritik. Es finden sich Filmzitate (Il Postino z.B., an den mich schon die Leseprobe erinnert hat), Rinke zeichnet zudem ein sehr gut beobachtetes Bild der spanischen Gesellschaft mit ihrer Spaltung aufgrund der bis heute nicht aufgearbeiteten Diktatur und das Buch ist eine Liebeserklärung an die wunderschöne Vulkaninsel Lanzarote.
Der Roman liest sich wie ein Film, unterhält, berührt und macht nachdenklich. Ein sehr schönes Buch!
Rezensionen von petris:
Die Abenteuer eines Postboten auf Lanzarote
Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García von Moritz Rinke
Pedro Fernández Gárcia lebt auf Lanzarote und übt einen Beruf aus, der in Zeiten von Internet kaum mehr gebraucht wird. Ein paar Postwurfsendungen, ein paar Rechnungen, Fachzeitschriften für einen deutschen Wissenschaftler und ein paar ganz wenige Briefe. Um seine Leistung nachzuweisen, muss er nur genügend tanken.
Pedro hat seine Taktiken, fährt zum Kaffeetrinken ans andere Ende der Insel, hat in seinem Gartenhaus Kanister voller Benzin. Nachdem Carlota, die Mutter seines Sohnes Miguel viel arbeitet, kümmert Pedro sich um seinen Sohn. Er bringt ihn zur Schule, vergießt dabei ein paar Tränen, flirtet mit der Mutter einer Mitschülerin, holt ihn ab, macht mit ihm Hausaufgaben und hört ihm zu. Pedro liebt seinen Sohn. Damit und mit seinem Dasein als Postbote ist er zufrieden. Nicht so Carlota. Eines Tages ist sie einfach weg. Und hat Miguel mit sich nach Barcelona genommen, Anrufe werden abgelehnt, Pakete für Miguel zurückgeschickt. Pedro ist verzweifelt. In dieser Zeit unternimmt er wieder mehr mit Tenaro, einem Jugendfreund und arbeitslosen Fischer. Dieser versucht ihn zu trösten, abzulenken und für seine völlig irrwitzigen Projekte zu gewinnen. In Pedros Leben stolpert auch noch der Geflüchtete Amado, ein Professor für Spanisch, der aus seiner Heimat Equatorial Guinea geflohen war, eine weise, sehr schöne Figur, die für Hoffnung steht, aber auch dafür, wie in Europa Geflüchtete behandelt werden. Da hat Tenaro die zündende Idee: Sie überraschen Miguel in Barcelona, gehen mit ihm ins „El Clásico“ (Fußballmatch zwischen Barcelona und Madrid), erfüllen Miguels großen Traum Messi „in Echt“ zu sehen und nehmen ihn dann gleich mit zurück nach Lanzarote. Ob ihnen das gelingt?
Diese Geschichte bildet den Rahmen für einen sehr poetischen, sehr vielschichtigen Roman voller Menschlichkeit, Tragikomik, Situationskomik und auch Gesellschaftskritik. Es finden sich Filmzitate (Il Postino z.B., an den mich schon die Leseprobe erinnert hat), Rinke zeichnet zudem ein sehr gut beobachtetes Bild der spanischen Gesellschaft mit ihrer Spaltung aufgrund der bis heute nicht aufgearbeiteten Diktatur und das Buch ist eine Liebeserklärung an die wunderschöne Vulkaninsel Lanzarote.
Der Roman liest sich wie ein Film, unterhält, berührt und macht nachdenklich. Ein sehr schönes Buch!
Rezensionen von Ele:
Lily Rose schafft es
Die Frauen von New York – Glanz der Freiheit von Ella Carey
Die Frauen von New York – Glanz der Freiheit, Roman aus der „Töchter Amerikas“-Reihe, EBook von Ella Carey, erschienen im Aufbau-Taschenbuchverlag.
Eine Köchin die um Kariere und ihre Liebe kämpfen muss.
New York 1942, Lily Rose arbeitet als Sous-Chef im legendären Valentino’s, sie bekommt ihre Chance zur ersten Küchenchefin der Geschichte aufzusteigen, denn immer mehr Männer werden zum Kriegsdienst einberufen.
Lily stammt aus einem wohlhabenden Elternhaus und ihre Mutter versucht sie gegen ihren Willen standesgemäß zu verheiraten. Bald werden die Lebensmittel rationiert, Lily und die Frauen ihres Teams schaffen es mit übermenschlichen Anstrengungen und Kreativität die gaumenverwöhnten Kunden zufriedenzustellen. Zudem verliebt sie sich in Tom den Küchenchef, der ebenfalls eingezogen wird. Doch dann wird Tom vermisst.
Das Buch besteht aus zwei Teilen, die sich in 40 Kapitel gliedern, einige Kapitel sind mit Ortsangabe und Jahreszahl versehen. Eigennamen von Speisen oder aus dem Küchenjargon, Gedanken, Liedertitel und auch Briefe sind kursiv gedruckt und somit deutlich hervorgehoben. Ella Carey hat den auktorialen Erzählstil gewählt, der Leser hat deshalb einen umfassenden Überblick über das Geschehen. Besonders bemerkenswert ist die bildhafte Beschreibung von Figuren und des Ambientes. Das Valentino’s z.B., oder auch die Küche von Josie sind so gut geschildert, dass der Leser das Gefühl hat, dort gerade zu Gast zu sein. Besonders gut gefallen, hat mir die Beschreibung der Zutaten und die Herstellung der beschriebenen Gerichte, da kann dem Lesenden schon mal das Wasser im Mund zusammenlaufen und man bekommt Lust loszukochen. Die Lektüre vermittelt die Hierarchie der gehobenen Küche und man spürt, dass Kochen glücklich machen kann. An Emotionalität fehlt es nicht in dieser Geschichte, die Abschiedsszene am Bahnhof, die Gefühle von Gia, Toms Mutter und Lily als sie sich um ihn sorgten waren so echt, dass ich mir die Tränen kaum verkneifen konnte.
Die Charaktere sind sorgfältig herausgearbeitet. Die Entwicklung von Lily ist hervorragend beschreiben und unbedingt nachvollziehbar. Meine Lieblingsperson ist Josie, die Großmutter von Lily diese liebevolle Oma hat mein Herz im Sturm erobert. Auch Victoria, Lilys Mutter ist eine interessante Figur, auch ihre Beweggründe habe ich verstanden. Vianne, auch eine erfolgreiche Frau mochte ich sehr gerne. Die Geschichte ist logisch aufgebaut, genau so könnte es durchaus gewesen sein.
Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen, ungern habe ich den Reader aus der Hand gelegt und in den wenigen Lesepausen ist mir die Story nicht aus dem Sinn gegangen. Verwicklungen, Intrigen ungeahnte Wendungen und ein unvorhersehbares Ende haben mich gut unterhalten. Einige Figuren konnten mich wirklich überraschen, weil sie sich im Lauf der Geschichte verändert haben und das nicht nur zu ihrem Vorteil.
Ich mag Bücher über starke Frauen, die in Kriegszeiten und in der schwierigen Zeit danach große Leistungen vollbracht haben, deshalb kann ich dieses Buch unbedingt empfehlen. Wer solche Geschichten mag wird viel Freude am Buch haben. Von mir volle Punktzahl, 5 Sterne.
Rezensionen von Meli:
Festivals, romantische Chats und die Sehnsucht nach Veränderung
A History of Us - Erst auf den zweiten Blick Willow-Creek-Reihe von Jen DeLuca
Stacey liebt das Mittelalterfestival ihrer Stadt. Als es endet, kehrt sie in ihren langweiligen Alltag zurück. Sie merkt, wie festgefahren ihr Leben ist und sehnt sich nach Veränderung. Das jährliche Festival und die Menschen dort sind das einzig aufregende, das sie erlebt und darum schreibt sie etwas verzweifelt und sehr betrunken ihrer Sommeraffäre Dex, obwohl sie selbst auch nicht glaubt, dass der Frauenheld Interesse hat.
Aber sie bekommt tatsächlich eine Antwort und noch viel mehr ...
Ich fand schon, dass der Klappentext zu viel verrät, aber auch so hätte man diese für Stacey überraschende Entwicklung schon lange kommen sehen. Leider fand ich die Geschichte fast zu gemütlich und auch etwas langweilig. Besonders der Anfang bis zur Überraschung zieht sich in die Länge, ohne das irgendetwas interessantes oder spannendes passiert. Ich mag auch Bücher, in denen Chats oder Briefe einen Teil der Geschichte einnehmen, aber drum herum hat man Staceys Alltag, wo wirklich nicht so viel passiert, sodass man gut nachempfinden kann, warum es sie so frustriert.
Und natürlich spielen Staceys Gefühle eine große Rolle. Manchmal fand ich ihre Ansichten erfrischend, wenn sie zum Beispiel bereit ist, jemandem eine zweite Chance zu geben, aber gleichzeitig hat sie manchmal schon etwas hohe, romantische Erwartungen und sendet gemischte Signale. Letzteres konnte ich ihr verzeihen, fand es aber schade, dass da Drama nachgeholt wurde, das man sich an anderer Stelle gespart hatte. Trotzdem hat mir die Liebesgeschichte gut gefallen. Die Chats sind süß und unterhaltsam und die beiden passen auch gut zueinander. Mir hat auch gefallen, wie es neuen Schwung in Staceys Leben bringt, die sich dadurch freier und selbstbewusster fühlt.
Fazit
Die süße Liebesgeschichte in "A History of Us - Erst auf den zweiten Blick" hat mir schon gut gefallen und ich fand auch beide Protagonisten sehr sympathisch. Ich fand die Geschichte etwas vorhersehbar und es zog sich etwas in die Länge, aber sie hat mich trotzdem gut unterhalten.
Rezensionen von Petra:
Aus Fremden werden Freunde
Kasi Kauz und die komische Krähe (Kasi Kauz 1) von Oliver Wnuk
Es ist eine Geschichte über Toleranz, Angst vor Unbekannten und Willkommen. Ein Papagei landet im Wald wo Kazi Kauz und seine Freunde leben. Alle erschrecken sehr. Bunt, laut und eine fremde Sprache. Was will der hier, tut er uns was an und ähnliche Verdächtigungen gibt es von den Eichhörnchen, Wildschweinen und anderen Tieren.
Kazi findet das traurig und redet mit jedem einzelnen von ihnen und kann ihre Bedenken zerstreuen. Mit einfachen kindgerechten Worten wird die Geschichte erzählt, die Ängste werden ernst genommen und besprochen, es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Der Text wird dazu ganzseitig jeweils illustriert, mit sehr schönen Bildern auf denen die Kinder das gerade Vorgelesene noch mal nachverfolgen können.
Abgesehen vom Text der mir sehr gut gefallen hat, waren es die Bilder die besonders gut gelungen sind. Wenn es nur die Bilder wären, könnte trotzdem jede/r Vorlesende/r mit deren Hilfe die Geschichte sich ausdenken und erzählen.
Ein Pluspunkt wenn die Kinder sich das Bilderbuch allein anschauen, denn nicht immer ist jemand in der Nähe und liest vor. Jetzt können die Kleinen "selber lesen und haben mit Sicherheit sehr viel Freude daran.
Rezensionen von nil_liest:
„Das verräterische Herz“
Unter Freunden von Sweeney Cynthia D'Aprix
Julian und Flora – ein Paar der filmschaffenden Industrie haben eine gemeinsame Tochter, Ruby. Margot, ihre beste Freundin, eine erfolgreiche Schauspielerin ist mit einem Arzt liiert. Soweit so unspektakulär. Dieses Buch erzählt ihre Geschichten, ihr Kennenlernen, ihre tragischen Momente, ihre Sehnsüchte und Verzweiflungen und vor allem ihre ineinandergreifenden Beziehungen, die sich über die Jahre verändert haben.
Auch beleuchtetet dieser Roman sehr schön die sehr unterschiedlichen Lebensräume New York und Los Angeles im Kosmos der Schauspielerei die einen künstlerischen Konflikt schüren.
Von Kapitel zu Kapitel revidierte ich als Leserin meine Meinung über fast jede Person in diesem Ensemble! Unglaublich aber wahr, denn wir wechseln die Brille durch die wir das Geschehen und die Vergangenheit sehen und bewerten ständig neu. Wie ein verschwommenes Bild das immer klarer wird. Und erstaunlicherweise kommt immer wieder ein Fakt, eine Regung, ein Gefühl hinzu was den Menschen komplexer darstellt – so wie im echten Leben. Changierend, nach Laune und nach eigenem Empfinden. Aus meiner Sicht eine recht reale Abbildung dessen was wir alle in Freundschaften wahrnehmen.
Neben diesem positiven Aspekt fand ich diesen Roman recht trivial. Trivialität in seiner komplexesten Form. Lange habe ich gegrübelt wie ich diesen Roman nun finden soll. Einerseits machte es Spaß den Protagonisten bei ihrer verschachtelten Problematik über die Schulter zu schauen und wie sie es angehen. Andererseits waren es kein besonders tiefgreifender Plot und recht bedeutungslos in der Summe.
Dies ist der zweite Roman von Cynthia D'Aprix Sweeney. Ich finde ihren Erzählstil wahnsinnig atmosphärisch und sehr gelungen. Daher ist diese Geschichte inhaltlich nicht sonderlich überzeugend, aber wie sie transportiert wird, ist gutes Handwerk. Ich versuch es eventuell mal mit ihrem Welt-Bestseller „Das Nest“ oder das nächste Werk.
Rezensionen von Lilli33:
Eine starke Frau!
In der Hölle tanzen von Edith Eva Eger
Eine starke Frau!
Inhalt:
Als Sechzehnjährige wird Edith Eger aus ihrer ungarischen Heimatstadt nach Auschwitz verschleppt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Magda überlebt sie die Hölle - ihre Mutter stirbt in der Gaskammer. Noch Jahrzehnte später holt die Vergangenheit sie immer wieder ein, doch Edith Eger lässt sich nicht unterkriegen.
Sie erkennt, dass es an ihr selbst liegt, ob sie endlich frei sein kann. Genau das vermittelt sie auch ihren Patient*innen in ihrer psychotherapeutischen Praxis.
Meine Meinung:
Die Lebensgeschichte von Edith Eva Eger ist sehr bewegend. Was sie erleben musste, erschüttert einen, obwohl es zum Glück hier gar nicht in aller Ausführlichkeit dargestellt wird. Aber die Erzählung ist sehr persönlich mit vielen Gedanken und Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten.
Edith Eva Eger erzählt von ihrer Kindheit, ihrem Traum, als Balletttänzerin bzw. Kunstturnerin Karriere zu machen und wie der KZ-Arzt Mengele der jungen Tänzerin das Leben ließ. Sie erzählt von Grausamkeiten der Aufseher, aber auch vom Zusammenhalt der Häftlinge, von vielen Situationen, in denen sie nur durch pures Glück überlebte, von anderen, in denen ihre eigene Entscheidung dazu beitrug. Sie erzählt, wie die Vergangenheit ihr späteres Leben belastet und wie sie sich von dieser Last befreit.
Sie lernt viel über die menschliche Psyche, und mit ihrem Wissen hilft sie schließlich anderen Menschen als Psychotherapeutin. In Beispielen aus der Praxis zeigt sie, wie wir selbst uns oft im Wege stehen und wie wir uns aus diversen Zwängen befreien können. Ich konnte hier auch einige Anregungen für mich mitnehmen.
Maria Hartmann macht ihren Job als Sprecherin toll. Sie liest sehr gut betont und für meinen Geschmack mit genau der richtigen Portion Emotion. So kann man gut mitfühlen, ohne zu tief betroffen zu sein.










