Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
68/72
Wir träumten vom Sommer von Heidi Rehn
Amrei kehrt nach dreijährigem Auslandsaufenthalt nach München zurück. Zuvor schon hatte sie hier studiert, doch während ihrer Abwesenheit hat sich viel in München verändert. Die Olympischen Spiele finden bald statt. Und Amrei wird sie als Hostess hautnah erleben.
Doch die Spiele und das Attentat spielten keine solch bedeutende Rolle im Roman, wie ich es erhofft hatte.
Vielmehr erfährt man vom studentischen Leben in dieser Zeit und auch von politischen Bewegungen und einigen weiteren historischen Begebenheiten. Studentenaufstände, Baader-Meinhof, etc.
Die im Buch beschriebene Zeit kenne ich zwar nur aus Erzählungen, doch wirkt das hier heraufbeschworene Bild Münchens dieser Zeit auf mich sehr authentisch. Erzählt wird die Handlung in einem angenehm flüssigen Stil, doch wiederholen sich Themen öfters. Und auch die beiden Zeitstränge lassen sich nur mühsam auseinanderhalten. Wirklich spannend wurde es für mich erst mit Beginn des Attentats.
Rezensionen von MarcoL:
13 wunderbare Erzählungen, vielfältig wie das Leben.
Kleine Kratzer von Jane Campbell
In 13 Geschichten erzählt die Autorin in ihrem Debüt über verschiedene Frauen, jenseits der Siebziger. 2017 hat sie als 75-jährige ihre erste Erzählung eingeschickt – mit großem Erfolg. Und so erschienen nun 2022 im Original diese wunderbaren Storys gesammelt in diesem Buch, wunderbar übersetzt von Bettina Abarbanell.
Es ist also nie zu spät, um etwas Neues zu beginnen. Selbst im zarten Alter von 80 kann noch das erste Buch die Leserschaft in Verzückung bringen.
Mir ging es zumindest so. Die Themen können nicht unterschiedlicher sein. Sie bringen uns die Freuden, Sorgen, Ängste, Nöte, Sehnsüchte dieser Frauen näher. Campell ist hier wirklich was tolles gelungen.
Sprachlich kommt der Text sehr versiert daher – man würde nicht glauben, dass die Autorin zuvor nichts veröffentlicht hat. Jeder Text ist ein Genuss für sich, und so ist es vielleicht ratsam, dieses Buch in Raten zu genießen, sich Geschichte für Geschichte berauschen und berieseln zu lassen, danach in sich kehren und die Texte wirken lassen, denn manche gehen wirklich unter die Haut.
Das schöne daran ist für mich, dass Campell über Frauen in ihrem eigenen Alter schreibt – sie weiß von was sie spricht und dementsprechend authentisch erscheinen ihre Protagonistinnen.
Mal heiter ironisch, mal traurig und schwermütig, vielfältig wie das Leben sind die unterschiedlichen Texte.
Der erste Text „Edelmut“ geht gleich bissig böse zur Sache, wird doch ein unliebsamer Zeitgenosse geschickt entsorgt. Von einer beinahe aussichtslosen Liebe einer Pflegebedürftigen zu ihrer um fünfzig Jahre jüngeren Pflegerin erzählt „Susan und Miffy“. „Lockdown-Phantasmen“ ist utopisch, ja dystopisch und berichtet über Ersatz-Berührungen in einer Welt des Dauer-Lockdowns.
Wer mehr wissen möchte: Buch kaufen und lesen!
Absolute Leseempfehlung für diesen Erzählband.
Noch ein Wort zum Buch selbst: Ich sag nur: so muss Buch! Perfektes Papier, wunderbare Haptik, nachhaltig ökologisch produziert!
Rezensionen von heinoko:
Ein großer Roman
Tasmanien von Paolo Giordano
Für dieses Buch waren mir die vorgegebenen 3 Wochen Lesezeit zu kurz. Deshalb ist dieser Versuch einer Rezension eben nur ein Versuch. Denn dieses Buch von Paolo Giordano ist irgendwie nicht fassbar, nicht einordenbar und doch zutiefst verstörend. Es ist kein Sachbuch, obwohl viel sachlich Wissenswertes darin zu finden ist.
Es nennt sich zwar Roman, aber auch mit diesem Begriff hadere ich, obwohl er per definitionem richtig ist. Fiktionales Nachdenken über die mögliche Zukunft, philosophisches Nachdenken über Gegenwart und Zukunft, also der Spagat zwischen unserem realen Sein und dem fiktiv Denkbaren – nichts weniger als all das wird in der Schilderung des Mannes Paolo vereint.
Paolo ist gerade mal knapp 40, von Beruf Journalist. Dass seine Frau die frustranen Versuche künstlicher Befruchtung einstellt, wird zur Lebenskrise für Paolo. Und so flieht er zur Klimakonferenz nach Paris, spricht mit Fachleuten über klimatische Phänomene und über Terrorismus, er reist um die Welt, um seinem eigenen Leben zu entfliehen und gleichzeitig die Schrecken der möglichen Zukunft zu erdenken.
Das Buch ist in seiner Tiefgründigkeit nicht einfach nur schnell durchzulesen. Immer wieder lohnt es sich, Pausen beim Lesen zu machen und nachzuforschen, wo man selbst gedanklich steht, ob man Paolo folgen kann in seinem Versuch, der Zukunft einen Hoffnungsschimmer zu verleihen oder ob man eher dazu neigt, die Zuversicht zu verlieren aufgrund der drohenden und zu erwartenden Katastrophen. Der treffend schöne Sprachstil erfordert ebenso ein sehr sorgsames, aufmerksames Lesen. Für mich ist „Tasmanien“ ein Buch, das ich immer wieder neu in die Hand nehmen möchte, weil es mich von Mal zu Mal neu dazu herausfordert, mich den existentiellen Fragen zu stellen und mein persönliches Tasmanien zu suchen. Paolo Giordano hat hier meiner Meinung nach einen wirklich großen Roman geschaffen.
Rezensionen von Liliane Schemeth:
Gemischte Gefühle
October, October von Katya Balen
Der Einstieg in das Buch war sehr schön, leicht und ruhig. Die Autorin hat einen sehr interessanten und außergewöhnlichen Schreibstil. Nicht nur beschreibt sie das Setting mit viel Liebe fürs Detail, auch die Stilmittel, die sie verwendet geben der Geschichte einen ganz eigenen Charakter. Sie bedient sich nicht an den üblichen Mitteln sondern setzt auf kursive Schrift, fallende Buchstaben und verzichtet auf wörtliche Rede.
Somit befinden wir uns nur in den Gedanken von October. Das hat mich zu Beginn sehr fasziniert aber mit der Zeit konnte ich October immer weniger nachvollziehen. Sie ist im Wald aufgewachsen und dort zuhause. Sie bezeichnet sich als wildes Mädchen, und das ist sie auch. Sie ist eine nette und treue Seele, liebt ihren Vater über alles und ist sehr fantasievoll. Auf ihren Streifzügen durch den Wald erfindet sie lauter Abenteuer die sie erlebt und kümmert sich um Stig, ein zurückgelassenes Eulenbaby. Als ihr Vater einen Unfall hat und im Krankenhaus bleiben muss, muss sich October mit einer neuen Umgebung und neuen Menschen zurechtfinden. Ich konnte zwar verstehen, dass sie aus ihrem gewohnten Umfed gerissen wurde und sie sich dagegen sträubt aber mir fehlte es hier an Entwicklung. Es blieb sehr einseitig und October als Figur wurde mir Stückchen für Stücken unsympathischer auch wenn ich sie ein Stück weit verstehen konnte. Das hat mir persönlich das Buch etwas kaputt gemacht.
Rezensionen von Petra:
Drei Menschen - ein Land
Das Licht zwischen den Schatten von Michaela Beck
Konrad ist zehn Jahre als der große Krieg zu Ende ist. Hunger steht auf der Tagesordnung und die Mutter muss zwei Jungen ernähren.
Brigitte ist auch in diesem Alter, gerade erholt sich die Nation von den Kriegsfolgen als sie alle Wurzeln verliert weil sie mit ihren Eltern aus der DDR flieht.
Andre lebt in dieser DDR und ist ein erfolgreicher Kunstspringer im ähnlichen Alter wie die beiden anderen, er hat das Gefühl nicht zu wissen wer er ist.
An diesen drei Figuren verfolgen wir Leser fast 100 Jahre deutsche Geschichte. Jede/r ist für sich ein außergewöhnlicher Charakter, ihre Ansichten, Gefühle und Verhaltensweisen sind in einer Art folgerichtig beschrieben, dass es gar nicht anders hätte geschehen können. Der eine oder andere Typ ist mehr oder weniger bis gar nicht sympathisch. Trotzdem verfolgt man mit Spannung ihr Schicksal. Es ist wie erlebter Geschichtsunterricht, nicht trocken, weil es ist Vergangenheit, beim Lesen sind wir im Hier und Jetzt.
Das große Problem für mich war, es war zu viel. Jede Person hätte ihr eigenes Buch verdient. Das abwechselnde Erzählen von Konrad zu Brigitte zu Andre hat mich jedes mal aus dem Lesefluss gerissen. Wenn ich es noch einmal lesen würde, dann jeden Charakter einzeln. Denn erst im letzten Drittel offenbart sich ein Zusammenhang zwischen den Figuren. Der für mich aber da es vorher kaum Andeutungen gab, zu konstruiert war. Sonst stört mich ein Zeitenwechsel nicht aber hier hat sich auch der Ton verändert, an sich ein gelungenes Stilmittel doch ist dadurch der Eindruck entstanden in einem neuen Buch ein zu tauchen.
Ansonsten war der Schreibstil sehr flüssig zu lesen, die bekannten Tatsachen waren gut in das alltägliche Leben verpackt.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
cooles Buch
Marvel: Das große Geschichtenbuch von Michaela Beck
Marvel-Superhelden kennt wohl jeder Erwachsene aus seiner Kindheit und Jugend. Und bei jedem Faschingsumzug hier erkenne ich auch einige Mavel-Kostüme unter den Kinderverkleidungen. Doch wer steckt eigentlich hinter dem jeweiligen Held? Wie wurden diese Personen zu Superhelden? Diese Geschichten sowie einige Abenteuer wurden in diesem Band zusammengefasst.
Raus kam ein bunter Band mit vielen, vielen Geschichten. Die Geschichten wechseln seitlich die Farben, sodass man immer weiß, wie viele Seiten es sind. Es gibt ein Inhaltsverzeichnis, was ein wenig Struktur vermitteln soll. Es wird nämlich immer ein Held in den Fokus gezückt, sein Werdegang erzählt und einige Abenteuer. Aller erfolgt in narrativer Art und Weise mit vielen Bildern. Da aber immer wieder die anderen Superhelden auch vorkommen, scheinen manche präsenter als andere - was man aber auch von den Filmen so kennt, es sind ja schließlich einfach manche berühmter als andere.
Der Erzählstil ist klassisch für diese Superheldengeschichten, vielleicht etwas abgehackt für jemanden, der viel zu lesen gewohnt ist und mit vielen Fachwörtern, die für Kinder selbst schwer zu lesen sind. Aber Sie passt perfekt für diese Geschichten und zum Vorlesen ist dieses Buch gut geeignet und bietet lange Lesestoff.
Rezensionen von Gavroche:
Gelungener neuer Fall
Die Akte Madrid von Andreas Storm
Mir hat schon der erste Fall von Lennard Lomberg richtig gut gefallen; diese Mischung aus Kunst und Krimi ist wirklich klasse und ich habe mich gefreut, als ich gesehen habe, dass es eine Fortsetzung geben wird.
Dieses Mal schickt der Autor Andreas Storm nach Spanien und wieder gibt es Verbindungen in die deutsche Vergangenheit - und natürlich auch ganz viel Kunst.
Dieses Mal sind es Verstrickungen mit der Franco-Diktatur und die deutsche Nachkriegszeit, die den politischen Teil ausmachen. Bei der Kunst geht es dieses Mal um Surrealismus.
Bei diesem Krimi muss man aufmerksam lesen, da er ein wenig komplexer ist, aber dafür wird man auch mit einer spannenden sowie lehrreichen Geschichte belohnt. Beutekunst, Kunstraub, aber auch wieder die persönlichen Verstrickungen von Lomberg spielen eine Rolle und sein Vater natürlich. Die Handlung spielt auch hier wieder auf unterschiedlichen Zeitebenen.
Und wieder wird Lomberg von Kriminalrätin Sina Röhm sowie seiner Tochter Julie unterstützt - allerdings gehen die beiden Frauen auch erneut ihre eigenen Wege.
Für mich war dieser Krimi eine gelungene Mischung und die Auflösung konnte mich auch gut überzeugen.
Rezensionen von brauneye29:
Thematisch anders aber keinen Deut schlechter
Zu schützen und zu dienen von Dania Dicken
Zum Inhalt:
Libby und Owen müssen sich erstmal in die Elternrolle einfinden und das ist gar nicht so einfach, gerade Libby vermisst ihre Arbeit sehr. Owen, der nach einer kurzen Auszeit, wieder im Dienst ist, muss miterleben, wie ein Kollege bei einer Festnahme völlig unnötig en Mann erschießt. Was er nicht fassen kann, dass seine Kollegen so tun, als ob es Quasi Nothilfe gewesen wäre.
Owen will bei der Wahrheit bleiben und das bringt ihm aber so was von Ärger mit den Kollegen ein, doch wie weit diese gehen, damit war nicht zu rechnen.
Meine Meinung:
Dieser Teil der Serie um Libby war so ganz anders aber nicht minder schlecht. Ich fand es gut, dass so ein Thema mal aufgegriffen wird und damit auch mal deutlich gezeigt wird, welche Probleme unter Umständen auf einen zukommen, wenn man Kollegen nicht deckt, wenn sie etwas völlig falsch gemacht haben. Man sieht, wie stark man sein muss bei all den Repressalien nicht doch noch umzukippen. Die Umsetzung hat mir gut gefallen. Und das Buch war wahnsinnig spannend auch wenn es diesmal um ein ganz anders Thema ging. Auch die Weiterentwicklung mit Byron gefällt mir gut. Klasse fand ich auch die Darstellung der Mutterrolle und dass nicht jeder unbedingt darin die volle Erfüllung findet und auch noch was anders möchte und dass das nicht heißt, dass man sein Kind nicht heiß und innig liebt. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann nur empfehlen die komplette Serie zu lesen.
Fazit:
Thematisch anders aber keinen Deut schlechter
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Eine Welt zwischen Tradition und moderne
Mattanza von Germana Fabiano
Katria, eine kleine Inselgemeinde wird geleitet vom Rythmus des traditionellen Tunfischfangs welcher sich in mehrere Phasen einteilt. 1. Crutiato, das Spannen und Fixieren der Verankerungsseile, 2.Calatu, das ausbringen der Netze, 3. Mattanza, das Töten und 4. Salpatu, das einholen und einlagern der Reusenanlage für das nächste Jahr.
In dieser Gemeinde wächst Nora auf, die Tochter des Rais, des Oberhauptes der Gemeinde. Sie soll später seinen Platz einnehmen. Sie scheint ihrem Schicksal nicht entkommen zu können. Doch noch weiß niemand das die Griechische Insel Schauplatz großer Veränderungen sein wird.
Als die ersten Toten angeschwemmt werden und die ersten Flüchtlingsboote ankommen ist für alle in Katria klar das eine neue Zeit eingeleutet wurde. Wie werden sie weitermachen und wie kann Nora einen Weg finden die Neuankömmlinge und ihre angestammte Gemeinde zusammenzuführen und ihnen allen das Überleben sichern ohne ihre Traditionen zu verraten.
Dieser Roman ist zwar Seitentechnisch nicht übertrieben lang, besticht aber durch seinen wunderbaren Schreibstil und die berührende und spannende Geschichte einer junge Frau und einer ganzen Insel die sich entscheiden müssen zwischen Humanität und Sicherheit, zwischen Tradition und Fortschritt und so einen Weg zum Überleben zu finden. Die Autorin hat es geschafft die Gedanken, Gefühle, Hoffnungen und Ängste einer Welt zu schildern die sich dem Verfall nicht preisgeben möchte und versucht mit großen Veränderungen umgehen zu lernen. Ein grandioser Roman
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
sehr gelungen
Mein liebstes Kuscheltier & ich. Theo übernachtet bei Oma und Opa von Susanne Böse
Theo wird unerwartet von Oma und Opa abgeholt. Er soll bei ihnen übernachten, da die Eltern unerwartet zu einer Konferenz müssen. Ein wenig mulmig ist Theo schon, alles ist so anders. Aber gleichzeitig gefällt es ihm bei Oma und Opa. Außerdem kümmern sich Oma und Opa sehr rührend um ihn... Selbst seine Freundin kommt mit.
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Ich finde die Geschichte sehr schön erzählt. Die Großeltern sind sehr einfühlsam und lassen sich so einiges einfallen für ihr Enkelkind. Sie machen Kuchen und basteln einen Drachen mit Theo. Sie besprechen es auch mit ihm, als ihm am Abend mulmig wird. Gerade diese Gespräche sind ich sehr gelungen. Das Buch ist sehr einfühlsam und wunderschön illustriert. Ein weiterer Band einer tollen Reihe!











