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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von miriamB:

Schlachtfeld Familie

Verbrenn all meine Briefe von Alex Schulman

Eine Familiengeschichte – aber eine wirklich sehr spezielle! Denn der Autor begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln seiner eigenen Wut. Einer Wut, die zwar nicht ganz erklärbar ist, aber wirklich tief sitzt und sogar droht, seine Familie zu zerstören.

Im Rahmen seiner Psychotherapie beleuchtet er die innerfamiliären Strukturen und stößt dabei auf die interessante Geschichte seiner Großeltern: Sven Stolpe (bekannter Schriftsteller, Literaturkritiker und Journalist) und Karin (Übersetzerin) haben 1931 geheiratet.

Aber bereits 1932 verliebte sich Karin in den Schriftsteller Olof Lagercrantz (sic! Sein Enkel hat die Millenium-Serie weitergeführt).
Es entwickelte sich eine sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte, die allerdings ohne Happy End blieb. Sven Stolpe reagiert mit Hass, Verbitterung, Demütigungen, Bloßstellungen und vor allem mit unüberwindbarer Wut. Eine bestürzende Entwicklung, die im Endeffekt die Leben von vielen Menschen negativ beeinflusst hat. Ein Lehrbuchbeispiel für transgenerationale Traumata und doppelt interessant, weil es eben auf wahren Begebenheiten beruht – jeder Leser ist ja in gewissem Sinne auch Voyeur.

Ein autofiktionaler Roman, der sehr private Einblicke erlaubt – gleichzeitig abstoßend und faszinierend. Es ist ein Roman mit enormer Sogwirkung, spannender als ein Thriller, aber für den Leser emotional und auch intellektuell fordernd. Es ist kein federleichtes Lesevergnügen, aber durch Inhalt und Sprache wirklich beeindruckend.
Ein faszinierendes Buch!

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Rezensionen von Ruth:

Bilanz und Ausblick

Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe von Doris Knecht

„ Ich habe beschlossen, über mein Leben zu schreiben, mein Aufwachsen und mein Fortgehen, und schon ist es ein Krampf.“
Das ist der Plan, der namenlosen Ich- Erzählerin, doch so ganz einfach scheint es nicht zu sein.
Anlass für dieses schriftliche Resümee ist der bevorstehende Auszug der beiden erwachsenen Kinder.

Die Zwillinge Max und Mila wollen nach der Matura aus der mütterlichen Wohnung ausziehen und das bedeutet für die alleinerziehende Mutter ( der Vater „ verschwand“ schon früher „ aus dem Bild“), dass sie sich die bisherige große Wohnung nicht mehr leisten kann. Sie muss sich verkleinern, d.h. sie muss aussortieren, sich von alten Gegenständen trennen. Dabei kommen Erinnerungen an Vergangenes hoch, wobei man der Erzählerin nicht immer trauen kann. Sie selbst ist sich ihrer Unzuverlässigkeit bewusst. „ Die Frau, über die ich schreibe, gibt es nicht. Sie ist ein Konstrukt, zusammengesetzt aus Erinnerungen, viele davon fehlerhaft, aus Selbstüberhöhung und Selbsthass, aus Erzählungen von anderen, aus Bildern in Fotoalben.“
Aber nicht nur die aussortierten Relikte sind Anstoß für einen Rückblick, sondern auch Vorkommnisse aus der aktuellen Gegenwart. Der Auszug der Kinder lässt die Ich - Erzählerin an ihr eigenes Aufbrechen aus dem Elternhaus denken, an erste Wohnungen, WG-Erfahrungen, an Mitbewohner, an Affären und Liebschaften usw.
Dabei ist sie mal sehr geschwätzig, dann wieder lässt sie manches im Ungefähren.
Eine neue Bleibe zu finden ist nicht so leicht, v.a. wenn man bestimmte Erwartungen an Lage und Ausstattung hat. Allerdings ist die Situation der Ich- Erzählern, trotz Jammern, nicht so prekär wie bei manchen Alleinerziehenden. Es findet sich für ihr Problem eine befriedigende Lösung.
So eine Zäsur ist aber auch Anlass, eine Bestandsaufnahme zu machen und Bilanz zu ziehen. Wo stehe ich? Wie bin ich dahin gekommen? Wie wird es weitergehen ?
Für Doris Knecht ist dies eine Möglichkeit, Frauenbilder zu hinterfragen. Schon als Jugendliche weiß die Ich- Erzählerin , dass das in ihrem Dorf vorgelebte Modell für Frauen nicht das Richtige für sie ist. Deshalb zieht es sie gleich nach der Schule in die weit entfernte Großstadt. Sie vergleicht ihr Leben mit dem ihrer Mutter und stellt fest, dass zwar wenig ( zwanzig ) Jahre zwischen ihr und ihrer Mutter liegen, aber die Gemeinsamkeiten sind geringer als mit ihren Kindern, von denen sie mehr ( fünfunddreißig ) Jahre trennt.
Doch haben die neuen Freiheiten nicht auch Probleme geschaffen?
Die Autorin beleuchtet das Thema Mutterschaft von vielen Seiten, Schwangerschaft, Geburt, zeigt auch auf, was es bedeutet, alleinerziehend zu sein. Es liegt nicht nur die ganze Arbeit auf ihr, sondern auch die „ ungeheure Last der Verantwortung“. Jede Entscheidung muss allein getroffen werden, mit den Konsequenzen muss sie leben.
Sie will jedoch als Single- Frau nicht als Mängelwesen betrachtet werden. Und sie wehrt sich gegen die Vorstellung, dass eine Mutter nichts mehr wert ist, wenn die Kinder aus dem Haus ist. Sicher schwingt Wehmut mit, wenn man zurückdenkt, wie es war, als die Kinder noch klein waren. Doch diese Zeiten sind eh unwiederbringlich vorbei. „ An jedem Tag, an dem sie älter werden, verliert man die, die man am Tag davor hatte. Manchmal vermisse ich sie.“
Der Auszug der Zwillinge ist für die Ich- Erzählerin kein Grund zu Depressionen, sondern die Chance auf einen Neubeginn. Sie freut sich und sieht die positiven Aspekte des Alleinseins. Nicht umsonst hat Doris Knecht ein Zitat aus Virginia Woolfs Essay „ Ein Zimmer für sich allein“ dem Buch vorangestellt.
Das Buch ist eingeteilt in sehr viele, oft sehr kurze Kapitel ; dabei springt die Autorin zwischen den Zeiten. Assoziativ werden Episoden mit Reflexionen verknüpft. Auch wenn sich dabei manche Belanglosigkeiten dazwischen schieben, sind es doch immer wieder Überlegungen, die den Leser innehalten lassen und selbst zum Nachdenken anregen. So z.B. wenn die Ich- Erzählerin auf den Unterschied zwischen Solitude und dem deutschen „ Einsamkeit“ eingeht. Oder wenn von veränderten Rollenbildern die Rede ist.
So sperrig wie der paradoxe Titel daherkommen mag, so leicht liest sich der gesamte Text. Doris Knecht kann mit Sprache umgehen. Sie schreibt ehrlich und selbstironisch, mit Witz und Gefühl.
Auch wenn die namenlose Ich- Erzählerin viele Parallelen zur Autorin Doris Knecht aufweist, so ist doch viel Fiktion in den Text eingeflossen. Der Leser mag sich deshalb öfter fragen, ob das Geschriebene der Realität entspricht oder ob hier maßlos übertrieben wird. Doris Knecht spielt auch ganz bewusst mit der Erzählperspektive. So z.B. wenn sich die eine Tochter dagegen verwahrt, zu einer literarischen Figur zu werden. Da wird dann einfach aus Luzi Max.
Nicht alles, was die Ich- Erzählerin sagt und tut, konnte ich nachempfinden. Manches war befremdlich, bei anderen Dingen fühlte ich mich bewusst auf Distanz gehalten.
Trotzdem ist „ Die vollständige Liste…“ eine unterhaltsame Geschichte über eine Frau in der Lebensmitte, ein Plädoyer fürs Loslassen und von den Chancen, die eine Veränderung eröffnen. Das Buch spricht wohl vor allem Frauen an in einer vergleichbaren Position. Sie werden sich in vielem wiederfinden können.

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Rezensionen von Palme123:

Große Empfehlung und gibt mir Gossip Girl-Vibes

Magnolia Parks von Jessa Hastings

"Denn ihn zu lieben ist das Gleiche, als würde ich einem Diener ohne Fahrerlaubnis die Schlüssel zu meinem Herzen aushändigen." Ich habe dieses Buch geliebt und es erinnert mich ein klein wenig an die Intrigen und Charaktere aus Gossip Girl und etwas Reality TV.

Magnolia Parks ist eine "Friends to Lovers"-Geschichte und es geht um eine zweite Chance im glamourösen Leben der Londoner Elite.

Die Liebe von BJ und Magnolia ist wie keine andere und irgendwie auch ungesund/giftig und herzzerreißend.
Ich mochte den Charakter von Magniola – auch, wenn sie mich des öfteren einmal dazu verleitet hat meine Augen zu verdrehen, aber das hat halt auch den Erhaltungswert in diesem Buch ausgemacht. Sie befindet sich in einer schwierigen Lage: Sie liebt einen Mann, der sie betrügt, und sie weiß nicht, ob sie ihm eines Tages verzeihen kann. BJ möchte man (leider) irgendwie schütteln, weil man sich die ganze Zeit fragt, was seine Beweggründe sind und warum er so handelt. Er ist ein Widerspruch in sich selbst.

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich ganz auf die Handlung einlassen konnte, aber dann habe ich es in ein paar Tagen verschlungen. Sind die Protagonisten und ihre Charaktere alle giftig? Und ja sie wären ohne einander besser dran? Wahrscheinlich, aber es macht einfach Spaß dabei zu zugucken oder besser gesagt zu lesen. Ich werden definitiv den zweiten Teil lesen und freue mich jetzt schon tierisch darauf!

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Rezensionen von gerlisch:

Ganz nett

Der Traum vom einfacheren Leben - Sommer in Sallys Bed & Breakfast (Die Jahreszeiten-Saga 2) von Anna Fredriksson

Nach "Zwischen Himmel und Meer" ist "Der Traum vom einfachen Leben" der zweite Teil von Anna Fredrikssons Jahreszeiten-Saga.

Im kleinen Fischerdorf Kivik eröffnet Sally ein Bed and Breakfast. Unterstützung bekommt sie von ihrer Tochter Josefin, sie möchte Geld verdienen um ihren eigenen Traum von Selbstständigkeit zu erfüllen.

Leider kenne ich den ersten Band dieser Jahreszeiten-Saga nicht, vielleicht wäre es mir dann leichter gefallen, Zugang zu den Charakteren zu finden. Gerne hätte ich auch im Laufe der Geschichte noch mehr über die drei Frauen erfahren. Viele Zeitsprünge und Perspektivwechsel verwirrten mich noch zusätzlich.

Einige Handlungen waren in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Erzählungen und Dialoge zu Situationen begannen vielversprechend, verliefen dann aber leider schnell irgendwie im Sande, sodass eine Sogwirkung nicht wirklich aufkam.

Hervorheben möchte ich aber die Landschaftsbeschreibungen, die ein schönes Sommer-Urlaubs-Feeling entstehen lassen.

Ich fand das Buch ganz nett, werde aber keine weiteren Teile der Reihe lesen.

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Rezensionen von Sheilo:

Ein tolles Kinderbuch

Was weinst du denn so viel, kleines Krokodil? von Nora Imlau

Ich habe dieses wundervolle Kinderbuch in der Buchhandlung gesehen und musste es einfach für meine Kinder mitnehmen.
Im Buch wird den Kindern vermittelt, dass Weinen nur eine Möglichkeit von vielen ist seine Emotionen auszudrücken und zu zeigen. Es muss nicht immer Angst oder Traurigkeit sein die zu den Tränen führt, sondern es können auch Tränen aufgrund von Glück und Freude sein.

Die wunderschönen und detailreichen Grafiken passen sehr gut zu dem gereimten Texten, wobei meine Kinder auch sehr viel Freude beim Entdecken der verschiedenen Kleinigkeiten auf den einzelnen Seiten hatten. Die Farbauswahl bei der Illustrationen ist dabei sehr ansprechend und farbenfroh.
Das Buch wird ab 2 Jahren empfohlen und ich finde, dass es eine wunderschöne Geschenkidee für diese Altersgruppe ist. Meine Kinder lieben Juli, das kleine Krokodil und ich als Mutter bin ebenfalls sehr begeistert.

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Rezensionen von PMelittaM:

Biothriller mit unsympathischen Protagonist:innen

Der Skandal von T. S. Orgel

Daniel Lichter aka Dan Light ist stolz auf seine Firma Light Foods, denn sie stellt absolut autark künstliches Fleisch her, dass zudem optisch und geschmacklich von echtem Fleisch kaum zu unterscheiden ist – für ihn eine echte Alternative zu Vegan, denn auch hier gibt es kein Tierleid. Doch dann sagt man seinen Produkten nach, die unheilbare Krankheit TASE zu verursachen …

Anna Heigens Bruder Peter arbeitete bei Light Foods, bis er einen schweren Unfall hatte, und nun im Koma liegt.

Peters Freundin Lisa glaubt nicht an einen Unfall und versucht Anna davon zu überzeugen, dass Peter einem Anschlag zum Opfer fiel.

Die Gebrüder Orgel haben wieder einmal das Genre gewechselt und einen Thriller, genauer einen Biothriller geschrieben. Das Thema ist dazu brandaktuell und gar nicht so futuristisch wie man denken könnte. TASE ist zudem eine Variante von BSE, das schon vor gut 20 Jahren einen Skandal verursachte und eine der unheimlichsten Krankheiten für mich ist.

Das Thema macht es nötig ausreichend Informationen zu liefern, und so ist die erste Hälfte des Romans sehr inputlastig und dadurch auch recht langatmig. Interessant ist das natürlich schon zu lesen, aber eigentlich hat man ja einen Thriller erwartet. Zum Thriller wird der Roman dann in der zweiten Hälfte, da gibt es dann viel Action, spannende Wendungen und viel Rätselraten. Trauen kann man eigentlich niemandem.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, vor allem die Annas und Dans. Die Charakter bleiben in meinen Augen etwas zu blass, und keiner ist mir sympathisch geworden, naja, bis auf einen Nebencharakter, aber auch bei dem war Misstrauen angesagt, denn auch als Leser:in misstraut man nahezu jedem.

Wie man es von den beiden Autoren kennt, sind viele Szenen auf den Punkt, ich denke da z. B. an die Expertenrunde im TV, auch sonst ist der Erzählstil sehr eindringlich, das zeigt sich bereits im Prolog. Auch Humor fehlt nicht, dafür steht nicht nur die aufdringliche Nachbarin. Hin und wieder kamen mir manche Handlungen nicht ganz schlüssig vor, wenn z. B. Nachfragen ausblieben.

Ich bin ein großer Fan der beiden Autoren und habe jeden ihrer Romane gelesen. Dieses Mal haben sie mich leider nicht so abholen können, wie ich es von ihnen gewohnt bin. Die Thematik ist interessant, der Roman aber zu lange zu langatmig, zudem hätte ich mir wenigstens einen Charakter gewünscht, mit dem ich hätte mitfühlen können, dazu waren sie mir aber zu wenig sympathisch. Daher von mir „nur“ 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

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Rezensionen von Bücherfreundin:

Zutiefst berührend und aufwühlend

Simone von Anja Reich

In ihrem neuen Roman "Simone" erzählt Anja Reich die Geschichte ihrer Freundin Simone, die sich im Oktober 1996 mit 27 Jahren das Leben genommen hat.
 
Die 28-jährige Anja ist bereits verheiratet, hat einen kleinen Sohn und arbeitet in ihrem Beruf als Journalistin in Festanstellung, während ihre Freundin, die ein Jahr jüngere Simone, immer noch Single ist und ein Studentenleben führt.

Simone ruft an, aber Anja hat keine Zeit, weil ihr Sohn und ihr Vater ihre Geburtstage feiern. Am nächsten Tag ruft Simone sie in der Redaktion an, aber wieder hat sie keine Zeit, da sie einen Artikel zu Ende schreiben muss. Sie wimmelt Simone ab - und zwei Stunden später ist die Freundin tot.
 
Anja fragt sich nach dem Warum und sucht nach Antworten. 10 Jahre nach Simones Selbstmord trifft sie sich mit ihrem Bruder André, der versucht, das Geschehene zu vergessen. Es vergehen weitere 10 Jahre, und Anja sucht Simones Eltern Dana und Ulrich auf. Von nun an besucht sie sie oft, sie führen intensive Gespräche und sehen sich alte Fotos an. Anja erhält Einsicht in alle Unterlagen und Dokumente ihrer Freundin, darf ihre Kalender, Briefe, Dokumente und Tagebücher lesen. Darüber hinaus führt sie Gespräche mit mehreren Experten zu den Themen Suizid und Depressionen und nimmt Kontakt zu Simones Cousine Miriam, ihren Freunden und Bekannten auf.
 
Nach und nach blättert sich Simones Leben auf, wir erfahren vieles über ihre Kindheit, ihre Freundschaften und ihr Liebesleben. Das Verhältnis zu den Eltern ist eng, aber schwierig. Auch Anjas Leben fließt in den Roman ein, die Mädchen lernen sich kennen, als Anja und Simones Bruder André ein Paar werden. Damals ist Simone 15, Anja 16 Jahre alt. Sie werden Freundinnen, als André seinen Grundwehrdienst ableistet. 

Das in schönem Sprachstil verfasste Buch hat mich sehr berührt und gefesselt. Anja Reich dokumentiert nicht nur Simones kurzes Leben, sondern auch das ihrer Eltern und Großeltern. Sie schildert das Aufwachsen in der DDR und fragt sich, ob Simone den Systemwechsel vielleicht nicht verkraftet hat, dass sie vor der Wende innerhalb der alten Regeln und Strukturen mehr Halt fand. Mit großer Offenheit beschreibt sie ihre Schuldgefühle, sie fragt sich immer wieder, weshalb sie nicht erkannt hat, wie schlecht es Simone ging und ob sie ihren Selbstmord hätte verhindern können. Der Autorin ist es gelungen, uns nicht nur Simones Gedankenwelt, sondern auch ihre Gefühlswelt sehr nahezubringen. Ich habe oft mit der jungen und haltlosen Frau mitgefühlt, ihre seelischen Nöte und Sehnsüchte verstanden, aber ihre Handlungsweisen auch oft nicht nachvollziehen können.

Der emotionale Roman, der mich noch lange beschäftigen wird, hat mich erschüttert und aufgewühlt, er ist keine leichte Kost - von mir absolute Leseempfehlung!

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Rezensionen von barbara.liest:

unheimlich spannend

Schatten - Der Pakt (Schatten 1) von Timo Parvela

In der Vorweihnachtszeit trifft Pete den Weihnachtsmann im Einkaufszentrum und äußert seinen größten Wunsch - seine Freundin Sara soll endlcih wieder gesund werden, denn sie leidet an einer unheilbaren, tödlichen Krankheit.
Plötzlich kommt in der Nacht ein düsteres Wesen zu Pete und bietet ihn die Genesung von Sara an, wenn es im Gegenzug dazu den Schatten von Pete bekommt.

Er willigt ein.
Dass dies keine gute Idee war merkt er bald, denn sein Charakter fängt an sich zu verändern. Er fühlt sich kalt, gefühllos und leer.
Mit der Zeit merkt er aber auch, dass er nicht der einzige Schattenlose ist.
Seine Freundin Sara steht zu ihm und gemeinsam überstehen sie so manche Herausforderung.

Die Geschichte hat meine beiden Söhne (10 und 12 sehr fasziniert) und sie konnten gleich in die mysteriöse Welt eintauchen.
Die Illustrationen waren sehr passend und schön gestaltet.
Schade ist es allerdings, dass das Buch nicht in sich abgeschlossen ist, sondern dass man das Gefühl bekommt, den nächsten Band unbedingt lesen zu müssen.

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Rezensionen von marsu:

Sky sucht ihren Weg

Insel der wandernden Flüche - Skys Gabe von Tina Blase

Das Cover und der wunderschöne Farbschnitt laden hier schon zum Träumen ein und sind eine wunderbare Einstimmung auf dieses Jugendbuch, das mich auch als Erwachsene noch "verzaubern" konnte.
Allein der Schauplatz auf der schottischen Insel Sidh ist schon magisch. Und die Protagonistin Sky Lamar ist ein Mädchen mit vielen Ecken und Kanten, die in keine Schublade passt und die durch ihre Stärken überzeugt.

Sie lässt sich definitiv nicht so schnell unterkriegen. Aber Sky möchte auch endlich "ankommen", eine Zuflucht, eine Heimat haben - und das wird ihr auf der Insel nicht einfach gemacht und ihr begegnen hier viele Widerstände und so manch ein Ereignis, das sich mit gesundem Menschenverstand einfach nicht erklären lässt - aber immerhin befinden wir uns ja in Schottland und da ist ja vieles möglich. Die Familien Lamar und MacLeod lassen keine Langeweile aufkommen.
Ein faszinierende Geschichte, ein toller Schreibstil - und ein Buch, das viel zu schnell ausgelesen ist und ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen in Teil 2.

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Rezensionen von marsu:

Toller Schmöker

Die Erfindung des Lächelns von Tom Hillenbrand

ich mochte den "Kaffeedieb" von Tom Hillenbrand sehr und habe auch einige seiner Luxemburg Krimis um Xavier Kieffer gelesen, so dass ich sehr neugierig auf diesen neuen historischen Roman war. Außerdem bin ich ein großer Paris-Fan und hatte schon von diesem Raub der Joconde gelesen.
Beim Anblick des Covers fühlte ich mich auch sofort in das Paris der Belle Époque versetzt und für mich war es eine gute Einstimmung.

Schon ab den ersten Zeilen hat mir das Buch richtig gut gefallen. Ein flüssiger Schreibstil und eine Geschichte, die nicht nur die Mona Lisa betraf, sondern uns einen Einblick in das Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegeben hat, mit all seinen Facetten, den guten und schönen, aber auch den schlechten und traurigen. Durch die fünf unterschiedlichen Geschichten, die alle mit der Mona Lisa verbunden sind, aber nicht unbedingt miteinander, erhält man ein differenziertes Bild und der Autor führt uns gekonnt durch seinen Roman und lässt uns so manch einen bekannten Künstler oder Künstlerin "treffen".
Ich wäre am liebsten gar nicht wieder aufgetaucht aus diesem Buch und gut, dass gerade das Wetter eh nicht zu Aktivitäten draußen auffordert.
Ein toller historischer Schmöker, bei dem man außerdem das ein oder andere Neue lernen kann, so en passant. Chapeau!

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