Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Palme123:
Tolles Buch
Mein schrecklich schönes Leben von Holly Smale
Ich habe dieses Buch geliebt und konnte es kaum aus der Hand legen! Ich mochte sehr, dass endlich ein Roman einmal das Thema Autismus aufgreift und sich damit beschäftigt. Cassandra finde ich als Protagonistin großartig und nachvollziehbar dargestellt. Sie ist auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und hat dabei mit allerlei Problemen zu kämpfen.
Fans von dem Buch "Die Unvollendete" von Kate Atkinsons oder dem Film "Täglich grüßt das Murmeltier" könnten an diesem Buch Gefallen finden, in dem es darum geht, die Dinge durch Zeitreisen neu zu gestalten. Obwohl es ernste Themen wie Autismus und psychische Gesundheit berührt, gibt es in der Geschichte auch viel Humor, verpackt in einem selbstironischer Erzählton, der einen immer wieder schmunzeln lässt.
Dies ist das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe, und ich bin jetzt gespannt auf ihre anderen Bücher. Von meiner Seite eine klare Empfehlung.
Rezensionen von drachenzahn:
Spannende, aber unlogische Abenteuergeschichte
Memora Castle oder Das Rätsel der vertauschten Zeit von Marikka Pfeiffer
„Memora Castle oder Das Rätsel der vertauschten Zeit“ ist ein durchaus unterhaltsames Buch für Kinder ab 10 Jahre, die ein Interesse an Abenteuer und Mystik mitbringen. Die Geschichte ist spannend erzählt und lädt zum Miträtseln ein. Leider ist die sich nach und nach eröffnende Lösung eher unlogisch.
Schade.
Holly freut sich schon sehr auf das Wiedersehen mit ihrer Tante Claire. Doch als sie schließlich auf Memora Castle ankommt, wird sie keineswegs warmherzig in Empfang genommen. Ihre Tante scheint verschwunden zu sein und niemand weiß, wo sie ist oder wann sie wiederkommt. Aber nicht nur deren Abwesenheit sorgt für viele Fragezeichen. Auch der plötzlich lebendig werdende Kuckuck aus der Standuhr und ein seltsamer Ring bieten jede Menge Geheimnisse. Zusammen mit ihrer Cousine Ilana und deren Stiefbruder Janko will Holly der Sache auf den Grund gehen.
Die Protagonisten sind allesamt recht sympathisch und man kann sich schnell mit ihnen identifizieren. Die Autorin Marikka Pfeifer vermittelt sehr gut die Einsamkeit und Sehnsucht der Hauptfigur Holly nach einem richtigen Zuhause. Selbst die zickige Ilana macht Spaß zu lesen, und auch Janko mit seinem Filmwahn mag man auf Anhieb. Während diese drei Charaktere sehr gut ausgearbeitet sind, wirkt der Rest eher flach. Insbesondere Claire und der Bösewicht waren für mich eine Enttäuschung. Erstere ist so gutmütig und leichtgläubig, dass sie schon fast dumm wirkt, es tut mir leid. Den Schurken erkennt man des Weiteren sehr schnell. Allerdings ergeben seine Motive und Handlungen in meinen Augen nur wenig Sinn und sind mitunter irrational.
[Vorsicht milde SPOILER: Obwohl er per Zufall in eine andere Zeit gerät, scheint er sofort zu wissen, was mit ihm geschehen ist und weiß, wie die „Zeitmaschine“ funktioniert. Ironischerweise erkennt das die Person, die die Maschine tatsächlich benutzt hat, keineswegs. Zudem wird dem Leser erklärt, dass alle Zeitreisenden, wenn sie zu lange in einer falschen Zeit feststecken, ihre Erinnerungen an ihre eigentliche Zeit verlieren. Beim Bösewicht ist das jedoch seltsamerweise nicht der Fall. Er weiß durchgehend über alles Bescheid. Es fehlt ihm lediglich ein gewisses Schmuckstück.
Warum er aber überhaupt wieder in der Zeit herumreisen möchte, wird nie erklärt. In seine Zeit zurück will er aber anscheinend auch nicht. Zeitreisen sind grundsätzlich eher paradox und schwierig, sinnvoll darzustellen, aber einige Varianten sind in diesem Text eher albern - zum Beispiel, als eine in die Vergangenheit gereiste Person meint, sie würde diesen Zeitpunkt in der Geschichte als ein Déjà-vu erleben, weil sie ja schon so lange hier festhängt. Naja. SPOILER ENDE]
Das Buch ist dabei nicht schlecht. Es ist unterhaltsam geschrieben, man rätselt gerne mit und ich denke, 10-jährige werden bei Weitem nicht so kritisch die Story und deren Logik hinterfragen wie eventuell ein Erwachsener. Wenn man den eher fragwürdigen Hintergrund der Zeitreise und das Verhalten mancher Nebencharaktere ignorieren kann, bekommt man dennoch eine spannende und kurzweilige Geschichte geboten.
Rezensionen von Gaby 2707:
Witziges aus dem Polizeialltag
Gauner, Gangster, schräge Vögel von Ute Wehrle; Hans Jürgen Kugler
Unterteilt in 10 Kategorien, wie z.B. Streithähne, Katerstimmung, Viechereien, irren ist menschlich oder Retter in der Not, haben Ute Wehrle und Hans Jürgen Kugler 355 ungewöhnliche polizeiliche Fälle gesammelt und für dieses Buch aufgearbeitet.
Ob die Auswahl einer Wurstsorte zum tätlichen Angriff führt, eine Katze als Einbrecher verdächtigt wird, ein 5-jähriger von seinen Fußfesseln befreit wird; eine Kuh vom Gerüst geholt werden muss, ein Waschbär eine neue Bleibe sucht, ein Kioskräuber noch schnell einen Kunden bedient, Kommissar Zufall einen Drogenhandel aufdeckt, ein PKW zum Frühstück in eine Küche kracht oder eine Plastiktüte für eine Taube gehalten wird u.
v.a.
Alle Geschichten sind sehr kurz gehalten; manche entlocken mir ein Schmunzeln, andere ein Kopfschütteln. Es ist schon kurios, zu welchen Einsätzen Polizei und Feuerwehr z.T. gerufen werden, wie Täter sich durch ihre eigene Dummheit selbst überführen oder welche Missverständnisse es manchmal gibt.
„Gauner, Gangster, schräge Vögel“ ist zwar keine tiefgreifende Lektüre, bietet aber für ein paar Stunden gute Unterhaltung aus dem True Crime Sektor.
Rezensionen von miriamB:
Schlachtfeld Familie
Verbrenn all meine Briefe von Alex Schulman
Eine Familiengeschichte – aber eine wirklich sehr spezielle! Denn der Autor begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln seiner eigenen Wut. Einer Wut, die zwar nicht ganz erklärbar ist, aber wirklich tief sitzt und sogar droht, seine Familie zu zerstören.
Im Rahmen seiner Psychotherapie beleuchtet er die innerfamiliären Strukturen und stößt dabei auf die interessante Geschichte seiner Großeltern: Sven Stolpe (bekannter Schriftsteller, Literaturkritiker und Journalist) und Karin (Übersetzerin) haben 1931 geheiratet.
Aber bereits 1932 verliebte sich Karin in den Schriftsteller Olof Lagercrantz (sic! Sein Enkel hat die Millenium-Serie weitergeführt).
Es entwickelte sich eine sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte, die allerdings ohne Happy End blieb. Sven Stolpe reagiert mit Hass, Verbitterung, Demütigungen, Bloßstellungen und vor allem mit unüberwindbarer Wut. Eine bestürzende Entwicklung, die im Endeffekt die Leben von vielen Menschen negativ beeinflusst hat. Ein Lehrbuchbeispiel für transgenerationale Traumata und doppelt interessant, weil es eben auf wahren Begebenheiten beruht – jeder Leser ist ja in gewissem Sinne auch Voyeur.
Ein autofiktionaler Roman, der sehr private Einblicke erlaubt – gleichzeitig abstoßend und faszinierend. Es ist ein Roman mit enormer Sogwirkung, spannender als ein Thriller, aber für den Leser emotional und auch intellektuell fordernd. Es ist kein federleichtes Lesevergnügen, aber durch Inhalt und Sprache wirklich beeindruckend.
Ein faszinierendes Buch!
Rezensionen von Ruth:
Bilanz und Ausblick
Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe von Doris Knecht
„ Ich habe beschlossen, über mein Leben zu schreiben, mein Aufwachsen und mein Fortgehen, und schon ist es ein Krampf.“
Das ist der Plan, der namenlosen Ich- Erzählerin, doch so ganz einfach scheint es nicht zu sein.
Anlass für dieses schriftliche Resümee ist der bevorstehende Auszug der beiden erwachsenen Kinder.
Die Zwillinge Max und Mila wollen nach der Matura aus der mütterlichen Wohnung ausziehen und das bedeutet für die alleinerziehende Mutter ( der Vater „ verschwand“ schon früher „ aus dem Bild“), dass sie sich die bisherige große Wohnung nicht mehr leisten kann. Sie muss sich verkleinern, d.h. sie muss aussortieren, sich von alten Gegenständen trennen. Dabei kommen Erinnerungen an Vergangenes hoch, wobei man der Erzählerin nicht immer trauen kann. Sie selbst ist sich ihrer Unzuverlässigkeit bewusst. „ Die Frau, über die ich schreibe, gibt es nicht. Sie ist ein Konstrukt, zusammengesetzt aus Erinnerungen, viele davon fehlerhaft, aus Selbstüberhöhung und Selbsthass, aus Erzählungen von anderen, aus Bildern in Fotoalben.“
Aber nicht nur die aussortierten Relikte sind Anstoß für einen Rückblick, sondern auch Vorkommnisse aus der aktuellen Gegenwart. Der Auszug der Kinder lässt die Ich - Erzählerin an ihr eigenes Aufbrechen aus dem Elternhaus denken, an erste Wohnungen, WG-Erfahrungen, an Mitbewohner, an Affären und Liebschaften usw.
Dabei ist sie mal sehr geschwätzig, dann wieder lässt sie manches im Ungefähren.
Eine neue Bleibe zu finden ist nicht so leicht, v.a. wenn man bestimmte Erwartungen an Lage und Ausstattung hat. Allerdings ist die Situation der Ich- Erzählern, trotz Jammern, nicht so prekär wie bei manchen Alleinerziehenden. Es findet sich für ihr Problem eine befriedigende Lösung.
So eine Zäsur ist aber auch Anlass, eine Bestandsaufnahme zu machen und Bilanz zu ziehen. Wo stehe ich? Wie bin ich dahin gekommen? Wie wird es weitergehen ?
Für Doris Knecht ist dies eine Möglichkeit, Frauenbilder zu hinterfragen. Schon als Jugendliche weiß die Ich- Erzählerin , dass das in ihrem Dorf vorgelebte Modell für Frauen nicht das Richtige für sie ist. Deshalb zieht es sie gleich nach der Schule in die weit entfernte Großstadt. Sie vergleicht ihr Leben mit dem ihrer Mutter und stellt fest, dass zwar wenig ( zwanzig ) Jahre zwischen ihr und ihrer Mutter liegen, aber die Gemeinsamkeiten sind geringer als mit ihren Kindern, von denen sie mehr ( fünfunddreißig ) Jahre trennt.
Doch haben die neuen Freiheiten nicht auch Probleme geschaffen?
Die Autorin beleuchtet das Thema Mutterschaft von vielen Seiten, Schwangerschaft, Geburt, zeigt auch auf, was es bedeutet, alleinerziehend zu sein. Es liegt nicht nur die ganze Arbeit auf ihr, sondern auch die „ ungeheure Last der Verantwortung“. Jede Entscheidung muss allein getroffen werden, mit den Konsequenzen muss sie leben.
Sie will jedoch als Single- Frau nicht als Mängelwesen betrachtet werden. Und sie wehrt sich gegen die Vorstellung, dass eine Mutter nichts mehr wert ist, wenn die Kinder aus dem Haus ist. Sicher schwingt Wehmut mit, wenn man zurückdenkt, wie es war, als die Kinder noch klein waren. Doch diese Zeiten sind eh unwiederbringlich vorbei. „ An jedem Tag, an dem sie älter werden, verliert man die, die man am Tag davor hatte. Manchmal vermisse ich sie.“
Der Auszug der Zwillinge ist für die Ich- Erzählerin kein Grund zu Depressionen, sondern die Chance auf einen Neubeginn. Sie freut sich und sieht die positiven Aspekte des Alleinseins. Nicht umsonst hat Doris Knecht ein Zitat aus Virginia Woolfs Essay „ Ein Zimmer für sich allein“ dem Buch vorangestellt.
Das Buch ist eingeteilt in sehr viele, oft sehr kurze Kapitel ; dabei springt die Autorin zwischen den Zeiten. Assoziativ werden Episoden mit Reflexionen verknüpft. Auch wenn sich dabei manche Belanglosigkeiten dazwischen schieben, sind es doch immer wieder Überlegungen, die den Leser innehalten lassen und selbst zum Nachdenken anregen. So z.B. wenn die Ich- Erzählerin auf den Unterschied zwischen Solitude und dem deutschen „ Einsamkeit“ eingeht. Oder wenn von veränderten Rollenbildern die Rede ist.
So sperrig wie der paradoxe Titel daherkommen mag, so leicht liest sich der gesamte Text. Doris Knecht kann mit Sprache umgehen. Sie schreibt ehrlich und selbstironisch, mit Witz und Gefühl.
Auch wenn die namenlose Ich- Erzählerin viele Parallelen zur Autorin Doris Knecht aufweist, so ist doch viel Fiktion in den Text eingeflossen. Der Leser mag sich deshalb öfter fragen, ob das Geschriebene der Realität entspricht oder ob hier maßlos übertrieben wird. Doris Knecht spielt auch ganz bewusst mit der Erzählperspektive. So z.B. wenn sich die eine Tochter dagegen verwahrt, zu einer literarischen Figur zu werden. Da wird dann einfach aus Luzi Max.
Nicht alles, was die Ich- Erzählerin sagt und tut, konnte ich nachempfinden. Manches war befremdlich, bei anderen Dingen fühlte ich mich bewusst auf Distanz gehalten.
Trotzdem ist „ Die vollständige Liste…“ eine unterhaltsame Geschichte über eine Frau in der Lebensmitte, ein Plädoyer fürs Loslassen und von den Chancen, die eine Veränderung eröffnen. Das Buch spricht wohl vor allem Frauen an in einer vergleichbaren Position. Sie werden sich in vielem wiederfinden können.
Rezensionen von Palme123:
Große Empfehlung und gibt mir Gossip Girl-Vibes
Magnolia Parks von Jessa Hastings
"Denn ihn zu lieben ist das Gleiche, als würde ich einem Diener ohne Fahrerlaubnis die Schlüssel zu meinem Herzen aushändigen." Ich habe dieses Buch geliebt und es erinnert mich ein klein wenig an die Intrigen und Charaktere aus Gossip Girl und etwas Reality TV.
Magnolia Parks ist eine "Friends to Lovers"-Geschichte und es geht um eine zweite Chance im glamourösen Leben der Londoner Elite.
Die Liebe von BJ und Magnolia ist wie keine andere und irgendwie auch ungesund/giftig und herzzerreißend.
Ich mochte den Charakter von Magniola – auch, wenn sie mich des öfteren einmal dazu verleitet hat meine Augen zu verdrehen, aber das hat halt auch den Erhaltungswert in diesem Buch ausgemacht. Sie befindet sich in einer schwierigen Lage: Sie liebt einen Mann, der sie betrügt, und sie weiß nicht, ob sie ihm eines Tages verzeihen kann. BJ möchte man (leider) irgendwie schütteln, weil man sich die ganze Zeit fragt, was seine Beweggründe sind und warum er so handelt. Er ist ein Widerspruch in sich selbst.
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich ganz auf die Handlung einlassen konnte, aber dann habe ich es in ein paar Tagen verschlungen. Sind die Protagonisten und ihre Charaktere alle giftig? Und ja sie wären ohne einander besser dran? Wahrscheinlich, aber es macht einfach Spaß dabei zu zugucken oder besser gesagt zu lesen. Ich werden definitiv den zweiten Teil lesen und freue mich jetzt schon tierisch darauf!
Rezensionen von gerlisch:
Ganz nett
Der Traum vom einfacheren Leben - Sommer in Sallys Bed & Breakfast (Die Jahreszeiten-Saga 2) von Anna Fredriksson
Nach "Zwischen Himmel und Meer" ist "Der Traum vom einfachen Leben" der zweite Teil von Anna Fredrikssons Jahreszeiten-Saga.
Im kleinen Fischerdorf Kivik eröffnet Sally ein Bed and Breakfast. Unterstützung bekommt sie von ihrer Tochter Josefin, sie möchte Geld verdienen um ihren eigenen Traum von Selbstständigkeit zu erfüllen.
Leider kenne ich den ersten Band dieser Jahreszeiten-Saga nicht, vielleicht wäre es mir dann leichter gefallen, Zugang zu den Charakteren zu finden. Gerne hätte ich auch im Laufe der Geschichte noch mehr über die drei Frauen erfahren. Viele Zeitsprünge und Perspektivwechsel verwirrten mich noch zusätzlich.
Einige Handlungen waren in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Erzählungen und Dialoge zu Situationen begannen vielversprechend, verliefen dann aber leider schnell irgendwie im Sande, sodass eine Sogwirkung nicht wirklich aufkam.
Hervorheben möchte ich aber die Landschaftsbeschreibungen, die ein schönes Sommer-Urlaubs-Feeling entstehen lassen.
Ich fand das Buch ganz nett, werde aber keine weiteren Teile der Reihe lesen.
Rezensionen von Sheilo:
Ein tolles Kinderbuch
Was weinst du denn so viel, kleines Krokodil? von Nora Imlau
Ich habe dieses wundervolle Kinderbuch in der Buchhandlung gesehen und musste es einfach für meine Kinder mitnehmen.
Im Buch wird den Kindern vermittelt, dass Weinen nur eine Möglichkeit von vielen ist seine Emotionen auszudrücken und zu zeigen. Es muss nicht immer Angst oder Traurigkeit sein die zu den Tränen führt, sondern es können auch Tränen aufgrund von Glück und Freude sein.
Die wunderschönen und detailreichen Grafiken passen sehr gut zu dem gereimten Texten, wobei meine Kinder auch sehr viel Freude beim Entdecken der verschiedenen Kleinigkeiten auf den einzelnen Seiten hatten. Die Farbauswahl bei der Illustrationen ist dabei sehr ansprechend und farbenfroh.
Das Buch wird ab 2 Jahren empfohlen und ich finde, dass es eine wunderschöne Geschenkidee für diese Altersgruppe ist. Meine Kinder lieben Juli, das kleine Krokodil und ich als Mutter bin ebenfalls sehr begeistert.
Rezensionen von PMelittaM:
Biothriller mit unsympathischen Protagonist:innen
Der Skandal von T. S. Orgel
Daniel Lichter aka Dan Light ist stolz auf seine Firma Light Foods, denn sie stellt absolut autark künstliches Fleisch her, dass zudem optisch und geschmacklich von echtem Fleisch kaum zu unterscheiden ist – für ihn eine echte Alternative zu Vegan, denn auch hier gibt es kein Tierleid. Doch dann sagt man seinen Produkten nach, die unheilbare Krankheit TASE zu verursachen …
Anna Heigens Bruder Peter arbeitete bei Light Foods, bis er einen schweren Unfall hatte, und nun im Koma liegt.
Peters Freundin Lisa glaubt nicht an einen Unfall und versucht Anna davon zu überzeugen, dass Peter einem Anschlag zum Opfer fiel.
Die Gebrüder Orgel haben wieder einmal das Genre gewechselt und einen Thriller, genauer einen Biothriller geschrieben. Das Thema ist dazu brandaktuell und gar nicht so futuristisch wie man denken könnte. TASE ist zudem eine Variante von BSE, das schon vor gut 20 Jahren einen Skandal verursachte und eine der unheimlichsten Krankheiten für mich ist.
Das Thema macht es nötig ausreichend Informationen zu liefern, und so ist die erste Hälfte des Romans sehr inputlastig und dadurch auch recht langatmig. Interessant ist das natürlich schon zu lesen, aber eigentlich hat man ja einen Thriller erwartet. Zum Thriller wird der Roman dann in der zweiten Hälfte, da gibt es dann viel Action, spannende Wendungen und viel Rätselraten. Trauen kann man eigentlich niemandem.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, vor allem die Annas und Dans. Die Charakter bleiben in meinen Augen etwas zu blass, und keiner ist mir sympathisch geworden, naja, bis auf einen Nebencharakter, aber auch bei dem war Misstrauen angesagt, denn auch als Leser:in misstraut man nahezu jedem.
Wie man es von den beiden Autoren kennt, sind viele Szenen auf den Punkt, ich denke da z. B. an die Expertenrunde im TV, auch sonst ist der Erzählstil sehr eindringlich, das zeigt sich bereits im Prolog. Auch Humor fehlt nicht, dafür steht nicht nur die aufdringliche Nachbarin. Hin und wieder kamen mir manche Handlungen nicht ganz schlüssig vor, wenn z. B. Nachfragen ausblieben.
Ich bin ein großer Fan der beiden Autoren und habe jeden ihrer Romane gelesen. Dieses Mal haben sie mich leider nicht so abholen können, wie ich es von ihnen gewohnt bin. Die Thematik ist interessant, der Roman aber zu lange zu langatmig, zudem hätte ich mir wenigstens einen Charakter gewünscht, mit dem ich hätte mitfühlen können, dazu waren sie mir aber zu wenig sympathisch. Daher von mir „nur“ 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Zutiefst berührend und aufwühlend
Simone von Anja Reich
In ihrem neuen Roman "Simone" erzählt Anja Reich die Geschichte ihrer Freundin Simone, die sich im Oktober 1996 mit 27 Jahren das Leben genommen hat.
Die 28-jährige Anja ist bereits verheiratet, hat einen kleinen Sohn und arbeitet in ihrem Beruf als Journalistin in Festanstellung, während ihre Freundin, die ein Jahr jüngere Simone, immer noch Single ist und ein Studentenleben führt.
Simone ruft an, aber Anja hat keine Zeit, weil ihr Sohn und ihr Vater ihre Geburtstage feiern. Am nächsten Tag ruft Simone sie in der Redaktion an, aber wieder hat sie keine Zeit, da sie einen Artikel zu Ende schreiben muss. Sie wimmelt Simone ab - und zwei Stunden später ist die Freundin tot.
Anja fragt sich nach dem Warum und sucht nach Antworten. 10 Jahre nach Simones Selbstmord trifft sie sich mit ihrem Bruder André, der versucht, das Geschehene zu vergessen. Es vergehen weitere 10 Jahre, und Anja sucht Simones Eltern Dana und Ulrich auf. Von nun an besucht sie sie oft, sie führen intensive Gespräche und sehen sich alte Fotos an. Anja erhält Einsicht in alle Unterlagen und Dokumente ihrer Freundin, darf ihre Kalender, Briefe, Dokumente und Tagebücher lesen. Darüber hinaus führt sie Gespräche mit mehreren Experten zu den Themen Suizid und Depressionen und nimmt Kontakt zu Simones Cousine Miriam, ihren Freunden und Bekannten auf.
Nach und nach blättert sich Simones Leben auf, wir erfahren vieles über ihre Kindheit, ihre Freundschaften und ihr Liebesleben. Das Verhältnis zu den Eltern ist eng, aber schwierig. Auch Anjas Leben fließt in den Roman ein, die Mädchen lernen sich kennen, als Anja und Simones Bruder André ein Paar werden. Damals ist Simone 15, Anja 16 Jahre alt. Sie werden Freundinnen, als André seinen Grundwehrdienst ableistet.
Das in schönem Sprachstil verfasste Buch hat mich sehr berührt und gefesselt. Anja Reich dokumentiert nicht nur Simones kurzes Leben, sondern auch das ihrer Eltern und Großeltern. Sie schildert das Aufwachsen in der DDR und fragt sich, ob Simone den Systemwechsel vielleicht nicht verkraftet hat, dass sie vor der Wende innerhalb der alten Regeln und Strukturen mehr Halt fand. Mit großer Offenheit beschreibt sie ihre Schuldgefühle, sie fragt sich immer wieder, weshalb sie nicht erkannt hat, wie schlecht es Simone ging und ob sie ihren Selbstmord hätte verhindern können. Der Autorin ist es gelungen, uns nicht nur Simones Gedankenwelt, sondern auch ihre Gefühlswelt sehr nahezubringen. Ich habe oft mit der jungen und haltlosen Frau mitgefühlt, ihre seelischen Nöte und Sehnsüchte verstanden, aber ihre Handlungsweisen auch oft nicht nachvollziehen können.
Der emotionale Roman, der mich noch lange beschäftigen wird, hat mich erschüttert und aufgewühlt, er ist keine leichte Kost - von mir absolute Leseempfehlung!











