Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Klonkerkabonker
Zippel macht Zirkus von Alex Rühle
Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch dessen Illustrator Axel Scheffler. Wir besitzen einige von ihm illustrierte Bücher und sein Stil ist einfach unverkennbar.
Zippel und Quockel kannten wir somit vor der Lektüre dieses Buches nicht. Auch, dass es sich schon um das dritte Band der Reihe handelt habe ich erst im Nachhinein erfahren.
Die Geschichte ist jedoch so eingängig geschrieben, dass man auch ohne Vorkenntnisse der Handlung gut folgen kann. Viele lustige Wortkreationen begleiten die Handlung, was den Kindern unglaublich gut gefiel und auch die Handlung selbst ist toll und abwechslungsreich:
Zippel ist ein recht abenteuerlustiges Schlossgespenst und immer für Blödsinn zu haben, Quockel ist da deutlich ruhiger. Früher zog er mit einem Zirkus durch die Welt, doch zwischenzeitlich wohnt er bei Frau Wilhelm. Als aber ein Brief Quockel erreicht, packen Frau Wilhelm, Nachbarsjunge Paul, Quockel und Zippel die Koffer und fahren gen Italien um den Zirkus vor dem bösen Zauberer Burlesconi zu retten.
Highlight des Buches sind definitiv Zippels lustige Wortkreationen und Reime. Der Zirkus und seine Artisten dagegen blieb mit etwas, was aber am fehlenden Wissen liegen könnte. Auch habe ich mit größeren Illustrationen im Buch gerechnet. Diese beschränken sich oft nur auf ein paar Verzierungen oder wenig detailreiche Bilder. Seitenfüllende Illustrationen, wie in den Bilderbüchern sind es nicht.
Nichts desto trotz gefiel uns die Geschichte unglaublich gut. So gut, dass wir uns nun auch die vorangegangenen Bände holen.
Rezensionen von PeLi:
aufwühlend
Kontur eines Lebens von Jaap Robben
In "Kontur eines Lebens" erzählt Jaap Robben die bewegende Lebensgeschichte von Frieda Tendeloo und sie beginnt fast am Ende ihres Lebens, als ihr geliebter Mann Louis ganz plötzlich stirbt.
Nie hätte sie gedacht, dass er einmal vor ihr sterben würde, denn eigentlich ist sie diejenige, die schon seit Jahren auf seine Hilfe angewiesen war.
Und Louis hat sich sehr liebevoll um seine geliebte Ida gekümmert, er wollte auf jeden Fall verhindern, dass sie jemand anders pflegen muss. Doch nun, da er tot ist, ist es unvermeidlich, Frieda muss ins Pflegeheim ziehen.
Ihr Sohn Tobias und seine schwangere Frau Nadine, helfen ihr beim Umzug und beim Ausräumen des Hauses, so viel sie können und schließlich ist es soweit, die erste Nacht im Pflegeheim ist da.
Schlaflos liegt Frieda in ihrem Bett, am nächsten Morgen wird sie zum ersten Mal nicht von Louis gewaschen, sondern von einem fremden jungen Pfleger. Der Autor hat diese Situation so einfühlsam beschrieben, dass man Friedas Scham, so nackt und schutzlos vor einem fremden Menschen zu sitzen, sich von ihm waschen zu lassen, Windeln wechseln zu lassen, direkt mitfühlt. Und in dieser einsamen , fremden Umgebung sitzt Frieda nun tagsüber oft einfach in ihrem Stuhl vor dem Fenster, oder liegt nächtelang wach und sie erinnert sich an ihr vergangenes Leben und an ihren schlimmsten seelischen Schmerz, den sie viele Jahre verdrängt hat und von dem nicht einmal ihr geliebter Mann etwas geahnt hatte. Denn vor Louis gab es schon einen Mann in Idas Leben, Otto. Schon bei ihrer ersten Begegnung war Ida fasziniert von ihm und obwohl sie schnell von Ottos Ehefrau erfuhr, lies sie sich auf eine Liebesbeziehung mit ihm ein und wurde schließlich von ihm schwanger.
Und eine unverheiratete schwangere Frau , das war in den Sechzigerjahren eine Katastrophe. Ida wollte dieses Kind behalten, egal, wie schwer es ihr von ihrem Umfeld gemacht wurde. Doch Idas Kampf um ihr Baby und um ein Leben, wie sie es sich vorstellte, endete in einem Albtraum. Otto war weg, das Kind war weg , Ida trauerte um beide, doch irgendwann ging ihr Leben weiter, sie lernte Louis kennen, heiratete ihn, bekam mit ihm einen Sohn und ihre schlimmen Erinnerungen vergrub sie ganz tief in ihrem Herzen und sprach mit keinem Menschen darüber.
Doch nun im Pflegeheim kommt alles wieder hoch, Ida spürt den Schmerz von damals noch einmal mit voller Wucht und endlich, nach so vielen Jahren stellt sie sich diesen Erinnerungen und fängt sogar ganz vorsichtig an, diese Erinnerungen zu teilen.
Was für ein bewegendes, tieftrauriges Buch, ich glaube, das wird mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen. Wenn man darüber nachdenkt, dass Frauen vor nicht allzu langer Zeit tatsächlich so behandelt wurden, nur weil sie unverheiratet schwanger wurden. Wie herzlos man sogar in Kliniken mit ihnen umging, einfach unfassbar und so traurig, sich das vorzustellen. Aber obwohl es teilweise richtig hart war, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Ich habe dabei alle möglichen Emotionen erlebt, ich war sauer auf Otto, auf Friedas Eltern, eigentlich auf ihre gesamte Umgebung. Ich war traurig, weil Frauen so unmenschlich behandelt wurden.
Aber sogar Frieda hat mich oft wütend gemacht, ihre abweisende , schroffe, manchmal auch fordernde Art, ihrem Sohn gegenüber. Ich konnte es im Nachhinein zwar schon verstehen, dass ihr traumatisches Erlebnis aus der Vergangenheit, sie zu dem schwierigen Menschen gemacht hat, aber ich hatte auch Mitleid mit ihrem Sohn, wenn sie so kalt und irgendwie herzlos reagiert hat. Dieses Buch ist ein echtes Highlight für mich, ich bin so begeistert von Jaap Robbens einfühlsamen Schreibstil, dass ich sofort über weitere Bücher von ihm recherchieren musste. Leider gibt es wohl aber, bis auf ein einziges ( Birk), bisher keine deutschen Übersetzungen seiner Bücher. Aber ich werde mir den Namen "Jaap Robben" auf jeden Fall merken und hoffe, er schreibt noch viele weitere Bücher in der Art. Wer gerne Bücher liest, die man nicht mehr so schnell vergisst und die einen mitten ins Herz treffen, der sollte "Kontur eines Lebens" unbedingt lesen.
Rezensionen von Lesebienchen36:
Biene und der Grefrather Eishockeyverein
Tote Trainer pfeifen nicht von Vera Nentwich
Nachdem Vera Nentwich schon sechs ihrer beliebten Grefrather Krimireihe veröffentlicht hat, legt sie nun mit „Tote Trainer pfeifen nicht“ ihr neustes Werk, das im Juli bei Vera Books erschien, vor. Seit Anfang an bin ich ein großer Fan dieser Serie und umso mehr freute ich mich, dass Sabine „Biene“ Hagen wieder ermitteln darf.
Sowas lass ich mir ungern entgehen und so fuhr ich zur Tätersuche buchtechnisch nach Grefrath.
Wer schon das eine oder andere Buch der Autorin gelesen hat, weiß den leichten und flüssigen Schreibstil zu schätzen. Aber nicht nur damit kann Vera Nentwich punkten, sondern auch mit ihrem unverwechselbaren Humor und der dazugehörigen Situationskomik. Dies bekommt der Leser bzw. die Leserin Punktum zu spüren, denn bereits bei dem ersten Satz „Wieso ist da kein Brusthaar?“ fängt man schon an zu lachen. Ich liebe diesen natürlichen Charme plus Humor! Zu diesem dürfen sich dann auch noch die lebensnahen Charaktere gesellen. Biene, liebenswürdig, etwas verpeilt und dennoch ist bei ihr Vorsicht geboten. Ihr Partner Jago ist eher geheimnisvoll. Sabines Oma ist einfach herzensgut und hat fast immer einen guten Rat parat. Man muss diese Person einfach lieben (eigentlich liebe ich sie alle). Aber nicht nur die gut gezeichneten Personen machen diesen Krimi lesenswert, sondern auch die detaillierte und brillant eingefangene Kulisse vom Niederrhein. Wer sich ein wenig auskennt, der hat die Straßen oder Ortschaften genaustens vor Augen. Das perfekte Kopfkino.
Diesmal spielt der aktuelle Fall in der Grefrather Eishockeyszene. Nach der Saisoneröffnungsparty wird der aktuelle Trainer Haller tot aufgefunden. Schnell hat man auch einen Tatverdächtigen Tobias „Toby“ Thomson. Er soll der Letzte gewesen sein, der aus der Mannschaftskabine gekommen ist, wo man die Leiche gefunden hat. Aber soll es wirklich Toby gewesen sein? Vieles spricht dafür, aber genauso viel dagegen. Dieser Mord „schreit“ förmlich nach Biene und ihrem Partner Jago und es wäre doch gelacht, wenn sie den Fall nicht (vor der Polizei) lösen würden. So einfach scheint es dann doch nicht zu gehen. Aber nicht nur beruflich geht es für Biene turbulent zu, auch privat. Ihre Beziehung zu ihrem Freund Jochen steht alles andere als unter einem guten Stern. Können die beiden ihre Liebe noch retten? Ungern möchte ich mehr verraten, denn sonst Spoiler ich und dieses Buch will gelesen werden.
Auch mit ihrem 7ten Buch hat es Vera Nentwich erneut geschafft, einen sehr unterhaltsamen und kriminalistisch guten Fall zu kreieren. Dank der zahlreichen Verdächtigen und Wendungen habe ich es nicht geschafft, den Täter vorzeitig zu ermitteln. Für mich ist dies immer ein gutes Zeichen, denn dann hat der Autor alles richtig gemacht. Spannung bis zum Schluss!
Wer einen guten Regionalkrimi ohne viel Blut vergießen lesen möchte, ist hier aller bestens aufgehoben. Zwar können die Krimis unabhängig von einander gelesen werden, aber er Bienes Werdegang oder ihr Leben besser kennen lernen möchte, sollte beim ersten Band (Tote Models nerven nur) anfangen. Definitiv lohnt es sich.
Für mich war dieser Krimi wieder eine Lesegenuss und deshalb gibt es erneut:
5 von 5 Sterne!
Rezensionen von HD:
Faszinierend
Franz Schuberts Aufenthalte in Oberösterreich, Salzburg und Umgebung von Oliver Woog
Ein wunderbar recherchiertes Buch, das Aufschluss gibt über die glückliche Zeit; die Schubert in OÖ verlebte. Genauestens recherchiert. Anschaulich gestaltet.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HDRezensionen von Anno:
68/72
Wir träumten vom Sommer von Heidi Rehn
Amrei kehrt nach dreijährigem Auslandsaufenthalt nach München zurück. Zuvor schon hatte sie hier studiert, doch während ihrer Abwesenheit hat sich viel in München verändert. Die Olympischen Spiele finden bald statt. Und Amrei wird sie als Hostess hautnah erleben.
Doch die Spiele und das Attentat spielten keine solch bedeutende Rolle im Roman, wie ich es erhofft hatte.
Vielmehr erfährt man vom studentischen Leben in dieser Zeit und auch von politischen Bewegungen und einigen weiteren historischen Begebenheiten. Studentenaufstände, Baader-Meinhof, etc.
Die im Buch beschriebene Zeit kenne ich zwar nur aus Erzählungen, doch wirkt das hier heraufbeschworene Bild Münchens dieser Zeit auf mich sehr authentisch. Erzählt wird die Handlung in einem angenehm flüssigen Stil, doch wiederholen sich Themen öfters. Und auch die beiden Zeitstränge lassen sich nur mühsam auseinanderhalten. Wirklich spannend wurde es für mich erst mit Beginn des Attentats.
Rezensionen von MarcoL:
13 wunderbare Erzählungen, vielfältig wie das Leben.
Kleine Kratzer von Jane Campbell
In 13 Geschichten erzählt die Autorin in ihrem Debüt über verschiedene Frauen, jenseits der Siebziger. 2017 hat sie als 75-jährige ihre erste Erzählung eingeschickt – mit großem Erfolg. Und so erschienen nun 2022 im Original diese wunderbaren Storys gesammelt in diesem Buch, wunderbar übersetzt von Bettina Abarbanell.
Es ist also nie zu spät, um etwas Neues zu beginnen. Selbst im zarten Alter von 80 kann noch das erste Buch die Leserschaft in Verzückung bringen.
Mir ging es zumindest so. Die Themen können nicht unterschiedlicher sein. Sie bringen uns die Freuden, Sorgen, Ängste, Nöte, Sehnsüchte dieser Frauen näher. Campell ist hier wirklich was tolles gelungen.
Sprachlich kommt der Text sehr versiert daher – man würde nicht glauben, dass die Autorin zuvor nichts veröffentlicht hat. Jeder Text ist ein Genuss für sich, und so ist es vielleicht ratsam, dieses Buch in Raten zu genießen, sich Geschichte für Geschichte berauschen und berieseln zu lassen, danach in sich kehren und die Texte wirken lassen, denn manche gehen wirklich unter die Haut.
Das schöne daran ist für mich, dass Campell über Frauen in ihrem eigenen Alter schreibt – sie weiß von was sie spricht und dementsprechend authentisch erscheinen ihre Protagonistinnen.
Mal heiter ironisch, mal traurig und schwermütig, vielfältig wie das Leben sind die unterschiedlichen Texte.
Der erste Text „Edelmut“ geht gleich bissig böse zur Sache, wird doch ein unliebsamer Zeitgenosse geschickt entsorgt. Von einer beinahe aussichtslosen Liebe einer Pflegebedürftigen zu ihrer um fünfzig Jahre jüngeren Pflegerin erzählt „Susan und Miffy“. „Lockdown-Phantasmen“ ist utopisch, ja dystopisch und berichtet über Ersatz-Berührungen in einer Welt des Dauer-Lockdowns.
Wer mehr wissen möchte: Buch kaufen und lesen!
Absolute Leseempfehlung für diesen Erzählband.
Noch ein Wort zum Buch selbst: Ich sag nur: so muss Buch! Perfektes Papier, wunderbare Haptik, nachhaltig ökologisch produziert!
Rezensionen von heinoko:
Ein großer Roman
Tasmanien von Paolo Giordano
Für dieses Buch waren mir die vorgegebenen 3 Wochen Lesezeit zu kurz. Deshalb ist dieser Versuch einer Rezension eben nur ein Versuch. Denn dieses Buch von Paolo Giordano ist irgendwie nicht fassbar, nicht einordenbar und doch zutiefst verstörend. Es ist kein Sachbuch, obwohl viel sachlich Wissenswertes darin zu finden ist.
Es nennt sich zwar Roman, aber auch mit diesem Begriff hadere ich, obwohl er per definitionem richtig ist. Fiktionales Nachdenken über die mögliche Zukunft, philosophisches Nachdenken über Gegenwart und Zukunft, also der Spagat zwischen unserem realen Sein und dem fiktiv Denkbaren – nichts weniger als all das wird in der Schilderung des Mannes Paolo vereint.
Paolo ist gerade mal knapp 40, von Beruf Journalist. Dass seine Frau die frustranen Versuche künstlicher Befruchtung einstellt, wird zur Lebenskrise für Paolo. Und so flieht er zur Klimakonferenz nach Paris, spricht mit Fachleuten über klimatische Phänomene und über Terrorismus, er reist um die Welt, um seinem eigenen Leben zu entfliehen und gleichzeitig die Schrecken der möglichen Zukunft zu erdenken.
Das Buch ist in seiner Tiefgründigkeit nicht einfach nur schnell durchzulesen. Immer wieder lohnt es sich, Pausen beim Lesen zu machen und nachzuforschen, wo man selbst gedanklich steht, ob man Paolo folgen kann in seinem Versuch, der Zukunft einen Hoffnungsschimmer zu verleihen oder ob man eher dazu neigt, die Zuversicht zu verlieren aufgrund der drohenden und zu erwartenden Katastrophen. Der treffend schöne Sprachstil erfordert ebenso ein sehr sorgsames, aufmerksames Lesen. Für mich ist „Tasmanien“ ein Buch, das ich immer wieder neu in die Hand nehmen möchte, weil es mich von Mal zu Mal neu dazu herausfordert, mich den existentiellen Fragen zu stellen und mein persönliches Tasmanien zu suchen. Paolo Giordano hat hier meiner Meinung nach einen wirklich großen Roman geschaffen.
Rezensionen von Liliane Schemeth:
Gemischte Gefühle
October, October von Katya Balen
Der Einstieg in das Buch war sehr schön, leicht und ruhig. Die Autorin hat einen sehr interessanten und außergewöhnlichen Schreibstil. Nicht nur beschreibt sie das Setting mit viel Liebe fürs Detail, auch die Stilmittel, die sie verwendet geben der Geschichte einen ganz eigenen Charakter. Sie bedient sich nicht an den üblichen Mitteln sondern setzt auf kursive Schrift, fallende Buchstaben und verzichtet auf wörtliche Rede.
Somit befinden wir uns nur in den Gedanken von October. Das hat mich zu Beginn sehr fasziniert aber mit der Zeit konnte ich October immer weniger nachvollziehen. Sie ist im Wald aufgewachsen und dort zuhause. Sie bezeichnet sich als wildes Mädchen, und das ist sie auch. Sie ist eine nette und treue Seele, liebt ihren Vater über alles und ist sehr fantasievoll. Auf ihren Streifzügen durch den Wald erfindet sie lauter Abenteuer die sie erlebt und kümmert sich um Stig, ein zurückgelassenes Eulenbaby. Als ihr Vater einen Unfall hat und im Krankenhaus bleiben muss, muss sich October mit einer neuen Umgebung und neuen Menschen zurechtfinden. Ich konnte zwar verstehen, dass sie aus ihrem gewohnten Umfed gerissen wurde und sie sich dagegen sträubt aber mir fehlte es hier an Entwicklung. Es blieb sehr einseitig und October als Figur wurde mir Stückchen für Stücken unsympathischer auch wenn ich sie ein Stück weit verstehen konnte. Das hat mir persönlich das Buch etwas kaputt gemacht.
Rezensionen von Petra:
Drei Menschen - ein Land
Das Licht zwischen den Schatten von Michaela Beck
Konrad ist zehn Jahre als der große Krieg zu Ende ist. Hunger steht auf der Tagesordnung und die Mutter muss zwei Jungen ernähren.
Brigitte ist auch in diesem Alter, gerade erholt sich die Nation von den Kriegsfolgen als sie alle Wurzeln verliert weil sie mit ihren Eltern aus der DDR flieht.
Andre lebt in dieser DDR und ist ein erfolgreicher Kunstspringer im ähnlichen Alter wie die beiden anderen, er hat das Gefühl nicht zu wissen wer er ist.
An diesen drei Figuren verfolgen wir Leser fast 100 Jahre deutsche Geschichte. Jede/r ist für sich ein außergewöhnlicher Charakter, ihre Ansichten, Gefühle und Verhaltensweisen sind in einer Art folgerichtig beschrieben, dass es gar nicht anders hätte geschehen können. Der eine oder andere Typ ist mehr oder weniger bis gar nicht sympathisch. Trotzdem verfolgt man mit Spannung ihr Schicksal. Es ist wie erlebter Geschichtsunterricht, nicht trocken, weil es ist Vergangenheit, beim Lesen sind wir im Hier und Jetzt.
Das große Problem für mich war, es war zu viel. Jede Person hätte ihr eigenes Buch verdient. Das abwechselnde Erzählen von Konrad zu Brigitte zu Andre hat mich jedes mal aus dem Lesefluss gerissen. Wenn ich es noch einmal lesen würde, dann jeden Charakter einzeln. Denn erst im letzten Drittel offenbart sich ein Zusammenhang zwischen den Figuren. Der für mich aber da es vorher kaum Andeutungen gab, zu konstruiert war. Sonst stört mich ein Zeitenwechsel nicht aber hier hat sich auch der Ton verändert, an sich ein gelungenes Stilmittel doch ist dadurch der Eindruck entstanden in einem neuen Buch ein zu tauchen.
Ansonsten war der Schreibstil sehr flüssig zu lesen, die bekannten Tatsachen waren gut in das alltägliche Leben verpackt.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
cooles Buch
Marvel: Das große Geschichtenbuch von Michaela Beck
Marvel-Superhelden kennt wohl jeder Erwachsene aus seiner Kindheit und Jugend. Und bei jedem Faschingsumzug hier erkenne ich auch einige Mavel-Kostüme unter den Kinderverkleidungen. Doch wer steckt eigentlich hinter dem jeweiligen Held? Wie wurden diese Personen zu Superhelden? Diese Geschichten sowie einige Abenteuer wurden in diesem Band zusammengefasst.
Raus kam ein bunter Band mit vielen, vielen Geschichten. Die Geschichten wechseln seitlich die Farben, sodass man immer weiß, wie viele Seiten es sind. Es gibt ein Inhaltsverzeichnis, was ein wenig Struktur vermitteln soll. Es wird nämlich immer ein Held in den Fokus gezückt, sein Werdegang erzählt und einige Abenteuer. Aller erfolgt in narrativer Art und Weise mit vielen Bildern. Da aber immer wieder die anderen Superhelden auch vorkommen, scheinen manche präsenter als andere - was man aber auch von den Filmen so kennt, es sind ja schließlich einfach manche berühmter als andere.
Der Erzählstil ist klassisch für diese Superheldengeschichten, vielleicht etwas abgehackt für jemanden, der viel zu lesen gewohnt ist und mit vielen Fachwörtern, die für Kinder selbst schwer zu lesen sind. Aber Sie passt perfekt für diese Geschichten und zum Vorlesen ist dieses Buch gut geeignet und bietet lange Lesestoff.











