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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anno:

So macht Wissen Spaß!

MENSCH! von Susan Schädlich; Michael Stang

Talis Großmutter feiert Geburtstag und möchte ihre gesamte Verwandtschaft hierzu einladen. Dies bringt Tali auf die Idee doch auch noch Vorfahren des Menschen hierzu einzuladen. Dank des zeitreisefähigen Medallions Xyzo gelingt dies auch mühelos. Daten eingeben und los geht es zu Toumai, Lucy und co.

Die Stärke dieses Comics ist definitiv das darin enthaltene Wissen, dass nicht nur interessant, sondern auch sehr anschaulich präsentiert wird. Nicht nur werden die Vorfahren in einem Steckbrief vorgestellt und deren Besonderheiten genannt, nein man erfährt auch von heutigen Forschungsmethoden und Meilensteine in der Evolution.
Zudem veranschaulicht ein Zeitstrahl am unteren Bildrand sehr schön wann sich was ereignet hat und wann die jeweiligen Vorfahren lebten.

Ein wirklich tolles Wissensbuch! Die Idee einen Comic zur Wissensvermittlung zu verwenden ist großartig! Das Design jedoch ist genauso ungewöhnlich wie toll. Die vorherrschende Farbe ist Gelb. Diese wird dazu genutzt Infokästen farblich hervorzuheben und Akzente zu setzen. Zwar ist die Handlung des Comics eher einfach gestrickt, dafür aber punktet das Buch mit seinem immensen Wissen. Schön finde ich, wie persönlich und wertschätzend die Vorfahren dargestellt werden. Dank Xyzo ist eine Kommunikation mit ihnen problemlos möglich. Eigenarten werden hervorgehoben aber keiner der Ahnen wird dabei geistig heruntergesetzt. Auch nicht beim Neandertaler. Hier wird zudem auf neuere wissenschaftliche Erkenntnisse hingewiesen, die dem Neandertaler seine Intelligenz, Sprache und Sozialverhalten nicht wie allgemein üblich aberkennt.
Ganz zum Schluss wird auch Tali als modernes Menschenkind ein Steckbrief gewidmet.
Dieser Umstand wirkt auf mich sehr sympathisch, da es uns moderne Menschen nicht über die anderen stellt.
Was mir im Buch fehlt ist Ötzi. Er hat steht vielleicht nicht für einen weiteren evolutionären Schritt in der Entwicklung, ist aber Kindern und Erwachsenen sehr bekannt.
Auch eine Zusammenfassung und Gegenüberstellung der einzelnen Entwicklungsstufen wäre schön gewesen. Und sei es nur in Form des allseits bekannten Bildes der Evolution des Menschen.

Tali wird im Comic als geschlechtsneutral und versehrt dargestellt. Auch dies gefällt mir gut. Beides wird nicht explizit angesprochen und beides wirkt absolut natürlich. Das ist unglaublich toll!

Fazit: Ich bin trotz meiner kleinen Kritikpunkte absolut begeistert! So macht Wissen Spaß!

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Rezensionen von Sheilo:

Fesselnder Fantasy-Roman

Die dreizehnte Magie. Göttliche Erbin von Laura Nick; Lilyan C. Wood

Nach einem schrecklichen Zwischenfall mit ihren magischen Kräften soll Sophia den Sommer bei einer befreundeten Hexe ihrer Mutter verbringen, wodurch sie den Urlaub mit ihren besten Freundinnen verpasst. Immer wieder kommt eine Helvia zur Sprache, aber niemand möchte ihr etwas über diese Person erzählen, die vor langer Zeit im Pompeji gelebt hat und ebenfalls als Tridecim bezeichnet wurde.

Wird Sophia ihre Kräfte kontrollieren lernen und das Geheimnis um Helvia lüften?
"Die dreizehnte Magie - Göttliche Erbin" ist ein packendes Fantasybuch des Autorinnen-Duos Lilyan C. Wood und Laura Nick. Der Schreibstil ist wundervoll, mit viel Humor und fesselnd, sodass man als Leser nur so durch die Seiten fliegt. Dabei waren immer wieder kleine Cliffhanger bei den Wechseln der Zeitschienen zu finden. Die Spannung im Buch wird bis zum Ende aufrecht erhalten und ich war fasziniert, wie die Autorinnen die Zerstörung von Pompeji in die Handlung eingebaut haben.
Sophia lebt in der Gegenwart (2018) und möchte die geheimnisvollen Kräfte am liebsten wieder loswerden. Erst nach und nach versteht sie, was hinter diesen steckt, aber trotzdem bleiben die anderen Mitglieder des Zirkels bei Rückfragen sehr verschlossen. Bis auf Nevio, ebenfalls Träger eines magischen Wesens und ihr treuer Weggefährte und Freund während ihrer schweren Stunden. Mit seiner charmanten Art zieht er Sophia sehr schnell in seinen Bann und es sprühen nur so die Funken zwischen ihnen.
Im Jahr 79 n. Chr. spielt die Geschichte von Helvia. Sie besitzt ebenfalls die starken magischen Kräfte und konnte diese nur schwer handhaben, gerade in emotionalen Momenten passierte es oft, dass die Erde unter ihr bebte. Ihr Herz schlägt für den Werwolf Lucius, aber es ist eine verbotene Liebe, da sie für ihren Zirkel einen römischen Gesandten heiraten muss.
Zwischen den beiden Geschichten von Sophia und Helvia gibt es immer wieder einige Parallelen, vor allem auch im Bezug auf den Gott der Vulkane - Vulcanus. Es ist wirklich interessant die beiden Frauen bei ihrer charakterlichen Entwicklung zu begleiten. Ich bin wirklich sehr begeistert von und kann es daher an alle Fantasyfans weiterempfehlen.

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Rezensionen von Bibibabby:

Schönes Freundebuch

Wieso? Weshalb? Warum? - Meine Schulfreunde von Dela Kienle

Das "Wieso? Weshalb? Warum?"-Freundebuch ist eine tolle Idee. Welches Kind kennt diese Sachbuchreihe nicht?

Wie es bei Freundebüchern üblich ist, gibt es in diesem Buch pro Freund:in eine Doppelseite zum Ausfüllen. Jede Doppelseite hat ein von fünf Themen: Weltraum, Dinosaurier, Pferde, Tiere oder Meer, in einer sich wiederholenden Reihenfolge.

Im Buch sind genug Seiten für das Kind und 27 Freunde.

Die Seiten sind im typischen "Wieso? Weshalb? Warum?"-Stil schön illustriert und enthalten ein Wissenshäppchen, das dem Thema entspricht.

Das Buch kommt im A5 Format mit einem Hardcover, praktisch für kleine Hände, aber ein bisschen zu schmal für meinen Geschmack.

Der Fragebogen ist eher für Kinder geeignet, die schon lesen und schreiben können, da es viel zum Schreiben und Ankreuzen gibt und nicht so viel Platz zum Zeichnen.

Ein tolles Geschenk für kleine Wissens-Sammler.

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Rezensionen von Sheilo:

Wunderschöner Reihenabschluss

A Reason to Live von Cassidy Cane

Victoria wächst in einem goldenen Käfig auf, sie hat ein Herzproblem, wodurch ihre Eltern sie zu ihrem Schutz in Watte packen. Auf einem der vielen Ärztekongresse fasst sie die Entscheidung, ihr Leben für einen Abend auszukosten. Dabei hat sie sich gerade Mike ausgesucht, der nach dem Tod seines Bruders in seiner Trauer gefangen ist.

Doch er lässt sich auf Victoria und das Abenteuer ein, doch wie die Nacht enden soll, damit haben sie Beide nicht gerechnet...

"A Reason to Live" ist ein wundervoller Abschluss der Reihe aus Deepwater rund um Morgan, Donovan und Mike von Cassidy Cane. Das Buch steigt sofort in die Handlung ein und fesselt den Leser ab der ersten Seite bis zum Ende. In der Erzählung wechseln sich die Perspektiven von Mike und Victoria ab und wir erhalten somit einen Einblick in die Gefühlswelt von Beiden.
Der letzte Band wird noch einmal sehr emotional, dafür bietet er dem Leser aber auch einige heiße Szenen zwischen den Protagonisten.

Victoria will wie eine normale Frau behandelt werden und sucht mit Mike ein Abenteuer für eine Nacht. Jedoch wacht sie am Morgen auf und muss überrascht feststellen, dass sie einen Ehering trägt, sich aber durch einen Filmriss an nichts erinnern kann.
Für mich ist sie eine sehr selbstbewusste und starke Frau, die ihre Krankheit akzeptiert hat und das beste aus der ihr verbleibenden Zeit macht.

Nach dem Tod seines Bruders ist Mike am Boden zerstört, wird aber von seinem Freund Donovan und dessen Familie unterstützt. Victoria fasziniert ihn vom ersten Moment an und durch sie denkt er erstmalig an etwas anderes als seinen Verlust. Im Laufe des Buches kann man eine starke charakterliche Entwicklung von Mike beobachten. Er ist so ein toller Mann, man muss ihn einfach ins Herz schließen.

Ich mag das Prickelnd zwischen Victoria und Mike sehr, sie passen einfach perfekt zusammen. Insgesamt hat dieser Band sehr gefallen und ich habe mich gefreut, etwas von den Protagonisten der vorhergehenden Bände zu lesen. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.

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Rezensionen von Daggy:

Petronella begleitet uns durch die kalte Jahreszeit

Basteln & Spielen mit Petronella Apfelmus - 99 zauberhafte Ideen für Herbst und Winter von Sabine Städing

Wie schon im Frühjahr können wir Petronella Apfelmus auch durch den Herbst begleiten. Das Titelbild zeigt die kleine Apfelbaumhexe, die uns am Anfang des Buches zusammen mit den anderen Protagonisten vorgestellt wird. Der Baum zeigt und den Herbst und den Winter, genau wie das ganze Buch.
Im Laufe des Buches werden uns unter dem Titel „Petronellas geheimes Tierlexikon“ Tiere vorgestellt.

Es beginnt mit „Vögel im Winter“, passend dazu gibt es eine Anleitung, wie man Vogelfutter selbst machen kann und ein Spiel „Vogelfangen“. Das Walnuss-Rentier dessen Anleitung man mittels QR-Codes ausdrucken kann. Die Nussplätzen, deren Rezept als nächstes im Buch zu finden ist, werde ich sicher ausprobieren, sie sehen sehr lecker aus. Vögel, die man im Laufen hinter sich herziehen kann, werden dann gebastelt. Danach geht es um Tierspuren. Ein Mini-Abenteuer im Wald ist sicher auch etwas Tolles. Die Igelkekse sehen einfach niedlich aus. Waldtiere aus Klorollen basteln sieht nicht so schwierig aus. Im 2. Teil geht es um Bäume und Sträucher. Petronellas kleine Apfelkunde ist sehr interessant. Danach backen wir Apfelrosen, Apfelplätzchen und trinken Apfelpunsch. Bratapfel-Tiramisu wird es sicher bei uns geben. Ein Herbstmobile ist sehr stimmungsvoll und leicht zu machen, alle Zutaten finden wir in der Natur. Pilze werden dann zum Thema, man findet sie ja im herbstlichen Wald. Aus Eierkartons basten wir dann Glückspilze. Im 3. Teil geht es um „Magische Fest und Traditionen“. Der Kalender geht vom November bis zum Februar. Ich finde es schade, dass der 11.11. Laternenfest genannt wird und St. Martin nicht erwähnt wird, denn das ist für mich die Tradition. Mumienwindlichter werden mit Mullbinden und alten Gläsern gebastelt. Die Hexenbowle sieht seht eklig aus, wohingegen die Geisterpizza mir gut gefällt. Nach Rezepten von Weihnachtsplätzchen wird zum Schluss noch „zauberhafte Wunsch-Armbänder“ gebastelt.
Es ist also wieder eine wunderbare Mischung aus Sachinformationen, Rezepten, Bastelanleitungen und Geschichten zusammengestellt worden, von denen sicher viele Anwendung finden werden. Ich habe schon einiges gefunden, was ich machen werde.

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Rezensionen von Lilli33:

Ein Kaleidoskop vom Leben und Sterben

Valentinstag von Richard Ford

Ein Kaleidoskop vom Leben und Sterben

Inhalt:
Nachdem er schon seine Ex-Frau und seinen damals neunjährigen Sohn Ralph zu Grabe tragen musste, ist der 74-jährige Frank Bascombe nun dabei, auch seinen zweiten Sohn, Paul, zu verlieren. Dieser leidet an einer aggressiven Form von ALS und seine verbleibende Lebenserwartung ist sehr gering.

Frank und Paul standen sich nie besonders nahe, doch angesichts des Todes versucht Frank alles, um das Ruder noch einmal herumzureißen.

Meine Meinung:
Nachdem ich alle anderen Romane um den Protagonisten Frank Bascombe gelesen habe, musste ich natürlich auch den neuesten und wie ich denke letzten aus dieser Reihe lesen. Leider konnte mich dieses Buch nicht so begeistern wie manch andere aus dieser Serie.

Frank erschien mir hier als Protagonist nicht unbedingt sympathisch, er spricht oft schlecht über und mit seinem todkranken Sohn. Das hätte nicht sein müssen. Ich konnte ja manchmal nachvollziehen, warum er es tut, aber gefallen hat es mir nicht.

Die beiden machen eine Reise mit dem Wohnmobil zum Mount Rushmore - ziemlich unsinnig im Winter und mit ALS im fortgeschrittenen Stadium im Gepäck. Aber gerade darum geht es Frank, etwas Unsinniges zu tun und das gemeinsam. Dabei philosophieren sie über Gott und die Welt und natürlich über die Vereinigten Staaten. Es wird auf ziemlich viele Personen und Orte angespielt, die einem als Nicht-US-Amerikaner nicht unbedingt viel sagen. Dankenswerterweise gibt es am Ende des Buches ein Glossar des Übersetzers. Dieser hat auch in anderer Hinsicht Großes geleistet. Manche Wortneuschöpfungen des Autors waren sicher nicht leicht zu händeln, aber Frank Heibert hat diese Aufgabe wirklich gut gemeistert.

Eigentlich gut gemacht, hat der Roman doch ein paar ziemlich zähe Längen, wenn städtische Umgebungen oder nicht relevante Personen aufs Detaillierteste beschrieben werden und einfach so gar nichts passieren will. Frank ist ein allzu genauer Beobachter, dem auch die kleinste Kleinigkeit nicht entgeht, aber hier wäre weniger einfach mehr gewesen. Zuweilen tritt der Roman ordentlich auf der Stelle und ich musste mich zum Weiterlesen geradezu zwingen.

Die Frank-Bascombe-Serie:
1. Der Sportreporter
2. Unabhängigkeitstag
3. Die Lage des Landes
4. Frank
5. Valentinstag

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Rezensionen von Anndlich:

Schattenwelt

Schatten - Der Pakt (Schatten 1) von Timo Parvela

Sara ist schwer krank und wird mit jedem Tag schwächer, da klammert sich Pete an jeden Strohhalm und wünscht sich vom Weihnachtsmann, dass er seiner besten Freundin hilft. Petes Wunsch soll in Erfüllung gehen, doch dafür muss er sich von seinem Schatten trennen. Sara wird wieder gesund und Pete muss feststellen, dass sein Schatten wichtiger als vermutet ist.

Auf der Suche nach seinem Schatten stößt Pete auf eine dunkle Macht…

Schatten – Der Pakt ist der erste Band einer Trilogie vom finnischen Autor Timo Parvela, welcher durch Illustrationen von Pasi Pitkänen unterstützt wird.

Der Autor schafft es mit der ersten Seite eine mystisch-düstere Stimmung zu erschaffen, die einen sofort in den Bann ziehen und das Buch nicht mehr aus der Hand legen lassen. Durch die fabelhaften Illustrationen wird dies einmal mehr unterstützt!

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Petes Sicht geschrieben, doch wir lernen auch die Schattenflickerin Uudit kennen und bald verstehen, welche Verbindungen die beiden Welten besitzen.

Schatten – Der Pakt ist ein spannendes Kinderbuch und für alle Kinder, die auf düstere und mystische Geschichten stehen eine wahre Freude. Auch Erwachsene können von diesem Buch noch in den Bann gezogen werden, weswegen ich es nur wärmstens empfehlen kann und nun ganz gespannt auf den nächsten Teil warte.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Schwarzer Humor vom Feinsten

Ablage Mord von Simon Wasner

Theo Baumgartner, 35, empfindet sich selbst als den faulsten Menschen der Welt. Und in gewisser Weise gebe ich ihm da recht. Er lebt in einem Wohnwagen im Garten seiner Eltern Ernst und Gudrun in Göbelrath im Kraichgau in der Nähe von Karlsruhe. Lässt sich von Mama mit Essen verwöhnen und zockt den ganzen Tag mit Schülern und Pubertieren im Internet.

Bis zu dem Tag an dem er das Testament seiner Eltern findet und nun endlich den Hintern hoch kriegen muss, denn sonst wird er enterbt. Sein Freund Dave besorgt ihm ein Vorstellungsgespräch bei der Firma Columbus Solutions und entgegen aller Voraussicht bekommt er die Stelle und steigt nach zwei Wochen sogar weiter auf. Er hat also großes Potential, das er hier dann auch auspackt.
Um was für einen Job es sich handelt und wie sich Theo da schlägt, das lest ihr in dem Buch von Simon Wasner „Ablage Mord“.

Mit diesem Buch hatte ich nicht nur sehr unterhaltsame sondern auch amüsante und mitreißende Lesestunden mit schwarzem Humor vom Allerfeinsten. Das beginnt schon mit den sehr vielseitigen Zitaten und Kalendersprüchen von Theos verstorbener Großtante Marlies, von der er anscheinend seinen Hang zum Nichtstun geerbt hat. Denn auch sie scheint sich ihr Leben lang bei Theos Eltern durch schmarotzt zu haben. Dann die verschiedensten Beschreibungen von Theos neuen Arbeitskollegen wie z.B. Michel und sein haariges Büchlein oder Kappi, der mit seinen vier verbliebenen Zähnen 3 Zigaretten auf einmal rauchen kann. In diesem Stil gibt es einiges, wo mir die Bilder nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die Typen bzw. Arbeitskollegen mit denen Theo in Trupp C zusammen arbeiten soll, Michel, Kappi, Ali und Sven haben alle ihre Eigenheiten, die sie für den Job, den sie machen, aber auch dringend brauchen. Aber Theo wäre nicht Theo, wenn er nicht auch hier von einem Fettnapf in den anderen tritt und sogar um sein Leben fürchten muss.
Aber neben all dem „umziehen“ und „um de Ecke bringen“, geht es hier auch um Zusammenhalt und vielleicht sogar um ein Quäntchen Freundschaft.
Richtig gut gefallen haben mir neben Mama Wu Theos stockkonservative Eltern: Vater Ernst, der Vater aller Gartenzwerge und Mutter Gudrun, die zu jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit einen Kuchen backt. Einfach herrlich die Beiden. Und dazu Sohnemann Theo...
Obwohl großes Gemetzel normalerweise gar nicht mein Ding ist – hier hat es mir überhaupt nichts ausgemacht. Im Gegenteil, die Bilder habe ich zum Teil jetzt noch im Kopf. Man muss es nur so verpacken, wie es hier Autor Simon Wasner gemacht hat.

Eine Kriminalkomödie, die mit tiefschwarzem Humor glänzt, voller Wortwitz, schräger Sprüche und grotesker Gags. Die trotzdem spannend ist und voller Mord steckt. Wenn ich demnächst bei meinem Lieblings-Chinesen meine Frühlingsrollen esse, werde ich ganz bestimmt an Theo denken müssen.

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Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Aktuelles und interessantes Thema, leider in der Umsetzung recht blaß

Zeiten der Langeweile von Jenifer Becker

Irgendwie weiß ich gar nicht so recht, was ich zu diesem Roman sagen soll, außer dass er keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlässt und mich recht nichtssagend zurücklässt.

Dabei hörte sich das Thema so spannend und aktuell für mein eigenes Leben an.
Eine Frau, Mila, aus meiner Generation der Millenials, will sich nach und nach von ihrem digitalen Leben verabschieden.

Der Grund dafür ist ihre gleichermaßen große Angst vor Exposure und Gecancelt werden. Auch die für immer nachverfolgbaren Spuren, die sie im Netz hinterlässt, machen ihr immer mehr Sorgen.
Mila nimmt sich sogar extra eine beruflich Auszeit („between jobs“) fängt an sich erst von Social Media Apps abzumelden, und konsumiert digitale Austeiger*innen You-Tube Channels.
Natürlich erschwert sich plötzlich jede Kommunikation und ihr soziales Netz schrumpft massiv, Mila kommuniziert mit immer weniger Menschen. Nach und nach will sie alle Spuren von sich aus dem Internet entfernen, was sich als langwierige Aufgabe herausstellt. Allmählich wird ihr auch klar, wieviele indirekte digitale Spuren und Daten sie ungewollt hinterlässt durch die Nutzung von Streaming und Online Diensten. Das alles will Mila aus Angst vor Rückverfolgung aus ihrem Leben entfernen.
Doch wie geht es ihr dabei? Wirklich besser? Was macht Mila mit der ganzen gewonnenen Zeit, wie vertreibt sie die Langeweile in ihrer Welt, die komplett digital vernetzt ist?

Ich schreibe hier bewusst „ihre Welt“, denn wo ich anfangs dachte ich hätte mit der Figur auf Grund meines Alters und meiner Social Media Nutzung einige Gemeinsamkeiten mit der Erzählerin, wird mir schnell klar, dass meine Welt doch eine andere ist.
Habe ich Sorge, meine Social Media Nutzung ist übertrieben? Ja, durchaus. Habe ich Sorgen im Netz bloßgestellt oder gecancelt zu werden? Eher nicht. Ganz einfach, weil mein Leben nicht in der Form digital abläuft, wie das der Erzählerin.
Die grundlegende Frage des Romans, nämlich wie wir frei sein können, stellt sich so in dieser Form gar nicht und wird mir für Mila zu kurz oder gar nicht beantwortet.
Die Frage könnte in Milas Geschichte oder ganz universell lauten: was gibt meinem Leben Inhalt und Sinn, unabhängig von digitalen Medien und Internet, die letztendlich auch nur Werkzeuge sind, die wir als solche begreifen und nutzten können oder nicht.

Ich konnte mich letztendlich doch nur wenig mit der Erzählerin identifizieren und konnte auch keine gesellschaftskritischen Aspekte ausmachen, die mich nachdenklich gemacht hätten. Eine tiefere Auseinandersetzung mit den vielen Fragen, die sich gerade beim digitalen Datenschutz stellen, fand mir zu wenig statt.
Ich mochte die kleine Zeitreise ein paar Jahre zurück in die Corona Zeit und die Erwähnungen einiger damaliger Phänomene hatte durchaus seinen Reiz und ist sehr zeitgeistig. Auch sprachlich ist der Roman sehr schön, wenn auch nicht herausragend gearbeitet.
Ansonsten bleibt mir der Roman einfach zu blaß und undefiniert und wird bei mir nur als mittelmäßig im Gedächtnis abgespeichert werden.

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Rezensionen von Claudia R:

Mitschwimmer ...?

22 Bahnen von Caroline Wahl

Klappentext / Inhalt:


Die Selbstermächtigung zweier Schwestern: ein fesselndes, leuchtendes Debüt
Tildas Tage sind strikt durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, sich um ihre kleine Schwester Ida kümmern – und an schlechten Tagen auch um die Mutter. Zu dritt wohnen sie im traurigsten Haus der Fröhlichstraße in einer Kleinstadt, die Tilda hasst.

Ihre Freunde sind längst weg, leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist geblieben. Denn irgendjemand muss für Ida da sein, Geld verdienen, die Verantwortung tragen. Nennenswerte Väter gibt es keine, die Mutter ist alkoholabhängig. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor taucht auf, der große Bruder von Ivan, mit dem Tilda früher befreundet war. Viktor, der – genau wie sie – immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle.
›22 Bahnen‹ ist eine raue und gleichzeitig zärtliche Geschichte über die Verheerungen des Familienlebens und darüber, wie das Glück zu finden ist zwischen Verantwortung und Freiheit.
»Ich bin durch ›22 Bahnen‹ gerauscht und hellauf begeistert. Herzerwärmend, fein, gnadenlos und richtig schön zugleich.« ALINA BRONSKY


Cover:


Das Cover zeigt eine Schwimmerin die ihre Bahnen zieht, jedoch ist dies sehr kreativ dargestellt und wirkt wie ein Aquarell auf einer Leinwand. Die stilisierte und künstlerische Form des Covers macht neugierig.


Meinung:


Besonders, tiefgründig und bewegend sind die ersten Worte, die mir bei diesem Buch einfallen. Der Einstieg war nicht ganz leicht, da man mit dem doch recht direkten und teils auch philosophisch anhauchenden Schreibstil erst Kontakt aufnehmen muss, um näher hinein zu gelangen. Ist man aber erstmal drin, nimmt einen dieser gefangen.


Tilda hat es mit ihrer Familie nicht leicht und gibt so die alltäglichen Lebens - und Familienmissverständnisse gut wieder. Auch in meiner Familie gibt es so einige Eckpunkte und so konnte ich Tilda gut nachempfinden.


Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu bedeckt.


Der Schreibstil ist anders und erstmal recht ungewöhnlich. Aufzählungen, Beschreibungen und eine gewisse Kühle, die aber dennoch Emotionen zulässt, prägen diesen Stil. Auch die Dialoge sind eher geprägt von eine Art Erzählrhythmus wie in einem Film, wodurch man diesen gut folgen kann. Jedoch wirkt es dadurch auch an einigen Stellen etwas starr und nicht so nah und warm.


Die Ich-Erzählung vermittelt ein Verständnis für die Protagonisten und man kann sich dadurch recht gut in ihre Handlungen hineinfinden. Die Beschreibungen sind teils sachlich, was dadurch aber auch eigene Interpretationen zu lässt und auch einen gewissen Spielraum. Auch hatte ich hier viel Zeit zum Nachdenken und es gibt so eine gute Tiefe wieder.


Die Protagonistin ist eine starke Persönlichkeit und auch ihre Entwicklung ist gut dargestellt und ausgearbeitet. Tulsa ist der Dreh- und Angelpunkt und dreht ihre Bahnen im Kreislauf des Lebens.


Eine besondere Geschichte mit viel Tiefe, bewegenden Momenten und einer eigenen Art, das Leben zu ergreifen und in diesem zu schwimmen.


Fazit:


Tiefgründig, eigensinnig und berührend… wie man mitschwimmt im Lebenslauf.

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