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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von nil_liest:

Die Wolkengucker-Vereinigung

Die Wolkengucker von Kristina Fritz

Seelenwärmer-Buch würde ich das nennen was der Roman „Die Wolkengucker“ ist. Es hat ein Grundthema: ein hilfsbereites Miteinander und das in einer Kombination von Charakteren, denen ich sehr gerne über die Seiten gefolgt bin. Klar, es gibt Anteile, die sind voraussehbar und die Auflösung lässt sich erahnen.

Aber dies ist ein Buch, dass leicht unterhält, den Alltag ausblendet und einem ein wenig innere Ruhe gönnt, auch wenn es phasenweise traurig wird.
Im Mittelpunkt steht Wilma, die Sinn in ihrem Leben sucht und die Wolkengucker-Vereinigung gründet. Nach und nach kommen mehr Spieler in den Ring, aus allen Schichten und Ebenen wird hier eine bunte Mischung an Lebendigkeit präsentiert. Der Roman ist einfach zu lesen und trotz aller herber Elemente wie Tod und Verlust eine, doch ja, eine leichte Lektüre. Denn alle die vorkommen haben eine eigene Sicht und bringen sich ein. Humorvoll und mit leichter Tiefe zugleich schrieb Kristina Fritz hier einen schönen Roman.
Kristina Fritz ist eigentlich Kristina Günak und hat diesen Roman unter einem Pseudonym veröffentlich, sicherlich der Genreabgrenzung zu liebe. Ist ja auch nicht ihr einziges Pseudonym.
Fazit: Schaut mal in den Himmel und hebt den Blick in die Wolken, die so leicht und fluffig daher ziehen. Tief durchatmen. Schon besser, oder?

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Rezensionen von KimVi:

Spannende Ermittlungen

Mörderfinder - Stimme der Angst von Arno Strobel

Auf einer Beerdigung glaubt Fallanalytiker Max Bischoff seinen Augen nicht zu trauen. Denn dort begegnet er einer Frau, die seiner großen Liebe Jenny zum Verwechseln ähnlich sieht. Bischoff spricht sie an und geht mit ihr einen Kaffee trinken. Es stellt sich heraus, dass sie Dominique Klauber heißt und dass es keine Verbindung zu der vor etwa fünf Jahren verstorbenen Jenny gibt.

Bischoff geht die Begegnung nicht mehr aus dem Kopf. Die Schuldgefühle, die er mit dem Tod von Jenny verbindet, kehren mit aller Macht zurück. Doch Bischoff muss schnell einen klaren Kopf bekommen, da seine Freundin Jana verschwindet und sein ehemaliger Partner brutal niedergeschlagen wird...

"Stimme der Angst" ist bereits der vierte Band der Mörderfinder-Reihe, in der der ehemalige Ermittler Max Bischoff seine Gabe nutzt, Mördern in den Kopf zu schauen, um die Fälle zu lösen. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. Allerdings gibt es berufliche und private Nebenstränge, die sich durch die Reihe ziehen. Man kann das äußerst angespannte Verhältnis zu Polizeirätin Eslem Keskin, die auch dieses Mal an den Ermittlungen beteiligt ist, besser nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält.

Ohne langatmiges Vorgeplänkel, befindet man sich sofort mitten im spannenden Geschehen. Genau wie Max Bischoff, ist man davon überzeugt, dass die Verbrechen, die in seinem Umfeld passieren, kein Zufall sind. Man verfolgt gebannt die Ermittlungen und darf sich als Fan der Reihe über ein Wiedersehen mit Dr. Marvin Wagner freuen, der auch in diesem Band durch seine wortgewandten Dialoge überzeugt.

Arno Strobel versteht es wieder hervorragend, die Spuren so geschickt auszulegen, dass man ihnen zunächst bereitwillig folgt. Doch schon bald stellen sich Zweifel ein, wodurch man die Ermittlungen kritisch beäugt, um eigene Schlüsse zu ziehen. Da die Zeit drängt, ist die Spannung durchgehend spürbar. Geschickt angelegte Szenenwechsel sorgen außerdem für eine temporeiche Entwicklung, der man sich nur schwer entziehen kann. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, in dem alle Fäden zusammenlaufen.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Tolles Island-Setting, erfreulich unbrutal

Blutrot von Lilja Sigurðardóttir

Hier hat meine Vorliebe für schöne Cover den ersten Leseanreiz gegeben. Aber auch der Name der Autorin, denn damit war fast schon klar, dass es ein Island-Krimi ist.
Es ist allerdings eine Reihe und ich bin hier mit Band zwei quereingestiegen. Das war aber überhaupt kein Problem - man konnte ohne Probleme folgen.

Es geht um Flossi, einen reichen Unternehmer, dessen Frau entführt wurde. Die Lösegeldforderung beträgt zwei Millionen Euro. Da er sich nicht an die Polizei wenden darf, bittet er Áróra um Hilfe, eine junge Frau, die sich eigentlich auf das Aufspüren versteckter Vermögenswerte spezialisiert hat.

Ich mag das Buch. Die Handlung ist spannend, wenn auch nicht extrem spannend (man kann das Buch also auch gut am Abend weglegen und muss nicht bis zur Erschöpfung weiterlesen, das schätze ich mit zunehmenden Alter immer mehr). Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass die Handlung nicht sonderlich brutal ist - das ist bei skandinavischen Büchern für mich oft problematisch. Man kann gut mit rätseln und Vermutungen anstellen, auch das mag ich.

Für mich eine rundum gelungene Mischung - ich werde ganz bestimmt auch noch den Vorgängerband und Band drei lesen.

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Rezensionen von Lilli33:

Fesselnd erzählt

Mörderfinder - Stimme der Angst von Arno Strobel

Fesselnd erzählt

Inhalt:
Auf einer Beerdigung sieht der Ex-Polizist und Fallanalytiker Max Bischoff eine Frau, die seiner vor fünf Jahren ermordeten Freundin Jenny zum Verwechseln ähnlich sieht. Der alte Kummer kommt wieder hoch und schon bald scheint sich die Geschichte von damals zu wiederholen.

Jemand, der Max nahe steht, gerät in höchste Gefahr.

Meine Meinung:
Ich lese Arno Strobel zwischendurch wirklich gerne. Seine Bücher sind ziemlich unterhaltsam und einfach zu lesen. Wenn man also nur entspannen will, ohne sich das Hirn zu verrenken, sind sie genau richtig. Auch der 4. Band der Mörderfinder-Reihe hat mir ein paar angenehme Lesestunden beschert. Es kommt immer wieder Spannung auf, verursacht mir aber keine Albträume.

Die Handlung bietet leider nichts Spektakuläres. Wie so oft dreht sich alles um Max Bischoff und seine Freunde geraten aufgrund ihrer Nähe zu ihm in Gefahr. Zudem wird hier auch öfter auf die alten Fälle verwiesen, die Fans des Autors aber bekannt sein dürften.

Über das erneute Mitmischen von Dr. Marvin Wagner habe ich mich sehr gefreut. Er und Max Bischoff sind ein tolles Gespann. Ihre Umgangsweisen sind richtig wohltuend, und sie ergänzen sich perfekt.

Besonders der Epilog verspricht, dass die Reihe auf eine noch angenehmere Weise fortgesetzt wird, worüber ich mich sehr freue.

Die Mörderfinder-Reihe:
1. Die Spur der Mädchen
2. Die Macht des Täters
3. Mit den Augen des Opfers
4. Stimme der Angst

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Rezensionen von April1985 :

Nixen-Zauber

Lily und der Herzenszauber von Lucy Fleming

Lucy Fleming hat eine zauberhafte Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Mut auf Papier gebannt. Ganz besonders meine 4-jährige Tochter ist vom Meerjungfrauen-Zauber begeistert.

Lily ist eine kleine Teichnixe. In ihrem Teich kümmert sich Lily um alle Tiere. Sie sorgt sich um das Wohlergehen der Teichbewohner, hilft in Notsituationen und kümmert sich darum, dass der Lebensraum sauber bleibt.

Als eines Tages ein großer Sturm über den Teich zieht und alles verwüstet, steht Lily vor einer schier unlösbarem Aufgabe. Wie soll sie den Teich wieder bewohnbar und sicher für alle machen? Das musst du natürlich selber lesen.

Teichnixe Lily zeigt uns wie wunderbar Freundschaften sind, was man gemeinsam alles schaffen kann und dass es keine Schande ist, um Hilfe zu fragen. Und auch manche Sorgen scheinen plötzlich kleiner, wenn man sie mit jemanden teilen kann.
Ich finde die vermittelten Botschaften und Werte richtig schön. Meine 4-jährige Tochter befindet sich gerade in einer Phase, in der sie das Gefühl hat, alles alleine schaffen zu müssen. Umso schöner war es für mich zu erleben, wie sie Nixe Lilys Botschaften hinterfragt und aufgenommen hat.
Der Text ist altersgerecht, relativ kurz und einfach gehalten uns mit wunderschönen großflächigen Illustrationen untermalt. Gerade durch die Bilder kommen die Gefühle und Emotionen doppelt stark zur Geltung.

Wir sind total verliebt in das zauberhafte Bilderbuch und empfehlen es gerne weiter.

Fazit:
Ein magisches Bilderbuch über Freundschaft, Zusammenhalt und Mut. Große Liebe!

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Irgendwann werden Lügen zur Wahrheit

Gestehe von Henri Faber

Der berühmte Ermittler und Autor Johann Winkler aus Wien, von allen Jacket genannt, übernimmt durch Zufall einen rätselhaften Fall, bei dem ihm der noch unerfahrene Ermittler Mo helfen soll. Als Jacket merkt, dass die Verbrechen dem gleichen, worum es in seinem unveröffentlichten Roman «Gestehe» geht, ermittelt er auf eigene Faust, bis er ins Kreuzfeuer gerät.

Jackets Wiener-Charme und seine überhebliche Art machen ihn zu einer interessanten und mitunter auch amüsanten Hauptfigur, die Traumtisches erlebt hat. Gestrickt wie ein Irrgarten bleibt es durchweg spannend und die wendungsreiche Story hat einen gelungenen Unterhaltungswert - bis zum Schluss. Henri Faber spielt mit den Erinnerungen und der Wahrheit, und thematisiert Diskriminierung, während er einen Irrgarten strickt, sodass man nicht dahinter kommt „wer diesen Wahnsinn hier veranstaltet.“ Empfehlenswerte Thriller-Lektüre mit österreichischem Charme.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Spannendes Jugendbuch - 3,5 Sterne

Thieves’ Gambit von Kayvion Lewis

Die siebzehnjährige Rosalyn Quest gehört zu einer legendären Diebesfamilie. Die Quest sind renommierte Dienstleister für Diebstähle in Nordamerika. Ross wurde streng erzogen und trainiert, denn die „Arbeit und das Praktische kamen immer zuerst.“ Sie hat alles, was man sich an Luxus vorstellen kann und lebt mit ihrer Mutter und ihrer Tante auf ein Insel auf den Bahamas.

Doch Ross wünscht sich ein normales Leben mit Freunden am College. Sie plant bereits ihre Flucht, doch daraus wird nichts und schließlich findet sie sich in einem unerbittlichen Wettstreit unter professionellen Dieben wieder, um mit dem Preisgeld ihre Mutter aus der Geiselnahme freizukaufen.

Der erste Band «Thieves‘ Gambit - Wer alles gewinnen will, muss alles riskieren» ist spannend, rasant und schnell durchgelesen. Das, was man durch den Klappentext erfährt, passiert bereits im ersten Viertel und es geht temporeich weiter. Ross lernt ihre Gegner kennen, wenn auch nur flüchtig und der Wettkampf beginnt, der sich schnell als äußerst gefährlich herausstellt. Denn eine der Mitstreiterinnen hat eine persönliche Fede mit Ross. In dem Business hat man keine Freunde und als erfolgreiche Diebin kann man niemand trauen. Oder? Vertrauen spielt jedenfalls eine große Rolle und Ross ist ziemlich unerfahren im Umgang mit Gleichaltrigen. Der „Enemies-To-Lovers“- Teil war typisch angelegt. Es standen vor allem die Dynamiken der Charaktere und die rasante Handlung im Vordergrund. Es hat einen hohen Unterhaltungswert, beim Lösen der Aufgaben mitzurätseln und es gibt einige Wendungen, die vorhersehbar waren, aber auch welche, die mich überraschen konnten. Dabei habe ich eine eher düstere Atmosphäre vermisst und die Raffinesse, die ich von Dieben erwartet hätte. Insgesamt bleibt alles ein wenig oberflächlich und ein Vergleich mit «Die Tribute von Panem» hält das Buch nicht stand. Der Cliffhanger ist gut gelungen und steigert die Vorfreude auf die Fortsetzung. Empfehlenswert für die Zielgruppe und den Einstieg in die Jugendliteratur.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

„Hoffnung ist eine mächtige (bunte) Sache“

Hope von Ross Mackenzie

«Hope - oder wie die Welt wieder bunt wurde» hat mich total begeistert. Das Cover ist ein echter Blickfang und der Inhalt überzeugt ebenso. Ich kann nur empfehlen, sich einfach in dieses märchenhafte Abenteuer zu stürzen.

Es war einmal eine Welt voller fantastischer Wesen und Magie, doch dann geschah etwas Schreckliches.

Durch den Bann des verbitterten Königs, existierten fortan keine Farben mehr. Der Himmel war Grau, die Bäume farblos, alle Lebewesen hatten nur noch graue Schattierungen. Freude und Vorstellungskraft waren Hoffnungslosigkeit gewichen. Als sich ein kleiner Junge eines nachts wünschte, dass jemand die Farben zurückbringt, wird ein Mädchen geboren. Sie strahlt in allen Farben und was sie berührt, wird bunt. Ihr Name ist Hope. Mit den Jahren wird sie älter und lernt zu zaubern, doch der König trachtet ihr nach dem Leben. Kann sie ihr Schicksal erfüllen und die Farben zurückbringen?

„Wir haben keinen Einfluss darauf, wir wir auf die Welt kommen. Aber wir haben Einfluss darauf, was wir werden und welche Spuren wir hinterlassen.“

Erzählt wird die Geschichte in zweiunddreißig Kapiteln durch verschiedene Handlungsstränge, in der dritten Person. Im Mittelpunkt steht dabei Hope, ihr bester Freund Oliver, ein sprechender Hund, und sein Herrchen, der Wandermagier Sandy, der Hope großzieht. Dabei gibt es vier Zeitsprünge, bis die zwölfjährige Hope alt genug ist, ihr Schicksal zu erfüllen. Die bildhafte Erzählweise strahlt angenehme Gelassenheit aus. Ross MacKenzie setzt auf interessante Figuren, eine unvorhersehbare Handlung, gezielte Spannung, eine Prise Humor und magische Vorstellungskraft, und regt dabei zum Nachdenken an. Ich mochte es sehr, wie sich alles zusammenfügt, die Handlung neue Wege aufzeigt und mich dabei überraschen und auch etwas gruseln konnte.

Es ist eine Hommage an die Zuversicht und Solidarität in dunklen Zeiten, die wichtige Werte, wie Toleranz und Klugheit vermittelt. Insgesamt eine sehr durchdachte, fantasievolle und märchenhafte Geschichte über die Kraft der Hoffnung und die Schönheit, einer bunten Welt. Große Leseempfehlung für Kinder ab 10 Jahren, die märchenhafte Geschichten mögen, und das gemeinsame Familien(vor)lesen.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Britta Speer:

„Trophäe“ von Gaea Schoeters – ein herausforderndes Lektüreerlebnis

Trophäe von Gaea Schoeters


Eigentlich interessiere ich mich weder für Großwildjagd in Afrika noch für weiße Finanzjongleure, die als Ausgleich zur Wallstreet ihren maskulinen Adrenalinkick in der Begegnung mit den „Big Five“ suchen. Auch ein Nashorn auf dem Cover lässt mich normalerweise nicht zum Buch greifen und trotzdem habe ich dieses fast in einem Zug durchgelesen.

Wenn Sie es kurz wollen, dann lässt sich das Buch mit dem Vorwort bestens zusammenfassen: „Dedicated to Africa, whatever that is. Dedicated to justice, whatever that is. Dedicated to fiction, whatever that is.“ Aber eigentlich gibt es so viel zu sagen.
Dieser Roman zwingt die LeserInnen immer wieder dazu, ihren ethischen Kompass neu zu justieren. Das ist zuweilen anstrengend, denn wer sieht sich schon gerne mit seinen eigenen Vorurteilen und seiner ausschließlich westlich gefärbten Perspektive konfrontiert. Gaea Schoeters präsentiert uns unter anderem eine Parabel zum westlichen Kolonialismus in Afrika. Da ist zunächst die Schilderung der Großwildjagd, die der reiche amerikanische Protagonist mit dem sprechenden Namen „Hunter“ bei dem Berufsjäger Van Heeren („verheerend“), einer Figur mit durchaus mephistophelischen Zügen, bucht, um seine „Big Five“ zu vervollständigen. Van Heeren gelingt es z.B., diese moralisch zu hinterfragende Trophäenjagd ethisch durchaus nachvollziehbar zu rechtfertigen als einzige „funktionierende Form des Naturschutzes und die einzige Überlebenschance der Spezies“, denn mit den beträchtlichen Jagdgebühren, die für den Abschuss eines alten Nashorns zu zahlen sind, wird ein Aufzuchtprogramm finanziert. Dieser Text mutet den LeserInnen einiges zu, denn sie erleben, wie Hunter immer mehr in die Welt der Raubtiere eintaucht und sich instinktiv von seinem Jagdtrieb und Tötungsrausch leiten lässt. Teilweise wie in einem Thriller lässt Gaea Schoeters uns an der Animalisierung des Protagonisten teilhaben. Wir folgen ihr, weil sie schreiben kann. Sie lässt die afrikanische Natur sinnlich erfahrbar werden und die LeserInnen ertappen sich dabei, wie auch sie sich von Van Heeren verführen lassen und mit dem jagenden Hunter mitfiebern. Intensiv, verstörend und phasenweise schwer auszuhalten. Denn die hintergründige Ebene der Parabel entsteht mit dem Fortschreiten des Erzählens. Es wird unausweichlich klar, dass es hierbei nicht nur um das Thema „Großwildjagd“ geht, sondern um den westlichen Kolonialismus (in Afrika) mit all seinen pervertierenden Facetten, wie z.B. den Fragen: Darf das Wohl der Gemeinschaft über das des Individuums gestellt werden? Ist eine Kultur per se einer anderen überlegen?
„Dedicated to justice, whatever that is.“ Das bleibt herauszufinden und deshalb sollte man sich diesem Buch stellen, denn es garantiert ein Leseerlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Geheimnisvoll, atmosphärisch und spannend

Sepia 1: Sepia und das Erwachen der Tintenmagie von Theresa Bell

«Sepia und das Erwachen der Tintenmagie» ist das Debüt von Theresa Bell und ein magischer Reihenauftakt. Eva Schöffmann-Davidov zeichnete, neben dem tollen Cover, vierunddreißig wunderschön kunstvolle Vignetten, die eine kleine Aussicht auf das jedes Kapitel geben.

Sepia lebte zwölf Jahre als Waisenkind in einem Heim, als sie einen Brief erhält, der ihr eine unglaubliche Chance bietet: sie kann eine Ausbildung in der Buchdruckerei Silbersilbe bei Aelius Atramento, einem der der legendären Meister der Buchkunst, machen.

Die Geschichte beginnt, als sie gerade mit der Kutsche auf dem Weg nach Flohall ist, der berühmten Stadt der wertvollen Tinte und besonderen Bücher. Sepia macht sich viele Gedanken, weil sie die Gründe für diese Ausbildung nicht nachvollziehen kann. Sie ist ruhig, zurückhaltend, besitzt keine Talente, die sie qualifizieren würden. Es ist toll, mitzuerleben, wie sie ehrfürchtig ihr neues Zuhause erkundet: die Druckerei und die Bücherstadt Flohall. Das hat mir sehr gefallen, denn ich mochte die geheimnisvolle Stimmung, diese urige und heimelige Atmosphäre und die bildhaften Beschreibungen, in die man richtig eintauchen konnte. Im Verlauf der Handlung lernt Sepia Niki und Sanzio kennen: „Die drei Verlierer von Flohall“, und dann wird es immer temporeicher, fantastischer und aufregender. Die Charakter haben zusammen eine gute Dynamik und es passt, dass die Handlung in der dritten Person aus Sepias Perspektive erzählt wird.

„Der Zauber einer Geschichte entfaltet sich erst mit der perfekten Tasse Tee, findest du nicht auch?“

Das erste Drittel fand ich einfach wunderbar. Danach wurde es mir ein bisschen zu vorhersehbar und das Ende war mir zu langatmig, aber für die Zielgruppe finde ich es wirklich gelungen. Es gibt so viele schöne Idee. Das fängt mit Zimtmilch an (Danke für das Rezept!), der magischen Tinte, den dazugehörigen Wesen und mit den keinen Details entsteht eine ganz neue Welt. Eine Welt, in der es Alchemisten und Aschegeister gibt, eine ehrwürdige Großbibliothek und „Fischpfütze“ ein Schimpfwort ist. Überhaupt wird jede Leseratte hier gern eintauchen und deshalb würde ich es weiterempfehlen.

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