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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Spannende und abgründige Unterhaltung!

Die erste Attacke von Jakob Pretterhofer

Was ist denn ein „Bobo-Psychothriller“, frage ich mich unwillkürlich, als ich die Kurzbeschreibung zu „Die erste Attacke“ las. Meine Assoziationen bei dem Begriff sind auf jeden Fall positiv und auch der beschriebene Inhalt klang äußerst vielversprechend.

Und mir wurde nicht zu viel versprochen, ich bin von Pretterhofers Roman sehr, sehr angetan!
Keine Wunder, denn sein Thema und Setting passt perfekt auf meine eigene Lebenssituation.

Pretterhofers Protagonist und Ich-Erzähler ist junger Vater zweier Kinder und macht mit seiner Frau und zwei befreundeten Familien ein paar Tage Urlaub auf einer Selbstversorger-Hütte. Das habe ich selbst auch schon gemacht und weiß daher, dass von einem solchen Szenario keine wirkliche Erhohlung zu erwarten ist.
Aber anfangs scheint es so, dass er Erzähler, genauso wie die anderen Familien und ganz anders als ich, die Familiensituation perfekt beherrscht.
Ihre Familien funktionieren durch Rituale und eine sehr hohe Gesprächsbereitschaft und gegenseitigen Verständnis ganz wunderbar und wie aus dem Bilderbuch. Die Kinder dürfen sogar einmalig Limonade bestellen, schließlich ist Urlaub.

Dass die Urlaubsstimmung natürlich nur von kurzer Dauer ist, ist klar, schließlich lese ich einen Bobo-Psychothriller! Und richtig, aus den kleinere morbiden Andeutungen eines lauernden Unheils, werden ausgewachsene konkrete Alpträume, die die Nachtruhe stören.
Die Kinder fangen tags darauf mit merkwürdigen und bedenklichen Spielen an, die Ehepaare streiten sich untereinander und miteinander und plötzlich sind auch noch die Autoschlüssel weg.

Ich liebe diese entlarvende Eskalation, die nicht nur in den äußeren Handlungen stattfindet sondern auch in den Gedanken des Erzählers.
Besonders wird die Geschichte durch das sehr geschickte Einsprengseln von surrealen Gruselelementen, die den Roman zu einem wunderbaren und ungewöhnlichen Genre-Mix machen.

Für mich beschreibt Pretterhofer hauptsächlich dieses unheimliche und beängstigende Gefühl von Kontrollverlust, der mit Elternschaft zwangsläufig einhergeht, es gibt aber bestimmt auch noch andere Deutungsansätze.

Nach Beenden des kurzen Roman hat sich mein Anfangsgedanke über den Ich-Erzähler von „Alta, du hast dein Leben im Griff“ ins komplette Gegenteil gedreht.

Für diesen Roman und diese tolle und abgründige Unterhaltung muss ich einfach eine Leseempfehlung aussprechen! Der einzige Kritikpunkt wäre vielleicht die Länge, die mit nur 143 Seiten fast ein zu kurzes Vergnügen bietet.
Dass mir die Farbgestaltung des Covers unheimlich gut gefällt, möchte ich noch einmal extra betonen!

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Rezensionen von _ich.lese_:

Eine neue Hexe Lily

Lily Halbmond - Magie ist nur der Anfang (Lily Halbmond, Bd. 1) von Xavier Bonet

Lily ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, wären da nicht immer wieder die Momente, in denen ihr Mäppchen einfach durch die Luft fliegt oder auch sonst allerhand sonderbaren passiert. Als sie in ihre neue Schule kommt, ist sie gar nicht mehr so sonderlich, denn Lily ist eine Hexe.

Eine magische Geschichte in Comicform für jüngere LeserInnen.

Einfach strukturiert einfacher Text, klar zuordenbare Textblasen und ganz großartig gezeichnet. So macht lesen auch ungeübteren Kinders Spaß. Mir persönlich ging alles viel zu schnell, mir fehlte was. Aber es machte trotzdem Spaß, meine kleine Schwester hat es alleine nochmal gelesen und das möchte was heißen. Lily wusste nicht, dass sie eine Hexe ist und ist von vielem überrascht. Und ganz nebenbei müssen sie auch noch die Welt retten.
Mir persönlich haben die Bilder am besten gefallen und die "Randnotizen" mit viel wissenswertem über Hexen.
Für LeseanfängerInnen eine Inspiration zum Lesenüben.

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Rezensionen von KimVi:

Zorns persönlichster Fall

Zorn - Schwarze Tage von Stephan Ludwig

"Schwarze Tage" ist bereits der dreizehnte Fall für das Ermittlerduo Zorn und Schröder. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Bücherserie gelesen hat. Allerdings hat das Duo schon einiges miteinander erlebt.

Man kann ihre Wortgefechte besser genießen, wenn man die Reihe chronologisch liest.

Dieses Mal fällt ihr Geplänkel allerdings deutlich milder aus, da der Titel "Schwarze Tage" äußerst passend gewählt ist. Denn gleich am Anfang wird man mit dem Tod eines Hauptcharakters konfrontiert, der Schröder und ganz besonders Zorn, den Boden unter den Füßen wegreißt. Als Fan der Reihe kann man die Gefühle der beiden glaubhaft nachvollziehen, da man selbst entsetzt ist.

Doch die beiden müssen funktionieren und setzen alles daran, den tödlichen Unfall zu analysieren, um Klarheit zu gewinnen und dieses einschneidende Erlebnis zu verarbeiten. Schon bald stellen sie Ungereimtheiten fest. Obwohl von höchster Stelle gemauert wird, verbeißen sich die beiden in die Aufklärung.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei die Nachforschungen von Zorn und Schröder im Fokus stehen. Außerdem gibt es Rückblicke in das Leben des Todesfahrers. Zunächst ahnt man nicht, wie sich dieser Strang mit den Ermittlungen verknüpfen wird, doch nach und nach verbindet sich alles schlüssig miteinander.

Da man sich als langjähriger Fan der Reihe selbst betroffen fühlt, beobachtet man gespannt die Nachforschungen und wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Da der Fall rätselhaft ist, kommt es zu einigen Wendungen. Dadurch wird die Spannung durchgehend erhalten. Man fiebert mit den Ermittlern mit und ist außerdem überrascht, dass Zorn in diesem Band einiges zur Aufklärung beiträgt. Die privaten Nebenhandlungen fließen harmonisch in die Ermittlungen ein und geben diesem Fall eine sehr persönliche Note. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, wodurch man das Buch erst aus der Hand legen mag, wenn man die letzte Seite gelesen hat.

Ein spannender, sehr persönlicher Fall für das sympathische Ermittlerduo.

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Rezensionen von NT:

Grandiose journalistische Arbeit

Mutter ohne Kind von Eva Lindner

Der Einstieg in das Buch - die sehr grafische Erzählung über die traumatische Fehlgeburt der Autorin - hat mich schockiert, traurig und gleichzeitig auch neugierig auf das Buch gemacht. Und ich wurde positiv überrascht: Mutter ohne Kind ist eine hervorragende journalistische Aufarbeitung der Themen Fehl- und stille Geburt.

Die Autorin gliedert ihr Buch in verschiedene Abschnitte, jeder davon beginnt mit einer echten Erfahrung einer Mutter und wird durch Fakten aus der Wissenschaft, Leitlinien, Interviews von medizinischem Fachpersonal, Expert*innen und Wissenschaftler*innen vervollständigt. Heraus kommt eine interessante, lehrreiche, teils erschreckende Aufarbeitung von Missständen im deutschen Gesundheitssystem. Sowie Kritik an dem Umgang mit den Themen in unserer Gesellschaft. Und einem Ausblick darauf, was sich ändern muss. Letztendlich macht das Buch aber auch Mut und bietet Unterstützung und Verständnis - den Betroffenen aber auch den Angehörigen. Eine große Empfehlung für alle, die betroffen sind oder sich sensibilisieren möchten.

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Rezensionen von Anndlich:

Spinnst du noch oder liest du schon?

Lesen NERVT! – Bücher? Nein, danke! (Lesen nervt! 1) von Schumacher Jens; Winkler Steffen

Die Weberknechtdame Karoline Kneberwecht wohnt in einer Bibliothek, zwischen Büchern hat sie sich ihr Traumhaus gewebt und möchte vor allem eins: ihre Ruhe. Deswegen versucht sie alles, damit der heimliche Eindringling das Buch wieder zurückstellt und sich auf keinen Fall ein Neues aus dem Regal zieht.

Karoline ist sich nämlich sicher, dass Lesen nervt und Geschichten total doof sind und sie setzt alles daran, die Leser davon zu überzeugen.

Lesen NERVT! - Bücher? Nein, danke! von Jens Schumacher und geschmückt mit Illustrationen von Steffen Winkler, möchte Lesemuffel auf humoristische Weise zum Lesen animieren.

Die Protagonistin Karoline Kneberwecht, eine mürrische Spinnendame möchte dabei den Kindern genau das Ausreden. Lesen nervt, ist langweilig und Buchstaben sind doof. Damit die Kinder ihr glauben, stellt sie unterschiedliche Rätsel auf, die nicht nur Spaß machen, sondern auch die Faszination der Sprache/Wörter darstellen.

Die Aufgaben sind leicht zu lösen, machen Spaß und durch Karolines mürrische Art, gibt es auch allerhand zum Schmunzeln. Kinder die gerne Rätseln und sich durch „das ist unlösbar“ animiert fühlen, sind bei Lesen NERVT! - Bücher? Nein, danke! genau richtig und werden hier bestimmt auch den Spaß am Lesen gewinnen können.

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Rezensionen von Sheilo:

Beeindruckender Reihenauftakt

Trial of the Sun Queen von Nisha J. Tuli

Lor wird seit zwölf Jahren zusammen mit ihren Geschwistern in dem schrecklichen Gefängnis Nostraza festgehalten. Lor ist dort für ihre impulsive Art bekannt und wird daher von Mithäftlingen provoziert, wodurch sie eine der schlimmsten Strafen erhält und zwei Wochen im sogenannten Schlund verbringen muss.

Als sie bereits denkt, dass sie dem Tod bereits willkommen heißt, wird sie stattdessen vom Kommandanten des Sonnenkönig Atlas entführt. Lor soll an den Wettkämpfen im Reich Aphelion teilnehmen, deren Siegerin die Sonnenkönigin an der Seite von Atlas werden soll. Und so beginnt ein Kampf um Leben und Tod für sie, aber was steckt hinter Atlas Absichten?



"Trial of the Sun Queen: Die Artefakte von Ouranos 1" ist für mich ein absolutes Fantasy-Highlight. Trotz eines Umfangs von über 370 Seiten habe ich die Geschichte in kürzester Zeit verschlungen. Der Schreibstil ist einfach fantastisch und zieht einen sofort in seinen Bann. In meinen Augen gelingt es Nisha J. Tuli perfekt, die Spannung im Buch aufrecht zu erhalten und man darf sich auf den ein oder anderen Plot-Twist freuen. Wie bereits im Vorwort von der Autorin erwähnt, kann man beim Lesen auch das ein oder andere Easter Eggs entdecken.

Das Cover passt mit seinen vielen Details perfekt zur Geschichte. Die erste Auflage des Bandes besitzt einen Farbschnitt, der zusammen mit den Farbschnitten aller Bücher der Reihe am Ende ein Gesamtbild ergibt.

Die Handlung wird aus den Perspektiven von Lor und Nadir, dem Sohn des Königs von Aurora, geschildert, wobei die Erzählstränge zum größten Teil unabhängig voneinander sind.

Lor ist eine wirklich taffe Frau, die zwölf grausame Jahre im Gefängnis voller Misshandlungen überlebt hat. Ich mag ihre direkte Art sehr und auch ihren Dickkopf, der für das ein oder andere Problem sorgt. Im Laufe des Buches erhalten wir immer wieder einzelne Hinweise zur Vergangenheit von Lor, sodass sich die verschiedensten Puzzleteile immer mehr zu einem Bild zusammen setzen.

Atlas, der Sonnenkönig, ist in diesem Band sehr präsent. Er mimt den charmanten und rücksichtsvollen Mann, der jedoch keine Skrupel hat und versucht, Lor über seine wahren Absichten im Dunkeln zu lassen. Ich denke, dass wir ihn in den nachfolgenden Bänden noch besser kennenlernen werden.

Nadir nimmt in diesem Band noch einen wesentlich kleineren Teil ein, was sich meiner Meinung nach sicherlich im Folgeband noch ändern wird. Er sucht schon lange eine Möglichkeit, seinen Vater vom Thron zu stoßen.

Neben diesen drei Hauptcharaktern gibt es noch viele andere interessante Personen, deren Intentionen teilweise erst auf den zweiten Blick erkennbar sind und die man vereinzelt einfach ins Herz schließen muss. Mehr möchte ich aber nicht verraten, um Spoiler zu vermeiden.

Insgesamt bietet dieser Band der Reihe eine tolle Einführung in die Welt von Ouranos und wir erhalten Informationen zu den Fea und den Geschichten der Königshäuser. Dabei gibt es die ein oder andere spicy Szene voller Lust und Leidenschaft.

Ich bin begeistert von "Trial of the Sun Queen", die Geschichte hat mich gefesselt und mitgerissen, sodass ich mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band freue, der bereits im Juni 2024 erscheinen soll. Von mir gibt es daher eine große Leseempfehlung und ich finde, dass der Hype um dieses Buch absolut gerechtfertigt ist.

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Rezensionen von Miro:

Von der Außenwelt abgetrennt

Schneesturm von Tríona Walsh

Cara freut sich sehr, endlich alle ihre Jugendfreunde wiederzusehen. Zehn Jahre ist es her, dass drei von ihnen, die Insel verlassen haben, nach dem ein schreckliches Unglück über sie hereingebrochen ist. Nach Cillians Tod sind nur Maura und Daithi mit Cara auf der Insel geblieben.

Aus Seamus ist inzwischen ein halbwegs berühmter Drehbuchautor in Hollywood geworden und Ferdy und Sorcha leben relativ erfolgreich in London.

Obwohl eigentlich niemand genau sagen kann, womit Ferdy sein Geld verdient. Irgendwas mit Gigs und Bands oder so.

Der Abend startet vielversprechend. Es wird getrunken und gelacht und an früher gedacht. Nur Maura taucht nicht auf. Erst wundert sich niemand, denn sie war immer schon chaotisch, doch dann treibt eine Leiche in einem natürlichen Becken im Meer und Cara, die Inselpolizistin wird verständigt.

Der Schneesturm tobt mittlerweile mit voller Kraft und so ist die irische Insel vom Festland völlig abgeschnitten. Keine Fähre und kein Hubschrauber kann Inishmore erreichen. Cara ist auf sich gestellt und versucht zu ermitteln, denn ihr ist klar, dass auch der Mörder die Insel nicht verlassen kann. Schnell ist zu erkennen, dass Cara keine Professionalistin ist. Als "Streifenpolizistin" auf einer Insel, wo jeder jeden kennt, hat sie es eher mit Lausbubenstreichen zu tun, denn mit Kapitalverbrechen. Sie versucht ihr Bestes und folgt den Brotkrumen, die für sie hinterlassen wurden. Sie stolpert durch ihren ganz persönlichen Albtraum. Sie hat ihre beste Freundin verloren, wird ebenfalls verfolgt und kann ihren Freunden nicht mehr trauen. Schritt für Schritt nähert sich sich einer Wahrheit, die für sie schwer zu verkraften ist.

Mir hat das Setting und der Plot dieser Geschichte ausgezeichnet gefallen. Mir gefällt die Idee des Treffens nach zehn Jahren und der Feststellung, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist. Die Freunde sind nicht mehr die Menschen, die sie damals waren und es ist nicht sicher, dass man auch diese Menschen mag. Der Schneesturm hätte vielleicht ein bisschen mehr ins Licht gerückt werden können. Die Wetterkapriolen beeinflussen das Leben auf der Insel eigentlich nur insofern, dass niemand kommen und gehen kann. So wird das ganz zu einem gelungenem Kammerspiel, wo niemand mehr weiß, wem er trauen kann und sich alle irgendwie anfeinden oder nervös beäugen.

Nur den großen Showdown hätte ich nicht gebraucht. Die Auflösung war spannend, manches konnte man erahnen, manches war wirklich überraschend und ich fühlte mich bei der Lektüre durchwegs gut unterhalten. Ich fand die laienhaften Ermittlungen von Cara erfrischend sympathisch und schlußendlich hat sie ihr Ziel erreicht. Ein professioneller Ermittler hätte mir hier im gälischen Inishmore gar nicht so gut gefallen.

Guten Gewissens empfehle ich dieses Buch allen, die nur hin und wieder einen Krimi lesen. Wer einen echten Kommissar erwartet, sollte vielleicht besser zu einer Reihe greifen.

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Rezensionen von LeserinLu :

Spezieller Erzählton

Eine Fingerkuppe Freiheit von Thomas Zwerina

"Eine Fingerkuppe Freiheit" verspricht, faszinierende Einblicke in das Leben von Louis Braille zu bieten, dem Erfinder der Blindenschrift Braille. Leider war der historische Roman von Thomas Zwerina für mich aber eine enttäuschende Lektüre, die die Versprechen aus der Inhaltsbeschreibung nicht erfüllen konnte.

Der größte Makel dieses Romans liegt im Schreibstil, den ich oft als altmodisch, kitschig und aufgesetzt empfunden habe. Anstatt den Leser in die Welt des 19. Jahrhunderts zu versetzen, ertränkt der Autor die Geschichte in ausschmückenden Metaphern und unpassenden Vergleichen. Ein Beispiel dafür ist die Passage: "Pigniers Herz vollführte einen Wettstreit an langen Seilen. Am Ende riss das Seil, und er holte den hohlen Kürbis der Verwunderung wieder vom Kompost zurück und füllte ihn mit Sanftmut und Neugier." Und auch wenn der Autor diesen Ton im Nachwort als groteske Überzeichnung kennzeichnet: Solche überladenen und künstlichen Beschreibungen kommen auf jeder Seite mehrmals vor und lassen den Roman für mich wie eine Karikatur historischer Literatur wirken. Auch im Nachwort ist der Ton immer noch geschwollen und jeder Satz wird durch gleich mehrere Adjektive und Nomen ausgeschmückt. Durch diesen Ton blieben auch die Charaktere für mich blass, da ich mich nicht gut einfühlen konnte.

Ein kleines, weiteres Problem liegt in der Inkonsistenz der historischen Genauigkeit. Während einige Aspekte von Louis Brailles Leben akkurat wiedergegeben werden, werden andere Ereignisse und Details weggelassen. Dies fällt zwar unter künstlerische Freiheit, allerdings hat mir ja gerade die künstlerische Umsetzung nicht gefallen.

Dennoch kann man dem Roman sein historisch adäquates Fundament zu Gute halten. Die Darstellung von Louis Brailles Kampf gegen seine Blindheit und sein unermüdliches Streben nach Bildung und Unabhängigkeit sind für mich gut deutlich geworden. Insgesamt hinterlässt "Eine Fingerkuppe Freiheit" jedoch einen zwiespältigen Eindruck. Während die Grundidee des Romans viel Potenzial hat, wird dieses durch einen mangelhaften Schreibstil und eine inkonsistente historische Darstellung zunichte gemacht. Leser, die nach einer präzisen und fesselnden Darstellung von Louis Brailles Leben suchen, werden hier leider enttäuscht sein.

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Rezensionen von Heidi:

Gefühlswelt

Die Geigerin von Sonja Papst

Der Autorin gelingt es, die Gefühlswelt der Protagonisten auf eine eindringliche Weise zu zeigen und diese auf eine sehr authentische Art und Weise zu beschreiben. So kann man sich als LeserIn direkt in die Gedanken- und Gefühlswelt der einzelnen Charaktere hineinversetzen. Auf diese Weise kann man ihre Emotionen hautnah miterleben und mitfühlen.

Die Sprache ist sehr klar, einfühlsam und fesselnd. Die Geigerin hat mich emotional sehr berührt.

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Rezensionen von Lesemama:

Eine Geschichte über das Finden

Der Spurenfinder von Marc-Uwe Kling; Johanna Kling; Luise Kling

Bewertet mit 4.5 Sternen

Zum Buch:

Friedhofen ist ein Ort in der Provinz Dreibrücken, das umgeben vom Wilden Wald und dem schönen See eher eine Sackgasse ist und das perfekte Versteckt für den Spurenfinder Elos von Bergen und seine Kinder Ada und Naru. Er möchte die Zwillinge nur beschützen.

Dann passiert etwas sehr ungewöhnliches in dem verschlafenen Dorf und Elos ist wieder ein Spurenfinder

Meine Meinung:

Ein Buch von Marc-Uwe Kling und seinen Töchtern, die "zufällig" auch Zwillinge sind, genauso wie die Kinder des Helden.
Ich habe das Buch teilweise gelesen und gehört, das Hörbuch wird gesprochen vom Autor Marc-Uwe Kling und er macht es einfach großartig. Alleine schon die verschiedenen Stimmlagen für die verschiedenen Chatakteren. Es machte richtig Spaß, die Geschichte ist spannend, abenteuerlich und fantasievoll. Sie eignet sich für jüngere Leser ab zwölf genauso wie für Erwachsene. Ich hatte jedenfalls sehr viel Spaß mit der tollen Geschichte und den großartigen Illustrationen. Alleib schon sie machen aus dem Buch ein kleines Highlight. Sehr empfehlenswert.

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