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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von drachenzahn:

Besser als der Vorgänger

Meisterdetektiv Sherlock Bones, Band 2 - Die verfluchte Maske von Tim Collins

Endlich gibt es den zweiten Teil vom tierischen Detektiv-Duo Sherlock Bones und Jane Catson. Kurzweilig und mit kindgerechter Sprache werden hier Kinder ab acht Jahren zum Lesen und Rätseln animiert. Durch die einfache Sprache eignet sie sich sowohl für Erstleser als auch zum Vorlesen.

Sherlock Bones und Jane Catson reisen in ihrem Urlaub nach Ägypten, um dort die wertvolle Maske des Katzenpharaos zu begutachten.

Doch plötzlich verschwindet diese und die beiden Detektive müssen viele Gefahren im Labyrinth unter der Pyramide bestehen sowie sich gegen einen seltsamen Kult zur Wehr setzen. Und was hat der fiese Moriratty mit der ganzen Angelegenheit zu tun?

Die Geschichte ist überwiegend spannend und die neuen Charaktere durchaus witzig, auch wenn sie eher wie Karikaturen wirken und teilweise etwas eindimensional dargestellt werden. So gibt es den Verkäufer Ted, der für jeden den passenden Fön dabeihat, und die Diva Florence, die lieber verhungert, als selbst einen Finger zu rühren. Sie machen dennoch Spaß und nicht jede Figur ist, wie sie scheint. Ich denke, Grundschulkinder werden interessiert mitfiebern und vielleicht über die ein oder andere Wendung überrascht sein.

Durch die zahlreichen Rätsel im Text wird der Leser zudem aktiv zum Miträtseln aufgefordert. Diese haben wie schon im ersten Band nur einen losen Bezug zum eigentlichen Geschehen, sodass man sie je nach Lust und Laune auch überspringen, später oder gar nicht lösen kann. Die Rätsel selbst haben sehr unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, passen sich aber weitestgehend dem Niveau der zweiten Klasse an. Es gibt unter anderem Labyrinthe, Rechenaufgaben, Merk- und Wahrnehmungsspiele. Am Ende des Buches befinden sich zudem die Lösungen.

Insgesamt handelt es sich um einen weiteren tollen Teil von Sherlock Bones und ich kann ihn jedem empfehlen, der Interesse an witzigen und kniffeligen Abenteuergeschichten hat.

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Rezensionen von Petra Sch.:

die Unbeugsamen müssen die Rote Mühle retten

Idefix und die Unbeugsamen - Flatterhafte Jugend von Albert Uderzo; René Goscinny

Die Erstlesereihe zur Idefix-Serie hat eine gute Schriftart und -größe, die für Leseanfänger gut lesbar sind, ebenso wie der einfache und leicht verständliche Text.
Dass alle Tiere zu Beginn vorgestellt werden, finde ich gut, denn ein Personenverzeichnis, zu dem man immer wieder vorblättern kann, ist sehr hilfreich.

Die Namen sind, wie man es auch von Asterix kennt, witzig, v.a. Dertutnix ;)
Idefix ist wiff, mutig, setzt sich für seine Freunde ein und hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Die Illustrationen bzw. Standbilder aus der Serie gefallen mir leider nicht ganz so sehr, sie sind etwas zu dunkel und in der originalen Idefix-und-die-Unbeugsamen-Comic Reihe sind die Bilder liebevoller gestaltet. Leider finde auch, dass der Unterschied zwischen altem, erwachsenem und Küken-Astmatix nicht so gut rauskommt.
Auch ist mir teilweise besonders aufgefallen, dass es eben ein "Buch zum Film" ist. Also dass man manchmal das Gefühl hat, die Szenen wurden einfach nacherzählt.

Das Buch unterteilt sich in fünf einzelne Geschichten, die zusammen ein Ganzes ergeben.
Die erste Story ist quasi eine spannende Einleitung, man lernt die Tiere ein wenig kennen und erfährt, dass General Labienus die Rote Mühle in der Stadt Lutetia abreißen lassen möchte. Und das, wo die alte Taube Astmatix doch so gerne Brot(krümel) frisst und nicht mehr selbst auf Futtersuchen gehen kann. Das müssen die Freunde natürlich verhindern!
Schade finde ich, dass wieder einmal Monalisa, stellvertretend für alle Katzen, als böse und hinterlistig dargestellt wird. So sind Katzen nicht. Auch wenn Monalisa und ihre fiese Art natürlich für das Geschehen wichtig sind, denn sie mag den Lärm der Mühle gar nicht.

In der Geschichte werden auf humorvolle Weise die Themen Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und vor allem Mut sehr schön dargestellt. Und dass die Erfahrung des Alters oft mehr wert ist, als jugendliche Schönheit und Kraft.
Ein actionreicher Showdown und ein Happy-End runden das Abenteuer ab.


Fazit:
Ein turbulentes und unterhaltsames Abenteuer mit Idefix und seinen Freunden, die diesmal die Mühle von Lutetia retten müssen.

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Rezensionen von drachenzahn:

Hmm, Plastik! Lecker!

Der Recyclosaurus von Anka Schwelgin

Dinosaurier lassen die Herzen von kleinen Kindern regelmäßig höherschlagen. Und dieses Buch trifft ganz den Geschmack der Kids und den Nerv der Zeit. Plastik ist ein riesiges Problem und es ist toll, dass bereits die Kleinen an diese Thematik auf kindgerechte und liebenswerte Weise herangeführt werden.

Matti wünscht sich nichts sehnlicher, als einen echten Dinosaurier als Haustier zu haben. Eines Tages passiert das Unvorstellbare und plötzlich erwacht seine Zeichnung zum Leben. Am Anfang fiel es ihm nicht schwer, den kleinen Dino vor seinen Eltern geheim zu halten, aber dann wurde der Saurier immer größer und größer. Und mit seiner Größe wuchs auch sein Hunger. Doch glücklicherweise mag er am liebsten Plastik – und damit bekämpft er nicht nur seinen leeren Magen, sondern vor allem ein enormes Umweltproblem.

Die Geschichte und deren Charaktere sind wirklich süß und sprechen perfekt Kinder ab drei Jahren an. Es befindet sich auch recht wenig Text auf einer Doppelseite, sodass die Kleinen nicht so schnell die Geduld verlieren. Zwar könnten die Zeilen teilweise noch etwas witziger und spannender formuliert sein, aber bei Bedarf bieten die wunderschönen, farbenfrohen Illustrationen zusätzliche Gesprächsanlässe.

Allerdings erfährt man durch die Handlung kaum, warum Plastik eine so große Belastung für unseren Planeten darstellt. Die Problematik wird im Gegenteil sogar eher heruntergespielt. Stattdessen ist der Fokus allein darauf, wie schnell und einfach man das ungewünschte Material doch loswerden kann, wenn es einen praktischen Dino gibt, der es mit Genuss verspeist. Das klingt schon etwas naiv. Der Sachtext am Ende des Buches ist da schon etwas interessanter und tiefsinniger, jedoch übersteigt er wahrscheinlich das Verständnis von kleinen Kindern und eignet sich wohl eher ab etwa fünf Jahren.

An sich ist das Buch dennoch sehr schön gezeichnet und die Handlung ganz amüsant, jedoch bin ich mir nicht sicher, ob die Botschaft wirklich herüberkommt. Es bietet aber eine gute Möglichkeit, um mit seinem Kind darüber zu sprechen und sich gleichzeitig an dem tollen Recyclosaurus zu erfreuen.

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Rezensionen von Herwig Oberlerchner:

Die Rache des ausgebeuteten Kontinents

Trophäe von Gaea Schoeters

Hunter White ist reich, so reich, dass es ihm gelingt eine Abschusslizenz für ein Nashorn, das letzte Tier der Big Five, das ihm auf seiner Jagdliste noch fehlt, zu bekommen. Er reist nach Afrika und wird von Fährtenlesern und Van Heeren, dem Organisator der Jagd, zum Nashorn gebracht. Doch Wilderer kommen dem Abschuss zuvor.

Van Heeren führt den enttäuschten Hunter an die Idee heran stattdessen einen Menschen zu jagen und bereitet raffiniert ein geeignetes Opfer aus einem Buschmannstamm vor. Hunter erliegt der bizarren Verlockung, nimmt das Angebot an und verfolgt einen vorher vom Stamm ausgewählten jungen Mann, als Gegenleistung für ein Reservat, das ihnen Van Heeren freigekauft hat. Ein ungleicher Kampf mündet in den Tod des Buschmanns und nach Tagen des Delirs nach einer Vergiftung und Infektion auch in den Tod von Hunter. Er im Sarg und der tote Buschmann in der Trophäenkiste werden von Hunters Frau in Amerika entgegengenommen. Die Arroganz der gierigen Jäger erinnert an die Arroganz der Kolonialisten und kulminiert in den beiden subtil gezeichneten Figuren Hunter und Van Herren, der ausgebeutete Kontinent nimmt auf eine besondere Art Rache. Ein nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich faszinierendes Buch.

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Rezensionen von Tara:

Historisch & romantisch

Loreley - Die Frau am Fluss von Susanne Popp

„Loreley - Die Frau am Fluss“ ist ein historistischer Roman zu Beginn des 19. Jahrhunderts der am Zürichsee lebenden Autorin Susanne Popp.

Handlungsort ist Bacharach. Nachdem Julie zur Waise geworden ist übernimmt der Löwenwirt ihre Vormundschaft. Obwohl sie bei ihm hart arbeitet, bekommt sie weder Dank noch freundliche Worte und letztendlich will sogar der Pfarrer, dass sie den Ort verlässt.

Auch Johann ist verwaist, sein Land überschwemmt und die Abneigung der Dorfbewohner schlägt ihm entgegen. Deswegen beschließt er seine Heimat Knielingen zu verlassen und bei der Rheinbegradigung sein Geld zu verdienen.

Es dauert eine Weile, bis Julie und Johann sich begegnen und die Handlungsstränge zusammenlaufen. Die fiktive Handlung und historische Ereignisse wurden eng miteinander verwoben.

Der Schreibstil von Susanne Popp liest sich angenehm leicht und sie versteht es die Atmosphäre zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken authentisch. Erzählt wird im Wechsel aus der Perspektive von Julie, Johann und Elisabeth, einer Freundin von Julie.

Die Informationen rund um Dampfschiffe, die Rheinbegradigung, sowie die historischen Persönlichkeiten, die daran beteiligt waren, machen deutlich, dass die Autorin ausgiebig recherchiert haben muss.

In ihrem Nachwort geht Susanne Popp nochmals auf die Rheinbegradigung und die Frauengestalt der Lorely ein. Damit hat sie ihren Roman gelungen abgerundet und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die zeitlich vor diesem angesiedelt ist.

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Rezensionen von Tara:

Ein Wohlfühlkrimi mit viel Lokalkolorit

Orkantief von Susanne Bergstedt

„Orkantief“ ist nach „Quallenplage“ der zweite Krimi mit dem Ermittlerduo Telse Himmel und Wanda Holle der an der Ostsee lebenden Autorin Susanne Bergstet. Vorwissen aus dem ersten Band ist nicht notwendig, da die Fälle in sich abgeschlossen sind.

Vor drei Jahren ist der sechsjährige Kalli Holthusen verschwunden.

Daraufhin zerbricht die Ehe seiner Eltern Anne und Clemens und Anne verschwindet ebenfalls spurlos. Durch einen Sturm bricht eine alte Eiche auseinander und in ihr befindet sich die Leiche des vermissten Jungen. Während die Amateur-Detektivinnen Telse und Wanda direkt vermuten, dass hier etwas nicht stimmen kann, hält Kriminalkommissar Olaf Wuttke es nicht für notwendig aktiv zu werden. Ganz klar, dass die beiden Hobby-Detektivinnen es sich nicht nehmen lassen, Ermittlungen anzustellen.

Telse Himmel und Wanda Holle sind einfach zwei unglaublich tolle Protagonistinnen. Sie sind ein wenig eigensinnig, lassen sich von ihren Vorhaben nicht abbringen und gehen dabei durchaus clever vor. An Ideenreichtum mangelt es ihnen jedenfalls nicht.

Der Schreibstil von Susanne Bergstet liest sich angenehm. Ihre Charaktere wirken authentisch und die Dialoge sind lebendig. Neben Spannung ist auch hier auch eine gute Portion Humor untergebracht, die mir großen Spaß gemacht hat.

Man merkt, dass sie aus der Gegend kommt, über die sie schreibt. Die Atmosphäre der Ostsee kam direkt bei mir an, da sie die Umgebung lebendig und bildhaft beschreibt und gelegentlich norddeutsche Begriffe einfließen lässt.

Der Fall selbst war interessant, nicht extrem kniffelig, aber dennoch spannend und unterhaltsam. Wer Cosy-Crime und Ostseefeeling mag, den wird das Buch bestimmt gut unterhalten.

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Rezensionen von Tara:

Das Leben auf einer Shetland-Insel

Die Strandsammlerin von Sally Huband

„Die Strandsammlerin“ ist das Debüt der auf den Shetland-Inseln lebenden Autorin Sally Huband.

Sally wurde in Bristol geboren und durch die stetigen Warnungen vor dem Meer und den Gezeiten, hatte eine entsprechende Furcht verinnerlicht. Sie studiert Umweltwissenschaften, konzentriert sich aber dabei auf das Festland.

2011 zog sie dann mit ihrem Mann und ihrem Sohn auf die Shetland-Inseln.

In ihrem Buch dürfen wir die Autorin durch ihr Leben begleiten. Wir erfahren wie sie zum Beachcombing gekommen ist und wie sich ihr Leben verändert hat. Sie sammelt alles auf, was sie am Strand finden kann und ist dabei stets auf der Suche nach einer glücksbringenden Seebohne. Was sie findet, hat leider nichts mit Glück zu tun. Es sind achtlos weggeworfene Dinge, die weder ins Meer noch woanders in die Natur gehören.
Durch Sally und ihre Erlebnisse habe ich eine Menge Wissen über das Meer, seine Bewohner, Vögel, aber auch über die Sitten und Bräuche Shetlands vermittelt bekommen.

Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt. Es ist kein Buch, das Spannung mit sich bringt, sondern eines, dass beim Lesen nachdenklich macht und bereichert.

Normalerweise schreibe ich nichts über das Cover, da es für jeden offensichtlich ist, aber hier hat mir die Haptik so gut gefallen, dass ich es erwähnen muss. Die Oberfläche ist ein wenig rau und der Titel erhaben, das passte für mich so gut zum Strand, dass ich während des Lesens immer wieder darüber streicheln musste.
Im Anhang gibt es ein Glossar mit den Begriffen, die dem Shaetlan entnommen wurden, wodurch das Gelesene die Atmosphäre noch besser vermittelt.

Ich habe den Einblick in Sallys Leben, ihre Erfahrungen, die sie in der Natur gemacht hat, ihr Wissen über das Land und die Tiere im Wasser und in der Luft mit Interesse verfolgt und habe das Buch gerne gelesen.

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Rezensionen von Chrystally:

Miyazaki als Buch

Die Perlenjägerin von Miya T. Beck

Der Jugendroman „Die Perlenjägerin“ von Miya T. Beck hat mich durch das geheimnisvolle und dynamische Cover in Blau und Goldtönen und den hübschen Farbschnitt verzaubert, auch wenn der reinweiße Streifen des Verlags sich wie ein Fremdkörper um den Buchrücken und den Rand der Vorderseite legt.

Zudem hat mich das Vorwort berührt, in dem Miya Beck von ihrem Aufwachsen zwischen zwei Kulturen berichtet und in dem sie ihr Buch jenen widmet, die sich schon einmal gefragt haben, wo sie hingehören.
Die Protagonistin Kai ist eine junge, ungestüme Perlentaucherin, deren pflichtbewusste Zwillingsschwester Kishi während ihrer Tauchprüfung von einem Geisterwal entführt wird. Kai macht sich auf eine aufregende Suche und nimmt die Lesenden auf ihrer Reise mit durch die japanische Kultur, Lebensart und Mythen, begegnet hilfreichen, aber auch feindlichen Menschen, Tieren und auch magischen Gegenständen. Kann sie die Forderung der Meeresgöttin erfüllen, damit diese ihre Schwester rettet?
Der Schreibstil von Miya Beck liest sich flüssig und stimmig. Schön fand ich, wie die Familiendynamik zwischen und um die beiden so unterschiedlichen Zwillinge beschrieben wird. Inhaltlich-stilistisch erinnert das Buch an „Prinzessin Mononoke“ oder „Chihiros Reise ins Zauberland“ von Hayao Miyazaki, dem großen Filmemacher von Studio Ghibli: Viele Motive erschaffen eine düstere und unheimliche Atmosphäre, die jedoch durch ästhetische Bilder und eine liebevolle Darstellung ihren Schrecken verlieren. Bei den Figuren, viele davon aus der japanischen Mythologie, bleibt oft uneindeutig, ob sie Kai zugewandt sind oder ihre eigenen Interessen verfolgen. In der Mitte der Geschichte ist Kai für eine Weile quasi handlungsunfähig und es passiert wenig, während wir die Menschen und das Leben in ihrer Umgebung kennenlernen. Ansonsten ist Handlung meist spannend, wobei das Finale trotz seiner Dramatik eine überraschende Langsamkeit und träumerische Atmosphäre hat. All das gibt dem Roman einen besonderen Zauber, auf den man sich jedoch einlassen können muss.
Neben der durchaus spannenden Geschichte lernt man vieles über die japanische Kultur. Bereichernd fand ich es, über die Perlentaucherinnen zu lernen, die es schon im 8. Jahrhundert in Japan gab und bei denen die Frauen ausnahmsweise keine untergeordnete Rolle spielen – also eine Art frühe feministische Vorbilder. Auch die Einblicke in japanischen Alltag in verschiedenen Familien waren interessant, z.B. warum Adelsfamilien nie gemeinsam ihre Mahlzeiten essen oder wie Tote betrauert werden. Miya Beck hat sich bemüht, viele japanische Mythen in ihrer Geschichte aufzugreifen. Teilweise ist ihr das gut gelungen, manchmal wirken die Exkurse zu gewollt und künstlich; man verliert schnell den Überblick über die vielen Mythen und Gestalten und ob sie eine Relevanz für die Hauptgeschichte haben.
Insgesamt fand ich das Buch bezaubernd anders und gebe eine Leseempfehlung für alle, die in die japanische Kultur eintauchen möchten und die gut mit Uneindeutigkeiten leben können.

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Rezensionen von PMelittaM:

Konnte mich nicht überzeugen

Die Nibelungendichterin von Conny Burian

Das Nibelungenlied ist das bekannteste hochmittelalterliche Epos, doch wer es geschrieben hat, weiß man nicht. Conny Burian hat die Theorie, dass es eine Frau gewesen sein könnte, in ihrem Roman verarbeitet, in dem sie dieser Frau zusätzlich ein abenteuerliches Leben verpasst.

Ich hatte mich auf den Roman gefreut, ich liebe historische, gut recherchierte Romane, die mir zusätzlich zu einer guten Geschichte auch noch ein Stück Historie vermitteln.

Die Nibelungen sind mir in meiner Lesebiographie schon oft auf die eine oder andere Weise begegnet, vor vielen Jahren habe ich sie zum Teil sogar im Original gelesen, ich war gespannt auf Conny Burians Geschichte.

Leider, um das vorwegzunehmen, hat der Roman mir keine Freude gemacht. Eine sehr unangenehme Protagonistin, lediglich oberflächlicher historischer Hintergrund, und eine Geschichte, bei der für mich vieles nicht passt, nein, das ist so gar nicht meins. Ich will versuchen, näher darauf einzugehen.

Die Geschichte spielt im 12. Jahrhundert. Hilde ist „adelsfrei“, einziges Kind ihrer Eltern, und landet nach vielen Abenteuern unfreiwillig im Kloster Niederburg. Die Geschichte dieses realen Klosters wird in die Geschichte eingebaut, es soll auch im Nibelungenlied erwähnt worden sein. In diesem Kloster trifft Hilde übrigens auch auf Hildegard von Bingen, die in meinen Augen allerdings nicht ganz korrekt dargestellt wird.

Die Geschichte wird von Hilde selbst in Ich-Form erzählt. Dabei stellt sie sich immer wieder als besonders klug und gebildet dar, auch andere charakterisieren sie so. Angeblich konnte sie, direkt nachdem man ihr das Alphabet erklärt hat, fehlerfrei lesen. Für mich ist sie allerdings jemand, die ein paar Talente hat, vor allem, was Lesen und Schreiben angeht, ansonsten aber eher naiv ist, und ihr eigenes Verhalten kaum reflektiert.

Hilde ist jemand, die im Grunde tut was sie will, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen. Das führt zu einigen Katastrophen, auch für sie persönlich, sie lernt aber nichts daraus. Ob eine Frau im Hochmittelalter wirklich so handeln konnte, wie sie, bezweifele ich, und hätte mir im Nachwort ein Statement der Autorin dazu gewünscht. So erhält Hilde zum Beispiel eine besondere Ehrung durch den damaligen Kaiser, was ich persönlich für unmöglich halte.

Eine wichtige Rolle spielt der Wendenkreuzzug, hier kommt zumindest ein bisschen Historie ins Spiel, ich hätte ich mir aber auch hier etwas mehr historischen Tiefgang gewünscht. Hilde wird aufgefordert, als Chronistin mitzukommen, dafür hätte sie durchaus Hintergrundinformation haben können. Immerhin habe ich aber etwas über die Ranen erfahren, die ich bisher noch nicht kannte, was mich dann auch zum Googeln animiert hat. In meinen Augen wird Hildes Leben nur am Rande in den realen historischen Hintergrund eingebaut, das habe ich in anderen Romanen schon besser gelesen. Insgesamt hatte ich öfter das Gefühl, dass der historische Hintergrund nicht stimmig ist, wenn z. B. von „Kilometern“ gesprochen wird, eine Längeneinheit, die es damals nicht gab. Dadurch wirkt die Geschichte immer wieder wenig authentisch.

Während des Lesens konnte ich so einiges nicht nachvollziehen, z. B. wie Hilde zu ihrem ersten Ehemann, Rüdiger, kam. Hier habe ich besonders heftig mit dem Kopf schütteln müssen. Nicht nur Rüdigers Handeln hier ist in meinen Augen vollkommen unglaubwürdig. Wenn ich eine Geschichte lese, muss ich schon das Gefühl haben, dass es so hätte sein können. Hatte ich in diesem Roman leider sehr oft nicht.

Die Antagonisten sind vor allem böse, haben keine Grautöne, und auch bei ihnen frage ich mich oft, warum sie so handeln. Auch hier reflektiert die Protagonistin kaum. Hilde kommt übertrieben oft in Lebensgefahr, das wirkt, wie vieles andere auch, aufgesetzt.

Nicht alles finde ich schlecht, immer wieder gab es auch Dinge, die mir gut gefielen, z. B. einiges von ihrer Zeit in Worms, oder wie das Nibelungenlied letztlich entsteht. Leider kamen dann immer wieder Kopfschüttel-Szenen. Ich habe den Roman zweimal unterbrochen, um ein anderes Buch zu lesen, weil ich Abstand brauchte, und ein bisschen die Hoffnung hatte, doch noch hineinzufinden. Aber für mich stimmte hier einfach viel zu wenig, eine Protagonistin, die ich immer weniger mochte, deren Handeln oft nicht nachzuvollziehen war, die anderen Charaktere größtenteils blass und auch mit nicht immer nachvollziehbarem Handeln, eine Geschichte mit, in meinen Augen, vielen Unstimmigkeiten, und viel zu wenig Tiefgang beim historischen Hintergrund.

Die Geschichte ist, wie das Nibelungenlied in Aventurien aufgeteilt, es gibt auch viele Anspielungen auf dieses, das ja unter anderem auf schon lange vorher bekannten Legenden aufbaut. Aber auch manche Namen kommen einem bekannt vor.

Manches hätte vielleicht ein ausführliches Nachwort noch gut machen können, in dem die Autorin über ihre Recherche, über Fakten und Fiktion und über ihre Intention, diesen Roman zu schreiben, hätte erzählen können. Es gibt zwar ein Nachwort, dieses ist aber viel zu knapp, und bezieht sich vor allem auf das Nibelungenlied. Ich glaube, dass Conny Burian viel Wissen zu diesem Epos mitbringt, aber in meinen Augen hat sie zu sehr versucht, die Geschichte damit in Beziehung zu bringen. Warum habe ich den Roman überhaupt zu Ende gelesen? Nun, ich hatte mich dazu verpflichtet. Wahrscheinlich merkt man, dass es mir nicht leicht gefallen ist, eine Rezension zu schreiben, ich hoffe, ich konnte dennoch vermitteln, warum ich diesen Roman so gar nicht mag.

Für mich war dieser Roman leider ein Reinfall. Ich hatte nicht nur etwas anderes erwartet, sondern hatte auch ständig ein ungutes Gefühl beim Lesen, vieles erschien mir nicht stimmig. Leider kann ich somit auch keine Leseempfehlung aussprechen.

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Rezensionen von Lilli33:

Die berührende Geschichte starker Frauen

Issa von Mirrianne Mahn

Die berührende Geschichte starker Frauen

Inhalt:
Issa ist schwanger. Ein Grund, den Kindsvater zu heiraten? Sie weiß es nicht. Aber ihre Mutter Aduyele weiß, dass Issa unbedingt nach Kamerun zur Familie reisen muss, um dort die notwendigen Rituale zu durchlaufen. So macht Issa sich auf den Weg von Frankfurt in ihr Heimatland, das ihr fremd und vertraut zugleich ist, zu Ritualen und Traditionen, die absurd anmuten und Wärme geben.

Dort findet Issa zu ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft.

Meine Meinung:
Fast ihr ganzes Leben verbrachte Issa in Deutschland, von den ersten Lebensjahren und gelegentlichen Besuchen bei der Familie in Kamerun mal abgesehen. Sie ist zwischen beiden Ländern, man muss schon fast sagen, zwischen beiden Welten, hin und her gerissen. Hier wie dort ist sie fremd. Hier zu dunkel-, dort zu hellhäutig. Überall wird sie sofort als nicht zugehörig erkannt und muss den Spott über sich ergehen lassen. Doch der Spott der Familie ist voller Liebe. Es ist wundervoll zu lesen, wie man sich umeinander kümmert, wie man respektvoll miteinander umgeht, wie gastfreundlich man ist. Da könnten wir Deutschen uns eine dicke Scheibe abschneiden!

Mirrianne Mahn gibt uns in ihrem Debütroman einen intensiven Einblick in eine fremde Kultur, von der man einiges lernen kann. In Rückblenden, die bis ins Jahr 1908 zurückgehen, erzählt sie die Geschichten der Frauen aus Issas Familie, die so ihre Erfahrungen mit den Deutschen, Briten und Franzosen gemacht haben - nicht immer gute. Nach und nach entwickelt man immer mehr Verständnis für die manchmal unverständlich erscheinenden Handlungsweisen. Und man beginnt, die Frauen zu bewundern für ihren Lebensmut und ihre Stärke, die sie an ihre Töchter weitergeben.

Ich fand dieses Buch äußerst interessant. Es ist berührend, auch ein bisschen bedrückend. Doch immer wieder blitzt auch etwas Humor durch und lockert die Handlung auf. Der Schreibstil war mir ein bisschen zu einfach. Kompliziert wurde es nur, weil ich für die fremdsprachlichen Ausdrücke immer ans Ende des E-Books springen musste. Hier wäre eine Erläuterung im laufenden Text für den Lesefluss wesentlich besser gewesen.

Der Stammbaum im Anhang ist ganz nett. Leider enthält er nur die allerwichtigsten Personen, die ich locker auch ohne diese Hilfe auf die Reihe bekommen habe.

Für Lesende, die gerne mal über den eigenen Tellerrand schauen, kann ich dieses Buch mit gutem Gewissen empfehlen.

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