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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anno:

Mutmachend

Als Ela das All eroberte von Raúl Krauthausen; Adina Hermann

Schaut euch mal das Cover genau an. Ist euch denn sofort aufgefallen, dass die Austronautin im Rollstuhl sitzend schwebt? Mir nicht. Doch warum benötigt Ela einen Rollstuhl? Dies wird tatsächlich nicht so ganz klar- muss es aber auch nicht. Mit der körperlichen Beeinträchtigung der Protagonistin Ela wird in dieser Geschichte sehr achtsam umgegangen.

Sie agiert ganz selbstverständlich und dies zeigt in meinen Augen deutlich wie gut sie integriert ist. Kinder machen weit weniger Aufhebens darum, wie Erwachsene es manchmal tun. Auch Ela und ihr Freund Ben lassen sich nicht von vermeidlichen Hindernissen und „wohlmeinenden“ Nachbarinnen abhalten und hecken nach einem Besuch im Planetarium einen 8-Stufen-Plan aus um Ela auf ihr künftiges Leben als Astronautin vorzubereiten. Kreativ gehen die beiden Kinder gemeinsam jede ihrer selbst ausgedachten Tests an und zeigen dabei, dass mit Freundschaft, Mut und Selbstvertrauen alles zu schaffen ist.
Dr. Insa Thiele-Eich, selbst Astronauten-Anwärterin steuerte für diese Geschichte viele interessante und spannende Fakten rund um das All bei, die in die Geschichte eingewoben präsentiert und in einem Glossar am Ende des Buches nochmal näher thematisiert werden. Doch auch die Position der Frauen in dieser noch sehr männerdominierten Domäne wird durchleuchtet. Neben sich ändernden Vorschriften werden z.B. auch Frauen vorgestellt, die trotz ihrer Beteiligung an berühmten Raumfahrten oder/und verantwortungsvollen Aufgaben, den meisten wohl unbekannt sein werden.
Gut, dass sich dies mehr und mehr ändert und zukünftig weder Geschlecht noch körperliche Beeinträchtigungen für die Laufbahn ausschlaggebend sein werden.

Die Ganzheitlichkeit dieser Geschichte gefiel mir unglaublich gut! Der Grundtenor ist durchweg positiv. Und obwohl die Benachteiligungen klar angesprochen wurden, überwiegt Freundschaft und Mut. Toll!

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Rezensionen von Bibibabby:

Märchenhaft und tiefsinnig

Ein Zuhause für deinen Drachen von Ulrike Felber

"Ein Zuhause für deinen Drachen" ist ein tiefsinniges Bilderbuch, empfohlen für Kinder ab vier Jahren. In diesem Buch geht es um Gefühle. 

Das wunderschöne Cover und der Klappentext deuten eine märchenartige Geschichte an. Der Schreibstil ist poetisch und entführt die Leser in eine zauberhafte Welt, wo eine "uraltejunge Frau", "überall und nirgendwo bestens bekannt", die Kleine Mari trifft.

Letztere lebt in den Bergen und hütet ihren Drachen. 

Das Buch ist märchenhaft geschrieben, doch die Handlung ist eher abstrakt. Mari erzählt über ihren Drachen, wie er manchmal mächtig und beängstigend und manchmal sehr fröhlich sein kann. Im Laufe der Geschichte stellt es sich heraus (zumindest für erwachsene Leser), dass der Drache eine Metapher für Maris Gefühle ist. Wut, Peinlichkeit, Traurigkeit, Freude und Angst werden beschrieben und kindgerecht erklärt. 

Dann erzählt die uraltejunge Frau, dass Mari ihren Drachen nicht unterdrücken sollte. Stattdessen sollte sie sich ihre Gefühle zu eigen machen, was Mari dann auch tut.

Ich finde das Ende eher abrupt und hätte mir mehr Inhalt zum Umgang mit den Gefühlen gewünscht.

Meinem Sohn hat dieses Buch leider nur mittelmäßig gefallen. Es gibt anscheinend nicht genug "Action" für ihn.

Insgesamt ist dieses Buch aber sehr schön geschrieben und illustriert.

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Rezensionen von evaki:

Erstaunliche Geschichten über die Modeikone Vivienne Westwood

Queen of Fashion - Für ihre Mode wird Vivienne Westwood gefeiert, doch sie will die Welt verändern Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe von Stephanie Holden

Das Hörbuch Queen of Fashion, geschrieben von Stephanie Holden, gesprochen von Kaja Sesterhenn, gibt uns einen Einblick in das Leben von Vivienne Westwood. Schon zu Schulzeiten zeigt sich in dem Mädchen Vivienne ein unbändiger Wille und Ehrgeiz, der zusammen mit einer große Portion Ausdauer und Erfindungsgeist, sie zu dem macht, was Sie dann später geworden ist.

Eine berühmte und gefeierte Modeikone. Eine von vielen Modehäusern, Medien und Kunden verehrte und bewunderte Powerfrau, die Ihren Weg unbeirrt mit Mut und enormen Fleiß durch alle Höhen und Tiefen gegangen ist. Ich hätte nicht gedacht, dass Sie außerdem noch so ein großes Mutterherz hatte und eine soziale Nächstenliebe, für alle in Ihrem Umfeld, die zum Teil selbstverschuldet strauchelten. Dafür bewundere ich sie wirklich sehr, auch für Ihren permanenten Mut, ihre Stimme zu erheben, um auf politische, soziale und Umwelt Themen hinzuweisen. Ein Frauenbuch das positiv stimmt! Unbedingt lesen!

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Rezensionen von gerlisch:

Echte Freundschaft

The Fort von Gordon Korman

Hurricane Leo hat die Stadt Canaan verwüstet, auch den Rückzugsort im Wald von Evan, Mitchell, C.J. und Jason. Als ausgerechnet der „Neue“ Ricky einen alten Atomschutzbunker, ausgestattet mit allerlei kleinen Schätzen, findet, wird daraus ihr Fort. Hier treffen sie sich jeden Tag um ihre Geheimnisse zu teilen und über Probleme zu reden.

Doch ihre Treffen bleiben nicht unentdeckt, denn Evans Bruder Luke und sein Kumpel Jaeger wollen auch etwas vom Großen Kuchen abhaben.
Erzählt wird die Story aus jeweiligen Perspektiven der fünf Freunde, dadurch lernt man schnell die Jungs kennen und erfährt mit welchen Problemen sie sich tagtäglich auseinandersetzen müssen. Jeder der fünf hat auf unterschiedliche Weise sein Päckchen zu tragen, aber wenn es darauf ankommt, halten sie zusammen wie Pech und Schwefel.
Themen wie häusliche Gewalt, Drogen und familiäre Konflikte wurden hier vom Autor mit einem fesselnden Schreibstil lebensnah zu Papier gebracht. Auf knapp 250 Seiten zeigt er uns wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt im Leben sind.
Obwohl das düstere Cover eine ehr schwermütige Story verspricht, hat mich diese wendungsreiche und gefühlvolle Geschichte auch oft zum Schmunzeln gebracht. Sie lädt zum Nachdenken ein und ist auch für Erwachsene toll zu lesen.

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Rezensionen von LeserinLu :

Intensive Freundschaft

Malnata von Beatrice Salvioni

"Malnata" ist ein italienischer Roman, der von Beginn an eine intensive thematische und atmosphärische Dichte aufweist und einen in seinen Bann schlägt. Francesca, die junge Ich-Erzählerin, beschreibt das Jahr, in dem sie eine besondere Freundschaft aufbaut und lernt, die starre italienische Gesellschaft ihrer Stadt zu durchschauen.

Während Francescas Mutter einerseits modisch modern sein möchte, halten ihre Familie und die traditionellen Erziehungsvorstellungen Francesca in einem engen Korsett gefangen. Diese Spannung zwischen Tradition und Moderne spiegelt sich in Francescas Suche nach Selbstentfaltung wider, die sie sogar zu selbstverletzendem Verhalten führt. Schließlich baut sie eine Freundschaft zur sogenannten Malnata auf, einem Mädchen, dass als gesellschaftliche Außenseiterin in Armut aber dafür nach ihren eigenen Regeln lebt.

Die politische Situation des faschistischen Italiens und die patriarchale Gesellschaftsstruktur, die Gewalt gegen Frauen duldet, bilden eine bedrohliche Kulisse für die Geschichte der Kinder. Es ist beunruhigend zu beobachten, wie der Faschismus langsam in den Alltag eindringt und diejenigen, die dagegen sind, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Beide Thematiken gewinnen angesichts aktueller politischer Entwicklungen eine zusätzliche Relevanz und unterstreicht die Dringlichkeit einer eigenständigen Denkweise, wie sie von Charakteren wie der Malnata verkörpert wird. Ich könnte mir vorstellen, dass der Roman auch deshalb in Italien so ein Erfolg war.

Der poetische und dennoch klare Stil, in dem Francescas Perspektive geschildert wird, hat mir gut gefallen. Die Figurenentwicklung, insbesondere die Entwicklung von Francesca, ist fesselnd zu beobachten. Während sie anfangs noch stark von ihrer Umgebung beeinflusst wird, beginnt sie zunehmend selbstständig zu denken und zu handeln. Mich hat der Roman in Tonfall und Thematik an Elena Ferrantes neapolitanische Saga erinnert, insbesondere in Bezug auf die enge Freundschaft zweier Mädchen und die Auseinandersetzung mit Armut und mangelnder Empathie in der Gesellschaft. Insgesamt ist "Malnata" ein Roman, der mit seiner eindringlichen Erzählweise und seinen vielschichtigen Charakteren zum Nachdenken über Selbstbestimmung und Solidarität anregt. Wenige unglaubwürdige Entscheidungen in Bezug auf den Handlungsverlauf habe ich schnell überlesen.

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Rezensionen von Tara:

Ein unvergessliches, intensives & erschreckendes Leseerlebnis

Trophäe von Gaea Schoeters

„Trophäe“ ist ein Roman der flämischen Autorin und Journalistin Gaea Schoeters, der unter die Haut geht.

Titel und Cover machen bereits eindrucksvoll deutlich warum es geht – die Großwildjagd in Afrika.
Hunter White ist Jäger und hat seiner Frau schon zahlreiche Trophäen nach Hause gebracht.

Aber eine fehlt ihm bzw. seiner Frau noch in der Sammlung, ein Nashorn. Nun hat er endlich die Lizenz erworben dieses zu jagen. Das ist vollkommen legal und er tut damit sogar noch etwas Gutes. Mit dem Geld, das er zahlt, können die Ranger bezahlt werden, die die Tiere vor den Wilderern schützen. Dieses Mal kommen ihm aber die Wilderer in die Quere und das macht Hunter so richtig wütend.

Vordergründig geht es hier um die Jagd, aber in dem Buch steckt viel mehr. Es geht um Ethik, Moral und Perspektiven, die wohl die wenigsten schon einmal eingenommen haben.
Mit Hunter White hat Gaea Schoeters einen Protagonisten erschaffen, für den die Jagd das Größte ist und der es liebt seine Macht auszuspielen. Dabei gelingt es ihr Hunter so darstellen, dass er nicht von Beginn an durch und durch unsympathisch ist, so dass man nichts mehr von ihm wissen möchte. Viel mehr zeichnet sie ein Bild von einem reichen, arroganten Amerikaner, der es versteht sein Verhalten zu erklären. Dadurch beginnt man sein Vorgehen zu hinterfragen, ist erstaunt über seine Gedanken und Ausführungen bezüglich der Jagd und gegenüber dem Land und den Menschen.

Die Schilderungen der Jagdszenen sind spannend aber auch grausam, somit nichts für schwache Nerven und die Beschreibungen der afrikanischen Landschaft detailliert und bildhaft.

Das Buch fordert, ist brutal und schonungslos, zeigt, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt und dass auch unsere westlichen Wertevorstellungen nicht immer der richtige Weg sind. Mir wird es noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Rezensionen von Tara:

Ein eindrucksvolles Portrait einer außergewöhnlichen Frau

Gussie von Christoph Wortberg

In dem Roman „Gussie“ des in Köln lebenden Autors Christoph Wortberg geht es um Auguste Adenauer, die zweite Frau von Konrad Adenauer.

Das Buch beginnt 1948. Gussie liegt im Johannis-Hospital in Bonn auf dem Sterbebett. Die Ärzte können nichts mehr für sie machen und sie weiß, dass sie sterben wird.

Gussie blickt zurück auf ihr Leben aus dem der Autor in kurzen Episoden einzelne Ereignisse erzählt.

Die Kapitel sind jeweils nur wenige Seite lang und beginnen mit einem kurzen Auszug aus Schriftwechseln zwischen Gussie und ihrem Vater Ferdinand Zinsser. Durch eine entsprechende Zeit- und Ortsangabe lassen sich die Erinnerungen dem jeweiligen Lebensabschnitt zuordnen.

Drei Jahre nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Emma, mit der er drei Kinder hat, heiratet der Oberbürgermeister von Köln Konrad Adenauer die 19 Jahre jüngere Gussie. Mit ihr bekommt er fünf weitere Kinder, allerdings starb das erste kurz nach der Geburt.
Gussie hat ihren Mann stets unterstützt aber der aufkommende Nationalsozialismus macht ihnen das Leben schwer. Adenauer verliert seine Ämter, wird sogar inhaftiert wie auch wenig später Gussie. Aber die Familie hält zusammen.

Christoph Wortberg gelingt es gut die bedrohliche und bedrückende Atmosphäre der Zeit einzufangen. Unter ihm werden Gussie und auch die anderen Charaktere lebendig. Gussie ist das Herz der Familie, sie sorgt für den Zusammenhalt und ist auch sozial der engagiert.

Dem Autor zeichnet hier ein berührendes Portrait einer außergewöhnlichen Frau, die sich bisher eher im Schatten ihres Mannes Konrad Adenauer bewegt hat und die viel zu früh im Alter von nur 52 Jahren verstorben ist.

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Rezensionen von Natalie:

Gelungenes Thriller-Debüt

Die Auszeit von Emily Rudolf

Eine erfolgreiche Influencerin, ihre besten Freunde, ein abgelegenes Luxus-Retreat in den Alpen und ein grausamer Mord. Das sind die Zutaten des Thriller-Debüts „Die Auszeit“ von Emily Rudolf.

Eine solche buchige Mischung spricht mich einfach total an… immer wieder.

Der Autorin ist ein sehr gutes Erstlingswerk gelungen, der Sog der Geschehnisse zieht einen als Leser immer tiefer in die Abgeschiedenheit des Retreats rein.

Vom puren Luxus im Retreat und der glamourösen zur Schaustellung von Viktoria bleibt bald nicht mehr viel übrig… stattdessen herrscht nach dem Mord Angst und Misstrauen. Jeder von ihnen, auch die Mitarbeiter, scheinen verdächtig. In zwei Erzählsträngen, einer in der Gegenwart und einem zweiten, sozusagen, Countdown der Geschehnisse bis zum Mord, wird der Spannungsbogen gut aufgebaut. Die Charaktere fand ich absolut passend ausgearbeitet, wobei mir definitiv nicht alle sympathisch waren. ;-) Das tat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch und ich habe für mich eine neue Thriller-Autorin entdeckt.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:

Unterhaltung als Stütze der Politik

Schau nicht hin von Evelyn Steinthaler

Ein Buch ergibt das nächste: nach ihrer gründlichen Recherche über berühmte Paare und Stars in der NS-Zeit ("Mag's im Himmel sein, mag's beim Teufel sein"), richtet Evelyn Steinthaler jetzt ihr Augenmerk auf vier Schauspielerinnen, die durch die Filmindustrie des NS-Staates Karriere gemacht haben.

Am Beispiel von Marika Rökk, Zarah Leander, Kristina Söderbaum und Lida Baarová zeigt die Autorin auch in ihrem neuen Buch, wie sehr in einem totalitären Staat die Politik ins Private hineinspielt, in diesem Fall aber auch, wie scheinbar harmlose Unterhaltung dem Regime als Stütze und Festigung der Macht dienen kann. Je größer der Ruhm einer Diva, desto gefestigter auch das Ansehen des Staates, der das alles steuert – ein Kalkül, das zum Teil offenbar aufgegangen ist. Die Stars haben jedenfalls mitgespielt, den Ruhm genossen und die Nähe der Politik oft ausgeblendet.
Es geht Evelyn Steinthaler aber nicht nur um die Filme, die in seltensten Fällen (wie etwa "Jud Süß") ausgesprochene Propagandastreifen waren, sondern auch um den unkritischen Umgang mit diesen Werken und ihren Darstellerinnen in der Nachkriegszeit. Marika Rökk und Zarah Leander galten –oder gelten? – noch lange als Stars, der Ruhm von Kristina Söderbaum und Lida Baarová hat nicht so lange gehalten. Das Verhältnis der vier Diven zur Politik war nach 1945 bald kein Thema mehr, lässt sich allerdings auch erst im späteren Rückblick genauer einordnen. "Schau nicht hin" galt gleich nach dem Krieg für viele Menschen.
Evelyn Steinthaler spannt den Bogen dann noch weiter bis hin zur aktuellen Debatte über Kunst und politische Haltung, über cancel culture und zur Frage, ob man Künstler:innen und Kunstwerk trennen kann.
Die Autorin wirft viele Fragen auf, oder reißt sie auch nur an, ohne sie weiter auszuführen – vielleicht schon der Stoff für ein nächstes Buch? Ein interessantes Thema, bei etlichen Druckfehlern und anderen Ungenauigkeiten hätte ich mir an ihrer Stelle aber ein sorgfältigeres Lektorat gewünscht .

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Rezensionen von Anndlich:

Klakalnamanazdta

Mein ziemlich seltsamer Freund Walter. Buch für j von Berg Sibylle

Die neunjährige Lisa verbringt die meiste Zeit ihres Lebens alleine. In der Schule hat sie keine Freunde und zuhause sind zwar ihre Eltern, aber seit diese ihren Job verloren haben, sind sie kaum noch ansprechbar. Ihre Faszination gilt dem Weltall und sie schürt die Hoffnung, dass es irgendwo Wesen gibt, die sie verstehen können und ihre Zeit ohne Freunde beenden würden.

Eines Nachts entdeckt sie an ihrem selbstgebastelten Computer jedoch ungewöhnliche Aktivitäten und rennt zum Ort des Geschehens. Dort entdeckt sie ein Raumschiff, doch die Reisegruppe wirft nur einen kurzen Blick auf die Erde und legt sofort die Rückreise ein. Dabei vergessen sie einen Mitfahrer: Klakalnamanazdta, dem Lisa den Namen Walter gibt.

Walter kommt von einem Planeten, in dem sich die Erwachsenen um die Kinder kümmern und spielen und kuscheln zur höchsten Priorität gehören. Ein Grund, weswegen er die Welt seltsam findet. Dennoch entwickelt er schnell Sympathien für Lisa und hilft ihr sich in der Welt zurechtzufinden.

Mein ziemlich seltsamer Freund Walter von Sibylle Berg und Julius Thesing ist ein Theaterstück, das zu einem Comicroman umgesetzt wurde. Die Umsetzung ist durch die Text- und Bildgestaltung perfekt gelungen, gesprochenes wird durch die Formatierung hervorgehoben und von der Erzählerstimme, die bildlich auf den ersten Seiten eingeführt wird, separiert.

Thematisch wird zu Beginn vor allem das Thema Mobbing und das Gefühl des Alleinseins in den Fokus gerückt, weswegen die ersten Seiten nicht unbedingt leicht zu lesen waren. Allerdings wurde unfassbar gut herausgestellt, dass es in dieser Geschichte zwar ‚Lisa‘ betrifft, aber dass ‚Lisa‘ viele Namen haben könnte und dass es nichts gibt, was Mobbing rechtfertigt. Außerdem zeigt es auf, dass ein Verhalten oftmals irgendwo seine Gründe hat und Vorurteile schwierig sind.
Gegen Ende wird dann vor allem die Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Eigen-/Fremdwahrnehmung ein wichtiges Thema.

Die Illustrationen von Julius Thesing unterstützen die angesprochene Problematik des Mobbings und zeigen durch die schwarz-weiß Darstellung auf, dass Mobbing viele Gesichter hat.

Mein ziemlich seltsamer Freund Walter ist ein toller Comicroman, der das Thema Mobbing und die Gefühle der Protagonistin stark transportiert. Am Ende konnte er mich jedoch nicht vollständig überzeugen, da die Auflösung für mich zu einfach war und in der Realität leider nicht so einfach zu beheben ist.

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