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Rezensionen von brauneye29:

Hat mir gefallen

Zum Inhalt:
Toni liebt die neue Wohnung, denn hier wohnen auch ihre Freunde. Ihre Mutter möchte lieber aufs Land ziehen und einen Garten haben. So entwickelt Toni einen Plan, um nicht umziehen zu müssen. Ein Garten auf dem Dach. Und es kommt noch besser, die ewig grummelige Frau Block ist eine Gärtnerin und hilft ihnen und ist dann auch nicht mehr grummelig.

Meine Meinung:
Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat sind die Tipps und Tricks, um selbst auch etwas Grünes anzubauen, seien es Tomaten, Gurken oder auch Sonnenblumen. Die Illustrationen stützen die Geschichte und sind gut gemacht. Die Story wird der Zielgruppe gefallen, vermutlich aber eher Mädchen als Jungen. Der Schreibstil ist altersgerecht angepasst und liest sich gut. Es geht natürlich auch um Freunde und wie sie gemeinsam was erreichen können.
Fazit:
Hat mir gefallen

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Rezensionen von brauneye29:

Interessant

Zum Inhalt:
Vielfach gibt es bestimmte Vorstellungen, wie Freundschaft oder auch Beziehungen auszusehen haben. Der Autor beschäftigt sich mit allen Formen und stellt kritische Fragen dazu. Freundschaft und Sex geht das überhaupt? Oder eine Beziehung ohne Sex? Ist das dann überhaupt eine Beziehung? Oder sollte man nicht einfach offen mit jeglicher Freundschaftsform umgehen?
Meine Meinung:
So intensiv habe ich selten eine Beschäftigung mit dem Thema Freundschaft und deren Formen erlebt.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Entwicklung von Freundschaftsformen im Wandel der Zeit, wie zum Beispiel früher eine Freundschaft zwischen Mann und Frau fast als unmöglich betrachtet wurde. Ich fand das Buch, in meinem Fall Hörbuch interessant und sehr kurzweilig. Gelesen war es auch gut, so dass das Hörerlebnis sehr angenehm war.
Fazit:
Interessant

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine unbedingte Leseempfehlung

Warum die Welt keinen Frieden findet von Carlo Masala

Carlo Masala ist ein sachkundiger Experte, der den Verlauf der Kriege in der Ukraine und Nahost aus militärischer Perspektive erklärt. Und der sich, wie so viele andere fragt, warum die Welt keinen Frieden findet.

Wenn man die Nachrichten sieht oder hört, so kann man es fast nicht glauben, wenn Carlo Masala folgendes versichert:

"Die Welt erlebt mehr Zeiten des Friedens als Zeiten des Krieges.

Allerdings prägen sich die Brutalität und Letalität, mit der Kriege geführt werden, ein und sind in der kollektiven Erinnerung der Menschheit verankert."

Carlo Masala ist ein renommierter Militärexperte, Professor für internationale Politik sowie Realist. Dies befähigt ihn, die Ursachen von Konflikten und Kriegen zu analysieren und seinen Lesern präzise darzulegen. Anschließend zeigt er mögliche Strategien auf, wie mit diesen Herausforderungen umgegangen werden könnte.

Das Buch ist nach einer Einleitung in drei große Abschnitte gegliedert:

Was ist Krieg und woran erkennen wir ihn?
Was it is good for?
Wie wir Krieg minimieren können?

Im abschließenden Fazit bemerkt Carlo Masala, dass wir uns, so schrecklich es klingt, wieder an Kriege gewöhnen werden müssen. Und zwar an Kriege, die nicht im fernen Afrika oder in Asien geführt werden, sondern nur wenige hundert Kilometer von uns entfernt, in Europa.

„Wir müssen Kriege aber nicht nur akzeptieren, sondern auch verstehen. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die viel zu lange vernachlässigt worden ist. Durch die Abwesenheit von Kriegen auf dem europäischen Kontinent (die Jugoslawienkriege waren in diesem Sinne relativ kleine und räumlich begrenzte Kriege) fehlt uns jegliches Verständnis dafür, wie Kriege geführt werden.“

So anachronistisch es klingt, auch im 21. Jahrhundert bewahrheitet sich der über 2.000 Jahre alte Spruch:

„Si vis pacem para bellum“ (Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor)

Das „Gleichgewicht des Schreckens“, das vielen von uns aus den letzten Jahrzehnten in Europa bekannt ist und uns einen trügerischen Frieden beschert hat, ist spätestens am 24. Februar 2022 mit dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine gekippt. Jetzt ist in einigen europäischen Ländern hektisches Aufrüsten angesagt nachdem man über Jahrzehnte hinweg Armeen zu Tode gespart hat und daher nur bedingt einsatzbereit sind.

Fazit:

Eine sachliche, leicht verständliche Analyse, die ideologiefrei und realistisch wertvolle Einsichten zu den Ursachen von Konflikten und Kriegen bietet. Ich hätte durchaus ein paar Seiten mehr lesen mögen. Ich gebe diesem Buch, das in der Reihe „Auf dem Punkt“ im Verlag Christian Brandstätter erschienen ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein komplexer Krimi, bei dem wenig so ist, wie es scheint

Die Medici-Morde von David Hewson

Nachdem ich den historischen Krimi „Garten der Engel“ von David Hewson gelesen habe, der im von den Nationalsozialisten besetzten Venedig spielt, schwer begeistert war (und noch immer bin), habe ich zu „Die Medici-Morde“ gegriffen.

Der Inhalt ist im Klappentext wie folgt umrissen:

„Wurde dem erfolgreichen TV-Historiker Marmaduke Godolphin seine intrigante Rücksichtslosigkeit zum Verhängnis? Godolphin ist alles andere als ein umgänglicher Zeitgenosse und berüchtigt für seinen Narzissmus.

Um seine ins Stocken geratene Fernsehkarriere zu befeuern, plant der »Duke« die Inszenierung einer sensationellen historischen Entdeckung rund um zwei Morde an Mitgliedern der Medici-Familie im 16. Jahrhundert. Auch ehemalige Schüler:innen und Weggefährt:innen aus seiner Zeit in Cambridge hat er dazu nach Venedig eingeladen. Doch bevor es zur Enthüllung kommt, wird Godolphin tot in einem canale aufgefunden. Ermittlerin Valentina Fabbri hat Verdächtige genug. Sie bittet den pensionierten Archivar Arnold Clover um Mithilfe.“

Das klingt nach einem fesselnden, vielschichtigen und komplexen Krimi. Doch irgendwie dauert es für mein Gefühl ewig, bis der Krimi so richtige Fahrt aufnimmt. Dabei ist das Auftauchen von neuen Dokumenten zu einem mehr als 500 Jahre alten Verbrechen ziemlich brisant. Muss die Geschichte rund um die Medicis neu geschrieben werden? Das soll das Treffen der Historikerinnen und Historiker im Venedig der Gegenwart unter der Leitung von Marmaduke Godolphin herausfinden, dem auch Arnold Clover, ein Archivar, der in der Vergangenheit den einen oder anderen Strauß mit dem selbstherrlichen und intriganten Godolphin ausfechten musste, angehört. Doch bevor Godolphin mit seiner explosiven Enthüllung an die Öffentlichkeit treten kann, wird er - ganz im Stile der Medici - ermordet.-

Dass es Dutzende Personen gibt, die ein veritables Motiv haben, den arroganten Godolphin um die Ecke zu bringen, macht es der Ermittlerin Signora Capitano Valentina Fabbri nicht gerade leicht. An eine Aufklärung „bis zum Abendessen in einem Nobelrestaurant“ ist nicht zu denken.

Doch leider, leider verzettelt sich der Autor in seitenlangen, detaillierten Beschreibungen der Stunden und Tage vor dem Mord. Auch die Teilnehmer an der Historikerrunde sowie die Sichtung der Unterlagen zum Mord in der Renaissance sind genau beschrieben. Das zieht sich für meinen Geschmack stellenweise. Gut gefällt mir, dass uns der Autor in die eine oder andere Calle Venedigs mitnimmt, die einem als Tourist verborgen bleiben.

Das Geschehen rund um den historischen Mord ist ebenfalls ausführlich beschrieben, fesselt aber mehr als das aktuelle Verbrechen. Als Leser kann man ob der Schilderung nicht klar erkennen, was Fakt oder Fiktion ist.

Hängen das historische Rätsel und der aktuelle Mord zusammen? Oder ist Godolphins gewaltsamer od nur das zufällige zeitliche Zusammentreffen von Ereignissen, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben?

Fazit:

Diesem raffinierten in das trübe winterliche Venedig eingebetteten Krimi gebe wegen der zahlreichen langatmigen Stellen 4 Sterne.

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Rezensionen von chabli:

Wenn die KI über Leben bestimmt

Die Burg von Ursula Poznanski

Die Burg ist ein Thriller von Ursula Poznanski aus dem Jahr 2024. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe soll eine neue Escape-Raum-Erfahrung testen, die vollständig auf künstlicher Intelligenz beruht. Es handelt sich um ein regelrechtes Labyrinth unter einer historischen Burg, in der zig Räume aneinander gereiht sind.

Durch die KI wird ein einmaliges Erlebnis versprochen, da alles simuliert werden kann. Wind, Geruch, Bilder, Ton. Man fühlt sich, als wäre man in einer vollkommen anderen Welt. Die Gruppe von Leuten macht sich erst motiviert an das Lösen der Rätsel, aber bereits nach kurzer Zeit übernimmt die KI die Kontrolle und das spaßige Spiel wird zum Albtraum.
Die Idee und auch das Cover waren sehr beeindruckend. Ich habe mich schnell in die Charaktere eingefühlt und fand auch die Vielfalt dieser sehr interessant. Auch die Rätsel, bei denen man teilweise mitraten kann, ist sehr erfrischend. Ich war unheimlich beeindruckt. Nach einer Weile ermüdete das Ganze aber schnell und zog sich in die Länge. Nicht nur einmal habe ich mir gedacht, dass das Spiel jetzt langsam einmal enden könnte. Auch machen die Figuren im Laufe des Buches kaum Entwicklungen durch und wurden mir höchstens immer unsympathischer. Auch die Figuren, die der KI entsprangen, waren sehr merkwürdig. Nicht nur einmal hatte ich das Gefühl, dass sie einem gemeinen Fiebertraum der Autorin entspringen. Auch fand ich es befremdlich, dass die künstliche Intelligenz zu sehr vermenschlicht wird, sogar einen Namen erhält (Kismet). Wieso reden die Entwickler die ganze Zeit mit „ihr“, anstatt Quellcode zu schreiben?
Ich war sehr gespannt auf das Buch und die Idee ist auch wirklich toll. Leider hat sie mich nicht so abgeholt, wie ich es mir gewünscht hätte. Das Buch ist empfehlenswert, nur müssen gewisse Abstriche gemacht werden.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine unbedingte Leseempfehlung

Marseille 1940 von Uwe Wittstock

Die Flucht der Dichter und Denker aus Nazi-Deutschland und Österreich setzt recht bald nach der Machtübernahme Hitlers ein. Trotzdem gibt es viele, die ihre Heimat nicht verlassen wollen, die nicht glauben können, dass das „Land von Schiller und Goethe“ zu solchen barbarischen Mitteln greift, wie man es sich leise und hinter vorgehaltener Hand erzählt: Alle jene, die nicht ins Regime passen, weil sie jüdischer Abstammung oder Regime kritisch sind, werden gnadenlos verfolgt, eingesperrt und vernichtet.

Letztendlich befinden sich Tausende deutschsprachige Intellektuelle in Frankreich als die deutsche Wehrmacht die Niederlande und Belgien überrollt bis nach Paris vorstößt und 1940 Teile Frankreichs besetzt hat.

Die Flucht geht innerhalb Frankreichs weiter bis sie in Marseille landen und auf eine Möglichkeit hoffen, eine Ausreise- bzw. Einreiseerlaubnis in die USA erhalten zu können. Doch die USA will in die Angelegenheiten Europas nicht verwickelt werden und stellt für die jüdischen Flüchtlinge kaum Einreisebewilligungen aus. Hier kommt nun Varia Fry, Mitarbeiter des Emergency Rescue Committee ins Spiel, der namhaften europäischen Intellektuellen, Künstlern, Politikern und Gewerkschaftlern die Ausreise ermöglichen soll.

Ursprünglich war die Aktion als befristetet Maßnahme geplant. Doch sie entwickelte eine eigene Dynamik. Zwischen Juni 1940 und Juni 1942 gelingt es Varian Fry und seinem Team rund 2.000 Menschen aus dem besetzten Frankreich zu retten. Die Liste jener, die auf abenteuerlichen und gefährlichen Wegen wie über die Pyrenäen in Sicherheit begracht werden konnten, liest sie wie das Who is Who der deutschen Intellektuellen: von Hannah Arendt über Maler Marc Chagall, Lion Feuchtwanger, die Manns, Alma Mahler und Franz Werfel sowie Marc Ophüls und Alfred Polgar, um nur einige zu nennen. Nicht allen gelingt die Flucht. Walter Benjamin begeht Suizid.

Bevor die Flüchtlinge noch ihre gefährliche Reise antreten konnten, mussten sie noch aus den diversen Internierungslagers wie Gurs herausgeholt werden. Das gelingt Fry & Co oft nur unter in letzter Minute, dann gilt es, Geld und die notwendigen Ausreisedokumente sowie Einreisezertifikate aufzutreiben. Amerika stellt bald keine mehr aus, so sind dann südamerikanische Staaten das Ziel oder das französische Insel Martinique, auf der die Geflohenen erst recht wieder interniert werden.

Varian Fry fällt in Amerika mit seinen Bemühungen, möglichst viele Menschen, darunter auch solche, die weder berühmt noch Fürsprecher in den USA haben, aus dem besetzten Frankreich herauszuholen, recht bald in Ungnade. Besonders für jene, die als sozialistische Gewerkschafter um ihre Leben fürchten müssen, ist in den USA kein Platz.
Fry widersetzt sich mehrmals den Aufforderungen nach Amerika zurückzukehren, setzte seine Ehe aufs Spiel und muss, um seiner Verhaftung durch französische Behörden, selbst fliehen.

Wer zu diesem Thema noch mehr lesen möchte, dem sei Varian Frys Buch „Auslieferung auf Verlangen – Die Rettung deutscher Emigranten in Marseille 1940/41“ sowie Herbert Lackners „Die Flucht der Dichter und Denker. Wie Europas Künstler und Wissenschaftler den Nazis entkamen“.

Fazit:

Diesem Stück Zeitgeschichte, das aufzeigt, dass auch das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, ziemlich beschränkt und begrenzt war. „America first“ - dieser Spruch ist nicht erst seit Trump bekannt. Gerne gebe ich diesem Buch 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Leseempfehlung

Mütter Europas von Karin Bojs

In diesem Buch “Mütter Europas - Die letzten 43.000 Jahre” geht die schwedischen Wissenschaftsjournalistin Karin Bojs (Übersetzung Erik Gloßmann) unter anderem folgenden spannenden Fragen nach:

Wann und warum entstand das Patriarchat?
Wie lebten Frauen in der Stein- und Bronzezeit?
Wie waren die Geschlechterverhältnisse in der Zeit vor Erfindung der Schrift?

Die Antworten darauf beruh(t)en bislang mehr oder weniger auf Spekulationen, zumal die Wissenschaft männlich dominiert ist und die Funde aus der Vorzeit vorrangig aus Stein, Ton oder Wandmalereien bestehen.

Organisches Material wie Stoffe oder Leder sind nur rudimentär vorhanden.

Erst seit den prähistorischen Forschungen die Möglichkeit aus Knochenfragmenten oder Zähnen mittels DNA-Analysen zu untersuchen, zur Verfügung steht, gibt es auf einige Fragen Antworten. Allerdings werfen genau diese Antworten dann neuerliche Fragen auf.

In 24 Kapiteln geht Karin Bojs auf die neuen Forschungsansätze ein, die von den DNA-Analysen bestätigt werden. Sie stützt sich vor allem auf die Theorie der Prähistorikerin Marija Gimbutas, die in den 1950-er Jahren eine Theorie entwickelt hat, nach der in «Alteuropa» eher friedliche, matrilineare Gesellschaften existiert hätten, die einem Kult der Muttergöttin huldigten und eher gleiche Geschlechterverhältnisse produzierten. Dieser Theorie zufolge, sind diese Gesellschaftsstrukturen durch patrilineare Reitervölker aus dem Osten verdrängt worden - und das nicht nur ein Mal.

Karin Bojs nimmt uns mit auf die verschlungenen Wanderungen, die die Menschen der Ur- und Frühgeschichte unternommen haben. Dabei spart sie Klimaveränderungen wie Eiszeiten nicht aus. Diese Änderungen in den Lebensbedingung zwingen die Menschen ihr angestammtes Territorium zu verlassen und sich einen neuen Lebensraum zu suchen. Dabei treffen sie auf Gegenden, die bereits bewohnt sind und gehen Beziehungen ein. Zahlreiche dieser Migrationen sind durch DNA-Analysen eindeutig belegt. So werden aus Jägern und Sammlern sesshafte Bauern, die wildlebende Tiere domestizieren und Pflanzen kultivieren.

Die Autorin geht dabei sehr detailliert auf die Rolle der Frauen ein. Leider sind ihre Spuren, weil sie ja eher mit organischem Material hantieren in der Dunkelheit der Vergangenheit verschwunden.

Schmunzeln musste über die Diskussionen, ob die, als „Venus von Willendorf“ bekannte Statuette eine Mütze oder geflochtene Haare auf ihrem Kopf trägt. Die Mütze, so die Autorin, lässt auf handwerkliche Fähigkeiten der Frauen schließen: Schafe halten, Wolle ernten, spinnen, färben und verarbeiten. Die geflochtenen Haare scheinen männliche Ansichten von Frauen zu entspringen.

Der Schreibstil ist für Leserinnen wie mich, die sich schon länger mit Ur- und Frühgeschichte beschäftigen sehr gut zu lesen. Für manch andere wird der Griff zur Internet-Recherche notwendig sein.

Besonders interessant finde ich die Anregung, das bisher gebräuchliche Dreiperiodensystem die Zeiten der Menschheitsgeschichte (also Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit) anders einzuteilen und entsprechend umzubenennen. (siehe Kapitel 2).

"Wir stehen noch am Anfang einer wissenschaftlichen Revolution, aber immerhin hat sie schon begonnen."

Zwei Landkarten, 19 Abbildungen der Artefakten sowie ein ausführliches Personen- und Ortsverzeichnis ergänzen das Buch, das im Verlag C.H.Beck erschienen ist. Ich empfehle, die Print-Ausgabe zu lesen, denn hier lassen sich interessante Stellen, zu denen vielleicht noch ergänzende Erklärungen notwendig sind, durch Lesezeichen oder Post-it leicht markieren.

Fazit:

Dieser spannende Entdeckungsreise in die Welt der Ur- und Frühgeschichte, die nun am Anfang einer wissenschaftlichen Revolution steht, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Bester Krimiunterhaltung

Geheimnisse, Lügen und andere Währungen von Wolfgang Ainetter

Dieser Krimi hat mir mehrere Male ein Schmunzeln entlockt! Warum?

Nun, der Anlass ist zunächst nicht zum Lachen: Hans-Joachim Lörr, der wichtigste Beamte eines Ministers, verschwindet während eines Geschäftsessens. Nur wenige vermissen ihn wirklich, denn der als „Schattenminister“ bekannte Hans-Joachim Lörr hat sich während seiner Dienstzeit mehr Feinde geschaffen als Sterne am Himmel stehen.

Als wenig später eine Nachricht eintrifft, das Lörr Opfer einer Entführung geworden ist, beauftragt man den charismatische Wiener André Heidergott, der vor Jahren der Liebe wegen nach Berlin gezogen ist, mit den Ermittlungen.

Die Liste jener, die mit Lörr eine ganze Hendlfarm zu rupfen haben, ist entsprechend lang. Selbst der Name des Ministers ist dort zu finden. Je tiefer Heidergott in die Intrigen und Machtspiele Lörrs eindringt, desto mehr liegen die Sympathien bei den Tätern. Denn jede und jeder, der das Missfallen Lörrs erregt hat, dessen Karriere wird systematisch und nachhaltig ruiniert, egal ob Reinigungskraft, Sekretärin oder sonstige Mitarbeiter.

Gemeinsam mit seiner Vorgesetzten Emily Schippmann ermittelt André Heidergott im Berliner Regierungsviertel, in dem gute Beziehungen alles sind, ein aus Wien wohl bekanntes Szenario.

Meine Meinung:

Dieser Krimi hat mir ausgezeichnet gefallen! Gäbe es solche Racheakte doch auch in Wirklichkeit! Da würde sich vielleicht der eine oder andere Politiker bei seinen Intrigen zurück halten.

Die Handlung ist fesselnd, denn wir erhalten auch Einblick in Lage des Opfers. Der Schattenminister ist nun völlig hilflos seinen Entführern ausgesetzt. Statt Macht nur Ohnmacht! Da kann ich nur sagen: Ätsch! Recht geschieht ihm! Lachen musste ich, dass der verfressene Beamte nun mit Sushi gefüttert wird, die er hasst. Natürlich liegt spätestens da der Verdacht nahe, dass es sich bei den Entführern um Insider handeln muss. Doch nur wer?

Herrlich auch die diversen Anspielungen auf politische Skandale und Skandälchen an denen die Alpenrepublik auch nicht gerade arm ist. Autor Wolfgang Ainetter kennt den Intrigantenstadel der österreichischen Innenpolitik ziemlich genau. Als er das eine oder andere unseriöse Angebot erhalten hat, lässt er sich nicht korrumpieren sondern zieht das Exil in Deutschland vor.

Der Krimi besticht durch Wortwitz und Ironie. Die Ermittlungen halten dann die eine oder andere Überraschung bereit. Am meisten musste ich lachen, als sich Hans-Joachim Lörr in seinem Lügengeflecht verheddert und ihm die Rechnung für den Polizeieinsatz präsentiert wird: rund 93.000 Euro. Das schmerzt den Geizkragen wohl am meisten.
Wie es dazu kommt? Das lest bitte selbst.

Fazit:

Diesem herrlichen Krimi, der aus Wortwitz und Ironie gestrickt ist und die eine oder andere Überraschung enthält, gebe ich gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein gelungener Abschluss

Im Jahr der Flut von Lena Johannson

Dieser historische Roman ist der Abschluss der Trilogie rund um den Nord-Ostsee-Kanal, der das Leben von vier Frauen über viele Jahre geprägt hat. Diese vier Frauen sind Sanne, Justine, Mimi und Regina.

Gerade erst fertig gestellt, entpuppt sich der Kanal als zu klein dimensioniert. Man hat aus Kostengründen die mahnenden Worte von Mimis Vater ignoriert und lediglich eine Sparvariante ausgeführt.

Nun muss nachgebessert sprich gebaggert werden, was zahlreiche Anrainer in Bedrängnis bringt.

Justine hat mit ihren Geschäften Erfolg und Regina findet ihre Berufung in dem von ihr gegründeten Arbeiter-Wohlfahrtsverein. Sanne, die Zeit ihres Lebens um berufliche Anerkennung als Technikerin gekämpft hat, hat die nun zwar erreicht, aber ihr persönliches Glück scheint auf der Strecke zu bleiben.

Meine Meinung:

Ich bin (wieder einmal) beim letzten Band einer Reihe eingestiegen. Doch die eine oder andere Rückblende ermöglicht es, diesen historischen Roman auch ohne Vorkenntnisse folgen zu können. Trotzdem werde ich die beiden Vorgänger demnächst lesen.

Manche der aufgeworfenen Themen sind auch heute noch aktuell: Fremdarbeiter, die man braucht, aber nicht haben will, sie aber dafür jedes nur erdenklichen Verbrechens beschuldigt, große Bauprojekte, die aus finanziellen Gründen verkleinert werden und wenig später um viel Geld wieder nachgebessert werden müssen, Missgunst und Neid in der eigenen Familie, Armut, Naturkatastrophen sowie Großmannsucht der Regierung (hier des Kaisers liebstes Spielzeug - die Marine).

Die Handlung ist sehr gut strukturiert und der Schreibstil flüssig.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem gelungenen Abschluss der Trilogie rund um den Nord-Ostsee-Kanal, der das Leben zahlreicher Menschen geprägt hat, 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Unter falscher Flagge von Marc Jansen

In ihrem ersten Fall bekommt es Svea Roth, Polizeitaucherin beim LKA in Hamburg, mit einer Gruppe Umweltaktivisten zu tun, die die Jacht des Bauunternehmers Teschner überfallen. Dabei eskaliert die Situation, Teschner wird angeschossen und stirbt wenig später. er wird nicht der einzige Tote in diesem Krimi bleiben.

Svea Roth und ihr neuer Partner Jan Brixn haben alle Hände voll zu tun, die Spuren richtig zu deuten. Sie müssen sich kleinweise durch die Akten über diverse Umweltschutzgruppen durcharbeiten. Doch auch das Geschäfts- sowie das Privatleben von Teschner scheint nicht ganz friktionsfrei zu sein.

Nachdem Svea die Tatwaffe, ein Sturmgewehr der Bundeswehr, das sich als gestohlen herausstellt, im Schlick der Elbe findet, kommt langsam der Verdacht auf, der Piratenüberfall auf Teschners Jacht könnte ein anderen anderen Hintergrund als das umstrittene Bauvorhaben haben. Nur welchen?

Meine Meinung:

Ich liebe ja Krimis, die in Hamburg, meiner deutschen Lieblingsstadt spielen, weshalb ich hier natürlich sofort zugegriffen habe. Baulöwen, die ohne Rücksicht auf Natur und Menschen, ihre Projekte durchziehen, sind immer einen Krimi wert. Dass hier nicht immer alles so ist, wie es scheint, ergibt sich erst durch die Ermittlungsarbeit, die recht gut dargestellt ist. Der nautisch anmutende Titel passt hier sehr gut!

Die Charaktere haben mehr Ecken und Kanten als üblich. Sowohl Jan als auch Svea müssen sich ihren eigenen Problemen stellen. Sie scheint mehr schultern zu müssen, als notwendig. Ihre Vergangenheit bietet zahlreiche Rätsel: zum einen hat sie lange in Südamerika gelebt, ihre Mutter ist Opfer eines Verbrechens geworden und nebenbei muss muss sie sich um ihre Schwester kümmern, deren Mann gewalttätig ist. Dabei ist ihr eigenes Trauma recht groß: ihre kleine Tochter Lena ist bei einem Unfall vor zwei Jahren gestorben. Den Tod des Kindes hat die Ehe zwischen Svea und Lars, der ebenfalls beim LKA Hamburg seinen Dienst verrichtet, zerbrechen lassen. Dennoch irrlichtert Lars weiterhin durch Sveas Leben und stellt mit seinem Alkoholproblem nicht nur Sveas sondern auch meine Geduld auf eine harte Probe.

Jan Brixn gilt als Kameradenschwein, weil er eine Gruppe korrupter Kollegen an seiner früheren Dienststelle in Berlin auffliegen hat lassen. Er selbst ist Witwer und lebt mit seine pubertierenden Tochter nun wieder in Hamburg.

Wir erhalten auch Einblicke in die Szene der Umweltschützer, die im Laufe der Zeit jedes Augenmaß verlieren. Langsam sollte es sich herum gesprochen haben, dass mit Anschlägen auf Menschen und Sachbeschädigungen von Allgemeingut keine der, oft durchaus gerechtfertigten Forderungen Erfolg haben werden.

Der Krimi selbst ist gut gelungen und lässt sich flüssig lesen. Nach zahlreichen Wendungen sind die Auflösung und Motiv für mich nicht unerwartet gewesen. Ein bisschen weniger von Sveas Privatleben wäre in meinen Augen der Story dienlich gewesen, bietet aber vermutlich diversen Stoff für nachfolgende Fälle.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt, der mich nicht ganz überzeugt hat 3 Sterne.

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