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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von bedard:

Eskalation einer toxischen Beziehung

Geordnete Verhältnisse von Lana Lux

Philipp ist in der dritten Klasse und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich einen Freund zu haben. Er ist wegen seiner roten Haare, seiner Inkontinenz und seiner alkoholkranken Mutter ausgegrenzt. Sein Wunsch geht in Erfüllung, als Faina in seine Klasse kommt. Sie stammt aus der Ukraine, beherrscht die deutsche Sprache noch nicht gut und hat ebenso wie er rote Haare.

Als Faina richtig in Deutschland angekommen ist, reicht ihr die ausschließliche Beziehung zu Philipp nicht mehr und sie sucht Kontakt zu anderen Gleichaltrigen. Philipp kommt damit nicht zurecht und ihm zuliebe schränkt sie ihre Kontakte ein. Schließlich wohnen beide sogar zusammen, sind aber kein Liebespaar. Dann geschieht etwas und es kommt zum Bruch.
Als Faina schwanger und mittellos bei Philipp vor der Tür steht, bietet er ihr sofort seine Hilfe an.

Der Roman ist in drei Teile gegliedert: Philipp, Faina und Faina und Philipp. Zu Beginn lernt man daher nur Philipp kennen, zunächst als ausgegrenztes Kind, das verzweifelt einen Freund sucht und später als wohlhabender Mittzwanziger, der erneut eher isoliert zu sein scheint. Obwohl man zumindest mit dem Kind Mitleid empfindet, wirklich sympathisch ist der Charakter auch in dieser Phase nicht.
Faina bleibt noch unscharf, aber interessant. Sie ist das Flüchtlingskind, das sich in einem fremden Land neu orientiert und einlebt. Anfangs unsicher, dann zunehmend selbstbewusst und offen für neue Erfahrungen. Ihr familiärer Hintergrund ist ebenfalls schwierig, und tatsächlich trifft sie nicht immer die besten Entscheidungen.
Im dritten Teil geht es dann um die gemeinsame Zeit in Berlin, beginnend in der letzten Hälfte der Schwangerschaft. Die Gegensätze und unterschiedlichen Erwartungen werden immer deutlicher, die Konflikte nehmen zu.
Spätestens jetzt zeichnet sich ab, dass die Beziehung zwischen den Beiden auf eine Katastrophe zusteuert. Als Leser*in hofft man, dass der Absprung noch rechtzeitig geschieht, auch wenn die Eskalation das nicht erwarten lässt.

Mich hat dieser Roman nachhaltig beeindruckt, auch wenn er vielleicht ein wenig überfrachtet ist. Es werden so viele verschiedene Themen bearbeitet, die deutlich mehr Raum verdient hätten. Insbesondere das Ende empfand ich als zu komprimiert. Trotz dieser Einschränkung ist „Geordnete Verhältnisse“ sowohl sprachlich als auch inhaltlich absolut empfehlenswert.

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Rezensionen von Liliane Schemeth:

War okay aber nichts besonderes

Trial of the Sun Queen von Nisha J. Tuli

Lor, die 12 Jahre lang in einem Gefängnis verbracht hat, landet am Hof des Sonnenkönigs und nimmt als Tribut an einem Wettkampf teil. Wenn sie den Wettkampf gewinnt und zur Sonnenkönigin ernannt wird, kann sie ihre Freunde und Familie retten.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Lor erzählt.

Zwischendrin gibt es kurze Kapitel aus der Erzähler-Perspektive von Nadir, dem Aurora-Kronprinzen. Die Prüfungen sind sehr herausfordernd und es geht im wahrsten Sinne des Wortes ums Überlegeben. An diesen Stellen wird die Story teilweise etwas brutal und blutig aber auch spannend. Neben all den Prüfungen wird die Anziehung zwischen Lor und Atlas, dem Sonnenkönig, immer stärker. Sie wird geblendet von seiner goldglänzenden Fae-Erscheinung und verfällt immer wieder ins Schwärmen und verschließt die Augen vor den Tatsachen. Das passte so gar nicht zu der Aufmerksamen und starken jungen Frau, die sie ist. Mit den Spice-Szenen konnte ich nicht viel anfangen und waren für mich nur bedingt nachvollziehbar. Ebenso die Rolle des Kronprinzen Nadir. Zu ihm wird man in Band 2 mit Sicherheit mehr erfahren.

Insgesamt hat mich das Buch zwar unterhalten aber richtig packen und in seinen Bann ziehen, konnte es mich nicht richtig. Die Story hat noch viel Luft nach oben, besonders der Romance-Anteil. Ob den die Fortsetzung lesen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht höre ich mal ins Hörbuch rein.

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Rezensionen von Nele33:

gewohnt gut

Ostseefinsternis von Eva Almstädt

Mit "Ostseefinsternis" hat Eva Almstädt den 19. Fall für Pia Korittki veröffentlicht. Pia und Felix wollen bei Marten an der Ostsee Urlaub machen, doch schon an ihrem zweiten Tag meldet sich Rist, ihr Chef bei ihr. Eine männliche Leiche wird an den Klippen gefunden und sie ist Nahe am Fundort.

Was sich auf den ersten Blick als Unfall darstellt, wird schnell als Mord eingestuft. Der Tote ist ein bekannter Mann aus dem benachbarten Dorf und schon ist Pia mitten in den Ermittlungen. Die Bewohner des Dorfes äußern sich kryptisch zu dem Toten und seiner Familie, gibt es doch eine Fehde zwischen zwei Familien im Dorf. Der Kreis der Verdächtigten wird gefühlt nach jeder Vernehmung größer.
Bald bekommt Pia Angst um ihren Sohn Felix, der mit den Töchtern eines Verdächtigen die Schwimmschule besucht.

Die Story schließt im Privatleben von Pia nahtlos an das Ende des letzen Falles an, sie scheint bei Marten anzukommen. Broders als ihr Partner ist auch wieder mit an Bord und gefällt mir weiterhin durch seine authentisch Art. Leider war mir nach ungefähr einem drittel des Buches der Ausgang zu offensichtlich und bestätigte sich auch in der Auflösung. Pias Entwicklung bezeichne ich als gut und auch ihre Gedankengänge während der Ermittlung sind treffend beschrieben und glaubwürdig.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und locker, leicht zu lesen. Insgesamt konnte mich dieser Band wieder mehr überzeugen als der Vorgänger und ich kann hier guten Gefühls eine Leseempfehlung aussprechen.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Unterholz-Ninjas, Band 1 - Das Abenteuer beginnt von Michael Mantel

Wir haben das Buch am Abend alle gemeinsam gelesen als Vorlesebuch mit dem 7-Jährigen und dem 9-Jährigen. Für den Fünfjährigen ist das Buch noch zu lange gewesen.

In dem Buch wird ein sehr aktuelles Thema angesprochen. Der Wald soll verbaut werden und die Tiere versuchen alles, um ein Badeparadies zu verhindern.

... Ob es den Tieren gelingen wird? Das erfinderische Eichhörnchen Ella, der mutige Igel Piks und der unerschrockene Uhu Bubo sind jedenfalls entschlossen und voller Ideen, was sie machen könnten... Und dann gibt es auch noch Mädchen Maja, welches die drei von menschlicher Seite unterstützt.



Wir mochten das Buch sehr. Die Charaktere sind sehr treffend und facettenreich geschildert - die einzelnen Figuren kann man sich gut vorstellen. Mir gefiel auch das Buchcover sehr gut. Es passt perfekt zum Inhalt des Buches. Die Geschichte enthält nicht nur eine abwechslungsreiche Story, sondern auch tolle Charaktere, um sich gut identifizieren zu können. Alles in allem eine tolle Geschichte für Kinder, in dem bewusst wird, dass die Hoffnung auf der jungen Generation liegt und uns Menschen eine wichtige Rolle zukommt!

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Rezensionen von Lesebienchen36:

Die Reise in die Semper Oper geht spannend weiter

Das Opernhaus: Rot das Feuer von Anne Stern

Nach der Veröffentlichung dem Buch „Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie“ hat Anne Stern nun den zweiten Teil ihrer Semper Oper - Trilogie „Das Opernhaus – Rot das Feuer“, der im März 2024 im Rowohlt Verlag erschienen ist, vorgelegt. Mit großer Begeisterung habe ich schon den ersten Band gelesen und wartete voller Spannung darauf, endlich zu erfahren, wie es mit Elise Spielmann weitergehen wird.

Wer schon einmal einen Roman von Anne Stern gelesen hat, weiß ihren flüssigen und leichten Schreibstil zu schätzen und auch diesmal ließ er mich sofort wieder in die Dresdner Geschichte ein und abtauchen. Bereits ab der ersten Seite konnte ich dieses Buch kaum noch aus den Händen legen. Zu jedem Zeitpunkt wollte ich nicht nur wissen, wie sich das Leben der Elise Spielmann weiterentwickelt, sondern auch mehr über das damalige Dresden erfahren. Wie bereits im Band eins hat die Autorin erneut die Kulisse perfekt eingefangen und wieder gespiegelt. Hierbei hat man immer das Gefühl, der Leser befindet sich im Geschehen. Zu dieser einzigartigen Kulisse gesellen sich die authentisch dargestellten Charaktere, die den Roman zu einem wahren Lesehighlight verhelfen.

Wo wir uns im ersten Teil noch in den Jahren 1841 – 1844 befanden, geht die Reise nun ins Jahr 1849. Mittlerweile ist die Violinistin Elise Spielmann mit dem Komponisten Adam Jacobi verheiratet und haben die temperamentvolle Annette (Netty) adoptiert. Obwohl Elises Ehe unter keinem guten Stern steht, arrangiert sie sich. Adam ist auch derjenige, der ihr noch das eine oder andere Konzert ermöglicht. Obwohl ihr die Musik alles bedeutet, ist sie dennoch nicht glücklich. Immer wieder muss sie an ihre große Liebe Christian, der als Kulissenmaler in der Semper Oper arbeitet, denken und als sie beiden sich zufällig über den Weg laufen, entflammt diese verbotene Liebe wieder. Aber nicht nur Elises leben ist schwierig, auch die politische Situation in Dresden spitzt sich immer mehr und mehr zu. Die Arbeiter, Musiker, Dienstmädchen und Gelehrte sind unzufrieden und wollen für ihre Rechte kämpfen, dafür gehen sie auch die Straße. Der Kampf eskaliert. Christian muss die Stadt verlassen. Wird er es schaffen und wie wird es mit Elise weitergehen?

Anne Stern hat es erneut geschafft, mir nicht nur die Familie Spielmann ein Stück näher zu bringen, sondern auch die damalige Dresdner Zeit. Eine sehr interessante Reise in die Welt der Semper Oper und zudem war es auch sehr spannend zu erfahren, wie früh die Frauenbewegung angefangen hat. Jetzt warte ich voller Vorfreude auf den dritten Band.

P.S. Auch wenn man die beiden Bände unabhängig voneinander lesen kann, würde ich empfehlen, beide Teile hintereinander zu lesen. Es lohnt sich definitiv!

4 von 5 Sterne!

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Rezensionen von Katzenmicha:

Neubeginn auf dem Wolkenhof

Der Ferienhof im Schwarzwald - Der Neubeginn von Sandra Poppe

Das Buch “ DER FERIENHOF IM SCHWARZWALD – DER NEUBEGINN „von Sandra Poppe ist der erste Band aus einer neuen Reihe rund um einen Schwarzwaldhof, den die Geschwister Elli und Florian gemeinsam erben.

Die alleinerziehende Elli und ihr Bruder Jonas haben von ihrem Onkel Ludwig einen alten Bauernhof im Schwarzwald geerbt.

Die beiden kennen den Hof von Kindheit an, weil sie dort alle Sommerferien verbracht haben.Nach anfänglicher Überraschung und reiflicher Überlegung wächst in den beiden Geschwistern der Plan den Hof zu übernehmen und daraus einen Ferienhof zu machen.Die beiden Geschwister brauchen Abstand zum bisherigen Leben,und so gehts mit Ellis zwei halbwüchsigen Kindern und Oma Hannelore und Sack und Pack in den Schwarzwald.Während Florian den Umbau im Griff hat, begegnet Elli immer wieder der Vergangenheit und speziell Tina-die sie schon als Kind gemobbt hat.Und Elli hat die Rechnung ohne die Bewohner des kleinen Dorfes gemacht, die wenig von der bunten Wohngemeinschaft und den Umbauplänen halten.Und da sind auch noch der attraktive Polizist Alex und der schüchterne Architekt Johann……

Die Autorin Sandra Poppe hat einen fließenden und bildhaften Schreibstil.Mit ihrer Erzählung und Beschreibung habe ich den wunderschönen Schwarzwaldhof vor mir gesehen.Schnell war man in der Geschichte und an den Seiten der Charaktere.Wobei mir Oma Hannelore die immer mehr überraschte und besonders gut gefiel.Auch die Tiere die nach und nach dem Hof wieder Leben gaben ,fand ich super.Der störische Esel Pogo und den tiefer gelegten Hund Fuchur,die Ziegen und die kleine Penelope-all die Tiere möchte man neben den Charakteren kennenlernen-sehr gerne 5 Sterne.Und nun bin ich sehr gespannt auf den 2.Teil der Geschichte des Wolkenhofs und seinen Bewohner.

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Rezensionen von Goejos:

Umbruch

Noto von Adriano Sack

Konrad hat seinen Lebenspartner Adriano verloren. Der Autor Adriano Sack macht daraus eine Geschichte über eine Partnerschaft, welcher auch der Tod nicht zerstören konnte. Der Tod von Adriano hat Konrad etwas aus der Bahn geworfen. Sie haben in Sizilien ein gemeinsames Haus. Er fährt mit einem kleinen Rest der Asche dorthin und versucht, seinen Schmerz zu bewältigen.

Ein junger Mann namens Santi tritt in sein Leben. Seine fröhliche Art scheint für Konrad genau das Richtige zu sein. Aber darf er überhaupt schon wieder ein neues Leben beginnen? Diese Frage zieht sich durch die ganze Geschichte und so nebenbei wird auch noch die wunderbare Eigenart von Sizilien hervorgehoben und der Lebensmut der Bewohner beleuchtet. Nicht einmal ein verheerender Steppenbrand kann diesen bremsen. Ein wunderbares und einfühlsames Buch über ein nicht gerade leichtes Thema. Eine geniale Idee ist es auch, den Verstorbenen immer wieder zu Wort kommen zu lassen. Nicht unerwähnt bleiben soll das wunderbare Cover. Es macht das Buch zu einem echten Hingucker. Absolut lesenswert.

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Rezensionen von Dana:

spannender, fesselnder Auftakt – macht neugierig auf die Fortsetzung

Neue Wirklichkeit von Nadine Erdmann

Jeder kennt es, dieses ungute Gefühl, das man nicht so richtig einordnen, das man aber auch nicht einfach ignorieren kann. Manchmal klärt sich nie auf, woran es lag, doch manchmal kann es einem auch das Leben retten.

Für die Geisterjägertruppe „Hunters“ ist ein gutes Gespür ebenfalls von enormer Wichtigkeit.

Bei ihrer Arbeit gegen die Geister kommt es manchmal auf Sekunden an. Doch nicht nur ihre Instinkte, auch ihre paranormalen Fähigkeiten und ihre grandiose Teamarbeit helfen dabei, ihre eigene Haut zu schützen.
Da Riley, Ayden, Jo und Parker privat eine sehr enge Bindung haben und nicht nur gemeinsam Geister jagen, können sie sich gegenseitig stützen, als die Welt nach einer großen Katastrophe plötzlich nicht mehr die ist, die sie kannten. Während die vier noch bemüht sind, sich in der neuen Wirklichkeit zu orientieren und sich wieder eine Lebensgrundlage aufzubauen, ahnt jedoch niemand von ihnen, dass noch mehr Gefahren auf sie zurollen…

Gleich zu Beginn der Geschichte wird man mitten in einen Geisterjägereinsatz geworfen, so dass man die Protagonisten direkt bei ihrer Arbeit erlebt und schnell ein Gefühl für ihre Fähigkeiten und die Gruppendynamik bekommt. Auch erste Eindrücke von der Welt, in die man eintaucht erhält man bereits hier. Für all diese Aspekte gibt es im Verlauf des Buches dann auch noch mehr Informationen bzw. Einblicke, so dass die Welt, die sich zunächst in vielen Punkten nicht so sehr von unserer unterscheidet, Stück für Stück greifbarer wird, man mehr zu den paranormalen Fähigkeiten erfährt und man auch die Charaktere dann noch intensiver kennenlernt. Durch die Katastrophe verändert sich dann auch noch mal einiges, so dass es neue Dinge zu entdecken gibt – für die Lesenden, aber auch für die Figuren selbst. Das erzeugt immer wieder Spannung und sorgt für einige Überraschungen.

Der Schreibstil der Autorin ist von Anfang an flüssig und mitnehmend. Durch detaillierte Beschreibungen kann man sich das dystopische Schottland mit all den paranormalen Dingen sehr gut vorstellen. Besonders faszinierend finde ich, wie es Nadine Ermann durch ihre Wortwahl jedes Mal wieder schafft, die Atmosphäre in den verschiedenen Situationen sehr lebendig zu transportieren. Sowohl in die etwas ruhigeren Familienmomente, als auch die düsteren oder gefährlichen Szenen kann man sich sehr gut eindenken und wird intensiv mitgenommen.
Immer wieder gibt es spannende Passagen, in denen das Tempo ordentlich angezogen wird. Hier kommen vor allem die phantastischen Elemente der Geschichte zum Tragen, die mir in der Zusammenstellung sehr gut gefallen haben. Wer die Totenbändiger kennt, denkt zwar vielleicht, Geister kennt man schon, die bei den „Haunted Hunters“ sind jedoch anders und auch die Fähigkeiten der Figuren unterscheiden sich von denen der Totenbändiger. So wirkte es für mich nie wie eine Wiederholung sondern wirklich wie eine eigenständige, neue Geschichte – die es ja auch ist. Auch die Entwicklungen innerhalb des Buches lassen sich nicht mit der anderen Reihe vergleichen. Was man allerdings ebenfalls findet, sind queere Figuren und eine Familie, die sich als solche definiert, auch wenn nicht alle miteinander blutsverwandt sind.
Ich mochte die Protagonisten sehr gern und finde besonders die facettenreiche Mischung wieder toll und erfrischend. Hier und da gibt es schlagfertige Dialoge und freche Sprüche, aber auch ernstere Augenblicke und Gespräche in denen klar wird, dass die vier einfach zueinander halten, füreinander da sind und sich unterstützen, wo es nur geht. Ihr Zusammenhalt ist grandios und bezeichnend für die Truppe. Bei den Familienmomenten gibt es auch immer wieder Augenblicke, die ans Herz gehen, nachdenklich oder emotional machen, die einen aber auch mal zum Schmunzeln bringen. Mir sind die Protagonisten, die sehr anschaulich beschrieben werden, schnell ans Herz gewachsen.
Gut gefallen hat mir auch, dass die Charaktere teilweise so ihre Päckchen zu tragen haben, von denen man mal etwas mehr, mal in Andeutungen was erfährt, wo dann aber noch nicht alles aufgelöst wird. So bleibt man neugierig auf die Entwicklung der Figuren und möchte gern noch mehr von den Geheimnissen erfahren. Und auch wenn jeder so seine Baustellen im Leben hat oder hatte, so dreht es sich eben doch nicht unbedingt um alle gleichzeitig. Man konzentriert sich nur auf einen Teil der Figuren intensiver, so dass es auch nicht von der Katastrophe und deren Auswirkungen „ablenkt“. Es ist eher so, dass die Charaktere sich eben in ihrem neuen Leben zurechtfinden müssen und die Veränderungen natürlich auch Auswirkungen auf ihre persönlichen Empfindungen haben. Zusätzlich gibt es Faktoren, die Erinnerungen wachrufen oder zu Problemen führen. So fügt sich alles einfach zusammen und geht fließend ineinander über, auch wenn es viel ist, was zwischen den Buchdeckeln angesprochen und bearbeitet wird.
Es ist eine angenehme, spannende und mitreißende Mischung aus persönlichen Entwicklungen, Andeutungen zu Vorgeschichten und Geheimnissen, die teilweise etwas bedrückender und düsterer sein könnten, dem Versuch, das Leben nach der Katastrophe wieder zu ordnen, Einblicken in die neue Wirklichkeit, und actiongeladenen Geisterszenen.

Auch das Setting an sich hat mir gut gefallen. Ich war zwar selbst noch nie in Schottland, konnte mir die unterschiedlichen Schauplätze aber gut vorstellen und auch was sich im Laufe des Buches verändert hat. Besonders atmosphärisch sind die düsteren, gefährlichen Augenblicke, in denen viel Spannung erzeugt wird. Ich mochte aber auch die Passagen, in denen andere Dinge im Mittelpunkt standen. Im Verlauf der Geschichte gibt es immer wieder Wechsel in der Stimmung und bei den Aspekten, die gerade in den Fokus rücken. Manchmal geht das auch schneller, als man gucken kann. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht mit den Hunters und all den Aufgaben und Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen.
Fazit

Der Auftakt der Trilogie hat mir richtig gut gefallen und macht sehr neugierig auf die Fortsetzungen. Man möchte gern wissen, welche Geheimnisse die Figuren noch so mit sich rumtragen, ich bin aber auch gespannt darauf, welchen Herausforderungen sich die Truppe noch so stellen muss und wie sich privat alles sortieren wird. Die Mischung aus herzlichen Familienmomenten mit den facettenreichen Charakteren, gefahrenvoller Action, Wendungen, Neuorientierung, paranormalen Fähigkeiten und dynamischen Dialogen ist mitnehmend, fesselnd und macht einfach Lust auf mehr.

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Rezensionen von Dana:

gefühlvolle Geschichte, gelungene Mischung der Handlungselemente

Lakestone Campus of Seattle, Band 1 - What We Fear von Alexandra Flint

Harlow jongliert liebend gern mit Zahlen und komplizierten Codes. Programmieren liegt ihr einfach im Blut- und auch das hacken. Um ihrem kleinen Bruder eine dringend benötigte Operation zu ermöglichen, hackt sie sich in ein Bankkonto, um an das Geld zu kommen, dass die Familie für den Eingriff benötigt.

Leider bleibt ihre Aktion nicht unentdeckt und so steht Harlow vielleicht sogar eine Gefängnisstrafe bevor. Doch dann entwickelt sich alles ganz anders, denn der Leiter eine Eliteuniversität bietet ihr ein Stipendium an, um ihre Talente zu fördern. Niemals hätte die junge Frau mit so einer Möglichkeit gerechnet. Allerdings ist es gar nicht so einfach, alle Bedingungen zu erfüllen, denn es soll ja niemand wissen, was sie getan hat. Und auch ihr altes Hackernetzwerk lässt sie nicht einfach so gehen….

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Man begleitet zunächst Protagonistin Harlow und erfährt sofort von dem ungewöhnlichen Angebot des Universitätsleiter, das ihr Leben von nun an grundlegend verändern könnte. Obwohl Harlow niemals wirklich davon geträumt hat, auf so eine Uni zu gehen – schon allein, weil sie es sich nicht hätte leisten können und ihre anderen schulischen Leistungen auch nicht unbedingt dafür sprachen – ist es ein Angebot, dass sie kaum ausschlagen kann. Bestärkt durch den Zuspruch ihrer Moms startet Harlow ihr Studium und stößt schnell an verschiedene Grenzen. Zum einen ist es eine echte Herausforderung niemandem sagen zu können, warum sie wirklich da ist. Es erschwert, echte Freundschaften aufzubauen, Vertrauen zu fassen und sich nicht völlig in Lügenkonstrukte zu verstricken. Zum anderen lässt ihr altes Netzwerk sie nicht einfach so gehen. Harlows Hackerfähigkeiten sind wertvoll für die Gruppe, die möglichen Konsequenzen, wenn sie einfach aussteigt, möchte sie am liebsten nicht mal durchdenken… Da kommt einiges auf die Protagonistin zu, die mir schnell sympathisch war. Durch die Ich-Perspektive bekommt man intensive Einblicke in ihre Gedankenwelt und erlebt hautnah mit, wie sich ihre Gefühle verändern, Achterbahn fahren, sie immer wieder zweifelt und eigentlich gar nicht mehr richtig weiß, was sie noch tun soll. Sie sieht für sich keine Auswege, kann sich niemandem anvertrauen…. Dabei würde sie das so gern, besonders gegenüber Zack, der ihr immer wichtiger wird und mit dem es sich sonst so leicht anfühlt zu kommunizieren, obwohl er nicht sprechen kann. Bei Harlow kann man im Verlauf des Buches einige positive und negative Entwicklungen miterleben. Ich fand es gut, dass sie nicht nur die starke Protagonistin war. Sie hat einige „Schwachstellen“, sie kann bei weitem nicht alles, ist unsicher und überfordert und trifft auch mal falsche Entscheidungen, selbst wenn sie gute Absichten dabei hat. Für mich machte es die Figur deutlich authentischer und auch sympathischer, als wenn sie die totale Überfliegerin in allem gewesen wäre. Das Hacken ist ein zentraler Punkt in der Handlung, ohne dass es sich dabei in zu vielen Details verliert, die wohl für viele Lesende auch nur schwer verständlich wären. Hier und da hätte es vielleicht etwas ausführlicher sein können, insgesamt empfand ich es aber als ausreichend und passend.
Zack ist bereits im dritten Semester an der Universität und fällt nicht nur durch seine zwei Studienschwerpunkte am Campus auf. Aufgrund eines Gendefektes kann er nicht sprechen und ist damit auf andere Kommunikationswege angewiesen oder auf jemanden, der die Gebärdensprache übersetzen kann, wie seine beste Freundin. Zack ist ein interessanter Charakter, der schon einige Dinge in seinem Leben einstecken musste. Er hat ein gutes Herz, lässt aber nicht leichtfertig jemanden dort hinein. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind für ihn Grundbausteine, um sein Vertrauen gewinnen zu können. Umso schlimmer ist es dann, als er mitbekommt, wie viel Harlow ihm verschwiegen hat. Da man auch ihn aus der Ich-Perspektive begleitet, kann man viel von seinen inneren Kämpfen, seinen Gedanken und Gefühlen miterleben.

Im Verlauf der Geschichte kann man beide Protagonisten gut kennenlernen und bekommt ein Gefühl dafür, wie sie ticken, was sie ausmacht und was sie so erlebt haben. Ich fand es schön, dass man Stück für Stück in das Privatleben eintaucht, parallel aber auch der Uni-Alltag weiterläuft und das Kennenlernen zwischen Zack und Harlow weitergeht. Neben den beiden Protagonisten sind auch immer wieder Familienmitglieder und Freunde wichtiger Teil der Handlung.

Der Schreibstil ist leichtgängig, trotz der vielen Emotionen und flüssig zu lesen. Ich mochte viele der Gespräche sehr gern, besonders weil sie durch die Nutzung der Gebärdensprache, Notizblöcken, Sprach-Apps und all solcher Hilfsmittel anders sind, als man es sonst aus Büchern kennt. Es wirkte dadurch auch nicht wirklich als wäre die Kommunikation gestört. Man muss sich eben den Gegebenheiten anpassen und für mich fügte sich das einfach gut in die Gesamthandlung mit ein. Optisch sind die verschiedenen Kommunikationswege durch unterschiedliche Darstellungen, kursive oder fettgedruckte Schrift gut zu erkennen. Viele Dialoge hatten eine schöne Dynamik, auch wenn immer wieder einige Klischees mit eingebaut sind, die entweder bestätigt oder scheinbar bewusst widerlegt werden. Mich hat das beim Lesen aber nicht so sehr gestört.
An manchen Stellen hätte es für mich noch etwas mehr in die Tiefe gehen können, viele der Entwicklungen waren nicht unbedingt überraschend, aber dennoch war es interessant zu verfolgen, eine gewisse Spannung, wie es weitergeht und wie Harlow aus ihren Problemen wieder herauskommt, war auch da. Ich fühlte mich insgesamt gut mitgenommen und mochte auch die Liebesgeschichte zwischen Zack und Harlow. Natürlich wären einige ihrer Probleme leichter zu lösen gewesen, aber ich empfand viele der Entwicklungen und Entscheidungen doch als nachvollziehbar, in Bezug auf das, was man eben von den Charakteren so weiß und in welchen Lebenslagen sie stecken. Es gibt Streitigkeiten, Hürden und Umwege, aus meiner Sicht jetzt aber nicht unbedingt zu viel künstliches Drama. Die Konflikte werden häufig recht ruhig und erwachsen gelöst, viele verletzte Gefühle und Enttäuschung schwingt aber natürlich trotzdem mit. Allgemein stehen unterschiedliche Emotionen immer wieder im Fokus der Geschichte.
Fazit

Aus meiner Sicht eine schöne Mischung aus verschiedenen Elementen, die sich gut zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Ich mochte die beiden Protagonisten und die Dynamik zwischen ihnen sehr gern. Aufgrund des Nichtsprechens von Zack fließen Elementen wie Gebärdensprache und andere Kommunikationswege mit in die Handlung ein, was ich sehr mochte. Verschiedene Emotionen, kleine Wendungen, Herausforderung im privaten Bereich und an der Universität, Entwicklung von Freundschaften, prägende Ereignisse der Vergangenheit und die sich aufbauende Liebesgeschichte sorgen für ein schönes Leseerlebnis.

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Umbruch

Noto von Adriano Sack

Konrad hat seinen Lebenspartner Adriano verloren. Der Autor Adriano Sack macht daraus eine Geschichte über eine Partnerschaft, welcher auch der Tod nicht zerstören konnte. Der Tod von Adriano hat Konrad etwas aus der Bahn geworfen. Sie haben in Sizilien ein gemeinsames Haus. Er fährt mit einem kleinen Rest der Asche dorthin und versucht, seinen Schmerz zu bewältigen.

Ein junger Mann namens Santi tritt in sein Leben. Seine fröhliche Art scheint für Konrad genau das Richtige zu sein. Aber darf er überhaupt schon wieder ein neues Leben beginnen? Diese Frage zieht sich durch die ganze Geschichte und so nebenbei wird auch noch die wunderbare Eigenart von Sizilien hervorgehoben und der Lebensmut der Bewohner beleuchtet. Nicht einmal ein verheerender Steppenbrand kann diesen bremsen. Ein wunderbares und einfühlsames Buch über ein nicht gerade leichtes Thema. Eine geniale Idee ist es auch, den Verstorbenen immer wieder zu Wort kommen zu lassen. Nicht unerwähnt bleiben soll das wunderbare Cover. Es macht das Buch zu einem echten Hingucker. Absolut lesenswert.

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