Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine klare Leseempfehlung!
Poyais. Ein Land, das es nie gab von Uli Aechtner
Dieser historische Roman erzählt am Beispiel von Julie, der Kaufmannstochter aus Frankfurt am Main, und Carl, dem Gärtner ihres Vaters, eine Geschichte voller Hoffnungen und Erwartungen auf ein gemeinsames Leben ohne Standesunterschiede in einem fernen Land, nämlich Poyais. Dort sollen die neuen Siedler nicht nur willkommen sein, sondern auch Land und Haus erhalten.
Es soll eine Stadt geben und ein Theater soll für Amüsement und Kultur sorgen.
Der geneigte Leser wird es ahnen, dass die Versprechen und die Realität ziemlich auseinanderklaffen. Nach wochenlanger Überfahrt erreicht man das Ziel. Doch nicht ganz - die versprochene Stadt liegt landeinwärts, angeblich. Ein paar verwegene Männer machen sich auf, die Stadt zu suchen. Die anderen Auswanderer bleiben am Strand. Nichts ist, wie versprochen, die Stadt ein Trümmerhaufen.
Verzweiflung und Wut machen sich ebenso breit, wie Krankheit und Tod. Die meisten Auswanderer haben in ihrer Heimat alles verkauft und nur eine einfache Überfahrt bezahlt. Werden sie jemals wieder nach Europa zurückkehren können?
Hier, in Poyais, dem Land, das den Verheißungen so gar nicht entspricht, entpuppt sich die aufmüpfige Kaufmannstochter als Fels in der Brandung. Sie hilft, organisiert und findet zu ihrer wahren Berufung.
Meine Meinung:
Uli Aechtner, Autorin und Fernsehmoderatorin, hat mit diesem historischen Roman, dem wahre Begebenheiten zu Grunde liegen, eine spannende Geschichte von Fake News geschrieben.
Und weil es im Leben keine Zufälle gibt, habe ich nach der Lektüre dieses historischen Romans, ein weiteres Beispiel falscher Versprechen entdeckt. Ich war letzte Woche in Darmstadt und habe bei einem Besuch des Hessischen Staatsarchivs eine Führung zum Thema „Seit wann werden Fake News verbreitet?“ eine ähnliche Geschichte gehört. Hier geht es um Ansiedlungen in Brasilien. Ab 1822 beauftragte Pedro I., Kaiser von Brasilien, den deutschen Major Der. Georg Schäffer (1779-1836), auswanderungswillige Bewohner diverser deutscher Fürstentümer, nach Brasilien zu holen, um das Land zu besiedeln. Grundsätzlich ja keine schlechte Idee. Doch was macht Schäffer? Er gründet ein Auswandererbüro in Hamburg, verkauft selbst entworfene Anteilscheine über Landbesitz in Brasilien, die keine Entsprechung in der Wirklichkeit haben und das Papier nicht wert sind, auf die sie gedruckt sind. Tausende Einwanderer werden getäuscht und von den versprochenen Grundstücken, Häusern sowie sonstigen Privilegien ist nichts zu sehen. Zudem werden unverheiratete Männer, die dem Militärdienst in der deutschen Heimat entgehen wollten, sofort in Pedros Armee eingezogen. Sie kommen also vom Regen in die Traufe. Zahlreiche Briefe von Auswanderern sind erhalten geblieben und im Staatsarchiv aufbewahrt.
Doch zurück zu diesem Buch. Uli Aechtner erzählt eine interessante Geschichte, in der Julie die eigentliche Hauptrolle spielt. Sie ist es, die nicht aufgibt, die Qualitäten in sich entdeckt und die ihren Mann steht, während sich zahlreiche Männer dem Suff ergeben oder einfach aufgeben. Die Charaktere sind penibel herausgearbeitet.
Das Buch liest sich leicht und dennoch spannend. Die Lehre daraus? Glaube keinem Politiker oder seinen Bevollmächtigten. Manches, was paradiesische Zustände verspricht, ist nichts als trüber Schein.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich leider nicht überzeugt
Stürmische Hoffnung von Christel Netuschil
Nach dem überraschenden Herz-Tod ihres Mannes Carl-Hermann Hansen wird seine Ehefrau Anna Hansen zur alleinigen Erbin des in die Jahre gekommenen Grand Hotels Meereskrone über der Ostsee sowie seiner Geschäfte. Die Familie ihres verstorbenen Mannes, allen voran dessen Bruder Friedrich neidet ihr das Erbe, obwohl sie eigentlich selbst genug Vermögen besitzen.
Man will verhindern, dass Anna, deren Vater einst Betrügern aufgesessen ist und in die Pleite geschlittert ist, über das stattliche Vermögen verfügen kann und die Leitung des Hotels übernimmt. Nach Ansicht der hanseatischen Familie schickt sich Berufstätigkeit für eine Frau nicht.
Nachdem Anna das Hotel besichtigt und gleich einmal alle jene, die nicht unter einer weiblichen Hotelleitung arbeiten wollen, entfernt hat, beginnt sie mit dem verbliebenen Personal, in der Mehrzahl Frauen, ihre Pläne für eine Neugestaltung in die Tat umzusetzen. Das Hotel soll in Zukunft nicht nur der High Society als Erholungsort dienen, sondern allen jenen, die sie benötigen.
Es kommt wie es kommen muss. Zum einen bleiben zugesagte Gelder aus, Gerüchte entstehen und obwohl die Dorfbewohner von der einen oder anderen Änderung profitieren wird, legen sie sich quer. Schnell ist klar, dass ihre Schwäger die Finger im Spiel haben sowie vor Verleumdungen und einer gezielten Sabotage nicht zurückschrecken.
Meine Meinung:
Dieser Roman lässt sich schnell lesen, weil man doch wissen will, ob Anna mit dem Hotel Erfolg hat und ob sie - nein das verrate ich jetzt nicht.
Allerdings ist der Schreibstil viel zu modern. Man kann Wörter wie „beratungsresistent“ lesen und die Dienstboten parlieren in geschliffener Sprache. Zudem siezen sich um 1900 viele Eheleute und jedenfalls die Kinder ihre Eltern. Zu Dienstboten hat man ein Arbeitsverhältnis, aber keine Freundschaft. Dass Anna also ihren Mitarbeiterinnen gleich erlaubt, sie mit dem Vornamen anzusprechen und sich duzen lässt, klingt wenig plausibel.
Zunächst ist sie trauernde Witwe, um dann nur wenig später buchstäblich die Ärmel aufzukrempeln und gleich Hand anzulegen, wenn es darum geht, den Boden zu schrubben. Nein, bei allem Respekt für eine ungewöhnliche Frau, das glaube ich nicht.
Dass sie dann auch noch ein psychologisches Gutachten zu Johann, ihrem anderen Schwager, der sie vor versammelter Gesellschaft abkanzelt, abgibt, ist doch sehr, sehr weit hergeholt. Anna mag ja empathisch sein, aber in Johann das arme, zurück gesetzte Kind, das nun seines Vorbildes Carl-Hermann beraubt ist, zu sehen, passt überhaupt nicht in die Zeit und stört mich schon sehr.
Daneben gibt es ein paar lose Fäden. Nur um einen zu nennen: Sie überlegt zwar, warum ausgerechnet der entmachtete stellvertretende Hoteldirektor weiter bei ihre arbeitet, frägt aber nicht bei ihm nach, sondern begnügt sich mit der vagen Aussage der Köchin, sie glaube, er hätte ein kranke Frau. Also, da hätte ich mir schon etwas mehr Engagement von Anna erwartet. Spätestens als er auf Seite der unzufriedenen Dorfbewohner zu finden ist, hätte es bei Anna klingeln müssen, dass er die Laus im Pelz ist, der für ihre Schwäger spioniert.
Von einem historischen Roman um 1900 hätte ich mir schon ein wenig mehr Recherche und Authentizität erwartet.
Fazit:
Leider stören mich diese Unzulänglichkeiten im Schreibstil, weshalb ich gerade einmal 3 Sterne für diesen historische Roman vergeben kann.
Rezensionen von Julchentim:
Spannend, aber nicht ganz perfekt
Liars all around me von Clara Blais
Ich habe Liars All Around Me von Clara Blais gelesen und war echt schnell drin. Die Story packt einen direkt und ich wollte ständig wissen, was als Nächstes passiert.
Die Idee ist jetzt nichts komplett Neues, aber die Umsetzung hat für mich trotzdem gut funktioniert. Dieses ständige Misstrauen zieht sich durch das ganze Buch, und man merkt schnell, dass hier wirklich jede Person irgendwas verbirgt.
Ich hab beim Lesen dauernd eigene Theorien gehabt und lag auch nicht immer richtig, was ich gut fand.
Ryle und Avery mochte ich nach einer kurzen Eingewöhnung recht gerne. Am Anfang war ich mir bei beiden nicht sicher, aber je mehr man über sie erfährt, desto mehr versteht man ihr Verhalten. Die Dynamik zwischen ihnen hat mir auch gefallen, vor allem weil sich das langsam aufbaut und nicht erzwungen wirkt.
Was mich ein bisschen gestört hat, waren ein paar bekannte Muster, und dass ich manche Entwicklungen schon erahnen konnte. Da hätte ich mir stellenweise mehr Überraschung gewünscht oder etwas mehr Tiefe bei den Hintergründen.
Trotzdem, die Spannung war durchgehend da und das Ende hat nochmal einen draufgesetzt. Ich saß da kurz und dachte mir, okay damit habe ich jetzt nicht gerechnet.
Für mich ein richtig solider Thriller, der Spaß macht und sich super weglesen lässt.
Rezensionen von robertp:
Spannend mit Aussetzern
Tödliche Freundinnen von Tess Sharpe
Melanie (Mel) Tillman und Chloe Harper verbindet ein tödliches Geheimnis und eine ebenso geheime Liebe. Ihr gemeinsames Leben wird jedoch drei Jahre nach einem Todesfall, den die beiden Mädchen vertuschen, getrennt. Chloe verschwindet spurlos und Mel wird Privatdetektivin. Ihre beiden Leben verlaufen sechs Jahre separat, bis die Ermittlerin den Auftrag bekommt Chloe aufzuspüren.
Deren Vater ist unheilbar erkrankt und möchte seine Tochter nochmals wiedersehen. Die brillante Detektivin findet die Verschollene Tochter in der Wildnis von Kanada und dann geht alles schief und die Vergangenheit scheint ihrer beiden Leben wieder einzuholen.
Die Autorin Tess Sharpe erzählt die Geschichten in ungezählten Zeitsprüngen beginnend mit der Geburtstagsfeier zum sechzehnten Geburtstag von Chloe und dem Notwehrmord. Dadurch wird die Geschichte der beiden jungen Frauen wie in Puzzleteilen zusammengesetzt und zu einem Ganzen geformt. Ein zusätzlicher Erzählstrang erklärt weshalb sich Chloe in die Wildnis zurückziehen musste. Die kriminelle Politikerfamilie tritt in teils skurrilen Szenen auf und es erklären sich erst recht spät die Hintergründe ihrer Suche nach dem Mädchen.
Die Dramatik der Geschichte leidet meiner Ansicht aber durch die vielen Unterbrechungen in der Erzählung. Die Spannung baut sich auf, wird unterbrochen, ein neuer Erzählstrang wird aufgebaut und ein alter beendet etc und lässt die Spannung mehrmals versanden.
Die beiden Mädchen sind sich durch die lange Zeit der Trennung in ihrer Beziehung etwas entfremdet, kommen sich aber bald wieder (auch persönlich) nahe. Wie sich eine junge Frau in der Wildnis eine Blockhütte bauen und zahlreiche Fallen bauen kann wirkt etwas hergeholt, aber letztlich hat sie ja einige Jahre Zeit. Schwieriger ist zu erklären wie sie zu Bargeld kommt, da sie ihre Konten nicht angreifen kann. So gibt es einige Ungereimtheiten, die aber die Handlung letztlich weitertreiben. Wie sonst hätte man Chloe sonst entdecken können?
Für alle die eine Krimipuzzle zusammensetzen und gleichzeitig eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Frauen erblühen sehen wollen eine gute Wahl. Die Zeitebenen springen ständig, was den Lesefluss beeinträchtigt und den Spannungsbogen oftmals wieder auflöst.
Rezensionen von libraryoflaura:
Gefangen im 7. Stock: Zwischen Leben, Tod und einer Lüge
ZIMMER 706 von Ellie Levenson
WORUM GEHT ES?
Kate und James treffen sich seit Jahren heimlich in einem Hotel.
Eine Affäre, die nur dem Sex und der Flucht aus dem Alltag dient.
Doch dieses Mal ist alles anders.
Während sie in Zimmer 706 feststecken, wird das Hotel von Terroristen überfallen.
Plötzlich ist die Außenwelt abgeschnitten, und während draußen die Gefahr lauert, beginnt im Inneren ein gnadenloser Rückblick auf Kates Leben.
In der Falle zwischen zwei Männern und der Angst um ihr Leben stellt sie sich die alles entscheidende Frage:
Würde sie alles noch einmal genauso machen, wenn dies ihre letzten Stunden sind?
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Spannender Aufbau: Die wechselnden Zeitstränge haben mich richtig bei der Stange gehalten. Man springt zwischen der fernen Vergangenheit, den Anfängen der Affäre und der brenzligen Situation im Hotel hin und her. Ich wollte immer unbedingt weiterlesen, nur um endlich wieder im Hotelzimmer zu landen.
- Beklemmende Hotel-Atmosphäre: Auch wenn es eher ein Roman ist, sorgt das Setting im 7. Stock für echtes Herzklopfen.
- Tiefgründige Gedankenexperimente: Das Buch zwingt einen zum Nachdenken. Was würde ich meinen Liebsten sagen, wenn es vielleicht kein Morgen gibt? Diese emotionale Achterbahnfahrt geht direkt unter die Haut.
- Die 80/20-Regel: Es war faszinierend zu sehen, wie Kate bei Vic eigentlich 80% Glück gefunden hat, sich aber für die fehlenden 20% in die Arme eines Charakters wie James stürzt. Ein psychologisch extrem spannender Aspekt.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Irreführende Erwartungshaltung: Wer aufgrund des Klappentextes einen rasanten Thriller erwartet, wird eventuell enttäuscht. Der Fokus liegt ganz klar auf der inneren Welt von Kate und weniger auf der äußeren Katastrophe.
FAZIT:
Dieses Buch ist eine Empfehlung für alle, die gerne tief in die weibliche Psyche eintauchen und sich für komplexe Beziehungsdynamiken interessieren.
Es ist kein klassischer Thriller, aber ein mitreißendes Drama für Leserinnen, die verstehen wollen, warum eine Frau wie Kate trotz einer stabilen Ehe alles für eine Affäre aufs Spiel setzt.
Rezensionen von Paul Kretzschmar:
Der Architekt des Bösen
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
Arno Strobel - einer meiner Lieblingsthriller - Autoren hat mit "Ungelöst - Die erste Zeugin" eine neue Serie an den Start gebracht, die es in sich hat.
Ramin Brunner, Kriminalhauptkommissar, der dabei ist, eine neu aufzubauende Cold-Case-Einheit zu leiten und Luisa Menkhoff, Medizinstudentin, die ein eidetisches Gedächtnis besitzt, sind die beiden Hauptprotagonisten, die in diesem 1.
Fall ermitteln.
Es geht um neue Spuren in alten Fällen. Der Autor hält sich nicht mit langem Vorgeplänkel auf. Der Handlungsaufbau mit den interessant dargestellten Charakteren, den bildhaften Beschreibungen, sowie gekonnten Wendungen und Cliffhanger entwickeln eine starke Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann.
Der grandiose, flüssige und leicht verständliche Schreibstil bietet packende Spannung auf höchstem Niveau.
Komplexe Grenzerfahrungen und spürbare psychologisch geschickte Abgründe garantieren eine durchgehend dramatische Atmosphäre.
Ein emotionales Highlight ist der finale Showdown, der diesen temporeichen Psychothriller perfekt nachvollziehbar abrundet.
Ich habe mich ausgezeichnet unterhalten gefühlt und möchte allen Thriller-Fans eine unbedingte Leseempfehlung geben.
Rezensionen von PucKker:
Berührend
Eine Maus namens Merlin von Simon Van Booy
So ein schönes Buch, das Simon van Booy hier geschrieben hat. Eine ganz einfache und gleichzeitig berührende Geschichte.
Die Figuren habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie sind stellenweise wunderbar überspitzt gezeichnet, was aber erstaunlich gut zum Ton der Geschichte passt. Nicht alles ist durchweg realistisch, aber das musste es für mich auch gar nicht sein.
Es ist einfach stimmig und warm erzählt. Am Ende war ich tatsächlich zu Tränen gerührt und ich habe das Ende sogar nach Beenden des Buches mehrmals gelesen, so berührt war ich.
Und ja … Merlin ist einfach nur zuckersüß. Da möchte man glatt selbst ins Tierheim fahren und einen kleinen Merlin oder eine Merline aufnehmen.
Vielleicht sorgt dieses Buch ja sogar dafür, dass jemand eine Maus oder einen Mäuserich aus dem Tierheim rettet. Das hätte doch wirklich etwas Magisches.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Ente
Keeping it casual von Karina May
"Keeping it casual" von Karina May wird als "ein feinfühlig-witziger Roman übers Daten, Selbstliebe und zweite Chancen" beworben und das ist auch alles stimmig. Dieses Buch ist sehr tief von Humor und einer angenehmen Dynamik zwischen den Figuren geprägt. Allem voran Protagonistin Max ist mir beim Lesen ans Herz gewachsen.
Sie dabei zu begleiten sich selbst zu finden und durch schwierige Zeiten zu navigieren, dabei stets den Humor zu behalten, war mir eine Freude. Die Hanldung selbst hat den Fokus auf die Beziehungen, die Max pflegt und/oder bricht. Der Mittelteil des Buches, der in Frankreich spielt, hat mir beinahe am Besten gefallen, vermutlich, weil Max hier am ehesten bemerkt, was und wer ihr gut tut und was und wer nicht. Grundsätzlich waren einige Dinge vorhersehbar und nah an gängigen Klischees und Tropes, ich habe das Buch dennoch gern gelesen. Zum Ende des Buches war die Handlung vergleichsweise dicht und beladen, einige Dinge gingen geradezu unter, aber auch das kann als Analaogie aufs Leben gesehen werden. Das Ende hat mich nicht sonderlich überrascht aber in einer guten Stimmung zurück gelassen.
Die Rezepte, an denen sich die initiale digitale Begegnung von Max und Johnny aufhängt, sind am Ende des Buches aufgelistet, so dass sie nachgekocht werden können. Das rundet das Buch auf angenehme Weise ab und bringt die Handlung somit etwas näher ins echte Leben.
Insgesamt hatte ich eine gute Zeit mit diesem Buch. Es ist "comfy" zu lesen, ist eingängig und nicht langweilig.
Rezensionen von Bibibabby:
Cosy, aber für meinen Geschmack zu langsam
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Das ist genau die Art von Geschichte (ruhig, feel-good", die ich mir als Fernsehserie gerne ansehen würde. Als Buch fiel es mir leider schwer, sie durchzulesen. Ich vergebe 3 Sterne, vor allem weil sie so langatmig war.
Die Geschichte lässt sich am besten als „gemütlich“ beschreiben: Es gibt kaum Spannung oder Action, stattdessen konzentriert sie sich auf Szenen aus dem Alltag, während sich Finlay Ashowan in seine neue Rolle als königlicher Koch einlebt.
Es gibt sogar zwei Kapitel, in denen wir die Katze bei ihren täglichen Runden begleiten.
Es gibt vier verschiedene „Handlungsstränge“ (oder Themen), die sich durch das Buch ziehen: Fins romantische Beziehung zu Annika, seine Beziehungen zu anderen Bewohnern des Schlosses, die Entwicklung von Fins magischen Kräften und die militärische Bedrohung für das Königreich. Letzteres betrachte ich als die „eigentliche Handlung“ der Geschichte, auch wenn sie im Hintergrund bleibt. Die Geschichte schreitet so langsam voran, dass selbst nach einem Drittel des Buches kaum ein Hauch von Handlung zu erkennen war. Was auch immer sich an Handlung abzeichnet, kommt bis zum Ende des Buches kaum voran.
Was ich jedoch spürte, war eine unterschwellige moralische Agenda. Finlay hat einige recht moderne Ideen und Werte, die seinen Umgang mit den Menschen um ihn herum prägen. Wären da nicht seine magischen Kräfte, könnte man meinen, es handele sich um die Geschichte eines Mannes aus dem 21. Jahrhundert, der in dieses Schloss teleportiert wurde.
Trotz der vielfältigen Besetzung und der Länge des Buches gibt es außer bei Fin kaum Charakterentwicklung, und selbst dort findet das meiste davon erst in den letzten drei bis vier Kapiteln statt.
Insgesamt: kein schlechtes Buch, nur nicht mein Geschmack.
Rezensionen von Lilli33:
Eine Achterbahn der Gefühle
Palace of Ink & Illusions, Band 2: Die Nacht des Verrats (Knisternde Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Sabine Schoder) von Sabine Schoder
Eine Achterbahnfahrt der Gefühle
Der zweite Band dieser Dilogie knüpft direkt an den ersten an. Diesen sollte man unbedingt vorher gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Zwar gibt es zu Beginn des Buches eine kurze Zusammenfassung „Was bisher geschah“ und am Ende des Buches eine Übersicht der beteiligten Charaktere, doch beides ist knapp gehalten und kann lediglich der Erinnerungsauffrischung dienen, nicht aber die vorangegangene Handlung ausreichend darstellen.
Dank der Zusammenfassung fiel es mir leicht, in die Handlung hineinzufinden. Der Veröffentlichungstermin von Band 1 ist ja zum Glück noch nicht so lange her.
Liv, Flame und die anderen Teilnehmer des Autorenwettbewerbs auf Korfu müssen sich weiteren Prüfungen der Musen stellen, und nach wie vor geht es um Leben oder Tod, denn nur ein einziger Sieger wird überleben. Dann wäre da noch die üble Prophezeiung der Muse Urania, die Liv das Leben schwermacht. Denn sie besagt, dass Flame Liv verraten und Liv Flame töten wird. Beides kaum vorstellbar, oder doch?
Die Liebe zwischen Liv und Flame entwickelt sich langsam, aber unglaublich rührend, was gar nicht so einfach ist, denn sie muss geheim bleiben. Die Regeln des Wettbewerbs erlauben keine romantische Liebe. Doch Erato, die Muse der Liebe, hat ein Einsehen mit den beiden und hilft, wo er kann, auf seine Weise.
Immer wieder überrascht uns Sabine Schoder mit unvorhersehbaren Wendungen, genialen Einfällen und spannenden Action-Szenen. Insgesamt empfand ich diesen Band als etwas schwerfälliger als Band 1, was aber kein Wunder ist, treibt die Handlung doch immer mehr auf eine finale Tragödie zu. Dabei kann man bis zum Schluss die Hoffnung haben, dass Liv und ihre Freund*innen es doch noch schaffen, die Jury auszutricksen. Band 1 war auch wesentlich humorvoller; Livs Manga kommt in Band 2 leider nicht so oft zu Wort. Seine frechen Dialoge fehlten mir hier ein wenig. Trotz allem konnte mich auch der finale Band gut unterhalten und hat mir einige spannende und emotionale Lesestunden beschert.
Die Dilogie:
1. Der Kuss der Muse
2. Die Nacht des Verrats











