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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Nicht ganz so cosy

Gärten, Gift und kalte Rache von Klaudia Blasl

Auch im fiktiven Oberdistelbrunn ist der Frühling ausgebrochen und zahlreiche Ortsbewohnerinnen (weniger die Bewohner) bewaffnen sich unter dem wachsamen Augen des Umweltreferenten mit Spaten und Schaufel, um ihren Ort zu verschönern. Man will ja den sanften Tourismus ankurbeln und dazu zählt auch das Summen von Insekten.

Maßnahmen zur Biodiversiät sind also gefragt. Doch das eifrige Werkeln wird jäh unterbrochen, als wenige Tage nach dem Auffinden eines Hundeskeletts mehrere Dorfbewohner vergiftet werden. Bewohner - männlich, wohlgemerkt und jeder hat ein Zettelchen mit einem Sinnspruch einstecken.

„Ich mag Giftmorde,“ gestand der Umweltreferent, „Der Tod durch toxische Pflanzen ist so poetisch.“ (S. 129)

Die Polizei, also Dorfpolizist Kapplhuber sowie Kommissar Hartmann tappen im Dunkeln.

Daher starten Berta und Pauline ihre Ermittlungen, sehr zum Missfallen von Kommissar Hartmann, der inzwischen zum Hauptkommissar ernannt worden ist. Denn das ganze Dorf und seine Bewohner bzw. seine Bewohnerinnen sind ihm verhasst, was im übrigen auf Gegenseitigkeit beruht.

„Was kümmert mich das Insektensterben!“ fuhr der Kommissar ihn an. „Hier beißen haufenweise Menschen ins Gras. Vier Tote in zehn Tagen! Bei dem Tempo ist bis zum Winter dieses ganze verdammte Kaff ausgestorben.“ Und dabei sah er nicht aus, als würde er dies bedauern.“ (S. 278)

Meine Meinung:

In ihrem dritten Krimi rund um die Hobby-Ermittlerinnen Berta und Pauline tauchen wir wieder in die Abgründe von Oberdistelbrunn ein. Durch den Fund des Hundeskeletts kommt ein Ereignis aus der Vergangenheit ans Tageslicht, das Machenschaften, an denen zahlreiche, scheinbar honorige Bürger beteiligt gewesen sind und nun die Rechnung dafür bezahlen müssen.

Der Krimi wird als Cosy-Krimi beschrieben, was vermutlich der Beschreibung der teilweise skurrilen Persönlichkeiten, damit ist vor allem HK Hartmann gemeint, zu verdanken ist. Denn eigentlich ist das Buch die Geschichte einer eiskalten Rache. Ich habe recht bald einen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat, gehabt.

Diesmal ist mir das ehelichen Geplänkel zwischen Pauline und ihrem Mann ein bisschen zu viel gewesen. Aber, das ist vermutlich Ansichtssache.

Wie wir es von Autorin Klaudia Blasl gewöhnt sind, gibt es in die Handlung eingebaute Gartentipps und im Anhang die Beschreibung von Giftpflanzen. Von deren Anwendung wird jedoch dringend abgeraten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem 3. Krimi rund um die Hobby-Ermittlerinnen Berta und Pauline 4 Sterne.

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Rezensionen von ekiam:

Wenn aus Fake Dating echte Gefühle werden

Four nights together - London Hearts 4 von Valentina Fast; Lorena Schäfer

Eigentlich kann Gemma ihren Nachbarn Henry nicht ausstehen: snobistisch, Herzensbrecher und ständig hört er viel zu laut Musik. Doch als an ihrem College Gerüchte über Gemmas Datingverhalten die Runde machen, kommt ausgerechnet Henry ihr zu Hilfe und behauptet kurzerhand, ihr Freund zu sein. Im Gegenzug bittet er sie, ihn als seine Freundin zur Geburtstagsparty seines Großvaters zu begleiten, auf der auch seine Ex anwesend sein wird.

Band 4 der London Hearts-Reihe rund um die Vierer-WG am Willow Square greift beliebte Tropes wie Fake Dating, Forced Proximity und Only One Bed auf. Gemma ist die Letzte der WG-Bewohnerinnen, die noch Single ist, und hatte bei der Suche nach der Liebe bisher wenig Glück. Entsprechend vorsichtig ist sie geworden. Henry hingegen ist schon lange in Gemma verliebt und sieht das Wochenende bei seinen Großeltern als vielleicht letzte Chance, ihr Herz zu gewinnen.

Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten ist von der ersten Seite an spürbar und entwickelt sich zunehmend zu einem intensiven Knistern. Besonders Henry muss man einfach mögen: eine wandelnde green flag, aufmerksam und ehrlich um Gemma bemüht. Doch auch Gemmas Gedanken und Handlungen sind nachvollziehbar geschildert. Ihr innerer Zwiespalt zwischen ihren bisherigen Enttäuschungen, ihrem alten Bild von Henry und dem Mann, den sie nun neu kennenlernt, ist jederzeit greifbar.

Der Schreibstil ist locker und angenehm zu lesen; die Handlung wechselt gekonnt zwischen emotionalen und humorvollen Momenten. Das Buch kann problemlos als standalone gelesen werden.

Positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass Gemmas bodytype nicht dem oft dargestellten Modelideal entspricht. Sie beschreibt sich selbst als kurviger und weicher; eine Form von body positivity, die ich mir in Liebesromanen definitiv häufiger wünsche.

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Rezensionen von Lili-Marie:

Chaos und Streitereien

You and Me - Die zweite erste Liebe von Josie Lloyd; Emlyn Rees

Das Buch "You and me" hat mich vor allem durch die Möglichkeit, durch Mixtapes in die Vergangenheit zu reisen, angesprochen. Doch die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen.

Der Schreibstil war nicht ganz so einfach. Zunächst bin ich recht gut in die Geschichte gekommen aber sobald die Zeitreisen anfingen, fing auch das Chaos an.

Denn in der Vergangenheit hat sich die Erzählperspektive verändert und mich zu sehr verwirrt, sodass ich mehrmals zurückblättern musste um zu verstehen wann und wo ich war. Mit den Protas Adam und Jules wurde ich nicht warm wobei mir Jules irgendwann wirklich auf die Nerven ging. Ihr Verhalten hat mich wirklich sauer gemacht. Beide Protas lernen auch nicht aus ihren Fehlern und machen immer wieder die selben. Ihre Streitereien wurden auch immer mehr und das hat mir ab einem Punkt einfach nicht mehr gefallen, es war zu viel.

Das Ende war zwar nicht überraschend aber in Ordnung. Auch wenn ich mir gewünscht hätte es wäre nicht so schnell abgehakt worden. Etwas mehr Raum hätte dem Ende sehr gut getan. Dafür hätte man die ein oder andere Streiterei weglassen können.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Leseempfehlung

Die Roma von Madeline Potter

Madeline Potter stammt aus einer rumänischen Roma-Familie und verwebt in diesem Buch die Suche nach ihren Wurzeln und ihre eigene Biografie mit der Geschichte der Roma verschiedener Länder.

»Auf jedem Schritt meiner Reise bin ich den kraftvollen Geschichten derjenigen begegnet, die sich ihrer Ausgrenzung widersetzten und deren Leben uns bis heute inspirieren.

«

Während ihrer Recherchen zu ihrer Herkunftsfamilie, die sie in zahlreiche Archive quer über den Erdball führen, begegnet sie den Aufzeichnungen zahlreicher historischer Persönlichkeiten: Musiker Django Reinhardt (1910-1953), der beim Brand in seinem Wohnwagen schwerste Brandverletzungen erlitten hat und trotzdem weiterhin virtuos Gitarre spielt, dem deutschen Meister im Halbschwergewicht Johann Rukeli Trollmann (1907-1943), dem die Nazis seinen Titel aberkannt und 1943 in einem Nebenlager des KZ Neuengamme ermordet haben oder Carmen Amaya (gest. 1963), eine spanische Romni, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts als beste Flamencotänzerin der Welt bekannt war, und die österreichische Schriftstellerin Ceija Stojka (1933-2013) vor.

Sehr interessant zu lesen ist, wodurch sich die verschiedenen Sinti- und Roma-Familien unterscheiden und welche Gemeinsamkeiten, außer ihrer Verfolgung durch die Jahrhunderte, sie noch haben: Nämlich ihre Stärke und Ausdauer, ihre Fähigkeit zum Widerstand und zum Überleben mit der sie dem tief verwurzelten Hass, der ihnen auf der ganzen Welt entgegen schlägt, zu trotzen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem hoch interessanten Buch über die Geschichte der Roma und Sinti 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine klare Leseempfehlung!

Die Apotheke der Hoffnung von Amanda Barratt

Dieser historische Roman spielt im Krakau des Jahres 1941. Schon wenige Tage nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen Anfang September 1939 wurde die jüdische Bevölkerung verfolgt und deangsaliert. Ab November 1939 mussten sie den Judenstern tragen und im März 1941 begannen Enteignung und Umsiedlung der Juden nach Podgórze, dem südlichen Stadtteil von Krakau.

Das Ghetto von Krakau bestand bis Mitte März 1943. Kurz vor der Schließung wurden arbeitsfähige Menschen in das KZ Plaszow verlegt, die anderen nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.

Die junge Witwe Zosia Lewandowska muss ansehen, wie ihre jüdischen zunächst enteignet und wenig später in das neu entstandene Ghetto eingewiesen werden. Als sie einen Weg sucht, den verzweifelten Menschen zu helfen, bietet sich die Chance in Form einer Anstellung in der Apotheke von Tadeusz Pankiewicz an, die als einzige Apotheke im Ghetto verblieben ist. In dieser Apotheke erhalten die Ghettobewohner nicht nur die wenigen Medikamente sondern auch anderes. Die Apotheke wird zur Drehscheibe von Informationen, gefälschten Dokumenten und Menschlichkeit. Doch die Möglichkeiten zu helfen werden immer geringer, denn das NS-Regime weitet Macht und Terror weiter aus.

Der Apotheker und seine Angestellten sind in höchster Gefahr, denn Juden zu helfen, ist verboten und wird mit Lagerhaft oder Todesstrafe geahndet. Trotzdem machen sie weiter. Und Zosia erhält Unterstützung von ungewohnter Seite.

Für einige wenige erfüllt sich die Hoffnung auf Flucht und Leben, für die meisten bleibt nur die Deportation und der Tod.

Meine Meinung:

Das Krakauer Ghetto ist vermutlich nicht ganz so bekannt, wie jenes in Warschau, das durch seinen Aufstand Geschichte geschrieben hat, aber um nichts weniger grausam. Wenig bekannt ist vermutlich auch, dass Filmregisseur Roman Polanski aus dem Krakauer Ghetto entkommen ist.

Die Autorin hat rund um die reale Person Tadeusz Pankiewicz (1908-1993), der 1983 von Israel mit dem Ehrentitel „ Gerechter unter den Völker“ ausgezeichnet worden ist, sowie den drei Mitarbeiterinnen einen fesselnd und einfühlsam erzählten Roman geschrieben. Allerdings lässt Amanda Barratt auch zahlreiche reale NS-Größen wie Lagerleiter Amon Göth, der besonders grausam agiert hat, oder Wilhelm Kunde auftreten.

Die Geschichte wir aus mehreren Perspektiven erzählt, so dass wir einen Einblick in das Grauen, das die verfolgten Juden erleiden mussten, erhalten können. Besonders beeindruckend ist der Perspektivenwechsel zwischen der Polin Zosia und der Jüdin Hania. Durch die Erzählung in der Ich-Form erhält der Roman eine eindrückliche Note.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der auf wahren Begebenheiten fußt, 5 Sterne.

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Rezensionen von Micki:

Oberflächliche Sommerlektüre für den Strand

Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher

Der Roman Der Sommer, der uns blieb hinterlässt bei mir einen eher durchwachsenen Eindruck. Insgesamt handelt es sich um eine solide, aber nicht besonders herausragende Sommerlektüre, die sich zwar angenehm lesen lässt, aber wenig bleibenden Eindruck hinterlässt.

Die Handlung ist von Anfang an sehr vorhersehbar.

Viele Entwicklungen zeichnen sich früh ab, sodass überraschende Wendungen weitgehend ausbleiben. Dadurch fehlt es der Geschichte stellenweise an Spannung und Tiefe. Auch die Figuren konnten mich nicht wirklich überzeugen – sie bleiben eher blass und wirken in ihren Motiven und Emotionen wenig differenziert, sodass es schwerfällt, eine echte Bindung zu ihnen aufzubauen.

Positiv hervorzuheben ist jedoch die Sprache: Sie ist leicht, flüssig und gut zugänglich, was das Buch zu einer unkomplizierten Lektüre für zwischendurch macht. Allerdings wirkt der Stil an manchen Stellen auch etwas zu seicht und oberflächlich, wodurch emotionales Potenzial verschenkt wird.

Gelungen finde ich die Atmosphäre des Romans. Die Autorin schafft es, dieses Gefühl von Kindheit, Unbeschwertheit und sommerlicher Leichtigkeit sehr stimmig einzufangen. Diese Passagen haben für mich den größten Reiz des Buches ausgemacht und verleihen der Geschichte zumindest stellenweise eine gewisse Wärme und Nostalgie.

Mein Fazit: Der Sommer, der uns blieb ist eine nette, leicht konsumierbare Lektüre für warme Tage, die vor allem durch ihre Stimmung punktet. Wer jedoch eine tiefgründige Handlung oder vielschichtige Figuren erwartet, könnte enttäuscht werden. Insgesamt also ein „ganz okay“ – weder besonders gut noch wirklich schlecht.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Arme, reiche Frau

Eleonora von Hubert Nowak

Hubert Nowak, langjähriger Journalist beim Österreichischen Rundfunk, hat sich mit seinem Debüt-Roman einer Frau gewidmet, die heute nahezu vergessen ist. Eleonora von Mendelsohn (1900-1951). Sie wächst als Tochter der berühmten jüdischen Berliner Bankiers- und Gelehrtenfamilie in einer kulturell bedeutsamen Umgebung auf.

Der Komponist Felix Mendelsohn-Barholdy ist ihr Cousin. Eleonora träumt schon bald von einer Karriere als Schauspielerin, die zunächst einmal in Erfüllung geht. In den 1920er-Jahren feiert sie einige große Erfolge, lernt Max Reinhardt kennen und lieben. Der exzentrische Regisseur wird ihre große Liebe sein, die über ein Verhältnis, wie Reinhardt es mit vielen (vermögenden) Frauen unterhält, aber nicht hinauskommt. Für Reinhardts kostspielige Theaterträume wird sie in der Bank ihrer Familie intervenieren und zahlreiche Bilder aus der Familienvilla veräußern.

Die Machtübernahme der Nazis katapultiert sie und ihren Bruder Francesco aus ihren glamourösen Leben. Francesco ist als homosexueller Jude gleich doppelt gefährdet. Man lässt Deutschland hinter sich, nicht ohne in mehreren gewagten Aktionen, zahlreiche Gemälde heimlich in die Schweiz zu bringen.

Es gelingt Eleonora, wie so vielen Emigranten nicht, in den USA beruflich Fuß zu fassen. Auch ihr Privatleben ist ein ziemliches Desaster. Vier Ehen, endlose Zahl von Liebhabern sowie ihre Drogensucht lassen Eleonora am Rande des Abgrunds balancieren, bevor sie im Jänner 1951 endgültig abstürzt.

Ihr Leben endet am 24. Jänner 1951 unter mysteriösen Umständen: Man findet sie in ihrem Quartier in New York auf dem Sofa liegend. Ein mit Äther getränktes Tuch über dem Gesicht, eine halbvolle Flasche des Betäubungsmittels, ein leeres Röhrchen Schlaftabletten sowie leere Ampullen von Morphium und die dazu gehörige Spitze. Obwohl keine Anzeichen für Fremdverschulden gefunden werden können und ihr Tod als Suizid eingestuft worden ist, gibt es nach wie vor, wie bei Marilyn Monroe, unbestätigte Gerüchte, dass hier nachgeholfen worden sein könnte.

„Aus Verzweiflung. Wahrscheinlich. Um Ruhe zu finden. Um zu vergessen. Das Unglücklichsein, das Nichtgeliebtwerden von denen, die sie lieben wollte. Um die trügerischen Erfolge zu verdrängen und die Niederlagen, den unverlässlichen Jubel von Fans, die oberflächlichen Bewunderer ihrer Schönheit, und all die, die nie begriffen haben, was in ihr wirklich vorging.“

Meine Meinung:

Obwohl Hubert Nowak penibel recherchiert, dass er durchaus eine Biografie schreiben hätte können, nennt er sein Werk einen Roman. Das gibt ihm die künstlerische Freiheit die reale Eleonora mit fiktiven Charakteren zusammenzubringen.

So beschreibt er eine junge Frau, der (fast) alle Möglichkeiten in die Wiege gelegt worden sind, die aber wenig Liebe erfahren konnte. Der frühe Tod des Vaters, die eigenwillige Mutter, der man als Italienerin eine enge Beziehung zu Mussolini und seiner Politik nachsagt, sowie die unerwiderte Liebe zu Max Reinhardt, der nicht nur verheiratet und Kinder, sondern mit Helene Thimig eine besonders eifersüchtige Geliebte, die Eleonoras Feindin bis zu Tod bleiben wird. Als sie von Reinhardt schwanger wird, lässt Eleonora abtreiben, die verpfuscht wird. Weitere Schwangerschaften sind unmöglich.

Der Lebenslauf von Eleonora von Mendelsohn, könnte durchaus als Vorlage für einen Film dienen. Dramatik ist genug vorhanden.

Der Schreibstil ist durchaus gelungen. Max Reinhardt kommt hier nicht sehr gut weg. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er ein Egozentriker gewesen ist, der glaubte, der Nabel der (Theater)Welt gewesen zu sein. Eine um 27 Jahre jüngere, vom Theater faszinierte und reiche Erbin kommt ihm, der ständig in Geldnöten schwebte, sicher gerade recht. Ihr Liebe vorspielen? Nichts leichter als das. Ich bin fast versucht zu sagen: armes, reiches Mädchen.

Fazit:

Diese romanhafte Biografie habe ich gerne gelesen und gebe ihr 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich leider nicht ganz überzeugt

Der Zitronenbaum in meinem Garten von Andrea L'Arronge

Die sympathische Schauspielerin Andrea L’Arronge erzählt, wie sie schon als Kind Schauspielerin werden wollte und kleine Rollen gespielt hat. Sie berichtet aus ihrem Leben, das nicht immer konfliktfrei gewesen ist und spart dabei nicht aus, dass sie auch Misserfolge, sowohl im Privatleben als auch im Beruf erleben musste.

Schmunzeln musste ich, als sie berichtet, wie sie ziemlich unbedarft und ohne ausreichend die italienische Sprache zu können, ein Haus in Italien gekauft hat und sich der Herausforderung der örtlichen Gegebenheiten stellen musste.

Das Buch ist in leichtem Plauderton verfasst, lässt aber Platz für ernsthafte Themen. So erzählt sie einerseits über ihre erste Ehe mit der sie aus ihrer komplizierten Herkunftsfamilie ausbricht, nur um in einer anderen schwierigen Situation zu landen. Eine Situation, die viele Frauen erlebt haben oder noch erleben. Andererseits berichtet sie über ihr Engagement für Waisenkinder in Rumänien, die nach dem Sturz der Diktatur unter schrecklichen Bedingungen sich selbst überlassen waren.

In einigen der 15 Kapiteln fließen nachdenkliche und beinahe philosophische Gedanken ein. Zahlreiche Abbildungen ergänzen dieses Memoir, dem ich 3 Sterne gebe, da es mich nicht ganz überzeugt hat.

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Hier ist wenig, wie es scheint

Tod im Steinkreis von Angela Richford

Autorin Angela Richford entführt uns Leser in ihrem dritten Krimi für DCI Fiona Sutherland abermals an die Küste Cornwalls.

Es sind nur mehr wenige Tage bis Weihnachten und das Team rund um Sutherland hofft auf ruhige Feiertage. Doch daraus wird nichts, als in einer stürmischen Winternacht die Leiche eines Mannes im Steinkreis Boscawen-ûn gefunden wird.

Beinahe gleichzeitig geht ein Antiquitätengeschäft in der Stadt Penzance in Flammen auf. Zufall?

Wenig später ist klar, der Tote ist der Besitzer des Antiquitätenladens in dem er nicht nur Antiquitäten sondern auch Zubehör für keltische Rituale verkauft. Zudem versteht er sich als Druide und schart eine Gruppe naturverbundener Menschen um sich.

Während Detective Chief Inspector Fiona Sutherland und Detective Constable Hunt nach einem Motiv suchen und zahlreiche Gespräche mit seinen Anhängern führen, müssen sie in das Reich der Sagen und Mythen eintauchen. Dabei entdecken sie einige Ungereimtheiten in der Biografie des Mordopfers. Als wenig später ein möglicher Widersacher und Tatverdächtiger tot in der Brandruine gefunden wird ist klar, dass der Fall nicht bis zum Weihnachtsabend aufgeklärt werden wird.

Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig, denn hier ist einiges nicht so, wie es scheint. Die mystische Fassade des Druiden bekommt recht bald Risse, als bekannt wird, dass er mit einer halb so alten Jüngerin, ein Verhältnis hatte ...

Meine Meinung:

Dieser dritte Teil der Reihe um DCI Fiona Sutherland ist meine erste Begegnung mit der geschiedenen und allein erziehenden Ermittlerin. Zwar werden ein paar Details aus ihrer Vergangenheit angerissen, doch ganz erschließt sich mir ihr Leben noch (?) nicht. Besonders neugierig bin ich auf Mrs. Jones, wie sie ihre besondere Begabung nennt. Die wird leider nicht erklärt, sondern als bekannt vorausgesetzt. Dafür werden Sutherlands Ängste vor einer neuen Beziehung mehrfach erwähnt. Ziel ihrer Sehnsucht ist der smarte Coroner Alister.

Die Schilderung des oft mühsamen Polizeialltags, der von Gesprächen und Suche nach dem Motiv ist recht gut gelungen. Die mehrfache Erwähnung, dass alle das Fest in Ruhe feiern wollen, ist mir allerdings auf die Nerven gegangen. Dass Fionas 14-jähriger Sohn seiner Mutter eine Weihnachtsüberraschung beschert, habe ich sehr nett gefunden.

Man stellt sich religiöse Führer immer als integre Menschen vor. Doch hier gibt es einen, der sein Charisma missbraucht.

Um mir einen besseren Überblick über DCI Sutherland zu verschaffen, werde ich die beiden Vorgänger lesen (müssen).

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Cornwall-Krimi, der mich in die Welt der Druiden geführt hat, 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Vom Apothekersohn zum Unternehmer

Pulver von Johann Reißer

Autor Johann Reißer ist während seines Aufenthaltes im Rahmen des Rottweiler Stadtschreiberstipendiums über eine interessante Persönlichkeit Rottweils buchstäblich gestolpert: über den Unternehmer Max Duttendorfer. Fasziniert von diesem Mann hat er weitere Recherchen angestellt. Herausgekommen ist nun dieser historische Roman, der in zwölf Kapiteln bzw.

Episoden die Zeitspanne von 1858 bis 1933 abdeckt, um mit einem abschließenden Sprung in das Jahr 2020, die eine oder andere Ähnlichkeit von heute darzustellen.

Im Zentrum des Romans steht der Apothekersohn und spätere Unternehmer Max Duttenhofer (1843 - 1903), der nach einer Lehre in der Apotheke seines Vaters die kleine Pulverfabrik in Rottweil übernommen hat und zu einem florierenden Unternehmen ausgebaut hat. Obwohl man in ab den 1880er Jahren als „Krupp von Süddeutschland“ genannt hat, ist er heute, anders als Alfred Nobel beinahe vergessen.

Die Geschichte des Unternehmens wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Während seine Erfindung, das raucharme Schießpulver, die Kriegsführung revolutioniert und Duttendorfer zu einem der mächtigsten Männer im Deutschen Kaiserreich macht, gefällt die Entwicklung, die sowohl die Fabrik als auch die Politik nehmen, nicht jedem. Duttendorfers Enkelin Rosa erlebt die Aufrüstungsspirale, die in den Ersten Weltkrieg führt, als Arbeiterin in der Pulverfabrik hautnah mit, was sie zu einer Kämpferin gegen die Kriegspartei werden lässt.

Dieser historische Roman hat mir sehr gut gefallen. Einzig, die winzige Schrift in meiner eBook-Ausgabe muss ich bemängeln. Ich konnte auf keinem meiner zahlreichen Lesegeräte (Reader, PC oder App) eine angenehme Schriftgröße einstellen, was mir das Lesen ziemlich erschwert hat.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der den Aufstieg eines neugierigen Apothekersohn zum Unternehmer nachzeichnet, 4 Sterne.

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