Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewareni:
Mörderische Geschichten
Wiener Zuckerl von Gerhard Loibelsberger
In dem Buch ,, Wiener Zuckerl“ bietet der Autor Gerhard Loibelsberger dem Leser eine bunte und vielfältige Mischung an Kurzgeschichten, in denen zumeist mehr oder weniger brutal gemordet wird.
Die Unterteilung darin führt uns zu Geschichten aus dem alten Wien, aus dem neuen Wien und aus Österreich.
Der Autor hat dabei sowohl fiktive als auch reale Kriminalgeschichten hervor gezaubert und lässt dabei auch seine bekannten Ermittler Inspector Nechyba und Lupino Severino in Erscheinung treten.
Einen besonderen Reiz machen dabei immer wieder die Dialoge die im wienerischen Dialekt gesprochen werden, wo man mit oftmals schon unbekannten Ausdrücken konfrontiert wird. Für Nicht Österreicher gibt es dafür Fußnoten und am Ende ein Glossar.
Oftmals muss man bei den verschiedenen Geschichten schmunzeln und das Kopfkino wird dabei bildhaft eingeschaltet.
Bei den wahren Kriminalgeschichten ist man sogar das eine oder andere Mal erschüttert wegen der niedrigen Beweggründen der Mörder.
Es ist eine bunte Mischung an unterschiedlichen Geschichten, wo der Autor auch autobiografisches mit einfließen hat lassen.
Ein weiteres ,,Zuckerl“ ist eine Geschichte nach einer Idee von Isabel Karajan mit dem Titel ,,Der tränende Eisberg“, wo man zwar keine menschliche Leiche findet, aber eine fabelhafte Geschichte präsentiert bekommt, wo die Natur zu sterben beginnt.
,,Wiener Zuckerl“ Krimis und andere Geschichten die humorvoll, zynisch und einfach unterhaltsam sind.
Rezensionen von nikomiko:
mein Highlight des Jahres
Demon Copperhead von Barbara Kingsolver
Ein gutes Buch ist leider nie lang genug. Egal wie viele Seiten das Buch hat, am Ende bleibt trotzdem das Gefühl, dass man die ProtagonistInnen noch eine Weile begleiten würde. Auch wenn das Buch über 800 Seiten lang ist.
"Demon Copperhead" ist aus der Ich-Perspektive von Demon erzählt.
Er ist ca. 20 Jahre alt und, wenn man glauben würde, dass sein Leben erst anfängt, hat er so vieles schon erlebt, dass er ein dickes Buch füllen kann.
Wir begleiten Demon, seit er geboren ist, bis er ca. 20 Jahre alt wird. Sein Vater stirbt kurz vor Demons Geburt und Demon lebt nur mit seiner Mutter in USA in Virginia. Weil die Mutter von Drogen abhängig ist, wird Demon, auch wenn er nur ein Kind ist, auf die Mutter aufpassen, dass sie jeden Tag aufsteht und in die Arbeit geht. Alles verschlimmert sich, als die Mutter einen neuen Mann heiratet, Stoner, der glaubt, die Erziehung macht man mit den Fäusten.
Ab nun wird Demon vom Jugendamt genommen und weil das Jugendamt nicht wirklich aufpasst, was mit den Kindern passiert, wird ab jetzt Demon nur auf sich selbst gestellt.
Wichtig finde ich aber, dass Demon und seine Freunde eigentlich repräsentativ für die Menschen in den ärmeren Schichten in den USA, vor allem Virginia, sind. Barbara Kingsolver schreibt nicht nur über Demon, sondern über alle armen Kindern und alle armen Menschen, die wenig Auswahl im Leben haben. "Demon Copperhead" ist eine Gesellschaftskritik, die sich mit der Armut, Jugendamt, dem schlechten Gesundheitssystem, Gewalt und Drogen- und Medikamentensucht auseinandersetzt.
Alle sind Menschen wie wir, das sieht und fühlt man schon bei der ersten Liebe. Aber leider reicht das nicht, um die Lebensumstände leichter zu machen.
Der Schreibstil ist unglaublich flüssig und fesselnd, manchmal mit Humor gesprüht. Barbara Kingsolver schreibt aus der Ich-Perspektive von Demon. Als Kind sieht Demon die Welt so wie sie ist und erzählt es treu, ohne etwas zu bewerten. Die Bewertung entsteht erst im Kopf des/der Lesers/Leserin und ist nur noch herzzerreißender, als man das Gesamtbild versteht.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und die meisten sind von Armut betroffen. Das ist auch der Grund, warum, auch wenn sie im Grunde gute Menschen sind, können sie manchmal nur begrenzt helfen.
Ich kann leider keine Stelle nennen, die mir am meisten gefallen hat. Das ganze Buch ist nicht nur berührend, sondern aufwühlend, herzzerreißend und dazu voll mit tollen Zitaten. Meine zwei Lieblingszitate: S. 713: Demon über seine Liebe zu Dori „Es ist ein Wunder, dass man das Leben mit nichts beginnt und mit nichts beendet und dazwischen trotzdem so viel verliert.“ und Demon S. 504: "Man sagt, keiner macht dich so fertig wie du selbst."
Ich finde das Buch ist eine Liebeserklärung der Autorin in ihrer Heimat Virginia, wo sie nun auch lebt. Die Autorin zeigt ein unglaublich gutes Verständnis auf die ganze Lebenssituation und man bemüht sich, etwas so gut zu verstehen, nur wenn man es so stark liebt. Und wenn man alles in Worte umsetzen kann, dann haben alle nur was davon gewonnen.
Ein ganz besonderes Buch, ich habe jede einzelnen Satz genossen und 800 Seiten waren mir zu wenig.
Rezensionen von nikomiko:
ein Buch über ein wahres Vorbild
Das verborgene Genie von Marie Benedict
"Das verborgene Genie" ist der fünfte Band in Marie Benedict's Serie "Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte". Marie Benedict schreibt über starke Frauen, die noch wenig bekannt sind, obwohl ihren Arbeit für die Weltgeschichte sehr viel bedeutet hat.
Ich war von Marie Benedicts "Frau Einstein" beeindruckt und Naturwissenschaft begeistert mich immer.
Deshalb war ich in "Das verborgene Genie" auch sehr interessiert.
Ich finde das Cover modern und sehr passend zur Thematik gestaltet. Den Schreibstil von Marie Benedict kannte ich schon. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und uns so bildhaft erzählt, als wir an dem Geschehen teilnehmen würden. Rosalind Franklin, geboren in einer jüdischen Familie, wollte nicht in den Fußstapfen ihrer Eltern treten, sondern sich selbst beweisen. Sie war eine brillante Forscherin ihrer Zeit, sie hat die Doppelhelixstruktur der DNA entschlüsselt, nur leider wurden dafür drei Männer geehrt. Ich möchte nicht zu viel über Rosalind Franklin verraten, wer aber daran interessiert ist, findet in dem Buch "Das verborgene Genie" mehr als erwartet.
Fazit:
Man bekommt einen sehr guten Einblick in das Leben und die Arbeit von Rosalind Franklin, alles ist sehr detailreich und bildhaft beschrieben und das Setting ist sehr realistisch. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und würde es gerne weiterempfehlen.
Rezensionen von nikomiko:
Sehr inspirierend!
Mein Name ist Lilith von Nikki Marmery
Wenn man Frau ist und der Klappentext eines Buches so anfängt: "Im Paradies, am Anfang der Zeit, beginnt die große Lüge: Frauen sind Männern untergeordnet.", muss man das Buch lesen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass das Cover ein Hingucker ist und man das Buch auf keinen Fall übersehen kann.
So bin ich zu "Mein Name ist Lilith - Was uns verschwiegen wurde: die rebellische Erzählung des christlichen Mythos" von Nikki Marmery gekommen.
Die Autorin hat gut recherchiert und hat die Geschichte von Lilith, Adam und Eva neu erzählt. Sie schreibt voller Begeisterung, so dass man schnell in die Geschichte mitgenommen wird. Die rebellische Lilith ist eine starke Frau, will sich den patriarchalen Strukturen nicht unterordnen und strebt nach Selbstbestimmung. Diese Neuinterpretation des christlichen Mythos ist einfach faszinierend.
Das Buch wird wahrscheinlich ein bisschen (oder vielleicht sogar mehr) polarisieren, aber es gibt einen anderen Blick auf die biblische Geschichte und deren Ereignisse, was ich einfach toll finde.
Fazit:
"Mein Name ist Lilith" ein sehr inspirierendes Buch, das einen anderen Blick auf die christlichen Mythen ermöglicht. Das Buch bringt die Botschaft, dass die Männer und Frauen gleichgestellt sein sollten, niemand ist untergeordnet.
Ein großartiges Werk, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde.
Rezensionen von Ecinev:
stürmische Ostsee
Der Sturm: Vergraben von Karen Sander
Durch einem schweren Sturm werden Knochen an der Steilküste der Insel Rügen freigelegt. Das ruft Kommissar Tom Engelhardt und seine Truppe auf den Plan. Fest steht, die Toten liegen dort etwa seit Grenzöffnung der DDR im Sand vergraben. Sind es vielleicht Opfer des 'Darß-Rippers'? Diese Taten endeten kurz vor der Grenzöffnung, der Täter bis heute nicht gefunden.
Eine bei den Knochen gefundene CD ruft dann auch wieder Mascha Krieger, Kryptologin beim LKA auf den Plan. Diese ist eigentlich noch mit einem anderen Fall betraut, freut sich dennoch darauf wieder nach Rügen zu kommen.
Die Ermittlungen sind schwierig, es gibt keine vollständigen Ermittlungsakten nachdem die Stasi den Fall übernommen hat.
Der Schreibstil ist nach einem gemächlichen Einstieg rasant spannend und hat jede Menge Nebenschauplätze. Das Buch endet wieder mit einem fiesen Cliffhänger was einen dazu bringt auch die nächsten Bände zu holen.
Allerdings sind es mir in diesem Fall viel zu viele Beteiligte und Nebenschauplätze. Das macht es schwierig den Überblick zu behalten. Auch die Lösung des Falles wiederum auf mehrere Bände aufzuteilen finde ich nicht so gut. Da hätte ich lieben einen dicken Wälzer mit 500 plus Seiten gelesen als dieses recht schmale Buch.
Rezensionen von nikomiko:
Spannendes Buch, das viele Fragen stellt
Wir werden jung sein von Maxim Leo
Mich hat bei dem Buch " Wir werden jung sein" von Maxim Leo zuerst das Cover neugierig gemacht. Die Farben sind stark, machen aufmerksam und die Sanduhr erinnert an die Zeitvergehen.
Maxim Leo stellt sich vor, dass ein Medikament gerade gefunden wurde und lässt seine ProtagonistInnen an einer Medikamentenstudie teilnehmen.
Die ProtagonistInnen sind unter sich sehr unterschiedlich, sowohl vom Alter, als auch von der persönlichen Situation.
Das Buch folgt sehr stark zwei Stränge. Auf eine Ebene wird verfolgt, welche Nebenwirkungen das Medikament hat, mit welchen Probleme die ProtagonistInnen gerade im Leben sich konfrontieren und wie die Teilnahme an die Medikamentenstudie ihren Leben beeinflussen. Auf eine andere Ebene stellt das Buch viele Fragen aus wissenschaftlichen, philosophischen, moralischen und politischen Sichtweise, wie viel hilft so ein Medikament die Menschen, wer dürfte in der Zukunft den Medikament bekommen, wird das ein Privileg von Reichen, ist ewige Jugend tatsächlich zu erwünschen, was passiert wenn niemand mehr stirbt... Beide Stränge finde ich besonders spannend.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Kapitel kurz gehalten. Die Kapitel werden nach ProtagonistInnen benannt, so weiß man schnell, wo man sich gerade befindet.
Die Spannungsbogen ist gut aufgebaut, so dass ich das ganze gespannt und neugierig geblieben bin.
Insgesamt fand ich das Buch spannend und brachte viele Fragen, die einen, auch nachdem das Buch fertig gelesen ist, beschäftigen wird.
Rezensionen von atlaentis:
Wohlfühlcharaktere
The Happiness Blueprint von Ally Zetterberg
The Happiness Blueprint ist ein super angenehmer Roman, wenn man einfach mal abtauchen will und bereit ist, sich auf besondere, aber dennoch absolute Wohlfühlcharaktere einzulassen. Das Buch habe ich dabei schon gerne wegen des Covers in die Hand genommen, wobei ich sehr schön finde, dass hier auf so kleine Details wie Klaras Ohrringe geachtet wurde, die einem doch immer wieder im Buch begegnen.
Auf den einfarbigen Farbschnitt hätte ich durchaus verzichten können, da er nichts Besonderes ist. Der Anfang der Geschichte zieht sich ein wenig, bis die beiden Protagonisten aufeinandertreffen, dennoch hat es mich hier nicht gestört, da man die beiden so zunächst einmal getrennt mit ihren individuellen Problemen kennengelernt hat. Beide werden sehr authentisch dargestellt und in ihren Gefühlen intensiv begleitet, wobei der Perspektivenwechsel hier einen wichtigen Teil beiträgt. Klara habe ich von Anfang an sofort liebgewonnen, da sie nicht die perfekte, makellose Protagonistin ist, aber sich deswegen trotzdem nicht einfach alles gefallen lässt. Ihre autistischen Züge fallen von den ersten Seiten an auf, doch man gewöhnt sich schnell an ihr Denken und ihre Art, die Welt in Schriften und Schuhen zu betrachten, was zwischendurch auch mehrmals für amüsante Gespräche geführt hat. Generell liegt dem Roman ein humorvoller Unterton bei, der mich des Öfteren zum Schmunzeln gebracht und die Geschichte aufgelockert hat. Mit Alex selbst musste ich zunächst warm werden, was dabei weniger an ihm und seiner Persönlichkeit lag, sondern dem abgehackten Schreibstil geschuldet war. Nachdem ich mich damit jedoch angefreundet habe, ist er mir auch sofort ans Herz gewachsen, vor allem für seine Art, Klara so anzunehmen, wie sie ist und sich liebevoll um sie zu kümmern. Die Google Suchanfragen am Anfang von Klaras Kapiteln und die Kalendereinträge bei Alex haben immer einen kleinen Ausblick gegeben, aber dennoch konnte ich nicht immer vorhersagen, was nun passieren würde, wodurch sie sehr passend gewählt waren. Klara und Alex haben beide ihr Päckchen zu tragen und das steht ihnen durch einen Haufen Misskommunikation doch deutlich im Wege, aber genau das macht das Buch interessant. Ein wenig mehr Spannung hätte ich mir jedoch gewünscht, insbesondere da durch die von Klara gefeuerten Kollegen, wofür ich sie wirklich sehr bewundert habe, reichlich Potential gewesen wäre. Dass diese der Firma die Aufträge wegschnappen, hätte dafür gesorgt, dass sich das Buch nicht komplett in der Liebesgeschichte verliert, dennoch hat mich das Wiedersehen mit einem gewissen Herrn im Gericht dann doch überrascht. Toll finde ich auch, dass Klaras Schwester Saga anfangs nicht unbedingt eine sympathische Person war, aber mit der Zeit deutlich an Tiefe gewonnen hat und auch klar wurde, dass ihr Leben nicht so perfekt ist, wie Klara es oftmals annimmt. Das hat Saga nahbarer gemacht und sie in die Reihe von Charakteren gefügt, die man doch einfach nur gerne auf den Seiten des Buches antrifft. Schlussendlich bleibt mir also nur zu sagen, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe, insbesondere durch Klara und Alex, die zwei absolute Wohlfühlprotagonisten mit ihren authentischen Fehlerchen und Schwierigkeiten sind, der Schreibstil mir nach einer kurzen Gewöhnungsphase an Alex‘ Perspektive gut gefiel, aber durchaus noch mehr Potential mit einem bereits gegebenen Konflikt möglich gewesen wäre. Wer jedoch gerne einfach mal abtauchen und nach Schweden reisen möchte, ist hier definitiv richtig.
Rezensionen von MarcoL:
Weltgeschichte und Belletristik gekonnt vereint, hervorragend recherchiert
Die Kompromisse von Florian Dietmaier
Die Weltgeschichte von 1960 bis 2020, komprimiert auf neunzehn Geschichten und Erlebnissen des Diplomaten Peter. Es sind Episoden, kleine Stationen (Stationenroman nennt es der Autor), die das ganze Leben von Peter (*1929) prägen. Und nicht nur ihn, sondern auch viele Teile der Weltpolitik, welche sich aus so manchen kleinen Konstellationen gestalten.
Das Leben von Peter verläuft nach der klassischen Diplomatenstruktur. Viele politische Ämter, vom Gesandten bis zum Botschafter, dazu eben so viele bereiste Länder und Wohnorte. Dazwischen das Private, das eigentliche Leben, welches selbst immer wieder ein kleiner Prüfstein an die eigene Flexibilität darstellt. Beruf und Familie lassen sich so nur mit vielen Kompromissen unter ein Dach bringen. Pflichtbewusstsein ist hierbei ein Schlagwort – eben Diplomatie im Kleinen wie im Großen, um alles am Laufen zu halten.
Dietmaier greift hier auf eher unbekannte politische Ereignisse zurück, viele davon spielen sich in Klein- und Kleinststaaten ab, haben aber dennoch einen Einfluss auf das große Weltgeschehen.
Er schafft es zum Beispiel, einen Bogen vom Inselstaat Nauru zu Österreich zu schlagen. In weiterer Folge kommt auch das Dilemma um Kurt Waldheim zur Sprache. Einst UN-Generalsekretär, später österreichischer Bundespräsident mit NS-Hintergrund und anschließender politischen Isolation. In wenigen Zeilen, auch mittels Dialogtechnik, wird diese Episode plastisch dargestellt.
Der Roman selbst ist ein Meisterwerk an Recherche. Und zuletzt auch ein mehr als gekonnter Versuch, weniger bekannte Begebenheiten der Weltgeschichte spannend und unterhaltsam in eine Erzählung mit privatem Hintergrund einzubetten. Das Leben des Diplomaten Peter entwirrt ein Kaleidoskop aus mannigfaltigen, politischen Bildern rund um den Globus zu einem Ganzen.
Der Sprachstil ist direkt, nüchtern, und kommt ohne großen Umschweifen zum Kern.
Eine wunderbar gestaltete Symbiose aus „Leben“ und Politik und eine klare #Leseempfehlung für alle, die gerne mal etwas „anderes“ lesen möchten.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Lebendige Kunstgeschichte
Die Entflammten von Simone Meier
"…es liegt eine meteorologische Gelassenheit über der Welt…", als die Geschichte von Jo und Theo van Gogh beginnt.
Sonst ist von Gelassenheit nicht viel zu spüren, man wird bald hineingezogen in einen Wirbel von Liebe und Tragik, von Verrücktheit und Kunst. Paris und Amsterdam um 1900, die Welt der Malerei und eine junge Frau, die unerwarteten Geschäftssinn beweist, das alles ergibt ein spannendes Bild.
Mir gefällt die Sprache von Simone Meier, der feine Humor, die ausdrucksstarke Schilderung der gesamten Familie van Gogh, bis hin zu den späteren Nachkommen.
Mit hineinverwoben ist die Geschichte von Gina, die über hundert Jahre später den Spuren Jo van Goghs folgt. Diese "zeitgenössischen "Passagen wirken recht aufgesetzt, als wollte sich die Autorin in der Gestalt von Gina selbst in den Roman hineinreklamieren, schade.
Rezensionen von Marie aus E.:
Cosy - herrliche Charaktere und very britisch
Das Mörderarchiv von Kristen Perrin
Ich habe sowohl das Hörspiel gehört als auch das Buch gelesen und gehe am Ende kurz auf die beiden Varianten gezielt ein, starte aber mit dem Inhalt, der beide Varianten gleichermaßen betrifft.
Castle Knoll ist ein nettes, kleines britisches Dörfchen. Hier lebt Frances, inzwischen eine alte Dame.
Mit 17 Jahren hat ihr eine Wahrsagerin vorhergesagt, dass sie ermordet wird - und seitdem lebt sie diesbezüglich in Angst.
Als Ihre Großnichte Annie der Einladung auf das Landgut von Frances folgt, muss sie feststellen, dass die Wahrsagung sich erfüllt hat. Ab dann beginnt eine wilde Mörderjagd.
Es ist ein wirklich urgemütlicher Wohlfühl-Cosy-Crime. Er spielt in der Gegenwart, hat aber durch Aufzeichnung von früher, die eingeblendet werden, viele Rückblenden in die Vergangenheit. Stück für Stück fächert sich auf, wie alles zusammenhängt.
Ich mochte die Charaktere, überzeichnet, sicherlich, aber so gehört sich das in dem Genre.
Bis fast bis zum Schluss war das Buch ein volles Lese- und Hör-Hightlight für mich. Die Auflösung fand ich dann leider vergleichsweise lau, das hat meine fünf-Sterne-Feeling dann noch zum Einstürzen gebracht.
Aber solide vier Sterne und auf jeden Fall gute Unterhaltung.
Zum Buch: Das Cover verdient auf jeden Fall eine Erwähnung - optisch und haptisch super, ein echter Hingucker im Buchladen.
Gut gefallen hat mir auch die relativ große Schrift und die angenehmen Zeilenabstände. Wenn man im Alter von Frances ist (und auch schon ein wenig vorher) sehr angenehm.
Zum Hörbuch: die Sprecherin spricht angenehm, so dass das Zuhören ein Genuss ist. Den Wechsel zwischen Gegenwart und Rückblenden hat sie gut hinbekommen, man wusste stets, wo man sich befindet.











