Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kwinsu:
Was sie verbindet
Das gute Leben von Nadine Schneider
Als Christinas Oma Anni stirbt, erbt sie ihr Haus in einer kleinen Ortschaft vor Nürnberg. Es quält sie dort zu sein, in diesem Haus, in dem so viele Erinnerungen warten, wiederentdeckt zu werden. Christina ist bei Anni aufgewachsen, nachdem ihre Mutter Helene ohne sie ausgewandert ist. Doch wie viel weiß sie eigentlich von ihrer engsten Bezugsperson? Christina beginnt Annis Leben zu rekapitulieren, sucht nach Spuren, die vielleicht noch aufzudecken sind, will herausfinden, weshalb die Quelle, bei der Anni Jahrzehnte gearbeitet hat, bis zu ihrem Tod ein bestimmendes Element in ihrem Leben war und warum sie einst aus Rumänien aufgebrochen ist, um ein gutes Leben in Deutschland zu finden.
Das an den Anfang gestellte Zitat von Aimee Mann, "I just wanted a place but I ended up gone." trifft den Vibe von "Das gute Leben" sehr treffend. Irgendwie sind die Protagonistinnen nie wirklich greifbar, trotzdem erfahren wir viel über familiäre Dynamiken, über (fehlende) Mutter-Tochter-Beziehungen und vor allem über das, was übrig bleibt am Ende eines Lebens - vorwiegend aus Leerstellen. In dem Buch schwingt viel Melancholie mit, die Frage, ob die Frauen in der Ferne tatsächlich ein gutes Leben gefunden haben, bleibt interpretierbar. Christina versucht das Leben ihrer Großmutter nachzuerzählen, ergründet, warum Rumänien für sie unlebbar war, weiß aber auch um die enormen Herausforderungen, die Anni als Fremde und noch dazu alleinerziehend durchmachen musste.
Das Reden war bei den Frauen nie so wirklich angesagt, was zu unausgesprochenen Verletzungen, die jahrzehntelang mit sich herum getragen wurden, führte und wenn sie redeten, standen Vorwürfe im Raum: "Die nächste Stille ist länger. Das Gift steht ihnen beiden bis zum Hals, noch ein, zwei Sätze, und sie fangen an, darin zu ersaufen." (S. 283) Über Christinas Mutter Helene erfahren wir nur wenig, genauso wie über Annis Mutter in Rumänien, geschweige denn von Männern, die zwar schicksalsweisend, aber im Alltag kaum eine Rolle spielten. Anni scheint grundsätzlich ein schwieriger Charakter gewesen zu sein, die zwar wusste was sie wollte, jedoch nicht wirklich Herzlichkeit zeigen konnte - vor allem nicht ihrer eigenen Tochter gegenüber. Trotzdem liebte sie ihre Enkelin, wenn man so will war Christina ihr Kind zur rechten Zeit.
Die Geschichte wird aus Christinas Perspektive in Ich-Form erzählt, doch immer wieder berichten Einschübe aus Annis Leben, zeitlich bunt gewürfelt, weshalb es Konzentration und Fokus braucht, um wirklich in allen Facetten mitzukommen. Die Sprache der Autorin Nadine Schneider ist fein und zart, hat aber durchaus Treibkraft ,von der man sich nicht allzu mitreißen lassen darf, um alles zu verstehen. Es gibt immer wieder zeitgeschichtliche Kontexte, die bezeichnend sind, allen voran der Aufstieg, das Florieren und der Niedergang von Quelle, dessen Leib uns Seele Anni schier verfallen war. Über die Beweggründe, weshalb Anni in den 1960ern Rumänien unbedingt den Rücken kehren wollte, außer dass es dreckig und unerträglich war, wissen wir hingegen kaum etwas. Das spielt aber auch nicht unbedingt eine Rolle, denn Anni wollte unbedingt in Deutschland glücklich werden. Trotzdem sie ihrem Job leidenschaftlich nachging und sogar nach anfänglich harten Jahren mit wenig Geld ein Haus geerbt hatte, schien ihr dieses Glück nie wirklich hold gewesen zu sein. Ob Anni wohl ihr Leben als gut bezeichnet hätte, bleibt offen. Zurückgelassen hat sie jedenfalls eine Enkelin, die ihr nach dem Tod noch einmal auf ihre Art ein Denkmal setzen möchte.
Mein Fazit: "Das gute Leben" ist ein intensiver, fein beschriebener Generationenroman, mit dem es lohnt, sich eingehender auseinanderzusetzen. Vor allem durch starke Erinnerungen, aber auch Leerstellen erfahren wir über diese Frauen, ihre Leben und was sie verbindet.
Rezensionen von DoraLupin:
Botanik in Istanbul
Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes
Magdas Mann Alfred, von Beruf Botaniker in Münster, verliert 1933 seine Professorenstelle, aufgrund seiner Herkunft. Als sich die Situation in Deutschland zuspitzt lockt ein überraschendes Angebot in Istanbul! Atatürk will die Universitäten des Landes modernisieren, und am Bosporus soll ein prächtiger Botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt entstehen.
Magda und ihr Mann packen die Koffer und reisen an die Stadt am Bosporus, aber wird sie selbst in der Fremde neue Wurzeln schlagen?Die talentierte Botanikerin Mehpare kümmert sich als Alfreds Assistentin um Beete und Gewächshäuser.
Jahrzehnte später verschlägt es die junge Stadtplanerin Imke nach Istanbul. Sie soll eine Studie zur Zukunft des Botanischen Gartens erstellen – und damit über das Schicksal dieses besonderen Ortes mitentscheiden.
Auf diesen Roman war ich sehr gespannt, denn schon das Cover hat mir sehr gefallen! Der Schreibstil ist recht leicht zu lesen wenn man ins Buch reingefunden hat und die Autorin versteht es bildhaft und lebendig das Istanbul der Vergangenheit zu beschreiben, auch wenn es ab und zu etwas zähe Passagen gibt.
Die Frauen werden authentisch beschrieben und ihre Handlungen sind meist nachvollziehbar. Auf jeden Fall konnte ich gut mit ihnen mitfiebern. Ausserdem habe ich einiges über Emigration und die Vergangenheit in dieser interesanten Stadt lernen dürfen und das mit Spaß.
Ein Buch das auf jeden Fall sehr empfehlenswert ist wenn man Interesse an Botanik und Istanbul hat
Rezensionen von DoraLupin:
Schönes Buch von außen und innen
Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss von Ryan Graudin
Faye lebt auf einemn magische Schloss und liebt es dort sehr!Es gibt hier allerhand fantastisches wie launische Keksdrachen oder singende Orchideen, die im Gewächshaus Konzerte veranstalten. Eines Tages sucht der Zauberer des Schlosses nach einem Nachfolger und lässt zu einem Turnier. Obwohl nur Jungen eingeladen sind möchte Faye alles tun um doch teilnehmen zu können!
Schon allein das Cover und der Buchschnitt sind wunderschön und ein absoluter Hingucker! Deshalb eignet sich das Buch auch gut als Geschenk für ein Kind, das magische Geschöpfe und Geschichten liebt!
Der Schreibstil ist einfach zu lesen und altersgerecht, dabei aber sehr schön durch all die fantasievollen Beschreibungen des Schlosses und seiner Bewohner!
Faye ist ein tolles Mädchen und es fällt daher sehr leicht sich in die Geschichte fallen zu lassen und mit ihr mitzufiebern! Obwohl sie es als Mädchen nicht immer einfach hat, lässt sie sich nicht unterkriegen und steht für ihre Träume ein!
Ein tolles Buch mit einem fantastischen Abenteuer, dass ich nur weiterempfehlen kann.
Sowohl von außen als auch von innen wunderschön!
Rezensionen von KersG:
Ein Buch um sich selbst und andere besser zu verstehen
Was dein Leben leichter macht von Sina Haghiri
Ein tolles und inspirierendes Buch, um sich selbst und andere besser zu verstehen. Um das Leben und unser eigenes Verhalten besser verstehen zu können. Der Autor greift hier sehr wichtige Themen auf und erklärt psychologische Zusammenhänge auf einzigartige Art und Weise. Durch seine eigenen Erfahrungen und Anekdoten aus dem Therapiealltag, wird das Ganze praxisnah erklärt und dem Leser verständlich veranschaulicht.
Er lädt dazu ein, sich selbst und das eigene Leben genauer zu betrachten und zu analysieren. Das Buch hat mich an vielen Stellen zum Nachdenken angeregt.
Außerdem bringt er viele Studien und Experimente mit ein, die das Geschriebene nochmal zusätzlich verdeutlichen. Dazu gibt es noch einige Grafiken, die alles auflockern.
Warum streiten und lügen wir? Was sagen unsere Lebensgewohnheiten über uns und unser Leben aus? Diese und viele weitere Themen werden in diesem Buch thematisiert. Es ist keine trockene Aneinanderreihung von Theorie. Es ist ein praxisnahes und motivierendes Buch.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen. Es wird alles kurz und prägnant auf den Punkt gebracht ohne allzu ausschweifend oder langatmig zu sein. Mich hat das Buch wirklich begeistert. Man kann die Kapitel der Reihe nach lesen, oder aber auch zwischen den Kapiteln umherspringen. Was einen gerade am Meisten anspricht.
Durch die Vielfalt der Themen, die in dem Buch angesprochen werden, ist für jeden etwas Interessantes dabei.
Rezensionen von dorli:
Ich bleibe zwiegespalten zurück
Darkly von Marisha Pessl
Die 17-jährige Dia Gannon kann es nicht glauben - obwohl es über sechshunderttausend Bewerber gab, ist sie eine von sieben Jugendlichen, die von der Louisiana Veda Stiftung für ein Sommerpraktikum ausgewählt wurden. In London angekommen, wird allerdings schnell klar, dass es hier nicht um gewöhnliche Bürotätigkeiten und das Erfassen von Daten geht, denn Dia und ihre Mitstreiter werden statt in die Geschäftsräume der Stiftung auf eine abgelegene Insel gebracht - die Insel, auf der Louisiana Veda ihre begnadeten Darkly-Spiele entwickelt und hergestellt hat.
Louisiana Veda war die Gründerin der Brettspielfirma „Darkly“ und eine brillante Erfinderin von perfekt ausgetüftelten Spielen. Eine absolute Legende. Auch zig Jahre nach ihrem Tod haben ihre genialen Brettspiele eine riesige Fangemeinde. Originale werden in Auktionshäusern für Millionen Dollar gehandelt.
Vor knapp vierzig Jahren wurde der Prototyp des Darkly-Spiels „Walküre“ samt Anleitung gestohlen. „Walküre“ ist ein überaus gefährliches Spiel, das nie veröffentlicht werden sollte, daher hat Louisiana Veda in ihrem Testament verfügt, dass der Dieb aufgespürt und zur Rechenschaft gezogen werden muss und das Spiel unbedingt vernichtet werden soll.
Obwohl die mit der Suche beauftragte Kanzlei über die Jahrzehnte hinweg alle Ecken der Welt durchkämmt hat, blieb das Spiel verschwunden - bis es vor einigen Monaten wieder aufgetaucht ist und im Verborgenen von Jugendlichen gespielt wird. Da „Walküre“ bereits ein erstes Opfer gefordert hat - der 15-jährige George Glenfell hat das Spiel gewonnen und ist seit dem spurlos verschwunden - begeben sich Dia und die anderen Praktikanten auf eine äußerst gefahrenvolle Mission, denn sie müssen das Spiel bis zum Ende spielen, um den Täter dingfest zu machen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Marisha Pessl hat mich mit diesem Thriller für junge Leser ab 12 Jahre von der ersten Seite an fest im Griff gehabt. Schon die Ausschreibung für das Sommerpraktikum mit der verstörenden Bewerbungsfrage („Wofür würden Sie töten?“) und der unbedingten Anforderung, ein Tückling sein zu müssen, hat mein Kopfkino auf Hochtouren rotieren lassen. Ich war sofort neugierig auf alles - die ominösen Darkly-Spiele, deren geniale Schöpferin, die dubios wirkende Stiftung, die Mitglieder in der Gruppe um Dia.
Die Autorin versteht es ganz ausgezeichnet, diese anfängliche Spannung auf einem hohen Level zu halten, indem sie immer nur kleine Andeutungen macht und Hintergründe nur häppchenweise preisgibt. Geschickt befeuert sie die Sogwirkung der Geschichte mit diversen Überraschungen, immer neuen Wendungen, rätselhaften Hinweisen, abstrusen Theorien und einigen Ungereimtheiten, so dass ich mit hoher Geschwindigkeit durch das Buch gerauscht bin, immer begierig darauf zu erfahren, was als nächstes auf die Teenager zukommt und welche Wahrheit hinter allem steckt.
Auch die gruselige Atmosphäre hat mich begeistert. Alles wirkt sehr düster. Die nebelverhangene Insel, die alte Fabrik und auch die verfallene Villa sorgen für einen schaurigen Touch. Man hat ständig das Gefühl, dass hinter den trüben Fenstern eine Bedrohung lauert. Auch Dias Umfeld ist schwer zu durchschauen. Immer wieder fragt man sich: Wer meint es ehrlich? Wer ist gefährlich?
Nicht so gut gefallen hat mir die Charakterdarstellung. Ich hätte mir gewünscht, dass die unterschiedlichen Eigenschaften der Teenager deutlicher hervorgehoben werden und sie mehr entsprechend ihren Eigenarten agieren. Das Zusammenspiel wäre viel lebhafter geworden. Selbst Dia, die mich am Anfang mit ihrem altmodischen Typus so fasziniert hat, wird im Verlauf der Handlung immer blasser. Ja, Dia erfüllt ihre Aufgabe als Hauptfigur, sie ist gewieft und mutig, sie besteht die Abenteuer, es Spaß macht, ihr zu folgen und gemeinsam mit ihr die Rätsel zu lösen. Dennoch haben mir ihre außergewöhnliche Ausstrahlung und ihre charmante Selbstironie vom Beginn der Geschichte gefehlt.
Als sehr gut gelungen habe ich die Aufmachung des Buches empfunden. Nicht nur das Cover verdient ein großes Lob, auch die Idee, die eigentliche Handlung durch informative Zeitungsausschnitte, Fotos und Briefe zu ergänzen, finde ich großartig.
Alles in Allem bleibe ich etwas zwiegespalten zurück. Eine spannende Geschichte, die mit einer herrlich schaurigen Atmosphäre punkten kann, die aber durch nur halbgar ausgearbeitete Charaktere hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Daher 3,5/5.
Rezensionen von Petra:
Der zweite Fall für die Birder
Schräge Vögel – SOKO Zwergsäger von Anna Täuber
Die Birder sind wieder da. Zufällig findet Harald einen Toten bei seinem Nachbarn auf dem Stillen Örtchen. Promptg gerät sein Gartennachbar und Freund Anton unter Verdacht. Denn der Tote und er lagen im Dauerclinch. Da niemand glaubt das der bescheidene Taubenzüchter der Mörder ist muss die Soko wieder selber ermitteln.
Die vier haben seit dem ersten Band an Sozialkompetenz gewonnen. Harald denkt manchmal erst nach bevor er redet, Sabine hält sich etwas zurück, Thilo bringt seine Freundin mit ein und Katja gewinnt an Selbstvertrauen.
Sie sind nicht nur schräg, sie sind auch genial. Durch das Vögel beobachten haben sie die Geduld praktisch erfunden. Durch den Austausch ihrer doch sehr unterschiedlichen Gedanken kommen sie der Lösung näher.
Jedes Kapitel hat einen Spruch aus der Vogelwelt zum Titel, das ist schon der erste Grund zum Schmunzeln, dann die unterschiedlichen Verhaltensweisen, z. B.: Thilos Multitasking da kommt keine Frau mit. Auch die Nebenfiguren wie Sabines Familie mitsamt Pflegerin für Mutter Heide sind für eine Überraschung gut.
Mir ist die Truppe mit dem zweiten Band direkt ans Herz gewachsen, der erste war schon gut aber eher alltäglich, dieses Buch ist eine deutliche Steigerung und es war ein spannender Genuss es zu lesen.
Ich hoffe sehr das die Serie fortgesetzt wird.
Rezensionen von Bernhard:
Inspirierend und Mut machend
Klimaschutz – als wir Ernst machten von Johannes Götz
Toll finde ich, dass das Buch nicht nur beschreibt, warum Klimaschutz wichtig ist, sondern ehrlich die Frage stellt, wie echter Wandel überhaupt möglich werden kann. Sehr spannend und anregend, gerade weil das Thema aus einer persönlichen und gleichzeitig gesellschaftlichen Perspektive erzählt wird.
Eine überaus lesenswerte und ungewöhnliche Herangehensweise an das im buchstäblichen Sinne brennendste Thema unserer Zeit
Rezensionen von Allie:
Actionfilm auf Papier
Doppelspiel von Arne Dahl; Jonas Moström
Doppelspiel ist der neue Skandinavien-Krimi der beiden bekannten Autoren Arne Dahl und Jonas Moström. Das Ganze ist bereits (auf dem Einband) als Trilogie angekündigt, also kann man als Leser:in einiges an Komplexität erwarten.
Tatsächlich finde ich, dass sich Doppelspiel stellenweise wie ein Actionfilm auf Papier liest: Rasante Szenen, bildhafte Beschreibungen der Umgebung sowie spektakulär beschriebene Fluchtversuche prägen den Stil des Romans.
Manche Situationen wirken dabei durchaus überzogen – doch ähnlich wie im Actionkino ist das für mich weniger entscheidend als die Spannung. Und die hält das Buch meiner Meinung nach durchgehend aufrecht.
Der Titel deutet bereits an, dass die Handlung mehr als nur eine Ebene bereithält. Dieses Versprechen wird auch eingelöst: Nicht nur die Hauptfigur Tom Borg fühlt sich permanent beobachtet und verfolgt, auch als Leser:in bleibt man konstant mit dem Gefühl zurück, dass Personen und Ereignisse nicht das sind, was sie vorzugeben scheinen. Manch einen mag das stören, aber meiner Meinung nach ist diese Unwissenheit definitiv ein Pluspunkt des Romans.
Etwas schwerer tue ich mich hingegen mit der psychologischen Ebene der Geschichte. Das Motiv des (inneren) Zwillings zieht sich ebenso durch den Text wie der ausbleibende Schreibfluss des Protagonisten, der beim Schreiben offenbar in eine Art Wahnzustand gerät. Diese Aspekte sollen vermutlich zusätzliche Tiefe erzeugen, bleiben für mich jedoch eher sperrig. Sie verhinderten stellenweise den Lesefluss und machten es mir schwer, das Buch am Stück zu lesen.
Abgesehen davon finde ich, dass Doppelspiel ein sehr gelungener Krimi ist: Eine Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen, undurchsichtige Charaktere, anhaltende Spannung und ein Finale, das zumindest die zentralen Fragen zusammenführt. Offene Punkte bleiben meiner Meinung nach bewusst bestehen – schließlich ist das Ganze als Trilogie angekündigt.
Im Gegensatz zu vielen anderen finde ich dieses Buch durchaus gelungen. Vermutlich weil mich weder die überzogene Action noch die leicht unrealistischen Handlungsstränge stören. Eben wie in einem Actionfilm ;-).
Rezensionen von trebor:
Wie der Neandertaler zu seinem Namen kam
Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry
Silke Vrys Kinderbuch "Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit - Das Geheimnis vom Neandertaler, Dusty Diggers, Band 7" vermittelt nicht nur die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse dieser Urmenschen, sondern gibt auch einen kleinen Einblick in die Geschichte des Tals, in dem seine Gebeine entdeckt wurden.
Wenngleich mir der Zeichenstil nicht so gut gefällt, so ist es trotzdem ein wunderbar lehrreiches Buch, um nicht nur unsere Menschheitsgeschichte zu verstehen, sondern auch um zu erfahren, wie Wissenschaft funktioniert. Denn meist sind es einzelne Vordenker, die unermüdlich versuchen, ihre Erkenntnisse in der Fachwelt und vor anderen Kritikern durchzusetzen.
Die Kinder, die aus der Beobachterposition heraus die Geschehnisse mit Witz kommentieren, helfen den kleinen Leserinnen und Lesern, den Zugang zum Erzählten zu finden. Die Inhalte werden zwischendurch übersichtlich zusammengefaßt und am Ende des Büchleins befindet sich ein Glossar, in dem die wichtigsten Begrifflichkeiten und Fremdwörter erklärt werden. Prima !
Rezensionen von Ameland:
Ein neuer Fall für Irina & Co.
Die Großstadtdetektive - Wo ist Annabelle? von Eva Lezzi
Es handelt sich hier bereits um den 2. Band. Ich kannte den 1. Band nicht, hatte aber keine Verständnisprobleme. Trotzdem ist es sicherlich sinnvoll, die Reihe von Anfang an zu lesen.
Es sind Ferien und Irinas Freunde sind alle nicht in der Stadt. So vergnügt sie sich mit ihrer Ferienhündin Gloria im Stadtpark.
Hier trifft sie auf Annabelle, die sich dort jeden Tag zum Schachspiel einfindet. Als Annabelle plötzlich verschwindet, hat Irina ein ungutes Gefühl und das wird durch das Auffinden persönlicher Gegenstände von Annabelle noch verstärkt. Zum Glück kehren nun nach und nach ihre Freunde zurück und die Großstadt-Detektive begeben sich auf Spurensuche.
Eine wirklich spannende Detektivgeschichte aus der Feder von Eva Lezzi. Auch wenn die kurzen Kapitel es ermöglichen, die Geschichte immer mal wieder zu unterbrechen, so ist es doch so spannend erzählt, dass man das Buch, wenn überhaupt, nur ungern zur Seite legen mag. Der Spaß am Miträtseln wird noch durch das rätselhafte Gedicht und das Geheimnis der Schachfiguren erhöht. Beides eine coole und tolle Idee. Man fiebert richtig mit den Kindern mit, denn es wird nicht ganz ungefährlich.
Was mir besonders gefallen hat, ist dass die Kinder der Bande aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen und das überhaupt kein Problem darstellt. Als Leser bekommt man so ganz nebenbei einen kleinen Einblick in diese Kulturen. Die eingeflochtenen jiddischen, russischen und türkischen Ausdrücke lassen es noch authentischer wirken. Keine Sorge im Anhang gibt es eine Übersetzung dazu.
Gefallen hat mir auch das jiddische Gedicht In Majrew, zu Deutsch Im Westen, welches man sich über einen QR-Code vorlesen lassen kann.











