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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Chris:

Ein gefühlvoller Roman über alte Wunden und neue Nähe

Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher

Ein wunderbar flüssig geschriebenes Buch, das sich sehr angenehm lesen lässt – perfekt für den Urlaub. Besonders gut hat mir gefallen, wie greifbar die drei Hauptfiguren Britta, Pia und Martin beschrieben sind. Obwohl sie so unterschiedlich sind, spürt man ihre gemeinsame Vergangenheit und die emotionale Verbindung zwischen ihnen deutlich.

Die Atmosphäre der kleinen Stadt und die sommerlich-melancholische Stimmung sind sehr gelungen eingefangen. Allerdings war das „große Geheimnis“, das die Geschichte umgibt, für mich recht vorhersehbar, sodass der überraschende Moment am Ende ein wenig ausblieb.

Trotzdem ist „Der Sommer, der uns blieb“ ein schönes, einfühlsames Buch über Freundschaft, Vergebung und die Macht gemeinsamer Erinnerungen – ideal für alle, die ruhige, emotional stimmige Geschichten mögen...

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Rezensionen von nessabo:

Ein wichtiges Thema künstlerisch und mit hohem Anspruch umgesetzt

Paradise Beach von Dara Brexendorf

Das Thema Endometriose ist mir literarisch noch nie begegnet und das ist angesichts der Zahl der Betroffenen eine große Schande. Umso begeisterter habe ich auf „Paradise Beach“ geblickt, das sich dieser Thematik in Kombination mit einer queeren Coming-of-Age-Story annimmt.

So ganz warm geworden bin ich mit dem Werk aber leider nicht.

Ich würde den Sprach- und Erzählstil als eher kunstvoll beschreiben, was ich als Hürde beim Lesen empfinde. Die Autorin schwankt zwischen einer gegenwärtigen Perspektive, in der die Protagonistin nach einer Endo-OP und entsprechender Hormontherapie mit Schlafstörungen ziemlich isoliert in ihrer Wohnung liegt, und einer vergangenen, in welcher Ada sich an den Sommer ihrer ersten Menstruation erinnert.

Brexendorf hat ganz starke Passagen in diesen Roman eingebunden und übt deutliche Kritik - unter anderem an Medical Gaslighting („Alle Frauen haben solche Schmerzen“, „Sie steigern sich da in etwas hinein, gehen Sie mal spazieren“) und der männlichen Sexualisierung von jungen weiblichen Körpern. Dabei ist sie gar nicht einmal explizit, verwendet oft einen kindlichen und damit fast verharmlosenden Blick. Doch die Tragweite ist allen, denen ähnliche Erfahrungen eingeschrieben sind, wohl sehr bewusst. Ich habe so einige Szenen als gewaltige Donnerschläge empfunden, die nachhaltig in mir resoniert haben.

Die subtile Spannung der ersten, in diesem Fall queeren, Liebe ist ebenso spürbar wie die innere Einsamkeit der erwachsenen Ada nach ihrer OP. Sie versucht sich Satz um Satz auch wieder ein Stück weit mit ihrem Körper zu versöhnen.

Doch abseits dieser starken Elemente muss ich sagen, dass mir die Erzählform hier zu sehr über Inhalt und Emotionen gestellt wurde. Dadurch ist es zweifelsfrei ein besonderes Werk, in dem die Autorin etwas gewagt hat. Es hat mir aber damit auch nicht so wirklich ermöglicht, mich nachhaltig in die Protagonistin einzufühlen. Oft war sie mir zu distanziert und unverständlich. Ich hätte sehr gerne noch ein tieferes Verständnis für die Erkrankung bekommen und mehr über ihre Konsequenzen für die Betroffenen erfahren. Abgesehen von ein paar starken Eindrücken kann ich das für das gesamte Werk nicht behaupten.

Diese Side-Story rund um den Nachbarn fand ich außerdem zunehmend eigenartig und ihr Sinn hat sich mir nicht erschlossen, vor allem in Anbetracht ihres Endes. Den Schluss fand ich grundlegend gut gewählt, aber er kann meinen Gesamteindruck des Werkes nicht wirklich verbessern.

Damit bleibt es ein anspruchsvolles Werk über ein überaus wichtiges Thema, dem ich ein bisschen mehr sprachliche Zugänglichkeit sowie emotionale Nähe gewünscht hätte. Gerade für Menschen mit Freude an tendenziell poetischen Sprachstilen, die sich von der Masse abheben, ist dieses Debüt aber durchaus eine Empfehlung.

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Rezensionen von Havers:

Zuviel Drumherumgerede killt die Interessante Ausgangssituation

Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott

Eine kalifornische Vorstadt in den späten Sechzigern. Drei Frauen, deren Ehemänner als Serienmörder entlarvt und verurteilt wurden. Das Getuschel der Nachbarn hinter vorgehaltener Hand, die Zweifel an deren Ahnungslosigkeit haben, während selbst Beverly, Elsie und Margot sich immer wieder fragen, wie sie die Anzeichen übersehen konnten.

Kann man mit diesen Selbstvorwürfen, dieser Schuld, diesem Stigma weiterleben?
Sie können, weil sie müssen, denn das Leben geht weiter. Beverly kümmert sich um ihre beiden Kinder, archiviert aber gleichzeitig Zeitungsausschnitte über gewaltsame Übergriffe auf Frauen, Elsie legt den Fokus (vergeblich) auf ihre berufliche Karriere in einer Nachrichtenredaktion und Margot betäubt ihre Schuldgefühle mit Alkohol und wechselnden Männerbekanntschaften.
Doch dann häufen sich in den Nachrichten Meldungen über junge Frauen die eines gewaltsamen Todes gestorben sind, und ja, es scheint, als würde einmal mehr ein Serienmörder sein Unwesen treiben. Die Polizei tappt im Dunkeln, hat weder Plan noch Verdächtige, ist aber gleichzeitig auch blind für die Hinweise, die Beverly ihrem Polizisten-Lover gibt.
Wäre das nicht eine perfekte Ausgangslage für das Freundinnen-Trio, um den Mörder zu stellen? Wer, wenn nicht sie, können das Böse erkennen, sind prädestiniert dafür, den Täter zu entlarven und sich damit auch von peinigenden Schuldgefühlen zu befreien? Und so entschließen sie sich (auf Initiative von Beverly), den Täter ausfindig zu machen und seiner gerechten Strafe zuzuführen.
„Ein guter Blick fürs Böse“ wird zwar vordergründig als Kriminalroman vermarktet, versucht aber über weite Strecken einen feministisch geprägten Blick zurück in die Zeit eines beginnenden gesellschaftlichen Wandels zu werfen, in der die drei Frauen die ihnen zugedachten Rollen - zumindest in Ansätzen - in Frage stellen. Auch und gerade dann, wenn man ihnen Steine in den Weg legt. Und ja, ich scheue mich, das Buch als historischen Roman zu bezeichnen, denn dafür hätte es meiner Meinung eine intensivere Sicht auf die gesamt gesellschaftlichen Veränderungen im Kalifornien der sechziger Jahre bedurft.
Arnott baut die Story langsam auf, zu langsam für meinen Geschmack, kreist immer wieder um die Themen Geschlechterrollen, Freundschaft, aber auch Schuld und Sühne, was leider insbesondere in der ersten Hälfte zu Lasten der Spannung geht. Hier hätte sie straffen können und sollen, was dem Tempo durchaus zuträglich gewesen wäre, insbesondere weil die Anzahl der Verdächtigen sehr übersichtlich ist. Und auch die Konzentration auf die Charakterisierung der drei Frauen war dem Spannungsfaktor nicht wirklich zuträglich, hat sich wiederholt und meine Geduld überstrapaziert, so dass ich mich stellenweise fast schon zum Weiterlesen zwingen musste. Von einem Kriminalroman erwarte ich mir mehr: Mehr Tempo, mehr Action, mehr Spannung. Und vor allem weniger Drumherumgerede.

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Rezensionen von nessabo:

Eine unbedingte Empfehlung voller Herzenswärme und Ernsthaftigkeit

Pina fällt aus von Vera Zischke

Vera Zischkes Debüt hat mir schon außerordentlich gut gefallen und auch in ihrem zweiten Werk setzt die Autorin wieder auf eine Perspektive, die bislang viel zu selten eingenommen wird. Ich war begeistert von der Warmherzigkeit und Authentizität der Erzählung!

Ich habe beim Lesen immer wieder Parallelen zu „Der Bademeister ohne Himmel“ gesehen, wo ebenso eine schicksalhafte Gemeinschaft thematisiert wird, nur dass es da um das Thema Demenz geht und Zischke hier den schwer autistischen Leo ins Zentrum ihrer Geschichte setzt.

Die Parallelen könnten positiver nicht sein, denn beide Werke sind ganz klare Highlights für mich. Sie eint eine Warmherzigkeit und Solidarität unter den Figuren, die mir beim Lesen unendlich viel Hoffnung gegeben haben, dass die Welt doch ein guter Ort sein kann.

Zischke nimmt auch in ihrem zweiten Roman eine Perspektive ein, zu der sie eine persönliche Nähe hat - und das zahlt sich absolut aus. Aus der Erzählerin spricht ebenso viel Wärme wie deutlicher Ernst - etwa in Bezug auf die Abwertung behinderten oder neurodivergenten Lebens und die kräftezehrende Lebensrealität einer alleinerziehenden, pflegenden Mutter. Indem die Autorin die Hauptpflegerin vorübergehend und ersatzlos aus der Geschichte streicht, wird die unbezahlte Arbeit überdeutlich.

Solidarische Momente in Büchern sind für mich etwas ganz Besonderes und ja, vielleicht läuft es manchmal ein bisschen zu glatt - aber wofür haben wir denn bitte Literatur, wenn nicht zum Erdenken einer besseren Welt?! Die zentralen Figuren sind fein herausgearbeitet und angenehm divers. Obwohl sie sich im Alter stark unterscheiden, eint sie alle eine gewissen Einsamkeit, die durch das gemeinschaftliche, solidarische Sorgen für Leo gelindert werden kann. Ich hätte sie zwar auch gern noch tiefer kennengelernt, fand es aber in Abwägung der Romanlänge absolut ausreichend.

Ich kann gar nicht genug betonen, wie großartig ich Zischkes Aussagen im Buch finde. An keiner Stelle gibt es den ernsthaften Anspruch, Leo an die Gesellschaft anpassen zu müssen. Stattdessen schreibt sie Sätze wie: „Behindert ist nicht die kaputte Version von normal […] Leo ist Teil dieser Welt wie alle anderen auch. Ich will nicht, dass er versorgt ist. Ich will, dass er dazugehört.“

Und viel mehr will ich dazu auch eigentlich gar nicht sagen. Ich habe selten eine derart starke literarische Stimme gelesen, welche sich so unnachgiebig menschlich für eine Gruppe einsetzt, die zu den marginalisiertesten unserer Gesellschaft gehört. Diese Geschichte liest sich fast schon zu schnell für den Genuss, den ich mit ihr hatte. Sie ist warmherzig und ehrlich und genau damit das, was wir alle brauchen.

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Rezensionen von mo.ni.books:

Fesselnder und spannender Südtirol Thriller

Totentanz von Holger J. August

Totentanz ist schon der dritte Südtirol Thriller vom Autor Holger J. August, in welchem die Brixner Reporterin Marie Pichler und der ehemalige Starjournalist Tom Bauer im Mittelpunkt des Geschehens stehen.
In Südtirol passieren mysteriöse Morde und Überfälle, auf die sich keiner wirklich einen Reim machen kann.

Sogar Marie kommt mit ihren Beiträgen nicht voran. Als Tom Bauer den Plauser Totentanz, eine Bilderreihe eines bekannten Künstlers, entdeckt, hegt er zusammen mit Marie einen schrecklichen Verdacht....doch keiner will den beiden glauben.

Der Autor konnte mich auch mit diesem Südtirol Thriller wieder fesseln. Dabei wird die Geschichte aus der Sicht von Marie, Tom Bauer und Jockel erzählt. Die Handlung ist spannend bis zur letzten Seite und die düstere Atmosphäre vermittelt geschickt die unmittelbare Bedrohung. Die tragende Rolle nimmt Marie im Buch ein; sie ist eine sympathische und quirlige Hauptfigur, die von ihren Freunden bedingungslos unterstützt wird.

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Rezensionen von Daggy:

Monstermäßig toll!

Manno Monster und ich von Katja Reider

Auf dem Cover ist Jussi und Manno zu sehen und obwohl Manno ein Monster ist, schaut er sehr freundlich. Und genau da liegt sein Problem. Als Jussi, wie jeden Abend sein Zimmer nach einem Monster absucht, hört er ein Knarzen und findet unter seinem Bett Manno, das niedliche blaue Monster. Von ihm erfährt er, dass Jungen wie er in Monsterkreisen als „Weichei“ eingestuft werden und eigentlich Anfängermonster auf ihn angesetzt würden.

Aber Manno ist leider nicht gut im Erschrecken und deshalb taucht er heute bei Jussi auf. Nun hat Jussi mit diesem unfähigen Monster noch ein zusätzliches Problem neben seinem Vater, der ihm ständigen hilft, einer pubertierenden Schwester und einem fiesen Nachbarsjungen.
Wie und ob Jussi seine Probleme lösen wird, davon erzählt die Geschichte und ich darf verraten, er überlegt sich eine tollen Plan. Neben der sehr schön erzählten Handlung gibt es hervorragende Illustrationen und ein besonderer Gag ist, dass, wenn die Handlung im Dunkeln spielt, die Seiten ebenfalls dunkel eingefärbt sind. Dazu gibt kleine Sprechblasen in denen und Jussi anspricht und nach unserer Meinung fragt und Listen, die wir ausfüllen können. So können wir uns überlegen, wie wir vorgegangen wären. Schon bald gibt es einen zweiten Teil und ich bin gespannt, wie es mit Jussi und Manno weitergeht.

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Rezensionen von DoraLupin:

Hatte ganz andere Erwartungen

Keeping it casual von Karina May

Ich muss sagen, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte, da mir der Klappentext sehr zugesagt hat. Ich fande dieses Mix aus Liebesgeschichte, gepaart mit dem ersten Hintergrund der Erkrankung, spannend, aber leider hat mir der Klappentext auch mehr versprochen als das Buch letzlich gehalten hat und am Ende muss ich leider sagen, dass mich das Buch nicht abholen konnte und ich es sogar abgebrochen hätte, wäre es keine Leserunde gewesen.

Das Buch handelt von Maxine, bei ihr läuft es alles andere als rund: Erst erhält sie eine beunruhigende Diagnose, dann entdeckt sie, dass ihr Freund sie betrügt. Ihre beste Freundin Alice findet, Max braucht dringend Ablenkung - und meldet sie kurzerhand bei Tinder an. So lernt Max Johnny kennen: charmant, witzig und überraschend vertraut. Gemeinsam kochen sie sich per Chat durch das Familienkochbuch von Max’ Ex - ohne sich je zu begegnen, denn beide wollen nichts Ernstes. Doch aus dem harmlosen Spiel wird mehr, als Max vor einer entscheidenden Operation steht und alles, was sie bisher für wichtig hielt, hinterfragt. Aber hat sie den Mut, für das Leben - und die Liebe - einzustehen, die sie sich wirklich wünscht?

Ins Buch bin ich ganz gut reingekommen, da der Schreibstil einfach und leicht zu lesen ist, aber leider konnte ich von Anfang nicht richtig mit Max mitfühlen, ihr Charakater blieb mir leider fremd und unnahbar. Leider ging es mir mit Johnny auch nicht viel besser, den man anfangs nur durch einen Chat kennen lernt. Eigentlich eine richtig coole Idee und ich hatte mich da schon drauf gefreut, aber es ging die ganze Zeit ums Thema Kochen was einfach nicht so mein Thema ist.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass ich vom Buch enttäuscht bin, in der Mitte habe ich kurze Zeit den Eindruck gehabt es gefällt mir besser, als Max im Krankenhaus ist, das hat mir auch gut gefallen, aber insgesamt ist das Buch zu locker und geht einfach gar nicht in die Tiefe für mich. Statt einer sehr tiefgründigen und bewegenden Geschichte, wie ich gehofft hatte, habe ich eine lockere Liebesgeschichte mit relativ vielen Klischees erhalten, die mich leider einfach gar nicht packen konnte. Hätte ich das Buch alleine gelesen, hätte ich es weggelegt, da ich mich immer wieder zum lesen aufraffen musste.

Fazit: Für mich leider kein Lesevergnügen, weil ich mit ganz anderen Wünschen und Erwartungen ans Buch rangegangen bin. Wer eine lockere Liebesgeschichte sucht, mit ein wenig chatten, kochen und reisen, der ist hier richtig, wer etwas tiefgründiges sucht, sollte besser zu einem anderen Buch greifen.

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Rezensionen von DoraLupin:

Cosy Crime mit Witz und Natur

Gärten, Gift und kalte Rache von Klaudia Blasl

Schon alleine das tolle Cover hat mich sofort in den Bann ziehen können, denn ich liebe Pflanzen und ein gewisser Hauch zum Bösen durch das Fläschen in der Mitte, in dem Gift sein könnte, besteht auch gleich. Das Cover reiht sich ausserdem ganz wunderbar in die Buchreihe der Autorin ein, den Band eins und zwei sind ebenfalls ähnlich gestaltet und im Schrank sehen sie zusammen sicher wunderbar aus!

Dieser Cosy Crime dreht spielt in Oberdistelbrunn, hier soll alles aufblühen: mehr Insekten, mehr Biodiversität, mehr sanfter Tourismus.

Doch statt Bienensummen liegt plötzlich Angst in der Luft. Der Fund eines Hundeskeletts setzt eine mysteriöse Mordserie in Gang – ein Opfer nach dem anderen wird vergiftet. Schon bald schreien die Dorfbewohner nach Selbstjustiz, denn die Polizei tappt im Dunkeln. Und wieder einmal sind Berta und Pauline, die beiden Hobbygärtnerinnen mit Miss-Marple-Gen, gefragt, dem Täter auf die Spur zu kommen. Nur kommen sie ihm dabei gefährlich nahe.

Ich kenne die anderen Bände der Reihe leider noch nicht, hatte aber trotzdem keine großen Probleme im Buch mitzukommen, auch wenn es natürlich immer etwas schöner ist in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Der Krimi ist aber in sich abgeschlossen und erfordert kein Vorwissen, das Privatleben der Protagonistinnen kennt man natürlich jetzt nicht so gut, wenn man mit diesem Teil anfängt. Der Schreibstil ist sehr flüssig-leicht und passt sehr gut zum Genre. Es findet sich allerlei Humor und Witz zwischen den Seiten, was den Krimi nicht nur in Sachen Spannung zu einem gelungenen Vergnügen macht!

Berta und Pauline sind wirklich sympathisch und man kann sehr leicht mit ihnen mitfiebern und mitermitteln. Die Autorin sogt im Buch gelungen für Wirrungen und falsche Fährten, sodass er Spaß macht bis zum Ende mitzurätseln was passiert ist. Sehr gut gefallen haben mir auch die Beschreibungen der Landschaft, der Häuser und Pflanzen im Buch. Man kann sich als Leser alles gut vorstellen!

Fazit: Ein sehr gelungenes Buch der Reihe, das ich nur empfehlen kann. Noch schöner ist es sicher nur, wenn man die ersten Bände der Reihe bereits kennt. Ich vergebe sehr gute 4 Sterne und eine Empfehlung an Krimifans und Gartenfreunde.

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Rezensionen von nessabo:

Anspruchsvolle Familiengeschichte und eine spannende literarische Stimme

Die Stimmen der Nacht von Tochi Eze

„Die Stimmen der Nacht“ ist ein literarisch anspruchsvolles Debüt mit einer wichtigen Perspektive. Ich habe echt eine Weile gebraucht, um in die Figurenwelt einzufinden - ein selbst gezeichneter Stammbaum hat mir im Laufe der Handlung dann sehr geholfen. Es bietet sich eindeutig an, den Roman so gut es geht am Stück zu lesen, weil er einfach sehr dicht ist.

Meine persönliche Herausforderung war Margaret als eine Person mit Schizophrenie. Einerseits finde ich die Darstellung der Figur sehr sensibel und ich ziehe meinen Hut vor dem Talent Tochi Ezes, hier nicht in Klischees abzudriften und dann auch noch die Balance zu wahren zwischen moderner Psychiatrie und kulturell-religiösem Umgang. Andererseits wird Margaret damit auch zu einer für mich unberechenbaren sowie leicht unzuverlässigen Figur und mit solchen habe ich immer meine Schwierigkeiten. Das ist aber einfach eine persönliche Präferenz.

Der Roman ermöglicht den Leser*innen spannende Einblicke in eine Kultur, die literarisch bislang wenig Aufmerksamkeit erhält. Ich fand es sehr geschickt, wie die Autorin koloniale Taten und das damit einhergehende Erbe sowie konkrete Identitätsfragen in die Geschichte einwebt - wobei sie hier auch gern noch deutlicher hätte werden können. Stark war auf jeden Fall die Herausstellung patriarchalen Anspruchsdenkens über die Zeit und Ländergrenzen hinaus.

Ein ambivalenter Punkt ist die Dichte der Erzählung, die zwar wirklich bemerkenswert ist, allerdings auch dazu führt, dass mir die Figuren weitläufig eher distanziert blieben. Die Handlung wird trotz aller Komplexität jedoch sehr atmosphärisch und authentisch beschrieben, lokale Sprache klug eingesetzt und für Nicht-Sprachkundige elegant im Erzählfluss übersetzt.

Ein Werk, das definitiv mit hohem literarischen Anspruch daherkommt und eine vielschichtige Familiengeschichte geschickt ineinanderspinnt. Durch die vielen Nebenerzählungen, komplexen Figurenverflechtung und verschiedenen Zeitebenen hat mir das Buch einiges abverlangt und dadurch auch die Emotionalität ein wenig in den Hintergrund verschoben, obwohl mich die Geschichte gerade in der zweiten Hälfte sehr fesseln konnte. Eze hat hier wirklich einen sehr würdigen Debütroman geschrieben, der viele Leser*innen verdient hat.

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Rezensionen von Julia :

Frankls Werk - erklärt durch Praxisbeispiele und Austausch zweier Expert:innen

Es ist nie zu spät für ein sinnerfülltes Leben von Elisabeth Lukas; Valentin Opll

Das Buch ist eine Hommage an das Werk von Viktor Frankl. Leser, die von ihm noch nichts gehört haben, bekommen einen Eindruck über dessen Art der Psychotherapie. Dadurch dass das Autoren-Duo seit Jahren bzw. im Fall von Frau Lukas, mehrere Jahrzehnte Praxiserfahrung zu Frankls Theorie haben, können sie mit vielen Beispielen aus ihren Erfahrungen mit Patienten berichten.

Das reicht von Sitzungen aus der Suchtklinik bis hin zur Therapie einer bisweilen „gelangweilten, gut situierten Hausfrau“. Dieses Spektrum zeigt, wie vielfältig Frankls Logotherapie Anwendung finden kann.

Den Untertitel fand ich persönlich etwas irreführend, da von einem „Dialog“ zweier Frankl Kenner die Rede ist. Vielmehr ist es eher eine Abwechslung von kurzen Essays, die meist eine kurze Meinung zum vorangegangenen beinhalten. Im Laufe des Buches erfährt man auch einiges über den Werdegang der Autor/innen- das sie aus unterschiedlichen Generationen (40
Jahre Altersunterschied) stammen. Daher gehen die Meinungen manchmal auseinander, wobei das konstruktiv ist und nicht in einem Generationen- Bashing endet.

Ein Buch für Interessierte an der Psychotherapie- keine stumpfe Theorie, sondern anwendungsbezogen. Auch für Menschen, die sich mit Achtsamkeit beschäftigen und noch nie etwas von Frankl gehört haben. Es zeigt, wie wichtig auch hier das Leben im gegenwärtigen Moment ist.

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