Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Für mich ein toller Einstieg in die Bücher von Annette Landgraf
Der eigene Weg von Annette Landgraf
Katharina „Kate“ Lambertz ist schockiert und verletzt, als sich herausstellt, dass sie ihr Freund der Archäologe Simon Obermeier, mit dem sie seit mehr als 2 Jahren zusammen ist, von vorne bis hinten belogen hat. Sie wollte mit ihm nach Indien, wo er an einer Ausgrabung teilnehmen sollte. Stattdessen zieht sie einen Schlussstrich und er muss er froh sein, den Job eines stellvertretender Kreis-Archäologen im beschaulichen Tiefenstett zu bekommen.
Kate hat gerade ihre beiden Studiengänge abgeschlossen und muss sich neu orientieren. Da kommt ihr der Vorschlag ihrer Doktormutter Prof. Mathilde Redecke, bei ihr zu wohnen und ihre Doktorarbeit zu beenden, gerade recht. Sie besorgt ihr auch ihren ersten Job als Leiterin des Sozialreferates. Und wo? Ebenfalls in Tiefenstett, wo sie unweigerlich ihrem Ex immer wieder über den Weg laufen wird. Durch Mathilde lernt sie aber auch Philip Helmschmied kennen, ebenfalls Student unter den Fittichen von Prof. Redecke. Und der ist sich bald sicher, dass Kate, die anfangs leider die Eiskönigin gibt und von Männern erst mal nichts wissen will, die Richtige für ihn sein könnte. Bald stellen Kate und Philip, aber auch Simon getrennt voneinander fest, dass der Tiefenstetter Bauunternehmer Zopp in illegale Machenschaften verstrickt ist. Als sie sich mit ihm anlegen ahnen sie nicht, wie weit der für seine Geschäfte gehen wird.
Für mich war es das erste Buch aus der Feder von Annette Landgraf, das ich gelesen habe. Es wird aber definitiv nicht das letzte gewesen sein.
Ich mag ihren emotionalen und einfühlsamen Erzählstil, ihre bildhaften Beschreibungen und vor allem mag ich die meisten der Menschen, die sie mir hier vorstellt.
Ganz besonders natürlich Kate und Philip, um die es hier hauptsächlich geht. Beide scheinen mir von Anfang an für einander geschaffen zu sein, was auch Mathilde bemerkt. Ihren Umgang miteinander finde ich so toll, ihre Gedanken und Gespräche liebe ich. Und auch wenn es gedauert hat bis auch Kate aus ihrem Schneckenhaus kriecht und ihre Zuneigung entdeckt – es hat sich absolut gelohnt.
Aber auch viele der anderen Menschen, die mir hier das erste mal begegnen, finde ich richtig menschlich und mit ihren kleinen Eigenheiten sehr gut gezeichnet. Wobei mir gerade die Unterschiede zwischen z.B. Mathilde Redecke und ihrem Ex Guido Freimann oder Philips Mutter Carola mit ihrem Ex Tobias sehr gut gefallen haben. Die menschliche Komponente spielt in dieser Geschichte sowieso eine sehr große Rolle. Die Entwicklung, die simon z.B. genommen hat, hat mich überrascht und andererseits dann richtig begeistert. Er hat aus seinen Fehlern wenigstens etwas gelernt. Auch Cynthia Haun und ihr Großvater Berthold haben mich mit ihrem sozialen und ehrlichen Wesen überzeugen können. Ganz krass dazu Bauunternehmer Zopp, ein absolutes Ekelpaket. Und Simons Vorgänger Bernd Eitz gehört ebenfalls in diese Kategorie. Zwar auf andere Art und nicht ganz so schlimm, aber immerhin gehört auch er ins Gefängnis.
Die Geschichte mit ihren 382 Seiten aufgeteilt in 10 Teile hat mich mit ihrer Vielfältigkeit begeistert. Da gibt es ganz viel Liebe, Romantik, Gefühl und ein Sommerfest. Auf der anderen Seite Bauskandale, Beleidigungen, Lügen, Betrug und Familiendramen. Das alles zusammen ergibt einen sehr guten Mix.
Eine sehr emotionale Geschichte im Guten wie im Bösen mit mehrheitlich liebenswerten Protagonisten, die mich von Anfang an in ihren Bann geschlagen und bis zum Schluss sehr gut unterhalten hat.
Rezensionen von Ele:
Die Zeit läuft
Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann
Hast du Zeit? Thriller von Andreas Winkelmann, 416 Seiten, ein Rowohlt Taschenbuch
Der neue Thriller von Andreas Winkelmann
Lars Grotheer ein ehemaliger Polizist wird von seiner Tochter gebeten, auf eine Kollegin achtzugeben, die sich gestalkt fühlt. Doch auch Grotheer kann nicht verhindert dass sie getötet wird.
Gleichzeitig wird die junge Schornsteinfegerin Felizitas entführt, während sie mit ihrer Freundin Lilly telefoniert. Immer mehr Menschen verschwinden, auch Grotheers Tochter. Die Opfer verbindet eine leere Sanduhr, die sie geliefert bekamen. Lars und Lilly beginnen zu ermitteln und geraten selbst in Lebensgefahr.
Die überschaubaren Kapitel sind mit Datum und Uhrzeit versehen, der Handlungszeitraum ist daher gut überschaubar. Die Zeitangabe finde ich außerdem passend, weil es in diesem Thriller um das Thema Zeit geht. Der Schreibstil ist auktorial und sehr flüssig, der Spannungsbogen nervenzerreißend hoch. Mit anderer Schrift hervorgehoben, dazwischen, immer wieder Abschnitte aus Sicht des Täters, in denen er sich direkt an den Leser wendet Die am Anfang etwas verwirrten, aber im Lauf der Geschichte immer klarer und dazu unheimlicher wurden. Die Geschichte um Hannah und was in der Jugend des Täters geschah. Lange bin ich auf der Suche nach dem Mörder im Dunkeln getappt, ungeahnte Wendungen und falsche Fährten haben mich in die Irre geführt. Die Auflösung hat mich überrascht. Das Setting ist gut beschrieben, da ging Kopfkino ab.
Das Finale war brutal und atemberaubend, nicht gestellt und schon gar nicht gefällig geschrieben und trotzdem perfekt. Die Figuren waren sehr gut charakterisiert. Mutig, klug und durchdacht handeln sie, zunächst ohne Unterstützung der Behörden, dabei sind sie sympathisch und ihr Handeln nachvollziehbar, mein Lieblingscharakter war Grotheer, ein toller Typ und auch "Jemand" hat mein Herz erobert. Etwas weniger „Besetzung“ hätte der Übersicht halber gut getan.
Den neuen Winkelmann kann ich nur empfehlen. Einmal darüber nachzudenken, wieviel Zeit man vergeudet oder einem genommen wird, dazu hat mich dieser Thriller angeregt. Eine Empfehlung für die Leser die gerne spannende und profunde Thriller lesen und natürlich für alle Winkelmann-Fans.
Dazu von mir 4 Sterne
Rezensionen von froschman:
Kindheitstrauma
Das Baumhaus von Vera Buck
Henrik und Nora Saunders mit ihrem fünfjährigen Sohn Fynn übersiedeln nach Västernorrland in Schweden, um im geerbten Haus von Henriks Großvaters in neues Leben zu beginnen. Sie erwarten eine Idylle. Doch bei ihrer Ankunft in dem alleinstehenden Ferienhaus am See spüren sie Unheimliches und Bedrohliches.
Henrik hat hier seine Kindheit verbracht, jetzt ist er Kinderbuchautor, kann von zu Hause arbeiten und beschäftigt sich viel mit Fynn, dem er phantasievolle Geschichten erzählt. Bei einem Spiel der beiden im Wald hinter dem Haus verschwindet Fynn spurlos.
Rosa Lyndqvist, eine forensische Wissenschaftlerin, kehrt nach ihrem Studium zurück, um ihren Bruder Ebbe zu pflegen, der nach einem Bergunfall schwer verletzt ist und sich kaum bewegen bzw. nicht sprechen kann. Sie hat ein übersinnliches Gespür für Auswirkungen bei Verwesung und hat bei ihren Forschungen im gleichen Wald ein menschliches Kinderskelett gefunden. Sie wird daher bei der Polizei als forensische Ermittlerin eingestellt.
Der dritte Erzählstrang handelt von Marla; einem Mädchen, das als fünfjährige entführt wurde und seither verschwunden ist.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Fynns Verschwinden, dem toten Kind und der verschwundenen Marla? Das Buch ist aus der Sicht der verschiedenen Hauptpersonen geschrieben und in kurze Kapitel eingeteilt, die jeweils mit dem Namen der erzählenden Person betitelt sind. Es kommt zu einigen überraschenden Wendungen. Alles in allem ein düster, beklemmend und geheimnisvoller Thriller!
Rezensionen von nuean:
Spannender Auftakt
The Hurricane Wars von Thea Guanzon
Talasyn kämpft im Krieg gegen die Schattenmagier des Nachtimperiums, das ihre ganze Welt zu zerstören droht. Als einzige Lichtweberin stellt sie sich dem Feind an vorderster Front. Als sie im Kampf auf Alaric trifft, den Kronprinzen des Nachtimperiums stellt sie sich einem ebenbürtigen Krieger, doch beide genießen den Kampf mehr, als dass sie als Sieger daraus hervorgehen.
Als Talasyn von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, stehen sie die beiden wieder gegenüber, doch diesmal können Sie die Welt nur gemeinsam retten.
Der Einstieg in das Buch war sehr spannend und ich war sofort in der Handlung drin. Mit der Welt hatte ich anfangs noch leichte Schwierigkeiten, obwohl ich es eigentlich mag, wenn man direkt ohne viel Erklärung hineingeworfen wird. Hier waren es jedoch viele fremde Wörter, deren Bedeutung sich mir nicht sofort erschlossen hat. Das wurde aber nach kurzer Zeit immer besser. Talasyn fand ich sehr sympathisch, sie kämpft für ihr Volk, ist mutig und waghalsig, hat aber ihr Herz am richtigen Fleck. Nur während des Buches ging sie mir manchmal gewaltig auf die Nerven. Ich verstehe ihre Ängste, Sorgen und Nöte, aber wie sie manchmal mit Alaric umgesprungen ist, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Alaric ist der düstere dunkle Schattenprinz, der einem aber doch ans Herz wächst, da man auch seine Gedanken und Gefühle kennenlernt.
Die Dynamic zwischen den beiden, das Knistern, Kämpfen und Necken hat mir ganz gut gefallen, nur wenn Talasyn wieder ihre 5 Minuten hatte fand ich es schwierig. Zwischendurch hatte das Buch auch einige Längen, die mich etwas aufgehalten haben.
Trotzdem finde ich die Idee sehr spannend und auch die Charaktere sind noch nicht völlig durchschaubar, deshalb bin ich wahnsinnig gespannt, wie es weitergeht.
Fazit: Spannung, Magie und Leidenschaft mit einigen Längen
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Vielschichtiger Roman über Suchende
Taumeln von Sina Scherzant
Das ist mein erster Roman von Sina Scherzant. Ihr Debüt „Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne“ hatte ich 2023 trotz des vielversprechenden Titels wegen akuter Leseüberlastung ausgelassen. Dafür habe ich jetzt bei ihrem zweiten Roman, verführt durch die interessante Kurzbeschreibung und die vielversprechende Leseprobe, zugegriffen.
Luisas Schwester Hannah ist seit mehr als zwei Jahren verschwunden. Niemand weiß, wo die junge Frau ist und Luisa vermutet, dass ihrer Schwester etwas zugestoßen ist. Doch als die polizeilichen Ermittlungen keinerlei Spuren ergeben, verlaufen die groß angelegten privaten Suchaktionen irgendwann im Sand. Nur ein kleiner, harter Kern von acht Menschen rund um Luisa trifft sich regelmäßig am Wochenende, um weitere Teilabschnitte des Waldes zu durchsuchen.
Nicht der rätselhafte Fall der verschwundenen Schwester, sondern diese Gruppe von Menschen und Luisa selbst steht im Zentrum von Scherzants neuem Roman.
Obwohl die meisten von ihnen Hannah nicht mal kannten, hat jede*r von ihnen seine eigene innere Motivation, an den Suchaktionen teilzunehmen.
Beispielsweise der mittelalte Junggeselle Frank. Er ist vereinsamt, fühlt sich im Leben gescheitert und ist auf der Suche nach sozialen Kontakten und nach einem Daseinszweck.
“Ihr Verlust hat ihm eine Art Hobby beschert und einen Grund, am Samstag aufzustehen, zu duschen, sich einen Kaffee zu machen, obwohl das Lämpchen schon blinkt, obwohl die Maschine entkalkt werden müsste, aber dafür hat er an den meisten Samstagen keine Zeit, denn er wird gebraucht, im Wald, da warten sie auf ihn.”
Die Suchenden wachsen zu einer kleinen Schicksalsgemeinschaft zusammen, die man fast Freundschaft nennen könnte. In Luisas eigenem Leben wurde durch das Verschwinden ihrer Schwester die Stoptaste gedrückt und die Familie schwer und nachhaltig erschüttert. Sie führen ein Leben wie in einem Wartezimmer.
Scherzant greift in ihrem Roman viele Themen auf. Manche wie Depressionen und die Konkurrenz unter Schwestern, werden nur angedeutet. Andere, wie das Thema Einsamkeit, werden stärker ausgearbeitet. Das gelingt ihr meiner Meinung nach gut, auch wenn eine klarere Fokussierung auf weniger Inhalte vielleicht noch stärker gewesen wäre.
Auch literarisch variiert Scherzant mit verschiedenen Stilmitteln, Tempi und Erzählformen, was sehr gut ihr schriftstellerisches Können zeigt, aber in meinen Augen vielleicht auch etwas zu beliebig verwendet wird.
Viele der von ihr verwendeten Bilder und die sprachliche Ausgestaltung finde ich richtig gut, wie beispielsweise der starke und interpretationsoffene Schluss.
Besonders gefällt mir, dass Scherzant zeigt, wie im Alltag viel von der Aufmerksamkeit, die wir unseren Mitmenschen und vor allem den Menschen die wir lieben, widmen sollten, verloren geht. Geht ein Mensch verloren, bekommen diese verschenkten Augenblicke neues Gewicht.
„Taumeln“ ist nicht die Geschichte, wie das Rätsel der verschwundenen Hannah gelöst wird. Es ist vielmehr die vielschichtig erzählte Geschichte von Menschen, die nicht nur im Wald, sondern im Leben auf der Suche sind.
Für mich vielleicht kein Highlight, aber ein interessanter und lesenswerter Roman einer vielversprechenden Autorin und Schriftstellerin.
Rezensionen von cosmea:
Die Illusion der großen Freiheit
Ex-Wife von Ursula Parrott
In Ursula Parrotts vor 100 Jahren erschienenem Roman “Ex-Wife“ geht es um die junge, sehr attraktive Patricia, die mit 19 Jahren ihre große Liebe Peter kennenlernt und mit ihm nach New York zieht. Das Paar vereinbart eine offene Beziehung, weil sie Treue und Eifersucht für überholt halten. Von dieser Vereinbarung macht ihr Mann reichlich Gebrauch, Patricia nur ein einziges Mal, woraufhin ihr Mann ihr wütend vorwirft, herumgehurt zu haben.
Damit ist ihre Ehe nach vier Jahren am Ende, und Peter verlangt die Scheidung. Patricia wehrt sich jahrelang. Sie liebt ihren Mann nach wie vor und hofft lange Zeit, dass er zu ihr zurückkehrt. Bis sie schließlich die Endgültigkeit der Trennung akzeptiert und in die Scheidung einwilligt, vergeht viel Zeit. Patricia findet Unterstützung bei ihrer Freundin Lucia und versucht die Idee der unbegrenzten Freiheit auszuleben. Nach ihrem Arbeitstag als Werbetexterin geht sie in Restaurants, Bars und Flüsterkneipen und lernt immer wieder neue Männer kennen, mit denen sie bedeutungslosen Sex hat. Einen Partner, mit dem sie tiefe Liebe verbindet, findet sie nicht mehr. Bei all dem weiß sie immer, dass ihr freizügiges Leben nichts an den misogynen Machtstrukturen ändert und ihre Zeit als begehrtes Sexobjekt ohnehin begrenzt ist.
Der Skandalroman von 1929 vor dem großen Börsencrash schockiert heute niemand mehr. Ich habe dieses Porträt einer anderen Epoche, in der enorm viel gefeiert und getrunken wurde, gern gelesen. Die Frauen, die wie Patricia beachtet werden wollten, gaben sehr viel Geld für Kleidung aus. Manches hat sich geändert, vor allem natürlich die Mode mit den vielen Pelzen und den auffälligen Hüten, vieles aber auch nicht. Ein wichtiges Buch, das die Neuauflage im Original und die Übersetzung ins Deutsche verdient hat.
Rezensionen von Claudia R.:
emotionsreich ...
Irish Love - Vom Glück geküsst von Josie Donovan
Klappentext / Inhalt:
Zwischen grünen Hügeln und der malerischen Meeresküste wird die Liebe gefeiert.
Allie Malone ist die einzige Tochter des letzten Matchmakers von Irland. Sie arbeitet in London und steht kurz davor, mit ihrem Freund Giles in die USA auszuwandern. Ihrem idyllischen Heimatdorf im County Clare und dem dort jährlich stattfindenden Matchmaking-Festival hat sie schon seit einiger Zeit den Rücken gekehrt.
Als ihr Vater einen Herzinfarkt erleidet, ist Allie jedoch gezwungen, seine Rolle als Matchmaker einzunehmen. Die Rückkehr in den kleinen Ort an der irischen Küste, in dem jeder jeden kennt, zwingt Allie dazu, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Begegnung mit dem attraktiven Landarzt Jake wirbelt ihre Gefühle zusätzlich durcheinander, und plötzlich stellt Allie alles infrage: ihre Beziehung zu Giles, ihre Arbeit und ihre Zukunft. Und sie fragt sich, was Liebe eigentlich bedeutet ...
Cover:
Wunderschöne Landschaft und ein glückliches Pärchen im Vordergrund. Eine innige Umarmung und wunderschöne Wiesen machen eine traumhafte und romantische Atmosphäre aus. Auch optisch und farblich ist es toll umgesetzt.
Meinung:
Emotionsreiche Geschichte, die den Leser nach Irland entführt und das Flair und den Charme dazu gut herüber bringt. Allie ist mir schnell sympathisch und sie scheint schon einiges durchgemacht zu haben. Giles hingegen ist recht undurchsichtig und schwer zu verstehen. Doch die Entwicklungen und auch die Emotionen und Gedanken von Allie sind gut zu verstehen und nachvollziehbar.
Inhaltlich möchte ich jedoch nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die Kapitellänge ist gut gewählt und ermöglicht einen angenehmen Lesefluss. Auch die Kapitelanfänge sind gut und deutlich erkennbar und durch die kleinen Verzierungen hervorgehoben. Gliederung und Gestaltung passen gut.
Die Erzählung ist bildlich und man findet sich in die Hintergründe und auch das irische Flair sehr gut hinein. Durch die Ich-Perpektive werden vor allem die Gedanken und Gefühle von Allie sehr spürbar und nachvollziehbar.
Starke Emotionen und gute Unterhaltung wird hier geboten und so wurde ich schnell an die Geschehnisse gefesselt.
Fazit:
Emotionsreiche Geschichte, die den Leser nach Irland entführt und das Flair und den Charme dazu gut herüber bringt.
Rezensionen von cosmea:
Unter jedem Dach ein Ach
Mein drittes Leben von Daniela Krien
Linda verliert ihre 17jährige Tochter Sonja durch einen Verkehrsunfall. Danach ist nichts mehr, wie es war. Schon bald kommt es zu einer Entfremdung zwischen Linda und ihrem Mann Richard. Auch Richard trauert, nur anders. Er ist irgendwann bereit, sein Leben weiterzuleben und beginnt eine Beziehung mit der attraktiven Brida, hat jedoch nicht aufgehört, seine Frau zu lieben.
Linda zieht aus der Stadt aufs Land, wo sie ein Haus mietet, das sie mit Garten, Hühnern und der Hündin Kaja übernimmt, die ihr eine treue Gefährtin wird. Sie konnte weder Mitgefühl noch Mitleid der Menschen aus ihrem Bekannten- und Freundeskreislänger länger ertragen und meidet soziale Kontakte weitgehend. Fortan lenkt sie sich mit Gartenarbeit und der Versorgung der Tiere ab. Irgendwann freundet sie sich mit Natascha an, die eine autistische Tochter hat. Nine spricht nicht und benötigt intensive Betreuung. Linda sieht keine Perspektive mehr für ihr Leben. Es ist nur noch Zeit, die verstreicht – ohne jeden Sinn. Doch irgendwann findet Linda doch allmählich ins Leben zurück, trifft Freundinnen von früher wieder und lernt eine alte Frau kennen, die ihr mit ihrer Lebensklugheit hilft. Linda begreift, dass sie nicht die einzige ist, die unter Verlust und Trauer leidet, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat: “Unter jedem Dach ein Ach“ (S. 252). Durch den Verkauf der Stadtwohnung, in der sie mit Richard und ihrer gemeinsamen Tochter gelebt hatte, hat sie mehr Geld als sie benötigt und benutzt einen Teil davon, um anderen zu helfen.
Auch der neue Roman von Daniela Krien hat mir wie die drei Vorgänger sprachlich und inhaltlich sehr gut gefallen. Es ist eine traurige, sehr bewegende Geschichte, die den Leser jedoch nicht ohne Hoffnung zurücklässt. Deshalb empfehle ich ihn ohne Einschränkung.
Rezensionen von Tintenteufel:
Unser Zusammenleben
Wieso? Weshalb? Warum? Band 44 - Wie leben wir miteinander? von Patricia Mennen
Dieses Buch erzählt den Kleinen von unserem Zusammenleben: Wie kann es gut gelingen? Wie üben wir Toleranz und nehmen Rücksicht? Warum gelingt das friedliche Zusammenleben manchmal nicht, und wie kann es zu Gewalt und Krieg kommen? Das alles sind ebenso wichtige wie schwierige Fragen, und ich bin begeistert, wie kindgerecht und sensibel sie in diesem Buch angesprochen werden.
Das Thema wird im Alltag der Kinder verankert. Ganz alltägliche Situationen sind ein guter Anlass, über die Regeln des guten Miteinander nachzudenken: Nicht alle Menschen sind gleich, aber alle haben die gleichen Rechte. Bei unterschiedlichen Interessen gibt es auch mal Streit, aber ein guter Streit führt zu einer fairen Lösung. Diversität ist eine Bereicherung und keine Bedrohung. Aber leider funktionieren die Regeln des guten Zusammenlebens weder im Privaten noch auf gesellschaftlicher und weltpolitischer Bühne immer. Daher gibt es leider auch Streit, Ungerechtigkeit und sogar Krieg.
Dem Buch gelingt es, das Thema immer weiter auszubreiten und kindgerecht und sensibel auch auf die größeren und problematischeren Zusammenhänge einzugehen. Was im Kleinen eingeübt wird, soll auch Vorbild für die großen Konfliktherde sein. Die bewährten kleinen Klapptürchen offenbaren hinter der Konfliktszene positive Lösungsmöglichkeiten: Die Kontrahenten versöhnen sich nach dem Streit, der Stärkere hilft dem Schwächeren, zerstrittene Länder setzen sich zum Dialog an einen Tisch.
Dieses Buch ist für die avisierte Altersgruppe auf den Seiten aus ihrem Alltag unmittelbar verständlich. Bei anderen Themen ist ein ergänzendes Gespräch mit Erwachsenen sinnvoll, das aber durch die Impulse im Buch bestens vorbereitet wird.
Rezensionen von Tintenteufel:
Aufmunterung für kranke Kinder
Tierisch krank von Kathrin Lena Orso; Jens Ohrenblicker
Dieses Büchlein ist das perfekte Geschenk für kranke Kleinkinder: Auf 24 Seiten aus stabiler Pappe werden in kindgerecht farbenfrohen Bilder und schönen Vierzeilern in Reimform Geschichten von Tieren erzählt, die gerade auch an Ohrenschmerzen, Halsweh, Ausschlag oder kleineren Verletzungen leiden.
So fühlen sich die Kleinen doch gleich nicht mehr so allein.
Im Buch kommt immer ein lieber Freund und weiß das Leiden zu lindern - mit liebevoller Zuwendung und einem Pflaster, einem bunten Schal oder einem Fläschchen Medizin. Und ebenso werden auch die Eltern ihre kleinen Schnupfennasen mithilfe dieses Büchleins mit einer kleinen Extraportion Zuwendung verwöhnen und ihnen neben dem gesunden Tee noch die beste Medizin zukommen lassen: Liebe und viel Spaß beim gemeinsamen Betrachten der lustigen Bilder und dem Lesen der schönen Texte, die vor allem eins vermitteln: die Zuversicht, nicht allein und auch bald wieder gesund zu sein!











