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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gavroche:

Ich war gespannt

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz von Beril Kehribar

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und sowohl das Cover als auch der Klappentext haben mich neugierig gemacht.
Für mich war es das erste Buch von Beril Kehribar.
Die Idee war gut, allerdings gab es meiner Ansicht nach bei der Umsetzung einige Probleme, so dass sich für mich die Geschichte teilweise wirklich gezogen hat, da wäre eine Straffung für mehr Spannungsaufbau gut gewesen.

Und für mich gab es zu viele Zeitsprünge und Hin und Her; das hat für mich nicht die Spannung aufgebaut. Ab der zweiten Hälfte wurde es dann besser und vor allem das Ende lässt so manch eine Frage offen, so dass ich nun doch neugierig auf die Fortsetzung bin.
Xanthia, der Vorhof der Hölle wurde gut beschrieben, das gefiel mir. Ich hatte allerdings Probleme, mit der Protagonistin Zoé warm zu werden. Und die Liebesgeschichte hatte für mich etwas zu viele Klischees im Angebot. Da fehlte mir zumindest ein Hauch "Innovatives".
Ein recht gutes Buch, aber mit so einigem Potential, das nicht ausgeschöpft wurde.

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Rezensionen von Daggy:

Sorgen einer Grundschülerin

Nina - Kopfüber ins neue Schuljahr von Emi Gunér

Nachdem sich das erste Buch um den Abschied von der Kita als Schulkind dreht, erleben wir Nina, die auf dem Cover kopfunter an einer Turnstange hängt, als Zweitklässlerin.
Nina hat eine große Schwester, Julia, die sie leider nicht mehr größenmäßig einholen kann, deshalb ist sie sehr froh, als sie erfährt, dass sie auch bald große Schwester sein wird.

Als Mamas Freundin ihre Stelle kündigt, will Nina das ganz genau wissen und da Mama nicht gerade nett zu ihr ist, packt sie ihren Rucksack und ihrer Familie ebenfalls. Als sie aber von dem Familienzuwachs hört, bleibt sie dann doch zu Hause wohnen.
In der Schule gibt es einen neuen Lehrer, dessen Name Matteo Russo, Nina sehr gut gefällt. Bei ihm lernen sie Beeren und Bären zu unterscheiden und müssen die Namen ihrer Familienmitglieder alphabethisch ordnen. Zu Ninas Verwunderung kommt „Baby“ dadurch an die erste Stelle.
So begleiten wir Nina durchs Jahr bis im Winter das Baby endlich da ist. Nina erfährt, dass Freundschaften nicht immer halten und man sich mit Freundinnen durchaus auseinanderleben kann. Nina wird von ihrer besten Freundin ausgelacht und sie hat immer wieder verrückte Ideen, wie den Kühlschrank mit einem Permanentmarker zu beschriften.
Dabei ist sie ein liebenswertes kleinen Mädchen mit Ängsten, Sorgen und Freuden, die wir alle kennen und ganz besonders die Kinder, denen wir das Buch vorlesen werden.
Trotz der etwas größeren Buchstaben und den Bildern, wird es noch etwas dauern, bis Kinder das Buch selbst lesen können.

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Rezensionen von peedee:

Viele Emotionen

Sommer im kleinen Buchcafé an der Isar von Emilia Thomas

Das kleine Buchcafé, Band 2: Nelly ist Werbedesignerin in New York. Nachdem sie ihren Mann verloren hat, hat sie das Gefühl, dass ihr Teenager-Sohn Benjamin und sie sich immer mehr entfremden. Canan, ihre Mitbewohnerin aus Studienzeiten, schlägt ihnen vor, die Sommerferien in München zu verbringen.

Nelly freut sich, ihrem Sohn ihre alte Heimat zeigen zu können, er hingegen ist wenig begeistert. Nur leider sind die Probleme aus New York auch mit nach München gereist. Das Buchcafé von Lotte wird für sie zu einem Ort der Erholung. Als sie auf Alex und seinen Dalmatiner „Semmel“ trifft, weiss sie nicht, wie sie auf das ungewohnte Herzklopfen reagieren soll…

Erster Eindruck: Ein zum Buchtitel passendes Cover, nur die Katze und die Schmetterlinge sind für mich nicht stimmig.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Da ich jenen jedoch erst vor drei Tagen abgeschlossen habe, war ich noch ganz im Buchcafé-Modus drin.

Eine Auszeit der Probleme? Wäre schön, wenn das ginge. Nur leider sind diese von den USA nach Deutschland mitgereist. Nichtsdestotrotz freut sich Nelly, wieder in München zu sein, und Benjamin ihre liebgewonnenen Plätze zu zeigen. Sie hofft, dass Benjamin und sie wieder zu ihrem vertrauten Umgang zurückfinden. Als hätte sie im vergangenen Jahr, seit dem Verlust ihres Mannes, nicht genug geweint, erreicht das Mass an Schwierigkeiten einen neuen Höhepunkt – und sie den Tiefpunkt. Sozialarbeiter Alex wohnt und arbeitet im Quartier und trifft daher öfters auf Nelly, New-York-Nelly, wie er sie sodann nennt. Sein Hund heisst „Semmel“ – ist das nicht ein Knaller?

Das Münchner Flair wurde sehr gut transportiert, wenn auch das Kapuzinerviertel, in dem die Geschichte spielt, nur fiktiv ist. Nicht aber der Kocherlball im Englischen Garten, der seine Anfänge um 1880 hat, aber 1904 verboten und erst 1989 wieder neu belebt wurde. Sehr interessant, unbedingt mal googeln!
Es gibt Emotionen aller Art, denn nicht nur Nelly oder Benjamin haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, sondern auch Alex. Mehr möchte ich hierzu nicht erwähnen, denn ich will nicht spoilern. Lotte hat mir bereits im ersten Band sehr gefallen, und hier noch viel mehr. Es ist Zeit für einen Aufbruch, einen Neuanfang – auch bei Lotte. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

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Rezensionen von April1985:

Düster-romantische Urban Fantasy mit Haunted House Vibes

Starling House von Alix E. Harrow

>>Wenn man Starling House verlässt, kommt es einem so vor, als klettere man durch einen Kleiderschrank zurück oder aus dem Kaninchenbau hinauf in die Welt, oder als wache man aus einem berauschenden Traum auf.<<
( Zitat aus 'Starling House', S. 47)

Mit einer schaurig schönen, melancholischen, düsteren Atmosphäre ist ,Starling House' für mich zu einem Highlight geworden.

Besonders die vielen Legenden und Geschichten, die unterschiedlichen Wahrheiten, die sich um das verfluchte Anwesen ranken, haben es mir angetan und mich bis zuletzt an die Seiten gefesselt.

In der amerikanischen Kleinstadt Eden in Kentucky wurde einst ein herrschaftliches Anwesen errichtet. Und seit dem, so erzählt man sich bis heute, wird die Stadt von einem Fluch heimgesucht. Die Einwohner Edens meiden Starling House und den letzten Nachkommen. Für die 27-jährige Opal ist das Anwesen hingegen ein Mysterium, welches sie bis in ihre Träume verfolgt und sie nicht loslässt. Als Opal von Arthur Starling, dem Erben des Hauses, das Angebot erhält in Starling House als Reinigungskraft zu arbeiten, nimmt sie an. Mit dem in in Aussicht gestellten Gehalt, kann sie endlich die Studiengebühren für ihren 10 Jahre jüngeren Bruder, um den sie sich seit dem Unfalltod ihrer Mutter kümmert, abbezahlen. Mit jedem Tag, den sie länger in Starling House verbringt, taucht sie tiefer in dessen Geschichte ein. Einer Geschichte, die mir einer jungen wunderschönen Frau und drei vermögenden Brüdern beginnt und mit Trauer und Tod endet. Doch jeder erzählt die Geschichte von Eleanor Starling und den Gravelys anders; es gibt nicht nur eine Wahrheit. Was Opal aber mit Sicherheit weiß, ist, dass ihre Anstellung in Starling House nicht lange unbemerkt bleibt, obwohl sie niemanden davon erzählt hat.

Mich hat die Geschichte unglaublich fasziniert und in den Bann gezogen. Alix E. Harrows Schreibstil ist sehr atmosphärisch. Die kleinen Fußnoten lassen einen noch tiefer in die Geschichte Edens eintauchen. Die düstere melancholische Stimmung passt perfekt zu Eden und seinen verbohrt wirkenden Bewohnern, die hinter geschlossen Gardinen tratschen und böse Gerüchte verbreiten. Auch Opal ist alles andere als rechtschaffen und perfekt. Mit Gelegenheitsjobs und kleineren Gaunerein hält sie sich und ihren kleinen Bruder Jasper über Wasser. Das einzige Zuhause, das sie kennt, ist Zimmer 12 im heruntergekommenen Motel Edens, dessen Besitzerin Bev die beiden dort aufgrund einer verlorenen Wette gratis wohnen lässt. Opal ist weder hübsch, noch sonderlich sympathisch und trotzdem mochte ich sie. Opal ist eine verlorene Seele, sie leidet an PTBS, hat Albträume und sie macht alles für Jasper, selbst stehlen und betrügen. Ich konnte nicht anders als Verständnis für sie zu haben, aufgrund der Umstände, in die sie hineingeboren wurde.
Und auch Arthur hat mich als Charakter sehr fasziniert. Er ist schroff und unnahbar, aber er hat auch ein gutes Herz. Es sind kleine Gesten und Geschenke, die er Eden zukommen lässt. Seine Vergangenheit ist nicht minder tragisch.
Es entwickelt sich auch eine kleine Romanze zwischen Opal und Arthur. Für mich hat diese genauso wie sie war gepasst. Sehr unaufgeregt, sehr Slow Burn.

Von mir bekommt das Buch definitiv eine Leseempfehlung.

Fazit
Düster-romantische Urban Fantasy mit Haunted House Vibes, moralisch fragwürdigen, rätselhaften Charakteren uns vielen Legenden und Mythen. Ein großartiger Roman für Fans von 'Gallant' oder 'A Study in Drowning'.

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Rezensionen von jam:

Spannender Cosy Crime im Burgenland - mit viel Flair und Überraschungen!

Eintunkt von Martina Parker

"Alex Woods? Die Sängerin Alex Woods? Was macht Alex Woods in eurem Wohnzimmer?", fragte Vera.
Das amerikanische One-Hit-Wonder Alex Woods ist einer der Stars beim picture on, einem Rockmusik-Festival im Burgenland. Die Aufregung ist groß, auch bei den Mitgliedern des Gartenclubs der Grünen Daumen.

Doch das Festival läuft anders als geplant - am Morgen wird Weininvestor Bernd Biela tot am Campingplatz aufgefunden und Alex Woods ist verschwunden.
Hat Alex Woods´ Stalker sie entführt? Lokaljournalistin Vera Horvath ermittelt mit ihren Gartenfreundinnen wieder auf eigene Faust.
Bereits zum fünften Mal werden die Mitglieder der "Grünen Daumen" in einen Mordfall verwickelt. Und können es einfach nicht lassen. Sehr zum Ärger von Kriminalbeamten Franz Grandits unterstützen sie ungefragt ihn und Marlies bei den Ermittlungen. Und sie haben eine ganz eigene Vorgehensweise, diese Damen.
Wie immer habe ich mich sehr wohlgefühlt im Burgenland. Martina Parker versteht es, die ländliche Stimmung einzufangen, interessantes Gartenwissen zu vermitteln und drumherum einen spannenden Krimi zu spinnen. Auch die eingestreuten Dialektwörter sind wohl dosiert und sorgen für Ambiente. Doch ihre Krimis sind auf keinen Fall altbacken, sie ist bei den Geschehnissen aktuell. Seien es die wie Schwammerl aus dem Boden schießenden Chalet-Dörfer, die alteingesessene Weingute ablösen oder auch die Besonderheiten ihrer Charaktere.
Ich mag ihre Protagonisten, gerade die Randfiguren wie Oma Hilda samt ihrem TikTok-Auftritt machen diese Roman so unterhaltsam. Auch die Hauptdarstelle, wie Marlies und Vera, sind eine runde Sache, eben weil sie Ecken und Kanten haben, Vergangenheit - und hoffentlich eine Zukunft im nächsten Band!
Der Fall hat seine Besonderheiten und überrascht bis zum Schluss, dennoch ist die Aufklärung stimmig. Für Quereinsteiger gibt es ein hilfreiches Personenverzeichnis und so kann "Eintunkt" unabhängig von den Vorgänge-Bänden gelesen werden.
Fans von Cosy Crime kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten!
Fazit: Spannender Cosy Crime im Burgenland - mit viel Flair und Überraschungen!

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Rezensionen von Cellissima:

Gilmore Girls in der herbstlichen und spicy Variante

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance von Laurie Gilmore

Jeanie erkennt, dass der Stress in ihrem Job und das Großstadtleben nicht gut sind, dass sie ihr Leben ändern möchte. Die Chance kommt, als sie das Pumpkin Spice Café ihrer Tante in Dream Harbor übernehmen kann. Jeanie zögert nicht.
In Dream Harbor macht sie schnell Bekanntschaft mit Logan, einem ebenso gutaussehenden wie verschlossenen und zurückgezogen lebenden Farmer.

Beide wollen sich voneinander fernhalten, sind aber extrem voneinander angezogen ...
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Das Cover und der Klappentext ließen mich sofort auf eine nette Lektüre für die nahenden Herbstabende bzw. -wochenenden hoffen. Es klang nach ein paar schönen, entspannenden Lesestunden.
Ich hatte das Buch zudem als eventuelles Geburtstagsgeschenk für eine Freundin im Kopf, die die Gilmore Girls liebt, denn es wurde als Gilmore Girls (but spicy) beworben.
Man bekommt das, was das Buch verspricht. Zugegeben, zum Verschenken ist mir das Buch etwas zu spicy; aber der Vorteil daran ist wie gesagt, dass der Inhalt das hält, was die Werbung verspricht.
Laurie Gilmores Stil ist angenehm flüssig lesbar. Nicht extrem seicht, aber auch nicht hochtrabend; doch das erwartet man ja vorliegend ohnehin nicht. Es ist einfach ein Stil, der zur Entspannung beim Lesen beiträgt.
Auch die Figuren und die Handlung sind natürlich nicht sonderlich tiefgründig, sondern meist relativ oberflächlich und klischeebehaftet. Ab und an wird es aber auch etwas tiefgründiger, etwa, wenn es um Verlustängste geht.
Leider weist die Geschichte auch manchmal Längen auf.
Dennoch, es ist eine nette Geschichte über dieses Kleinstadtleben, die beiden Hauptfiguren, ihre Vergangenheit, ihre Liebe, wie sie zueinanderfinden. Ein klein wenig erinnern die Figuren und die Atmosphäre tatsächlich an die Gilmore Girls, wenngleich ich mir diesbezüglich noch etwas mehr versprochen hatte.
Und die Geschichte ist schön herbstlich.
Gut geeignet also für alle, die die Gilmore Girls (in der spicy Variante) und herbstliche Geschichten mögen und eine Geschichte zum Entspannen und fürs Herz suchen, die ihnen ein paar nette Lesestunden schenkt. Ich habe "Meet me in Autumn" trotz der oben genannten Kritikpunkte ganz gerne gelesen.
Am besten mit einem Pumpkin Spice Latte genießen!

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Rezensionen von Kathie:

Faszinierende Abgründe

Mein Mann von Maud Ventura

Der ungewöhnliche Debutroman "Mein Mann" von Maud Ventura erzählt die Geschichte einer Frau, die in einem scheinbar perfekten Leben lebt – eine glückliche Familie mit 2 Kindern, ein eigenes Haus, gute Berufe – doch die Zweifel an der Treue ihres Mannes bestimmen ihr ganzes Handeln und Denken.

Anfangs stellt sie kleine Tests, doch diese steigern sich zu immer extremeren Maßnahmen, was das Buch unglaublich spannend, faszinierend und interessant macht. Eine Woche lang begleitet man die Protagonistin auf ihrer Reise in die tiefen Abgründe ihrer Psyche. Das Buch ist aus ihrer Ich-Perspektive geschrieben, dadurch konnte man ihre Obsession, Kontrolle und Ängste hautnah miterleben. Die Gedanken und Gefühle der Frau waren sehr intensiv beschrieben. Das raffinierte Ende hat mich komplett überrascht. Mal ein ganz anderes Buch.

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Rezensionen von Katharina Grassmugg:

Sex ans the City Meeting the great Gatsby

Ex-Wife von Ursula Parrott

Die Überschrift meiner Rezension habe ich dem Buchdeckel entnommen weil ich finde das diese den Inhalt des Buches sehr auf den Punkt bringt. Patricia ist 24 als ihr Mann sie verlässt. In den 1920 ist das alleine schon skandalös und quch die Reaktion ihres Mannes der sie vor Zorn durch eine Glastür wirft ist alles andere als wenig schockierend sowohl für die damalige als auch die jetzige Zeit.

Doch ist Patricia alles andere als Gewillt in Selbstmitleid zu zergehen und ihr Leben als gescheitert zu betrachten. Viel mehr liefert sie eine Scharfzüngige und pointierte Abrechnung mit den Werten der Gesellschaft, ihren Erwartungen an das Leben und die Ehe und ihren Ehemann ab. Immer wieder wechselt sie zwischen wehmut und Wut hin und her und das auf eine sehr interessante, authentische Weise. Es werden die gesellschaftlichen Gepflogenheiten ebenso wiedergespiegelt wie kritisch hinterfragt und teilweise parodiert.

Wenn Mareika Fallwickl ein Buch Empfiehlt und auch noch das Vorwort dazu verfasst dann ist das alleine schon ein Grund dieses Buch zu lesen. Das Buch mag vielleicht etwas aus der Zeit gefallen wirken jedoch darf man nicht außer Acht lassen das es 1929 publiziert wurde und trotz allem Themen wie Emanzipation und Zerrissenheit zwischen klassischen Rollenbildern und Selbstverwirklichung aufzeigt die alles andere als Antiquiert sind.

Ein wirklich sehr interessantes Buch mit einer sarkastischen, scharfzüngigen und teilweise sehr reflektierten aber teilweise auch ins melodramatische schwankenden Protagonisitn die versucht sich den Konventionen ihrer Zeit zu entziehen und durch ihre facettenreichen Reaktionen auf ihre Lebenssituation umso authentischer wirkende Protagonistin.

Ursula Parrot die eigentlich Katherine Ursula Towle hieß verfasste über zwanzig Romane und fünfzig Kurzgeschichten. Ihr Debut Ex Wife verkaufte sich über 1000 mal und sie wurde zu einer der Populärsten Schriftstellerinnen der 1930 Jahre. Durch den Rückgang ihrer Popularität und durch diverse Gerichtsverfahren verarmte sie zusehends, verfiel dem Alkohol und starb an 1957 Krebs.

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Rezensionen von nil_liest:

Portrait eines jüdischen Clans mit russischen Wurzeln

Juli, August, September von Olga Grjasnowa

Ich erinnere mich noch gut an das Debüt von Olga Grjasnowa. Der Russe ist einer, der Birken liebt. Was ein toller Roman! Und seit dem bin ich der in der UdSSR (Baku, Aserbaidschan) geborenen für ihre auf Deutsch verfassten Romane sehr dankbar. Die deutsche Schriftstellerin mit russischen Wurzeln schafft es großartig sich ihrem kulturellem Erbe zu widmen und deckt auf was mache lieber im Dunkeln lassen.

Auch hier wieder eine spannende Suche. Juli, August, September. Drei Monate, drei Orte, drei Phasen der Erkenntnisse.
Wir lernen Lou kennen, eine jüdische Frau in Berlin ohne großen Hang zur eigenen Religion. Ihre eigene Tochter Rosa ist praktisch atheistisch aufgewachsen und doch ist das jüdische Sein so ein zentraler Bestandteil des eigenen Ichs. Im August landet sie auf Gran Canaria für den 80 Geburtstag ihrer Tante Maya. Alle kommen sie eingeflogen aus Israel und anderen Ecken um die Vergangenheit heraufzubeschwören und zu leiden. Es kommen auch so manche Lügen ans Licht.
Ein russischstämmiger jüdischer Clan, der im eigenen Saft schmorrt, nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander kann. Lou mag sich nun ein eigenes Bild machen von dem eigenen Bezug zum Jüdisch sein, zur eigenen Familie, zu sich selbst und reist im September nach Tel Aviv und begibt sich auf Spuren und auf Zukunftssuche.
Bissig, auf den Punkt, gelungen ist diese Prosa. Gern hab ich diesen Roman gelesen. Auch wenn es ein wiederkehrendes Sujet ist, die Spurensuche außen wie innen, es loht sich! Ein toller Roman, ich kann ich sehr empfehlen.

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Rezensionen von nil_liest:

Wut eines Heimatlosen

Als wir Schwäne waren von Behzad Karim Khani

Der letzte Khani war härter in mitten Berlins, der neue Lebensmittelpunkt des Autors. Nun also Bochum und ein wenig abgeschwächt im Ton, aber weiterhin treffsicher und gelungen. Mit „Als wir Schwäne waren“ taucht Khani in seine eigene Vergangenheit ab, ist der doch selbst dort groß geworden und kenn das beschriebene Milieu und wie es dort zuging sehr genau.

Er macht erneut und zurecht die Themen der Chancengleichheit auf, zeichnet Bilder des Abgehängt sein und wo das hinführen kann. Ein Buch das Wut in sich trägt und auch das Thema Heimat in sich trägt. Gut, dass hier jemand schreibt der sehr genau weiß wovon er schreibt. Keine Analyse und ein „Hineindenken“. Nein, er kennt das was er beschreibt. Fiktionl, aber sehr persönlich.
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Reza erzählt, retroperspektiv will er dem eigenen Sohn mitgeben, dass es immer Wege gibt eine bessere Zukunft zu gestalten. Stakkato, slangmäßig wird hier in Erinnerungen gekramt und uns entgegengeschleudert. Ein eigener Tonfall, meist kurz, abgehakt. Passt.
Weil es so anders ist, macht dieser Roman besonders viel Freude zu lesen. Eine Bereicherung in der deutschen Literatur.

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