Kunden em pfehlungen
Rezensionen von MarcoL:
Eine beeindruckende Reise durch die Vergangenheit des Autors. Packend erzählt.
Tabak und Schokolade von Martin R. Dean
Der Autor präsentiert uns hier ein sehr persönliches Buch. Es ist ein sprachlich wunderbar formulierter autobiografischer Roman, der uns weite Reisen durch die Weltgeschichte machen lässt, und dann wieder so nah ist.
Nach dem Tod seiner Mutter findet Dean ein Album mit Bildern seiner Kindheit. Es ist ein Aufwachsen auf der Insel Trinidad und Tobago, an das er sich kaum erinnern kann.
Seine Mutter verließ damals, getrieben von Abenteuerlust, den heimatlichen Aargau in der Schweiz, und kam über London auf die Karibikinsel. Mit dem Kleinkind im Arm und nur mit dem was sie bei sich trug war sie eines Tages gezwungen, Hals über Kopf die Flucht vom indigenen Vater des Kindes anzutreten. Nach ein paar Jahren kehrte sie wieder zurück in die Schweiz. Und dennoch ließ sie die Insel nie wieder los, auch wenn die Familie akribisch versuchte, die Erinnerungen klein zu halten.
Der Autor beginnt zu forschen. Reist selbst nochmal auf die Insel, wird bei seinen ortsansässigen Verwandten herumgereicht.
Im Kern des Buches stecken sehr viel gesellschaftskritische Punkte. Z.B. über den unsäglichen Kolonialismus‘ der Briten, die die Insel mehr als ausgebeutet hatten. Oder die Situation im 19. Jhdt. in Indien, von wo sich Arbeitssuchende auf den beschwerlichen Weg in die Karibik gemacht hatten. Auf der Insel trafen sie auf Schwarze. Es waren Sklaven, die aus Afrika zu den Zuckerrohrplantagen verschleppt wurden. Aber anstatt Solidarität zu erwarten, waren beide Bevölkerungsgruppen auch nicht immer gut Freund miteinander.
In eindrücklichen Szenen wandern wir mit, erleben das misogyne Verhalten der Inder gegen Frauen, und eine Armut, die zum Greifen ist.
S.51: „Als Heranwachsender wäre es mir nie in den Sinn gekommen, dass mein Leben von indischem Kastendenken, einer Familienfehde, unterschiedlichen Klassenzugehörigkeiten im vorletzten Jahrhundert beeinflusst sein könnte.“
S.53: „Das meine Mutter in London an einen Westinder geraten war, dessen Abkunft Ostindien war, und dass seine Kultur von Rassismus und Kastendünkel geprägt war, machte die Sache unübersichtlich.“
Zurück in der Schweiz, heiratete seine Mutter (wieder). Das Verhältnis zu seinem Stiefvater war auch nicht das Beste.
S.96: „Familien sind ja keine safe spaces, sondern oft schlecht beleuchtete Terrorzellen.“
Vieles erzählt uns der Autor in diesem Roman, auch von seiner von der Insel Rügen stammende Großmutter, zu der er ein besonderes Verhältnis pflegte. Auch durch ihr Leben pflügte der Alltagsrassismus, der, und da staunte ich nicht schlecht, in der Schweiz allgegenwärtig war. Besonders den vielen Fremdarbeitern, vornehmlich Italienern, gegenüber. Die arbeitende Schicht hatte es nicht leicht, wie sonst auch nirgendwo. Aber die Familie, und besonders seine Mutter, waren sehr darum bemüht, ein wohlhabenderes Leben zu bekommen. Sein Stiefvater war Arzt, was das Bestreben, zu den „Oberen“ zu gehören, wesentlich erleichtert hatte.
S.167: „… ging ein Ruck durch meine Mutter: Sie wollte noch weißer werden, strebte nur nach Anerkennung im Dorf …“
All diese Themen, und noch viele andere, branden über die Zeilen, die ich aufgesogen habe. Verblüffende Erkenntnisse über die Lebensriten in der ländlichen Schweiz, die ich bis jetzt so noch nicht wahrgenommen habe (und nicht unbedingt das allerbeste Licht auf die Eidgenossen werfen), und sehr detailreiche Schilderungen über den Wahnsinn von Kolonialismus und Klassen – bzw. Kastenkämpfe, aufgearbeitet in einer Suche nach der eigenen Identität und Vergangenheit, sind das „Um und Auf“ in diesem Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Es ist natürlich schwierig, hier die richtigen Worte in einer Buchbesprechung zu finden, zumal es um sehr persönliche Dinge des Autors Martin R. Dean geht, ohne ihm zu nahe zu treten.
Auf alle Fälle kann ich für dieses Werk eine absolute Leseempfehlung aussprechen und drücke Verlag und Autor fest die Daumen, denn der Roman ist für den Schweizer Buchpreis 2024 nominiert.
Rezensionen von Dorsay:
Reflexion am Ende des Daseins
Reise nach Laredo von Arno Geiger
Wir schreiben das Jahr 1558. Karl, der einflussreiche König und Kaiser, ist seiner Ämter müde geworden. Mit seinen 58 Jahren, geplagt von Gicht und vom immer wiederkehrenden Fieber, legt er all seine Ämter zurück und zieht sich in ein einsames Kloster in Spanien zurück, um das Ende seines Daseins zu erwarten.
Er beobachtet seinen außerehelichen elfjährigen Sohn Geronimo, nimmt zu ihm Kontakt auf und schlägt ihm vor, diesen Ort des Nächtens gemeinsam zu verlassen. Geronimo erwartet ihn in einer regnerischen, windigen Nacht, ausgestattet mit einem Esel und einem Pferd, und gemeinsam machen sie sich heimlich auf den Weg. Sie geraten in barbarische Auseinandersetzungen, lernen neue Zeitgenossen kennen und setzen mit diesen ihre Reise nach Laredo fort.
Arno Geiger hat wie gewohnt einen poetisch literarischen Roman geschrieben. Doch diesmal fehlt leider die Spannung, der Plot wirkt etwas langatmig und farblos. Obwohl ich ansonsten die Texte und Romane von Arno Geiger sehr schätze, habe ich dieses Mal keinen richtigen Zugang zu dieser Erzählung gefunden.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Das innere Meer - nach innen blickend sieht man auch im Außen mehr
Die Kunst des InnSæi von Hrund Gunnsteinsdóttir
Innsaei - das innere Meer
Innsaei - nach innen sehen
Innsaei - von innen heraus sehen
Das alles ist das isländische Konzept Innsaei... und noch so viel mehr... und darum geht es in diesem besonderen Buch.
Für mich ist es etwas zutiefst Natürliches, in Kontakt mit meiner Intuition, meinem Bauchgefühl, meinem inneren Kompass zu sein.
Doch begegne ich oft Menschen, denen das schwer fällt oder die gar nicht wissen, was damit gemeint sein könnte. Die sich hauptsächlich daran orientieren, was sie denken, und oft verwirrt sind, weil das logische Denken für alles unendlich viele Pro- und Kontra-Argumente finden kann. Schon lange frage ich mich, wie man diesen Menschen eine Brücke hin zu mehr Kontakt mit der eigenen Intuition bauen könnte, wenn sie sich das wünschen.
Dieses schöne Büchlein bietet mir diese Brücke. "Die Kunst des InnSaei" holt Menschen, die überwiegend im Mainstream-wissenschaftlichen Denken geprägt sind, genau dort ab und führt sie über Geschichten, kreatives Schreiben, Achtsamkeitsübungen und vieles mehr hin zu mehr Kontakt mit dem eigenen inneren Kompass.
Es ist kein komplett esoterisch-spirituelles Buch - zum Glück, denn sonst würde es auch niemanden abholen können, der oder die nicht eh schon sehr im Kontakt mit dem eigenen Fühlen ist - und die Autorin hat selbst studiert und ist mit modernen wissenschaftlichen Ansätzen sehr vertraut.
Im ersten Kapitel geht die Autorin darauf ein, was überhaupt InnSaei sein könnte und bezieht sich dabei auch auf aktuelle wissenschaftliche Studien zum Thema Intuition mit ein, die z.B. belegen, dass Fachwissen plus Erfahrung kombiniert mit Intuition in den meisten Bereichen die besten Ergebnisse erzielen. Dadurch zeigt sich auch, dass gute Intuition eben nicht nur aus dem Blauen heraus kommt, sondern durchaus oft in langjähriger Erfahrung verwurzelt ist, aus der das Unbewusste dann Erkenntnisse ableitet.
Im zweiten Kapitel geht es um die heilende Kraft der Intuition. Dabei bezieht sich die Autorin nicht nur auf wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre persönliche Geschichte sowie die Geschichten anderer Menschen, sondern auch auf antike Mythen wie z.B. die der Göttin Inanna und ihrer dunklen Schwester und Schattenseite Ereshkigal.
In den folgenden Kapiteln geht es um das innere Meer, das Meer in uns, und die Verbindung von allem auf dieser Welt miteinander sowie darum, von nach innen und dann wieder von innen nach außen zu blicken.
Insgesamt lädt das Buch dazu ein, uns wieder mehr mit unserem Inneren zu verbinden und zu erkunden, wer wir tief im Inneren wirklich sind, wer wir sein möchten und welche Spuren wir auf dieser Welt hinterlassen möchten. Sich darauf einzulassen, kann zutiefst Sinn stiftend sein und auch dabei unterstützen, dunkle Zeiten und tiefe Krisen zu überwinden.
Das hat die Autorin selbst erlebt, als sie in ihrer beruflichen Laufbahn und auch privat an einem Punkt angekommen war, an dem sich alles sinnlos anfühlte, und es aber geschafft hat, diesen zu überwinden, sich wieder mehr mit sich selbst zu verbinden, zu spüren, was ihr Weg ist und diesen mutig zu gehen. Dass sie das so ehrlich mit den Lesenden teilt, macht das Buch noch sympathischer und authentischer für mich.
Ich mag auch die vielen Journaling- und Achtsamkeitsübungen, die im Buch vorgestellt werden. Da ich mich mit diesen Themen schon ausführlich beschäftigt habe, kannte ich schon so einige, dennoch war noch einiges Neues dabei, z.B. das Aufmerksamkeits-Journal, in dem wir eingeladen sind, alles zu notieren, was unsere Aufmerksamkeit erweckt, darüber dann zu reflektieren, wiederkehrende Themen zu entdecken und so mehr über uns und unseren momentanen Blickwinkel auf die Welt zu lernen.
"Die Kunst des Innsaei" ist ein schönes Buch, geschrieben von einer in vielfältigen Feldern tätigen und umfassend gebildeten Autorin, die zeigt, dass sie weiß, wovon sie spricht. Im Buch wird auch ein Film zu dem Thema erwähnt, den sie gedreht hat und den ich mir nun unbedingt anschauen möchte. Ich kann das Buch also allen, die sich für Intuition, Kreativität, Sinnfindung und Persönlichkeitsentwicklung interessieren, wärmstens empfehlen.
Rezensionen von peedee:
Lust auf Zimtsterne
Zimtsterne und Winterküsse in der kleinen Bäckerei von Marie Komenda
Leonie arbeitet als Logopädin in Zürich. Als ihre Grossmutter, bei der sie aufgewachsen ist, stirbt, ist Leonie plötzlich Besitzerin einer Konditorei im Schwarzwald. Was nun? Nach kurzer Überlegung entscheidet sie kurz vor Weihnachten, einen Konditor einzustellen und das Geschäft weiterzuführen.
Hannes überzeugt sie mit seinen Backkünsten und wird engagiert. Als das Mädchen Mila versucht, bei ihnen Backwaren zu stehlen, nimmt Leonie sie unter ihre Fittiche und bietet ihr einen Praktikumsplatz an. Kurz darauf wird im Laden eingebrochen – hat Mila etwas damit zu tun? Und welches Geheimnis hat Hannes?
Erster Eindruck: Ein kleines, malerisches Häuschen in einer verschneiten Landschaft – ein kitschig-schönes Cover.
Nach dem Prolog folgt ein Zeitsprung von acht Jahren. Trotz Trauer um Ihre Grossmutter übernimmt Leonie voller Tatendrang die Konditorei. Beim Lesen der verschiedenen Plätzchen- und Kuchenrezepte lief mir schon das Wasser im Mund zusammen. Das Einstellungsgespräch von Hannes war – sagen wir es mal so – definitiv ungewöhnlich. Aber: Hannes hat zugesagt. Er ist froh, seinen vorherigen Job in einer Bäckereikette aufzugeben und im kleinen Umfeld mehr Möglichkeiten zu haben. Obwohl ihm seine neue Chefin sehr gut gefällt, hat er von Frauen im Moment die Nase voll – kein Wunder, nachdem was er erlebt hat! Aber uns Leser:innen ist selbstverständlich klar, dass die beiden sich annähern, obwohl sie’s ja eigentlich überhaupt nicht wollen…
Der Sprung von „Angestellte Logopädin“ in Zürich zu „Konditoreibesitzerin ohne Konditor“ im Schwarzwald war gross. Für mich war es etwas unglaubwürdig, wie schnell die Übernahme des Geschäftes umgesetzt wurde. Leonie ging ja nicht mal mehr zurück nach Zürich, um die Wohnung mit ihrer Mitbewohnerin aufzulösen (oder falls dem doch so war, habe ich es schlicht überlesen). Nun ja, das war holprig. Aber ansonsten hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ich habe Leonie bewundert, welche Geduld sie mit Mila hatte. Und auch Hannes hat mir sehr gut gefallen. Von mir gibt es 4 Sterne – und nun habe ich Lust auf Zimtsterne!
Rezensionen von Cellissima:
Durchwachsen
Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig
Ich habe schon einige Bücher aus der Feder von Matt Haig gelesen. Vor Jahren schon konnten mich "Die Radleys" begeistern.
Die Werke, die darauf folgten, waren ganz anders, dennoch mochte ich sie, allen voran "Die Mitternachtsbibliothek".
Und so war ich sehr gespannt auf Matt Haigs neuestes Werk, "Die Unmöglichkeit des Lebens".
Es geht um Grace, eine pensionierte Mathematiklehrerin, die völlig unerwartet von einer Person, die mehr Fremde als Freundin war, ein altes Häuschen auf Ibiza erbt. Sie ist neugierig, fliegt spontan und ohne Plan und Rückflug hin. Sie will sich eigentlich nur das Häuschen ansehen und herausfinden, wie bzw. woran Christina starb - doch was sie auf Ibiza entdeckt und erlebt, ist unglaublich und veränderte Graces Leben komplett. Nichts ist mehr so, wie es einmal war ...
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Im Klappentext wird schon angekündigt, dass es um Magie, um Dinge, die wir nicht verstehen können, die unmöglich scheinen, um Wunder, Abenteuer und ähnliche Dinge geht.
Das gibt schon mal eine grobe Richtung vor, dennoch kann sich letztlich zwischen diesen Buchdeckeln ja alles und nichts befinden. Ich war also offen und gespannt.
Rückblickend bin ich immer noch etwas hin- und hergerissen, weiß nicht, wie ich diesen Roman nun finden soll. Stellenweise konnte diese Geschichte mich absolut in ihren Bann ziehen, fesseln, begeistern und überzeugen, stellenweise war aber leider auch das absolute Gegenteil der Fall, fand ich es too much, allzu unglaubwürdig, konstruiert, seltsam, wirr, befremdlich; stellenweise wies die Geschichte, vielleicht auch dadurch, für meinen Geschmack leider auch Längen auf. Stellenweise musste ich mich gar etwas zum Weiterlesen zwingen, weil der Autor mich verloren hatte, er leider nicht mehr meinen Geschmack traf.
Von Anfang bis Ende geliebt habe ich Matt Haigs Schreibstil und Sprache, die von unfassbarer Schönheit sind; all die Weisheiten; die Atmosphäre. Schon in dieser Hinsicht hat sich die Lektüre absolut gelohnt.
Man kann unglaublich viele wundervolle Zitate in diesem Buch finden.
Auch die Figuren, v.a. Grace, ihre Veränderung, Entwicklung, Wandlung, haben mir sehr gefallen. Auch die Figuren sind Matt Haig absolut gelungen.
Es geht in "Die Unmöglichkeit des Lebens" um so viele Dinge: Trauer, Leere, Freundschaft, Familie, um einen Kriminalfall, um Realität und Illusion, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um das Meer, um das Universum, darüber, welches Leben es außer uns noch dort gibt, um die Natur, Natur- und Umweltschutz, um Dankbarkeit und andere Gefühle, darum, glücklich zu sein, den Augenblick zu zelebrieren, die Schönheit des Alltäglichen, um Spiritualität, Wunder, Neuanfänge ... all das gefiel mir sehr.
Ganz zentral für diesen Roman sind auch fantastische, paranormale Phänomene und Elemente. Gibt es überhaupt Dinge, die unmöglich sind? Oder ist alles möglich? Können wir es nur nicht verstehen? Was, wenn wir unsere Sichtweise ändern?
Eigentlich bin ich sehr offen für sowas; dennoch gab es ein paar Stellen in diesem Buch, v.a. bei diesem Tauchgang und dann später wieder zum Ende hin, die mir einfach too much und zu abgedreht waren. Gerade diese Stellen haben mir die Lesefreude genommen und meine Begeisterung für diese Geschichte sehr gehemmt.
Der Inhalt entwickelte sich in eine ganz andere Richtung als gedacht. Ich hätte mit diesem Inhalt so eher nicht gerechnet, und meinen Geschmack traf die Richtung, in die die Geschichte sich entwickelte, leider nicht immer und nicht hundertprozentig. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.
Für Leser, deren Geschmack auch diese Stellen treffen, die sich völlig drauf einlassen können, ist dieses Buch sicher ein Meisterwerk. Und auch ich finde es grundsätzlich großartig, jedoch leider aufgrund dieser genannten Stellen etwas durchwachsen.
Dennoch hat sich die Lektüre gelohnt - und es ist definitiv ein Werk, über das man noch lange nachdenkt, das noch lange nachhallt! Es ist ein aktuelle Geschichte mit wichtigen Botschaften.
Rezensionen von sello:
Eine interessante historische Erzählung
Der Ire von Peter Mann
An sich hat mir das Buch doch ganz gut gefallen. Es spielt in dem Zeitraum von November 43 bis Mai 44 und ist in zwei Perspektiven aufgeteilt. Einmal in die Tagebucheinträge von Adrian DeGroot und dann in die Erzählung von Frank Pike.
Anfangs konnte mich die Geschichte nicht wirklich packen, aber mit der Zeit hat mir das Buch immer besser gefallen.
Zugegeben es gibt ein paar anstößige Stellen wo ich mich gefragt habe ob das denn nun wirklich nötig war.
Da beide Charaktere im Laufe des Buches mehrere Decknamen benutzten sorge auch das für ein bisschen Verwirrung.
Ich fand aber, dass die Brutalität die im Dritten Reich herrschte sehr gut dargestellt wurde und man bei jedem Gespräch mit den Offizieren mit den Charakteren bangte und nicht wusste wie es nun ausgeht.
Das letzte Drittel des Buches hat mich aber richtig gepackt und ich habe es in einem Zug durchgelesen.
Bei den Anmerkungen habe ich herausgefunden, dass das Buch und der Charakter von Frank Pike lose auf Frank Ryan basiert. Das Buch hat mich dann auch dazu verleitet mehr über ihn rauszufinden und ein bisschen im Internet zu recherchieren.
Rezensionen von nil_liest:
Autofiktion aus einer Klassensicht
Die Arbeiter von Martin Becker
Es geht um Martin, ein Kinder der Arbeiterklasse in Plettenberg, geboren in den 80er Jahren. Und ja, richtig gesehen der Autor heißt auch Martin und ist geboren in Plettenberg. Wie der Autor so schön formulierte: Viel Autobiographisches, nicht alles stimmt.
Martin Becker nimmt sein Aufwachsen als Blaupause für diesen Roman und taucht in Erinnerungen ab und macht sie uns zugänglich.
Erläutert, wie (s)eine Familie mit wenig Mitteln sich ihrem Schicksal fügt und das beste rausholt. Für die Kinder, für das Reihenhaus. Schuften um ab und an die Beine hochlegen zu können. Am Nordseestrand.
Ein zeithistorisches Portrait einer ganzen Familie mit ihren Umgangsformen und wie sie das Leben meistern. Mal gut, mal schlecht. Wie trotz aller Limitationen ein Heimatgefühl in diesem Ort, Plettenberg, in den Menschen so tief verankert ist, dass sie sich wohl fühlen mit dem wie es ist und was sie haben.
Mich hat die nicht-lineare Erzählweise leicht aus dem Takt gebracht und eine seiner Schwestern, bei der ich den Faden verlor…wer den Roman kennt, weiß worauf ich anspiele. Ansonsten tonal literarisch gut geschrieben.
Es ist im Grunde ein Roman über die Arbeiterklasse ab den 80er Jahren in Deutschland. Eine Klasse, die durch die strukturellen Veränderungen so nicht mehr den breiten Bestand hat, aber natürlich noch vorhanden ist.
Ein spannender Einblick!
Rezensionen von yellowdog:
Ein packender Roman, in dem man als Leser eintauchen kann
Woher wir kamen von Ulrike Schweikert
Ulrike Schweikert ist eine Autorin, die schon lange großartige Romane schreibt und sie hat auch heute ihren Drive noch nicht verloren.
Man kommt schnell nahe an die Hauptfigur Jane heran.
Wie der Klappentext schon verrät, ist die die Tochter eines schwarzen US Marines und einer weißen Krankenschwester mit deutschen Wurzeln.
Das ist wichtig zu wissen, denn es geht Jane auch um ihre Wurzeln.
Anfangs des Romans fühlt sie sich sehr verloren, da gerade ihr Vater gestorben ist. Auch ihre Mutter und ihr Bruder sind schon tot.
Neben den Schauplätzen New York und Cape Cod 2007 geht es zurück bis ins Jahr 1912, in dem die Geschichte ihrer Großeltern Emmy und Benno als Jugendliche beginnt. Deren spannende Lebensgeschichte wird erzählt.
Auch Janes eigene Geschichte eigene Geschichte wird gezeigt. Ihre Mutter starb früh, der Vater ist distanziert. Sie ging zur Navy und später als Sanitäterin sogar bis in den Irak.
Das in den Zeiten gesprungen wird, funktioniert gut. Hier spürt man die Erfahrenheit der Autorin, alles greift gut ineinander.
Bemerkenswert auch, dass alle Handlungsstränge auf ungefähr gleichen, hohen Niveau ist. Kein Teil fällt gegenüber den anderen ab.
Es sind 3 prall gefüllte Leben und dadurch wird auch der Roman erfreulich abwechslungsreich!
Als Leser ist man kontinuierlich vom packenden Text gefangen.
Rezensionen von begine:
Anspruch und Unterhaltung
Zwei Leben von Ewald Arenz
Ewald Arenz schreibt mit eindrucksvoller Sprache.
Sein Roman, Zwei Leben, spielt auf dem Land. Der Autor versteht es gut , die Charaktere seiner Figuren.
Die Protagonistin Robertaist zwischen verschiedenen Zukunftsplänen hin und her gerissen.Sie hat eine Schneiderlehre abgeschlossen und träumt davon Kleider zu entwerfen.
Dann ist da der heimatliche Hof und sie ist die einzige Erbin. Diese Arbeit macht sie auch gerne.
Der Autor hat mich schon mit seinen vorherigen Romanen gefesselt.
Dieser Roman ist ihm wieder hervorragend gelungen. Er weiß wovon er schreibt.
Empfehlenswert.
Rezensionen von Alo:
Gilmore Girl Vibes
Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance von Laurie Gilmore
Meet me in Autumn ist ein süßes Buch, das ich ganz gerne gelesen habe.
Jeanies Tante Dot will sich zur Ruhe setzen und überlässt ihrer Nichte ihr Pumpkin Spice Café in dem kleinen Städtchen Dream Harbour. Jeanie kommt das sehr gelegen, sie möchte sich unter anderem beruflich verändern. Dream Harbour heißt sie schnell willkommen und auch der grummelige Farmer Logan, hilft ihr beim Ankommen.
Am besten hat mit die Kleinstadtatmosphäre gefallen. Das Städtchen Dream Harbour mit seinen Bewohner hat mich sehr stark an die Serie Gilmore Girls erinnert und auch die Figuren hatten ihre Ähnlichkeiten, so erinnert beispielsweise Logans Charakter an Luke, das war an manchen Stellen vielleicht auch etwas zu viel des Guten. Auch gut fand ich das herbstliche Setting, das wurde die meiste Zeit gut vermittelt.
Sehr gestört hat mich der Spice. Ich bin allgemein kein großer Fan davon, aber hier war er für mein Empfinden auch nicht gutgeschrieben und außerdem auch viel zu langezogen. Ich habe die Seiten dann überblättert, sonst hätte ich es wohl nicht zu Ende gelesen.
Darüber hinaus war es ein nettes Buch, aber mehr nicht.











