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Rezensionen von dorli:

Mord im Erholungsheim

Frisch ermittelt: Der Fall Hartnagel von Christiane Franke; Cornelia Kuhnert

Leer, 1958. Ein fröhliches Versteckspiel im Garten des Kindererholungsheimes in der Evenburg endet für den kleinen Holger schlagartig, als er hinter einen Gebüsch die zusammengekrümmte Leiche des Leiters des Heimes entdeckt. Schnell steht fest, dass Dr. Hartnagel an einer Zyankalivergiftung gestorben ist.

Was auf den ersten Blick wie ein Suizid aussieht, erweist sich allerdings schon bald als ausgeklügelter Mord.

Als die ersten Hinweise durchblicken lassen, dass Doktor Hartnagel nicht der ehrenwerte Mann gewesen ist, für den ihn alle gehalten haben, will Kommissar Onnen den Fall möglichst schnell zu den Akten legen, um das Ansehen des Arztes zu wahren. Im Gegensatz zu seinem Chef sieht Polizeiwachtmeister Hans Frisch einige Ungereimtheiten. Er will gute Ermittlungsarbeit leisten, wird aber von Onnen ausgebremst. Unterstützt wird Hans dagegen von seiner Großtante Martha und deren Enkelin Annemieke. Durch aufmerksames Zuhören und genaues Hinschauen können die beiden Hobbyermittlerinnen wertvolle Tipps zur Lösung des Falls beisteuern.

„Frisch ermittelt: Der Fall Hartnagel“ ist bereits der dritte Band rund um die Heißmangel-Betreiberin Martha Frisch - der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

Christiane Franke und Cornelia Kuhnert haben ein ausgesprochen gutes Händchen dafür, die 1950er Jahre vor den Augen des Lesers lebendig werden zu lassen und verstehen es ganz ausgezeichnet, ihr Personal authentisch und lebensnah zu präsentieren. Es hat mir auch in diesem Band wieder ausnehmend gut gefallen, wie das Leben, der Alltag und ganz besonders die Polizeiarbeit in einer Kleinstadt zur damaligen Zeit dargestellt werden. Man fühlt sich mitgenommen in eine Welt, in der von der NS-Ideologie geprägte Strukturen noch nicht verdrängt wurden, freiheitliches Denken aber schon auf dem Vormarsch ist.

Der verzwickte Kriminalfall mit den spannenden Ermittlungen steht natürlich im Mittelpunkt des Krimis. Falsche Fährten, mehrere Verdächtige, brisante Hintergründe und weitere Morde halten nicht nur die Handlung lebendig, sondern haben mich auch prima über das Motiv und die Identität des Täters miträtseln und mitgrübeln lassen.

Darüber hinaus warten die Autorinnen mit einem dunklen Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte auf: es geht um das sehr ergreifende Thema Kinderverschickung. Unzählige Kinder wurden besonders in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zum Aufpäppeln in Kindererholungsheime verschickt. Diese Heime waren allerdings vielfach nicht das, was sie vorgaben zu sein, sondern Orte des Schreckens. Die Kinder wurden systematisch gedemütigt, misshandelt, oft sogar missbraucht und erlebten statt Erholung und Genesung häufig einfach nur pures Leid.

„Frisch ermittelt: Der Fall Hartnagel“ hat mir sehr gut gefallen - ein aufwühlender Krimi, der mit authentischen Figuren und einer spannenden Handlung punkten kann.

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Rezensionen von Tara:

Ein Blick hinter die Kulissen

Einer kriegt sie alle von Helge Timmerberg

In „Einer kriegt sie alle“ gibt der Journalist und Autor Helge Timmerberg interessante und spannende Einblicke in die Erfolge und Geheimnisse der Polizeiarbeit eines Zielfahnders.

Hier haben sich wirklich die beiden Richtigen gefunden. Da ist auf der einen Seite Tommy, für den sein Beruf sein Leben ist.

Er hat über viele Jahre hinweg die unglaublichsten Verbrechen erlebt und aufgeklärt. Auf der anderen Seite steht der Journalist und Autor Helge Timmerberg, der dieses dann gelungen in Worte.


Das Buch besteht aus ganz verschiedenen Fällen in unterschiedlichen Ländern wie Großbritanien, Frankreich, Italien oder die Dominikanische Republik. Jeder kann für sich gelesen werden, so dass man zwischen den einzelnen Kapiteln gut absetzen und problemlos mit dem nächsten wieder einsteigen kann.


Die Erfahrungen des Zielfahnders sind ebenso erschreckend wie unterhaltsam. In den meisten Fällen ist Geduld gefragt. Irgendwann macht jede Zielperson einen Fehler, wendet sich z.B. an die Liebsten in der Heimat und erstellt so selbst eine Spur.
Da gibt es Verbrecher, die bis zum letzten Moment kämpfen und entkommen wollen, aber auch solche, die letztendlich froh sind, wenn das lange, nervenaufreibende Versteckspiel ein Ende hat.


Tommy ist in der Welt herumgekommen und hat dabei Erfahrungen gesammelt, die einen staunen lassen.
Das internationale Recht sieht überall ein wenig anders aus, so ist z.B. in Tschechien die Nachtruhe ein Menschenrecht auf das Rücksicht genommen werden muss und das bedeutet, dass es zwischen 22.00 und 6.00 Uhr keine Hausdurchsuchungen geben darf.


Das Nachwort - von Tommy selbst - rundet die gesamten Ereignisse des Buches gelungen ab.

Soweit es rechtlich möglich war, wurden seine Fälle hier faktentreu wiedergegeben.

Ich habe das Buch gerne gelesen und damit gleichzeitig mein Wissen über die Polizeiarbeit erweitert.
Es handelt sich weder um ein Sachbuch noch um einen Roman. Es ist ein Werk, das unterhält und einen interessanten Blick auf die Arbeit und die Fähigkeiten eines erfolgreichen Zielfahnders gibt.

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Rezensionen von PMelittaM:

Spannender und fantasievoller erster Band

Royal Institute of Magic, Band 1 - Die Hüter der verborgenen Königreiche von Victor Kloss

Ben Greenwoods Eltern sind seit einiger Zeit verschwunden, was sein Leben sehr verkompliziert hat. Doch nun hat er eine Spur gefunden und macht sich mit seinem Freund Charlie auf, dieser nachzugehen. Überrascht stellt er fest, dass seine Eltern Geheimnisse vor ihm hatten.

Der erste Band der Kinderbuchreihe führt nicht nur die Protagonist:innen gut ein, man lernt auch schon einiges über die Welt, die sich der Autor ausgedacht hat.

Neben unserer gibt es eine ganze Reihe verborgener Königreiche in denen neben Menschen auch allerlei Fantasywesen leben wie zum Beispiel Kobolde, Zwergen und Dunkelelfen. Daneben findet sich auch eine fabelhafte Tierwelt mit Drachen, Greifen und anderen aus Legenden und Mythen bekannten Tieren. Diese dienen auch der Fortbewegung, so kann man auf dem Cover schon die Drachenbahn bewundern, die Ben und Charlie mehrmals nutzen werden.

Auch das Royal Institut of Magic ist interessant, es scheint recht bürokratisch aufgebaut, besonders gut gefallen hat mir, wer hinter seiner Gründung steckt, da mich diese Person schon immer interessiert hat. Die Art der Magie ist fantasievoll, vor allem, dass keine Zauberstäbe sondern etwas anderes benutzt wird. Fantasie hatte der Autor, der leider jung verstorben ist, wirklich viel.

Ben und Charlie werden nach einiger Zeit von Natalie begleitet, die die verborgenen Welten und das Institut schon länger kennt, durch sie erfahren die beiden und mit ihnen die Leser:innen viel Interessantes. Zu dritt erleben sie zudem einige Abenteuer, die spannend erzählt sind, und auch mich als Erwachsene gefesselt haben. Zum Glück hat der Roman einen gewissen Abschluss und endet daher nicht mit einem gemeinen Cliffhanger. Trotzdem bin ich nun sehr gespannt, wie es weitergehen wird.

Victor Kloss hat im ersten Band seiner Kinderbuchreihe die Weichen für die Nachfolger gestellt und gleichzeitig einen spannenden und fantasievollen Roman geschrieben. Die Protagonist:innen sind sympathisch und bieten Identifikationsmöglichkeiten, die Welt ist gut gestaltet. Auch ich als Erwachsene habe den Roman gerne gelesen, so dass ich ihn auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

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Rezensionen von _ich.lese_:

Ein Wohlfühlroman

Wir treffen uns im nächsten Kapitel von Tessa Bickers

Treffen wir uns im nächsten Kapitel, so kann man es beschreiben. Zwei sich völlig Fremde Menschen unterhalten sich über kleine Botschaften, die sie in einem Buch hinterlassen.
Erins Lieblingsbuch landet versehentlich in einem öffentlichen Bücherregal in London. Als sie es endlich wiedergefunden hat, hat jemand auf ihre Notizen und Bemerkungen im Buch geantwortet.

Ich mochte das Cover sofort und auch der Klappentext, vor allem der Zusatz mit "P.S. Ich liebe dich" hat mich in seinen Bann gezogen, ich musste es lesen.
Und ich fand es total schön. Erin und James, die sich in einem Buch austauschen, sich aber in Wirklichkeit kennen, es hatte auch was von e-Mail für dich. Es war allerdings keine RomCom, dafür fehlte etwas. Aber schön zu lesen, ein besonderer Schreibstil.
Erin ist ein schwieriger Charakter, sie hat es schwer, sie trauert, sie möchte neu anfangen und bremst sich doch selber und dann ausgerechnet James, den sie nie wieder sehen wollte. Es kommt mich schon berühren, auch wenn es stellenweise etwas abgeschweift ist. Für mich war es gute Unterhaltung, ein Wohlfühlroman.

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Rezensionen von _ich.lese_:

Die Bodyguards

Triple Duty Bodyguards von Lily Gold

Briar ist eine gefeierte Schauspielerin, aber sie hat einen Stalker, der ihr definitiv zu nahe kommt. Daher braucht sie einen Bodyguard. Oder gleich mehrere.
Drei Muskelbepackte Männer sorgen fortan rund um die Uhr für ihr Wohlergehen und ihre Sicherheit.


Ich las den Vorgänger, die drei schwedischen Männer und war schon gespannt auf das nächste Buch der Reihe.

Das Cover passt jedenfalls, es hat einen hohen Wiedererkennungswert. Und ie Geschichte auch. Wieder drei Männer, alle drei muskelbepackt und gut bestückt, alle drei Freunde, die sich schon öfter eine Frau geteilt haben.
Es ist schon sehr spicy und man muss sich darauf einlassen wollen. Ich fand es nicht ganz so gut wie die Schweden, aber dennoch unterhaltsam. Es hatte auch durchaus seine Spannungsmomente, wenn der Stalker ins Spiel kam. Aber, wie schon erwähnt, man muss sich darauf einlassen wollen, denn es ist schon besonders. Mir hat es aber gefallen.

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Rezensionen von PucKker:

Emotional

The Freedom Clause von Hannah Sloane

Ich liebe dieses Buch! Das Cover allein ist schon ein Hingucker, aber der Inhalt hat mich wirklich gefesselt. Zu Beginn hatte ich ein bisschen Sorge, dass die Abmachung zwischen Daphne und Dominic, einmal im Jahr mit einer anderen Person zu schlafen, nur zu Drama und Schmerz führen würde. Die Idee der „Freiheitsklausel“ kam mir am Anfang auch ziemlich einseitig vor – als ob Daphne nur Dominic zuliebe zustimmen würde.

Doch gerade deswegen war es so schön, Daphne auf ihrer Reise über die Jahre hinweg zu begleiten.

Es hat richtig Spaß gemacht, in ihre Gedanken und Erlebnisse einzutauchen und dabei auch ihre Rezepte zu entdecken, die sich wie kleine Überraschungen im Text verstecken. Hannah Sloane hat mit ihrem Debütroman etwas geschaffen, das sich überraschend leicht und flüssig lesen lässt. Die Geschichte ist packend und gleichzeitig einfühlsam erzählt – eine Mischung, die ich selten so gut umgesetzt finde. Ich freue mich schon auf zukünftige Bücher von ihr und bin echt froh, dass ich über dieses hier gestolpert bin!

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Rezensionen von PucKker:

Ehrlich

Strong Female Character von Fern Brady

Fern Brady schreibt in diesem Buch wie in einem Tagebuch über ihr Leben mit unentdecktem Autismus. Schonungslos legt sie ihre Erlebnisse offen und zeigt, was ihr alles widerfahren ist – und lässt einen dabei fragen, wie anders ihr Leben wohl mit einer frühen Diagnose verlaufen wäre. Sie erzählt von traumatischen Kindheitserfahrungen, hilflosen Menschen um sie herum und Psychiaterinnen, die ihr nicht helfen konnten oder wollten.

Alles kommt ungeschönt und roh zur Sprache.

Doch trotz dieser Ehrlichkeit bleibt Fern oft unsympathisch. Ich vertrete zwar nicht die Ansicht, dass Frauen immer besonders liebenswürdig und angepasst sein müssen, trotzdem brauche ich einen moralischen Kompass. Brady schreibt über ihre eigenen Erfahrungen, als ob sie für alle Frauen mit Autismus gelten würden. Dabei vermittelt sie auch, dass ihr Moralverständnis kaum existent ist: Fremdgehen und Körperverletzung sind für sie offenbar kein Problem, und sie sagt explizit, dass sie das nicht bereut. Auch Frauen gegenüber ist sie urteilend und abwertend. Sie scheint ihre eigenen sexistischen und ableist Denk- und Verhaltensweisen nicht zu bemerken. Für eine Autobiografie einer Frau in den Dreißigern wirkt sie erstaunlich wenig reflektiert – und witzig ist der Schreibstil auch nicht.

Insgesamt ist es ein schonungsloses Buch, das einen Einblick in Ferns Welt gibt. Es zeigt, wie sie mit Neurodiversität und Sexismus kämpft, doch die starke, fast selbstgerechte Darstellung ihrer Sichtweise lässt Fragen offen und schließt andere Erfahrungen aus.

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Rezensionen von PucKker:

Zäh

Das mörderische Christmas Puzzle von Alexandra Benedict

Edie, die Weihnachten hasst und Kreuzworträtsel für Zeitungen schreibt, wird nach einem Mord unfreiwillig dazu auserkoren, eine Reihe bevorstehender Morde aufzudecken. Das klingt vielleicht spannender, als es tatsächlich ist. Denn ähnlich wie ein Kreuzworträtsel zieht sich die Handlung zäh dahin, mit vielen Wiederholungen und wenig Spannung.

Es ist eher eine Beschäftigung für zwischendurch als etwas, das wirklich fesselt.

Edie und ihr Großneffe Sean nehmen die Geschehnisse erstaunlich gelassen hin. Weder scheinen sie Angst zu haben, noch lässt sich bei ihnen echte Besorgnis erkennen. Dabei wären ein bisschen Panik und Mitgefühl durchaus angebracht, um die Situation ernst zu nehmen und den Figuren eine menschliche Note zu verleihen. Doch stattdessen bleibt Edie in ihrer Rolle gefangen: mürrisch und alt (sie macht wirklich sehr viele Anspielungen auf ihr Alter). Sean bleibt genauso flach und blass. Die einzige Figur, die wenigstens noch ein bisschen interessant wirkt, ist RIP, weil RIP eben Menschen tötet. Aber selbst RIPs Motiv und die gesamte Auflösung der Geschichte sind so unlogisch, dass man sich am Ende nur wundert. Neue Informationen, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen, führen schließlich zur Lösung des Falls – keine cleveren Hinweise oder Spuren, die man als Leserin selbst hätte mitverfolgen können.

Insgesamt fühlt sich die Geschichte an wie ein Kreuzworträtsel, das man aus Langeweile an einem verregneten Nachmittag löst: eine Beschäftigung, die nicht wirklich packt und die man bald wieder vergisst. Wem Kreuzworträtsel einen richtigen Nervenkitzel bereiten und nachts nicht schlafen lassen, der könnte dieses Buch mögen.

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Rezensionen von PucKker:

Atmosphärische Langeweile

Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars von Ryan La Sala

Das Cover dieses Buches ist wirklich atemberaubend – wahrscheinlich eines der schönsten, das mir je untergekommen ist. Genau das hat mich dazu verleitet, nach der Leseprobe direkt in die Geschichte einzutauchen. Die Probe selbst war vielversprechend: Von der ersten Seite an war sie voller Action und Spannung, und die zentrale Frage drängte sich auf – warum greift Caroline Mars an?

Doch leider muss ich sagen, dass nach diesem vielversprechenden Einstieg die Handlung für die nächsten 70% des Buches nahezu stillsteht.

Es passiert kaum etwas, es gibt viel Atmosphäre, aber wenig Plot. Alles scheint auf dem anfänglichen Prolog zu fußen, der die Erwartungen hochschraubt, aber im Nachhinein keine tiefere Bedeutung entwickelt. Das Thriller-Element, das mich anfangs so gefesselt hat, verblasst zunehmend, weil der Plot so dünn ist.

Gegen Ende wird endlich klar, dass hinter der Gruppe, die sich die “Honeys” nennt, eine Sekte steckt, die dem Motto „Töten für den eigenen Stock“ folgt. Diese Enthüllung wirft jedoch mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Zahlreiche Plotlöcher bleiben am Ende bestehen und vieles wirkt konstruiert und unglaubwürdig. Besonders enttäuschend war, dass selbst der packende Prolog durch die spätere Aufklärung jegliche Bedeutung verliert.

Am Ende blieb für mich nur die kleine Romanze interessant. Leider konnte der Rest der Geschichte meine Erwartungen nicht erfüllen. Insgesamt ist das Buch eine YA Version von Bunny von Mona Awad.

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Rezensionen von PucKker:

Wichtig für alle!

Unversehrt. Frauen und Schmerz von Eva Biringer

„Unversehrt“ von Eva Biringer hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Das Cover allein weckt eine stille Neugier – die Frau in Strumpfhose, das zerbrechende Ei in ihrem Schoß, es wirkt wie ein eingefrorener Moment voller Intimität und Zerbrechlichkeit.

Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass ich dieses Buch schnell verschlingen würde.

Der Schreibstil von Biringer ist nicht nur flüssig, sondern auch angenehm direkt, sodass ich das Buch in nur zwei Tagen beendet habe. Es liest sich leicht, doch die Inhalte hallen nach und laden zum Nachdenken ein.

Als Frau fühlte ich mich oft tief angesprochen. Viele der Themen sind so allgegenwärtig und „relatable“, dass ich beim Lesen nicht selten innehalten musste. Mehr als einmal stockte mir der Atem oder Tränen sammelten sich in meinen Augen. Doch es wäre ein Fehler, das Buch nur für Frauen zu empfehlen – auch Männer könnten viel daraus lernen. Oft bleibt ihnen die systematische Unterdrückung durch das Patriarchat unsichtbar, was „Unversehrt“ eindrucksvoll zu beleuchten weiß.

Biringer behandelt eine erstaunliche Vielzahl an Themen – von Sprache, Herkunft, Medizin, Invalidierung über Selbstverletzung bis hin zur Fetischisierung. Besonders beeindruckend ist dabei, wie klar und strukturiert sie diese komplexen Themen aufarbeitet, sie einordnet und stets auf fundierte Quellen und Studien verweist. Dieses Buch ist mehr als nur persönliche Reflexion – es ist eine gesellschaftskritische Analyse, die auf fundiertem Wissen basiert.

Einzig ein Wunsch blieb für mich offen: Ich hätte gerne noch mehr über den Schmerz von Frauen in der Medizin und in Studien erfahren. Dieser Aspekt wurde zwar berührt, doch ich hätte mir eine noch tiefere Auseinandersetzung gewünscht. Trotzdem bleibt „Unversehrt“ für mich eine wichtige und berührende Lektüre, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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