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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Natalie:

Yoga-Retreat vs Mördersuche

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2) von Sandra Åslund

Kriminalinspektorin Maya freut sich auf ihren Urlaub, den sie bei einem Yoga-Retreat ihrer Freundin Emely auf einer kleinen Schäreninsel verbringen wird. Doch bereits am ersten Morgen nach Ankunft ist es mit der Entspannung vorbei. Ein Toter wird aufgefunden, woraufhin die Polizei die gesamte Insel abriegelt und Maya verdeckt zu ermitteln beginnt.

Als kurz darauf eine weitere Person getötet wird, kippt die Stimmung auf der Insel endgültig, jeder scheint verdächtig und es beginnt ein Lauf gegen die Zeit.

Ein gelungener Krimi in dem die Atmosphäre der Schäreninsel richtig gut eingefangen wird. Ist zuerst noch alles super entspannt, entwickelt sich sehr schnell ein allgemeines Misstrauen, die Stimmung zwischen den Retreat-Teilnehmern und den Inselbewohnern kippt immer mehr. Auch das verdeckte Ermitteln von Maya wird authentisch dargestellt, man fiebert hier mit, ob es ihr gemeinsam mit Pär gelingt, den Mörder zu finden. Gerade auch das Abriegeln der Insel – zuerst durch die Polizei und später auch noch zusätzlich durch einen aufkommenden Sturm – hebt die Spannung an, man fragt sich ständig, was wohl als nächstes passieren wird. Auch die Charaktere finde ich sehr gelungen, jeder auf seine eigene Art und Weise für den Verlauf des Krimis interessant, vor allem die Vorkommnisse, welche nicht ans Licht kommen sollten. Nur manch persönliches Belangen war für mich teilweise zu präsent und hat vom eigentlichen Fall etwas abgelenkt. Alles in allem aber eine gelungene Fortsetzung rund um Maya und ein Krimi, den ich sehr gerne gelesen haben. Leseempfehlung von mir dafür.

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Rezensionen von Natalie:

Spannend, düster, anders

Das Parfüm des Todes von Katniss Hsiao

Yang Ning arbeitet als Tatortreinigerin. Ihr Geruchsinn spielt dabei eine spezielle Rolle – nur noch dort kann sie diesen wieder zum Leben erwecken. Als ihr Bruder gestorben ist, hat sie ihren absoluten Geruchsinn verloren, kann diese Gabe seitdem nur noch teilweise nutzen. Als sie nichtsahnend zu einem neuen Auftrag eilt, tapt sie in eine Falle – sie hat einen Tatort gereinigt, wo ein Mord geschehen ist.

Somit ist sie die Hauptverdächtige für die Polizei. Yang Ning geht darauf einen ungewöhnlichen Weg, um ihre Unschuld zu beweisen… hat ihr doch der Täter einen ganz besonderen Hinweis hinterlassen… den Duft eines Parfums. Doch dafür muss sie sich mit einem gefährlichen Serienmörder und Künstler auseinandersetzen und selbst anfangen, wie ein Monster zu denken…

Mit Yang Ning hat die Autorin einen sehr interessanten Charakter geschaffen, der für mich über viele Strecken unnahbar geblieben ist, gleichzeitig aber fasziniert und auch immer wieder mal ihre Verletzlichkeit aufblitzen lässt, falls sie denn mal ihre Schutzmauer kurz öffnet. Der Plot an sich ist gutgeschrieben, die Spannung blieb für mich bis zum Schluss aufrecht. Dabei geizt die Autorin nicht mit oft sehr detailreich beschriebenen Szenen, beispielsweise bei den Tatortreinigungen, die sicherlich nicht für jeden Leser was sind. Beide Extreme in der Geschichte – die tiefe Trauer von Yang Ning und ihr Verlust als auch die düstere, brutale, auch teilweise abstoßende Atmosphäre vieler Handlungen werden gekonnt im richtigen Ton beschrieben und so gut zum Leser transportiert. Auch wenn ich anfangs etwas brauchte, um in diesen Thriller reinzukommen und vor allem die vielen taiwanesischen Namen nicht durcheinanderzubringen, empfehle ich dieses Buch definitiv weiter.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Düstere Lovestory mit Thrill

Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun von Sloan Harlow

Vorab: Das Buch enthält eine Triggerwarnung, allerdings ist diese so winzig geschrieben, dass man sie leicht übersieht. Am Buchende dann zu entdecken und mit dem Hinweis auf Spoiler, falls man sie liest. Gut fand ich die Hilfeseiten und Nummern zum Thema.

Aber nun zum Buch.
Ella hat jegliche Lebensfreude verloren, seit sie ihre beste Freundin Haley bei einem Unfall verloren hat.

Emma ist schuld daran und jetzt hat sie sich auch noch in Sawyer verliebt, ausgerechnet, denn er war der Freund ihrer Freundin.
Sawyer verhält sich noch dazu oft merkwürdig und als Ella das Tagebuch ihrer toten Freundin findet, entdeckt sie eine schreckliche Wahrheit.

Uff. Ganz schön viel, was das Buch da auffährt.
Ich wurde auch ziemlich überrumpelt, weil ich bei einem Buch empfohlen ab 14 Jahren nicht so heftige Themen erwartet habe. Das ist auch mein Kritikpunkt an dem Buch, trotz dunklem Einband war es mir thematisch für die empfohlene Altersgruppe zu heftig. Aber vielleicht bin ich da zarter besaitet als die heutigen Teenies.

Ansonsten ist es gut gemacht. Die Mischung aus düsterer Lovestory und dem dunklen Geheimnis in Hayleys Tagebuch macht es spannend und beklemmend und gleichzeitig hofft man auf das Liebesglück.

Es ist trotzdem ziemlich vorhersehbar, allerdings gab es am Ende noch einen für mich unerwarteten Twist, das war fein.

Auch wenn ich es stellenweise unplausibel fand, insgesamt war es ein spannendes Buch und mit vielen Alltagsszenen aus dem Leben von Ella konnte man sich ihr richtig nahe fühlen.

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Rezensionen von Schlafmurmel:

Ich bin begeistert

My Beauty Food von Sarah Harrison

"Wahre Schönheit kommt von innen" – ein Satz, den ich schon von meiner Mutter gehört habe, als ich noch ein Kind war. Nun habe ich die 60 überschritten und lebe meiner Meinung nach recht gesund, aber dieses Buch hat mir gezeigt, dass es immer noch neue Wege gibt, meinem Körper Gutes zu tun und auf ihn zu achten.

In „My Beauty Food“ stellt Sarah Harrison eine beeindruckende Auswahl an Rezepten vor, die nicht nur lecker, sondern auch gespickt mit wertvollen Nährwertinformationen sind. Die Rezepte sind wunderbar strukturiert, mit Angaben zu Kalorien, Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten – ideal für alle, die bewusst auf ihre Ernährung achten. Die Einleitung gibt einen schönen Einblick in die Philosophie der Autorin, bevor es dann direkt in die bunte Vielfalt gesunder und köstlicher Gerichte geht.
Natürlich schmeckt nicht jedes Rezept jedem, aber das ist ja bei jedem Kochbuch der Fall. Meine persönlichen Favoriten sind das Spinatomlett mit Rucola und die Thai-Kürbissuppe mit Kokos, die nicht nur hervorragend schmecken, sondern auch wirklich einfach zuzubereiten sind. Besonders gefallen mir die gesunden „Sweets“, die Genuss ohne schlechtes Gewissen versprechen – eine echte Bereicherung!
Ich denke, jeder wird in diesem Buch ein persönliches Lieblingsgericht finden. Von mir gibt es eine klare Weiterempfehlung!

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Rezensionen von Lili-Marie:

Packender Beginn

Jewel & Blade, Band 1 - Die Wächter von Knightsbridge von Anne Lück

Harper ist mit leidenschaftlich gern Goldschmiedin und hat ein besonderes Gespür für Metalle. Als Archer, ein geheimnisvoller Fremder, in der Goldschmiede vorbeischaut um einen Ring säubern zu lassen, löst der Kontakt zum Ring eine Vision bei Harper aus, die ihr den Tod von König Artus zeigt. Erschrocken von diesem Erlebnis gerät sie in eine geheime Gesellschaft in London, die ihr Leben von nun an auf den Kopf stellen wird.

Anne Lück’s Schreibstil ist fesselnd und leicht verständlich. Es lässt sich schnell und flüssig lesen und man wird als Leser schnell in die Geschichte hineingezogen. Ähnlich wie Harper in die Visionen gezogen wird. Sie beschreibt Settings bildhaft und auch ihre Charaktere sind vielschichtig und gut ausgearbeitet.

Die Charaktere sind authentisch, interessant und vielschichtig. Sie wurden gut ausgearbeitet und auch die Nebencharaktere bereichern die Geschichte. Auch wenn ich nicht mit allen Charakteren klarkam, so haben sie dazugehört und runden die Geschichte ab. Einige Handlungen sind unvorhersehbar und haben die Spannung gut gehalten.

Insgesamt hat mir Jewel & Blade sehr gut gefallen. Es ist ein packender Roman, der mich ab der ersten Seite begeistern konnte. Die Charaktere konnten mich überzeugen und die Artus-Saga in Kombination mit modernen Elementen hat mir sehr gut gefallen.

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Rezensionen von clematis:

Die Lembergs II

Böhmische Schicksalstage von Karin Lindberg

Mit dem Jahre 1938 nehmen politische Umwälzungen in Böhmen ihren Lauf, Tschechen und Sudentendeutsche geraten immer öfter aneinander, die gegenseitigen Anfeindungen werden aggressiver. Mittendrinnen befindet sich die angesehene Familie Lemberg mit ihrer Weberei, die mittlerweile wieder besser läuft.

Nun sind es jedoch die Arbeiter unterschiedlicher Herkunft, welche dem Unternehmer und Besitzer des Werkes mit ihren politisch motivierten Streitereien Probleme bereiten. Während Carl nicht nur in diesem Zusammenhang Lösungen sucht und etwas verbirgt, hüten auch seine Frau Emilie und seine vier Kinder mehr oder weniger aufregende Geheimnisse.

Die Lemberg-Saga nimmt mit diesem zweiten Teil ihren Lauf. Auch wenn einige frühere Ereignisse ins Geschehen einfließen, so empfiehlt es sich doch, mit Band 1, Böhmische Hoffnung, zu beginnen, um alle Figuren noch besser kennen zu lernen und deren Entwicklung optimal mitverfolgen zu können. Höchst lebendig, teils gar turbulent, geht es diesmal zu. Die Szenen wechseln einander flott ab, sodass verschiedenste Familienmitglieder begleitet werden und gleichzeitig der Spannungsbogen auf hohem Niveau gehalten wird, wenn Kapitel mit offenen Fragen enden. Unterschwellig fügt Karin Lindberg so manches Detail in die Handlung ein, sodass zuweilen der Leser mehr Informationen hat oder sich diese eher zusammenreimen kann, als es den Personen im Buch möglich ist. Das zaubert einem so manches Schmunzeln ins Gesicht, wenn man dann die Aktionen und Reaktionen der einzelnen Charaktere betrachtet. Neben der exzellent entworfenen Familie Lemberg überzeugen auch deren Wegbegleiter durch ihre realistische Darstellung, das Leben zur damaligen Zeit wird mit gesellschaftlichen und politischen Themen anschaulich wiedergegeben. So ist es kaum verwunderlich, dass man sich schnell in Lindbergs Zeilen verliert und mit dem Ehepaar Lemberg und den vier Kindern, Ferdinand, Alba, Charlotte und Kilian mitfiebert. Sie alle stehen vor großen Herausforderungen und müssen sich den Gegebenheiten stellen, welche Standesunterschiede und Zeitgeist vorgeben. Allen voran aber begleiten wir die willensstarke Alba, welche keinesfalls nur eine Rolle als Ehefrau und Mutter anstrebt, sondern vielmehr eine berufliche Tätigkeit im väterlichen Webereiunternehmen vor Augen hat, was sich wiederum für eine Unternehmertochter nicht geziemt. Man sieht, Reibereien sind vorprogrammiert.

Auch dieser Teil der Lemberg-Saga hat mich ausgezeichnet unterhalten, Schatten und Ungewissheiten schweben über der Familie, manche Fragen werden beantwortet, andere warten auf den nächsten Band. Ich habe so meine Hoffnungen, wie sich die eine oder andere Angelegenheit weiterentwickelt, ob diese erfüllt werden, wird sich weisen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt und empfehle in der Zwischenzeit die bisher erschienenen Bücher im bewährt bildhaften Schreibstil Karin Lindbergs sehr gerne weiter.

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Rezensionen von Harakiri:

Was ist mit Schröder los?

Zorn - Der Fall Schröder von Stephan Ludwig

Was ist mit Ögi los?
Nach einem rätselhaften Selbstmord und einem fast nahtlos anschließenden Mord ist Schröder durch den Wind. Er vergisst alle seine Prinzipien und ist einfach nicht mehr er selbst, gerät sogar unter Mordverdacht. Zorn tut alles, um Schröder zu entlasten und sprengt dabei auch so manche Grenze.

Nach „Schwarze Tage“ wieder ein Zorn, der es in sich hat. Frieda ist noch nicht richtig genesen und Claudius Zorn bei den Ermittlungen auf sich gestellt. Kann sein schlimmster Verdacht wahr werden?
Ein sehr eindringliches Buch. Vor allem die Geschichten von „damals“ haben mich sehr berührt. Was anfangs nur ein ganz leichter Verdacht war, hat sich – leider – schnell erhärtet. Auch wenn nur Andeutungen fielen, das Kopfkino hat hier sehr viel ergänzt.
Kommt Schröder sonst in den Zorn-Krimis immer gut weg, überrascht Ludwig den Leser hier mit einem Schröder, wie man ihn sich nie hätte vorstellen oder ausmalen können. Irgendwie war das sehr erschreckend zu lesen. Dafür darf Zorn über sich hinauswachsen und seine Gedankengänge oder die Wortwechsel mit Frieda waren wieder absolut erfrischend und zauberten oft ein Schmunzeln aufs Gesicht.
Auch die Schlussbemerkung ist sehr humorig und macht den Autor sympathisch.
Fazit: dem Zitat der Literaturmarkt.info „das Erscheinen eines neuen Zorns stellt ein absolutes Highlight im Bücherjahr dar“ schließe ich mich vollumfänglich an.

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Rezensionen von Kwinsu:

Kindliches Trauma mit Längen

Die Zeit im Sommerlicht von Ann-Helén Laestadius

Anne-Risten, Else-Maj, Jon-Ante, Marge und Nilsa ereilt Anfang der 1950er Jahre das gleiche Schicksal: als geborene Samen - damals noch (abwertend) "Lappen" genannt - müssen sie die "Nomadenschule" besuchen. Dort sind sie wie in einem Kinderheim untergebracht und dürfen ausschließlich Schwedisch sprechen, ihrer eigenen Muttersprache werden sie enteignet.

Dem nicht genug, steht der Schule die "Hausmutter" vor, einer bösartigen Erzieherin, die es scheinbar genießt, die kleinen Kinder zu quälen und auch vor körperlichen Übergriffen nicht Halt macht. 30 Jahre später sind alle Protagonist:innen auf ihre eigene Art von ihren schrecklichen Kindheitserlebnissen traumatisiert und die Wiederbegegnung mit der Hausmutter wird zum schicksalshaften Ereignis...



Ann-Helen Laestadius setzt mit "Die Zeit im Sommerlicht" die Aufarbeitung der Unterdrückung der Samen im 20. Jahrhundert in Schweden fort. Bereits in ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Roman "Das Leuchten der Rentiere" thematisierte sie die Diskriminierung der indigenen Bevölkerung Skandinaviens.

Ihr Schreibstil mutet kindlich-naiv an, was in den Episoden der 1950er Jahre, als tatsächlich über die Erlebnisse der Kinder erzählt wird, wunderbar passend und einfühlend ist. In den Zeitsprüngen, welche die Leser:innen zwischendurch immer wieder in die 1980er versetzt, scheinen die Erwachsenen doch noch sehr viel kindliches an sich zu haben, was bestimmt auch an eben jenem Schreibstil liegt. Ob dies als Stilmittel beabsichtigt oder eben die grundsätzliche Schreibart ist, kann nicht nachvollzogen werden, ich empfand es aber über weite Teile des geschilderten Erwachsenenlebens als etwas mühsam und teilweise auch nervig.



Grundsätzlich hat der Roman seine Längen, besonders in der ersten Hälfte des Buches. Obwohl das Erzählte berührend ist, musste ich das Buch immer wieder weglegen. Erst in der zweiten Hälfte begann der Roman wirklich mitreißend zu sein, die Geschichten fanden zusammen und verwoben sich ineinander. Exakt so ist es mir bei "Das Leuchten der Rentiere" auch ergangen. Was die Lesefreude bei mir zudem etwas hemmte, war die Tatsache, dass für die Geschichte eigentlich unwichtige Details in aller Breite ausgeschmückt werden. Natürlich ist es wichtig, samische Rituale und Gepflogenheiten zu erläutern, ob dies jedes Mal der Fall sein und sich immer wieder wiederholen muss, bleibt zu bezweifeln. Aber auch bezüglich anderer Thematiken, vorwiegend wenn es um Beziehungen geht, weiß sich die Autorin ausführlich in Details zu verlieren.



Was mir wirklich sehr gut gefallen hat, ist der Umgang und die Thematisierung von Sprache - nicht nur, dass oft samische Ausdrücke verwendet werden, auch die Beschreibung wie diese eingesetzt wird, wie sie teils von eigenen Angehörigen aufgrund von schlechten Erfahrungen negiert wird, was sie aber trotzdem für die Sami bedeutet, das alles ist wunderschön beschreiben.



Mein Fazit: "Die Zeit im Sommerlicht" ist ein lehrreicher Roman, der die Geschichte der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung Skandinaviens fiktional nachzeichnet. Die kurzen Kapitel und die Zeitsprünge, die zwischen der Kindheit der Protagonist:innen und dem Erwachsensein derer wechseln, macht das Lesen abwechslungsreich. Leider macht die teilweise vorhandene Detailverliebtheit und der durchwegs kindliche Sprachstil es zu keinem kurzweiligen Lesevergnügen. Es ist trotzdem lesenswert, schon alleine, weil über Menschen berichtet wird, die in der europäischen Wahrnehmung bislang zu wenig Platz gefunden haben.

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Rezensionen von drachenzahn:

Wie Bücher unser Leben verändern

Die Goldene Schreibmaschine von Carsten Henn

Die Idee hinter diesem Buch ist einfach genial. Es zeigt, welche Wirkung das geschriebene Wort auf unser Leben hat, wie es uns prägt und unsere Beziehung zu anderen beeinflussen kann. Aber es demonstriert ebenfalls, wie gefährlich eine solche Macht in den falschen Händen ist. Selbst kleine, scheinbar subtile Unterschiede in einem Lieblingsbuch ziehen ungeahnte Konsequenzen in dem Leben einzelner nach sich.

Und obwohl die Idee wirklich großartig ist, so hat mich die erste Hälfte des Buches doch ziemlich genervt oder vielmehr die Darstellung des bösen Lehrers Herr Dr. Dresskau. Auf völlig überzogene Weise drangsaliert er die Schüler. Er erpresst, schikaniert und zwingt sie mit an den Haaren herbeigezogenen Begründungen, nachts zum Beispiel mit ihm auf den Friedhof nach dubiosen Hinweisen zu suchen. Auch in der Freizeit sind sie nicht vor seinen Machtübergriffen sicher. Und niemand greift ein, beschützt die Kinder oder weist ihn in seine Schranken ein.

Toll ist dagegen, dass der Autor Henn ansonsten nicht davor zurückschreckt, seinen Charakteren auch ungewöhnliche Fähigkeiten und Ticks mitzugeben. So wirkt Emilys Ordnungszwang leicht autistisch und ihre beste Freundin Charly ist Synästhetikerin, das heißt, sie kann Gefühle schmecken. Emilys Opa ist zudem dement. Mit dieser Krankheit wird hier sehr würde- und liebevoll umgegangen. Die meisten Charaktere werden greifbar und real dargestellt, sie sind weder schwarz noch weiß. Selbst der Lehrer erhält mit seiner Hintergrundgeschichte eine leichte Grauschattierung. Es ändert jedoch nichts an seinem übertriebenen Verhalten. Nur Emilys Eltern bleiben mir sehr unnahbar und unverständlich. Das eigene Kind für ein bis anderthalb Jahre zu verlassen, finde ich wenig nachvollziehbar.

Die Geschichte selbst hat ein hohes Tempo. Insbesondere in der zweiten Hälfte kommt die Handlung schnell in Fahrt und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Der Autor baut die Veränderungen, die durch die Schreibmaschine bewirkt wurden, wie selbstverständlich ein und verzichtet auf langwierige Erklärungen, die meiner Meinung nach auch nicht nötig sind. Die Realität der Charaktere wurde schließlich angepasst, ohne dass die Personen es bemerkt hätten.

Insgesamt hat mich das Buch sehr beeindruckt. Nur die Figur des Lehrers ärgert mich nach wie vor, da sie einfach unrealistisch ist. Wem das nichts ausmacht oder wie ich letztlich darüber hinwegsehen kann, erhält eine originelle Geschichte, die uns die Wirkung unserer Bücherwelt lebendig vor Augen führt.

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Rezensionen von drachenzahn:

Spannender Auftakt zu einer neuen faszinierenden Romantasy-Reihe

Kingdom of Lies von Stacia Stark

Der erste Band der vierbändigen Reihe „Kingdom of Lies“ zieht einen ab der ersten Seite in seinen Bann und nimmt einen mit auf eine spannende und aufregende Reise durch eine in sich schlüssig aufgebaute Fantasywelt. Die Charaktere sind vielschichtig und insbesondere die beiden Hauptcharaktere Prisca und Lorian haben eine tolle Chemie zueinander.

Prisca lebt in einer Welt, in der alle Menschen ihre Magie bei ihrer Geburt durch ein Ritual den Göttern übergeben müssen, damit diese sie im Krieg gegen die Fae beschützen. Erst mit 25 Jahren erhalten sie einen Teil davon zurück. Es gibt aber sogenannte Korrupte, die ihre Magie noch in sich tragen. Ihnen droht der Tod durch Verbrennung, sobald man sie entdeckt. Prisca ist eine von ihnen. Mit ihrer Fähigkeit, kann sie die Zeit anhalten. Das sie sie aber stets verstecken musste, ist sie kaum in der Lage, sie auch kontrollieren zu können.

Als Prisca zur Flucht gezwungen wird, trifft sie auf eine Gruppe von Söldnern. Deren Anführer Lorian treibt sie zwar die Wände hoch, zeigt ihr aber auch, welche Kräfte in ihr schlummern und dass fast alles, was ihr erzählt wurde, eine Lüge war. Er verfolgt aber durchaus eigene Ziele. Im Kern dieses Buches geht es schließlich darum, dass Prisca über 300 Korrupte befreien möchte, die im Gefängnis des Königs schmoren und am Tag der Götter verbrannt werden sollen.

Das Buch hält viele Überraschungen und Wendungen parat. Während manche davon zwar nicht ganz unvorhergesehen daherkommen, bleibt einen bei anderen kurz der Atem stocken. Hier und da gab es die ein oder andere kleinere Logiklücke, aber die Geschichte selbst bleibt durchweg unterhaltsam und spannend. Auch wenn der erste Band mehr oder weniger in sich abgeschlossen ist, so bleiben viele Fragen und Handlungsstränge offen, die nur mit den Folgebänden beantwortet werden können, das gilt ebenso für die Liebesgeschichte.

Ich persönlich kann das Buch jedem empfehlen, der Fantasy mit einer guten Portion Romantik zu schätzen weiß. Die Geschichte ist gut durchdacht, hinter der Oberfläche schlummern noch viele Geheimnisse und das Zusammenspiel der Charaktere bleibt durchweg interessant. Da ich nicht auf die deutsche Übersetzung warten möchte, habe ich mir bereits den zweiten Band „A Kingdom this cursed and empty“ auf Englisch zugelegt.

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