Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Leben auf der Wiese aus Sicht einer Hummel
Humbi und Mohna auf der wilden Wiese von Carina Lendl
Humbi, so heißt die Steinhummelkönigin, die zu Beginn des Buches aufwacht. Schon bald begegnet sie der Mohnbiene Mohna, die im Gegensatz zu ihr sehr zart ist. Deshalb ist es Mohna auch sehr kalt, denn sie ist einfach zu früh losgeflogen. Schon bald darauf machen die beiden die Bekanntschaft des Igels Ignatz und so werden die drei „das Team mit Herz, Hirn und Stachel“.
Gemeinsam genießen sie mit andren Tieren das Leben auf ihrer schönen Wiese, wenngleich sie schon darauf achten müssen, wem sie nahekommen, denn um satt zu werden muss man sich auch mal fressen. Doch dann tauchen die Trampler auf, so nennen die Tiere uns Menschen. Was führen diese rücksichtlosen Wesen, die ihren Müll einfach so in der Natur zurücklassen im Schilde? Die Tiere halten fest zusammen, um dahinterzukommen.
Genau so zart, wie die Tiere auf dem Cover sind auch die schwarz-weiß Illustrationen im Buch. Sie sehen sehr kunstvoll aus, sind aber manchmal schlecht zu erkennen. Die Geschichte erinnert natürlich sofort an den Maulwurf Grabowski, den ich schon mit meinen Kinder in den 1980er Jahren gelesen habe. Hier sind allerdings Hummel und Biene neben dem Igel die Protagonisten. Dadurch habe ich eine Menge über diese kleinen Insekten gelernt. Allerdings hat es mich verwundert, dass eine Hummelkönigin nicht sofort einen Staat gründen muss. Hier schiebt sie das immer weiter hinaus um noch ein wenig die Freiheit mit den Freund*innen genießen zu können. Wir Menschen kommen im großen ganzen nicht gut weg in diesem kleinen Buch, allerdings gibt Karin und Nino, die sich sehr lieb um Ignatz kümmern.
Eine abenteuerlich Geschichte, aus Sicht von Humbi erzählt, die nicht immer so schnell und mutig ist wie Mohna, die sich aber auch viele Gedanken macht und hin und wieder über ihren Schatten fliegt. Das Buch liest sich gut und es gibt Situationen, wo es sich lohnt, darüber nachzudenken, wie ich mich da wohl verhalten hätte.
Rezensionen von Daggy:
Mutiger kleiner Dino
Nino Saurus - Angst vor gar nichts von Mim
Der Umschlag des Buches ist abwaschbar und weich gepolstert, Nino fühlt sich stark und hält die Fäuste geballt in die Höhe.
Seinen Eltern will Nino beweisen, dass er „keine frisch geschlüpftes Baby“ ist. Er kann schon eine Menge und führt es uns gerne vor, sogar ganz laut brüllen kann er.
Doch als der Tyrannosaurus sich gestört fühlt, zieht er weiter. Er trifft auf andere Saurierkinder, doch die haben keine Zeit mit ihm zu spielen, da macht er sich auf in den Mamutwald. Dort hat Raptormädchen Clea ein Problem, doch Nino kann ihr mit seinen starken Zähnen helfen. Sogar den großen Diplodokus kann er befreien. Aber als es Dunkel wird hat der kleine Tyrannosaurus doch Angst.
Mutig zieht der kleine Dino los und er kann anderen sehr gut helfen, doch dann verlässt ihn so alleine im Dunkel der Mut und er ist froh, dass der unheimliche Schatten, der seiner Mama ist.
Ein schönes Mutbuch, das zeigt, dass man sich auch mal ängstlich zeigen kann und dann ist es schön, wenn man sich in Mamas Arme retten kann. Einfach gezeichnete Bilder und kurze Texte, viele Dinosaurier, ein tolles Bilderbuch für Kita-Kinder.
Rezensionen von world-of-books:
Hatte höhere Erwartungen.
Die Abende in der Buchhandlung Morisaki - Roman (Bücherliebe in Tokio 2) von Satoshi Yagisawa
„Die Abende in der Buchhandlung Morisaki“ von Satoshi Yagisawa ist die Fortsetzung von "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki". Das wunderschöne Cover hat mich schon beim ersten Teil neugierig gemacht. Im zweiten Teil wurden die Farben angepasst um der abendlichen Stimmung des Buches wiederzugeben.
Da ich den ersten Teil nicht gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf das Buch. Hilfreich war es, dass die Charaktere noch einmal kurz vorgestellt werden, sodass man die Geschichte auch versteht.
Inhaltlich passiert am Anfang nicht viel und es dauert bis kurz vorm Schluss bis etwas passiert. An sich finde ich die Idee ganz toll, besonders wenn man zum Ende kommt und nochmal eine Achterbahn an Emotionen zu spüren bekommt. Leider hat mir der Schreibstil besonders zu Beginn nicht wirklich gefallen. Die Wortwahl hat sich manchmal etwas steif gefüllt. Es hat auch nicht geholfen, dass die Protagonistin mir am wenigstens gefallen hat. Dadurch konnte ich das Buch nicht wirklich genießen.
Rezensionen von Ryria:
Geschichtsstunde mit Schwächen
Die Mitford Schwestern von Marie Benedict
Vor knapp 100 Jahren waren die Mitford Schwestern so etwas wie die It-Girls der heutigen Zeit, allen voran Diana. Mir waren sie bisher noch nicht bekannt, daher fand ich es interessant, sie durch diesen Roman kennenzulernen.
Erzählt wird ihre Geschichte aus den drei Perspektiven der Schwestern Nancy, Diana und Unity - hier wird jeweils der gleiche Tag oder grobe Zeitabschnitt aus jeder Perspektive dargestellt.
Dies war zunächst zwar etwas ungewohnt, jedoch habe ich mich schnell damit angefreundet, vor allem weil es kaum inhaltliche Wiederholungen gab. Auch eröffnete dies die Möglichkeit, kleine und größere Zeitsprünge auszuführen, sodass man die wichtigsten Erlebnisse und Tage präsentiert bekommen hat, anstatt sich ewig "im Alltag" aufzuhalten.
Die kurzen Kapitel haben hierzu gut gepasst und für ein flüssiges Leseerlebnis gesorgt.
Ebenso interessant fand ich die geschichtlichen Hintergründe: Die beschriebenen historischen Ereignisse sind teilweise wirklich so passiert, vieles davon war mir auch noch gar nicht bekannt, beispielsweise die Ausbreitung des Nationalsozialismus in Großbritannien. Bei den Schwestern selber scheint sich die Autorin jedoch auch einige künstlerische Freiheiten erlaubt zu haben.
Ein wenig schade war ebenso, dass im Nachwort zwar viel weiterführende Literatur zu der Familie benannt wird, jedoch keine kurze Zusammenfassung im Sinne von "so ging es weiter" gegeben wird. Anstatt jetzt noch drei weitere Bücher zu lesen, musste Google weiterhelfen für all meine offenen Fragen.
Zu den Schwestern selbst: Wirklich warm bin ich mit keiner von ihnen geworden, wobei dies vermutlich auch eher nicht so ein Buch ist, bei dem man mit den Protagonisten mitfiebert. Nancy wird im Klappentext als eine starke Frau dargestellt, die sich zum Wohle des Landes gegen ihre Familie stellt, im Roman kommt dies aber viel zu kurz. Vielmehr ist sie die ganze Zeit mit nichtsnutzigen Männern und ihrem Kinderwunsch beschäftigt als mit dem Widerstand.
Bei Diana das Gleiche, zwar scheint immer wieder mal durch, dass sie eine kluge Strategin ist, aber dann dreht sich ihr Universum doch wieder nur um den fürchterlichen Mosley.
Und Unity ist schlussendlich einfach nur ein absolutes Hitler-Fangirl.
Mir war das Ganze dann doch einen Ticken zu sehr auf die Männer fixiert, über die sich diese "starken Frauen" zu definieren scheinen.
Auch fehlt mir ein wenig das Gleichgewicht im Buch: 2 der 3 Perspektiven sind faschistisch, nur eine ist quasi die Stimme der Vernunft. Wüsste man es nicht besser, könnte man fast meinen, die Schilderungen über Hitler etc. wären irgendwie positiv - Hitler als perfekter Gentleman beispielsweise.
Dies passt zwar zu den Charakteren, aber eine weitere kritische Schwesternperspektive hätte ich als Ausgleich besser gefunden, z.B. die der Schwester Decca, die öfters erwähnt wird und sehr interessant erscheint, dann jedoch viel zu kurz kommt.
Die Idee des Romans insgesamt war gut und ich habe auch einiges aus diesem Buch mitgenommen, jedoch fand ich die Darstellung doch ein wenig zu problematisch und habe mein Erlebnis dann lieber durch externe Quellen ergänzt.
Rezensionen von Romy:
Eine besondere Umsetzung des weihnachtlichen Klassikers
Agatha Christie Classics: Hercule Poirots Weihnachten von Agatha Christie; Isabelle Bottier
Weihnachten auf Gorston Hall. Der tyrannische Patriarch der wohlhabenden Familie Lee, Simeon Lee, hat zum Anlass der Festlichkeiten die zum Teil zerstrittenen Familienmitglieder um sich geschart. An Heiligabend wird das Familienoberhaupt unter mysteriösen Umständen ermordet und jeder der Anwesenden hat ein Motiv.
Geht es um Familienzwistigkeiten oder hat es der oder die Täterin auf das Familienvermögen abgesehen? Hercule Poirot ist zufällig in der Nähe und nimmt die Ermittlungen auf.
„Hercule Poirots Weihnachten“ war mein erster Graphic Novel und ich war sehr auf die Umsetzung der Kriminalgeschichte gespannt. Normalerweise kennt man es von Agatha Christies Krimis so, dass Details, die für die Aufklärung des Mordfalls wichtig sind, ganz geschickt in die Geschichte einflechtet werden. Bei einem Graphic Novel dagegen wird der Text ja komplett auf die Dialoge verknappt. Dafür spielen die Bilder eine große Rolle und als Leser ist man die ganze Zeit versucht, aus den Illustrationen wichtige Details herauszulesen. Ich hatte sehr viel Spaß dabei, mitzurätseln und habe immer wieder zurückgeblättert, um die Aussagen und Alibis der verschiedenen Charaktere zu vergleichen.
Die blau-bräunliche Farbgestaltung der Illustrationen fand ich sehr stimmungsvoll und zur Geschichte passend. Die Darstellung des herrschaftlichen Anwesens und der winterlichen Umgebung sind unglaublich atmosphärisch dargestellt und erzeugen eine winterliche, cozy Stimmung. Was mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat, war die Darstellung der Personen und vor allem der Gesichtsausdrücke. Natürlich ist man auch von Comics gewohnt, dass die Reaktionen der Figuren sehr überzeichnet werden, aber ich fand es oft ein wenig übertrieben und es hat nicht so gut zu meiner Vorstellung einer wohlhabenden britischen Familie gepasst.
Fazit: Sehr spannend und kurzweilig, mal ein ganz anderes Leseerlebnis.
Rezensionen von Marie aus E.:
Wurde noch, war aber ein steiniges Lesevergnügen
Als wir im Schnee Blumen pflückten von Tina Harnesk
Ich mag Skandinavien und insbesondere den hohen Norden und habe schon inzwischen schon ein paar Bücher über samische Familien gelesen.
Hier hat mich das gemäldegleiche Cover gleich in den Bann gezogen.
Es geht um ein altes Paar, Mariddja und Biera. Sie bekommt beim Arzt eine Diagnose und wird bald sterben müssen, er ist dement und soll davon nichts erfahren.
Im Hintergrund schwingt die schwedische Geschichte mit, eine Vertreibung der Samen und eine Zwangsumsiedlung - näher eingegangen wird darauf leider auch im Anhang nicht. Genauso wenig wie es ein Glossar gibt für spezielle samische Worte. Beides ist aber nicht tragisch, da es nicht für das Verständnis der Handlung erforderlich ist.
Die ersten Kapitel haben mich gefesselt, man lernt das Paar kennen und gleichzeitig gibt es immer wieder einen Schwenk zu einem anderen (viel jüngeren) Paar, das gerade in die Gegend zieht.
Das Leben von Mariddja und Biera erscheint ziemlich trostlos, doch die beiden kommen klar und die innige Beziehung trotz aller Widrigkeiten ist schön zu lesen.
Witzig ist Mariddjas Konversation mit Siri, die für sie eine reale Person ist.
Ganz und gar nicht witzig die Geringschätzung, die ihnen oft entgegenschlägt. Sei es die Ignoranz bzgl. des samischen Namens oder gar offener Rassismus.
Eigentlich ist der Rahmen der Geschichte so vielversprechend und gibt so viel her - doch nach den ersten Kapiteln wurde es sehr, sehr zäh. Ich war kurz davor, abzubrechen und habe mich regelrecht durchgequält. Gegen Ende hin hat das Buch dann die Kurve bekommen. Die Handlung an sich war vorhersehbar, aber es wurde endlich gefühlvoll, fesselnd und interessant. So hätte ich mir das komplette Buch gewünscht!
Rezensionen von begine:
Singapur und seine Kultur
Zweckfreie Kuchenanwendungen von Yeoh Jo-Ann
Der Roman, Zweckfreie Kuchenanwendungen, von der Schriftstellerin Yeoh Jo-Ann.
Der titel ist etwas eigenwillig. Der Roman spielt in Singapur und wir erfahren viele kulturelle und landesübliche Gerichte kennen. Die Autorin schreibt mit viel Gefühl.
Der 35jährige Lehrer Sukhin ist schon etwas verpeilt.
Als seine Eltern ihm eine Ehekandidatin vorstellen, und er erfährt, das die keinen Kuchen mag, hat sich das erledigt. Er steht auf Kuchen. Als er dann eine Unterkunft aus Kartonen anrennt, ist die Bewohnerin eine frühere Liebe. Das die schon sechs Jahre als Obdachlose lebt, obwohl sie aus reichem Haus stammt, ist das mir etwas unlogisch.
Alles in Allem ist der Roman angenehm zu lesen und man erfährt einiges von Singapur
Fazit: Lesenswert.
Rezensionen von clematis:
Hochzeit im Herrenhaus
Nachtwald von Tríona Walsh
In einem etwas heruntergekommenen Herrenhaus im Westen Irlands, inmitten eines ungezähmt wuchernden Waldes, feiern zwei Paare ihren Hochzeitstag: Claire und George, Freya und Hudson. Mit dabei sind noch Claires erwachsene Kinder Lizzie und Liam sowie die Köchin Mia. Und obwohl das riesige Haus so abgeschieden liegt, dass man es nur zu Fuß erreichen kann, taucht alsbald ein ungebetener Gast auf.
Hervorragende Zutaten für einen gelungenen Thriller, der sich auch durchaus stimmig und unheimlich anlässt: ein einsamer Ort, ein kleiner Kreis an Personen, eine düstere Stimmung. Sofort nehmen Triona Walshs flotter Schreibstil und ihre bildhaften Darstellungen der Handlung den Leser gefangen. Die Neugierde wird rasch geweckt, was sich hier noch zutragen wird, unheimliche Geräusche und Schatten im Wald führen nicht nur bei den Frauen in der Runde zu angespannten Nerven. Obwohl die Zahl der Figuren niedrig gehalten wird, fehlt ihnen – für meinen Geschmack – ein klares und kantiges Profil, irgendwann beginnt sich dann auch die Handlung etwas in die Länge zu ziehen und den Anstrich eines aufregenden Thrillers zu verlieren. Immerhin aber lenkt die Autorin geschickt den Blick des Lesers auf unterschiedliche mögliche Tatmotive, man weiß sehr lange nicht, wer welches Geheimnis hütet und wer versucht hat, den Fremden wieder loszuwerden.
Fazit: eine spannende Ausgangssituation, die viele Wendungen zulässt, sich allerdings zuweilen in Langatmigkeit verliert anstatt die Gänsehaut noch weiter zu steigern. 3 von 5 Sternen.
Rezensionen von Ryria:
Fehler der Vergangenheit
Tage mit Milena von Katrin Burseg
Manchmal können zufällige Begnungen das ganze Leben auf den Kopf stellen - so auch bei Annika, die einfach nur in Ruhe ihren Schreibwarenladen führt, bis die junge Luzie dort den Kleber kauft, mit dem sie sich auf der Straße festklebt. Es folgt ein spannender Roadtrip sowie eine Reise in die eigene Vergangenheit.
Zunächst ist dies ein wichtiges Buch für unsere heutige Zeit, das sich mit akuten Problemen wie der Klimakrise beschäftigt und dem Leser die Aktivisten ein wenig näherbringt. Ich selbst hatte damit bisher noch keine Erfahrung gemacht, mein Wissen beschränkte sich auf Nachrichtenartikel, daher fand ich es interessant, hier mehr Hintergrundinfos zu bekommen: Welche Initiativen, Bewegungen und Gruppen gibt es, die zum Klimaschutz beitragen wollen?
Falls man mit der Thematik jedoch schon vertraut ist, kann es sich eventuell auch etwas wie ein Vortrag anfühlen. Dafür fand ich es positiv, dass es nicht nur als komplett gut dargestellt wurde, sondern auch auf die schwarzen Schafe eingegangen wird, die zu extreme Mittel wählen.
Die Atmosphäre im Buch mochte ich besonders. Diese hat durch schöne Beschreibungen immer die passende Stimmung zu jedem Handlungsort vermitteln können: Die Stille im kleinen Laden, die Aufgeregtheit und Spannung im Camp der Klimaktivisten, die Unruhe auf der Demo etc.
Hamburg fühlte sich so auch anders an als Italien, aber immer hatte ich das Gefühl, selbst mit auf Reisen zu gehen.
Hier gab es auch eine gelunge Mischung aus den Reisen in der Gegenwart quer durch Europa mit den Reisen in die Vergangenheit von Annika.
Statt nur einem kurzen Rückblick erfährt man hier die komplette Geschichte von Anfang an, sodass man eine viel bessere Bindung zu den Charakteren aufbauen und die Zusammenhänge besser verstehen kann.
Da dieser Rückblick teilweise auf wahren historischen Ereignissen basiert, bekommt man hier auch noch etwas Bonuswissen - nur hat dies manchmal leider ein wenig wie eine Geschichtsstunde gewirkt und war nicht ganz natürlich ins Geschehen eingebaut.
Ebenso fragwürdig waren die Charaktere und ihre Entscheidungen manchmal für mich: Warum haben Annika oder Luzie jetzt so gehandelt? Über manches hab ich mich ein bisschen aufgeregt, über anderes nur die Motivation hinterfragt. Komplett warm bin ich daher mit keiner der Beiden geworden.
Dafür mochte ich Annikas Mann Hendrik als Nebencharakter sehr. Dieser hat eine gelungene Kommunikation in der Beziehung dargestellt und war generell sehr lieb und sympathisch, solche Charaktere gerne öfters in Romanen!
Auch wenn ich die Handlung im Ganzen mochte, waren mir manche Ereignisse dann doch etwas zu konstruiert - der Zufall hat die Lösung gebracht, und das gleich mehrere Male, hat teilweise ein wenig unrealistisch gewirkt.
Trotzdem bin ich gerne in diese Geschichte eingetaucht, bin mit auf Reisen gegangen und habe noch ein bisschen was gelernt, daher kann ich das Buch durchaus weiterempfehlen.
Rezensionen von PMelittaM:
Neue Miss Marple Geschichten
Miss Marple von Agatha Christie; Ruth Ware; Lucy Foley; Val Mcdermid; Naomi Alderman; Leigh Bardugo
Tatsächlich ist es schon länger her, dass ich einen Agatha Christie-Roman gelesen habe, aber die mit Miss Marple waren mir immer die liebsten, und viele habe ich noch ganz gut im Kopf. Wenn ich an Miss Marple denke, sehe ich übrigens immer Joan Hickson vor mir, die sie meiner Ansicht nach perfekt verkörpert hat.
Sie war es auch, die mich geistig begleitet hat, während ich die zwölf Geschichten dieser Sammlung gelesen habe, in denen verschiedene Autorinnen Miss Marple und ihr kriminalistisches Geschick wieder zum Leben erweckt haben.
Die Geschichten sind sehr unterschiedlicher Art, und spielen nicht alle in Großbritannien, Miss Marple besucht zum Bespiel auch die USA und macht eine Kreuzfahrt nach Hongkong. Man trifft einige Personen wieder, die man aus den Romanen kennt, allen voran Miss Marples Neffen Raymond West. Man lernt aber auch neue kennen, unter anderem sogar eine Urgroßnichte, die in einem Fall eine wesentliche Rolle spielt. Bereits die erste Geschichte zieht einen wieder in Miss Marples Universum und fügt sich gut ein in die Geschichten um sie.
Leider haben mir nicht alle Geschichten gleich gut gefallen, aber das ist eigentlich normal für solch eine Sammlung. Hin und wieder konnte ich nicht die Miss Marple erkennen, die ich aus den Romanen kenne und mag. So fehlte mir zum Beispiel das Jane Marple-Feeling in einer der USA-Geschichten.
Manche der Geschichten werden in Ich-Form erzählt, allerdings nicht aus Miss Marples Perspektive. Ich mag diese Art des Erzählstils, zumal Jane Marple natürlich trotzdem das ihre zur Aufklärung beigetragen hat. Einige Geschichen empfand ich als recht originell, andere als eher vorhersehbar, was aber nicht immer schlecht ist.
Überraschenderweise kannte ich nur ein paar der Autorinnen, manche Geschichte machte mich aber neugierig, mir bisher unbekannte kennenzulernen, zum Beispiel die, in der Jane Marple nicht alleine ermittelt, sondern eine andere versierte Ermittlerin zu Seite gestellt bekommt.
Zwölf neue Miss Marple-Geschichten von ebenso vielen Autorinnen erzählt finden sich in dieser Sammlung. Im wesentlichen wurde ich gut unterhalten, habe Jane Marple in vielen wieder erkannt und fand auch die meisten Geschichten lesenswert. Wer mehr von Miss Marple lesen möchte, kann hier nichts falsch machen.











