Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Spannender Pageturner!
Nachtflut von Stina Westerkamp
Obwohl in den Nachrichten eindringlich vor der kommenden Sturmflut und der Gefahr, dass der Deich brechen könnte, gewarnt wird, wartet Elisa bis zum letzten Moment, bis sie sich dazu entscheidet, ihr Haus zu verlassen. Doch dann ist es zu spät. Elisa geht davon aus, im längst evakuierten Bereich alleine zu sein.
Doch dann entdeckt sie ihre Nachbarn, die eigentlich schon längst weg sein wollten. In der Not schließt sie sich den beiden an. Irgendwas scheint das Paar verbergen zu wollen. Elisa kann sich darum allerdings keine Gedanken machen, denn in den Nachrichten wird davon berichtet, dass aus der nahegelegenen Justizvollzugsanstalt Gefangene geflohen sind. Elisa ahnt, dass einer davon auf dem Weg zu ihr ist....
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und zuweilen von Tagebucheinträgen unterbrochen. Diese kann man zunächst nicht richtig zuordnen. Sie sorgen aber dafür, dass man unbedingt erfahren möchte, wo die Verbindung zu den aktuellen Ereignissen liegt.
Handlungsorte und Protagonisten werden so eindrucksvoll beschrieben, dass man sofort mitten im Geschehen ist. Es gelingt der Autorin hervorragend, den Orkan und die drohende Sturmflut intensiv in die Erzählung einzubinden, wodurch man beinahe meint, den starken Wind auf der Haut zu spüren. Man fiebert mit den Protagonisten mit und hofft, dass alles gut ausgehen wird.
Elisa wirkt zwar sympathisch, allerdings ist es schwer, sie einzuschätzen, da sie von ihrer Tablettensucht beeinflusst wird. Kann man ihrer Einschätzung vertrauen? Doch alle Charaktere scheinen ihre ganz eigenen Geheimnisse zu haben, deshalb ist man ständig auf der Hut, um kein Detail zu verpassen, dass Hinweise auf den Hintergrund der jeweiligen Person geben könnte. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen, ist sich jedoch nie sicher, auf was das Ganze hinauslaufen wird. Man ist hin- und hergerissen und weiß nicht was man glauben soll. Das gibt der Handlung einen zusätzlichen Reiz. Man gerät früh in den Sog der Ereignisse und kann sich kaum vom Gelesenen lösen. Dadurch entwickelt sich dieser Thriller zu einem echten Pageturner. Überraschende Wendungen sorgen außerdem dafür, dass keine Langeweile aufkommt.
Spannender Pageturner mit eindrucksvoller Hintergrundkulisse.
Rezensionen von Lesemama:
Nicht meine Story
A Second Chance for Christmas von Devney Perry
Bewertet mit 2.5 Sternen
Zum Buch:
Eva und Tobias waren am College ein Paar, Tobias wollte gerne mehr, aber Eva war ihre berufliche Zukunft wichtiger, sie trennten sich.
Nun sahen sie sich Jahre später in ihrer Heimatstadt wieder, hatten einen One Night Stand und Eva ist schwanger. Aber wir sollten es weitergehen?
Meine Meinung:
The second Chance for Christmas ist das dritte Buch der Reihe rund um die Holliday Brüder.
Diesmal ging es eben um Tobias, der auch im zweiten Buch schon eine Rolle spielte und ich daher schon ziemlich genau wusste, was passiert. Ich fand die Geschichte wenig überzeugend und sogar recht langweilig. Tobias ist wieder oder noch in Eva verliebt, Eva sieht immer noch ihre berufliche Zukunft als wichtiger. Alles dazwischen war oberflächlich und nichtssagend. Konnte mich leider überhaupt nicht unterhalten, hatte noch nicht mal mehr einen Überraschungsommer, da man im zweiten Buch doch ziemlich gespoilert wurde. Schade.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Neuanfang für Chefinspektorin Marlene Kranz in Graz
Die Akte Graz von Margot Mühlfellner
Dieser Krimi ist dem Vernehmen nach der Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe, der in der Hauptstadt der Steiermark, in Graz, spielt.
Worum geht’s?
Chefinspektorin Marlene Kranz ist vor Kurzem aus Wien in ihre Heimat Graz zurückgekehrt. Nicht ganz freiwillig, wie es scheint. Noch bevor sie sich so richtig eingelebt hat, muss sie sich schon bewähren.
Denn am Morgen nach der Eröffnung der Fotoausstellung des berühmten Fotografen Gustav Zierach im Grazer Kunsthaus wird Alexandra Walfrad, die für Zierach auf der bekannten Doppelwendeltreppe in der Grazer Burg für ein Foto Modell gestanden hat, ist just auf jener Treppe, genau wie auf dem Foto inszeniert, tot aufgefunden.
Für Marlene Kranz und ihr Team beginnt die mühevolle Kleinarbeit, denn die Gästeliste der Vernissage umfasst mehrere Hundert Personen. Hilfreich erweist sich, dass ausgerechnet Marlenes Schulfreund Franky als Pressefotograf Tausende Fotos von der Veranstaltung gemacht hat und die Stimmung dort auf seinen Bildern eingefangen hat.
Wenig später wird ein weiteres Fotomodell vermisst. Zufall? Oder hat es hier jemand auf schöne Frauen abgesehen?
Jedenfalls ergreift Marlene Kranz mit Rückendeckung ihres Vorgesetzten ungewöhnliche Maßnahmen. Unterstützung erhält sie dabei nicht nur von einem jungen Streifenbeamten und ihrem Kollegen sondern auch von Franky.
Meine Meinung:
Gleich vorweg, ich habe diesen Krimi in einer Nacht gelesen. Da ich Graz, die Hauptstadt der Steiermark, und ihre verwinkelten Gassen wie die Sporgasse recht gut kenne, habe ich mich gleich wie zu Hause gefühlt, und war gleich mitten im Geschehen rund um das Kunsthaus Graz. Schmunzeln musste ich über die Aktion mit der Einsatzgruppe Cobra auf dem Grazer Hausberg Schöckl.
Margot Mühlfellner schafft es, die Spannung stets zu steigern und den Spannungsbogen hoch zu halten.
Die Charaktere, vor allem Marlene sind sehr gut gezeichnet. Niemand, außer ihrem Vorgesetzten weiß, warum sie sich von Wien nach Graz versetzen hat lassen und warum sie ihren Kollegen, trotz des steirischen Brauch, alle zu duzen, so distanziert erscheint. Auch die Leser wissen es nicht, doch in kleinen Portionen erfahren wir, dass in Wien etwas passiert sein muss, was Marlene Kranz aus dem Gleichgewicht geworfen hat. Dazu verwendet die Autorin einen interessanten Kunstgriff: Wir dürfen bei den Therapiegesprächen zwischen Marlen und dem Psychotherapeuten dabei sein. Zunächst wehrt sie sich gegen die Gespräche, die allerdings Bedingung für die Wiedereinsetzung in den Dienst notwendig sind, doch langsam öffnet sie sich dem Therapeuten gegenüber.
Auch die anderen Charaktere wie der Fotograf Zierach oder der Direktor des Kunsthauses Graz, der auf mich wie eine aufgeblasene Kröte wirkt, erhalten eine besondere persönliche Note.
Gut gefällt mir, dass neben dem Kunsthaus auch andere Plätze wie eben die Doppelwendeltreppe in der Grazer Burg, die Murinsel, jenes futuristische Gebilde, das anlässlich der Ernennung von Graz zu Kulturhaupstadt Europas 2003 errichtet wurde, „mitspielen“ dürfen. Die Autorin wirft auch einen Blick auf die quasi soziale Zweiteilung von Graz, in eine diesseits und jenseits der Mur gelegene Stadt. Auf der einen Seite (ich verrate jetzt aber nicht welche) leben jene, die es geschafft haben und auf der anderen, die, die noch nicht so weit sind.
Fazit:
Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung dieser Krimi-Reihe, die durch ein durchdachtes Konzept und einen hohen Spannungsbogen besticht. Gerne gebe ich diesem Reihen-Auftakt 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von LeserinLu :
Super Einstieg ins Werk von Klaus Mann
Berlin war meine Stadt von Klaus Mann
Wer Interesse an Literaturgeschichte hat oder einfach einen authentischen Blick auf den „Tanz auf dem Vulkan“ der 1920er Jahre in Berlin werfen möchte, sollte sich „Berlin war meine Stadt“ von Klaus Mann anschauen. Die kleine Sammlung literarischer Texte von Klaus Mann gibt einen authentischen Einblick in das Künstler-Berlin der Weimarer Republik und beleuchtet auch die Schattenseiten einer Zeit, die zwischen Aufbruch und Abgrund schwankte.
Manchmal wirkt Manns Stil ein wenig pathetisch, doch dann war ich wieder überrascht, wie aktuell seine Inhalte sind. Die in diesem Sammelband ausgewählten Texte und Textauszüge sind persönlich, scharfsinnig und oft erstaunlich modern in ihrem Denken. Besonders interessant fand ich Manns Blick auf Themen wie Queerness und die politischen Fragen eines geeinten Europas sowie schließlich seine Flucht aus Nazi-Deutschland.
Das Buch ist sowohl äußerlich von seiner Haptik her als auch inhaltlich liebevoll gestaltet. Wer sich bisher nicht an Klaus Mann herangewagt hat, findet hier einen leichten Einstieg, der Lust auf mehr macht. Deshalb eignet sich die Sammlung mit ihrer thematischen Vielfalt und den historischen Einordnungen im Vorwort und zwischendurch auch gut für Schule und Studium. Für mich war „Berlin war meine Stadt“ eine echte Entdeckung – ein literarisches Fenster in eine Zeit und eine Stadt, die in ihrer Widersprüchlichkeit so viele Bezüge zu heute aufweist. Ein absoluter Lesetipp für alle, die sich für die Literatur der Weimarer Republik interessieren!
Rezensionen von Peter Burk:
Alle Jahre wieder – das Alpenvereinsjahrbuch
Alpenvereinsjahrbuch BERG 2025 von Deutscher Alpenverein; Österreichischer Alpenverein; Alpenverein Südtirol; Axel Klemmer
Wussten Sie schon? Die größte evangelische Gemeinde in Österreich, zumindest prozentual gesehen, befindet sich nicht in Wien, sondern in Ramsau am Dachstein. Hier sind 75 % der Bevölkerung Protestanten. Diese und viele weitere interessante Fakten finden Sie im diesjährigen Themenschwerpunkt „Dachstein“ in den BergWelten.
Das berühmte Bergmassiv, das sich über Oberösterreich, die Steiermark und Salzburg erstreckt, symbolisiert den unaufhaltsamen Wandel der Alpen. Früher ein beliebtes Gletscherskigebiet, wurden die Skilifte inzwischen abgebaut und durch neue Attraktionen ersetzt. Besonders beliebt sind die zahlreichen Klettersteiganlagen rund um den Dachstein. Ob diese Entwicklung nachhaltig ist, bleibt jedoch abzuwarten.
Was früher nur Profis oder ambitionierten Amateuren vorbehalten war, ist heute dank leistungsstarker Smartphones für fast jeden möglich – das Fotografieren. Wie viele andere Handwerke auch, hat das Bildermachen in den letzten Jahrzehnten eine rasante technische Entwicklung durchlaufen. Was das für die Fotografie in den Bergen bedeutet und woran man dennoch jemanden erkennt, „die/der es kann“, darüber berichtet der BergFokus.
Das Kapitel BergMenschen widmet sich, mal mehr, mal weniger bekannten Persönlichkeiten: Die jüdische Bergsteigerin Ilse Frischmann überlebte die NS-Zeit und war eine wahre Pionierin ihrer Zeit. Gerlinde Kaltenbrunner hat in den höchsten Regionen der Erde alles erreicht und geht nun andere, zum Teil sanftere Wege. Kuno Rainer war wohl das, was man als einen echten Haudegen bezeichnet und Nikolaus Raggl zählt „vielleicht ein Stück weit zu den Rettern der Welt“.
Die zahlreichen Höchstleistungen des Bergsportjahres sind wie immer Mittelpunkt von BergSteigen, aber es fehlen auch nicht die ruhigeren Töne, wie die liebevollen Worte, die Tom Dauer seiner dementen Mutter widmet oder eine Huldigung an ein halbes Jahrhundert „Im extremen Fels“, dem Klassiker von Walter Pause.
Wer wissen will, ob die Alpen noch wild sind, welche Lehren wir aus Fossilien in den Dolomiten ziehen können oder was es mit dem Phänomen der weißen Bäche auf sich hat, kann sich BergWissen aneignen.
Unverstanden und dennoch einzigartig – so lässt sich der Maler Carl Brizzi samt seinen Werken treffend beschreiben. Mit seinen Kreuzspitzpanoramen hat er der Nachwelt eine neue Perspektive auf die Berge eröffnet. Wenn der Blick nur noch auf das vermeintlich Schöne gerichtet ist, wird es dem Autor Georg Bayerle zu bunt und das tut er dann in „Die Schlanken und die Wampen“ kund. Das Alpenvereinsjahrbuch und die BergKultur enden mit einem besonderen Highlight: Ein Schafbauer aus Vorarlberg, dessen Kunstverständnis und Lebensanschauung den eigentlichen Aufhänger des Beitrags, Antony Gormleys „Horizon Field“, gekonnt in den Schatten stellen.
In bewährter Manier bietet auch die 149. Ausgabe des Jahrbuchs einen umfassenden Rück- und Ausblick auf vergangene, aber auch zukünftige alpine Jahre, bei dem für jeden, der sich für die Berge oder den alpinen Lebensraum interessiert, etwas dabei ist.
Rezensionen von Ruth:
Warmherzige Hommage auf Erich Kästner
Der Goldhügel von Tobias Roller
2024 ist in zweifacher Hinsicht ein Kästner-Jubiläumsjahr. Zum einen jährt sich sein 50. Todestag; außerdem sind es 125 Jahre, seit Erich Kästner in Dresden geboren wurde. Passend dazu ist der Debutroman
„ Der Goldhügel“ von Tobias Roller erschienen.
Das Buch weckte mein Interesse, denn mir geht es ebenso wie Tobias Roller: Die Werke Erich Kästners begleiten mich schon mein Leben lang.
Angefangen hat meine Liebe mit den unvergesslichen Kinderbüchern. Den großartigen Roman „ Fabian. Geschichte eines Moralisten“ oder wie er heute heißt „ Der Gang vor die Hunde“, habe ich nicht nur einmal gelesen. Und seine Gedichte lese ich immer wieder. Eines davon ist auch dem Buch vorangestellt: „ Einsam bist du sehr alleine…“ Und einsam fühlt sich auch Erich Kästner, denn er ist zu einem längeren Sanatoriumsaufenthalt verurteilt. Im Tessin, auf dem „Collino d‘Oro“ , dem Goldhügel, soll er seine Tuberkulose auskurieren.
Wir sind im Februar 1962. Der alternde Dichter hat den Zenit seiner Laufbahn längst überschritten. „ Ein älterer Herr, der genügend hinter sich und wohl nicht mehr viel vor sich hat, das ist er nun.“ Sein Wort gilt nicht mehr viel, seine Bücher werden immer weniger gelesen. Geschrieben hat er auch schon länger nichts mehr. „ Noch nicht einmal die Liebe will ihm gelingen, aber gelungen ist sie ihm ja noch nie.“ Zerrissen zwischen zwei Frauen ringt er um eine Lösung seines privaten Dilemmas. Da ist seine langjährige Freundin Luiselotte Enderle, genannt Lotte, in deren Schuld er steht und die ihn nicht freigeben möchte. Doch wie gern wäre er bei Friedel und dem gemeinsamen kleinen Sohn. Wie soll er sich angesichts dieser Schwierigkeiten um seine Gesundheit kümmern? Ein folgsamer Patient ist er nicht und wenig bereit, den strikten Anweisungen des Professors zu folgen, der ihm seine größten Laster verbietet. Aber wie soll er die Welt ertragen ohne die Schlückchen „Privatmedizin“, die er sich immer wieder gönnt, und seine geliebten Zigaretten?
Einziger Lichtblick ist da eine junge Dame, wie er zur Genesung auf dem Goldhügel. Ihr Anblick schmeichelt seinem Auge, ihre Verehrung seinem Ego.
Tobias Roller beschränkt sich in seinem Roman auf wenige Tage im Leben Kästners. In Erinnerungen werden wichtige Episoden und Menschen aus Kästners Leben erweckt . In Träumen und Halluzinationen erfahren wir von seinen Ängsten und Zweifeln.
Einmal unternimmt der Dichter bei heftigem Schneetreiben einen Ausflug . Hier im Wirtshaus bei den Männern des Dorfes, „ wo das wahre Leben spielt“, darf er endlich „ Mensch unter Menschen“ sein, eine zentrale Stelle im Roman. Hier begreift er, „ dass er die Beleuchtung in seinem Leben ändern muss.“
Obwohl Tobias Roller nur eine Momentaufnahme aus Kästners Leben beschreibt, so kommt man dem Dichter doch sehr nahe. Man erlebt ihn mit seinen Zweifeln und Ängsten und sieht seine Schwächen. Allerdings beschreibt Tobias Roller diese verständnisvoll und mitfühlend. Dabei blitzt immer wieder der typische Kästner- Humor durch.
Auch die fiktiven Elemente sind dem Autor sehr gut gelungen. Die beiden Frauenfiguren, die er Kästner gegenüberstellt -neben dem Fräulein gibt es noch eine alte, strenge Richtersgattin- tragen zum Charme des Buches bei. Beide machen durch die Begegnung mit dem immer noch charismatischen Dichter eine glaubhafte Entwicklung durch und Kästner profitiert ebenso von den Gesprächen mit ihnen. Hier reift der Entschluss und die Idee für sein nächstes Kinderbuch, das er seinem Sohn widmen wird. Es wird den Titel tragen „ Der kleine Mann“.
Auch sprachlich hat mich der Roman überzeugt. Roller passt sich hierin wunderbar dem Sujet und der Zeit an.
Gleichzeitig lassen sich Anklänge an den „ Zauberberg“ von Thomas Mann erkennen, ohne sich mit diesem großen Vorbild messen zu wollen. Hier handelt es sich ja auch nur um einen „ Hügel“ und nicht um einen „ Berg“ und die erzählte Zeit umfasst auch nur wenige Tage und nicht sieben Jahre.
Aufschlussreich ist das Nachwort, das die letzten Jahre Kästners umreißt.
Tobias Roller ist mit „ Der Goldhügel“ eine warmherzige Hommage auf Erich Kästner gelungen. Es wäre zu wünschen, dass nach der Lektüre viele Leser erneut zum Werk Erich Kästners greifen würden.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Löwenherz
Die Menschheit hat den Verstand verloren von Astrid Lindgren
Astrid Lindgren ist bekannt als Autorin großartiger Kinderbücher. Pippi Langstrumpf begleitete meine Kindheit als Freundin, Heldin und Vorbild.
Ihre Tagebücher aus den Jahren 1939 – 1945 sind ein einzigartiges Dokument aus einer Zeit, in der die Menschheit die Menschlichkeit vergaß. Astrid Lindgren selbst erlebte diese Zeit im neutralen Schweden und blieb lange relativ unbehelligt von den Kriegshandlungen.
Eine Tatsache, die sie immer als großes Privileg sah. Sie war damals 32 Jahre alt, Mutter von 2 Kindern und besorgt über den Zustand der Welt.
Sie war auch immer eine politisch denkende Frau, verfolgte die Nachrichten genau und arbeitete ab 1940 für die Briefzensur des schwedischen Geheimdienstes – so erfuhr sie früh von zahlreichen Gräueltaten der Nazis. In ihren Tagebüchern nennt sie die Dinge beim Namen, spricht von Barbarei, Mordlust und Zerstörungswut. Klug, präzise und mutig beschrieb sie politische Entwicklungen, die ihr Angst machten. Diese Tagebücher halfen sicherlich den Krieg zu überstehen, auch wenn es ihr persönlich unmöglich war, ihn zu verstehen. Eigentlich logisch, dass sie zu dem Schluss kam, dass die Menschheit den Verstand verloren hat. Ist es erstaunlich, dass Pippi Langstrumpf in dieser Zeit entstehen musste? Nein... nicht wirklich!
Die 2016 auf Deutsch erschienen Tagebücher sind ein einzigartiges Zeitdokument, das bereits die schriftstellerischen Qualitäten der Autorin zeigt und neben politische Themen aber auch ganz private Einblicke in Familien- und Seelenleben einer menschlich denkenden Frau erlaubt.
Wirklich lesenswert!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Geschichtsunterricht, wie er besser nicht sein könnte!
Maria Theresia von Unterreiner Katrin
Frau Mag Unterreiner kann es einfach!
Ihre Bücher sind immer ausgezeichnet recherchiert und extrem informativ. So auch dieses – man lernt die Stärken und Schwächen von Maria Theresia kennen, ihren politischen Stil und auch ihre privaten Vorlieben.
Die Autorin versteht es – wie immer – Informationen unterhaltsam und spannend zu transportieren.
Außergewöhnlicher Geschichtsunterricht und somit Pflichtlektüre für alle, die sich ein wenig für österreichische Geschichte interessieren!
Rezensionen von LeserinLu :
Interessant und kurzweilig
Kursbuch 220 von Armin Nassehi; Peter Felixberger; Sibylle Anderl
Die Jubiläumsausgabe des Kursbuchs, herausgegeben von Armin Nassehi, Sibylle Anderl und Peter Felixberger, beschäftigt sich mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Zukunft. Mit ganz verschiedenen Gesprächspartner:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur wird insgesamt ein vielschichtiges und dennoch zugängliches Bild von Zukunftsdebatten gezeigt.
Ich mochte die Auswahl der Themen: von der Rolle des Jüdischen in unserer Gesellschaft über Cyberkriminalität bis hin zu Geschlechterfragen und Sprunginnovationen. Persönlich haben mir die Überlegungen zum zukünftigen Narrativ der nachhaltigen Gesellschaft gefallen. Die Idee, Nachhaltigkeit mit positiven, selbstverstärkenden Veränderungsprozessen zu verknüpfen, statt sie auf eine Bürokratie-Debatte zu reduzieren, ist genau meins.
Insgesamt sind die allermeisten Interviews intelligent, unterhaltsam und prägnant. Dabei gelingt es dem Kursbuch, die Balance zwischen Reflexion und Handlungsorientierung zu halten. Natürlich gab es auch Interviews, die mich weniger überzeugt haben: Manche Interviews wirkten für mich zu abstrakt oder enthielten Positionen, die ich persönlich nicht teilen konnte. Doch genau diese Reibung macht das Lesen ja auch bereichernd und eröffnet neue Perspektiven. Das Kursbuch 220 lädt damit dazu ein, über die großen Fragen unserer Zeit nachzudenken, ohne einfache Antworten zu liefern.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
DENKRIESEN - KIBU JUMPER® - London - "Wettlauf gegen die Zeit" | Band 1 von Leonie Jockusch; Maze
Bei den Kibu Jumpers handelt es sich um Pipa, I-Bob, Leni und K. Diese werden gleich zu Beginn mit Steckbriefen vorgestellt - ganz unterschiedliche Figuren, mit verschiedenen Hobbys und Vorlieben. Was sie vereint ist aber die mysteriöse KIBU, die sie von Jimi, einem Professor, in die Hand gedrückt bekommen.
Kibu ist mehr als nur ein elektronisches Spielzeug, es ist ein Hightech-Gerät. Kaum wird sie eingeschaltet, beginnen die 4 zu jumpen. Sie landen - ziemlich unvorbereitet- im Londoner Hyde Park und erleben so einiges, auch an bekannten Londoner Schauplätzen. Fortan folgen die vier jungen Berliner den geheimnisvollen Hinweisen, die auf der kleinen Wundermaschine erscheinen.
Die Kibu Jumper sind wirklich spannend erzählt. Auch optisch hat uns das Buch sehr angesprochen. Es ist echt gut geschrieben und wir sind nur so durch die Seiten geflogen, an Spannung und Action fehlt es nämlich nicht. Auch die Dynamik zwischen den Kindern hat uns gut gefallen. Natürlich hatte jedes Kind seinen Lieblingscharakter... Jedenfalls ist es wirklich ein lohnenswertes Buch und eine Reihe, die sich weiterzulesen lohnt!











