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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von nil_liest:

Super lecker!

Ottolenghi Comfort von Yotam Ottolenghi; Helen Goh

Eigentlich brauche ich Ottolenghi allen die Kochen nicht vorstellen. Legendär gut und daher auch wert das x-te Kochbuch zur Hand zu nehmen. Was soll ich sagen, mit „Comfort“ hat es mich natürlich gleich gehabt! Was gibt es besseres als Essen das einem ein wohliges Gefühl verschafft?
Ottolenghi ist längst ein Synonym für kreative, geschmacklich außergewöhnliche Küche geworden, und mit seinem neuen Werk Comfort bleibt er diesem Ruf treu.

Das Kochbuch präsentiert eine Sammlung von Rezepten, die gleichzeitig raffiniert und dennoch erstaunlich zugänglich sind, wie recht weit vorne das Aubergine Omelett, dass auch fancy Tortang Talong genannt werden darf.
Was Ottolenghi seit jeher von anderen unterscheidet – und was auch den Erfolg seiner bisherigen Bücher wie Simple oder Jerusalem befeuerte – ist die Art und Weise, wie er aus alltäglichen Zutaten kulinarische Highlights zaubert. In Comfort gelingt es ihm erneut, eine Balance zwischen Wohlfühlküche und innovativer Raffinesse zu finden. Alles sehr aromatisch und lecker.
Von herzhaften Eintöpfen bis hin zu Gemüsegerichten, die als Hauptakteure glänzen dürfen, zeigt Ottolenghi, wie man Komfortessen neu denkt. Besonders beeindruckend ist, dass die meisten Rezepte machbar bleiben, auch wenn sie oft wie Kunstwerke wirken. Ottolenghi fordert uns Kochende dazu auf, sich in der Küche inspirieren zu lassen, ohne zu überfordern. Genuß und Spaß am Kochen steht an erster Stelle!
Wer Ottolenghi bisher nicht kennt, kann sehr gut mit diesem Kochbuch in seine Welt einsteigen. Ihr werdet es nicht bereuen. Besonders toll ist, dass dieses Buch nun auch 2 Lesebändchen hat, so was von praktisch! Könnten auch gerne noch mehr werden!
Unsere Highlights sind bisher das Kartoffel-Zupfbrötchen, die Pesto-Pasta mit Röstbohnen und Kartoffeln und (ich kann es selbst kaum fassen) der geröstete Spitzkohl mit Misobutter!
Buon appetito

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Rezensionen von nil_liest:

Schönes winterliches Bilderbuch

Lina und der Schnee-Engel von Maggie O'Farrell

Zur Weihnachtszeit braucht es für mich schon stimmungsvolle Geschichten, die leise und voller Wärme sind. Maggie O`Farrell, bisher eher aus der Erwachsenenliteratur bekannt, hat ihr erstes Kinderbuch geschrieben und dieses Buch ist genau so eines, dass sich gerade in der Weihnachtszeit anbietet und darüber hinaus in den kalten Wintermonaten.

Denn Weihnachten ist gar kein Thema im Buch!
Der Titel erscheint etwas unkreativ mit „Lina und der Schneeengel“, trifft es aber genau auf den Punkt. Auch wenn ich den Originaltitel „Where snow angels go“ schöner finde.
Denn es geht um Lina, die eines nachts sehr hohes Fieber bekommt und von ihrem Schutzengel gerettet wird. Lange Monate war die kleine Lina krank. Wo kommt dieser Schutzengel her? Er ist ein Schneeengel, denn Lina im vergangenen Winter im Schnee hinterließ. Eigentlich sollte sie den Schneeengel vergessen, aber sie musste immer wieder an ihn denken und der Gedanke ließ sie nicht los. Natürlich versucht sie ihn wieder zu sich zu bewegen. Was sie auch schafft…
Die Geschichte ist grazil von Daniela Jaglenka Terrazzini gebildert. Besonders schön sind die schimmernden Elemente bei Schneeflocken, Wellen und anderen Elementen.
Diese Geschichte ist recht lang zum Vorlesen, daher eher ab 4-5 Jahren geeignet, aber dafür auch noch zu Beginn der Grundschule eine schöne Wahl mit mehreren Generationen zu lesen.
Eines dieser Bücher, die man jedes Jahr wieder hervorholen mag und einfach zum Winterritual erklärt.

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Rezensionen von peedee:

Ein sehr persönliches Puzzle

Das mörderische Christmas Puzzle von Alexandra Benedict

Edie O’Sullivan erstellt Kreuzworträtsel für die Zeitung, liebt Puzzles und hasst Weihnachten mitsamt all ihre Begleiterscheinungen. Am 19. Dezember findet sie vor ihrer Tür ein Päckchen mit einzelnen Puzzleteilen, die einen Tatort abbilden. Sie wird aufgefordert, das Rätsel bis Weihnachten zu lösen, wenn sie den Tod von mehreren Menschen verhindern will.

Edie sucht sich Unterstützung bei Sean, ihrem Grossneffen, der Polizist ist. Als das erste Opfer mit Puzzleteilen gefunden wird, verbietet Sean Edie, sich weiter in die Sache reinzuhängen – dies sei klar Aufgabe der Polizei. Aber Edie kann es nicht lassen…

Erster Eindruck: Das Cover passt sehr gut zum Buchtitel – gefällt mir.

Ein ausgesprochen interessantes Ermittler-Duo: Die 80-jährige Edie O’Sullivan und ihr Grossneffe bzw. Adoptivsohn DI Sean Brand-O’Sullivan. Edie hat in ihrem Leben verständlicherweise einiges erlebt. Und viele unschöne Dinge sind in der Weihnachtszeit passiert, daher kann sie diese Festivitäten überhaupt nicht ausstehen. Auch die letzte Beziehung zu ihrer Partnerin Sky ging zu jener Zeit in die Brüche. Sean ist bei Edie aufgewachsen und liebt sie, auch wenn sie ihre Gefühle hinter ihrer schroffen Fassade versteckt und sie dabei noch hinter Schloss und Riegel hält. Edie ist wirklich nicht gerade ein Sympathieträger. Mit ihrer Art versucht sie, sich zu schützen, da es Dinge gibt, die nie wieder ans Tageslicht kommen dürfen. Aber sie verletzt andere Menschen und stösst sie zurück. Immer wieder. Sie stürzt sich mit grossem Eifer darauf, dieses eine, sehr persönliche Puzzle zu lösen.

„Er war noch nicht einmal vierzig, fast noch ein Baby. Und Babys gegenüber konnte nicht einmal Edie hart bleiben.“ (Edie über Sean)

Edie spielt aufgrund ihrer Kreuzworträtsel-Erstellung immer mit den Worten und nimmt sie auseinander. Das stelle ich mir für die Übersetzung sehr schwierig vor, denn die Worte, die sich im Englischen ergeben, müssen auf Deutsch überhaupt nicht ähnlich bzw. buchbezogen sinnvoll sein. Mich hat der Krimi sehr gut unterhalten und die Auflösung war für mich schlüssig, auch wenn ich wohl niemals auf diese Lösung gekommen wäre. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Rezensionen von _ich.lese_:

Sehr unterhaltsamer Jahreswechsel

Fake Dates and Fireworks von Kyra Groh

Seit zehn Jahren landen Becca und Nils zum Jahreswecjsel zusammen in der Kiste, aber sie sind kein Paar.
Dann sammelt Becca all ihren Mut und all ihr ersparen zusammen um Nils in ein Chalet einzuladen und ihm endlich ihre Lieb zu gestehen. Aber es kommt ganz anders als geplant, denn Nils reist mit seiner Verlobten an, von der Becca noch nie gehört hat.

Als erstes fallen wohl Cover und sofern noch vorhanden, der wunderschöne Farbschnitt ins Auge. Den Klappentext fand ich auch sehr ansprechend, ich liebe Fake Dating. Und so stürzte ich mich ins Buch und ich wurde von Beginn an unterhalten. Eine Story, die kein Auge trocken lässt, herrliche Situationskomik, aber auch berührendd Momente, die mir ans Herz gingen. Kyra Groh kann schreiben, ich habe mich ganz wunderbar amüsiert und unterhalten. Aber es war nocht oberflächlich, es hatte seine Momente, die mich sehr bewegten. Vor allem Beccas Entwicklung fand ich sehr schön. Absolut wunderbare Unterhaltung, perfekt für den Jahreswechsel. Ich kann es nur empfehlen. Einfach großartig.

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Rezensionen von Anndlich:

Willkommen in Brummelsby!

Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 2 - Was passiert in Wald und Wiese? von Anna Pooch

Wieso? Weshalb? Warum?: Was passiert in Wald und Wiese? von Anna Pooch nimmt uns in 15 Kurzgeschichten mit in die Kleinstadt Brummelsby. Zu Beginn lernen wir die Protagonisten der einzelnen Kurzgeschichten kennen, die eine schöne Heterogenität in Familienmodellen, Herkunft und Alter vorweisen und dadurch für viele Kinder eine Identifikation ermöglichen.

Die Kinder der einzelnen Familien bekommen dabei noch Eigenschaften wie „Träumerin“ oder „Hobbykoch“ zugeordnet, was direkt Interesse an ihnen weckt.

Besonders toll war die Form der einzelnen Geschichten, durch ihre Länge eignen sie sich perfekt als Gute-Nacht-Geschichte, aber sie sind auch hervorragend für zwischendurch, denn jede Kurzgeschichte ist abgeschlossen und ermöglicht daher auch eine längere Pause zwischen den einzelnen Geschichten. Dennoch können wir die Charaktere immer wieder in den unterschiedlichen Kurzgeschichten wiederfinden und lernen sie dadurch noch besser kennen.

Jede Geschichte war unterhaltend, hat Spaß gemacht und nebenbei auch noch Sachwissen vermittelt. Die Informationen wurden kindgerecht übermittelt, toll in die Geschichte eingebaut und von den Kindern super interessiert verfolgt. Nebenbei lernt man auch neue Dinge kennen, die man nachmachen kann, zum Beispiel das bekannte Gericht „Arme Ritter“ oder Wassereis.

Die Zeichnungen von Dominik Rupp erwecken die Kurzgeschichten zum Leben und bieten einiges zum Entdecken, besonders die Übersicht der Kleinstadt Brummelsby hat uns gefallen, weil die Geschichten sich dadurch verorten ließen.

Wieso? Weshalb? Warum?: Was passiert in Wald und Wiese? Ist ein tolles (Vor-)Lesebuch für Kinder ab vier Jahren, das nicht nur zur Unterhaltung dient, sondern auch Sachwissen übermittelt und mit dieser Mischung Spaß macht!

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Rezensionen von _ich.lese_:

Spannendes Kinderbuch

Tiger-Team - Der Schatz des Riesenkalmars von Thomas Brezina

Die Freunde Biggi, Luk und Patrick sind zusammen das Tiger-Team. Gemeinsam lösen sie den ein oder andern Fall. Dann kommt ein Schatzsucher und lädt sie ein, mit ihn zusammen einen Schatz im Meer zu suchen. Aber die Schatzsuche scheint auch ziemlich gefährlich zu sein.


Ein Fall für das Tiger-Team gibt es schon länger, ich weiß jetzt nicht ob dies ein neuer Fall ist oder ein alter, modernisiert.

Aber das ist auch egal, denn es hat Spaß gemacht. Auch waren die aktuellen elektronischen Geräte verfügbar.
Die Story ist kurzweilig, spannend und leicht zu lesen. Die kurzen Kapitel und ab und zu noch eine Illustration sind auf das entsprechende Lesealter abgestimmt.
Wir, meine kleine Schwester und ich, hatten jedenfalls viel Spaß beim gemeinsamen Lesen und sie möchte gerne mehr von dem Team lesen. Alleine schon dafür hat es sich gelohnt.

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Rezensionen von peedee:

Ein kleines, feines Buch

Die Weihnachtsliste von Janne Mommsen

Der kleine Spielzeugladen in Friedrichstadt ist eine Institution. Nein, eigentlich ist Hein, der Inhaber, selbst die Institution. Als er verstirbt, bricht eine Welt zusammen, denn die Friedrichstädter haben sich immer beim traditionellen Weihnachtsbasar von Hein mit Weihnachtsgeschenken eingedeckt. Heins Grossneffe Ben soll nun Haus und Laden auflösen, aber vorher noch die verschiedenen Spielzeuge ausliefern.

Nintje soll ihm dabei helfen. Ben hat nicht wirklich Zeit, denn er ist auf dem Sprung von Amsterdam nach Singapur, wo er künftig arbeiten wird. Aber die Situation bringt ihn zum Nachdenken. Ist das der Geist der Weihnacht?

Erster Eindruck: Mir gefällt das Bild, das sich von der Vorder- über die Rückseite des Buches zieht, sehr gut.

Als Ben in Friedrichstadt ankommt, scheint er in einer anderen Welt gelandet zu sein. Er wird gleich als Heins Grossneffe erkannt und geduzt – alle haben bereits auf ihn gewartet. Die drängendste Frage ist, ob der Weihnachtsbasar pünktlich stattfinden kann. Woher soll Ben das wissen?
Die Person, um die es hauptsächlich geht, ist bereits tot: Hein. Aber trotzdem ist er sehr präsent in dieser Geschichte. Ich fand es sehr berührend, wie er sich Gedanken um „seine“ Friedrichstädter gemacht hat, und immer das für sie passende Geschenk gefunden hat. Obwohl er wenig direkten Kontakt zu seinem Grossneffen Ben hatte, war er doch stets bestens über dessen Werdegang im Bilde. Er hat grosse Stücke auf ihn gehalten und ihn nicht umsonst als seinen Erben eingesetzt. Dies verursacht bei Ben ein schlechtes Gewissen, denn er hätte sich um einen besseren Kontakt bemühen sollen. Doch nun ist es zu spät. Kann er wenigstens den letzten Willen von Hein erfüllen? Und dessen Weihnachtsliste abarbeiten?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen: Es ist ruhig und bringt einen zum Nachdenken über Sinn und Unsinn des Lebens. Es hat sich flüssig lesen lassen und war mit seinen nur 192 Seiten auch kurzum abgeschlossen. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Rezensionen von Ameland:

Faszinierende Einblicke in mir unbekannte Welten

Tatort Hafen - Tod im Schatten der Elbflut von Kästner & Kästner

Die Worte Hamburg und Hafen haben eine unwiderstehliche Sogwirkung für mich. Und die Sogwirkung entwickelte ganz unbestritten auch dieser Krimi.

Tom Bendixen von der Wasserschutzpolizei fischt einen Toten aus der Elbe, dessen Spur auf das Containerschiff Global Endeavour und damit von sogenannten Einschleichern führt.

Gleichzeitig muss der Hafenkommissar den Hafen vor einer drohenden Sturmflut sichern. Diese Aufgaben und vielfältigen Vorsichtsmaßnahmen ließen für mich lange Zeit den Fall in den Hintergrund treten, denn bis dato hatte ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, was in so einem Fall alles zu beachten und zu tun ist. Ich fand diesen Einblick total interessant.

Nicht weniger interessant fand ich die Ermittlungen von Jonna Jakobi auf dem Containerschiff. Die Mannschaft mauert und so manch einer der Crew hat etwas zu verbergen. Auch in diesem Zusammenhang bekam ich viele neue Informationen von den anfallenden Arbeiten dort und den Regeln. Hatte ich z. B. doch bisher noch nie von einem Mülltagebuch, welches der Koch führen muss, gehört. Ungefähr ab der Hälfte nimmt dieser Strang an Fahrt auf und an Spannung immer weiter zu.

Gut fand ich, dass den einzelnen Kapiteln Ort und Uhrzeit vorangestellt war. Das half den Überblick bei den schnell wechselnden Schauplätzen zu behalten, zumal einige Ereignisse parallel abliefen. Durch die beigefügte Karte der Hafenanlagen auf den Klappeninnenseiten konnte ich mir auch ein ziemlich genaues Bild von den Standorten machen und das Glossar am Ende half bei Fachausdrücken weiter.

Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Die wechselnden Schauplätze und die vielen Ereignisse sorgten für ständig anhaltende Spannung. Eingefügte Funksprüche und Texte der Radiosender sorgten für Authentizität und machten die drohende Gefahr noch deutlicher.

Mich hat dieser Krimi von Beginn an in seinen Sog gezogen und begeistert. Die Kombination von drohender Sturmflut mit allem, was da dranhängt und dem Leben und Arbeiten auf einem Containerschiff fand ich mehr als gelungen.

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Rezensionen von dosi80:

Anders als erwartet

Die blaue Stunde von Paula Hawkins

Der Roman "Die blaue Stunde" von Paula Hawkins ist ein atmosphärischer Thriller. Das Cover ist mit den vielen Blautönen sehr gut gelungen.

Zum Inhalt:
Bei einer Skulptur der bereits verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman wird ein, wahrscheinlich menschlicher, Knochen gefunden.
Ist der Knochen vom vor einigen Jahren verschwundenen Mann der Künstlerin, oder doch tierischer Herkunft?
Der Kurator James Becker will der Geschichte auf der abgelegenen Insel Eris nachgehen.

Der Erzählweise der Autorin ist teilweise schwer zu folgen und man kann dieses Buch nicht so dahin lesen.
Die Charaktere sind sehr komplex und man bekommt durch die verschiedenen Sichten Einblick in die Leben der handelnden Personen.

Das Buch war anders als erwartet, die Spannung hielt sich in Grenzen, aber durch die mystische Erzählweise gut zu lesen.

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Rezensionen von LeserinLu :

Für Fans

Der Goldhügel von Tobias Roller

Tobias Rollers Roman „Der Goldhügel“ handelt von der Gedanken- und Gefühlswelt von Erich Kästner, der sich als Anfang 60-jähriger im Tessin erholen soll. Der Roman beleuchtet dann vor allem Kästners schwieriges Verhältnis zu Frauen und bringt dabei viele Facetten ans Licht. Besonders eindrücklich fand ich die Träume, die seine komplexe Beziehung zu seiner Mutter thematisieren.

Rollers Kästner erscheint als Mensch, der vor dem Leben genauso Angst hat wie vor dem Sterben – und diese Ängste prägen sein gesamtes Handeln. Dabei konnte ich nicht anders, als Mitleid für ihn zu empfinden.

Als großer Kästner-Fan habe ich mich gefreut, wie oft seine Bücher und Gedichte subtil in den Text eingewoben wurden. Auch die Quellenangaben und das einordnende Nachwort haben mir gut gefallen, denn sie unterstreichen den semi-biografischen Charakter des Romans. Trotz dieser gelungenen Einblicke fand ich den Roman stellenweise aber etwas langatmig. Im Verlauf wiederholen sich viele Motive: Kästners Weigerung, sich mit seinen Sorgen auseinanderzusetzen und sein Desinteresse am Innenleben anderer Menschen. Was den Stil des Romans betrifft, ist er eher an Thomas Mann als an Kästner angelehnt. Für mich ein kleiner Wermutstropfen, da ich persönlich Kästner oder auch Heinrich Mann wesentlich mehr mag als Thomas.

Alles in allem habe ich „Der Goldhügel“ mit Gewinn gelesen, weil ich über das spätere Leben Kästners kaum etwas wusste. Für Fans von Erich Kästner und interessierte Leser*innen, die sich von einer etwas anderen Erzählweise nicht abschrecken lassen, ist das Buch definitiv einen Blick wert.

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