Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Island :
Alltägliche Technik ohne Geschlechterklischees vermittelt
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 76 - Bohrer, Lampe, Spülmaschine von Andrea Erne
Das neueste Kinderbuch aus dieser altbekannten Reihe von Ravensburger hat direkt mein Interesse geweckt, da diesmal die Technik im Mittelpunkt steht, die Kindern im alltäglichen Leben ständig begegnet und so natürlich deren Interesse weckt. Und zudem schadet es natürlich auch nichts, mit so alltäglichen Hilfsmitteln und ihrer Funktionsweise möglichst früh vertraut zu sein.
Aufgebaut ist das Kinderbuch wie von der Reihe gewohnt, mit stabilen Seiten, denen Kinderhände nicht viel anhaben können und Klappen, die geöffnet werden können und so die Neugier der Kinder steigern. Hinter diesen verbergen sich dann weitere Informationen oder Situationen. Die Text-Portionen sind altersangenessen kurz, vermitteln aber dennoch ein grundlegendes Wissen zu den vorgestellten technischen Geräten. Die Farbgestaltung der Illustrationen ist bunt und ansprechend, aber diese fallen auch recht detailgetreu aus. Gut gefallen hat mir zudem, dass die anfallenden Aufgaben in Haus und Garten von allen erledigt wurden, teils auch schon von den Kindergartenkindern, wenn nicht zu gefährlich und vollkommen unabhängig vom Geschlecht, wie ein modernes Familienleben eben aussehen sollte.
Rezensionen von Island :
Bruder
Der König von Jo Nesbø
Bei diesem Buch hat mich die ästhetische Covergestaltung mit der goldenen Achterbahn vor dem in Graustufen gehaltenen Rest direkt angesprochen. Es handelt sich um den zweiten Teil einer Reihe, aber ich habe auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gut in die Handlung hineingefunden. Andererseits schadet es sicher auch nicht, wenn man noch etwas mehr über die Vorgeschichte weiß.
Ort der Handlung ist der kleine Ort Os im Norden Norwegens. Dort leben die Brüder Carl und Roy, Carl betreibt ein Spa Hotel, Roy unter anderem eine Tankstelle und eine Kneipe, er träumt aber davon, eine riesige Achterbahn zu bauen. Dazu muss er aber unbedingt den Bau eines Tunnels, der den Durchgangsverkehr nicht mehr durch Os führen würde, verhindern und eine ordentliche Menge an Geld auftreiben. Das alles nicht gerade mit legalen Methoden. Auch zwischen den Brüdern gibt es immer wieder Konflikte und zudem drohen alte Geheimnisse doch noch ans Licht zu kommen.
Ich mochte es, mich beim Lesen nach Nordnorwegen zu begeben. Roy, aus dessen Perspektive erzählt wurde, hat trotz aller krimineller Energie und Brutalität, wenn ihm etwas gegen den Strich geht, definitiv auch ein gutes Herz und war mir so irgendwie sympathisch. Für meinen Geschmack gab es aber etwas viele düstere Abgründe in den Familiengeschichten der einzelnen Protagonist:innen, das fand ich so etwas übertrieben und es nahm auch etwas viel Raum in der Geschichte ein. Ansonsten kam es immer wieder zu unvorhersehbaren Wendungen und man kann lange nicht einschätzen, wie alles für Roy und seinen Bruder enden wird.
Rezensionen von Island :
Krimi mit britischem Humor
Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1) von Osman Richard; Roth Sabine
Bei "Wir finden Mörder" handelt es sich um den Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors. Schon das Cover deutet durch die Art der Gestaltung auf einen britischen Krimi hin.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Amy Wheeler, die für eine Agentur als Bodyguard arbeitet. Aktuell passt sie in South Carolina auf eine reiche, ältere Thrillerautorin auf.
Plötzlich wird aber sie selbst angegriffen und es kommt zu mysteriösen Todesfällen von Influencern, die von ihrer Agentur betreut wurden. Amy holt sich Unterstützung von ihrem Schwiegervater Steve, einem pensionierten und verwitweten Polizisten. Und auch ihre Klientin, die reiche Schriftstellerin, will mit ermitteln.
Ich fand den Krimi sehr amüsant mit den etwas schrulligen, aber liebenswerten Charakteren und dem trockenen britischen Humor. Der Fall selbst hat mich etwas überfordert, da es recht viele involvierte Personen gab, sodass es etwas schwer fiel, komplett den Überblick zu behalten. Sicher war auch nicht alles vollkommen realistisch, aber das macht wohl auch den Charme dieser Reihe mit aus, dass teilweise etwas dick aufgetragen wird.
Der Schreibstil war gut verständlich und das Hörbuch so vorgetragen, dass man angenehm zuhören konnte.
Rezensionen von Island :
Die Hemmschwelle sinkt
Mordscoach von Lilli Pabst
Das Cover ist passend zur Thematik des Krimis gestaltet, sodass man schon ahnen kann, was einen erwartet. Auch mich hat es an die "Achtsam Morden"-Reihe erinnert und ich dachte zunächst, es wäre vielleicht vom gleichen Autor, aber die Verfasserin ist eine andere. Der Krimi ist unter einem Pseudonym veröffentlicht, da die Autorin selbst als Psychotherapeutin arbeitet und das nicht mit ihrer Schreibtätigkeit vermischen möchte.
Sophie Stach, die Protagonistin, ist Coachin und Psychotherapeutin ohne Kassenzulassung. Eines Tages taucht die Geliebte ihres Mannes, mit dem sie bis dahin glaubte, eine glückliche Beziehung zu führen, als Patientin getarnt in ihrer Praxis auf und provoziert Sophie so sehr, dass es zu einer körperlichen Auseinandersetzung kommt, die zum Tod der anderen Frau führt. Dieser setzt eine Abwärtsspirale in Gang und es kommt zu immer extremeren Ereignissen.
Ich fand den Krimi recht unterhaltsam und ungewöhnlich. Der Handlung ist teilweise recht skurril, insbesondere, weil Sophie ihre Handlungen, typisch Psychotherapeutin, reflektiert analysiert. Manchmal ist es mir aber auch doch einen Tick zu viel, einerseits was die Analyse angeht, andererseits bezogen darauf, was gerade noch realistisch ist. Der Schreibstil der Autorin war aber flüssig lesbar und auch die psychologischen Hintergründe wurden so beschrieben, dass es für Laien verständlich bleibt.
Rezensionen von Island :
Von der Vergangenheit eingeholt
Neun Tage Wunder von Kristina Moninger
Bei "Neun Tage Wunder" geht es um die Geschichte von Anni, Ben und Lukas. Anni kommt eigentlich aus München, lebt aber mit Ben und dessen Tochter im Grundschulalter in Glückstadt. Da holt sie plötzlich ihre Vergangenheit ein, als sie das Plakat zur Vorstellung eines Bildbandes sieht, das ausgerechnet ihre ehemalige vermeintlich große Liebe aus München, Lukas zeigt, mit dem sie nach einem schicksalshaften Kennenlernen nur wenige Tage zusammen war, bis etwas passierte, was ihr Leben aus den Bahnen warf.
Was genau das war, erfährt man erst am Ende des Buches, sodass die Spannung lange erhalten bleibt. Ohne, dass Anni es mitbekommt, lernen nun Ben und Lukas sich kennen. Ben ist Schriftsteller und auf der Suche nach Stoff für seinen ersten Liebesroman, nachdem er bisher nur Krimis geschrieben hat. Da erzählt ihm ausgerechnet Lukas seine Geschichte einer unglücklichen Liebe.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Es handelt sich um einen modernen, nicht zu kitschigen Liebesroman mit sympathischen Protagonist:innen. Lange ist auch nicht vorhersehbar, was genau zwischen Anni und Lukas passiert sein könnte und wie alles ausgeht. Dazu trägt auch bei, dass aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und man so nach und nach mehr Puzzleteile zusammensetzen kann. So kann man sich auch gut in alle Beteiligten hineinversetzen. Der Schreibstil war angenehm und es gab auch manchmal humorvolle Szenen. Ich habe das Hörbuch gehört und empfand die Sprecherin als gut ausgewählt, das Sprechtempo war angemessen und die Stimme zur Geschichte und ihren Personen passend.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
So etwas geniales habe ich überhaupt noch nicht gelesen
Umlaufbahnen von Samantha Harvey
So ein Buch habe ich noch nicht gelesen – ein Loblied auf die – unsere – Erde.
Sechs Austronaut*innen befinden sich in einer Raumstation im Weltall und umkreisen die Erde einmal in 90 Minuten, also sechszehnmal in 24 Stunden. Sie sehen die Sonne und den Mond aufgehen und betrachten die Erde aus dem Weltall.
Schon auf den ersten 50 Seiten werden Ereignisse auf der Erde beschrieben, die unvorstellbar schön sind, wenn man sich Bilder dazu (im Internet) ansieht. Die Erde bei Nacht, wenn Lichterketten die Kontinente begrenzen, oder wie ein Taifun vom Weltall aus betrachtet aussieht oder ein Wüstensandsturm.
Viele Fotos habe ich mir zu diesen Ereignissen angesehen und war selbst ganz fasziniert.
Vom Weltall aus gesehen, gibt es auf der Erde weder Nationen noch Grenzen noch Kriege. Grenzen gibt es nur zwischen Wasser und Land, und dennoch führen Menschen Kriege wegen Grenzen.
Mutter Erde wird in diesem Roman so schön beschrieben, dass man nicht verstehen kann, dass sie doch nicht das Zentrum des Weltalls ist – man würde halt gerne wieder an das heliozentrische Weltbild glauben.
„Das, in Ermangelung besserer Alternativen, so unverkennbar zu ihrem Zuhause geworden ist. Ein grenzenloser Ort, ein schwebendes Juwel, schockierend hell.
Kann die Menschheit nicht in Frieden leben?“ (s. S. 120)
Die Menschen hören jedoch nicht auf, die Erde zu tyrannisieren, zu zerstören und zu plündern.
Wie gesagt: Vom Weltall aus betrachtet erscheint die Erde als einer der schönsten Planeten überhaupt.
Das Buch kann uneingeschränkt empfohlen werden und erhielt den Booker Prize 2024.
Aus dem Englischen von Julia Wolf
Rezensionen von Sago:
Eine Geschichte wie eine Umarmung
Spellshop von Sarah Beth Durst
"Es war nicht so, dass sie Menschen nicht mochte. Sie mochte Bücher einfach lieber. Bücher machten kein Theater, verurteilten oder verspotteten einen nicht und wiesen einen auch nicht zurück."
Sarah Beth Durst wollte ein Buch wie warme Schokolade oder eine wohlige Umarmung schaffen und das ist ihr sehr gelungen.
Ich lese schon mein Leben lang Fantasy, aber Cozy Fantasy war bisher noch nicht darunter. Diese hat mich wirklich begeistert.
Die Bibliothekarin Kiela fleht, als die kaiserliche Hauptstadt von Rebellen eingenommen wird und die Bibliothek brennt. Begleitet wird sie nur von der verzauberten Pflanze Caz und einigen Truhen voller Zauberbücher. Obwohl Magie nur wenigen studierten Zauberern vorbehalten ist, kann Kiela die Bücher einfach nicht verbrennen lassen. Sie und Caz kehren zurück nach Coltray, die Heimatinsel ihrer verstorbenen Eltern. Dort findet sie nicht nur ein völlig überwuchertetes Cottage vor, sondern auch eine Schar von Inselbewohnern, vor, die man wirklich als divers bezeichnen kann. Schließlich haben sie Hörner, Hufe und Fell. Ihr neuer Nachbar, ein Seepferdhirte, scheint ein Interesse an der blauhaarigen, blauhäutigen Kiela zu entwickeln...
Wer denkt, dass hier nur Marmelade eingekocht wird, irrt gewaltig. Die Handlung ist wirklich vielschichtig und voller zauberhafter Wesen. Es macht einfach Spaß zu lesen, wie die sympathische Kiela immer mehr ihr Schneckenhaus verlässt. Und natürlich kann sie die Zauberbücher nicht ungenutzt in den Truhen lassen, was nicht ohne Folgen bleiben kann.
Was für eine zauberhafte, fantasievolle Story voller Protagonisten, die man gern haben muss. Ich habe mich damit so wohlgefühlt, dass ich trotz des runden Endes auf eine Fortsetzung hoffe!
Rezensionen von Lena:
Eine gefährliche Reise in tausendundeine Nacht
Der Sternenstaubdieb von Chelsea Abdullah
Loulie al-Nazari, gemeinhin bekannt als die Mitternachtshändlerin, bestreitet ihren Lebensunterhalt damit besondere, verzauberte Relikte zu verkaufen. Unterstützung erhält sie dabei von einem magischen Kompass und ihrem treuen Freund und Beschützer Qadir. Dieser ist ein Dschinn und muss seine Identität verbergen, denn der Sultan und dessen Sohn Omar machen Jagd auf die Dschinn und lassen sie kaltblütig ermorden.
Nachdem Loulie von dem Sultan beauftragt wird ein ganz besonders mächtiges Relikt in der Wüste zu suchen beginnt eine gefährliche Reise voller Abenteuer. Nichts ist wie es scheint, weder Freund noch Feind und hinter jeder Düne lauern neue Gefahren.
Mir hat der literarische Ausflug in tausendundeine Nacht wirklich sehr gut gefallen. Anfangs hatte ich kleine Schwierigkeiten mich in der Welt von Loulie und Qadir zurechtzufinden, aber anschließend war ich von dem Worldbuilding und dem Auftakt der „Sandsea Chronicles“ begeistert. Loulie ist eine starke Frau, aber zugleich auch sehr nahbar und menschlich, und hat meine ganze Sympathie verdient. Aber auch die anderen Charaktere sind spannend und sehr toll ausgearbeitet und es macht Spaß sie bis ins Sandmeer und darüber hinaus zu begleiten. Es sorgt auch für Abwechslung, dass die Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Obwohl das Buch eigentlich recht viele Seiten hat habe ich es in kürzester Zeit gelesen und wollte es kaum aus den Händen legen. Ich freue mich jetzt schon auf die beiden Folge Bände und empfehle dieses Buch allen Fantasy Fans und denen die es noch werden wollen!
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Eine großartige Geschichte - zwischen Klerus und Wissenschaft
Die Lungenschwimmprobe von Tore Renberg
Anna Voigt wird im Jahre 1681 in Sachsen beschuldigt ihr Neugeborenes ermordet zu haben. Laut damaligen Gesetzen wird für diese Tat die Todesstrafe verhängt. Sollte die junge Frau nicht gestehen, wird sie der Folter unterzogen, um so die Wahrheit zu erfahren, um dann ihr Urteil zu vollstrecken.
Es ist die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg und der Pest.
Es ist der frühe Beginn der Aufklärung, wo an renommierten Universitäten bereits von „Wissenschaft“ gesprochen und erste Experimente durchgeführt werden; und es gibt Zweifel am gottgebenen Schicksal und grausamen Strafen. In den Städten und Dörfern Deutschlands ist dies noch nicht angekommen. Es herrscht gerade dort der Klerus, dessen Macht nicht in Frage gestellt werden darf und die Zensur Hochkonjunktur hat.
Um zu beweisen, ob Anna Voigt ihr Kind nach der Geburt getötet hatte oder nicht, wird die Lunge des Neugeborenen von einem damals modernen Arzt, Dr. Schreyer, in Wasser gelegt. Schwimmt die Lunge im Wasser, enthält sie Luft, weil das Kind nach der Geburt geatmet hatte. Geht die Lunge unter, war das Kind schon tot geboren.
Der Jurist Christian Thomasius nimmt sich als Verteidiger der Sache Anna Voigt an, weil er überzeugt ist, dass eine Lungenschwimmprobe der Beweis für die Unschuld oder Schuld der jungen Frau ist. Der Klerus will weiterhin alle Mittel, insbesondere auch die Folter einsetzen, um zu beweisen, dass der Frau ihre gerechte Strafe gebührt.
Es handelt sich hier um einen wahren Fall mit realen Personen als Grundstein der Rechtsmedizin, die auf eine unglaublich spannende und niveauvolle Weise in diesem Roman niedergeschrieben wurden. Der Autor bringt sich manchmal selbst in die Geschichte ein, wenn ihm Recherchematerial ausging, und ein Teil der Geschichte von ihm in seiner Fantasie weitergesponnen wird. Es wird das damalige Justizsystem beschrieben und gerechtfertigt, aber es werden auch die Anfänge der Aufklärung, Wissenschaft und die Macht des Klerus beleuchtet.
Ein so grandioses historisches Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Der Kampf für Wissenschaft und gegen Kirche und Klerus und für Aufklärung – großartig.
Und man beachte auch bitte das tolle Cover!
Übersetzt aus dem Norwegischen von Karoline Hippe und Ina Kronenberger
Rezensionen von Sina:
Interaktiver Spaß
Die Sendung mit dem Elefanten - Schütteln, pusten, lachen - Mein Mitmachbuch von
Das Buch „Elefant und Hase - Schütteln, Pusten, Lachen - Mein Mitmachbuch“ ist für Kinder ab 3 Jahren empfohlen.
Das Buch regt die Kleinen zur Interaktion an. Auf den Doppelseiten findet man jeweils ein Bild mit einer Szenerie bestehend aus dem Elefanten und dem Hasen und einen dazugehörigen Text.
Der Text fordert die Kinder auf, etwas bestimmtes zu tun, damit die Handlung ihren weiteren Lauf nehmen kann.
So sollen die Kinder beispielsweise das Buch schütteln, auf die Seite kippen, darauf klopfen oder pusten, um die Geschichte in Gang zu setzen.
Mir gefällt besonders, dass die Seiten nicht zu überladen sind.
Die Anweisungen sind kurz gehalten und dabei klar und deutlich formuliert.
Die Bilder sind niedlich und kindgerecht im typischen Comic-Stil von der „Sendung mit der Maus“, wie viele Eltern sie sicherlich auch noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen.
Ein durch und durch gelungenes Kinderbuch zum Mitmachen und Spaß haben!











