Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Schlaglichter
Unmöglicher Abschied von Han Kang
Ich habe Han Kang erst durch den Literaturnobelpreis entdeckt, wollte aber unbedingt noch etwas anderes als ihr preisgekröntes Buch lesen. Da hat sich ihr neuster Roman natürlich direkt angeboten. Es ist ein ruhiger, aber tiefgründiger Roman, eine leise Geschichte über Freundschaft, Familie und die Geschichte eines Landes.
Die Geschichte selbst war für mich schwer greifbar, der Schreibstil fast schon flatterhaft. Die Erzählung springt zwischen Zeitebenen und Orten, bewegt sich auf eine spirituelle, metaphysische Ebene. Es werden Schlaglichter der Freundschaft zwischen Inseon und Gyeongha beleuchtet, sowie die Familiengeschichte Inseons, die in ein einsames Leben mit zwei Papageien mündete. Und das ganze vor dem Hintergrund koreanischer Geschichte.
Das alles macht das Buch nicht unbedingt leicht verdaulich und vor allem ist es kein Buch, das man mal eben so nebenbei wegliest. Manche Stellen musste ich auch mehrmals lesen, weil Gyeongha ummal mal wieder abdriftete zwischen Gedanken, Reflektieren und ihrer tatsächlichen Erlebnisse und ich dadurch auch immer wieder drohte, den Faden zu verlieren. Vielleicht haben das Buch und ich uns auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt getroffen, aber so richtig konnte ich mich auf das gelesene nicht einlassen. Vor allem die Rückblicke in das Leben von Inseons Eltern, geprägt von Tragik und Verlust, waren keine leichte Kost und mir ist aufgefallene wie wenig ich über die Geschichte Koreas weiß.
Trotzdem mochte ich den Erzählton und den stilistischen Aufbau, die für mich mal was ganz anderes waren, als ich es sonst so lese. Vermutlich muss ich das Buch nochmal lesen, um es ganz zu erfassen.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Gelungener Einstieg
Die Kunst der Hexerei von Iris Panhans
«Die Kunst der Hexerei» greift die Faszination Hexerei auf und ist spannend für alle, die sich dafür interessieren und mehr erfahren möchten. Die Mischung aus Theorie und Praxis hat mir gut gefallen. Das Basiswissen ist kompakt, anschaulich und schließlich widmet sich das letzte Drittel und vierte Kapitel ausschließlich der Praxis, indem man beispielsweise lernt, das Kräuterwissen anzuwenden und Räuchermischungen zusammenstellen oder Räucherbündel herzustellen.
Die Autorin Iris Panhans bringt als Vollmondfüchsin Magie ins eigene Leben. Ihr Schreibstil ist einfühlsam und wertschätzend. Sie richtet sich auch ganz direkt an ihre Schüler und Schülerinnen. Das ist auch ein Grund, warum man gern weiterliest. Es ist interessant, ohne das es zu esoterisch wird. Zumal sie immer wieder ihre Erfahrungen mit einbringt. Dabei fällt besonders die moderne Aufmachung ins Auge, die ansprechend und übersichtlich ist, was dieses Buch von anderen Büchern, die ich in der Hand hatte, abhebt. Die Fotos sind atmosphärisch, inspirierend aber nie düster (außer beim inneren Schatten vielleicht). Begriffe werden erklärt, Hilfsmittel gezeigt und ich fand den starken Bezug zur Natur passend.
Ein gelungenes Handbuch für Neugierige und Einsteiger. Selbst ich habe interessiert reingelesen, aber die beschenkte Person hatte genau so ein Buch gesucht und war ganz begeistert von der übersichtlichen Aufteilung und den anschaulich erklärten Anleitungen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Die Schmutzigen Tage
Tage einer Hexe von Genoveva Dimova
Die Idee des Buches hat mich direkt irgendwie neugierig gemacht, vor allem auch das düstere, gefährlich Setting von Chernograd. Ich bin nicht sicher, ob die Geschichte ein bisschen an die Raunächte angelehnt ist, zumindest habe ich mich daran erinnert gefühlt. Ich hab ein bisschen gebraucht um in die Geschichte reinzukommen, habe aber eine deutliche Steigerung im verlauf der Handlung wahrgenommen und mochte es gegen Ende dann recht gern.
Zum Inhalt: als in Chernograd die schmutzigen tage anbrechen, herrscht eine angespannte Stimmung, denn die Monster brechen über den Ort herein. Und der Zmey ist erneut auf der Suche nach Kosara. In ihrem Bestreben ihm zu entkommen, geht sie einen zwielichtigen Handel ein und verliert dabei ihren Hexenschatten. Wenn sie ihn wiederbekommen will, muss sie sich ausgerechnet dem Zmey stellen. Und ihrer Vergangenheit.
Ich fand Kosaras Geschichte, die sich dem Leser nach und nach offenbart total interessant. Anfangs wirkt sie noch total tough und abgeklärt, aber je mehr man über sie erfährt, desto mehr Mitleid hatte ich mit ihr und ihren Schicksal. Auch was sich über den Zmey und seine Beziehung zu ihr andeutet, fand ich interessant geplottet. Der Titel hat für mich relativ wenig Bezug zur Handlung, weil Kosara über den Großteil der Handlung hinweg ja eben keine Hexe ist.
Den Erzählstil und das Tempo der Geschichte habe ich eher als gemäßigt empfunden, Kosara begibt sich da zwar auf eine recht abenteuerliche Mission, die auch allerlei Gefahren birgt, aber so richtig Schwung kommt nicht in die Geschichte. Das mag auch dran liegen, dass für meine Geschmack besonders zu Anfang super viele Hintergrundinformationen fehlen. Viel wird einfach als gesetzt vorgegeben und erst später im Handlungsverlauf erklärt, wodurch ich erst nach circa 2/3 des Buches so richtig drin war.
Am Ende des Buches gibt es einen Leitfaden über die vorkommenden Monster, der sehr ausführlich gestaltet ist und so als Erweiterung der Geschichte gesehen werden kann. Da er quasi als Fließtext gestaltet ist und auf die Schmutzigen tage anspielt, hätte ich mir den auch gut als Prolog vorstellen können, denn ich hätte diese Übersicht eigentlich direkt schon zu Anfang der Geschichte gebraucht und habe ihn viel zu spät bemerkt. Wer viel Fantasy liest findet sich da vielleicht leichter zurecht, ich hab mich besonders zu Anfang sehr schwer getan.
Für mich gibt’s da definitiv noch Luft nach oben, für ein Debüt aber durchaus schon richtig gut. Ich hab auf jeden Fall gesehen, wo die Autorin damit hinwollte. ich schwank zwischen 3 und 4 Sternen.
Rezensionen von Gilasbuecherstube :
Schöner Fantasy Roman für die jungen Leser
Die Tore der Zeit von Anke Simon
Der Legende nach soll es in Rhog, einem kleinen Dorf in der Nähe von Glastonbury ein Tor der Zeit geben. Diese Pforte soll der Durchgang in eine magische Welt sein. Tim Hunter liebt, im Gegensatz zu seiner Schwester Lea, nicht nur solche Geschichten, sondern auch das Abenteuer. Gott sein dank, sind auch seine Freunde Nick und Robby schnell dafür zu haben und so machen die drei sich gemeinsam auf, um durch das Tor von Rhog in eine verborgene Welt zu gelangen.
Dort erfahren sie, dass nicht nur Tim, sondern auch Lea zu den Magischen Vier gehört und sie, gemeinsam mit einem Menschenzauberer und einem Elbenzauberer, gegen die finsteren Mächte kämpfen müssen um die Welt zu retten.
Das Cover ist wunderschön umgesetzt und zeigt Tim und Lea, die durch das magische Tor treten. Es ist absolut stimmig und passt prima zur Geschichte.
Anke Simon hat einen wunderschönen Urban-Fantasy-Roman für die jüngere Generation geschrieben.
Der Schreibstil ist einfach, gut lesbar und vor allem für die etwas jüngeren Leser wunderbar geeignet. Mit viel Liebe zum Detail hat die Autorin die Charaktere gestaltet. Jede Figur ist auf ihre Art besonders und bringt etwas Spezielles mit sich, dass sie einzigartig macht.
Die Idee, durch eine Pforte in eine magische Welt voller fremder Wesen zu gelangen und die Welt zu retten, ist nicht neu, aber Anke Simon die Handlung sehr schön umgesetzt. Es gibt spannende Wendungen. Die Kinder erleben viele Abenteuer und müssen gegen die Mächte der Finsternis kämpfen.
Auch das Worldbuilding ist schön beschrieben, so das man als Leser zu jeder Zeit das Gefühl hatte, die Schauplätze bildhaft vor Augen zu haben und mitten im Geschehen zu sein. Ein wenig hat es mich an Herr der Ringe erinnert. Es gibt Feen und Elben, Zauberer, Magier und viele andere fantastische Wesen.
Das einzige, was mich ein wenig gestört hat, ist, dass Tim und Lea ihre magischen Fähigkeiten etwas zu schnell anwenden können und sie als selbstverständlich hinnehmen.
So rettet Tim seine Freunde gleich nach der zweiten Ankunft mit seinen Feuerbällen vor den Morkas.
Gut gefallen hat mir der Zusammenhalt der Freunde, auch wenn bei Robby etwas Überzeugungskraft nötig war. ;-)
Auch wenn es eine Fortsetzung geben wird, ist die Geschichte auch für sich als Einzelband lesbar, denn das erste Abenteuer der Freunde ist abgeschlossen.
Fazit
Ein schöner Fantasy-Roman, der allerdings eher für die etwas jüngere Altersgruppe geeignet ist.
Dafür gibt es 4 Sterne.
Rezensionen von Palme123:
Highlight zum Jahresende
Fake Dates and Fireworks von Kyra Groh
Ich habe an diesem Buch einfach alles geliebt und habe es innerhalb von 2 Tagen weg gelesen. Hätte ich zwischendurch nicht arbeiten müssen, hätte ich es auf jeden Fall in einer „Sitzung“ durchgelesen. Kyra Groh hat hier wirklich ein kleines Meisterwerk zum Jahresende hervorgebracht. Die Charaktere sind alle tolle beschrieben und man konnte die jeweiligen Handlungen sehr gut und schlüssig nachvollziehen.
Becca ist mir gleich ans Herz gewachsen und ihre Zweifel kann ich gut nachvollziehen. Raphael war mir zu Beginn nicht sympathisch, aber trotzdem fand ich ihn unterhaltsam – im Laufe des Buches wird er eine wandelnde Green-Flag und ich fand die Geschichte zwischen den Beiden toll erzählt.
Ich kann diesen Roman wirklich nur jedem empfehlen und für mich war es zum Jahresende ein wahres Highlight. Ich habe öfter mal laut Lachen müssen und habe mit Becca mitgefühlt. Auch die Nebencharaktere finde ich toll. Den Bruder würde ich gern mal ausleihen. Für mich ist es auf jeden Fall nicht das letzte Buch der Autorin.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Schöne Idee, mit der Umsetzung habe ich gehadert
Be My Shelter (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt und Character Card) von Lana Rotaru
Ich finde die Aufmachung täuscht hier total, was den Inhalt des Buches angeht. Für mich war das hier nicht der locker leichter Slow Burn Roman, den ich erwartet habe. Die Grundidee des Buches mochte ich sehr, aber ich hab mich sehr schwer getan, wirklich im Buch anzukommen und es auch bis zum Ende durchzulesen.
Zum Inhalt: Kaira ist zwischen Uni, Job, Ehrenamt und Familie voll eingespannt. Als ein Studienfreund ihres Bruders kurzzeitig bei ihr absteigen soll, bringt das daher gehörig ihren Tagesablauf durcheinander. Vor allem, das sie sich immer mehr zu Cooper hingezogen fühlt, der aber so völlig anders ist, als sie selbst
Kairas People Pleaser Vibes waren für mich teilweise nur sehr schwer zu ertragen, weil sie der ganzen Geschichte für mich eine wahnsinnig drückende Schwere und Beklemmung geben. Finde das so toxisch, wie sie von allen Seiten ausgenutzt wird, das es mein Lesen fast körperlich wehtat. Dadurch habe ich zu den anderen Charakteren auch nur schwer bis eigentlich gar keinen Zugang gefunden.
Es soll zwar von Beginn an Tension zwischen Kaira und Cooper aufgebaut werden, aber gemessen am Alter fand ich das Gedankenkarussell der beiden doch recht seicht und gefühlt gab es da besonders am Anfang viele Wiederholungen, sodass sich die erste Hälfte für mich etwas zäh anfühlte.
Die Idee mit den Challenges hat mir dann ganz gut gefallen. Ich finds gut wie hier auf ein wirklich wichtiges Thema aufmerksam gemacht wird. An manchen Stellen wollte das Buch glaube ich einfach zu viel und wirkte dadurch überladen und stellenweise geradezu unauthentisch auf mich.
Die Kapitel sind kurz und knackig und durch die einfache Sprache lassen sie sich schnell lesen. Für mich war das hier absolut kein Slow Burn, aber das ist ja Geschmacksache.
Mich hats insgesamt nicht so richtig erreicht.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Den Elementen ausgesetzt
Nachtflut von Stina Westerkamp
Die Aufmachung des Buches macht ja einen beinahe reißerischen Eindruck, was eher nicht so mein Fall ist. Dabei hat das Buch das gar nicht nötig, denn die Geschichte ist wirklich stark geplottet und von Beginn an sehr spannend. Wirklich nervenaufreibender Katastrophen-Thriller, der mich auf jeden Fall ausgezeichnet unterhalten hat.
Zum Inhalt: als eine Sturmflut über die Ostseeküste hereinzubrechen droht, verlassen viele vorsorglich ihre Häuser. Auch Elisa will nicht länger warten, als ihre Flucht durch einen umstürzenden Baum verhindert wird. Und so verschanzt sie sich mit ihren Nachbarn, die als einzige ebenfalls zurückgeblieben sind. Doch ist sie damit sicher?
Von Beginn an liegt eine angespannte Atmosphäre über der Geschichte, da die nahende Katastrophe sich bereits andeutet. Doch schnell wird klar, dass nicht nur das Wasser Elisas Leben bedroht, sondern auch die Geheimnisse, die von ihrer Familie gewahrt wurden. Und auch das Verhalten der Nachbarn wird immer verdächtiger, sodass Misstrauen, Angst und Verzweiflung die Geschehnisse dominieren.
Es finden sich Tagebucheinträge innerhalb der Geschichte, deren Bedeutung sich erst zum Ende hin ganz offenbart, die aber erahnen lassen,dass in Elisas Familie nicht alles eitel Sonnenschein war. Elisa selbst wirkt aufgrund ihres Zustands eher unzuverlässig und wankelmütig. Da sie selbst nicht weiß wem sie trauen kann, kann auch der Leser nicht sicher sein, wer hier ein falsches Spiel spielt. Das sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel innerhalb der bereits ungewissen, bedrohlichen Situation.
Das Buch ist angenehm und kurzweilig zu lesen und ich fand es absolut spannend und mitreißend. Die Idee war jetzt nicht neu, aber die Umsetzung hat mir durchaus gut gefallen und mich gut unterhalten.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Ruhig, aber abgründig
Die blaue Stunde von Paula Hawkins
Dieses Buch ist der Inbegriff von „stille Wasser“ sind tief und reiht sich damit perfekt hinter den anderen Büchern von Paula Hawkins ein. Ich hing wieder sehr gebannt an den Seiten und mochte vor allem die raue, gnadenlose Atmosphäre total gern.
Zum Inhalt: als in einer Skulptur aus dem Nachlass der Künstlerin Vanessa Chapman im Tate Modern in London menschliche Knochen identifiziert werden, wirft das nicht nur neue Fragen zum werk, sondern auch zum Leben der verstorbenen Künstlerin auf.
Ihr Kurator James Becker macht sich daher auf den Weg an den Ort, wo alles seinen Ursprung fand. Und sein Ende.
Das Buch beginnt wie alle Bücher der Autorin eher gemäßigt. Der Erzählton ist ruhig und gefasst, trotzdem schwelt einiges ungesagtes unter der Oberfläche und schnell entsteht der Eindruck, dass das Leben der Künstlerin abgründiger war, als zuvor angenommen. Was mir sehr gefallen hat, war das Quellenmaterial in Form von Tagebucheinträgen, Briefen und Zeitungsartikeln, die das Leben der Künstlerin beleuchten. Diese sind eng mit der Handlung verwoben und fügen sich stilistisch toll ins Gesamtbild ein ohne den Lesefluss zu stören.
Die Charaktere sind, wie ich finde, bei Paula Hawkins immer sehr distanziert, was aber auch jedes Mal dazu beiträgt mein Misstrauen zu schüren, wer hier eigentlich mit offenen Karten spielt. Ich hab wieder versucht mitzurätseln, welches Geheimnis in der Geschichte verborgen liegt.
Das Setting rund um die Gezeiteninsel fand ich richtig toll angelegt, sehr atmosphärisch und bedrohlich lauernd. Die Auflösung hat mich mal wieder kalt erwischt, weil ich mit meinen Ideen völlig daneben lag.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Lässt einem das Blut in den Adern gefrieren
The Twenty von Sam Holland
Ich habe schon wirklich viele Thriller gelesen und hatte mich von den Werbeslogans herausfordern lassen. Dieser Thriller ist absolut perfide und bitterböse, eine wahre Odyssee des Schreckens.
Zum Inhalt: Fünf ausgeblutete Leichen, wie Müll abgelegt. Und ein sonderbarer Countdown, der von 16 runterzuzählen scheint.
Das allein wäre schon ein spektakulärer Fall für DCI Adam Bishop. Doch dann taucht seine Exfrau mit einer Info auf, die im das Blut in den Adern gefrieren lässt: der Countdown begann mit 20 unf startete bereits 30 Jahre zuvor.
Die Haupthandlung wird immer wieder durchbrochen von medizinischen Berichten, Kolumnen und anderen Schriftstücken aus der Zeit der ersten Mordserie. An sich trägt das zur Plastizität der Geschichte bei, mich reißt sowas aber immer aus dem Lesefluss.
Immer wieder werden auch Passagen aus Sicht des Täters erzählt, was ich sehr gelungen fand. Es gibt außerdem Rückblenden, sowohl in die Kindheit des Serienmörders Elijah Cole, als auch des führenden Ermittlers Adam. Die Geschichte ist also ordentlich vollgepackt mit Handlungssträngen und unterschiedlichen Perspektiven. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es nicht unübersichtlich oder überladen wirkte, sondern in sich sehr stimmig.
Der Erzählton ist schon teilweise brutal und obszön, Gewaltdarstellungen werden teilweise recht anschaulich geschildert. Der Spannungsbogen wird konstant gehalten und es gibt viele überraschende Wendungen innerhalb des Falls. Bis zum Schluss ist die Geschichte wirklich nervenaufreibend und lässt einen nicht los.
Ein ziemlich heftiger Thriller, der das Versprechen atemloser Spannung bis zur letzten Seite absolut hält.
Rezensionen von Daggy:
Erschreckend real
Ruhrtopia von Ursula Sternberg
Wir schreiben das Jahr 2043 und im Laufe des Augusts steigen die Temperaturen im Ruhrgebiet auf 50 Grad an. Nur mit Coolcats trauen sich die Menschen noch nach draußen. Kriminalhauptkommissarin Ewa Kuschka ist bei der Essener Polizei für Tötungsdelikte zuständig und wird gerufen, weil ein Geschäftsführer der IT-Firma Ruhrtopia tot aufgefunden wird.
Sein Sohn, der inzwischen ebenfalls in der Firma tätig ist, liegt nach einem Unfall im Krankenhaus. Ewa zeigt wenig Fingerspitzengefühl bei ihren Ermittlungen, ihr fehlt ihr ehemaliger Partner, der hin und wieder in ihren Gedanken auftaucht und sie zu besänftigen versucht. Beide Fälle haben etwas mit Wasser zu tun, ungewöhnlich bei dieser langanhaltenden Dürre. Lahle Çelik, alleinerziehende Mutter, selbst als Kind geflüchtet ist für die Illustrationen bei Ruhrtopia zuständig und Ewa ist überzeugt, dass sie mehr weiß, als sie sagt. Deshalb nimmt Ewa sie ran und setzt sie unter Druck. So kommt Ewa Kuschka nicht sehr sympathisch rüber, aber im laufe der Geschichte zeigt sie immer mehr Verständnis und tut alles um diesen verzwickten Fall zu lösen.
Zunächst geht es nur um ein Computerspiel, doch bald zeigt sich, dass dieses immer wieder auftauchende Wasser ein echtes Problem ist. Ursula Sternberg hat auch für dieses Buch sehr gründlich recherchiert und lässt und am Ende des Buches mit der Überschrift „Ewa Recherchen“ daran teilhaben. Ich bin mir nicht sicher, ob die düstere Zukunft mit selbstfahrenden Cabins und Coolcats mir mehr Angst machen als die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Denn feststeht, dass die Freisetzung von giftigen Stoffen ins Grundwasser eine Horrorvorstellung ist und dieser Horror wird beim Lesen des Buches immer greifbarer und vorstellbarer.
Nach Ruhrbeben ist Ursula Sternberg wieder ein spannendes Buch gelungen, dass mir sicher noch lange im Kopf herumspuken wird und ich hoffe, dass es nie so kommen wird.











