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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von La Calavera Catrina:

Highlight

In einem Zug von Daniel Glattauer

Der Autor Eduard Brünhofer fährt mit dem Zug von Wien nach München. Im Zugabteil entwickelt sich unfreiwillig ein Gespräch mit der neugierigen und klugen Mitreisenden Catrin Meyr, die es zunehmend schafft, den verhaltenen Eduard aus der Reserve zu locken. Daraus entsteht ein brillanter Dialog und eine Geschichte über die Liebe, wie sie nur Daniel Glattauer schreiben konnte.

Es ist ein amüsantes Kammerspiel mit hoher Frequenz, geschrieben in einer gut lesbaren Leichtigkeit und mit gewohntem Wortwitz. Ich habe es sehr genossen und fand es zu keiner Zeit langweilig, obwohl sich die gesamte Zeit im Zug abspielt und die Rahmenhandlung schnell zusammengefasst ist. Die Gespräche und Gedanken lassen Raum zum Nachdenken und das, was zwischen den Zeilen steht, ist noch viel interessanter. Ich fühlte mich beim Lesen sehr an „Gut gegen Nordwind“ erinnert. Für mich war „In einem Zug“ ein großes Lesevergnügen, weil es vieles vereint, was ich an großartigen Romanen schätze. Sehr empfehlenswert.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Eine inspirierende Wohlfühlgeschichte mit schöner Gestaltung

Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst von Tanja Köhler

Es ist die Geschichte einer namenlosen Protagonistin, die man auf ihrer persönlichen Suche nach einem Wohlfühlort begleitet. Ihr Weg richtet auch den Blick auf das eigene Leben und bietet eine unterhaltsame Mischung aus Ratgeber und Erzählung. Nicht zufällig erinnern die zwölf Fragen an die zwölf Raunächte und begleiten durch das ganze Jahr.

Autorin Tanja Köhler möchte auch außerhalb der Raunächte zur Selbstreflexion anregen und lenkt mit passenden Fragen immer wieder in die Klarheit, eingebunden in eine Geschichte, die einladend und inspirierend zugleich ist. Das Gestaltungskonzept ist minimalistisch und verträumt - mit einem einfühlsamen Schreibstil, der zusätzlich Wohlfühlstimmung verbreitet. Die vierzehn Kapitel sind kurz und laden zum Innehalten ein. Beim Lesen kann man abschalten, blättern und die Illustrationen und Fragen auf sich wirken lassen. Einige Zitate nehmen ganze Seiten ein und sorgen auch optisch für eine klare Struktur. Nicht nur die Themen brauchen Raum, auch das Buch nimmt sich den Raum. Dazu hätte ich mir eine größere Schrift gewünscht. Ansonsten finde ich es gut, dass es nicht überladen ist, denn die Erzählung ist bereits kraftvoll und tiefgründig. Auch die harmonische Umschlaggestaltung, das cozy Cover und das kleine Format machen das Buch zu einem schönen Geschenk für andere oder sich selbst.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Hörbuch-Empfehlung

Dirty Diana: Das Erwachen von Jen Besser; Shana Feste

Diana ist unglücklich in ihrer langjährigen Ehe mit Oliver. Ein Liebesleben gibt es schon lange nicht mehr und Oliver ist der einzige, der sich bemüht, daran etwas zu ändern, bis er Diana die Wahrheit sagt. Doch aufgeben wollen sie nicht. Diese Grundlange bringt man nicht unbedingt mit den zahlreichen Erotikszenen, prickelnd und kunstvoll geschrieben, in Verbindung.

Hier hält die Geschichte also noch Überraschungen und eine Reise in die Vergangenheit bereit, die mir besonders gefallen hat. Obwohl ich insgesamt vor allem ehrliche Kommunikation und Tiefe vermisst habe, ist Diana eine interessante und vielschichtige Frau und Mutter mit dem Wunsch der Selbstfindung und kunstvollen Verwirklichung, der Nora Schulte, die das Hörbuch spricht, eine sinnliche Stimme verleiht. Dabei ist sie gar nicht „Dirty“, sondern verleiht ihren Sehnsüchten und Wünschen Ausdruck. Ein kurzweiliges Hörbuch, welches mich gut unterhalten hat, aber mich konnte es letztlich nicht so packen, dass ich die Fortsetzungen lesen oder hören möchte.

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Rezensionen von clematis:

Marillen - Marmor - Mord

Ein Schimmern am Berg von Lenz Koppelstätter

Im Marmorsteinbruch von Laas (Südtirol) liegt eine Leiche, sorgfältig mit der schweren Fräsmaschine im Bergwerk zerstückelt. Commissario Grauner ist allein, denn Saltapepe und Tappeiner urlauben in New York und obendrein hat er noch Streit mit seiner Ehefrau Alba. Wie wird er diesen Fall wohl lösen?

Südtirol als Kulisse für diesen zehnten Krimi rund um den eigenwilligen Grauner wird wieder prächtig in Szene gesetzt, finstere Bergdörfer, mundfaule Einheimische, ein Zwist zwischen Marmorbrucharbeitern und Marillenbauern prägen die Szenen.

Schnell findet man einen Verdächtigen für den Mord, dann einen anderen. Wer von den beiden ist der Täter, wie kann derjenige überführt werden? Grauner ist überfordert ohne sein bewährtes Team, aber da ergibt sich doch tatsächlich eine Spur nach Amerika und Saltapepe und Tappeiner müssen Ermittlungen in Übersee in Angriff nehmen.

Flott im Schreibstil, kurzweilig in der Handlung geht es dahin, grausame Details führen zu der Überlegung, ob nun nicht wirklich ein langer Urlaub oder gar die Pensionierung für Grauner anstehen.

Ein wunderbarer Krimi mit Südtiroler Atmosphäre und Abstechern nach Las Vegas und New York, der beste Unterhaltung bietet.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Langweilige Romantasy

Burning Crown von Marie Niehoff

«Burning Crown» ist der Auftakt einer eher ungewöhnlichen Romantasy-Idee. Captain Yessa Hayes kämpft als Drachenreiterin für die Armee von Eldey und trifft auf den Drachenwandler Cassim, der eigentlich auf der Flucht ist, ihr nun aber zugeteilt wird. Die beiden Hauptfiguren geben abwechselnd Einblick in ihre Gedanken und Gefühle, um die es sich hauptsächlich dreht - dazu gehören auch erotische Visionen.

Insgesamt sind die Figuren einfach gehalten: Yessa trauert um ihren Verlust und verfolgt, ebenso wie Cassim, ihre eigenen Ziele. Dieser hält seine Abwehrhaltung aufrecht, ist misstrauisch und befürchtete aufzufliegen. Ihre überforderten Herzen tauen erst zum Ende hin allmählich auf.
Es ist vor allem ein düsteres und bedrückendes Drama, das zwar nicht ins Detail geht, sich aber immer wieder Zerstörung und grausame Unbarmherzigkeit abzeichnen. „Was richtig und was falsch ist, bestimmt in der Armee schon lange nicht mehr die eigene Moral, sondern einzig und allein der König.“
Es fehlte mir leider völlig an Fantasy, an Worldbuilding und schließlich auch an Spannung und Abwechslung, denn der Romantasy Anteil ist emotional überladen und voller Wiederholungen. Die Mischung ist unausgewogenen und der Schreibstil war mir oft zu einfach und erzeugt keine Stimmung. Die Sogwirkung blieb damit für mich aus und selbst der Überraschungseffekt am Ende und der Cliffhanger überzeugen mich nicht, die Fortsetzung zu lesen.

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Rezensionen von Meli:

Interessanter Einstieg mit Potenzial für mehr

We hunt the Flame von Hafsah Faizal

Jägerin Zafira kann es sich nicht leisten, auf die Jagd zu verzichten, sonst würden so viele Menschen nicht mehr genug zu essen bekommen. Aber sie darf sich auch auf keinen Fall erwischen lassen, denn als Frau würde sie in ihrem Khalifat dafür hart bestraft werden. Sie vertraut nur ihrer Familie und ihren engsten Freunden, aber auch ihrem Instinkt, der sie selten im Stich gelassen hat.

Prinz Nasir steht als Auftragsmörder im Dienst seines Vaters und erledigt jeden Auftrag, doch er weiß auch, dass fast alle seine Opfer unschuldig sind. Der Sultan herrscht mit eiserner Hand und Nasir ist für ihn nicht viel mehr als ein Werkzeug – und so fühlt Nasir sich meistens auch. Er muss andere auf Abstand halten, da er sich keine Schwächen erlauben darf. Seine neuste Mission sorgt aber dafür, dass er mit anderen zusammenarbeiten muss und da ist es gar nicht so leicht, die Distanz zu bewahren. General Altair ist eine Nervensäge, während Zafira ihn auf ganz andere Art herausfordert.

Die magische Welt hat eindeutig arabische Einflüsse, was man unter anderem an den arabischen Namen und Begriffen erkennt. Mit meinen geringen Arabischkenntnissen konnte ich das meiste verstehen und ich denke, auch ganz ohne Sprachkenntnisse wird man die Bedeutung aus dem Zusammenhang erschließen.

Ansonsten fand ich die Welt auch so interessant, dass ich gerne noch mehr davon gesehen hätte, aber die Geschichte besteht zu einem großen Teil aus der Suche nach dem Artefakt und man sieht hauptsächlich die Gefahren der Insel Sharr. Dafür hat man dann aber auch mehr Zeit für die Charaktere, ihre komplizierten Beziehungen und all ihre Ängste und aufkeimenden Träume. Insgesamt hat man dann sowohl eine spannende Reise als auch interessante Charakterentwicklungen.

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Rezensionen von nessabo:

Wichtige Perspektive, doch ziemlich zäh erzählt

Jeanie und Julius von Claire Fuller

Ich bin großer Fan des Verlags, doch mit „Jeanie und Julius“ war ich leider nicht wirklich glücklich.

Die Erzählperspektive rund um ein finanziell armes Geschwisterpaar in ihren Fünfzigern, die nach dem Tod der Mutter zwischenzeitlich in die Obdachlosigkeit rutschen, ist eine so wichtige. Und auf der einen Seite finde ich die zermürbende Not und Trostlosigkeit sehr gut eingesetzt, weil sie wohl die Realität gut abbildet.

Doch war das Lesen dadurch auch sehr anstrengend und streckenweise zäh. Vielleicht hätten 100 Seiten weniger dem Buch gut getan.

Abgesehen davon haben mich die beiden Protas fast durchgängig so genervt. Sowohl Jeanie als auch Julius fand ich nämlich überwiegend unsympathisch und ihre Handlungen wenig nachvollziehbar. Ich konnte nicht verstehen, warum Jeanie so viel lügt, nur um Hilfe nicht annehmen zu müssen, und warum Julius seiner Schwester gegenüber mal herablassend und unehrlich, mal zugewandt und beschützend begegnet. Beim Lesen fühlte ich mich konstant in eine ferne Vergangenheit versetzt, obwohl die Handlung in der Gegenwart spielt. Wenn das von der Autorin beabsichtigt war und sie so das Zurückbleiben der beiden hinter der Mehrheitsgesellschaft abbilden wollte, ist das gut gelungen. Mich hat es immer mal wieder irritiert.

Ich finde es wirklich schwer, das Buch zu bewerten, weil ich selbst aus einer sehr privilegierten Position heraus spreche. Und soweit ich es einschätzen kann, war die Darstellung eines solchen Lebens authentisch. Mich hat das Lesen eher heruntergezogen und vielleicht soll das auch so sein, aber dessen muss mensch sich dann wohl vorher bewusst werden. Zudem wird das im Klappentext erwähnte Familiengeheimnis doch ziemlich langsam enthüllt, was für mein Empfinden das Zähe im Buch erneut unterstreicht.

Mich störte dann auch das Ende ziemlich, bei dem eine für mich nicht nachvollziehbare Charakterentwicklung stattgefunden hat. Tatsächlich fand ich die letzten 30 Seiten wirklich gut, weil ich eine Figur endlich greifen konnte, aber es fühlte sich im Vergleich zum vorherigen Erzähltempo gehetzt und unorganisch an. Diesen Wechsel hätte ich mir deutlich früher gewünscht. So war es für mich ein eher anstrengendes Buch mit einer guten Grundlage, aber wenig emotionaler Greifbarkeit.

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Rezensionen von begine:

Eindrucksvoll und berührend

Für immer von Maja Lunde


Für immer, ist der fünfte Roman, den ich von der norwegischen Schriftstellerin Maja Lunde gelesen habe. Sie kann mich immer wieder begeistern. Sie beschreibt immer wieder, intensiv, über wichtige Themen.
Dieses Mal ist die Menschheit mit einem gefährlichen Stillstand bedroht. Es stirbt keiner mehr, aber es wird auch bei der Geburt zu einem Stillstand.

Die Babys wachsen einfach nicht weiter.
All Personen nehmen die Geschehnisse verschieden war.
Besonders eindrucksvoll ist es, als Jennys Familie auf eisglatter Straße, fast in den Abgrund rutscht. Jenny ist eine starke Frau, die erst die Kinder dazu bringt, das Auto zu verlassen. Dann macht sie auch ihrem Mann Mut. Gott sei Dank sind alle heil davon gekommen.
Dann gibt es noch den Rentner Otto und seine Frau. Er tut sich schwer, sein Haus zu verlassen um in die Seniorenlage zu ziehen. Er hängt an seinen Blumen, besonders eine Rose hat es ihm angetan und er nimmt sie mit.
Maja Lunde schreibt mit ruhiger einfacher Sprache, so das der Roman noch eindrucksvoller wird.Für immer kann ich gerne weiter empfehlen.

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Rezensionen von nessabo:

Ein nüchternes, kunstvolles und vielschichtiges Buch

Hey guten Morgen, wie geht es dir? von Martina Hefter

Ehrlicherweise war ich zu Beginn eine ganze Weile lang nicht sicher, wohin dieses Buch eigentlich führen möchte. Martina Hefter hat hier ein Werk geschaffen, das vor allem durch Komplexität geprägt ist. Dahinter verschwinden manchmal die Emotionen der Figuren, nichtsdestotrotz halte ich es für ein großes Talent, die Welt in ihrer Vielschichtigkeit abbilden zu können.

Bereits die Protagonistin des Romans, aus deren Perspektive die Geschichte geschrieben ist, vereint verschiedene Blickwinkel auf sich. Sie ist schon etwas älter und versucht die Kontrolle über ihr Leben wiederzuerlangen, in welchem sie aufgrund ihres Altes weniger Aufträge als Performancetänzerin bekommt. Gleichzeitig pflegt sie aber auch ihren Mann Jupiter und legt Love-Scammer im Internet herein, von denen sie regelmäßig Anfragen erhält. Im Verlauf der Handlung macht sich Juno über viele Dinge Gedanken. Darunter zählen der eigene Rassismus sowie die persönlichen Privilegien, aber eben auch das eigene Leid aufgrund altersdiskriminierender und ableistischer Strukturen.

Ein wichtiges und innovatives Element ist die WhatsApp-Bekanntschaft zu ihrem ehemaligen (?) Love-Scammer Benu, der in Nigeria lebt und sich (scheinbar) zu erkennen gibt, nachdem Juno ihn bezüglich des Love-Scammings konfrontiert. Zwischen den beiden entsteht irgendetwas, klar definiert wird es wird jedoch nicht. Und das ist auch ein wiederkehrendes Muster des Buches: Um Vieles wird sich Gedanken gemacht, aber wenig konkret ausgesprochen. So ist auch das Ende ein wenig irritierend, eigentlich bleibt alles zur eigenen Interpretation offen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, wenngleich mensch sich auch bewusst sein sollte, dass es hier vor allem um Alltägliches geht und weniger um eine besondere Dramaturgie. Das hat durchaus seinen Reiz, ist aber vielleicht nicht für alle Menschen oder Lebenslagen das Richtige. Die Sprache ist nüchtern und phasenweise kunstvoll, letzteres für mich aber in einem akzeptablen Maß (ich mag das nämlich oft nicht). Besonders loben möchte ich aber wirklich die Komplexität der Figuren, welche mich selbst zum Nachdenken gebracht hat.

Menschen sind vielschichtig, ganz viel ist nicht, wie es scheint. Das hat Martina Hefter hier interessant und durchaus unterhaltsam umgesetzt, ohne sich selbst klar zu positionieren.

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Rezensionen von nessabo:

Ein nüchternes, kunstvolles und vielschichtiges Buch

Hey guten Morgen, wie geht es dir?,1 Audio-CD, 1 MP3 von Martina Hefter

Zum Hörbuch: Inka Löwendorf ist keine schlechte Sprecherin, aber in Bezug auf Stimmfarbe und -varianz nicht meine liebste. Vor allem bei den Chatverläufen wurde mir nicht immer ganz klar, wer gerade schreibt. Grundsätzlich fand ich den Text als Hörbuch aber gut umgesetzt.

Zum Buch selbst: Ehrlicherweise war ich zu Beginn eine ganze Weile lang nicht sicher, wohin dieses Buch eigentlich führen möchte.

Martina Hefter hat hier ein Werk geschaffen, das vor allem durch Komplexität geprägt ist. Dahinter verschwinden manchmal die Emotionen der Figuren, nichtsdestotrotz halte ich es für ein großes Talent, die Welt in ihrer Vielschichtigkeit abbilden zu können.

Bereits die Protagonistin des Romans, aus deren Perspektive die Geschichte geschrieben ist, vereint verschiedene Blickwinkel auf sich. Sie ist schon etwas älter und versucht die Kontrolle über ihr Leben wiederzuerlangen, in welchem sie aufgrund ihres Altes weniger Aufträge als Performancetänzerin bekommt. Gleichzeitig pflegt sie aber auch ihren Mann Jupiter und legt Love-Scammer im Internet herein, von denen sie regelmäßig Anfragen erhält. Im Verlauf der Handlung macht sich Juno über viele Dinge Gedanken. Darunter zählen der eigene Rassismus sowie die persönlichen Privilegien, aber eben auch das eigene Leid aufgrund altersdiskriminierender und ableistischer Strukturen.

Ein wichtiges und innovatives Element ist die WhatsApp-Bekanntschaft zu ihrem ehemaligen (?) Love-Scammer Benu, der in Nigeria lebt und sich (scheinbar) zu erkennen gibt, nachdem Juno ihn bezüglich des Love-Scammings konfrontiert. Zwischen den beiden entsteht irgendetwas, klar definiert wird es wird jedoch nicht. Und das ist auch ein wiederkehrendes Muster des Buches: Um Vieles wird sich Gedanken gemacht, aber wenig konkret ausgesprochen. So ist auch das Ende ein wenig irritierend, eigentlich bleibt alles zur eigenen Interpretation offen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, wenngleich mensch sich auch bewusst sein sollte, dass es hier vor allem um Alltägliches geht und weniger um eine besondere Dramaturgie. Das hat durchaus seinen Reiz, ist aber vielleicht nicht für alle Menschen oder Lebenslagen das Richtige. Die Sprache ist nüchtern und phasenweise kunstvoll, letzteres für mich aber in einem akzeptablen Maß (ich mag das nämlich oft nicht). Besonders loben möchte ich aber wirklich die Komplexität der Figuren, welche mich selbst zum Nachdenken gebracht hat.

Menschen sind vielschichtig, ganz viel ist nicht, wie es scheint. Das hat Martina Hefter hier interessant und durchaus unterhaltsam umgesetzt, ohne sich selbst klar zu positionieren.

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