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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer:

Zauberhaftes Märchen

Für Polina von Takis Würger

Kann man seinem Schicksal entkommen?
Ist es möglich glücklich zu werden, obwohl man sich ganz etwas anderes gewünscht hätte?
All die Beschreibungen die ansonsten ein gutes Buch für mich ausmachen (wie z. B. Beschreibung der Landschaft oder der Zeit in der es spielt), sind hier nicht vorhanden.

Trotzdem hat mich dieses Buch von der ersten Seite weg gepackt. Ich habe alle ProtagonistInnen ins Herz geschlossen. Auch, wenn ich deren Handeln nicht immer verstehen konnte ;-).
Mich hat der Autor mit dieser lockeren, schnörkellosen Sprache zutiefst berührt. Wir haben erst Jänner - aber dieses Buch gehört sicherlich zu meinen Jahreshighlights 2025!
Bitte lesen! Unbedingt!

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer:

Traurige Realitäten

Marzahn, mon amour von Katja Oskamp

Oskamp schafft es, mich mit banalen Alltagsbeobachtungen in ihren Bann zu ziehen. Gnadenlos ehrlich erzähl. Man muss diese Frau einfach lieben!

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Rezensionen von MarcoL:

Basierend auf den Hexenprozessen von 1590 in North Berwick schlägt die Autorin gekonnt eine Brücke in die Gegenwart. Der feministische Kampf ist noch längst nicht zu Ende gefochten. Sehr große Leseempfehlung!

HEXE von Jenni Fagan

Iris, ein Medium, reist am 1. August 2021 zurück in die Vergangenheit. Mittels Séancen und Astralreisen trifft sie auf Geillis Duncan, die am 4. Dezember 1591 durch den Strang in Edinburgh an der High Street hingerichtet wurde.
Iris verwandelt sich in einen Raben, nimmt Kontakt mit der fünfzehnjährigen Geillis auf, und teilt mit ihr die letzten bangen Stunden vor ihrer Hinrichtung.

Der Hintergrund sind die Hexenprozesse von North Berwick, die zwischen 70 und 200 Menschen das Leben gekostet hatten. Es seien alles Hexen gewesen. Sie sind für die absurdesten Sachen (wie damals so üblich) verurteilt worden. Unter schlimmer Folter gesteht man ja schließlich irgendwann alles. Ausgehend für diesen Wahnsinn war ein Hexenprozess in Kopenhagen. Anna Koldings wurde angeklagt, durch Hexerei verhindert zu haben, dass Prinzessin Anna nicht direkt zur Hochzeit mit König Jakob VI. nach Schottland reisen konnte. Der schottische König Jakob VI (ziemlich geistig umnachtet) nahm diese Gedanken mit Freuden auf, und mittels David Seaton wurde eine Verbindung zu Geillis Duncan geschlagen.
Geillis war seit zwei Jahren Hausmädchen bei Seaton – verrichtete alle aufgebürdeten Arbeiten. Sie wurde instrumentalisiert, um die reiche Euphame MacCalzean zu denunzieren, damit deren Ehemann ihr Geld erben kann. Als offiziellen Grund werden den Frauen Hexereien angelastet, so hätten sie doch ebenfalls Stürme über die Nordsee geschickt. Ein Widerrufen des unter Folter herausgepressten Geständnisses brachte nichts mehr, erst recht nicht vor dem Pfarrer, der vor der Hinrichtung voller Ekel mit Geillis in Ausübung seiner Pflicht (und nicht freiwillig) sprach.
Iris will Geillis in ihren letzten Stunden beistehen. Und sie auch nochmals ermutigen, die Wahrheit vor dem geifernden Pöbel bei der Hinrichtung hinauszuposaunen, denn der Kampf um Wahrheit und Gleichstellung wird nicht (nie?) enden.
Auch in 500 Jahren erinnert man sich noch an sie, an ihren mutigen Kampf. Und auch in 500 Jahren kämpfen die Frauen immer noch um Gerechtigkeit. Denn die Männer sind nach wie vor Verhinderer der Gleichstellung.

S. 48: „Vorsicht, was die Motive der Männer angeht. Macht einen Buckel! Es ist ein großes Unglück für eine Frau groß zu sein […] Keine hohen Absätze! Das Klick-Klack-Klick ist ein Morsezeichen für Vergewaltiger. Es bedeutet, dass ihr Urteil nachsichtig sein wird. Oder es gar keines gibt. Wenn sie nicht Stöckelschuhe getragen hätte. Wenn sie nicht durch den Park gegangen wäre. Wenn sie abends doch zu Hause geblieben wäre.“

Das Buch arbeitet sehr gekonnt die historischen Begebenheiten rund um die Hexenprozesse auf, und schlägt eine Brücke in die heutige Zeit. Vieles hat sich nicht geändert. Die Männer sind nach wie vor misogyne Täter, können mehr oder weniger tun und lassen was sie wollen. Bewährt seit Tausenden von Jahren, denn laut Kirche sind ja die Frauen an allem Übel der Welt schuld.

S. 47: „Wie können Frauen die Wahrheit sagen, wo wir doch den Garten Eden zerstört und anfällig für Betrug und Böses sind? […] Nimm ihr das Einzige, was sie hat – ihre Stimme, ihren Geist. Nimm es. Zermahle es zu etwas Pestartigem. […] Macht ist nicht etwas, das Frauen leicht zugestanden wird – wenn überhaupt … ganz zu schweigen davon, diese dann auch auszuüben.
Nicht nach dem Gesetz!
Die Kirche sagt Nein.“

Der Kampf der Obrigkeit, des Adels, des Klerus‘, Frauen zu unterdrücken, ist seit Äonen ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Die Autorin schafft es mit diesem gerade mal 140 Seiten starken, sehr augenfreundlich gesetztem Buch, auf viele Missstände hinzuweisen. Sie verknüpft diese sehr gut mit den historischen Ansätzen, lässt abwechselnd Geillis und Iris zu Wort kommen.
Die Hexenverfolgungen mögen abgenommen haben, aber sie leben auch heute noch in einer anderen Art und Weise weiter. Das Buch ist ein feministischer Aufschrei um Gerechtigkeit.
Eine Triggerwarnung möchte ich noch ausgeben: Die beschriebenen Folterszenen, oder die multiplen Vergewaltigungen von Geillis, sind harter Tobak.
Aber die Realität ist nicht wirklich besser.
Für diesen Roman gebe ich eine sehr große Leseempfehlung! Lest es! Besonders ihr Männer, die immer noch glauben, Frauen seien Freiwild und minderwertige Menschen.

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Rezensionen von la_stellina:

Gute Story mit abruptem Ende

Mordscoach von Lilli Pabst

In den ersten Kapiteln erfährt der Lesende einiges über die Psychotherapeutin Sophie Stach, ihren Klienten und ihren Ehemann. Lange dauert es nicht und sie begeht den ersten Mord an einer jungen Frau, die vorgab sie aufgrund eines Erstgesprächs aufzusuchen. Im Gegensatz zu den folgenden Morden ist dies mehr eine Übersprungshandlung als eine geplante Tötung.

Die Klientin brachte die Psychotherapeutin aufgrund einer privaten Verstrickung zu sehr aus dem Konzept. Sophie beginnt nun den begangenen Mord zu vertuschen, dies führt aber zu weiteren Morden. Ehe sie sich versieht hat sie vier Menschen auf dem Gewissen. Die Autorin verfügt über einen sehr flüssig und angenehm zu lesenden Schreibstil. Auch der Einstieg ist weder zu lang noch zu kurz, sodass man sich ein gutes Bild von der Psychotherapeutin und ihrem Umfeld machen kann. Das Ende der Story wurde für meinen Geschmack etwas zu schnell auf recht wenigen Seiten abgehandelt. So würde sich aber eine Fortsetzung der Story anbieten.
Definitiv eine Leseempfehlung (auch für Fans von „Achtsam Morden“).

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine gelungene Fortsetzung

Ein Schimmern am Berg von Lenz Koppelstätter

Dieser 10. Krimi rund um Commissario Grauner ist ein wenig anders als seine Vorgänger, denn wir machen auch einen Sprung nach Amerika, wo Ispettore Salvatore Saltapepe und Ispettore Silvia Tappeiner gemeinsame Urlaubstage verbringen. Deswegen muss Grauner, der durch ein Missverständnis doch nicht in den vorzeitigen Ruhestand gehen kann, um sich um seine Ehe, die Kühe und die eventuell bevorstehende Hofübergabe zu kümmern, zu einem Tatort im berühmten Marmorsteinbruch von Laas fahren und muss auf die übliche Unterstützung der seiner Mitarbeiter verzichten und einigen Kleinkram selbst erledigen.

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Was ist passiert?

Annabel Reiterer, eine Bildhauerin aus Laas, ist von der Marmorschneidemaschine in Stücke geschnitten worden. Tatverdächtig der Fahrer dieser Maschine, der wie so viele andere auch, in die charmante Frau verliebt war. Blöderweise kann er sich an nichts erinnern, weil er zur Tatzeit sinnlos betrunken war.

Gemeinsam mit Staatsanwalt Belli, mit dem es immer wieder Missverständnisse gibt, weil sie höchst unterschiedliche Charaktere sind, muss Grauner den Fall lösen, der sich als ziemlich komplex erweist.

Neben dem weißen Marmor, der in alle Welt verschifft wird, ist der Anbau der köstlichen Marillen das zweite wirtschaftliche Standbein von Laas. Mit dem Fruchtfleisch sind einige Marmorblöcke des Steinbruchs beschmiert worden. Waren das die Gegner des Steinbruchs zu denen auch der Ehemann der Toten gehört? Und warum liegt Belli mit einer Vergiftung im Krankenhaus, nachdem er von den Früchten, die im Büro des Steinbruchs herumstehen, gekostet hat?

Als sich eine vage Spur nach Amerika ergibt, muss Saltapepe dieser nachgehen, weil er eh schon vor Ort ist. Dabei hat er ganz andere Probleme, denn ein Angehöriger der Neapolitanischen Mafia ist ihm auf den Fersen und entführt Silvia Tappeiner.

Meine Meinung:

Dieser 10. Fall zeigt einerseits, wie groß die Reichweite der Mafia ist und andererseits wie weit die Profitgier mancher Unternehmer geht.

Gut gefällt mir, dass sich Grauner und Belli zusammenraufen. Trotz aller Unterschiede haben sie doch einiges gemeinsam, auch wenn es ihnen nicht bewusst ist. Lenz Koppelstätter versteht es wieder ausgezeichnet die Mentalitätsunterschiede der verschiedenen Regionen Italiens darzustellen. Hier die bodenständigen Südtiroler, dort die arroganten Römer oder Mailänder oder die Neapolitaner, die nichts außer Fußball im Kopf zu haben scheinen.

Mit dem Sidestep nach Amerika gibt Lenz Koppelstätter der Reihe eine dramatische Wendung, Wir werden sehen, ob und wie es mit Saltapepe und Tappeiner weitergeht.

Ich fürchte, das Ende der Reihe ist ziemlich nahe, denn Grauners Ehefrau Alba setzt ihm das (imaginäre) Messen an die Brust.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem 10. Fall für Commissario Grauner wieder 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Leseempfehlung!

Wechseljahre. Das Upgrade von Anke Sinnigen

Mit diesem Buch gibt Autorin Anke Sinnigen ihren Leserinnen Tipps und Werkzeuge in die Hand, um aufgeklärt und selbstbestimmt durch das Hormonchaos der Wechseljahre zu kommen.

In folgenden fünf großen Kapitel, die noch in Unterabschnitte geteilt sind, entstaubt die Autorin so manchen tradierten Mythos, der die Wechseljahre umgibt.

Sie beginnt mit grundlegenden Informationen sowie Zahlen, Daten und Fakten.

Wechseljahre: Die Basics
„Du muss da nicht durch!“ Wie du Symptome der Wechseljahre linderst
Gamechanger Ernährung
Gut vorbereitete auf neue Herausforderungen!
Jahre der Veränderungen und Entscheidungen

Das Buch ist auch für Frauen interessant, die ihre Wechseljahre schon hinter sich haben, denn manche Tipps zu Verbesserungen, wie medizinisches Krafttraining zur Vorbeugung von Osteoporose, lassen sich auch danach beginnen.

Manche Beschwerden werden auch von Ärzten nicht immer richtig zugeordnet, da in den Praxen kaum Zeit für eine detaillierte Anamnese ist. Hier unterstützt das Buch mit Tipps, damit richtige Diagnosen und entsprechende Abhilfe geschaffen werden kann.

Der seit Jahren, von Müttern, Leidensgenossinnen und Ärzten gepredigte Satz: „Wechseljahre, da musst du durch!“ kann getrost vergessen werden. Es gibt Abhilfe! Es ist möglich, durch Aufklärung selbstbestimmt durch das Hormonchaos der Wechseljahre zu kommen.

Das Buch ist verständlich und sehr gut gegliedert geschrieben. Ein bisschen Humor darf auch nicht fehlen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das für eine neue Generation von Frauen, die den Wechseljahren ein modernes Gesicht und ihrem Leben ein „Upgrade“ geben wollen, geschrieben worden ist, 5 Sterne

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Leseempfehlung!

Drei Tage im Feuer von Christian Hardinghaus

Am 13. Februar 2025 jährt sich die Bombardierung Dresdens durch die Royal Air Force unter dem Kommando von Arthur „Bomber“ Harris (1892-1984) zum 80. Mal. Aus diesem Grund ist in der Reihe „Schicksalsmomente der Geschichte“ dieses Buch erschienen. Christian Hardinghaus, Historiker, profunder Kenner der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und Autor sowohl von Sachbüchern als auch von historischen Romanen hat hier einen fesselnden Roman geschrieben, der auf drei Zeitebenen nämlich 1945, 2000 und 2025 spielt.

Nach dem Prolog beginnt die Geschichte recht ungewöhnlich mit Bianca, die im Jahr 2000 einer linksradikalen Gruppe namens „Bomber Harris“ angehört, die, nach ihren Vorbildern der Roten Armee Fraktion einen Anschlag auf eine rechtsradikale Demo vor der Frauenkirche plant. Bianca hat Bedenken, könnten doch unschuldige Kinder Opfer werden. Die Aktion wird verraten und die Mitglieder der Gruppe zu Haftstrafen verurteilt. Nur Bianca, mit 17 Jahren die jüngste der Gruppe, kommt mit einigen Monaten Sozialarbeit und Resozialisierungsheim davon.

Im Rahmen des verordneten Sozialdienstes lernt sie die betagte Marta kennen, die die Tage des Feuers in Dresden miterlebt hat. Die beiden Frauen sind sich sympathisch und Bianca öffnet sich der alten Frau. Doch als Bianca in Martas Schlafzimmer ein Bild eines Wehrmachtsoffiziers in Uniform entdeckt, will sie von Marta nichts mehr wissen, weil sie Marta für eine Faschistin hält. Da kehrt sie lieber, ohne Marta Gelegenheit zu Erklärungen zu geben, in das Erziehungsheim zurück. Doch Marta gibt nicht auf.

Damit beginnt die Geschichte in der Geschichte, denn wir erfahren aus dem Leben der jungen Marta, die als Krankenschwester im von Flüchtlingen überfüllten Dresden ihren Dienst tut und wie Bianca einen geliebten Menschen verliert.

Als dann der 13. Februar 1945 anbricht, schwenkt Autor Christian Hardinghaus für einen kurzen Augenblick auf James, einen englischen Bomberpiloten, und seine Flugzeugbesatzung, die Dresden in Schutt und Asche legen sollen. Ihnen wird vorgegaukelt, Rüstungsbetriebe und Eisenbahnanlagen zerstören zu müssen. Doch als James entdeckt, dass er eine Stadt voll mit Frauen und Kindern vernichten soll, trifft er eine weitreichende Entscheidung, die zwar für das Gesamtergebnis keine Änderung bedeutet, aber für ihn ganz persönlich einen wesentlichen Unterschied macht.

Das Ende der Geschichte rund um die beiden Frauen in der Gegenwart birgt eine überraschende Wende, die ich an dieser Stelle nicht verraten werde.

Meine Meinung:

Christian Hardinghaus, dessen Bücher über den Zweiten Weltkrieg ich alle gelesen habe, hat hier einen fesselnden historischen Roman geschrieben, der mich sehr berührt hat. Ich kenne zahlreiche Sachbücher, sowohl von britischen als auch von deutschen Historikern, über die Zerstörung Dresdens durch die Royal Air Force. Doch dieses hier bietet durch die geschickte Darstellung und Verquickung mehrerer Lebensläufe eine vielschichtige Betrachtung der Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven.

Im Nachwort finden wir zahlreiche Anmerkungen des Autors zu den oft kontroversiell geführten Diskussionen wie z.B. die Opferzahlen oder die Tieffliegerangriffe, von denen viele Überlebende berichten. Hier kommen die zahlreichen Interviews, die der Autor mit Zeitzeugen für seine Generationen-Buchreihe geführt hat, zum Tragen.

Die Charaktere sind, wie wir es von Christian Hardinghaus gewöhnt sind, vielschichtig und sorgfältig herausgearbeitet. Aufgefallen ist mir, dass die linke Gruppe „Bomber Harris“, der Bianca zunächst angehört hat, sich nur marginal von den verschiedenen Neo-Nazi-Gruppen unterscheidet. Beide schrecken vor Sprengstoffanschlägen nicht zurück und gehen bei ihren Aktionen buchstäblich über Leichen.

Der Autor beschreibt die Ereignisse des Februar 1945 sachlich und dennoch beeindruckend. Ich habe das Buch an einem Tage gelesen.

„Feuer kann sich leicht entzünden.“ wie der aus Syrien geflüchtete Uhrmacher seiner Kundin, die eine Nachfahrin einer Überlebenden der Bombenangriffe, im Epilog erklärt. Dazu braucht es in der aktuellen politischen Lage nicht viel.

Fazit:

Christian Hardinghaus beeindruckt mit seinem historischen Roman aus der Feuerhölle von Dresden 1945, dem ich gerne eine Leseempfehlung und 5 Sterne gebe.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Kurzweilig

Eine Geschichte des Römischen Reiches in 21 Frauen von Emma Southon

Emma Southon hat hier ein kurzweiliges Buch über die lange Geschichte des Römischen Reiches geschrieben. Dafür teilt sie die Zeitspanne von rund 1500 Jahren in folgende vier Abschnitte und geht dem Gründungsmythos der Stadt („753 Rom kroch aus dem Ei“) nach. Archäologische Ausgrabungen auf dem Palatin lassen auf eine Besiedelung ab ca.

1.000 vor Christus schließen.

Das Königreich
Die Republik
Das Imperium
Spätantike

Wie im Titel angekündigt, erzählt sie die Geschichte dieses mächtigen (und dekadenten) Reiches an Hand von 21 Frauengestalten. Einige sind bekannter (wie Clodia, Boudicca, Zenobia oder Galla Placidia) und andere treten erstmals vor den Vorhang wie Tullia, der ihr Ehemann mittels eines Epitaph gedenkt oder Iulia Felix, die Geschäftsfrau in Pompeji.

Die Geschichten der Frauen sind vornehmlich von Männern wie Cicero, Catull, Livius oder Plinius überliefert und entsprechend gefärbt.

Ein grober Schnitzer ist mir im Kapitel „Tullia“ auf S. 128 aufgefallen: Hier wird das Jahr der Ermordung Caesars mit 45 v. Chr. angegeben. Das ist falsch. Caesar wurde 44 v. Chr. erstochen. Wem auch immer dieser Fehler anzulasten ist. Jedenfalls ändert sich dadurch die Abfolge der nachfolgenden Ereignisse: Denn Octavianus bildet ab 43 v. Chr. das Triumvirat mit Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus

Ich habe mir ehrlicherweise nicht die Mühe gemacht, alle Jahreszahlen zu überprüfen, vermute aber weitere Ungenauigkeiten, was sich auf die Bewertung auswirkt.

Der Schreibstil ist launig, manchmal ein wenig flapsig, rückt aber das Weltbild, das man von den Römern hat, ein wenig zurecht. Der Blick auf ein Römerlager ist für alle jene interessant, die ausschließlich marschierende Soldaten im Kopf haben. Da ich als Wienerin das Legionslager und die Zivilstadt im Archäologiepark von Carnuntum vor der Haustüre habe, ist mir auch das zivile Leben gut bekannt.

Zahlreiche Fußnoten säumen unseren Weg durch die römische Geschichte, die im Anhang aufgelistet sind.

Fazit:

Diesem kurzweiligen Buch über die lange Geschichte des Römischen Reiches an Hand von 21 Frauen gebe ich 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Macht betroffen!

Das Vogel-Tattoo von Dunya Mikhail

Die junge Jesidin Helen lebt mit ihrer Familie in Halliqi, einem kleinen abgelegenen Bergdorf im Nordirak. Als sie 2003 den Witwer Elias kennen und lieben lernt, verlässt sie das einsame Dorf und lebt mit ihm im nahen Mosul. Als Zeichen ihren Liebe lassen sich die beiden statt eines Eheringes ein Vogeltattoo stechen.

Elias ist Journalist und ist einer der ersten, der 2014 von den Männern des Daesh (IS) verschleppt wird. Helen lässt ihre wenige Wochen alte Tochter sowie ihre beide halbwüchsigen Söhne zurück und macht sich auf die Suche nach Elias. Dabei gerät sie in die Fänge der Terrororganisation und wird an verschieden Männer verkauft und systematisch misshandelt.

Auf abenteuerliche Weise gelingt ihr nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen die Flucht und die Rückkehr nach Halliqi, das inzwischen ein Fluchtpunkt für zahlreiche vom Daesh verfolgte Menschen ist. Elias bleibt weiter verschwunden und die beiden Söhne sind mittels Gehirnwäsche zu Mudschaheddin ausgebildet worden.

Meine Meinung:

Wir Leserinnen und Leser aus Mitteleuropa können uns das Leid der Menschen, die vom Daesh entführt, misshandelt, zwangsmissioniert, zwangrekrutiert und letztlich oft getötet werden, kaum vorstellen. Erinnerungen an die Erzählungen von brutaler Christianisierung und den Genozid während der NS-Diktatur werden wach. Und das alles im 21. Jahrhundert? Dieser Roman gibt dem Leid der Jesiden, die als christliche Religionsgemeinschaft gelten, eine fassbare Stimme. Helen steht stellvertretend für Tausende Frauen, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben.

Gekonnt wird der Kontrast zwischen dem friedlichen Zusammenleben der Menschen im unwirtlichen Gebirge im Nordirak und den Gräueltaten des Daesh dargestellt. Helens Familie lebt vom Obst- und Gemüseanbau, Feigen sind das wohl bekannteste Produkt. Ihr Vater ist als Beschneider ein geachteter Mann. Das hilft dann, als Helen mit ihren Kindern das Dorf verlassen kann.

Berührend sind die Szenen, als wir erfahren, dass Helen und Elias die Dorfbewohner jeglichen Alters im Lesen und Schreiben unterrichten. Das von Batterien betriebene Radio wird als Zauberkasten betrachtet. Mobiltelefone halten erst spät, und dann durch Flüchtlinge Einzug in Halliqi, erweisen sich aber dann als wichtiges Requisit, um die Menschen außer Landes zu bringen.

Der Roman betrachtet die unterschiedlichen Schicksal aus verschiedenen Perspektiven. Im Zentrum stehen stets Helen und ihre Familie, für die vielen tausenden Menschen, die ähnliche Schicksale teilen.

Fazit:

Diesem Buch, das mich sehr betroffen macht, gebe ich gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hier ist wenig, wie es scheint

Bitterer Hass von Angela Lautenschläger

Anwältin Theresa Sommer und KHK Lukas Kampmann wagen das Experiment eines „Generationenhauses“. Sie ziehen erstmals zusammen, übersiedeln mit Kampmanns betagten Eltern und seinem Bruder in ein Haus, das in Wohldorf, einen beschaulichen Hamburger Vorort liegt. Vor allem die unabhängige Theresa ist skeptisch.

So viel Familie auf einem Haufen? Kann das gut gehen? Noch kann niemand ahnen, dass das ungewohnte Zusammenleben das kleinste Problem sein wird und welche Schlangengrube sich hinter den mehr oder weniger gepflegten Gärten verbirgt.

Während sie versuchen, Ordnung in das Chaos der unzähligen Übersiedlungskartons zu bringen, wird Lukas Kampmann auf den örtlichen Fußballplatz gerufen: Sebastian Schramm, Trainer der Jugendmannschaft des FC Wohldorf ist erschlagen worden. Kampmann ist verwundert, dass niemand, nicht einmal die Familie Krüger, deren Sohn Leon nun in der Nachwuchsliga Fußball spielt, ein gutes Haar an dem Toten lässt.

Je mehr sich Kampmann und sein Team mit dem Toten beschäftigen, desto mehr Ungereimtheiten kommen ans Tageslicht. Warum erhielt Schramm von Karsten Beeken, einem Sponsor des Fußballvereins eine monatliche Zuwendung? Und warum haben sich die einstmals besten Freunde Schramm, Krüger, Kramer und Jensen zerstritten?

Gleichzeitig bekommt Theresa ihr erstes Mandat: Karsten Beekens Frau will sich scheiden lassen. Warum ausgerechnet JETZT? Und was hat es mit dem vergilbten Zettel auf sich, den Theresa in der Eckbank der Küche findet, auf dem nach Jytte Sundermann, einer jungen Frau, die vor dreißig Jahren verschwunden ist, gesucht wird? Und warum hat Theresa Sommer das Gefühl, dass in dieser Dorfgemeinschaft einige etwas zu verbergen haben?

Hier kommt nun Theresas Tante, Hedwig Fröhlich, ins Spiel, die mit ihr eine Anwaltskanzlei betreibt und mit einem sensiblen, detektivischen Gespür ausgestattet ist. Gemeinsam mit Taxifahrer Mustafa Yildirim haben Theresa und Hedwig in der Vergangenheit dazu beigetragen, Verbrechen aufzuklären.

Meine Meinung:

Wieder einmal habe ich den letzten, diesmal 5. Fall einer Krimi-Reihe zuerst gelesen, obwohl Band 1 bis 4 bereits auf dem Stapel ungelesener Bücher liegen.

Ich kenne die Autorin Angela Lautenschläger schon aus ihrer Reihe um Nachlasspflegerin Friederike Engel und KHK Nicolas Sander. Ihr Schreibstil gefällt mir sehr gut und dass ihre Bücher in meiner deutschen Lieblingsstadt Hamburg (und Umgebung) spielen, ist auch kein Nachteil.

Angela Lautenschläger nimmt sich hier eines spannenden Themas an: Dem Zusammenziehen zweier starker Persönlichkeiten, davon einer, mit schwer kalkulierbaren Arbeitszeiten. Um diese Situation noch ein wenig zu verschärfen, sind Lukas Eltern und sein Bruder Marc Teil der Hausgemeinschaft. Die Mutter bereits ein wenig dement und Marc ein Luftikus, was Freundinnen betrifft. Aus dieser ungewöhnlichen Familienkonstellation ergeben sich einige sowohl komische also auch berührende Momente. Allerdings bietet sie auch jede Menge Entwicklungspotential für alle.

Geschickt wird der Tod des Fußballtrainers in ein komplexes Beziehungsgeflecht der Dorfbewohner untereinander eingebettet. Am Ende wird vom scheinbaren Idyll wenig übrig sein.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem komplexen Krimi 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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