Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PeLi:
etwas langatmig
Middletide - Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch
"MIDDLETIDE - Was die Gezeiten verbergen" von Sarah Crouch ist eine Mischung aus Liebesroman und Krimi und es geht darin hauptsächlich um den erfolglosen Schriftsteller Elijah Leith und seine große Liebe Nakita. Die beiden waren schon als Jugendliche ein Paar, allerdings wollte Elijah dann unbedingt Schriftsteller werden und dachte, das könnte er eher, wenn er seinen kleinen Heimatort Point Orchards verlässt.
Also verließ er nicht nur seine Heimat, sondern gleichzeitig Nakita. Die beiden gaben sich zwar am Tag des Abschieds noch ein Versprechen, aber auch daran hielt sich Elijah nicht.
15 Jahre später kommt er dann , als gescheiterter Schriftsteller zurück . Er hat zwar ein einziges Buch veröffentlicht, aber das wurde nur einige wenige Male verkauft. Er zieht in die kleine , heruntergekommene Hütte im Wald, die ihm sein Vater vermacht hat und lebt dort ziemlich zurückgezogen. Seiner großen Liebe Nakita trauert er immer noch nach und schafft es irgendwann dann auch, ihr wieder näherzukommen. Doch, gerade, als die beiden anfangen, wieder über eine gemeinsame Zukunft nachzudenken, geschieht etwas sehr Schlimmes, das Elijahs Leben erneut auf den Kopf stellt.
Erin, die wunderschöne und im ganzen Ort bewunderte junge Ärztin wird erhängt an einem Baum gefunden. Ganz in der Nähe von Elijas Zuhause. Zunächst geht eigentlich jeder von Suizid aus, vor allem, weil bei der Leiche ein Abschiedsbrief gefunden wird und Erin auch nachvollziehbare Gründe hatte, nicht mehr leben zu wollen. Doch dann gibt es die ersten Anzeichen , dass es sich um Mord handeln könnte. Und immer mehr Hinweise deuten auf Elijah und so wird er schnell zum Hauptverdächtigen.
Diese Geschichte fing spannend an, als im Januar 1994 die Leiche von Erin entdeckt wird. Danach war es dann allerdings erst einmal mit der Spannung vorbei, denn es folgten mehrere Handlungsstränge, die immer wieder so wild durcheinander wechselten, dass ich manchmal gar nicht wusste, in welchem Jahr wir uns in der Geschichte gerade befanden. Es wurden dann jedenfalls die Geschichte von Elijah und Nikita erzählt, nachdem Elijah sie Anfang der 70er Jahre für seinen Traum, Schriftsteller zu werden, verlassen hatte. Dann , als er 15 Jahre später wieder zurück kam und versuchte, sich wieder ein Leben in Point Orchards aufzubauen und im dritten Handlungsstrang sind wir dann wieder im Jahr 1994, in dem Elijah unter Mordverdacht steht. Dieses Buch umfasst 375 Seiten und meiner Meinung nach, hätten man da schon einiges kürzen können, mir waren die ausufernden Beschreibungen von Nebensächlichkeiten zu viel. Außerdem war mir die Hauptfigur Elijah so unsympathisch, dass ich nicht so wirklich mit ihm mitfühlen konnte. Einiges fand ich zu kitschig und einiges zu unrealistisch. Es gab aber auch Kapitel, die mir gefielen, also im Großen und Ganzen fand ich das Buch okay, auch, wenn es kein Highlight für mich war.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Genau so, wie es immer war.... muss es deshalb so bleiben?
Genau so, wie es immer war von Claire Lombardo
Ein locker lesbarer Roman, der aber gleichzeitig eine komplexe Auseinandersetzung mit den alltäglichen Herausforderungen des Frau- und/oder Mutterseins ist.
Im Mittelpunkt steht Julia, die als Ich-Erzählerin tiefe Einblicke in ihre Gedanken, in ihre ganz persönlichen Erinnerungen (und damit eigentlich in ihre ganz persönlichen Wahrheiten) gewährt.
Ereignisse ihrer Kindheit – Grausamkeiten, Missverständnisse, Unfähigkeiten, Lieblosigkeit – prägen und beeinflussen ihr ganzes Leben. Natürlich! Niemand kann die Kindheit einfach abschütteln!
Julias Erzählung wechselt oft zwischen Gegenwart und Vergangenheit und ermöglicht so, ein tieferes Verständnis ihrer Entwicklung. Aber dieser stetige Wechsel ist nicht nur Erklärung, er ist auch Gegenüberstellung verschiedenster Lebenskonzepte von Frauen mehrerer Generationen.
Claire Lombardo wagt einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Konventionen der Vergangenheit und Gegenwart. Ansprüche an Frauen, die nicht immer leicht zu erfüllen sind. Aber auch die eigenen, oft überzogenen Erwartungen und deren katastrophale Folgen für die Selbstachtung,werden aufgezeigt. Sie beschreibt Szenen und Gefühlswelten, die authentisch sind und oft wesentlich differenzierter, komplizierter und zwiespältiger als man (Mann?) glauben möchte.
Tabuthemen werden nicht tot geschwiegen: nicht jede Mutter ist überglücklich, nicht jede Mutter weiß instinktiv, was für ihr Kind das richtige ist. Viele Mütter fühlen sich völlig unzulänglich und konstant überfordert. Gibt es einen Fluchtweg?
Auf 713 Seiten erzählt die Autorin spannend, sensibel aber immer kritisch von Realitäten, die oft und gerne ignoriert werden. Ich bin eigentlich sicher, dass sich jede Leserin irgendwo wiedererkennen wird. Damit wird es zu einem Buch, das nicht so schnell vergessen werden kann.
Lesenswert!
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Wunderbar lebensnahes Buch
Only Margo von Rufi Thorpe
Ich hatte nicht damit gerechnet, das mir dieses wunderbare und lebensnahe Buch so im Gedächtnis bleiben würde. «Only Margo» erzählt die Geschichte einer jungen Studienabbrecherin mit einem Baby, die, auf sich allein gestellt, einen ungewöhnlichen Weg wählt, um dem kapitalistischen Patriarchat die Stirn zu bieten.
Margo bekommt mit gerade einmal neunzehn Jahren ihren Sohn. Vater ist der verheiratete Literaturprofessor Mark, der nichts davon wissen will und ihr zur Abtreibung geraten hat, wie eigentlich alle in Margos Umfeld - ganz besonders ihre Mutter, die mit ihrem schreiendem Enkelsohn völlig überfordert ist. Margo ist klug und alle sagen ihr voraus, dass sie ihre Zukunft zerstört, wenn sie das Kind behält. Margo merkt schnell, dass sie den gewaltigen Einschnitt in ihr Leben unterschätzt hat, aber wenn sie gewusst hätte, worauf sie sich einlässt, hätte sie dann wieder so entschieden? Ihre Unerfahrenheit, finanzielle Engpässe, fehlende Babysitter und soziale Ausgrenzung zwingen sie zu ungewöhnlichen Maßnahmen, weshalb sie mit ihrem Vater, ehemaliger Profi-Wrestler, der kaum in ihrem Leben präsent war und gerade frisch getrennt aus der Entzugsklinik kommt, eine Wohngemeinschaft gründet.
Der Erzählmix aus einer Ich-Perspektive und personalen Erzähler ist geschickt gemacht und unkompliziert. Dadurch kann man entspannt eintauchen und mit Margo mitfühlen und sich einmal in ihre harte Lebensrealität voller Ungerechtigkeiten versetzten. Diesbezüglich hat Margo mich tief beeindruckt, denn ihre Reise ist bemerkenswert und inspirierend. Humorvoll verpackte Gesellschaftskritik, professionelles Wrestling als Kunstform, ein ungewöhnliches Kennenlernen und ein mitreißender Kampf um das Sorgerecht und Gerechtigkeit. Rufi Thorpe spricht wichtige Themen an und zeigt, wie schwer es Frauen gemacht wird, Kinder zu bekommen und weiter arbeiten zu gehen. „Wenn es nicht offensichtlich ist, dass du geliebt wird, giltst du als wertloser Müll… Nur wer geliebt wird, ist in Sicherheit.“
Ich kann «Only Margo» nur empfehlen, weil man die Charaktere ins Herz schließt, ihre Geschichte verschlingt und zum Nachdenken gebracht wird.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Das Böse aus dem See
Kummersee von Iver Niklas Schwarz
Die 42-jährige Lena kehrt in ihr Heimatdorf zurück und damit an den Ort, wo vor dreißig Jahren ihr großer Bruder Tom tragisch ums Leben kam. Im Kummersee lebt etwas Böses, das ihren Bruder geholt hat, da ist sich Lena sicher. Niemand hat ihr damals geglaubt und eine große Schuld auf dem neunjährigen Mädchen abgeladen.
Mittlerweile ist sie Polizistin und begleitet mit ihrem Kollegen zum Schutz vor Sabotage ein Vermesserteam an den Kummersee. Doch in ihrem Heimatdorf ist sie nicht willkommen. Niemand dort will eine neue Endlangerstätte im Wendland. Doch es kommt zur Sabotage und dann verschwindet ein Kollege des Vermesserteams und Lenas Martyrium beginnt erneut.
Die Frage, was eigentlich dahinter steckt, hat mich immer wieder zum Weiterlesen animiert. Die Mischung aus Thriller und wahren Fakten sorgt für eine geladene Mischung, die atmosphärisch mysteriös und düster daherkommt. Die Spannungskurve steigt gemächlich an, um dann zum Ende zu eskalieren. Lena ist der Anker und ihr Handeln bleibt stets authentisch und nachvollziehbar. Ingesamt war es mir für einen Thriller zu ausschweifend und langatmig und mich haben, abgesehen von Lena und ihrem Kollegen Malik, die anderen Charakter auch nicht überzeugen können. Trotzdem ein unterhaltsames Debüt mit heftigem Ende, aber kein Thriller, der mir im Gedächtnis bleiben wird.
Rezensionen von KimVi:
Temporeicher Thriller
Die Schanze von Lars Menz
Direkt nach dem Abitur ist Ellen in ihrem Heimatort Schreckliches widerfahren. Deshalb kehrte sie dem Ort und seinen Bewohnern den Rücken. Doch nun ist sie zurück, um eine Arztpraxis zu übernehmen. Bereits auf ihrer ersten abendlichen Joggingrunde sieht sie einen Toten an der Schanze hängen. Schon bald stellt sich heraus, dass der Mann ermordet wurde.
Ellen erkennt den Ermordeten sofort, denn er ist mit dafür verantwortlich, dass Ellen damals fluchtartig den Ort verließ. Ist es Zufall, dass der Mord ausgerechnet an Ellens erstem Abend passiert? Und wird sie in den Fokus der Ermittlungen geraten?
Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos. Man befindet sich sofort mitten im Geschehen. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Da die Kapitel recht kurz sind und häufig an entscheidenden Stellen zur nächsten Perspektive wechseln, gerät man früh in den Sog der Ereignisse.
Die angespannte Atmosphäre, die im Heimatort der Hauptprotagonistin herrscht, wird hervorragend vermittelt. Man kann sie förmlich spüren. Dadurch entwickelt dieser Thriller einen zusätzlichen Reiz. Die Protagonisten wirken authentisch, sind aber schwer einzuschätzen. In dem kleinen Ort scheint es einige Geheimnisse zu geben und man weiß nicht, was man glauben soll oder wem man vertrauen kann. Dadurch wird man dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch es kommt immer wieder zu unerwarteten Wendungen, wodurch man die eigenen Schlussfolgerungen überdenken muss. Die früh aufgebaute Spannung kann dadurch durchgehend gehalten werden und sich im Verlauf der Ereignisse sogar stetig steigern. Einmal angefangen, mag man das Buch kaum aus der Hand legen.
Ein temporeicher Thriller, der durch Spannung und überraschende Wendungen überzeugen kann.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Hörbuch nicht zu empfehlen
Spellcraft, Band 1 - Die Magie der silbernen Flamme von R. L. Ferguson
Der Einstieg versprüht bereits Magie und lässt einen, gemeinsam mit Oma Serena und Lucy, die das magische Handwerk der Glasbläserkunst ebenfalls beherrscht, neugierig in diese magische Welt der Spellcrafter, Septs, Greeder und der Äther Magie eintauchen.
Oma Serena wird entführt und durch einen verzauberten Glaslöffel wird Lucy klar, dass ihre Erinnerungen daran manipuliert wurden.
Mit der Hilfe von Freunden macht Lucy sich auf die abenteuerliche Suche nach der Wahrheit und nach ihrer Großmutter.
«Spellcraft» ist voller fantastischer Einfälle, lässt sich leicht lesen und ist ereignisreich und unterhaltsam geschrieben. Restlos begeistern konnte es mich aber leider nicht. Ich hatte Schwierigkeiten, Lucys Entscheidungen nachzuvollziehen und empfand die Figuren oberflächlich dargestellt. Man könnte meinen, dass dafür die Handlung hervorsticht, aber so temporeich und durchgehend spannend war es gar nicht. Von dem Londoner-Setting darf man auch nicht zu viel erwarten. Mich konnte es nicht so packen, aber für die Zielgruppe könnte es durchaus interessant sein. Erwachsene, die gern fantasievolle Kinderbücher lesen, könnten enttäuscht sein.
Das Hörbuch kann ich allerdings gar nicht empfehlen. Die Sprecherin konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Sie spricht so unlebendig und hastig, dass es schwer fällt, zuzuhören. Ich bin dann auf das Buch umgestiegen. Deshalb fließt das nicht in die Bewertung ein, sondern ist lediglich ein Hinweis.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Schwächer als die Vorgänger
Vielleicht hat das Leben Besseres vor von Anne Gesthuysen
Anna von Betteray, die evangelische Pastorin der kleinen Gemeinde, und
Heike, erschüttert von einem tragischen Unfall ihrer 15-jährigen Tochter Raffaela, sind Hauptfiguren in diese Roman, der eine Mischung aus Krimi und Familiengeschichte ist.
«Vielleicht hat das Leben Besseres vor» knüpft an das Buch «Wir sind doch wer» an und war für mich leider eine Enttäuschung.
Mir war das Buch einfach zu überladen und oberflächlich. Ob gewichtige Themen, Klischees oder übertriebene Figurendarstellung. Hier fehlte ein ausgeglichenes Maß und die humorvolle Leichtigkeit, die der Klappentext erhoffen ließ. Ich war zunehmend gelangweilt, auch von der Konstruiertest, und hätte das Buch am liebsten abgebrochen. Das war einfach nichts für mich und ist nicht mit «Wir sind doch Schwestern» vergleichbar. Allerdings kann der Roman auch ohne Vorkenntnisse der zwei Vorgänger gelesen werden.
Rezensionen von nessabo:
Wie sollen Worte die Schönheit dieser Geschichte beschreiben?
Für Polina von Takis Würger
Ich verstehe wirklich nicht, was hier während der Lektüre mit mir passiert ist. Zu Beginn war ich kurz skeptisch, ob das sanfte Beobachten und die Ruhe der Erzählstimme mich würden mitreißen können. Und ich bin ganz ehrlich: Selten wurde ich so überrascht.
Denn Takis Würger muss zaubern können, anders kann ich es mir nicht erklären, dass sich knapp 300 Seiten angefühlt haben wie 30.
Dabei war ich nicht in einem fast ungesunden Leserausch, wie ihn manche Fantasy bei mir hervorruft, sondern fühlte mich innerlich ganz ruhig, während ich die Figuren einfach nicht loslassen wollte.
Neben einem mir unbegreiflichen Talent für eine Sprache, die bannt ohne aufzuregen, hat Würger ein ebenso großes Feingefühl für seine Figuren. Alle, ausnahmslos alle Charaktere sind von ihm auf irgendeine Art mit Liebe gezeichnet. Nicht immer wirkt es im ersten Moment so, doch spätestens in Beziehung zu anderen zeigt sich ihre Sanftheit und Tiefe. Diese Wärme ist es schließlich, die der oft alltäglichen Handlung eine unglaubliche Fülle verleiht.
„Für Polina“ dreht sich um Zuneigung, menschlichen Zusammenhalt trotz aller Unterschiede und um Liebe in jeglicher Form. Außerdem geht es natürlich um die Bedeutung von Musik, die in den Hörenden selbst ihre tatsächliche und individuelle Wirkung entfaltet. Und das Geniale dabei ist, dass der Autor selbst genau das mit seinen Worten erwirkt. Denn trotz aller Klarheit steckt in der gewählten Sprache auch sehr viel Subtiles, das von den Lesenden selbst gefunden und interpretiert werden darf.
Ich bleibe im Unvermögen zurück, meine Begeisterung für dieses Buch in adäquate Worte zu packen. Es hat mich vollständig überzeugt und in eine warme Umarmung gehüllt. Auf zwei rassistische Bezeichnungen hätte ich im Text noch verzichten können, doch das ändert nichts daran, dass dieser leise und doch ausdrucksvolle Roman ein Highlight dieses Jahres ist.
Rezensionen von Anndlich:
Mücken, die zu Elefanten werden.
Neun Tage Wunder von Kristina Moninger
Anni ist sich sicher, dass sie in ihrem Nachmieter Lukas die Liebe ihres Lebens gefunden hat. Doch neun Tage später erkennt sie eine Wahrheit, die eine gemeinsame Zukunft unmöglich macht und Anni verlässt nicht nur ihre alte Wohnung, sondern auch ihre Liebe des Lebens.
Zehn Jahre später ist Anni mit dem bekannten Schriftsteller Ben zusammen und lebt mittlerweile nicht mehr in München, sondern in Glückstadt.
Gemeinsam mit Ben, seiner Tochter Lena und ihren Familienhund Fieps. Doch dann holt ihre Vergangenheit sie ein, denn Ben trifft auf Lukas und kommt Annis Geheimnissen verdammt nah.
Ich habe mich sehr auf Neun Tage Wunder von Kristina Moninger gefreut, da ich die Breaking-Waves-Reihe der Autorin geliebt und innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Doch leider kam ich nur sehr schwer in das Buch rein und konnte mit den Protagonisten keine richtige Beziehung aufbauen. Anni ging mir phasenweise sehr auf die Nerven, weil sie durch ihr Verhalten aus Mücken einen Elefanten macht und vieles mit ein bisschen Kommunikation schnell aus der Welt geschafft wäre. Ben und Lukas waren größtenteils hingegen liebenswert gestaltete Charaktere, wenngleich auch hier einige Aussagen seltsam waren. Diese Konstellation hat für mich jedoch auch dazu geführt, dass ich nicht unbedingt das Ende erreichen wollte, denn ein ‚Happy End‘ schien hier unmöglich.
Für mich war allerdings das größte Problem, dass ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, dass ein ‚dunkler Schleier‘ über der Geschichte liegt. Möglicherweise einmal wegen des Wissens, dass ein ‚netter Kerl‘ am Ende nicht unbedingt glücklich sein wird, aber auch weil Lügen und Geheimnisse dauerpräsent waren und mir in diesem Maße - und wegen unnötigen Dingen - zu viel wurde. Besonders Maren war als Charakter anstrengend, nahm allerdings sehr viel Platz ein und am Ende wird ihre Geschichte leider auch nicht gänzlich aufgelöst.
Lena, Bens Tochter, war ein Lichtblick. Den Humor, den sie (in Kombination mit Ben und Anni) reingebracht hat, war ab und an wirklich erfrischend, wenngleich er aufgrund des ‚dunklen Schleiers‘ leider nicht häufig die Wirkung entfalten konnte.
Ich war kurz davor das Buch abzubrechen, allerdings hat mich brennend interessiert, wie es enden würde und das Ende hat noch einmal eine schöne Seite Bens gezeigt, die mir sehr gefiel und aufzeigt, was Liebe bedeutet. Die Auflösung des Neun Tage Wunders war passend für Anni, aber leider nur zum Kopfschütteln.
Rezensionen von peppi:
Zweite Chance
Luzie in den Wolken von Charlotte Lucas
Die Autorin erzählt in ihrem Buch "Luzie in den Wolken" die Geschichte von Miriam, einer junge Frau und Mutter, die vor vier Jahren ihren Mann verlor. Tapfer versucht sie sich und ihre siebenjährige Tochter Luzie mit ihrem Second Hand Shop für Kinderbedarf über Wasser zu halten.
Aber Luzie wünscht sich einen Vater, so wie ihn alle anderen Kinder auch haben.
Neben Miriam kommt ihm Buch der ausgebrannte Schriftsteller Gabriel Bach zu Wort. Als er einen Luftballon von Luzie findet, an dem eine Karte mit dem Wunsch nach einem Vater, hängt, kommt ihm eine spontane Idee, die sein Leben und das von Miriam und Luzie ziemlich durcheinander wirbelt.
Die Geschichte ist berührend. Aber ich fand sie oft ein wenig überzogen und ehrlich gesagt auch recht unrealistisch. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass es etwas zu viel wird. Beispielsweise, dass Gabriel noch ein Verhältnis mit der Reporterin hatte, die einen Artikel über den Laden schreiben wollte.











