Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Vobabooks:
Lou und Rilke - eine besondere Beziehung zweier bekannter Menschen
Bis unsre Seelen Sterne sind. Rilke und Lou Andreas-Salomé von Maxine Wildner
Das Buch ist eine Romanbiografie über die Beziehung von Lou Andreas-Salome und Rainer Maria Rilke. In mehreren Abschnitten über die Jahre hinweg erhalten wir Einblicke in die Liebesbeziehung und Freundschaft der beiden. Dabei erleben wir Rilke über seine literarische Schaffenszeit hinweg und Lou auf ihrem Weg zur bekannten Psychoanalytikerin.
Die Sprache lässt direkt an die früheren Zeiten denken, dafür habe ich es jedoch verhältnismäßig gut und flüssig lesbar gefunden. Der Erzählstil ist oft eher sachlich und die Erzählungen werden ergänzt durch Briefe. Die Geschichte wird auf mehreren zeitlichen Ebenen erzählt, die Kapitelüberschrift gibt eine erste zeitliche Orientierung, einige Kapitel erzählen jedoch über eine längere zeitliche Dauer.
Ich empfehle das Buch für Interessierte zu Rilke und Lou. Ich fand es sehr interessant, die beiden Menschen etwas näher kennenzulernen und meine Fantasie spielen zu lassen. Viele Details waren mir gar nicht bekannt.
Rezensionen von jam:
Drei Tage Jugenderinnerung, Schwimmbad und erste Liebe.
Das Leben fing im Sommer an von Christoph Kramer
"Immer auf das erste Gefühl hören", trällerte es wie in solchen Momenten häufig in meinem Kopf. (...) "Denkst du über das zweite Gefühl nach, ist es für das erste zu spät."
Aber gerade damit tut sich der 15jährige Chris schwer. Zu groß seine Unsicherheit, sein Wunsch, endlich cool zu sein.
Er träumt von dem, was wohl alle 15jährigen träumen: Fußballprofi werden und die Liebe!
Drei Tage begleiten wir Chris durch den Sommer 2006. Ein Rekordsommer, was die Hitze anbelangt - und ein alles veränderter Sommer für ihn. Aus seinem Fußballteam geflogen, gibt er dennoch nicht auf und will weiter Profi werden. Und vor allem will er Debbie, von ihr wahrgenommen werden. Gemeinsam mit seinen Freunden erschleicht er sich eine Einladung zu einer Party, bei der er ihr tatsächlich nahe kommt. Doch das ist noch nicht alles, was er erlebt. Der erste Kuss, ein Roadtrip in einem "geliehenen" Auto, der erste Besuch in einer Großdisco...
Ich gebe es offen und ehrlich zu: Mir als bekennender Nicht-Fußball-Fan war der Autor kein Begriff. Mich sprachen der Titel und die Klappe an, und ich habe das bekommen, was ich erwartet habe: Nostalgie, die Sommer der Jugend, die gefühlt aus einem einzigen durchgehenden Tag im Freibad bestehen, Freundschaft, Unsicherheiten, die ersten Schmetterlinge im Bauch, die ersten Enttäuschungen. All das liefert dieser Roman, auch wenns für mich etwas mehr hätte sein können. Dafür war mir der Roadtrip fast etwas zu viel des Guten.
Fußballfans werden sich wohl etwas mehr oder anderes erwarten von einem, der auszog und Weltmeister wurden, für mich hat es gut gepasst.
Mir hat die Offenheit gefallen, mit der Christoph Kramer von seinen Ängsten und Unsicherheiten erzählt, die wohl jeder Teenager nur zu gut kennt.
Fazit: Drei Tage Jugenderinnerung, Schwimmbad und erste Liebe.
Rezensionen von fantasia:
Viele Anregungen
52 wilde Fermente von Alexis Goertz; Jonas Grube
Fermentieren ist angesagt, hier mit Wildpflanzen, die sich in unserer Natur befinden.
Dieses Buch aus dem Kosmos-Verlag ist schön gestaltet, die Fotos sind ansprechend, die Schriftgröße gut lesbar und die Seiten übersichtlich aufgebaut. Man erfährt allerlei Wissenswertes, insbesondere welchen Nutzen die Fermentierung für die Gesundheit hat.
Ebenso lernt der Leser wichtige Fermentationstechniken kennen.
Es gibt viele Anregungen, wie man Wildpflanzen verwerten kann. Das reicht von den allseits bekannten Brombeerblättern oder dem Giersch, den jeder Gärtner in seinem Garten hat und nicht wirklich liebt, bis hin zu ausgefalleneren Pflanzen, die weniger bekannt sind, wie z.B. dem Schwefelporling.
Ob ich das in meinen Alltag integrieren kann, werde ich ausprobieren. Am besten mit dem Giersch, vielleicht kann ich ihm so noch etwas abgewinnen.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Wunderbare Wiederentdeckung
Frau Hempels Tochter. Roman von Alice Berend
Der Reclam Verlag hat "Frau Hempels Tochter", den Roman der deutsch-jüdischen Autorin Alice Berend, der erstmalig 1913 erschienen ist, in überarbeiteter Fassung neu veröffentlicht.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lina Hempel, die mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter Laura in einem Berliner Mietshaus lebt, in dem viele sehr unterschiedliche Menschen wohnen.
Ihr Mann ist Schuster, während Lina als Portiersfrau tätig ist. Sie ist die gute Seele des Hauses, hilft jedem, der Hilfe benötigt und kümmert sich um die Wohnungen und Haustiere, wenn die Bewohner verreist sind. Hempels führen ein bescheidenes, aber zufriedenes Leben, und die fleißige Lina nimmt jede hauswirtschaftliche Arbeit an, um etwas dazuzuverdienen. Sie spart eisern, denn ihre zarte und schöne Tochter soll es einmal besser haben als ihre Eltern.
Lauras Schulzeit ist zu Ende, und sie wird von Herrn Bombach, dem Hausbesitzer, als Kindermädchen für den neugeborenen Stammhalter eingestellt. Doch schon bald, Laura ist gerade 17 Jahre alt, wechselt sie in den Haushalt des Sohns vom Bankdirektors und dessen Ehefrau und arbeitet dort als Hausangestellte und Zofe. Auch sie träumt von einem besseren Leben, aber ist der junge Graf Egon aus verarmtem Adel von gegenüber, den sie so anziehend findet, der Richtige für sie?
Die Autorin erzählt die Geschichte über die fleißige Portiersfrau in der Sprache der zwanziger Jahre. Mit viel Herz und noch mehr Humor beschreibt sie Linas Träume und den Alltag der Hempels. Das Buch hat einen ganz besonderen Erzählstil und liest sich sehr flüssig. Die Charaktere sind so wunderbar und authentisch skizziert, dass ich sie mir gut vorstellen konnte. Meine absolute Lieblingsfigur war die fleißige und strebsame Lina, die in einer dunklen Kellerwohnung lebt und von einem Haus mit zwei Zimmern, Schornstein und zwei kleinen Gärten träumt. Ich mochte ihre zupackende Art und Zielstrebigkeit, aber auch ihren Mut, vollkommen neue Wege zu gehen.
"Frau Hempels Tochter" hat mir sehr gut gefallen, ich liebte den herrlichen Humor der Autorin und ihre präzise Schilderung des Lebens in einem Berliner Mietshaus. Ich habe mich von dem Buch, das vom Kernthema her zeitlos ist, bestens unterhalten gefühlt, auch wenn ich das Ende etwas unrealistisch fand.
Alice Berend war als Autorin von etwa 25 Romanen äußerst erfolgreich, bis die Nationalsozialisten ihre Bücher verboten und verbrannten. Sie wanderte in die Schweiz aus und lebte später in Italien, wo sie 1938 im Alter von 63 Jahren mittellos starb. Weitere Informationen finden sich im auch sehr lesenswerten 11-seitigen Nachwort der Germanistin und Publizistin Margret Greiner am Ende des Buches.
Absolute Leseempfehlung für diese wunderbare Wiederentdeckung!
Rezensionen von jam:
Eine unterhaltsame Zugfahrt mit tollen Gesprächen.
In einem Zug,1 Audio-CD, 1 MP3 von Daniel Glattauer
"Ich schreibe, was ich schreiben will. Und das deckt sich zum Glück mit dem, was andere gerne lesen." Kurze Verschnaufpause. (...) "Ja, genau, ich habe das verdammte Glück, dass es genug Menschen gibt, die gerne lesen, was ich gerne schreibe. Und ich glaube, exakt das macht meinen Erfolg aus.
Weil sie mich nämlich gefragt haben, wie man ein erfolgreicher Schriftsteller wird."
Daniel Glattauer ist ein sehr erfolgreicher Schriftsteller. Er ist Gut gegen Nordwind, schrieb wunderbare Liebesromane mit Heulgarantie. In den letzten Jahren ist es still um ihn geworden...
Genauso wie um den Protagonisten seines aktuellen Buches. Eduard Brünhofer, ebenfalls Autor von Liebesromanen, ist gerade auf dem Weg nach München, dort soll er bei seinem Verlag seinen aktuellen Roman vorstellen. Abgabetermin - eigentlich schon längst überschritten.
Ihm gegenüber Catrin Meyr, die zwar keines seiner Bücher kennt, aber doch viele Fragen hat. Fragen, auf die Norbert eigentlich gar nicht antworten will. Aber Catrin bleibt hartnäckig und so entspinnt sich ein unterhaltsames, lustiges aber auch tiefgründiges Gespräch. Über die Liebe, Langzeitbeziehungen, das Leben. Und auch darüber, warum Norbert keine Liebesromane schreiben will. Autobiografisch? Wer weiß!
Generell genieße ich persönlich Zugfahrten immer. Zeit zu lesen, den Blick schweifen zu lassen, zufällige Gespräche. Und diese Zugfahrt habe ich besonders genossen! Catrin, die Norbert immer wieder in die Enge treibt, ihn nötigt, auch intimste Fragen zu beantworten. Seine Gedanken und die daraus resultierenden Erwiderungen sind spannend und verraten viel.
Das Überraschungsmoment am Ende des Romans hat mich eiskalt erwischt und laut auflachen lassen.
Ja, "In einem Zug" ist ganz anders als die Romane, die man bisher von Norbert Glattauer kennt. Nichtsdestotrotz unterhält seine Art zu schreiben und ich habe es beinahe in einem Zug durchgehört.
Fazit: Eine unterhaltsame Zugfahrt mit tollen Gesprächen.
Rezensionen von Katyleh:
Ein Bilderbuch, das zum nachdenken anregt
Was ist arm und was ist reich? von Kristina Scharmacher-Schreiber
**Was ist arm und was ist reich?** von Christina Scharmacher-Schreiber und Tine Schulz ist ein Buch, das mich sofort angesprochen hat. Es geht um eine Frage, die auf den ersten Blick ganz einfach klingt, aber eigentlich ziemlich komplex ist – und genau das macht dieses Bilderbuch so besonders.
Statt mit festen Definitionen zu kommen, lädt das Buch dazu ein, selbst nachzudenken.
Wann ist jemand eigentlich reich? Geht es nur um Geld, oder auch um Bildung, Gesundheit, Chancen? Und was bedeutet es, arm zu sein? Ich mag es, wie hier keine vorschnellen Antworten gegeben werden, sondern verschiedene Perspektiven gezeigt werden. Es gibt Kinder, die mit wenig Geld aufwachsen, aber eine liebende Familie haben – und andere, die alles kaufen können, aber vielleicht einsam sind. Das Buch bringt einen dazu, genauer hinzuschauen.
Die Illustrationen von Tine Schulz machen das Ganze noch greifbarer. Sie sind lebendig, warm und manchmal mit kleinen Details versehen, die zum Entdecken einladen. Man merkt, dass es nicht nur darum geht, Wissen zu vermitteln, sondern vor allem Empathie zu wecken.
Was mir besonders gefallen hat: Das Buch regt Gespräche an. Ich kann mir gut vorstellen, es mit Kindern gemeinsam anzuschauen und über ihre eigenen Gedanken dazu zu sprechen. Denn genau darum geht es doch – nicht um einfache Erklärungen, sondern um ein tieferes Verständnis dafür, wie unterschiedlich das Leben sein kann.
Ein kluges, warmherziges Buch, das in meinen Augen in jedes Kinderzimmer gehört.
Rezensionen von Astrid:
Nicht alles muss einen Zweck erfüllen ...
Tomke gräbt von Lena Hach
Es braucht nicht immer einen Grund. Nicht alles muss einen Zweck erfüllen. Manchmal geht es nur darum, etwas in aller Ruhe zu tun.
Tomke gräbt. Die Erwachsenen wollen wissen, warum er das macht. Außerdem sind sie neugierig, was denn das nun werden soll und jeder, auch die Geschwister und Nachbarn haben ihre Theorien.
Doch Tomke gräbt einfach weiter. Aus Lust. Er gibt sich seiner Tätigkeit hin. Dass er am Ende müde ist, war zu erwarten
‚Tomke gräbt‘ ist ein Vorlesebuch für Kinder ab 2 oder 3, das sagt: Mach einfach mal das, was du tun magst, ohne an ein Ziel zu denken. Irgendwas wird schon draus werden. Und bestimmt gibt es viele spannende Sachen zu entdecken … unterwegs.
Rezensionen von fantasia:
fesselnd
Dunkle Asche von Jona Thomsen
„Dunkle Asche“ ist ein fesselnder Krimi, der schon mit seinem Cover neugierig macht. Die dunklen Farbtöne schaffen eine geheimnisvolle und bedrohliche Atmosphäre, die perfekt zur Geschichte passt.
Besonders gut gefällt mir, dass der Fall logisch und fundiert aufgebaut ist. Statt verworrenen, schwer durchschaubaren Wendungen bleibt die Handlung klar und bodenständig, eingebettet in die Kulisse der Ostsee.
Dadurch wirkt die Geschichte authentisch und greifbar.
Die Autorin versteht es, eine konstant spannende Atmosphäre zu erschaffen. Die Hauptfigur ist überzeugend dargestellt, sodass man schnell eine Verbindung zu ihr aufbaut. Ihr Handeln ist nachvollziehbar, man entwickelt Sympathie für sie und kann ihr Handeln nachvollziehen.
Ein besonders interessanter Aspekt ist, dass hier ein alter, ungelöster Fall – ein sogenannter Cold Case– wieder aufgerollt werden. Die Einbindung neuer Ermittlungsmethoden macht die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch realistisch und aktuell. Diese Mischung aus Vergangenem und modernen Ermittlungsansätzen sorgt für einen besonderen Reiz, der das Buch zu einem gelungenen Leseerlebnis macht.
Rezensionen von gabiliest:
Das bin ich nicht!
Deep Fake von Cleo Konrad
Mit ihrem Thriller “Deepfake” hat die bekannte und preisgekrönte Autorin Cleo Konrad ein spannendes Werk über die Abgründe der sozialen Medien und deren Einfluss auf das Leben der von Deepfakes oder Hass im Netz Betroffenen vorgelegt. Das hochwertig mit Farbschnitt ausgestattete Buch zeigt schon auf dem gelungenen Cover, dass aus der Tiefe des WWW Unheil steigen kann und Fakes leider jeden treffen können.
Das Buch teilt sich in zwei Handlungsstränge auf unterschiedlichen Zeitebenen:
Im Jahr 2003 schreibt Kat, eine Jugendliche, die gerade mit ihrem Vater in den kleinen Ort Tannwinkel im bayrischen Wald gezogen ist, auf ihrem Computer ein Tagebuch. Kat, die ein Informatik- und Mathematikgenie ist, findet bald Anschluss an eine Gruppe von einheimischen jungen Leuten, die eine verschworene Gemeinschaft bilden und einander versprochen haben, dass keine Informationen aus ihrem Kreis nach außen dringen werden. Aber nach einem Jagdunfall, bei dem ein junger Lehrer verletzt wird, für den Kat Zuneigung empfindet, bröckelt die Loyalität und ein Gruppenmitglied verrät alle Geheimnisse der Freunde an die Dorfbewohner. Doch Schimpf und Schande der bigotten und engstirnigen Einheimischen sind nicht genug, eines Tages liegt eine zerschmetterte Leiche am Fuß des Tannfelsens, der bisher der Treffpunkt der Gruppe war. So entsteht Schuld, die bis in die Gegenwart wirkt.
Zwanzig Jahre später wird Mira, eine engagierte Berliner Lehrerin, von ihren Schülern zögerlich angesprochen. Denn im Netz kursiert ein laszives Nacktvideo von ihr. “Das bin ich nicht!” erklärt Mira ihren Schülern, dem Direktor und auch ihrem Mann. Doch wer wird ihr glauben? Und alles deutet auf Tannwinkel, alles auf Kat. Also macht sich Mira auf den Weg, um Kat zur Rede zu stellen. Doch Kat ist nicht da, ihr Haus eine mit KI geschützte Festung. Auch zwei Freunde aus Jugendtagen sind zu dem selben Zweck wie Mira angereist. Auch sie wurden durch Deepfakes verleumdet, auch ihre Existenz steht auf dem Spiel. Warum hat Kat das getan? Hat Kat das getan?
In ihrem eindringlich und spannend erzählten Thriller “Deepfake” zeigt Cleo Konrad auf, wie rasch und unvorbereitet das eigene Leben aus der Bahn geworfen werden kann und wie schwierig es ist, den Urhebern von Deepfakes und Hassposts im Netz auf die Schliche zu kommen. Eindringlich lässt sie Kat in ihrem Tagebuch in Ich-Form die Gefühlswelt von Jugendlichen schildern, für die Loyalität in der Gruppe alles ist und die sich gegen eine Dorfgemeinschaft, die ihnen misstrauisch und ablehnend gegenübersteht, abgrenzen. Auch wenn die Freunde alle als Jugendliche das Dorf verlassen haben, Tannwinkel und ihre Schuld, die sie in ihr Leben als Erwachsene mitgenommen haben, verfolgt sie weiterhin. Erst ein Twist am Ende des Buches lässt die Ereignisse der Vergangenheit in völlig neuem Licht erscheinen und Mira erkennt, wen wirklich die Verantwortung für den Tod eines Gruppenmitgliedes trifft.
Dieses einfühlsam geschriebene Buch bietet viel Action und eine bis zur letzten Seite durchgehende Spannungskurve. In mitreißendem Erzählstil entsteht ein tiefgründiges Bild der Welt von Jugendlichen, die alle ihr besonderes Schicksal zu meistern haben und die als Erwachsene plötzlich vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, denn hier wird vor allem die psychologische Seite eines teuflischen Racheplans beleuchtet. Da der Missbrauch sozialer Medien und die Möglichkeiten der KI sowohl spannend wie Furcht einflößend sind, kann ich für diesen gelungenen Thriller, dessen Ereignisse ebenso faszinierend wie unvorhersehbar sind, nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen.
Rezensionen von Gaby 2707:
Friedlich geht’s hier nicht zu
Spröde Sprotten schwimmen schlecht von Christiane Franke; Cornelia Kuhnert
Gerade erst ist die Seniorenresidenz „Beningaburg“ fertig geworden und die ersten Bewohner sind eingezogen, findet eine der Bewohnerinnen im wunderschön angelegten Gartenteich eine Leiche. Schnell stellt sich heraus, dass Isabell Beninga, die um 40 Jahre jüngere Gattin von HörGut Imperiumschef Erich Beninga einen Stein an den Kopf bekommen hat und dann im Teich ertrunken ist.
Aber wer wollte die Frau aus dem Weg haben? Und warum? Gemunkelt wird viel und Isabell hat sich immer wieder Feinde gemacht. Ganz schön viel Arbeit für die Wittmunder Kommissare Haueisen und Schnepel und Dorfpolizist Rudi Bakker. Den natürlich auch hier seine Freunde Henner Steffens und Rosa Moll wieder tatkräftig unterstützen.
Man mag es kaum glauben, aber dies ist nun schon der 12. Fall, bei dem ich Postbote Henner Steffens, Dorfpolizist Rudi Bakker und Lehrerin Rosa Moll bei ihren Ermittlungen über die Schulter schaue. Und es hat auch diesmal wieder richtig Spaß gemacht, mich auf falsche Fährten führen zu lassen und doch dem wirklichen Geschehen ganz langsam auf die Spur zu kommen. Und obwohl ich den Täter schon auf dem Schirm hatte, war ich trotzdem geschockt, was in einem so gescheiten Kopf vorgeht. Aber was hier so alles passiert, das solltet ihr unbedingt selbst lesen.
Ich habe es so genossen, die Menschen, die ich nun schon so lange kenne und bei denen ich mich richtig wohl fühle in Neuharlingersiel, wiederzulesen. Naja, Helmut Schnepel zähle ich nicht dazu. Aber wenn er nicht wäre, hätte ich auch nichts worüber ich mich aufregen könnte.
Der Fall bzw. die Fälle um die es diesmal geht, sind ganz schön knifflig. Zum einen da die Ermordete ganz schön umtriebig war und nichts hat anbrennen lassen. Zum anderen, weil es doch einige Damen und Herren gibt, die ein Motiv haben. Und da ist ja auch noch ein Dieb, der sich an Halsketten, Armbändern und einer Rolex vergreift.
Gerade Rudi hat es im Moment nicht leicht. Seine Ex-Frau Denise ist zurück aus Mönchengladbach und arbeitet als Pflegedienstleitung in der Seniorenresidenz. Leider steht sie hier immer wieder im Fokus der Ermittlungen. Und Rosa kann es natürlich nicht lassen und wird sehr kreativ, damit sie ihre Nase in die Angelegenheiten in der Seniorenresidenz stecken kann.
Der Schreib- und Erzählstil von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert ist wie immer sehr leicht und locker zu lesen. Sie lassen ihre Protagonisten so lebendig und menschlich erscheinen und ich bin sofort mitten drin in der Handlung. Und gelernt habe ich auch wieder etwas: über Pütten und Säbelschnäbler.
Die einzelnen Kapitel werden von drei Fischen, ich kann mir vorstellen, das sind Sprotten, flankiert. Innerhalb der Kapitel trennen kleine Fische die einzelnen Abschnitte zur besseren Übersicht.
Unter dem Titel „Das Stammpersonal der Serie“ werden alle handelnden Personen vorgestellt, was dem ein oder anderen Leser bestimmt hilft sich bei der Vielzahl der Personen besser zurecht zu finden.
Auch dieser Fall kann gut unabhängig von den anderen Büchern gelesen werden. Ich persönlich finde es schöner, die Menschen ab ihrem ersten Erscheinen kennenzulernen.
Zum Schluss findet man auch noch die Rezepte der Gerichte, die Mudder Steffens für ihre Familie hier kocht. Sehr Lecker!
Wer spannende, blutarme Krimis mit einem guten Schuss Humor und ganz viel Lokalkolorit mag, der ist hier genau richtig!











