Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anna625:
Spannendes Gedankenexperiment mit Abzügen
Für immer von Maja Lunde
Es scheint ein ganz gewöhnlicher Frühsommertag wie jeder andere zu sein, und doch hat sich rückblickend etwas Entscheidendes ereignet an jenem 6. Juni: Die Zeit ist stehengeblieben. Oder besser: Die Zeit schreitet weiter voran, jedoch nicht für die Menschen. Während Pflanzen und Tiere nach wie vor geboren werden, wachsen und sterben, scheint der Mensch kein Teil der Natur mehr zu sein: Embryos, Neugeborene und überhaupt alle Menschen verbleiben in exakt jenem Entwicklungszustand, in dem sie sich in der Sekunde dieses mysteriösen Ereignisses befanden.
Niemand wird mehr geboren und niemand stirbt. Schwangere bleiben schwanger, Krebspatient*innen und eigentlich tödlich Verwundete sterben doch nicht, Rentner*innen blühen angesichts der geschenkten Lebenszeit neu auf, während Entbindungsstationen und Bestattungsinstitute ihre Türen schließen und Beatmungsgeräte ebenso überflüssig werden wie die Nahrungsaufnahme.
Tag um Tag, Woche um Woche folgen so aufeinander, ohne, dass auch nur ein einziger Mensch um eine Millisekunde altert. Während die einen einfach das beste aus dieser unerwartet gewonnenen Lebenszeit machen, beginnen andere sich zu fragen: Ist das eine Verschwörung? Verheimlicht die Regierung etwas? Kann diesem Zustand ein Ende gesetzt werden - individuell, indem man das eigene Leben beendet, oder kollektiv, indem in den Relikten alter indigener Kulturen nach Antworten gesucht wird?
Lundes Gedankenexperiment liest sich in den ersten beiden Dritteln des Romans unglaublich spannend. Durch die verschiedenen Figuren ergeben sich viele verschiedene Blickwinkel auf die Situation, Vor- und Nachteile des plötzlichen Nicht-mehr-Alterns werden gegenübergestellt. Gefühlt hätte der Roman gerne noch 100 oder auch 200 Seiten länger sein können, um die einzelnen Protagonist*innen länger begleiten zu können und vor allem auch, um das Ende etwas runder zu machen. Denn wie beim Lesen befürchtet endet der Roman recht abrupt, die gelieferte Lösung ist eigentlich kaum als solche zu bezeichnen und wird den zuvor aufgeworfenen Fragen in ihrer Komplexität mMn nicht gerecht. Mit dem, was über 300 Seiten mühevoll aufgebaut wurde, geschieht am Ende - nichts. All die offenen Fragen und potentiell tiefgründigen Gedanken verpuffen einfach so, und mit ihnen leider auch ein Großteil des Effekts, den der Roman hätte haben können. Das war dann doch sehr schade und schränkt die (eigentlich große) Lesefreude im letzten Moment ziemlich ein.
Rezensionen von Anna625:
Highlight
Für Polina von Takis Würger
Hannes und Polina, Polina und Hannes. Von kleinauf sind sie unzertrenntlich, durchstreifen gemeinsam das Moor, nehmen sich vor morschen Birken in Acht, lungern im Sommer auf der Vortreppe der alten Moorvilla mit Blick auf den Rhabarber herum und lauschen den Klängen des Klaviers, die durch die endlosen Gänge hallen.
Auf Außenstehende mag es irritierend wirken, wie sie aufwachsen; sie, die Kinder alleinerziehender Mütter, die in ihren Putzjobs kaum genug verdienen, um über die Runden zu kommen; sie, die eine Kindheit fernab des nächsten Dorfes in den heruntergekommenen Gemäuern und der Obhut des etwas exzentrischen Heinrich Hildebrands führen und barfuß die Gegend durchstreifen. Und doch: Ihnen gehört die Welt. Ihr Leben ist Freiheit.
Doch dann geschieht eines Tages das Unfassbare: ein tragischer Unfall, die Morridylle nimmt ein plötzliches Ende. Hannes muss fort, der einst so innige Kontakt zu Polina fasert aus und bricht irgendwann ab. Die Tage ihrer Kindheit bleiben für Hannes stets wärmende Erinnerung, bis ihm irgendwann bewusst wird: Er braucht Polina. Er muss sie finden. Auch, wenn er dazu seine Schatten überwinden und wieder komponieren muss, wie er es als Kind auf dem alten verstimmten Klavier in der Moorvilla getan hat.
Was für ein Roman! Eine kurze Zusammenfassung wie diese kann dem nicht ansatzweise gerecht werden. Die Einfühlsamkeit, mit der Würger jede einzelne seiner Figuren zeichnet und selbst Nebenfiguren, die nur wenige Male auftreten, einen ganz eigenen, vielschichtigen Charakter verleiht, ist zutiefst beeindruckend und lässt Hannes' Welt lebendig und authentisch werden. Das typische CoA-Feeling vermischt sich mit einem stets etwas melancholischen Unterton und den leisen Klängen der Klaviere, die auch nach dem Auszug aus der Villa in Hannes' Leben präsent bleiben.
So emotional "Für Polina" auch ist, ist der Roman doch kein ausschließlich trauriges Buch in dem Sinne - immer wieder schimmern auch humorvolle Momente durch, bringen die schrulligen Nebenfiguren zum Lächeln. Hannes durch seine Zeit als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener zu begleiten fühlt sich an wie eine Berg-und-Tal-Fahrt: Es gibt Höhen und Tiefen, man freut sich, hofft und leidet mit ihm und durchläuft während des Lesens so ziemlich alle Emotionen, die man sich erdenken kann. Das und Würgers Schreibstil, der stets atmosphärisch, mal poetisch und dann wieder wunderbar leicht ist und und dabei die Leser*innen führt, indem er genau in den richtigen Momenten und im richtigen Maß die Schwere der jeweiligen Situation begreifbar werden lässt, danach jedoch stets auch wieder auffängt, machen "Für Polina" zu einem großartigen Roman. Tiefempfundene Freundschaft, erste Liebe, Musik, Verlust, Trauer und Hoffnung, all das und noch viel mehr ist hier zwischen den Seiten zu finden. "Für Polina" ist einer der Romane, in denen man komplett abtauchen kann und am liebsten nie mehr auftauchen würde, der mitnimmt und auch nach der Lektüre im Gedächtnis bleibt. Ein absolutes Highlight.
Rezensionen von PeWie:
Blödsinn
Courting – Be mine through all time von Felicia Kingsley
Vorab, ich liebe Regency Romane und ich liebe Zeitreisen, Jamie und Claire gehören zu meinen liebsten Protagonisten. Also war dieses Buch das absolut richtige für mich, so habe ich gedacht als ich den Klappentext gelesen habe. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Als ich das Buch dann anfing zu lesen musste ich feststellen das ich reingefallen bin.
Es gibt eine feste Standards für diese Art Romane. Sie erscheinen trotz aller Fiktion logisch. Im ersten Bereich sind die Frauen Opfer der herrschenden gesellschaftlichen Meinung, sie lehnen sich dagegen auf und treffen einen Mann der sie unterstützt, Liebe, Wortwitz und Situationskomik sind je nach Autor:in mehr oder weniger vorhanden. Zum zweiten Genre gibt es auch Regeln die auch in diesem Roman erwähnt werden. Keine Veränderungen in der Vergangenheit die die Gegenwart beeinflussen können.
Alles das wurde in diesem Buch außer acht gelesen. Rebecca kommt per Zeitreise in ihre geliebte Ära des Regency, Im Gepäck hat sie Handy, Asthmaspray und Tampons, passiert wenn man überraschend das Jahrhundert wechselt. Aber damit vor aller Augen herum fuchteln macht wenig Sinn. In dieser Tonart geht es weiter. Am Ende kommt sie in unsere Zeit zurück. Als komplett veränderte Person. Aus der armen Studentin der Ägyptologie die Angst vorm Reisen hat und ohne Freunde ist, wird eine vermögende junge Frau die von einem exotischen Ort zum anderen jettet. Natürlich immer in Kontakt mit Freundinnen die ähnlich vermögend sind.
Damit auch die Regeln der zweiten Sparte außer acht gelassen werden, folgen ihr nach einiger Zeit der Geliebte und ihre Familie aus der Regency Zeit, Die kein Problem mit den veränderten Lebensumständen haben und sich über Chicken Wings von KFC am meisten freuen.
Ich war extrem enttäuscht. Meiner Meinung nach war es eine sehr gute Idee, nur die Umsetzung lässt zu wünschen übrig.
Rezensionen von Petra:
Blödsinn
Courting – Be mine through all time von Felicia Kingsley
Vorab, ich liebe Regency Romane und ich liebe Zeitreisen, Jamie und Claire gehören zu meinen liebsten Protagonisten. Also war dieses Buch das absolut richtige für mich, so habe ich gedacht als ich den Klappentext gelesen habe. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Als ich das Buch dann anfing zu lesen musste ich feststellen das ich reingefallen bin.
Es gibt eine feste Standards für diese Art Romane. Sie erscheinen trotz aller Fiktion logisch. Im ersten Bereich sind die Frauen Opfer der herrschenden gesellschaftlichen Meinung, sie lehnen sich dagegen auf und treffen einen Mann der sie unterstützt, Liebe, Wortwitz und Situationskomik sind je nach Autor:in mehr oder weniger vorhanden. Zum zweiten Genre gibt es auch Regeln die auch in diesem Roman erwähnt werden. Keine Veränderungen in der Vergangenheit die die Gegenwart beeinflussen können.
Alles das wurde in diesem Buch außer acht gelesen. Rebecca kommt per Zeitreise in ihre geliebte Ära des Regency, Im Gepäck hat sie Handy, Asthmaspray und Tampons, passiert wenn man überraschend das Jahrhundert wechselt. Aber damit vor aller Augen herum fuchteln macht wenig Sinn. In dieser Tonart geht es weiter. Am Ende kommt sie in unsere Zeit zurück. Als komplett veränderte Person. Aus der armen Studentin der Ägyptologie die Angst vorm Reisen hat und ohne Freunde ist, wird eine vermögende junge Frau die von einem exotischen Ort zum anderen jettet. Natürlich immer in Kontakt mit Freundinnen die ähnlich vermögend sind.
Damit auch die Regeln der zweiten Sparte außer acht gelassen werden, folgen ihr nach einiger Zeit der Geliebte und ihre Familie aus der Regency Zeit, Die kein Problem mit den veränderten Lebensumständen haben und sich über Chicken Wings von KFC am meisten freuen.
Ich war extrem enttäuscht. Meiner Meinung nach war es eine sehr gute Idee, nur die Umsetzung lässt zu wünschen übrig.
Rezensionen von Sago:
Sag mir was Chricklers sind
Sweet Nightmare von Tracy Wolff
An der Optik des Buches in der Farbschnittausgabe kommt man kaum vorbei. Auch die Grundidee fand ich sehr anziehend: Eine Akademie auf einer Insel, in der magiebegabte Schüler untergebracht werden, wenn sie ihre Kräfte missbraucht haben. Diese werden ihnen dann für die Dauer der Schulzeit genommen.
Außerdem gibt es ein paar originelle Protagonisten wie den Traumdämon Jude als love interest der Hauptfigur Clementine und eine Fae-Mafia. So ungewöhnlich hätte es gern weitergehen können.
Leider liefert Tracy Wolff über weite Strecken konventionelle Teenagerkost im Stil von "Liebe mich nicht" und dem Kuss-und-weg-Spiel. Ein Worldbuilding gibt es nicht mal ansatzweise, dabei hätte man auf der Grundlage der Story daraus unglaublich viel machen können. Der Bitte "Sag mir, was Chricklers sind", kann ich mich nur anschließen. Die Monster, die in der Menagerie gehalten werden, bekommen nahezu keine Beschreibung, so dass keine wirklichen Bilder im Kopf entstehen. Darunter litt auch die düstere Stimmung, auf die ich mich gefreut hatte.
Über weite Strecken der Handlung hat man das Gefühl, dass ein schnell runtergeschriebenes Ereignis das nächste jagt, obwohl eigentlich nicht viel passiert, während ein Sturm über die Insel jagt, Clementine, Jude und ihre Mitschüler Aufgaben erledigen, Partyspiele machen und Geheimnisse verbergen. Erst im letzten Drittel konnte die Geschichte mein Interesse wieder richtig fesseln.
Rezensionen von Ecinev:
sehr emotional
Someday I'll heal von Carolin A. Steinert
Für Ari bricht eine Welt zusammen nachdem ihr Zwillingsbruder Sam den Kampf gegen den Krebs verloren hat. Sie bricht alle Freundschaften in Italien ab und flüchtet zu ihrem leiblichen Vater der in England lebt. Dort findet sie sich plötzlich in einer neuen Familie mit 2 Teenager Söhnen wieder. Um keine weiteren Verluste ertragen zu müssen, gibt sie sich völlig abweisend.
In der exklusiven Privatschule hat sie es auch nicht leicht. Doch nachdem ihre Fassade langsam bröckelt kann sie neue Freundschaften schließen und verliebt sich in ihren Stiefbruder.
Eine sehr emotionale Geschichte die hier erzählt wird und mir so manches Mal Tränen in die Augen getrieben hat. Man wird sofort in das Geschehen katapultiert und fühlt mit Ari. Je weiter die Geschichte geht möchte man sie jedoch manchmal schütteln um ihr zu sagen, sie ist nicht alleine um die Vergangenheit zu bewältigen. Der Schreibstil ist lebendig, aus Sicht der 17 jährigen Ari in Ich-Form. Das Cover in violett mit dem tanzenden Mädchen ist ebenfalls ein Hingucker.
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
Weniger Romance, dafür umso mehr Spice!
Cold King von L. M. Dalgleish
Während die junge Architektin Delilah sich bisher gänzlich auf ein schnelles Voranschreiten ihrer Karriere konzentriert und ihre wenige Freizeit nicht mit bedeutungslosen One-Night-Stands verbracht hat, bildet Cole King das genaue Gegenteil zu ihr. Dem äußerst wohlhabenden COO der King Group mangelt es an nichts.
Gerne lässt er seine Gedanken hin zu unterschiedlichen Frauen schweifen, um seinen Kopf freizubekommen. Zumindest bis er eines Abends auf Delilah trifft und die beiden sich kurz nach einer Nacht, die die einzige zwischen ihnen bleiben sollte, beruflich wiedersehen. Denn Delilah ist Teil eines Architektenteams, welches das neueste Projekt der King Group umsetzen soll. Und während die beiden sich vornehmen, professionell zu bleiben, ist die Anziehungskraft zwischen ihnen doch unbestreitbar...
Zugegeben, auf den ersten Blick klingt "Cold King" nach einer klischeehaften Office-Romance wie jede andere auch. Aber man sollte sich unbedingt nicht davon abschrecken lassen - denn schon nach den ersten Seiten wird meiner Meinung nach klar, dass dieser Roman viel mehr bietet und sich dieser durchweg positive Eindruck durch praktisch alle Bereiche des Buches zieht:
Dies fängt bereits beim Schreibstil der Autorin an: L.M. Dalgleish schreibt witzig, prickelnd und locker, gleichzeitig aber auch gut durchdacht.
Und auch die Konstruktion der Geschichte zwischen Delilah und Cole ist durchaus erfrischend. Natürlich, in gewisser Weise ist das Ende in diesem Genre immer ein wenig vorhersehbar. Nichtsdestotrotz sorgen kleine Kniffe in der Handlung immer wieder für frischen Wind und sorgfältig gestreute Hinweise dafür, dass man als Leser immer wieder darüber rätselt, wie genau beispielsweise eine Person nun in einzelne Geschichten involviert ist oder was für Hintergründe hinter gewissen Verhaltensmustern stecken.
Hinzu kommen jede Menge spicy Szenen, die glücklicherweise alles andere als unangenehm beschrieben (wie ich es leider bereits das ein oder andere Mal in dem Genre gelesen habe), sondern ganz im Gegenteil sehr sinnlich und prickelnd dargestellt waren.
Auch die beiden Protagonisten Delilah und Cole konnten mich, zumindest größtenteils, überzeugen. Während die junge Architektin durch ihre Wortgewandheit und Intelligenz glänzt, besticht der Milliardär durch seine unnahbare, verführerische Art. Bei letzterem hätte ich mir manchmal jedoch eine Prise mehr Romantik gewünscht. Seine Gedanken waren für meinen Geschmack ab und an zu sehr auf "das Eine" gerichtet, was ich während der ein oder anderen Situation als unpassend, einmal sogar als übergriffig empfunden habe. Ein wenig mehr Romantik und ein Auge für Details hätten diese Geschichte sicherlich noch spannender und intensiver wirken lassen können.
Ich freue mich sehr auf den zweiten Teil der "Empty Kingdom"-Reihe. Den dortigen Protagonisten, Coles Bruder, konnte man bereits in diesem ersten Band ein wenig kennenlernen, sodass ich sicher bin, dass er eine hervorragende, spannende Besetzung für die Fortsetzung darstellen wird. Von mir gibt es einen Daumen hoch und eine Leseempfehlung für diese heiße Office-Romance.
4,5/5 Sterne
Rezensionen von Reiseweise:
Tagebuch
Das Leben fing im Sommer an von Christoph Kramer
Christoph Kramer schreibt über drei Tage im Leben des fünfzehnjährigen…Christoph Kramer. Autor und Protagonist / Erzähler sind dieselben und der ganze Roman scheint sehr autobiographisch zu sein. Er handelt von drei Sommertagen, in denen sich Christoph verliebt, feiert, und sein Herz gebrochen wird.
Im Interview sagte der Autor, das Buch sei ein Herzensprojekt gewesen und das glaubt man beim Lesen. Das macht den Roman aber nicht automatisch gut. Es scheinen viele Erlebnisse zu sein, die er unbedingt mal mitteilen und verarbeiten wollte. So wird die Geschichgte leider eher zu einer Art Tagebuch und nicht zu einem Roman, was schade ist. Einige Beschreibungen der Gefühlswelt eines Fünfzehnjährigen sind gelungen und auch die Jugendsprache ist es in den meisten Fällen. Allerdings hätten dem Buch einige Kürzungen und Straffungen gut getan. Ein roter Faden fehlt irgendwie und ich habe noch nie so oft über Akne und Pickel am Rücken lesen müssen, das war nach dem zehnten Mal wirklich zu viel. Ein zweites Buch des Autoren würde ich nicht lesen.
Rezensionen von Lilli33:
Ein literarisches Kleinod
Von hier aus weiter von Susann Pásztor
Ein literarisches Kleinod
Inhalt:
Dreißig Jahre lang waren Marlene und Rolf verheiratet, als Rolf seinem Leben wegen einer unheilbaren Krebserkrankung ein Ende setzt. Zurückgelassen fällt Marlene in ein schwarzes Loch. Alles erscheint ihr nur noch sinnlos. Dass sie ihren ehemaligen Schüler Jack in ihr Leben und sogar bei sich wohnen lässt, erweist sich schließlich als großes Glück, denn dem einfühlsamen und geduldigen jungen Mann kann sie sich endlich öffnen und aussprechen, warum sie nicht trauert, sondern vor allem wütend ist.
Meine Meinung:
Für mich ist „Was man von hier aus sehen kann“ ein literarisches Kleinod, ein Highlight, das Susann Pásztors vorherigem Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ nicht nachsteht. Tod, Suizid, Trauer und Einsamkeit werden hier auf eine Weise thematisiert, dass man sich selbst gut damit beschäftigen kann, ohne dass es einen zu sehr herunterzieht. Ich bin der Protagonistin Marlene beim Lesen sehr nahe gekommen und habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen. Ihre Handlungsweisen konnte ich gut nachvollziehen, auch wenn ich selbst wohl oft anders gehandelt hätte, aber die Menschen sind eben verschieden.
Die Autorin versteht es meisterhaft, den emotionalen Nebel, durch den Marlene irrt, zu vermitteln. Trotzdem ist dies kein düsterer Roman, sondern einer, der zu fesseln vermag, Spannung aufweist und Mut machen kann. Wohl dosierte Prisen Humor und Leichtigkeit mildern die schwerwiegenden Themen ab und machen das Lesen zu einem großen Genuss.
Die Andeutung paranormaler Ereignisse fand ich auch ganz gelungen, obwohl mich das sonst eher stört. Doch hier passte es für mich perfekt. Das Ende kommt zwar ein bisschen schnell, aber da eigentlich auch schon alles gesagt ist, ist dagegen nichts einzuwenden.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!
Rezensionen von PMelittaM:
Wunderschön
Das letzte Einhorn Das letzte Einhorn von Peter S. Beagle; Peter B. Gillis
Ich glaube, die Geschichte um das vermeintlich letzte Einhorn und den Roten Stier kennt jede:r, oder? Ich verzichte also dieses Mal auf eine Kurzzusammenfassung.
Bisher kannte ich selbst nur den Film, mehrfach gesehen, immer sehr gemocht, auch wenn er manchmal bedrückend ist, aber auch einfach schön.
Auch die Animation an sich mochte ich immer sehr. Den Roman habe ich bisher noch nicht gelesen, wird aber sicher nicht mehr lange dauern, denn nun bin ich wieder einmal sehr neugierig auf ihn.
Auch diese Graphic Novel ist wirklich wunderschön, die Zeichnungen erinnern an den Film, haben aber auch ihren eigenen Charme. Schnell haben sie mich gefangen genommen, und viele Panele würde ich mir so direkt an die Wand hängen. Die Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark, und vor allem das Einhorn, in seinen zwei Formen, wunderschön. Auch wenn man die Geschichte ja schon kennt, liest und schaut man hier sehr gerne.
Über die Geschichte muss man wohl nichts mehr sagen, sie ist einfach schön und geht ans Herz, das wird hier auch noch einmal deutlich.
Am Ende gibt es ein paar Extras: Zeichnungen und Interviews mit Peter S. Beagle und Peter Gilis.
Die Graphic Novel zu Peter S. Beagles Geschichte um das letzte Einhorn ist wunderbar gelungen, schöne, ausdrucksstarke Zeichnungen machen sie zu einem wahren Schmuckstück.










