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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bücherwurm78:

Guter solider Roman

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben von Gabriella Engelmann

Anna reist nach Sylt, dort wurde sie von der 85-jährigen Bücherfrau Fenja Lorenzen eingeladen um mit dieser ein Interview zu führen. Dort trifft sie aber nur ihre Tochter Elisa an und zusammen entdecken sie seltsame Dinge aus der Vergangenheit.

Der Gesang der Seeschwalben ist Band 1 einer Sylt-Dilogie um die Bücherfrauen von Listland.

Dieser Roman hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Ich mag Geschichten die auf 2 Ebenen spielen, hier geht es um Fenja und ihre Mutter Lene in den Jahren 1937 bis zur Nachkriegszeit. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, es ist flüssig geschrieben und es gab keine langwierigen Passagen. Die Story ist gut durchdacht und umgesetzt im Buch. Für mich hätte es aber noch ein bisschen mehr Dramatik und Spannung geben können, deshalb nur 4 Sterne. Außerdem bin ich mit Anna irgendwie nicht richtig warm geworden.
Was aber natürlich wirklich sehr schön ist, ist das Cover des Buches. Es ist super schön gestaltet und spricht mich sehr an. Und vor allem der Spruch im vorderen Klappteil des Buches spricht jedem der Bücher liebt aus dem Herzen.
Fazit: Ein guter solider lesenswerter Roman.

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Rezensionen von begine:

Barbara und Bär

Der Gott des Waldes von Liz Moore



In dem Roman, Der Gott des Waldes, von Liz Moore werden viele Personen beschrieben. In den Kapitelüberschriften wird die jeweilige Person genannt und das Datum. Das ist etwas unglücklich, da immer alle Zeiten erwähnt werden
Die meisten Mitspielenden gefallen mir gut.
Durch die vielen hin und her Sprünge ist es etwas verzwickt.

Es beginnt mit der 13jährigen Barbara, die die aus einem Camp verschwindet. Dann kommt noch ein entflohener Häftling ins Spiel.
Dann erfährt man fast nur von der Suche, nach Barbaras kleinem Bruder, der vor Jahren verschwunden ist. Da kam mir oft in den Kopf, und was ist mit Barbara? Vater und Großvater empfinde ich einfach ätzend.
Die Autorin hat sich da eine verzwickte Geschichte einfallen lassen.
Der Roman war dann trotzdem fesselnd zu lesen und ich möchte ihn gerne weiter empfehlen.

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Rezensionen von Cellissima:

Enttäuschend

Die Garnett Girls von Georgina Moore

Margo und Richard verliebten sich ineinander, brannten zusammen durch. Aus dieser Liebesgeschichte gingen drei Töchter hervor: Rachel, Imogen und Sasha. Margos und Richards Liebesgeschichte starb, und mit ihr starb etwas in Margo.
Sie schweigt die Dinge tot.
Auch ihre mittlerweile erwachsenen Töchter sind nicht glücklich: Rachel ist in Vergangenheit und Verantwortung gefangen.

Imogen soll ihren Verlobten heiraten, liebt aber eine ganz andere Person. Und auch Sasha hütet ein dunkles und belastendes Geheimnis, das Auswirkungen auf alle haben könnte.
Als eines Tages wieder Margos Liebhaber, ihre Freunde und Familie in ihrem Cottage auf der Isle of Wight versammelt sind, kommen all diese Dinge und Wahrheiten endlich an die Oberfläche ...
******
Ich liebe England, ich liebe Familiengeschichten und Geheimnisse und ich entdecke gerne neue Autorinnen. Daher klang "Die Garnett Girls" nach dem perfekten Buch für mich.
Der Roman lässt sich angenehm und flüssig lesen; ansonsten bin ich aber leider enttäuscht von diesem Werk.
Die Geschichte ist schon nicht so atmosphärisch wie erhofft. Es gibt einfach viel zu viele Längen auf diesen knapp über 400 Seiten; die Geschichte plätschert leider größtenteils nur so vor sich hin und konnte mich einfach nicht fesseln und begeistern. Das lag vor allem auch daran, dass sowohl die Handlung als auch die Figuren viel zu blass, oberflächlich, distanziert blieben. Ich konnte einfach keine Verbindung aufbauen. Allenfalls ansatzweise zu Imogen, aber auch das nur, weil ich mich teilweise in ihr wiedererkannte, es Parallelen gab. Ansonsten wäre mir auch Imogen völlig fremd geblieben.
Insgesamt ist es für mich ein Roman, den man lesen kann, aber nicht lesen muss. Es ist ein nettes Buch für den Sommer, es könnte Lesern, die Familiengeschichten und England lieben, trotz der Mängel und Schwächen gefallen ... aber das erhoffte Highlight ist es leider definitiv nicht.

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Rezensionen von BR:

Peinlichkeiten

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe von Ali Hazelwood

Die Doktorandin Olive bringt sich selbst in eine verzwickte Lage weil sie ihre Freundin Anh über ihren Beziehungsstatus täuschen will und dafür spontan irgendeinen Mann küsst. Es ist Adam Carlsen, ein wenig beliebter Professor an ihrer Uni. Aus der Peinlichkeit heraus baut sie gemeinsam mit ihm ein Lügenkonstrukt über ihre angebliche Liebesbeziehung auf.

Mir war weder die Autorin noch der Hype um das Original „The Love Hypothesis“ bekannt. Liebesromane sind nicht mein bevorzugtes Genres und ich hatte auch keine Ahnung was Rom-Coms sind. So denke ich insgesamt, dass ich für diesen Roman nicht die passende Zielgruppe repräsentiere. Die Idee alles in einen wissenschaftlichen Kontext zu betten und auch die Kapiteleinleitungen mit den Hypothesen fand ich originell.

Aber sobald die Geschichte stand, die beiden diese Absprache ihrer angeblichen Beziehung im Alltag darstellen wollten, hat mich der Inhalt ziemlich gelangweilt. Ein Sammelsurium von peinlichen Situationen und Missverständnissen. Unnötigerweise haben gerade Olives Freunde die skurillsten Ereignisse in der Öffentlichkeit provoziert. Im Verlauf hatte ich auch die hunderte Halbsätze satt, „ ohh, ...“ . So abgebrochene Sätze die z.B. Unmöglichkeit eines Gedankens oder einer Situation zum Ausdruck bringen sollten. So fiel es mir schwer, dieses zähflüssige Verwirrspiel zu Ende zu lesen.

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Rezensionen von Bibibabby:

Lustige Hundegeschichte

3 Streuner wittern das Abenteuer von Anja Fröhlich

Das Buch erzählt die Geschichte der drei Streuner, die auf dem Cover abgebildet sind. Sie sind drei untrennbare Freunde, die ganz am Anfang in Spanien als Straßenhunde leben. Sie werden gefangen, zum Tierarzt gebracht und plötzlich von einer deutschen Familie adoptiert. Sie bekommen ein neues Zuhause in einem fremden Land und erkunden ihre neue Welt.

Die Geschichte ist aus der Sicht eines der Hunde, King Kerl, geschrieben. Ich finde den Erzählstil sehr authentisch (bzw. so authentisch man sein kann, wenn man vorgibt, ein Hund zu sein) und der Leser hat wirklich das Gefühl, die Welt aus den Augen des Hundes zu sehen. Er hat natürlich ganz bestimmte Prioritäten und die Menschen sind nur merkwürdig. Ich finde es lustig, wie King Kerl immer wieder Sachen peinlich oder demütigend findet, zum Beispiel eine Hunderegenjacke zu tragen oder beim Hundetrainingskurs mitzumachen. 

Die Geschichte ist kurzweilig und macht Spaß zu lesen.

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Rezensionen von Kayli:

New Adult Sportromanze

Mismatch von Laura Willud

Kurz gesagt - ein Sport-Romanze am College zwischen einem Basketballspieler und einer Sportjournalistin. Die Geschichte lässt sich leicht lesen und die Geschichte ist ganz süß, aber insgesamt vorhersehbar.

Länger: Austin wechselt das College von einer besseren Basketballmannschaft zu einer schlechteren, das wirft bei der engagierten Journalistik-Studentin Joyce natürlich Fragen auf.

So kommt eins zum anderen - sie will ihn ausquetschen und er nichts sagen. Ich mag es sehr gerne, dass die Geschichte sich langsam entwickelt und die Chemie zwischen den beiden zwar von Anfang an da ist, aber dann erst langsam Fahrt aufnimmt. Natürlich gibt es auch noch Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft mit einem Mitspieler und eine Wendung kurz vor Ende. Unerwartet war der Charakter der Großmutter, der sehr überzeugend und vor allem absolut überzeugend und herzerwärmend herüberkam. Insgesamt also eine Feel-Good Romanze, die sich sehr gut lesen lässt.

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Rezensionen von ReiShimura:

Du bist nicht wie die anderen

Das Müfflon und der Traum vom Stinken von Carsten Henn

Bis vor ein paar Jahren hätte ich Bücher, die Themen wie Pipi und Kacka behandeln nicht gelesen. Auch Buchtitel in denen das Wort Furz, Pups oder Stinken kommt, hätten mich eher abgeschreckt. Was soll ich sagen, mittlerweile habe ich ein Kind und akzeptiert, dass es wichtig ist auch Bücher mit eben diesen Titeln (vor) zu lesen und ja, ganz, ehrlich, dass eine oder andere davon war auch wirklich gut.

"Furzipups der Knatterdrache" begeistert in unserm Haushalt nicht nur das Kind, sondern auch uns Eltern.
Ähnlich ist es mit diesem Buch. Zwar hatte ich zu Beginn ein paar Vorbehalten gegenüber dem Buch, aber im Großen und Ganzen hat es uns sehr amüsiert. Die Zeichnungen sind wirklich sehr schön gemacht. Die Bilder sind nicht überladen und die Farben äußerst ansprechend gewählt. Es macht wirklich Spaß die Seiten zu betrachten und zu schauen, was man alles entdecken kann. Die Tiere sind realitätsnah dargestellt und dennoch so entzückend verniedlicht, wie man es sich für ein Kinderbuch wünscht.
Sehr schön finde ich, dass verschiedene Tiere und Pflanzen vorgestellt werden, die einen besonders starken Geruch haben. Da gibt es einiges für die Kinder zu lernen und zu entdecken.
Weniger gut gefällt mir die übermäßige Verwendung des Buchstabens "ü". Zu Beginn mag das noch lustig sein, dass bei Namen diverse Buchstaben durch ein "ü" ersetzt wurden, wie zum Beispiel bei Mama/Mümü oder Papa/Püpü. Mit der Zeit wird das Lesen aber wirklich anstrengend und der Spaß geht ein wenig verloren. Es wirkt ein wenig gekünstelt und verkrampft. Schade, denn die Geschichte finde ich wirklich gelungen und auch äußerst lehrreich.
Ein paar Stellen des Buches sind ein wenig traurig. Hier kann man sich die Frage stellen, ob dies wirklich so sein muss. Ich denke aber, dass auch diese Themen in Kinderbücher gehören. Des Weiteren denke ich aber auch, dass diese Themen mit den Kindern nach dem Lesen noch einmal besprochen gehören. Hier zu zählt zum Beispiel das ausgegrenzt werden, wenn man anders ist. Im Buch wird das Thema behandelt, aber die Erklärungen kommen in der Geschichte ein wenig zu kurz.
Meiner Meinung nach hat Autor Carsten Henn hier ein wirklich schönes Kinderbuch geschaffen, dass viele wichtige Themen behandelt. Leider kann es nicht mit anderen hervorragenden Büchern mithalten, dies liegt vor allem an der übertrieben gekünstelten Sprache.

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Rezensionen von Lilli33:

Ein einfach gestricktes und doch spannendes Jugendbuch

Lichterloh - Stadt unter Ruß von Sarah M. Kempen

Ein einfach gestricktes und doch spannendes Jugendbuch

Inhalt:
In Rußstadt wird alles mit Kohle betrieben, Öfen, Maschinen, Küchengeräte. Als Folge hängt viel zu viel Ruß in der Luft. Dies macht jedoch nur dem niederen Volk zu schaffen. Die Familien der Schornsteinfegergilde wohnen weiter oben, wo die Luft besser ist, und noch weiter oben die Industriellen, die über die Kohle ihre Macht ausüben und deshalb gar nicht an einer Veränderung interessiert sind.

Nach dem Tod ihrer Eltern lebt Cleo mit ihrer Schwester Gwinnie Im Signalturm. Cleos Traum war es schon immer, Schornsteinfegerin zu werden, um die Stadt vor Bränden zu schützen. Eigentlich wird dieser Beruf aber nur innerhalb der Familie vererbt, doch eines Tages erhält Cleo die Chance …

Meine Meinung:
Auch wenn ich „Lichterloh. Stadt unter Ruß“ als recht einfach gestrickt empfand, ist es doch sehr lesenswert. Es gibt viel Gesellschaftskritik, es geht um Freundschaft, Umweltschutz im weitesten Sinn und Zivilcourage.

Cleo ist eine tolle Protagonistin, eine richtige Heldin, die das Herz am rechten Fleck trägt und sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Sie steht für ihre Überzeugungen ein, ist hilfsbereit und mutig. Es macht Spaß, mit ihr durch Rußstadt zu ziehen und die Menschen dort kennenzulernen.

Der Schreibstil ist ganz angenehm und simpel; das Buch lässt sich locker lesen und ist recht spannend. Die Zahl der Personen ist überschaubar. Durch die Beschreibungen fand ich mich gut in den verschiedenen Vierteln von Rußstadt zurecht. Die verrußte Atmosphäre ist schier greifbar. Die Funktionsweise der Geräte sollte man vielleicht nicht unbedingt weiter hinterfragen. Unten kommt Kohle rein, dann funktioniert es. ;-)

Die Trilogie:
1. Stadt unter Ruß
2. Ein Funke in der Luft (erscheint voraussichtlich im Juli 2025)
3. Der Himmel in Flammen (erscheint voraussichtlich im September 2025)

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Rezensionen von Sophie H.:

Magisches Abenteuer

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer, Band 8 - Ein Hai im Badesee von Cally Stronk

In diesem Kinderbuch geht es ein wenig magisch zu, wie der Titel schon sagt. Die Zwillinge Marie und Lukas haben von ihrer Tante einen magischen Detektivkoffer geschenkt bekommen, in dem jede Menge Magie steckt. Dazu gehören ein magischer Hut, ein magischer Stadtplan, eine magische Lupe und ein magisches Fernglas.

So ein Koffer weckt natürlich Begehrlichkeiten und so verwundert es gar nicht, dass das Gaunerpaar Theodor Topf und Doris Deckel, genannt Topf und Deckel, hinter dem Koffer her sind. Sie schrecken auch nicht davor zurück, den Zwillingen auf einer Campingreise zu folgen. Schon bald verschwinden auf dem Campingplatz allerlei Dinge und dann wird noch ein Hai im See gesichtet. Die Zwillinge setzen alles daran, mit Hilfe der magischen Gegenstände diesen Fall zu lösen.
Dieses Buch ist eine schöne Geschichte zum Vorlesen oder für geübte Leseanfänger zum Selberlesen. Die Schrift ist sehr groß gewählt und deshalb gut lesbar. Auf jeder Doppelseite gibt es große, farbige Illustrationen, die zum genauen Betrachten einladen. Sehr gut gefallen haben uns auch die Krimi-Rätsel. Und die Geschichte hat uns auch großen Spaß bereitet. Von uns eine klare Empfehlung!

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Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Aufregend und kreativ: american literature

Die schönere Lüge von Dana Spiotta

Groß war meine Freude, als ich in der Vorschau des Kjona Verlags nach „Unberechenbar“ den neuen Roman von Dana Spiotta entdeckte!

Jetzt weiß ich, dass es sich nicht wirklich um „den neuen Roman von Dana Spiotta“ handelte, sondern nur um „einen Roman“ von Dana Spiotta, der bereits 2016 in den USA erschienen ist, und jetzt neu bei uns auf Deutsch verlegt wird.

Mir gefiel „Unberechenbar“ schon recht gut. Ich mochte diesen very american style Spiottas, ihre großartige Art zu erzählen. Der Plot, well, war kein Highlight.

„Die schönere Lüge“ allerdings, war ein Highlight für mich. Ich liebte den ganzen Roman! Es könnte aber sein, dass mein Empfinden wirklich ein sehr individuelles ist und du denn Roman nicht zwangsläufig mögen wirst.

Denn der Plot könnte auch in diesem Roman wieder die Schwachstelle betrachtet werden.
Mich erinnert Spiotta Stil in „Die schönere Lüge“ sehr stark an Lionel Shriver, die ich erst kürzlich in meinem blog mit „Die perfekte Freundin“ vorgestellt hatte. Ich beziehe mich damit vor allem auf Spiottas und Shrivers Kreativität, die Beschäftigungen und Arbeiten ihrer Figuren derart detailliert und komplex auszuarbeiten, dass es eigenen Geschichten und Kunstwerke in sich sind. 
In „Die schönere Lüge“ sind es vor allem die Filme und Projekte, mit denen sich die Freundinnen Meadow und Carrie im Laufe der Zeit beschäftigen.
Die Freundschaft der beiden Frauen und deren Entwicklung zieht sich wie ein rotes Band durch den Roman, ohne dass sie dabei zu viel Raum einnimmt.

Aber auch die Nebenfigur Jelly ist so gut ausgearbeitet, dass ich nicht mehr von einer Nebenfigur sprechen will. Ihre Geschichte ist für mich fast das Herzstück des Romans, der von einer oberflächlichen Welt in der Filmbranche erzählt, in der der male gaze der entscheidende Fokus ist.

Die Kurzbeschreibung führt meiner Meinung nach ein bißchen in die Irre, indem sie eine #metoo Geschichte andeutet und unnötig dramatisiert. Natürlich gibt es Drama, aber das ist von der subtileren und vielschichtigen Art. 

Spiottas Gesellschaftskritik an unserer Lust auf Sensationen, Skandalen und Verschwörungen  ist unterschwellig und manifestiert sich in ihrer Figur Meadow und ihren Filmprojekten. Der deutsche Titel „Die schönere Lüge“ deutet an, dass es sich bei einer guten unterhaltsamen Geschichte nicht unbedingt um die Wahrheit handeln muss. Und dass vielleicht jemand den Preis für die Lüge zahlen muss. Und auch der englische Titel „Innocents and others“ spielt auf diesen Subkontext an.

Formal ist der Roman in verschiedenen Erzählstilen gehalten. Spiotta mischt Zeitungsartikel und auktoriale Erzählung aus verschiedenen Perspektiven und zaubert so ein Tableau aus verschiedenen Geschichten und Blickwinkeln. Das bringt Abwechslung und auch eine gewisse Spannung.
Für mich war „Die schönere Lüge“ ein richtig großartiger Roman, der meine Lesevorliebe für american literature perfekt bedient hat und der trotz seines Erscheinungsjahres in keinster Weise nicht aktuell oder gar altmodisch gewirkt hat.

Jetzt hoffe ich und freue mich auf den nächsten, vielleicht richtig neuen Roman von Dana Spiotta!

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