Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Alo:
Authentisch
Unter Grund von Annegret Liepold
"So kann sie in den Staub schreiben, was sie vergessen möchte. FRANKA schreibt sie mit dem Zeigefinger auf das Acryl, darunter NAZISCHLAMPE." (Unter Grund, S. 96)
In "Unter Grund" geht es um Franka, die in das Dorf ihrer Kindheit und Jugend zurückkehrt, um sich ihrer Vergangenheit in der rechten Szene zu stellen.
Das Buch erzählt, wie Franka dort hineingeraten ist, sich radikalisiert und vom Mitläufer zur Täterin wird.
Ich muss sagen, das Buch hat es mir nicht immer leicht gemacht. Am Anfang empfand ich es als zäh geschrieben. Ich fand nicht so recht hinein, dazu haben auch die nicht immer relevanten Szenen und die vielen Zeitsprünge, denen man aber in der Regel gut folgen kann, beigetragen. Irgendwann versteht man, wo das Buch hinwill, die Fäden führen zusammen und es liest sich besser bis gut.
Die Atmosphäre und die Charakterzeichnungen sind authentisch. Ich bin selbst in einem süddeutschen Dorf in dieser Zeit aufgewachsen und kann leider sagen, dass das genau so passt. Ich habe mich in meine Jugend zurückversetzt gefühlt und unsere "Dorfnazis" (dieser Begriff ist verharmlosend) und ihre Parolen vor mir gehabt. Gut fand ich auch die vielen Leerstellen, die Platz für eigene Gedanken und Interpretationen lassen.
Sehr gut gefallen haben mir auch die Zitathinweise und Erklärungen am Ende des Buches, in denen die Herkunft der rechten Ausdrücke und Symbole aufgezeigt und einige Begriffe erklärt werden.
Ich könnte mir das Buch gut als Schullektüre vorstellen, weil es eindrücklich zeigt, wie schnell man auf die schiefe Bahn geraten kann, auch wenn man einen guten Geschichtsunterricht genossen hat und weil es leider aktueller denn je ist. Allerdings steht dem der etwas zähe Einstieg ins Buch im Weg, ich sehe hier die Gefahr, dass die oft etwas lesefaulen Jugendlichen schnell demotiviert werden. 3,5/5 Sterne
Rezensionen von Bücherfreundin:
Spannende Inselabenteuer mit der Ahoibande
Die Ahoibande von Silke Lambeck
In ihrem neuen Buch "Die Ahoibande" erzählt die bekannte Kinderbuchautorin Silke Lambeck unterhaltsame Geschichten über vier Kinder, die ständig oder zeitweise auf der kleinen fiktiven Nordseeinsel Süderhoorn leben.
Willi, der seinen Namen nicht mag und eigentlich Willibald heißt, weil sein Vater es unbedingt so wollte, lebt auf der kleinen Insel, genau wie seine Freundin Paule und ihr 6-jähriger Bruder Jojo.
Auf Jojo muss Paule sehr gut aufpassen, denn er verschwindet immer mal gern. Zu der Bande gehört auch Marko, der aus Berlin kommt, während der Ferien immer bei seiner Oma auf der Insel ist und den alle Schulz nennen, weil sein Nachname Schulzendorf ist. Nach einem Erlebnis mit dem alten Hannes, einem ehemaligen Kapitän, nennen die Freunde sich Ahoibande.
Wir begleiten die sympathischen Kinder und Willis Hund Ohdschie durch die vier Jahreszeiten und erleben mit ihnen spannende Abenteuer. Sie surfen und tauchen, entdecken die Kunst, und es geht auch um giftige Quallen, ein gestohlenes Wikingeramulett, den spannenden Inselwettkampf gegen die Bewohner der Nachbarinsel und die Rettung des dicken Herrmann, einer Robbe.
Das 128 Seiten umfassende gebundene Buch ist in neun auch unabhängig voneinander zu lesende Kapitel gegliedert und richtet sich an Kinder ab etwa 8 Jahren. Die warmherzigen und abenteuerlichen Geschichten werden kleine Erstleser zum Selberlesen animieren, eignen sich aber auch ganz wunderbar zum Vorlesen für jüngere Kinder. Die Sprache ist altersgerecht, die Schrift schön groß und sehr gut lesbar. Die zauberhaften und farbenfrohen Illustrationen von Lena Hesse ergänzen die Texte.
Ich hoffe auf weitere Abenteuer der Ahoibande - absolute Lese- und Vorleseempfehlung!
Rezensionen von Astrid:
Interessante Verflechtung zahlreicher Figuren aus anderen Romanen der Autorin
Tod der Autorin von Birgit Rabisch
Was ich beim Lesen vermisste? Eine konsequente Fortführung der Ich-Erzählperspektive.
Erzählt wird aus dem Leben der Figuren, die in den bereits herausgegebenen Romanen der Autorin die tragenden Rollen spielen. Die Vermischung von Erinnerungen, von Lebenserfahrung, von Verlusten, Freude und schwierigen Lebenssituationen machen dieses Buch zu einem Krimi, einer Dystopie, einem Roman, zur Fiktion einer Autorin …
Zwar könnte man autobiografische Züge darin erkennen, aber am Ende ist es keine Biografie, sondern ein Treffen unterschiedlicher Persönlichkeiten.
Das macht die Geschichte interessant, denn die Tischgespräche mit den Gästen sind unterhaltsam und regen zum Nachdenken an. Es geht um Alltägliches, um Schwangerschaften, gesellschaftliche Rollen und Normen, Politik, Feminismus, Lebenserfahrung, Selbstironie, Krieg, Tod und Leben.
Ein ungewöhnliches Buch.
Rezensionen von jam:
Eine kurze aber intensive, inspirierende Geschichte mit hilfreichen Fragen!
Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst von Tanja Köhler
"Damals lag vor ihr der tief verschneite Weg, den noch keine Menschenseele betreten hatte. Magisch. Verlockend. Bereit. Bereit für sie und die Fußstapfen, die sie hinterlassen würde."
Seite 82
Ein paar Tage dürfen wir die Autorin begleiten, durch Alltagssituationen und wunderschöne Momente.
Es begann mit einem Ohrensessel: Gekauft, um der Mittelpunkt und Ruhepol in ihrem Arbeitszimmer zu sein, versinkt er unter Alltagsgegenstände und kommt nicht zur Wirkung. Beherzt greift Tanja zu, sortiert, entrümpelt, und findet so den richtigen Platz. Eine wunderschöne Metapher für all das, was schon in uns darauf wartet, zu strahlen, aber unter dem Trott der täglichen Erledigungen nicht zum Vorschein kommt.
Eingeflochten in ihre Erzählung stellt die Autorin zwölf Fragen, die zum Nachdenken anregen. Worauf lege ich meinen Fokus, wovor habe ich Angst. Was passiert, wenn ich das, was ich will, trotz meiner Angst tue?
Das Büchlein ist klein gehalten, wenige Seiten, und steckt doch voller Inspiration und Magie!
Die Seiten lesen sich leicht dahin, ruhig und sanft erzählt sie von schönen Ausblicken, Wanderungen, ... Doch die Fragen begleiten einen noch lange nach dem Lesen.
Wer sich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu einem besseren Leben erwartet, ist hier fehl am Platz. Viel mehr regt die Autorin dazu an, sich sein Ziel selber zu setzen und den eigenen Weg mit den eigenen Zwischenstopps selbst zu definieren und zu gehen. Denn es gibt nicht den EINEN Weg, sondern DEINEN Weg!
Gerne ließ ich mich von Tanja Köhler zum Innehalten bewegen und werde sicher noch öfter an den Ohrensessel denken - und an die zwölf Fragen!
Fazit: Eine kurze aber intensive, inspirierende Geschichte mit hilfreichen Fragen!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Gut recherchierter und vielperspektivischer historischer Roman
Der große Riss von Cristina Henríquez
Es ist die Zeit um 1900 und nach einem missglückten Versuch der Franzosen, einen Kanal zu bauen, der Atlantik und Pazifik verbindet, haben sich nun die US-Amerikaner entschlossen, dies zu tun. Gleich am Anfang des Buches finden wir eine Anzeige, in der um 4000 tüchtige Arbeitskräfte für den Bau des Panama-Kanals geworben wird, und auch sonst spricht sich schnell nicht nur in Panama, sondern auch in vielen anderen Regionen in der Nähe herum, dass man hier leicht Arbeit finden und Geld verdienen könne.
Das lockt verschiedenste Menschen an, sich am Bau zu beteiligen, doch die Arbeit ist anstrengend, kräftezehrend und gefährlich, gilt es doch, förmlich einen Riss durch das Gebirge zu bauen, um die beiden Ozeane miteinander zu verbinden.
Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass wir es aus so vielen Perspektiven erleben. Es gibt einige Hauptfiguren, die immer wieder vorkommen, doch zwischendurch gibt es immer wieder kleinere Abschnitte, in denen wir das Geschehen auch aus dem Kopf einiger Nebenfiguren betrachten können. Das schafft insgesamt ein vielseitiges Bild der damaligen Zeit und Gesellschaft. Dabei gelingt es der Autorin, die Perspektiven geschickt so aufeinander aufzubauen und miteinander zu verweben, dass das Lesen angenehm und vergnüglich ist und man sich immer gut auskennt, worum es gerade geht.
Wir lernen zum Beispiel die jugendliche Ada kennen, die mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf der Insel Barbados lebt und sich kurzentschlossen als blinde Passagierin auf einem Schiff auf den Weg nach Panama macht, um hier Geld zu verdienen. Denn ihre Schwester ist schwer krank und kann nur durch eine ärztliche Behandlung geheilt werden, die die Familie sich jedoch nicht leisten kann.
Dann gibt es den Malariaforscher John und seine Frau Marian aus den Vereinigten Staaten. John hat ein ehrgeiziges Ziel: er möchte die Malaria nicht nur erforschen, sondern auf Panama auch ausrotten, ähnlich wie es gelungen ist, das Gelbfieber zurückzudrängen. Aus Vorsicht rät er seiner Frau, das Haus während der Regenzeit nicht zu verlassen, doch diese hält die monatelange Einsamkeit nicht aus und schlägt seinen Rat in den Wind. Als sie daraufhin erkrankt, sucht John nach einer Pflegerin für sie und findet Ada, die sich gerade tapfer dafür einsetzt, dass ein auf der Straße liegender Kranker ins Spital kommt und ärztlich versorgt wird. Beeindruckt von ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit stellt er sie ein.
Der gerettete Kranke wiederum ist Omar, der Sohn eines Fischers, der selbst keine Zukunft als Fischer für sich sieht und das Meer scheut, nachdem seine Mutter dort verschwunden ist, als er klein war. Er sucht Arbeit im Panamakanal, was zu einem heftigen Konflikt mit seinem Vater Francisco und monatelangem Schweigen zwischen den beiden führt. Denn Francisco ist gegen den Bau des Kanals und fühlt sich und sein Leben auch von seinem Sohn durch dessen berufliche Entscheidungen abgewertet.
Und dann gibt es noch weitere Menschen, die zum Beispiel davon betroffen sind, dass ihre Stadt umgesiedelt oder geflutet werden soll, um den Bau des Kanals zu ermöglichen und die versuchen, sich dagegen zu wehren.
Nebenbei erfährt man in dem gut recherchierten Buch auch historisch so einiges, was ich vorher noch nicht wusste, z.B. dass Panama bis kurz vor dem Bau des Kanals Teil von Kolumbien war. Interessant zu lesen und gleichzeitig traurig ist auch, wie sehr die damalige Gesellschaft noch nach Klassen und Hautfarben geteilt war, so gibt es z.B. in der Apotheke eine gut bestückte Abteilung für "Gold" (für die Menschen mit heller Hautfarbe) und eine weniger gut bestückte Abteilung für "Silber" (für alle, die dunklere Haut haben). Und auch sonst erleben wir an vieler Stelle die Diskriminierung speziell benachteiligter Menschen und Gruppen, aber auch ihren Mut, zusammenzustehen, sich gegenseitig zu unterstützen und für ihre Rechte zu kämpfen, auch gegen eine gewaltige Übermacht.
Ich kann das Buch allen, die ein tiefgründiges, nachdenklich machendes und gleichzeitig unterhaltsames Buch über das wenig bekannte Thema der Zeit des Baus des Panamakanals lesen möchten, ausdrücklich empfehlen.
Rezensionen von ReiShimura:
Keine Liebe auf den ersten Blick
We hunt the Flame von Hafsah Faizal
Es gibt Bücher die schlägt man auf, ist sofort in der Geschichte gefangen, man will das Buch nicht aus der Hand legen und kann es trotzdem kaum erwarten das Ende zu erreichen, damit man weiß, wie die Geschichte ausgeht.
"We hunt the Flame" war kein so ein Buch für mich. Ich habe zuerst überhaupt nicht in die Geschichte hineingefunden, konnte mit der Welt, obwohl sie eigentlich recht gut beschrieben ist, wenig anfangen und fand auch die Charaktere irgendwie seltsam.
Da hat so gar nichts gestimmt für mich. Ich war mehrmals kurz davor das Buch abzubrechen, habe es immer wieder weggelegt und andere Bücher gelesen. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht losgelassen und ich wollte es unbedingt fertiglesen. Zum Glück habe ich es dann doch noch gemacht. Denn nach ziemlich vielen Startschwierigkeiten ist mir die Geschichte dann doch noch nahe gegangen.
Arabisch inspirierte Fantasy ist für eher noch etwas Neues und Unbekanntes. Auch wenn natürlich der Dämonenzyklus von Peter V. Brett einige arabische Elemente beinhaltet hat, war das doch deutlich weniger als hier in diesem Buch. Daher hatte ich auch immer wieder Schwierigkeiten mit den Begriffen, da ich nicht so ganz wusste, was genau gemeint ist, auch wenn einiges aus dem Kontext erklärbar war. Das Glossar am Ende des Buches habe ich ehrlich gesagt erst recht spät entdeckt und finde so etwas bei einem e-book, vielleicht liegt es auch an meinem e-reader, ein wenig unpraktisch.
Aller Schwierigkeiten zum Trotz kann ich sagen, dass ich das Lesen des Buches dann doch noch genossen habe. Der Erzählstil von Autorin Hafsah Faizal ist wunderbar poetisch und passt perfekt zu dem arabisch angehauchten Setting. An manchen Stellen war mir das Ganze zwar ein wenig zu getragen und dadurch hat sich die Geschichte ein wenig in die Länge gezogen. Im Großen und Ganzen habe ich ihre blumige Sprache aber sehr zu schätzen gelernt.
Die Charaktere sind auf den ersten Blick sehr eindimensional und einfach gestrickt. Allerdings merkt man recht schnell, wenn man sich wirklich auf die Geschichte einlässt, wie vielschichtig sie sind. Und dies gilt in diesem Fall nicht nur für die beiden Hauptpersonen Zafira und Nasir. Auch die Nebencharaktere, wenn man sie, denn als solche bezeichnen kann, denn auch sie haben eigentlich tragende Rollen, werden von der Autorin detailliert beschrieben und sind mehr als nur bloße Statisten.
Der Spannungsbogen steigt meiner Meinung nach nur langsam an. Auch dies ist vielleicht ein Punkt, warum ich schwer in die Geschichte hineinfinden konnte. In den meisten Fällen ist die Spannung gleich zu Beginn recht hoch, flacht dann im obligatorischen langatmigen Mittelteil noch einmal stark ab um dann zum offenen Finale, immerhin ist dies der erste Band, wieder ins Unermessliche zu steigen. Bis auf den ersten Teil trifft alles hier auch zu. Was bedeutet: Langsamer Anstieg, nochmaliges Abflachen und gegen Ende wird das Tempo fast rasend, die Ereignisse überschlagen sich, bis plötzlich alles vorbei ist. Man sitzt da und hat genauso viele beantwortete wie offene Fragen im Kopf. Ein Glück, dass der zweite Teil auch bereits auf Deutsch erschienen ist.
Auch wenn ich es mir nach den ersten qualvollen Seiten nicht gedacht hätte, aber ich freue mich auf den zweiten Teil. Ich möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte der schönen Gazelle und des Prinzen des Todes weitergeht.
Rezensionen von ReiShimura:
Musik machen kann jeder
Mach mit, Mausi Maus! von Simone Sommerland
Kinder und Musik ist eine wunderbare Kombination und man kann meiner Meinung fast gar nicht zu früh anfangen Kinder mit Musik in Berührung zu bringen. Nicht umsonst gibt es unzählige Wiegenlieder zum Beruhigen und Einschlafen. Aber genau wichtig finde ich es auch, dass man Kinder aktiv motiviert Musik zu machen.
Dies schult die Stimme und die Sprache bzw. das Sprachzentrum im Gehirn noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise.
Das Cover finde ich prinzipiell sehr schön gestaltet. Mir gefallen die dargestellten Figuren sehr gut und auch die Farbzusammensetzung ist äußerst ansprechend. Ein wenig irritierend finde ich allerdings die gewählte Schriftgröße bei Titel und Autor. Ich dachte auf den ersten Blick nämlich, dass das Buch Simone Sommerland heißt und „Mach mit, Mausi Maus“ nur der Untertitel wäre. Erst beim genaueren Hinsehen wurde mir klar, dass Simone Sommerland die Autorin des Buches ist.
Mir war Simone Sommerland bis zu diesem Buch unbekannt, daher kam es wahrscheinlich zu dieser Verwirrung. Da sie aber anscheinend sehr viele Musikalben vor allem auch mit Kinderliedern veröffentlicht hat, kann ich den Gedanken des Verlages hinter der Coveraufmachung mittlerweile nachvollziehen. Ein wenig störend finde ich es trotz allem.
Die schöne Gestaltung, die mir bereits beim Cover aufgefallen ist, zieht sich glücklicherweise durch das ganze Buch. Hier möchte ich wirklich ein großes Lob an die Illustratorin Tina Nagel aussprechen. Sie hat hier eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Die Seiten sind wunderschön und sehr detailliert gestaltet, ohne übertrieben oder überladen zu werden. Die Farben sind kräftig, ohne schreiend zu wirken.
Die Geschichte von Mausi Maus ist ebenfalls sehr süß gemacht. Besonders gut gefällt mir, dass die Mitmachübungen „nur“ eine kleine Ergänzung zur Geschichte sind und nicht den Hauptfokus des Buches einnehmen. So hat man nämlich wirklich eine ansprechende Geschichte, die man vorlesen kann, welche auch noch mit mehreren guten Botschaften aufwarten kann. Und zusätzlich hat man noch die Möglichkeit kleine Musikübungen einzustreuen.
Das Buch ist aber nicht nur ein Mitmachbuch zum Thema Musik, sondern stellt auch die Themen Freundschaft und Mut in den Fokus. An machen Stellen ergibt sich aber ein wenig Erklärungsbedarf durch den Erwachsenen, welcher das Buch vorliest. Dies kann man jetzt negativ beurteilen oder als Chance sehen, dass man sich längere Zeit mit dem Buch und dem Kind beschäftigt.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Großartige Biografie
Helene Schweitzer Bresslau von Verena Mühlstein
Helene Bresslau, geboren am 25. Jänner 1879 in Berlin, wächst in einer jüdischen bildungsbürgerlichen Familie in äußerst harmonischen Verhältnissen auf. Der Vater wird, als Helene sieben Jahre alt ist, als Professor für Geschichte nach Straßburg berufen. Dort gibt es keinen Antisemitismus, deutsche Jüd*innen werden als Deutsche gesehen.
Helenes Vater ist das besonders wichtig. Er lässt auch seine drei Kinder taufen, womit diese dem Protestantischen Glauben angehören.
Helene genießt eine vorzügliche Bildung, soweit die in ihrer Zeit möglich ist, und erhält eine Ausbildung in einem typischen Frauenberuf – als Lehrerin.
Mit Anfang 20 lernt sie Albert Schweitzer kennen, der zu diesem Zeitpunkt längst beschlossen hat, weder zu heiraten noch eigene Kinder zu haben – er möchte sein Leben vielmehr Waisenkindern widmen. Ganz offen bespricht Albert Schweitzer seine Lebenspläne mit Helene, die sich darauf einstellt. Auch sie möchte nicht heiraten, sondern ein Leben als selbstständige berufstätige Frau führen. Zu Beginn ihrer Freundschaft liegt Albert Schweitzer viel daran, sie davon zu überzeugen, dass sie einen anderen Mann heiraten soll, denn die Konventionen der Zeit sehen alleinstehende, unverheiratete Frauen als „altes Fräulein“.
Zehn Jahre nach ihrem ersten Kennenlernen heiraten Helene und Albert. Dies ist kurz vor ihrer ersten Reise nach Afrika, wo sie das Krankhaus in Lambarene aufbauen.
Viel wird über die Gesellschaft der Jahrhundertwende in Deutschland berichtet, insbesondere über Frauenbildung, aber auch über den Antisemitismus im bildungsbürgerlichen Deutschland.
Helene Schweitzer-Bresslau unterstützt ihren Mann ihr gesamtes Leben lang und muss dafür einige Abstriche für sich selbst machen. Oftmals befindet sich Albert Schweitzer in Afrika, sie kann ihn aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht begleiten und leidet unter den Trennungen sehr. Befindet sich Albert Schweitzer in Europa, arbeitet er an seinen Büchern, oder er ist als Organist auf Konzertreise bzw. hält Vorträge. Zwar ist Helene für Albert die wichtigste Person in seinem Leben. Auch ist sie jene Person, die ihm jedes Kapitel seiner Bücher korrigiert, seine Korrespondenz führt und ihm wichtigste Gesprächspartnerin ist. Er kann und möchte jedoch nicht auf seine „Verpflichtungen“ verzichten, trotzdem er weiß wie sehr er damit Helene kränkt.
Für mich ein hochinteressantes Buch über Helene und Albert Schweitzer, die ich beide bis dato zu wenig kannte. Nicht nur über Helene erfährt die Leser*in ihren gesamten Werdegang, sondern auch das Leben von Albert Schweitzer habe ich en passant viel erfahren – über sein Leben als Arzt, Organist, Pastor und Philosoph. Helene Schweitzers war eine selbstbewusste Frau, die zumindest in ihren jungen Jahren ihr eigenes Fortkommen, ihre Freiheit und ein selbstständiges Leben, oft gegen die Konventionen, führte.
Eine Biografie, die wirklich sehr gern gelesen habe - absolute Empfehlung!
Rezensionen von Niko:
Gelungene Abschluss der Serera-Dilogie
Serera - Zweites Buch von Bruno Hof
"Serera - Zweites Buch: Die zwei Kriege" ist der zweite und abschließende Band der "Serera"-Reihe von Autor Bruno Hof.
Der zweite Band ist sehr spannend, damit man aber besser in die Geschichte eintauchen kann, empfehle ich auf jeden Fall vorerst Band 1, "Serera - Erstes Buch: Die zwei Welten" zu lesen.
Serera ist eine magische und komplexe Parallelwelt, geformt durch unsere Gedanken und Handlungen und durch Tore unserer Welt verbunden. "Die Eine" bringt Terror überall und Serera wird sich langsam von einer friedlichen Welt in eine Welt voller Kriege verwandeln.
Der Schreibstil ist sehr passend zur Geschichte. Man kann die Geschichte leicht verfolgen, auch wenn sehr viele Charaktere vorkommen. Die Erzählung wechselt oft zwischen die zwei Parallelwelten, unsere Welt und Serera. Jedes Mal war ich neugierig, was in der anderen Welt noch passiert ist.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, von kleinen unschuldigen Kindern, Jugendlichen, mehr oder weniger anständigen Erwachsenen, bis auf böse Kreaturen, die sich verwandeln können. Es gibt mehrere Handlungsstränge und Erzählperspektiven. Das hat geholfen, die Charaktere und ihren Beweggründe besser zu verstehen.
Mein Lieblingscharakter bleibt Tanja, das unschuldige Kind - der Autor lässt uns ab und zu Szenen durch ihre Augen und Gedanken sehen, was für mich was Besonderes war.
Mir hat sehr gefallen, dass die Menschen nicht nur gut oder böse waren, sondern auch gut und böse und man kann sehr gut beobachten, wie die Charaktere sich weiterentwickeln.
Das Buch ist ab 16 Jahren empfohlen. Es gibt sehr viele grausame Szenen, die sehr genau beschrieben worden, deshalb würde ich es auch nur für ältere Jugendliche oder Erwachsene empfehlen. Das Buch ähnelt fast einem Horror- oder Endzeitroman. Was nach dem Lesen des Buches mir im Gedanken geblieben sind, sind aber nicht die grausamen Szenen, sondern die anderen Themen, die angesprochen wurden, zB die politische Spielereien, wie die Menschen in Not- und Angstsituationen agieren, Freundschaft, Erwachsenwerden usw.
Nicht zuletzt möchte ich die Gestaltung des Buches loben. Mit ca. 700 Seiten ist das Hardcover Buch nach dem Lesen stabil und schön geblieben. Das Leseband ist sehr praktisch beim Lesen und innerhalb des Buches gibt es einige Extras, eine Übersetzung der Sereras Sprache, Karten und ein Personenverzeichnis. Ich habe mir oft diese Seiten angeschaut.
Fazit:
Mir hat das Buch mit seiner Gestaltung und den vielen Denkanstößen sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.
Rezensionen von brauneye29:
Magische Erzählung
Der Sternenstaubdieb von Chelsea Abdullah
Zum Inhalt:
Loulie ist bekannt als die Mitternachtshändlerin, die hinter illegaler Magie der Dschinn her ist, um diese auf dem Nachtmarkt zu verkaufen. Eines Tages lässt der Sultan sie verhaften damit sie für ihn eine verschollene magische Lampe findet. Falls ihr das nicht gelingt wird sie sterben.
Auf der Suche wird sie unter anderem von Prinz Omar begleitet, der die Gestalt anderer Menschen annehmen kann was Loulie allerdings nicht weiß.
Meine Meinung:
Irgendwie hat man gleich von Anfang an das Gefühl die Welt von tausend und einer Nacht und die arabische Welt zu betreten. Die Geschichte wird mit sehr viel Fantasie erzählt, ist voller Magie und Irgendwie bunt. Eine magische Welt und ein spannendes Abenteuer lässt einen durch die Seiten fliegen. Manches Mal passiert auch ein wenig zu viel auf einmal, aber dann wird es auch immer wieder etwas ruhiger. Loulie hat mir als Protagonistin schon gut gefallen, obwohl sie mitunter auch schon anstrengend ist.
Fazit:
Magische Erzählung











