Kunden em pfehlungen
Rezensionen von DoraLupin:
Abenteuer im Outback
Time Travellers - Nächster Sprung - Australien! von Stephanie Gessner
Das Cover hat mich gleich neugierig auf die Geschichte gemacht, die Klasse im Vordergrund und der Uluru und das Känguru machen Lust auf eine abenteuerliche Geschichte in Australien. Sehr schön finde ich auch die Buchklappen, auf dieser ist die ganze Klasse abgebildet und die jeweiligen Namen stehen mit dabei, so kann man immer wieder nachschauen von wem ich Buch gerade die Rede ist! Ab und zu finden sich ausserdem kleine schwarz-weiss Zeichnungen die gut zum Inhalt der Geschichte passen.
Inhaltlich geht es um folgendes: Eine ganz normale Klassenfahrt in den Odenwald? Fehlanzeige! Denn durch einen unglücklichen Zufall landet die 6G in Australien und die neue Referendarin Mayumi auf einer einsamen Insel. Wie sollen sie denn jetzt wieder nach Hause kommen? Und wie kann es überhaupt sein, dass man in der einen Sekunde mit dem Bus auf einer deutschen Autobahn unterwegs ist und in der nächsten im australischen Outback steht? Grace und Rio hingegen haben einen Verdacht: hat die neue Lehrerin vielleicht magische Fähigkeiten? Die Klasse ist sich jedenfalls schnell einig, wenn man schon mal aus Versehen in Australien landet, sollte man das doch eigentlich auch ausnutzen! Und so beginnt die wohl verrückteste Klassenfahrt der Welt!
Der Schreibstil ist einfach und locker- leicht zu lesen und eignet sich daher gut für Kinder ab ungefähr 10 Jahren. Da die Schrift relativ klein ist braucht sollte der Leser schon geübter sein. Die Autorin schafft es sehr gut Australien, das Outback, den Uluru und die anderen Sehenswürdigkeiten in der Geschichte bildhaft zu beschreiben und man bekommt richtig Lust selbst einmal nach Australien zu fliegen um sich alles anzusehen! Man lernt in diesem Buch einiges über dieses tolle Land und seine Bewohner kennen und dies ganz spielerisch und nebenbei!
Die Charaktere haben mir gut gefallen. Da eine ganze Schulklasse in der Geschichte mitspielt, bekommt man es natürlich mit den unterschiedlichsten Personen zu tun und ich mochte es wie die Unterschiede herausgearbeitet wurden. Auch der Klassenlehrer war sehr sympathisch und hat einen richtig tollen Job gemacht!
Das Abenteuer war sehr interessant zu lesen und ich war gerne bei dieser Reise mit dabei! Im Buch geht es auch ein wenig magisch zu, auch wenn diese fantastischen Elemente noch etwas im Hintergrund sind und einem auch noch ein paar Infos fehlen, die sicher in den nächsten Teilen der Reihe noch erweitert werden.
Fazit: Ein sehr interessantes Abenteuer mit sympathischen Charakteren in Australien.
Rezensionen von brauneye29:
Hochspannender Politthriller
Echokammer von Ingar Johnsrud
Zum Inhalt:
In Norwegen stehen Wahlen an und der Wahlkampf läuft auf Hochtouren. Gleichzeitig ist die Terrorabwehr in höchster Alarmbereitschaft wegen eines geplanten Anschlags. Verdächtigt wird eine rechtsextreme Gruppierung, die im Besitz großer Mengen Rizin sein soll. Die Terrorabwehr läuft auf Hochtouren, der Wahlkampf auch und das auch mit zweifelhaften Mitteln.
Die Möglichkeit, dass zwischen Wahlkampf und Anschlag ein Zusammenhang besteht kann nicht ausgeschlossen werden.
Meine Meinung:
Was für ein rasant erzählter Politthriller, bei dem es echt schwer fällt, das Buch mal aus der Hand zu legen. Was ich besonders bemerkenswert empfunden habe, ist die Aktualität, denn es werden viele Themen aufgegriffen, die gerade ganz Europa umtreiben. Auch politische Machenschaften werden deutlich und eben auch realistisch und damit vorstellbar erzählt. Das Buch ist enorm spannend und ich bin gespannt, ob eine Fortsetzung die doch recht hoch gelegte Latte des Buches überspringen kann.
Fazit:
Hochspannender Politthriller
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
Ein Naturführer der etwas anderen Art
Wilde Pflanzen essen von Christine Rauch; Ernestine Donnerberg
"Wilde Pflanzen essen" ist ein Naturführer und Sachbuch der etwas anderen Art. Auf 144 Seiten präsentiert Christine Rauch alias Survival Siglinde verschiedenste Kräuter, Sträucher und Bäume, die sich in der freien Wildbahn finden lassen. So verschieden die einzelnen Pflanzen sind, so haben sie doch eine Sache gemeinsam: Alle machen sich total gut als essbarer Snack oder verleihen dem Lieblingsrezept das "gewisse Etwas".
Das Buch beginnt mit einer kurzen, sympathischen Einführung in die Thematik. Survival Siglinde erklärt dem Leser die Vorteile von wilden Pflanzen, wie man sie am besten sammelt und aus welchen Teilen so eine Pflanze eigentlich besteht. Anschließend folgt eine Vorstellung der einzelnen Pflanzen, unterteilt in die oben genannten Kategorien, ebenso wie eine Rezepteübersicht. Ich persönlich würde mich nicht als Wildpflanzenkenner beschreiben und habe so gut wie keine Vorkenntnisse mitgebracht. Dadurch gab es für mich natürlich umso mehr zu entdecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass auch in dem Bereich etwas erfahrenere Leser noch das ein oder andere lernen können. Denn Survival Siglinde erklärt - ergänzt durch witzige, unterhaltsame Kommentare - nicht nur, wo die einzelnen Gewächse zu finden sind, was für Nährstoffe sie mitbringen und welche Heilkünste ihnen zugesprochen werden, sondern gibt auch noch einige Rezept- und Verwendungsideen mit an die Hand. Aber Vorsicht: Kochbegeisterte, die stets genaue Mengenangaben und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für ihre Gerichte benötigen, werden hier vermutlich eher enttäuscht werden. Denn es handelt sich bei den meisten Rezepten eher um eine Idee beziehungsweise grobe Inspiration ohne detaillierte Vorgehensweise, was für mich selbst allerdings keinen Kritikpunkt darstellt, da ich gerne nach Gefühl vorgehe.
Neben dem besonderen Humor trägt unter anderem auch die Gestaltung des Sachbuches dazu bei, es nicht aus der Hand legen zu wollen. Denn diese ist kunterbunt, gleichzeitig aber auch sehr gut durchstrukturiert. Es hat mir unheimlich viel Spaß bereitet, die vielen kleinen und großen Illustrationen zu entdecken.
Meiner Meinung nach hätten die tollen Zeichnungen aber noch durch Fotos der Pflanzen ergänzt werden können. Bei einigen Pflanzen gibt es ja bekanntlich giftige, zum Verwechseln ähnliche Doppelgänger. Allein durch Zeichnungen und Worte finde ich eine genaue Unterscheidung an dieser Stelle schwierig. Zwar bietet der Verlag eine App an, die man mit dem Buch verknüpfen und auf welcher man anschließend Fotos finden kann, ich persönlich bevorzuge es bei solchen Punkten jedoch, alles kompakt an einer Stelle zu haben.
Nichtsdestotrotz finde ich diesen Naturführer gut gemacht und würde ihn vor allem empfehlen, um sich einen Überblick über viele verschiedene Wildpflanzen zu verschaffen und Inspiration für die Küche einzuholen. Ich kann mir "Wilde Pflanzen essen" auf Grund der farbenfrohen, spannenden Gestaltung auch gut vorstellen, um Kindern erste Berührungspunkte mit der Thematik zu ermöglichen - auch, wenn das Buch wohl primär für Erwachsene gestaltet wurde.
4/5 Sterne
Rezensionen von brauneye29:
Sehr spannend
Der zweite Verdächtige von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Zum Inhalt:
Der neue Mandant von Rocco soll in einem Club einen Bekannten mit Liquid Ecstasy vergiftet haben, was der Mandant Jan Staiger vehement bestreitet. Rocco glaubt ihm und setzt alles daran ihn freizubekommen. Als es ein weiteres Opfer gibt sprechen alle Beweise gegen Staiger. Je mehr Rocco die Beweise überprüft, je mehr Abgründe tun sich auf.
Und er ist auf die Hilfe von Rechtsmediziner Jarmer mehr denn je angewiesen.
Meine Meinung:
Man merkt dem Autorenduo in den Büchern immer an, dass sie wissen, wovon sie schreiben. Durch die Kennzeichnung der Kapitel mit Ort, Datum und Zeit ist man immer genau im Bild wo man sich gerade befindet. Die Handlung ist sehr spannend geschrieben, wobei der Fall wirklich sehr verzwickte ist und die Ermittlungen schwer macht. Der Schreibstil hat mir wieder gut gefallen. Was mir allerdings nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass mit der Serie Schluß sein soll.
Fazit:
Sehr spannend
Rezensionen von nil_liest:
So geht Wiederauflage eines Klassikers!
Unico erwacht (Band 1) von Osamu Tezuka; Samuel Sattin
Was ein cooles Buch! Mit Unico erwacht wird die zauberhafte Welt eines fast vergessenen Klassikers neu belebt. Ursprünglich von Osamu Tezuka im Jahr 1976 geschaffen, hat sich die Geschichte um das magische kleine Einhorn Unico tief in die Herzen von Manga- und Comicfans eingebrannt. Nun kehrt Unico in einer modern interpretierten Version von Samuel Sattin und dem Künstlerduo Gurihiru zurück, um eine neue Generation von Leserinnen und Lesern zu verzaubern, dennen Unico noch gänzlich unbekannt ist.
Das Original von Osamu Tezuka, der oft als "Gott des Manga" bezeichnet wurde, erschuf mit Unico eine Geschichte, die tief in der japanischen Mythologie und in universellen Themen wie Freundschaft, Verlust und Wiedergeburt verwurzelt ist. Ursprünglich erschien Unico als Manga in den 1970er Jahren und wurde später auch in zwei Anime-Filmen adaptiert. Die Geschichte dreht sich um ein magisches Einhorn, das die Fähigkeit besitzt, Liebe und Glück zu schenken. Doch die Göttin Venus, eifersüchtig auf Unicos Einfluss, verbannt ihn immer wieder an fremde Orte und löscht seine Erinnerungen.
In der Neuinterpretation Unico erwacht greifen Sattin und Gurihiru die Essenz von Tezukas Werk auf, während sie es gleichzeitig in ein neues visuelles und erzählerisches Gewand kleiden. Wir finden es frisch und cool! Die farbenfrohen, ausdrucksstarken Illustrationen fangen die Magie und Emotionalität der Geschichte perfekt ein. Besonders dynamisch sind die Passagen, die ganz ohne Text auskommen und nur durch die Kraft der Bilder die Handlung vorantreiben. Daher auch so gut für Erstleser geeignet, denn die Geschichte wird vorrangig von den Bildern getragen und das Lesen passiert (fast) von alleine!
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt: Venus, die Unico aufspüren und vernichten will, der Westwind, der Unico zu retten versucht, und Unicos eigene Abenteuer.
Die Illustrationen von Gurihiru sind nicht nur eine Hommage an Tezukas Originalstil, sondern setzen auch eigene Akzente. Die leuchtenden Farben und der moderne Zeichenstil machen Unico erwacht zugänglicher für ein breiteres Publikum, ohne die Ursprünglichkeit der Geschichte zu verlieren. Ein besonderes Highlight ist der Vergleich mit dem alten Unico am Ende des Buches, der einen faszinierenden Einblick in die Weiterentwicklung der Figuren und der Erzzählweise gibt. Super für alle die den Klassiker (noch) nicht kannten.
Die Geschichte ist fantasievoll, spannend und liebevoll erzählt, mit Figuren, die das Herz im Sturm erobern. Der Cliffhanger am Ende lässt uns gespannt zurück: Wohin wird Unicos Reise als nächstes führen? Wir freuen uns auf Band 2: Unico wird gejagt!
Toll ab 8 Jahren, auch schon in der ersten Klasse – oder noch besser zum Zeugnis nach der 1. Klasse als Leseansporn!
Rezensionen von ingrid78:
sehr informativ
52 wilde Fermente von Alexis Goertz; Jonas Grube
"52 wilde Fermente" ist wertig verarbeitet, ich mag die matte Optik und das etwas dickere Papier im Innenteil. Die Schriftgröße ist angenehm, viele Fotos ergänzen den Text. Besonders die Fotos im Rezeptteil sind ansprechend und machen Laune, die Rezepte auszuprobieren. Die kurzen Kapitel lesen sich gut, so kann man immer mal pausieren und wird nicht überfordert.
Der erste Teil des Buchs besteht aus Informationen zu den Grundlagen des Fermentierens, der Philosophie dahinter, der Wirkung auf die Gesundheit. Im zweiten Teil geht es um die Techniken, wie man richtig sammelt und was es alles zu beachten gibt. Einiges war mir schon bekannt, aber es gibt auch viele neue interessante Infos.
Im dritten Teil des Buchs dreht sich alles um Rezepte, um die gelernten Techniken anwenden zu können. Und hier kommt man auf seine Kosten, wenn man abseits der bekannten Gemüse fermentieren möchte. Die einzelnen Pflanzen werden vorgestellt, was ich sehr informativ finde. Ich kann es gar nicht mehr erwarten, bis der Holunder blüht und ich Holunder-Fassbrause ansetzen kann, den kenne ich noch aus meiner Kindheit. Für mich ist das Buch eine Bereicherung, ich kann es allen empfehlen, die gerne mal etwas anderes, wildes fermentieren wollen.
Rezensionen von Frechdachs:
Ein fabelhafter Auftakt einer neuen Jugend-Fantasy-Buchreihe im maritimen Setting
Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen von Katherine Rundell
Die Vorschusslorbeeren zu Katherine Rundells aktuellem internationalem Fantasybestseller "Impossible Creatures - Das Geheimnis der unglaublichen Wesen" haben mich persönlich sehr neugierig gemacht. Wird die Autorin doch über den grünen Klee gelobt und sogar mit den Koryphäen Tolkien und Pullman verglichen.
Beide genannten Autoren sind für mich keine Unbekannten und stehen für mich persönlich für richtig gute Fantasyunterhaltung. Kann Rundells Werk dort dann wirklich mithalten?
Die Ausstattung zum Buch stimmte mich bereits sehr froh. Mit einer Karte, um das turbulente Geschehen während dem Lesen besser zu verfolgen sowie einem anfänglichen Überblick zu den fabelhaften Wesen (inklusive Illustrationen) ist das Buch von aller Anfang bestens gerüstet.
Die Stilistik Rundells selbst lädt dazu ein sich bereits zu Beginn fallen zu lassen und sehr eng mit den beiden Hauptprotagonisten auf Tuchfühlung zu gehen. So stolpert man dann fast, wie Christopher im Buch, in ein rasantes maritimes Abenteuer.
Mal und Christopher bilden das Duo, das sich sehr schnell anfangs im Buch findet. Beide Charakteren sind zwar schnell greifbar, ich hätte mir allerdings dann hier und dort noch mehr Details zu ihren Hintergründen gewünscht. Dies würde auch der abenteuerlichen Erzählung noch mehr Tiefgang geben.
Teilweise kommt mir dieser Band vor wie ein Prequel. Dies macht allerdings der durchweg spannenden Story keinen wirklichen Abbruch.
Die bereits zuvor genannten Vorschusslorbeeren sowie die Vergleiche mit renommierten Fantasyautoren kommen daher nicht von ungefähr und Rundell kann sich schon mit den Werken von Pullman messen lassen. An einen Tolkien kommt die Autorin allerdings dann nicht ganz ran. Aber dies hatte ich ehrlich gesagt auch so nicht wirklich erwartet. Am ehesten ist das vorliegende Werk wohl mit Pullmans "His Dark Materials"-Büchern und der Narnia-Buchreihe von Lewis vergleichbar.
Alles in allem bietet sich hier eine neue maritime Fantasywelt, die entdeckt werden möchte. Für mich persönlich bot das Werk richtig gute Unterhaltung, bei der man von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebert.
Rezensionen von ingrid78:
wahnsinnig spannend
Don't Let Her Stay von Nicola Sanders
Joanne freut sich auf den Besuch der erwachsenen Tochter ihres Mannes aus erster Ehe. Sie zeigt sich von ihrer besten Seite, versucht Chloe eine Familie zu bieten, doch Chloe ist bösartig und weiß sich zu verstellen. Das Unheil nimmt seinen Lauf.
Als ich den Klappentext gelesen hatte, war klar, dass ich das Buch lesen muss.
Popcornkino trifft es gut, denn ich habe das Buch tatsächlich am Stück gelesen. Auch wenn hier das Rad nicht neu erfunden wurde und die Protagonistin teils blauäugig und naiv wirkt, ist die Spannung permanent hoch und ich musste unbedingt wissen, wie die Story endet. Wie bei einem Blockbuster, wo man genau weiß, wie es ausgeht, die Person am liebsten schütteln würde, aber die Faszination so hoch ist, dass man nicht abschalten kann.
Der Schreibstil ist schön flüssig zu lesen, die wenigen Figuren werden eingeführt. Wobei Joanne am besten gezeichnet ist. Sie wirkt etwas naiv, was sich in ihrem Verhalten zeigt. So sehr sie sich freut, als Chloe, die Tochter ihres Mannes zu Besuch kommt, so schnell wird das ganze zu einem Alptraum. Aus Joannes Sicht erlebt man ihre Gefühle hautnah und fiebert mit ihr mit. Popcornkino, Spannung und beste Unterhaltung.
Rezensionen von begine:
Die Zornesfalte
Wie du mich ansiehst von Eva Lohmann
Wie du mich siehst, ist ein interessanter Roman der Autorin Eva Lohmann.
Es geht ums älter werden, unsichtbar sein, Tod und Trauer und die fünfzehn jährige Tochter. Johanna ist über vierzig. Ihr Mann ist Marinekapitän und viel unterwegs.
Sie meistert alles ganz gut. Ihr Blumenladen floriert und sie hat den Schrebergarten ihres Vaters geerbt.
Nur die Zornesfalte auf der Stirn stört sie.
Rezensionen von ReiShimura:
Cosy oder eher Comedy Crime
Die mörderischen Cunninghams. Jeder im Zug ist verdächtig von Benjamin Stevenson
Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Reihe „Die mörderischen Cunninghams“. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen und bis vor dem Buch auch noch nie etwas von dem Autor gehört. Trotzdem haben mich der Titel und der Klappentext neugierig gemacht und ich musste das Buch einfach unbedingt lesen.
Dem Autor scheint bewusst zu sein, dass nicht jeder die Reihe in der vorgesehenen Reihenfolge lesen wird. Er gibt nämlich immer wieder kleine Hinweise auf den ersten Band, ohne allerdings zu sehr ins Detail zu gehen oder zu viel zu verraten. Neudeutsch würde man wohl sagen, dass er die Leserin / den Leser „antriggert“ den ersten Band ebenfalls zu kaufen.
Ernest Cunningham ist der Protagonist des Buches der unbedingt ein zweites Buch, genauer gesagt einen zweiten Krimi schreiben soll. Was das ganze Buch jetzt so besonders macht, ist, dass es aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Also das Buch das Ernest schreiben soll oder geschrieben hat, ist genau das Buch, welches man gerade liest. Klingt ein wenig verwirrend und skurril? Ist es teilweise auch tatsächlich. Wobei ehrlich gesagt verwirrend fand ich es beim Lesen eigentlich gar nicht nur äußerst skurril und witzig. Vor allem weil sich Ernest immer wieder an den Leser wendet und in einen „Dialog“ mit ihm tritt.
So werden am Anfang zum Beispiel Regeln aufgelistet, welche einzuhalten sind, und von Ernest auch eingehalten werden, wie man einen Krimi schreibt. Des Weiteren gibt er Hinweise darauf, wie oft er im Laufe der Geschichte den Namen des Mörders erwähnen wird. Für alle die zu faul sind eine Strichliste zu führen. An mehreren Stellen wird ein aktuelles Ranking präsentiert. Ernest ist nämlich so freundlich und erstellt die Liste für den faulen Leser.
Der Autor des Buches, an dieser Stelle muss man wirklich gut aufpassen, denn hier meine ich Benjamin Stevenson und nicht sein Alter Ego Ernest Cunningham, ist ein preisgekrönter Stand-up Comedian. Dies habe ich zumindest seiner Biografie entnommen. Dies merkt man seinem Buch auch deutlich an. Über die Qualität der Witze lässt sich wie immer natürlich streiten, alles eine Frage des Geschmacks. Mir persönlich haben sie im Großen und Ganzen aber gut gefallen und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.
In der Ankündigung wird das Buch mit dem Agatha Christie Klassiker „Mord im Orientexpress“ verglichen. Da muss man schon mal schlucken, denn wie gesagt, das ist eben ein Klassiker. Nach der Lektüre des Buches kann ich dem Vergleich bedingt zustimmen. Ich lehne mich jetzt zwar ein wenig aus dem Fenster und behaupte an den erlesenen und gehobenen Stil von Agatha Christie kommt Benjamin Stevenson nicht ran und auch Ernest Cunningham ist alles andere als ein belgischer Gentleman. Meine Vermutung ist aber, dass weder der eine noch der andere, ich erwähnte ja schon, ein wenig verwirrend das Ganze, dieses im Sinn hatte. Die Handlungsstränge der Bücher weisen Übereinstimmungen auf, die nicht von der Hand zu wischen sind und die den Wahrheitsgehalt des Vergleiches unterstreichen.
Das Buch als Persiflage zu bezeichnen ist wahrscheinlich eine Spur zu hoch gegriffen. Die Geschichte weist alle Elemente auf, die es bei einem guten Krimi braucht. Ich verweise hier wieder auf den Hinweis bezüglich der Regeln. Und meiner Meinung nach ist es auch wirklich ein guter Krimi, mit interessanten und vielschichtigen Charakteren und einigen Wirrungen und Irrungen. Trotzdem nimmt sich das Buch selbst nicht ganz ernst.
Ich befürchte meine Bewertung des Buches ist genauso skurril und verwirrend wie das Buch selbst. Anscheinend habe ich mich von den beiden Herren inspirieren lassen.
Daher noch einmal in kurzen und hoffentlich weniger verwirrenden Worten: Ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen.











