Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Nichts für schwache Nerven
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
„Der Prätorianer“ ist der Auftakt einer spannenden Thrillerreihe von dem dänischen Autor Tobias Bukkehave.
Direkt zu Beginn werden die eigenwillige Kriminalkommissarin Sara Levin und ihr Partner Janus West zu einem Einsatz gerufen, der deutlich macht, dass das Buch nichts für schwache Nerven ist.
Dieser Einsatz ist allerdings nichts im Gegensatz zu dem, was danach kommt. Bei dem nächsten Tatort handelt es sich um eine Trafostation, in der eine brutal zugerichtete Leiche kunstvoll inszeniert wurde. Schnell wird klar, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt, da es weitere Tote gibt, die ähnlich grausam zugerichtet wurden.
Tobias Bukkehave nimmt sich Zeit, seine Protagonisten einzuführen. So habe ich schnell ein gutes Bild von Sara und Janus erhalten, aber auch von Saras Bruder Adam, der als Profiler zu den Fällen hinzugezogen wird. Ihre Zusammenarbeit gefiel mir sehr, da ich ihre Ansätze und Vorgehensweise nachvollziehbar fand.
Die Spannung ist von Beginn an hoch. Der Mörder arbeitet mit lateinischen Inschriften und Symbolen aus der Zeit des römischen Kaisers. Christian Levin, der Vater von Sara und Adam sitzt als verurteilter Serienmörder im Gefängnis und wird aufgrund seiner Kenntnisse in dieser Thematik zu dem Fall hinzugezogen.
Die kunstvoll inszenierten Ritualmorde, die damit verbundenen Bezüge zur römischen Antike, tiefe Blicke in psychologische Abgründe und die persönlichen Verhältnisse in der Familie Levin sorgen für ein ganz besonderes Thrillererlebnis, da durchgehend die Frage im Raum schwebt, ob die Vergangenheit der Levins etwas mit den aktuellen Ereignissen zu tun hat.
Da die Grausamkeiten des Mörders sehr detailliert geschildert werden und der Autor dafür sorgt, dass zwangsläufig ein wildes Kopfkino entsteht, muss man wirklich starke Nerven haben.
Wer Spannung in eisiger Atmosphäre mag und gerne in menschliche Abgründe blickt, der liegt mit diesem Thriller richtig.
Rezensionen von cosmea:
Eine Geschichte von Liebe und Rache
Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester
Im Mittelpunkt von John Lanchesters neuem Roman steht das Ehepaar Jack und Kate Mittlestone. Sie sind seit Jahrzehnten glücklich verheiratet und leben in London. Jack ist Architekt, Kate eine ehemalige Lehrerin. Dann stirbt Jack plötzlich. In ihrer tiefen Trauer sucht Kate Trost in ihrem Lesekreis.
Dort schwärmen alle von der neuen Streaming-Serie “Betrug“, erzählen einzelne Szenen und zitieren aus den Filmen. Kate ist zutiefst entsetzt, weil jemand ihre Ehe mit intimen Szenen und zahllosen peinlichen Details zu einer Fernsehserie verarbeitet hat. Wie kann Phoebe Mull, die Autorin des Drehbuchs, das alles wissen? Kate vermutet zunächst, dass ihr geliebter Ehemann ihr untreu war, und mit seinen Geliebten dieselben Dinge getan und dieselben Sprüche von sich gegeben hat. Dann beginnt sie Nachforschungen anzustellen und findet mit Hilfe eines technisch versierten Freundes eine andere Erklärung. Kate plant erfolgreich eine grausame Rache, bei der sie keine Grenzen kennt.
Der Roman ist zugleich Rachekomödie und Gesellschaftssatire, die die Boomer und die Millennials zu erbitterten Gegnern werden lässt, aber es ist nicht alles komisch. Vieles ist fies und grausam und ziemlich düster. Mir hat der wendungsreiche Roman trotz einiger Längen gefallen, auch wenn einige Episoden nicht besonders plausibel und teilweise vorhersehbar sind. Gelungen finde ich, dass die Kontrahentinnen Kate und Phoebe ihre Geschichte aus ihrer jeweiligen Perspektive erzählen. Das alles ist nicht leicht zu lesen, aber lesenswert.
Rezensionen von Claudia R.:
humorvoll, gruselig
Süßes und Saures mit Juli von Petra Eimer
Klappentext / Inhalt:
Der 5. Band der Erfolgsreihe um Paul und sein freches Pferd Juli - erzählt mit viel Herz und schaurig-schönem Humor
An Halloween wollen wir endlich mal wieder etwas gemeinsam unternehmen. Einen nächtlichen Ausflug mit der GANZEN BANDE! Natürlich gibt es nichts Süßes für die Tiere, dafür aber umso mehr Saures für uns.
Anna hat nämlich mit Max gewettet, dass er es nicht schafft, sie zu erschrecken, aber da kennt sie Max und seine Streiche leider schlecht! Max hat ja bekanntlich immer die besten (und wildesten) Ideen, aber diesmal treibt er es WIRKLICH zu weit ... Gut also, dass Juli und ich auch noch da sind, um die Situation unter Kontrolle zu bringen! Nur leider haben wir die Rechnung ohne Julis Fohlen Juno gemacht ...
Coole Gestaltung im Comic-Roman-Stil und mit über 300 vierfarbigen Illustrationen der Autorin
Bandenleben mit Hund und Pferd - hier ist tierischer Lesespaß garantiert.
Der Titel ist bei Antolin gelistet
Cover:
Gruselig starkes Cover welches Neugier und Interesse weckt. Das Cover wirkt lustig und fröhlich, man erkennt mehrere Kids, Verkleidungen und ein Pferd, sowie ein Einhorn. Das Cover ist richtig cool gestaltet und auch der Titel macht neugierig auf mehr. Das Cover ist passend gestaltet. Auch ein Wiedererkennungseffekt zu den anderen Covern ist vorhanden.
Meinung:
Gruselig coole Geschichte, die für gute Unterhaltung sorgt und richtig klasse gestaltet und illustriert ist. Dies ist der fünfte Band aus der Juli Reihe. Die Bücher können sehr gut unabhängig und in unterschiedlicher Reihenfolge gelesen werden, da jedes Buch eine ganz eigene Geschichte enthält und eine andere Thematik. Diesmal steht Halloween vor der Tür und es wird gruselig spannend und humorvoll.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Schnell ist man im Geschehen und auch in die Charaktere und die Situationen findet man sich schnell und gut hinein. Der Schreibstil ist angenehm, leicht und gut lesbar. Eine Mischung aus Erzählung und Passagen mit Comicteil lockert das Ganze sehr gut auf. Die Comic Passagen bringen etwas locker leichtes hinein und sind besonders von Leseanfänger und Einsteiger sehr angenehm. Die Mischung aus Geschichte und Comicteil ist gut gelungen und geht sehr schön ineinander über.
Zu Beginn gibt es eine kurze Vorstellung der Charaktere und dann geht es auch schon los. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme und gute Länge. Die Anfänge sind gut erkennbar und auch die Gestaltung dieser ist gut gelungen. Die Überschriften sind passend gewählt, ohne zu viel zu verraten.
Die Juli Bücher machen immer sehr viel Freude, da sie sehr positiv und liebevoll umgesetzt werden. Man merkt, dass viel Herzblut in den Geschichten, aber auch den Illustrationen und dem Gesamtwerk steckt und sich viele Gedanken dazu gemacht wurden.
Ein tolles Buch nicht nur zu Halloween gedacht, mit einer humorvollen, leicht chaotisch und gruseligen Geschichte, die viel Freude macht. Es sorgt für Unterhaltung und Spannung. Ein wirklich tolle Geschichte und am Ende die Outtakes, das Rezept und die Einblicke zu den echten Figuren sind wieder richtig klasse und rundes es perfekt ab.
Fazit:
Gruselig, humorvoll, spannende Geschichte, die nicht nur an Halloween überzeugt.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :
Alles eine Frage des Glaubens
Popóm von Johanna Sebauer
Wie es wohl ist, jemanden zu haben, der dein Leben schon durchgespielt hat? Johanna Sebauer dekliniert diese Frage in ihrem neuen Roman Popóm lustvoll durch. Man muß ihm einfach glauben, sagt Hendrik Popom am Beginn. Ich tue das als Leser unbedingt, denn der Aufhänger der Geschichte ist genial. Hendrik trifft sich selbst in Gestalt eines um Jahrzehnte gealterten Ichs.
Allein wie diese erste Begegnung beschrieben ist, dieses Erkennen ohne jeden Zweifel mitten in der lärmenden Geschäftigkeit eines Kiosks, lässt mich nicht mehr los. Seebauer gelingt es, die phantastische Story spannend zu halten, erzählt geradlinig und unsentimental, humorvoll auch in den knappen Dialogen von Er und Ich. Sie schärft den Blick auf mein eigenes Leben. Soweit, dass ich in einem Bankhaus auch schon fast glaube, mein Alter Ego zu sehen: Der Mann trägt einen ähnlichen Strohhut und eine Filztasche der „Zeit“, in meiner Art um die rechte Schulter gehängt Er ist etwa zehn Jahre älter und ich weiß: Der ist nicht ich. Aber wer weiß, vielleicht ein anderer?
Rezensionen von Annaja:
Zwischen zwei Welten
Gib mir alles von Alexandra-Maria Pipos
Ihr Debütroman ist der Autorin Alexandra-Maria Pipos sehr gut gelungen.
Ioana, bzw. Johanna hat es geschafft, ein Studium in Deutschland und nun ist sie gerade auf dem Weg nach oben. Ein toller Job mit guten Zukunftsaussichten und ein attraktives Gehalt stehen für sie bereit.
Ihre Eltern sind mit ihr als Kleinkind damals, nach Deutschland ausgewandert, sind fleißige Menschen, die sich anstrengen, doch erst für ihre Tochter Johanna lohnt es sich wirklich.
Aber der Preis ist hoch, sie muss in dem Unternehmen, wo man viel von ihr hält und auf sie zählt, ständig verfügbar/abrufbar sein, gute Ideen haben, die Konkurrenz/Kollegen ausstechen, immer besser sein, als die anderen. Sie gibt alles!
Als die dann plötzlich in ihre Heimat nach Rumänien fliegen muss, um an der Beerdigung des Großvaters teilnehmen zu können, kippt der Vorsatz.
Das ganze Prozedere rund um den Tod, die Beerdigungsbräuche, das scheinheilige Getue der Angehörigen nimmt sie gefangen, sie muss sich dieser Familie stellen, ihre Lügen und ihre Tränen ertragen, sie muss Rede und Antwort stehen. Hat es sich gelohnt, dass die Eltern mir ihr damals ausgewandert sind? Ist alles perfekt, da wo sie jetzt lebt? Das Geld, ihre regelmäßigen Überweisungen jedenfalls wurden sehr dankbar angenommen und dennoch fehlt jetzt schon wieder Geld für die Grab des Opas.
Ioana sieht die Gegensätze zu ihrem jetzigen Leben, sie vergleicht.
Ein aufwühlender, intensiver und einfühlsamer Roman, der hinter die Fassade schaut, ein Buch, das sehr authentisch geschrieben wurde.
Wunderbar!
Rezensionen von Bücherfreundin:
Über das Älterwerden
Tschikago von Alexandra Stahl
In "Tschikago", dem aktuellen Roman von Alexandra Stahl, steht neben dem Leben der Großeltern der Autorin das Älterwerden im Fokus.
Nach dem Scheitern ihrer Ehe zieht die Mutter der damals 3-jährigen Ich-Erzählerin Alexandra zu ihren Eltern in ein kleines Dorf in Unterfranken. Fortan wächst das Mädchen in der Nähe der Großeltern auf und erinnert sich Jahre später mit viel Liebe und Humor an die gemeinsame Zeit.
Die Großeltern sind noch jung, bei Alexandras Geburt ist ihre Großmutter 46 Jahre, der Großvater 49 Jahre alt. Die Großmutter arbeitet bis zu ihrer Frühpensionierung wegen Schwerhörigkeit in einer Holzfabrik. Sie sammelt Puppen, schaut regelmäßig die Spielshow "Glücksrad", gibt Tupperpartys und füttert zum Leidwesen des Großvaters neben den beiden eigenen auch streunende Katzen. Der Großvater ist als Elektriker in einer Chemiefabrik tätig. Er liest Böll, sieht regelmäßig "Ran" und hortet Steckdosen und Verlängerungskabel. Die Ehe des Paares ist nicht perfekt, häufig gibt es kleine Streitereien, doch am Ende eines jeden Tages "sind sie unzertrennlich".
Der Roman ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil lernen wir die Großeltern der Autorin kennen, im zweiten Teil fängt die mittlerweile 29-Jährige nach dem Tod des Großvaters in einem Berliner Seniorenheim als Ehrenamtlerin an. Anfangs besucht sie einmal wöchentlich eine Bewohnerin, später leitet sie eine Biografiegruppe, in der die Senioren ihre persönlichen Erinnerungen miteinander teilen. Im dritten Teil des Buches erinnert die Autorin sich an zurückliegende Besuche bei der Großmutter.
"Tschikago" ist ein Buch über das Älterwerden, die Beschwernisse des Alters und das Abschiednehmen. Alexandra Stahl erzählt die Geschichte ihrer Großeltern in schöner Sprache, die Dialoge im fränkischen, für mich gut lesbaren und verständlichen Dialekt. Mit viel Wärme, Empathie und Humor beschreibt sie das Zusammenleben zweier Menschen, die 57 Jahre eng verbunden waren. Obwohl mir dieser erste Teil des Buches am besten gefallen hat, habe ich auch die teils sehr berührenden Geschichten über die Heimbewohner und ihre Gespräche und Lebensweisheiten, teils im Berliner Dialekt, gern gelesen. Der dritte Teil konnte mich leider nicht überzeugen, er folgt keinem roten Faden und springt zwischen Erinnerungen an die Besuche bei der Großmutter, dem eigenen beruflichen Werdegang und losen Gedankensplittern hin und her.
Ich habe das Buch, das keine durchgehende Geschichte erzählt, gern gelesen. Ich mochte nicht nur die authentisch beschriebenen Großeltern der Autorin, sondern auch ihre ruhige und liebevolle Erzählweise, ihren wunderbaren Humor und die im Dialekt geschriebenen Dialoge.
Leseempfehlung für alle, die sich für das Thema Älterwerden interessieren und bereit sind, sich auf einen fragmentarischen Erzählstil einzulassen.
Rezensionen von beavielleser :
Freundschaft kennt kein Alter
Der Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson
Eva nimmt eine Stelle in einem entlegenen Dorf an, um einen seltenen Käfer zu finden. Diese Stelle ist eine Flucht vor ihrem bisherigen Leben und dem Verlust ihres Baby's. Sie richtet sich in ihrem neuen Zuhause ein und macht sich an die Arbeit.
Ihre Nachbarin, eine schrullige, alte Frau, ist nicht begeistert ist von Eva's Anwesenheit und das bekommt Eva deutlich zu spüren.
Doch schon bald entdecken die beiden Frauen, dass sie ein ähnliches Schicksal verbindet. Und auch der Unmut über den geplanten Tagebau um den Larvikit-Stein abzubauen, eint die beiden Frauen.
Eva ist manchmal ein bisschen übergriffig und egoistisch, aber ihre Liebe zur Natur und ihr netter Umgang mit Olga machen sie sehr sympathisch.
Auch Olga mit ihrer eigenbrötlischer Art mochte ich sehr.
Ein vielschichtiges Buch über ein Familiengeheimnis, Trauerbewältigung und den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur.
Eva nimmt eine Stelle in einem entlegenen Dorf an, um einen seltenen Käfer zu finden. Diese Stelle ist eine Flucht vor ihrem bisherigen Leben und dem Verlust ihres Baby's. Sie richtet sich in ihrem neuen Zuhause ein und macht sich an die Arbeit.
Ihre Nachbarin, eine schrullige, alte Frau, ist nicht begeistert ist von Eva's Anwesenheit und das bekommt Eva deutlich zu spüren.
Doch schon bald entdecken die beiden Frauen, dass sie ein ähnliches Schicksal verbindet. Und auch der Unmut über den geplanten Tagebau um den Larvikit-Stein abzubauen, eint die beiden Frauen.
Eva ist manchmal ein bisschen übergriffig und egoistisch, aber ihre Liebe zur Natur und ihr netter Umgang mit Olga machen sie sehr sympathisch.
Auch Olga mit ihrer eigenbrötlischer Art mochte ich sehr.
Ein vielschichtiges Buch über ein Familiengeheimnis, Trauerbewältigung und den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Ein gutes Buch, das zu viel sein will
Die Träume, die wir hatten von Christiane Hoffmann
Die deutsche Journalistin und Autorin Christiane Hoffmann hat vor ihrem neuesten Werk schon andere Bücher zur Verbindung vom Persönlichem und Historischem geschrieben, etwa eines zum Iran und eines zur Fluchtgeschichte ihres Vaters. Nun hat sie sich die große Aufgabe gestellt, die Entwicklungen in den postsowjetischen Staaten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit nicht nur einem, sondern gleich mehreren persönlichen Themen zu verbinden.
Eines dieser Themen ist ihr eigenes Verhältnis zu diesen Staaten, denen sie seit Jahrzehnten tief verbunden ist: sie hat unter anderem Slawistik studiert, spricht sehr gut Russisch und ist schon in den 1980er Jahren als junge Austauschstudentin in die Sowjetunion und danach viele Male privat und beruflich in deren Nachfolgestaaten gereist, hat viele Freunde und Bekannte in diesen Regionen. Die Sehnsucht und Hoffnung auf einen friedlichen Neubeginn und eine positive Weiterentwicklung dieser Regionen hat die Autorin und viele andere Menschen durch die 1990er Jahre und darüber hinaus getragen. Spürbar wird ihre Liebe zu diesen Ländern, genauso wie ihre detaillierten Kenntnisse über all die politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen dieser Zeit danach, über Träume und Hoffnungen, die sich letztendlich nicht alle erfüllt hatten.
Das wäre also schon mehr als genug für ein äußerst fundiertes Buch gewesen: einerseits sachbuchartig die Entwicklungen in Osteuropa von den 1980ern bis heute darzustellen und damit auch die Hintergründe des Ukrainekrieges, der für viele nicht so mit diesen Themen vertraute Menschen äußerst überraschend gekommen ist, zu erzählen, wie es die Autorin auch tut. Und andererseits diese sachbuchartigen Erläuterungen mit persönlichen Einblicken, Erzählungen und Bezügen aufzulockern.
Doch noch ein weiteres, ebenfalls emotional äußerst heftiges und tiefgreifendes Thema, hat sich die Autorin für dieses Buch vorgenommen: den Suizid einer Freundin, der zeitlich mit dem Beginn des Ukrainekrieges zusammenfiel und mit der sie das Interesse für die Länder Osteuropas und insbesondere für die Lyrik Anna Achmatowas verbunden hat.
Das Buch ist stilistisch also eine mutige Mischung aus sehr nüchtern-sachbuchartig geschriebenen Passagen etwa über politische Verhandlungen zwischen den USA und Russland über Abrüstung im atomaren Bereich und die Entwicklung einer gemeinsamen Weltmachtposition (so von Russland erhofft, von den USA aber nie ernst gemeint), sehr persönlichen Ausschnitten voll Trauer samt Briefen an die verstorbene Freundin und der Frage nach dem Warum, und Einblicken in die Begegnungen und Erlebnisse der Autorin in Osteuropa.
Ob man diese Verknüpfungen und die damit verbundenen zahlreichen stilistischen Brüche innerhalb des Buches zu viel des Guten oder gerade durch diese ganz unterschiedlichen Stile genial findet, hängt sicher auch viel davon ab, in welcher Verfassung sich die am Buch interessierten Menschen gerade befinden und wie sehr man sich darauf einlassen kann.
Für mich persönlich war gerade der Wechsel aus sehr nüchterner-sachbuchartiger Erzählweise und dann wieder den so persönlich-emotionalen Abschnitten schwierig zu bewältigen, ich hatte oft das Gefühl, mich auf dieses Buch dadurch nicht voll und ganz einlassen zu können und habe mich an manchen Stellen von der Fülle der Informationen erschlagen und an anderen wiederum emotional überwältigt gefühlt. Jedenfalls war es nicht möglich, das Buch in einem durchgängigen, einigermaßen konsistenten, emotional-verbundenen oder sachlich-distanzierten Zustand zu lesen.
Was ich jedenfalls sagen kann: das ist ein Buch, das sehr viel Raum braucht und ihn sich auch nimmt. Man hat nur die Wahl, dem Buch diesen Raum zu geben, zeitlich, sachlich wie emotional, oder die Lektüre über einen längeren Zeitraum zu strecken - was aber wiederum das Dranbleiben an den vielen Themen schwierig macht - oder ganz bleiben zu lassen.
Dabei ist es durchaus eine lohnende Lektüre, insbesondere auf der Sachbuchebene: wer sich bisher noch nicht viel mit diesen Themen beschäftigt hat, kann sehr interessante neue Einblicke in die differenzierten Hintergründe des jetzigen Russland-Ukraine-Konfliktes, aber auch vieler anderer Staaten, die ehemals zur Sowjetunion gehörten, gewinnen. Auf dieser Ebene lohnt sich die Lektüre also sehr, wird allerdings damit erkauft, sich zwischendrin auf das hochemotionale Thema der Schuld rund um den Suizid der Freundin der Autorin einlassen zu müssen.
Wer sich hingegen vorrangig für das Thema Hinterbliebene nach Suizid und Umgang mit Schuld interessiert, dem empfehle ich eher andere Werke dazu (etwa "Von dem, der bleibt" von Matteo B. Bianchi. Es ist dieses ein so großes und schweres Thema, dass es ein Buch verdient hätte, das sich voll und ganz diesem widmet und nicht gleichzeitig mindestens ein halbes Sachbuch zur Aufarbeitung sehr interessanter, aber inhaltlich ganz anderer politischer Themen verschiedener Länder sein will.
Rezensionen von Lerchie:
Von Neid zerfressen
Der Wille der Gräfin von Ada Caine
Die Junge Komtess Hanna, die ihr Erbe verloren hat, findet Zuflucht bei er Oblaten Bäckerin Burgl in Karlsbad. Sie hat Glück, denn sie lernt die Gräfin Valeria kennen, die ihr den Posten als Gouvernante für ihre Enkelin anbietet. Trotz einiger Schwierigkeiten gelingt es Hanna zu Antonia eine Beziehung aufzubauen.
Doch sie verbirgt ihre Herkunft und muss sic dort behaupten. Ein heimtückischer Anschlag bringt Hannas Leben in Gefahr und eine verborgene Verbindung zwischen ihr und der Gräfin ans Licht. Wird sie sich behaupten können?
Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, denn es gab keine Unklarheiten im Test die meinen Lesefluss gestört hätten. Auch war ich schnell in der Geschichte drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Hanna tat mir leid, aber so war es eben damals beim Adel. Die Männer erbten, und die Frauen bekamen nix. Daher freue ich mich, dass es mit der Anstellung als -Gouvernante geklappt hatte. Doch die Kinder und Enkel der Gräfin missgönnen erstens Hanna die Anstellung und auch der kleinen Antonia die Liebe der Großmutter. Doch nicht nur die Verwandten waren missgünstig. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie diese Geschichte weitergeht und freue mich auf die Fortsetzung. Das heißt, dass mir dieses Buch sehr gut gefallen hat. Es hat mich gefesselt, war spannend und hat mich gut unterhalten. Von mir eine Leseempfehlung und fünf Sterne.
Rezensionen von Ulgu1978:
Spionage, Macht und Manipulation
Red Star Down von D. B. John
Ljoscha, Jenna und Eric sind die Protagonisten in diesem einzigartigen Spionagethriller. Zu Beginn des Buches werden die drei Personen "vorgestellt" und die Leserschaft kann zunächst nicht erkennen, welche Verbindung zwischen ihnen besteht. Ljoscha und Jenna sind die zwei sympathischen Figuren in diesem Thriller, was man von Eric in keinster Weise behaupten kann.
Dieses Buch ist ein faszinierender Spionagethriller wie ich ihn noch nicht gelesen habe. D.B. John verknüpft gekonnt reale Personen und Ereignisse mit fiktiven Figuren und Geschehnissen. Das ist sehr erschreckend, aber gerade das macht diese Geschichte so besonders. Vor allem wie Putin, Trump und Kim Jong-un ihre Macht ausüben wird treffend beschrieben. Das ist aber gerade das Erschreckende an dieser Geschichte, denn diese drei Männer haben heute noch in der Realität das Sagen.
Besonders hervorheben möchte ich, dass das Buch durch eine Nachbemerkung des Autors vervollständigt wird, in der einige reale Ereignisse erläutert werden.
Fazit:
700 Seiten Spannung, die man, einmal angefangen, nicht aus der Hand legen kann. Ein Spionagethriller, der länger im Gedächtnis bleibt.











