Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Rinoa:
Luft nach oben
Spielverderberin von Marie Menke
Ich fand den Einstieg etwas holprig und hatte zu Beginn so meine Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Der Schreibstil ist recht kurz, fast abgehackt und es gab sehr viele Andeutungen. An den Schreibstil habe ich mich mit der Zeit gewöhnt, ein vages Gefühl, etwas Entscheidendes verpasst zu haben, bliebt allerdings.
Außerdem hatte ich große Probleme mit der Ich-Erzählerin Sophie, die ich wirklich sehr unsympathisch fand. Nun muss ich natürlich die Protagonistin nicht unbedingt mögen, um ein Buch gut zu finden, da diese hier aber sehr viel Raum einnimmt war es relativ schwer, ihrer für mich sehr ichbezogenen und empathielosen Art zu entkommen. Vor allem, da im Gegensatz dazu Lotte und Romy eher blass bzw. im Hintergrund blieben.
Auch die - zweifellos ungünstige - Dynamik zwischen den Dreien bliebt für mich bis zuletzt genauso schwammig, wie der Rest der Geschichte. Da wäre viel mehr Potential drin gewesen, welches leider so ein wenig verpufft ist.
Einzig am Ende gab es dann nochmals einen richtigen Hallo-Wach-Moment, da war ich fast schon schockiert und es ist das durchgeblitzt, was ich mir für das ganze Buch gewünscht hätte. Doch dann war es auch schon vorbei.
Rezensionen von Brigittte:
Ungleiche Freunde
Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen,1 Audio-CD von Marc-Uwe Kling
Schon die Idee mit den beiden so unterschiedlichen Figuren hat uns sofort begeistert. Dass das Klugscheißerchen plötzlich selbst verbessert wird – und dann auch noch von den beiden Kindern – hat bei uns für viele Lacher gesorgt. Da sieht man mal, was die Kleinen alles können! Und als es dann mit allen in die Schule geht, lernt das Klugscheißerchen das Vehlerteufelchen kennen, das bringt das Sprachchaos dann erst so richtig in Schwung.
Das Hörbuch ist wirklich ein Genuss für Groß und Klein. Wir haben oft geschmunzelt und mussten immer wieder laut lachen. Besonders die lockere, witzige Art der Geschichte macht einfach Spaß und sorgt dafür, dass man am liebsten gar nicht aufhören möchte zuzuhören. Marc-Uwe Kling als Sprecher ist einfach perfekt gewählt. Er liest so lebendig und mit so viel Gefühl, dass man sich jede Szene bildlich vorstellen kann. Ganz ehrlich – ich bin sogar ein bisschen froh, dass ich die ganzen „Vehler“ nicht selbst vorlesen musste! Einziges Manko: Die Geschichte ist viel zu schnell vorbei. Wir hätten uns noch mehr Abenteuer gewünscht und hoffen sehr auf eine Fortsetzung.
Ein herrlich witziges Hörbuch voller Sprachspielereien, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Wunderschön bebildertes Teigtaschen-Kochbuch
Teigtaschen aus den Alpen von Irene Hager
Wer Teigtaschen liebt und sie gerne aus selbst gemachtem Nudelteig frisch herstellt, wird mit diesem Buch eine Freude haben. Es werden verschiedenste Teigtaschenrezepte aus dem ganzen Alpenraum vorgestellt, von Almkäse-Cappelletti über Kastanienravioli bis zu slowenischen Zlikrofi. Geographisch ist der ganze Alpenraum miteinbezogen: es gibt Gerichte aus Italien genauso wie solche aus der Schweiz, aus Österreich, Slowenien oder aus den französischen Alpen.
Besonders ist an diesem Buch, das jedem Rezept sehr viel Raum gewidmet ist, einzelne Arbeitsschritte detailliert dargestellt werden und das alles von unzähligen ansprechenden Bildern, die sich oft über mehrere Seiten erstrecken, begleitet wird. So werden auch kompliziertere Herstellungstechniken leicht nachvollziehbar und nachkochbar, und beim Betrachten der Appetit anregenden Bilder entsteht so richtig Lust aufs Nachkochen der Gerichte.
Zur Abrundung finden sich zusätzlich zum umfangreichen Rezeptteil eine interessante Einführung in die Tradition und Hintergründe der Teigtaschenherstellung in den Alpen (sie waren ursprünglich eine günstige Speise, in der diverse Reste verwertet werden konnten) sowie gegen Ende des Buches verschiedene Teige, sodass es hier möglich ist, zu variieren und je nach Lust und Laune oder Verträglichkeiten die Rezepte individuell anzupassen.
Abschließend ist noch zu sagen, dass der Schwerpunkt des Buches klar auf Teigtaschen mit pikanter Füllung liegt. Wenn ich nichts übersehen habe, dann gibt es nur ein einziges Rezept (Kärntner Kletznnudeln) mit süßer Füllung. Für Naschkatzen und Süßschnäbel sind also vielleicht eher andere Bücher besser geeignet.
Insgesamt ist es ein wunderschön gestaltetes, vielfältiges Themenkochbuch, das ich allen, die gerne Teigtaschen herstellen und essen, auf jeden Fall empfehlen kann.
Rezensionen von begine:
Ein Leben
Tata von Valérie Perrin
Die Schriftstellerin Valérie Perrin hat mit dem Buch, ,Tata, ein wundervolles Buch geschrieben.
Im Anfang dachte ich noch, naja, geht so, aber als die Audikassetten anfingen, wurde es richtig spannend.
Agnes war während der Ferien bei ihrer Tante Colette, die war nicht schlecht zu ihr, aber ziemlich ernst.
Mit Colettes Tod gab es ein unerwartetes Ergebnis. Ihre Beerdigung war schon vor drei Jahren. Aber die Kassetten lösen fast alles auf.
Da erfährt man, wie Colette gelebt hat. Die Familie war arm und als das dritte Kind kam, musste Colette die Schule verlassen.
Dann kam es noch zu einem kleinen Krimi. Das Alles hat die Autorin super zusammengefügt.
Das Buch war ein besonders gutes Leseerlebnis.
Rezensionen von FogandBooks:
Manchmal wächst man genau an den Entscheidungen, die am meisten wehtun und genau darin liegt die Wahrheit dieser Geschichte
Homesick von Silvia Saunders
Mit Homesick erzählt Silvia Saunders eine Geschichte, die sich auf den ersten Blick leicht und fast schon unbeschwert liest, dabei aber eine emotionale Tiefe entwickelt, die sich erst nach und nach entfaltet. Besonders der Schreibstil trägt viel dazu bei, dass man schnell in die Handlung eintaucht.
Er ist zugänglich, flüssig und gleichzeitig sensibel genug, um auch die leiseren Zwischentöne spürbar zu machen. Genau dadurch entsteht eine Nähe zu Mara, die den gesamten Roman trägt.
Mara als Protagonistin wirkt von Beginn an authentisch und greifbar. Ihre Gedanken sind nachvollziehbar, ihre Unsicherheiten realistisch und ihre Reaktionen wirken nie überzogen. Gerade im Umgang mit ihrem Umfeld zeigen sich immer wieder kleine Momente, die deutlich machen, wie sehr sie darum kämpft, ernst genommen zu werden und ihren eigenen Platz zu finden. Diese alltäglichen Erfahrungen werden nicht überdramatisiert, sondern ruhig erzählt, was sie umso glaubwürdiger macht. Im Zentrum der Geschichte steht jedoch die Beziehung zu Tom, die von Anfang an von einer gewissen Schwere begleitet wird. Seine Depressionen sind dabei kein bloßes Randthema, sondern beeinflussen die Dynamik zwischen den beiden spürbar. Hinzu kommt die schwierige Beziehung zu seiner Mutter, die immer wieder Grenzen überschreitet und damit eine zusätzliche Belastung darstellt. Lange bleibt die Hoffnung bestehen, dass beide einen Weg finden könnten, doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten.
Besonders im letzten Teil des Buches wird Maras Entwicklung sehr deutlich. Sie beginnt, sich selbst stärker wahrzunehmen, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen zu setzen, die sie zuvor vielleicht übergangen hätte. Diese Entwicklung wirkt weder überstürzt noch konstruiert, sondern ergibt sich logisch aus allem, was zuvor passiert ist. Gerade die Erkenntnis, dass eine Beziehung auch ohne Streit oder Verrat enden kann, sondern schlicht daran, dass zwei Lebensrealitäten nicht mehr zusammenpassen, verleiht der Geschichte eine besondere Ehrlichkeit. Auch die Nebenhandlungen fügen sich stimmig ein und unterstützen Maras Weg. Veränderungen im beruflichen Umfeld wirken wie ein zusätzlicher Impuls, sich neu zu orientieren und sich wieder stärker an dem auszurichten, was ihr wirklich wichtig ist. Dadurch entsteht das Bild einer jungen Frau, die sich Schritt für Schritt von äußeren Erwartungen löst und beginnt, ihr eigenes Leben bewusst zu gestalten.
Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, dass Homesick mehr ist als eine Liebesgeschichte. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, über Selbstfindung und über die schwierige, aber notwendige Entscheidung, etwas loszulassen, obwohl noch Gefühle da sind. Genau diese leisen, realistischen Töne machen das Buch so besonders und sorgen dafür, dass es noch lange nachwirkt.
Rezensionen von Buchseelensammlerin:
Bridgerton Vibes
Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain von Sasha Peyton Smith
The Rose Bargain ist der Auftakt einer Romantasy Dilogie beim Ravensburger Verlag.
Das Cover und der Farbschnitt sind wunderschön gestaltet. Die Farbgestaltung sowie die Dornenranken passen auch sehr gut zur Geschichte, die glamourös und bedrohlich zugleich wirkt.
Der Schreibstil ist flüssig, detailreich und atmosphärisch.
Ich bin nur so über die Seiten geflogen. Hauptsächlich wird hier aus der Sicht von Ivy geschrieben, allerdings gibt es ab und an auch andere Perspektiven, was mir sehr gut gefällt.
Zudem sind die Charakteren sehr gut ausgearbeitet und man spürt beim Lesen ihre Emotionen. Ivy, die zu Anfang noch etwas naiv wirkt, entwickelt sich im Laufe des ersten Bandes zu einer starken und mutigen Persönlichkeit. Dazu die beiden Prinzen Bram und Emmett, zwischen denen ich mich nicht entscheiden könnte. Jedenfalls nicht zum jetzigen Zeitpunkt.
Wer Romantasy, Bridgerton, Magie und Märchen mag, sollte The Rose Bargaine definitiv lesen.
Es bleiben zwar einige Fragen offen, aber das steigert nur die Vorfreude auf Band 2.
Rezensionen von Shilo:
Zwischen Erinnerung und Neubeginn
Wo das Feuerkraut blüht (Die Norrland-Saga, Bd. 2) von Ulrika Lagerlöf
Gleich am Anfang liegt etwas Ruhiges über der Geschichte, fast schwer, aber nicht unangenehm. Es geht um Dinge, die lange zurückliegen und trotzdem noch wirken. Um Entscheidungen, die geblieben sind, obwohl die Zeit weitergegangen ist.
Siv lebt Ende der vierziger Jahre im Norden Schwedens. Ihr Leben wirkt still und ziemlich eng.
Vieles spricht sie nicht aus, vieles bleibt bei ihr. Eine alte Liebe hat sie nie ganz losgelassen, auch wenn sie inzwischen einen anderen Weg gehen musste. Das spürt man in ihren Gedanken und in dem, was sie für sich behält.
Viele Jahre später, im Jahr 2022, kommt Eva zurück in ihr Heimatdorf. Sie bringt ihren Sohn mit. Vor Ort trifft sie auf eine junge Frau, die sich für den Schutz der Wälder einsetzt. Daraus entsteht eine Situation, in der persönliche Konflikte schnell wieder hochkommen.
Die Vergangenheitsebene wirkt dichter. Sivs Leben ist stark geprägt von dem, was sie nicht leben konnte. Ihre Gefühle bleiben oft zwischen den Zeilen. Besonders ihre Verbindung zu Nila und ihr Sohn stehen im Hintergrund immer mit im Raum. Der Waldbrand verändert vieles und bringt Entscheidungen, die nicht mehr aufzuschieben sind.
Die Gegenwart wirkt sachlicher. Der Einsatz für den Wald steht im Mittelpunkt, dazu die Spannungen zwischen den Beteiligten. Das bleibt nachvollziehbar, erreicht aber nicht die gleiche Tiefe wie die historische Ebene.
Am Ende bleibt eine Geschichte mit viel Atmosphäre. Der stärkste Teil liegt klar in der Vergangenheit. Dort entstehen die Momente, die hängen bleiben. Die Gegenwart ergänzt das Ganze, ohne jedoch dieselbe Wirkung zu erreichen. Insgesamt ist es eine solide Erzählung mit glaubwürdigen Figuren und einer nordischen Stimmung, die gut trägt.
Dieser zweite Teil der Norrland-Saga ist Lektüre mit nordischer Atmosphäre. Vergangenheit und Gegenwart laufen nebeneinanderher und berühren sich an einigen Punkten.
4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die Geschichten mögen, in denen Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen und alte Gefühle noch spürbar bleiben.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Ein kritischer Blick auf aktuelle Männlichkeitsdiskurse
Brutal fragile Typen. Männer und Gefühle von Ole Liebl
Die Perspektive, aus der der Autor dieses Buch schreibt, ist eine interessante: selbst ist er ein homosexueller Mann, der sich damit den "Queers" zugehörig fühlt und dadurch zwar einerseits von außen zugeschrieben und auch von der eigenen Identifikation her ein Mann ist, aber andererseits eben dadurch, von der Heteronormativität abzuweichen, ebenfalls in gewisser Weise eine Außenseiterposition kennt und erlebt.
Auch mit Frauen ist er solidarisch und bezeichnet sich durchaus als Feminist. Aus dieser Position heraus analysiert er in diesem Buch persönlich, theoretisch fundiert und vielschichtig die Männlichkeitsdiskurse in der aktuellen Zeit.
Da geht es um reichweitenstarke, misogyne Influencer aus der Manosphere, stereotype Männlichkeitsarchetypen wie den Krieger, den Jäger und den Vater, die auf einmal wieder aufleben und verbreitet werden, innerlich sensible Männer, die außer einer eventuellen Partnerin oder der eigenen Mutter keine Menschen haben, denen sie die eigene Verletzlichkeit gefahrlos zeigen können, und vieles mehr. Auch Diskussionen zu Geschlechtsidentität, Sex vs. Gender und vieles mehr finden ihren Raum. Besonders gut gefallen hat mir seine Ehrlichkeit an vielen Stellen: etwa, dass es heterosexuelle, weiße Männer durch mehr Feminismus und Inklusion weiterer gesellschaftlicher Gruppen in einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft durchaus etwas zu verlieren haben.
Insgesamt ist es ein interessantes Buch, das an vielen Stellen sehr zum Nachdenken darüber anregt, was ein Mann ist oder sein könnte, wie diese sich definieren, warum es dabei immer noch so stark um Abgrenzung von Weiblichkeit (und Queers, die damit assoziiert sind und in keine konservative Geschlechterschublade passen) und auch ein paar Ideen dazu, wie sich das vielleicht ja doch noch zum Positiven verändern könnte.
Rezensionen von *RC*:
Dieser Roman ist ‚Literatur-Champions-League‘
Tore des Lebens von Lars-Wilhelm Baumgarten
Schon die ersten Sätze des Prologs packen einen, dass man sich sofort in die Geschichte reingezogen fühlt und mitfühlt. Der Protagonist Sven Schütze kehrt zurück zum Fußballfeld seiner Kindheit, da, wo alles auch alles anfing! Meine Neugier war sofort so groß, dass ich einfach weiterlesen wollte.
Der Autor ist ein Sprachgenie, denn er vermag es mit der Sprache zu spielen. Es ist manchmal wie ein Dribbeln, man weiß nicht, wohin es geht und ist dann überrascht, wo und wie die Handlung verläuft. Die Sprache ist facettenreich: warmherzig, sprachgewaltig, hat Tiefgang. Und nicht nur die Handlung allein ist bildhaft / lebendig erzählt. Zwischen den Zeilen findet man viele wichtige Botschaften, die den Leser nachdenklich machen und Weisheiten vermitteln. Und dies tut auch der Großvater von Sven Schütze, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Und da sieht / lernt man beim Lesen, wie toll es ist, wenn die Familie zu einem steht und einen hilft.
Sprüche wie: „Du spielst mit deiner Seele, Junge. Und das ist alles was zählt. (…) Weil du das Spiel in dir hast“ zeigen, das in dem Jungen was Besonderes steckt.
Und Ratschläge vom Trainer wie: „Das Spiel ist wie ein Schachbrett. Du musst immer zwei Züge vorausdenken“ verdeutlichen (in meinen Augen), dass ein Profi neben dem Ball-Gefühl auch noch eine Art Ball-Wissen haben muss.
Es macht Spaß, aber auch bedenklich zu lesen, was es für ein Kind schon bedeutet, eine sportliche Ausnahme zu sein. Wenn der Ball zum Haupt-Freund wird, dann müssen andere Mensch-Freundschaften leiden. Auch das wird am Anfang schon deutlich. Verzicht durch Pflicht.
Die Geschichte dieser Fußball-Laufbahn ist so anschaulich und authentisch, dass man meint, Teil der Geschichte zu sein. Man ist immer irgendwie am Rand und sieht zu oder ist mittendrin. Ich habe das ein oder andere Mal Gänsehaut bekommen, da mich die Erzählweise so berührt hat.
Als Kind war ich großer Fußball-Fan, doch irgendwann hat sich das gelegt.
Aber durch diesen Roman habe ich einen neuen Zugang zum Thema Fußball bzw. Profisport bekommen, der mich nachdenklich macht und einen achtsamen Blick auf das doch harte und auch in bestimmten Teilen entbehrungsreiche Leben bringt.
Das Cover finde ich sehr schön, der goldene Ball zwischen den Beinen - wohl auf dem Anstoß liegend - zeigt, dass es los geht. Ist alles Gold was glänzt?! Der Farbschnitt mit dem Ball im Netz zeigt, dass ein Tor gefallen ist. Passend zum Titel. Die Überschriften der Kapitel, die Zeitungsartikel-Überschriften imitieren, geben einzelnen Abschnitten eine besondere Realitäts-Nähe. Auch wenn die Geschichte erfunden ist, ist sie doch so lebensnah und wahr.
Super!
Ich glaube, die Fußball-WM 2026 werde ich mit anderen Augen sehen.
Dieser besondere Fußballroman hat es geschafft, dermaßen zu punkten, dass er zu (m)einem Lesehighlight geworden ist. Und es gab immer Verlängerung: Aus noch fünf Seiten lesen wurden zehn, so hat es mich immer gepackt. Danke!
Er - der Roman oder vielmehr Lars-Wilhelm Baumgarten - hat eine / die Goldmedaille verdient!
Rezensionen von bookloving:
Faszinierende Lebensgeschichte einer Frau im Wandel der Zeit
Schwebende Lasten von Annett Gröschner
Mit „Schwebende Lasten“ ist Annett Gröschner ein bemerkenswerter Roman über eine außergewöhnliche, charakterstarke Frau gelungen, die für das bewegte 20. Jahrhundert ebenso stehen könnte wie für die stille Stärke vieler Frauen ihrer Generation.
Im Mittelpunkt steht die Blumenbinderin und spätere Kranführerin Hanna Krause aus Magdeburg, die in ihrem ereignisreichen Leben Armut, Krieg, Verlust, Misogynie und familiäre Konflikte durchlebt hat und dennoch erstaunlich geerdet bleibt, ohne sich je von den vielen Schicksalsschlägen brechen zu lassen.
Gröschner erzählt nicht nur ein individuelles Schicksal, sondern macht an der Lebensgeschichte ihrer Protagonistin eindrücklich die Turbulenzen und Brüche eines ganzen Jahrhunderts sichtbar.
Hanna wächst als junge Frau in Magdeburg auf, arbeitet zunächst als Blumenbinderin und trägt mit bemerkenswerter Widerstandskraft die Lasten des Alltags und ihrer Familie. Mit ihrer Fähigkeit, sich anzupassen und mit emotionalen und existentiellen Belastungen umzugehen, gelingt es ihr, die vielfältigen Herausforderungen der Zeit vom Kaiserreich über Weimarer Republik, Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg, die DDR und den Sozialismus bis hin zu Mauerfall und Wiedervereinigung zu meistern.
Besonders eindrucksvoll ist der Moment, als sie im Krupp Gruson Werk in Magdeburg die erste weibliche Kranführerin wird. Von dort oben bewegt sie tonnenschwere Lasten in die Luft mit großer Selbstverständlichkeit und beinahe spielerischer Leichtigkeit, als wäre dies ein natürlicher Teil ihres Lebensweges. Gerade darin liegt eine große symbolische Kraft, denn ihre äußere Stärke spiegelt die innere Haltung einer Frau, die das Schwere nahezu klaglos tragen kann.
Geschickt nutzt Gröschner Hannas beeindruckende Biografie als feines Brennglas, durch das politische Systeme, historische Zäsuren und alltägliche Lebenswirklichkeiten des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive einer gewöhnlichen Arbeiterin sichtbar werden. Ob nun der Alltag in Zeiten des Krieges, die Entbehrungen, die Bombennächte, den mühsamen Wiederaufbau, den Sozialismus in der DDR sowie der Systemzusammenbruch nach 1989 – all dies erscheint nicht abstrakt, sondern wird in kleinen, oft alltäglichen Szenen vermittelt, wodurch die Geschichte und bedeutsame historische Details für uns äußerst unmittelbar erfahrbar werden. Die Autorin nutzt dabei einen nüchternen, schnörkellosen Schreibstil, der hervorragend Hannahs burschikos pragmatische Art passt und gerade durch seine Zurückhaltung eine große emotionale Wirkung entfaltet.
Äußerst gelungen ist Gröschners authentische und vielschichtige Figurenzeichnung von Hanna als stille Heldin. Sie ist eine Frau aus einfachen Verhältnissen, die kein Aufsehen um sich macht, deren Wünsche und Träume stets verhältnismäßig unspektakulär bleiben und deren Leben von Arbeit, Verantwortung und schlichter Bodenständigkeit geprägt ist. Doch gerade in dieser scheinbaren Bescheidenheit offenbart sich ihre innere Stärke. Die Autorin schildert Hannas Leben mit viel Empathie, ohne sie zu heroisieren, und fängt in persönlichen Geschichten über Anpassung, eigener Entscheidungsfreiheit und stiller Resistenz eindrucksvoll ein Jahrhundert weiblicher Lebensrealität ein.
Gröschner hat für ihre Erzählung zudem eine interessante Rahmenhandlung entworfen, bei der Blumen eine besondere Rolle spielen. Als junge Floristin soll Hanna im Auftrag eines mysteriösen Kunden, ein niederländisches Blumenstillleben von Ambrosius Bosschaert nachstellen, was ihr erst am Ende ihres Lebens gelingen wird. Die einzelnen Blumen sind zugleich Kapitelüberschriften und strukturieren die Erzählung auf elegante Weise. Sie verknüpfen als Hannas innerer Kompass geschickt die Zeitachsen, Erinnerungen und emotionalen Wendungen in ihrer Biografie miteinander. Zugleich stehen die Blumen mit ihrer symbolischen Bedeutung für fragile Schönheit, Vergänglichkeit und den Versuch, mitten im Zerstörerischen kleine Räume von Ordnung und Trost zu bewahren..
In ihrem bewegenden Roman beleuchtet Gröschner viele gesellschaftlich relevante Themen. „Schwebende Lasten“ erzählt von Klassenzugehörigkeit, davon, wie Arbeit zur Identität wird, der Unsichtbarkeit weiblicher Lebensleistung, aber auch von Solidarität, existenzieller Würde, Humor und der Frage nach dem kostbaren privaten Glück allen Widrigkeiten zum Trotz. Gröschner erzählt von Frauen, die funktionieren, helfen, vieles tragen und aushalten müssen, aber dennoch Eigensinn und ihren eigenen Willen behalten.
Sie hat das faszinierende Porträt einer Frau gezeichnet, deren Biografie stellvertretend für jene Generation an Arbeiterinnen steht, die sich in Zeiten widriger Lebenslagen, politischer Umbrüche und persönlicher Tragödien bemühten, ihre Menschlichkeit zu bewahren und das Leben mit einem Rest von Würde zu bewältigen.
So rückt Gröschner auf beeindruckende Weise all jene Frauen in den Fokus, die in der offiziellen Geschichtsschreibung oft nur am Rand erscheinen und erinnert eindrücklich daran, wie Geschichte im Kleinen und Alltäglichen vor allem von ihnen getragen wird.
FAZIT
Ein beeindruckender und bewegender Roman über das bewegte Leben einer Arbeiterin, die das ganze 20. Jahrhundert persönlich durchgemacht hat. Eine äußerst eindrucksvolle, empathische Lebens und Zeitgeschichte und lesenswerte Lektüre!











