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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Philiene :

Spannend

Four Heads Missing von Thorsten Schleif

Wow was für ein großartiges Buch wäre da fast an mir vorbei gegangen. Ehrlich gesagt hat mich das Cover zunächst gar nicht angesprochen und erst auf den zweiten Blick ist mir die historisch anmutende Frau aufgefallen und ich habe mich für das Buch entschieden.

Zum Glück. Der Autor beschäftigt sich mit grausamen Morden, die in London zur gleichen Zeit stattgefunden haben wie die Rippermorde.

In seinem Roman lässt er seine fiktiven Figuren in dem historischen Fall ermitteln. So entsteht eine spannende Mischung aus Fiktion und Realität.

Im Mittelpunkt steht der Leibwächter Will der zusammen mit Irene ermittelt. Der Fall erzählt von Leichen die ohne Kopf gefunden werden. Zur damaligen Zeit ist es so natürlich unmöglich jemanden zu identifizieren. Die Presse geht sofort davon aus das es der Ripper ist, aber kann das sein.?

Ich war begeistert von diesem spannenden, teilweise etwas düsteren und gut recherchierten Buch und würde es sowohl Krimifans als auch Fans von historischen Romanen die auf Fakten basieren empfehlen.

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Rezensionen von Immenhof:

Museum

Das Museum der Vögel von Dominic Couzens; Teagan White

„Das Museum der Vögel“ fällt bereits durch sein grosses Format auf. Das Buch ist deutlich grösser, als ich erwartet hatte. Zum gemeinsamen Anschauen ist das sehr schön, beim Verstauen allerdings etwas unpraktischer.

Inhaltlich ist das Buch wie ein Museum aufgebaut und in verschiedene Säle unterteilt.

Vorgestellt werden unter anderem flugunfähige Vögel, Seevögel, Wasservögel, Greifvögel, Bodenvögel, Tropenvögel, Waldvögel sowie insektenfressende und samenfressende Vögel. Besonders gut gefallen mir die Illustrationen. Sie wirken etwas klassischer und älter und passen dadurch sehr gut zum Museumsthema.

Zu den einzelnen Bildern gibt es jeweils eine Bildlegende mit dem deutschen und lateinischen Namen, der Grösse und weiteren Informationen. Zusätzlich finden sich allgemeine Informationen zu den verschiedenen Vogelarten. Dadurch bietet das Buch nicht nur viel zum Anschauen, sondern auch einiges zum Nachlesen und Entdecken. Am Ende gibt es ausserdem ein Stichwortverzeichnis, das sehr hilfreich ist, wenn man gezielt nach einem bestimmten Vogel suchen möchte.

Für Vogelfans ist das Buch sehr zu empfehlen. Durch den besonderen Zeichenstil und den Museumscharakter unterscheidet es sich deutlich von vielen anderen Sachbüchern zum Thema Vögel.

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Rezensionen von Krani:

Lebensnah und bewegend

Buckeye von Patrick Ryan

In einer Kleinstadt in Amerika leben Cal, Betty, Margaret und Felix. Fern beginnt der zweite Weltkrieg, und die Männer werden eingezogen oder melden sich freiwillig. Es folgen Jahrzehnte im Leben dieser „kleinen Leute“.
Ich habe eine Weile gebraucht, um mich einzulesen, denn Dramatisches passiert hier zunächst nicht.

Aber die Menschen sind so liebevoll und lebensnah beschrieben, dass sie die ganzen sechshundert Seiten der Geschichte tragen. Dabei passieren ganz normale Dinge: Es wird gelebt, geliebt und geheiratet, Kinder kommen zur Welt und werden groß, und im Krieg wird gelitten und gestorben. Das alles erleben wir aus den verschiedenen Perspektiven der Beteiligten mit. Und es wirkt echt und bewegend.
Besonders berührt hat mich die Spätphase im Leben einiger Protagonisten. Sie schauen zurück und denken, sie hätten alles falsch gemacht. Das haben sie nicht. Da steckt eine Menge Lebensweisheit in den Geschichten dieser Menschen.
Ein schönes Buch über das Leben.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Mystische Annäherung an die Geschichte der wilden Frau

Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova

Die Schriftstellerin Elli Hajek, Hauptfigur dieses Romans, ist - interessanterweise ähnlich wie die Autorin des Buches - 1987, wenige Jahre vor dem Fall des Eisernen Vorhangs, als Kind mit ihren Eltern aus der ehemaligen Tschechoslowakei in den Westen geflüchtet. Damals war sie noch Eliška Hájková, doch der Familie war es äußerst wichtig, sich in Deutschland bis zur totalen Assimilation und Aufgabe der eigenen kulturellen Identität anzupassen:

„Irgendwann begriff ich es.

Ich begriff, dass manchmal ein paar Worte reichten, um uns zu anderen zu machen, zu Ausländern. Meine Eltern achteten darauf, wie sie sich kleideten, sie übernahmen deutsche Gepflogenheiten, äußerlich waren sie bald unverdächtig, aber sobald sie den Mund aufmachten, waren sie enttarnt.“ (S. 54)

So war es eine logische Konsequenz daraus, dass bei der Einbürgerung aus Eliška Elli wurde und kaum mehr jemand weiß, dass die junge Frau nicht in Deutschland geboren wurde. In einer vergangenen Beziehung hat Elli auch nicht die besten Erfahrungen mit dem Versuch gemacht, ihre Migrationsgeschichte und die damit verbundenen Erlebnisse mit ihrem damaligen Partner zu teilen, dieser wirkte überfordert davon und die Beziehung endete kurz darauf. Seitdem lebt Elli also ihr Leben als angepasste Deutsche, doch in der Lebensmitte kommt sie in eine Krise, die Tochter ist erwachsen und braucht sie nicht mehr wirklich, und auch beruflich funktioniert es nicht mehr wie gewohnt, ihr Verlag hat ihren letzten Romanvorschlag abgelehnt.

Da macht sie sich auf nach Tschechien, in die alte Heimat, die sie seit der Flucht in der Kindheit nur wenige Male kurz besucht hatte. Denn sie fühlt sich angezogen von einem alten Volksmärchen, das die tschechische Geschichtensammlerin Božena Němcová erzählt hat. Darin geht es um eine Frau, der nachgesagt wurde, ihr Kind getötet zu haben, und die viele Jahrzehnte abgeschieden von den Menschen alleine im Wald gelebt haben soll, die wilde Viktorka. Bis heute pilgern Menschen in die Gegend, in der sie angeblich gelebt haben soll:

„Die wahnsinnige Viktorka. Diese Zuschreibung hatten sie aus der Babička ; sie war so sehr in den tschechischen Sprachgebrauch übergegangen, dass Viktorka vom Wehr ein Synonym für Wahrheit und Verrücktheit war – und gleichzeitig für eine spezielle Art von Wildheit.“ (S. 67)

Fasziniert von dieser Geschichte macht Elli sich auf, vor Ort zu recherchieren, um herauszufinden, ob Viktorka tatsächlich gelebt haben könnte und was an der Geschichte dran ist. Dabei ahnt sie noch nicht, in was für eine mystische Beziehung sie mit der Gegend und dem Wald eintreten wird und wie sie am Ende transformiert daraus hervorgehen wird.

Besonders gut hat mir an dem Buch die Verflechtung der drei Frauengeschichten, Elli, Viktorka, und auch über die Geschichtensammlerin Božena erfährt man so manches, gefallen. Die Erzählweise ist episodenhaft, und auch die Erzählperspektiven wechseln, doch gut ausgekannt habe ich mich immer.

Ich mag Geschichten, die nicht nur rein faktenorientiert sind, sondern auch eine mystische und symbolische Komponente haben. So hat auch Elli selbst eine transformative Erfahrung alleine im Wald und nähert sich damit nicht nur über den Intellekt, sondern auch über das Spüren der Verbundenheit mit der Natur der Figur der Viktorka tiefer gehend an:

„Ich musste an Viktorka denken, ich musste an all die anderen denken, über die ich erst kürzlich so viel gelernt hatte. An die Waldmenschen, an die Holzmänner und Moosweiblein. Ich wünschte mir Haut aus Flechten und Rinde gegen die Kälte. Ich wollte aus Nebel sein und davonschweben. Ich wünschte mir Viktorkas Willen, den Mut einer Wilden Frau. Ich wünschte mir das Durchhaltevermögen eines Baums, die Widerstandskraft eines Farns. Ich wünschte mir die hellsichtigen Augen eines Kauzes und die fein justierten Ohren eines Luchses. Ich wollte das alles, damit ich die Nacht überstand, denn ich verstand jetzt: Wer im Wald überleben wollte, der musste Wald werden.“ (S. 157/158)

Insgesamt behandelt das Buch viele wichtige und ganz unterschiedliche Themen: von der Flucht aus einem kommunistischen Land in den Westen und dem, was das mit Familienbeziehungen, Identität und Entfremdung macht, über die Bewahrung, Weitergabe und Erforschung alten Kulturguts in Märchen und Geschichten bis zur Frage, was für Geschichten wir über andere, aber auch über uns selbst erzählen, und was das mit unserer Weltsicht und Identität macht, steckt ein breiter Bogen darin.

Dabei gelingt es der Autorin, diese Themen auf unterhaltsame und interessante Weise miteinander zu verweben, sodass ein Buch entstanden ist, das sich einerseits angenehm und schnell liest, bei dem sich aber durchaus auch eine sorgfältige Lektüre lohnt, um die verschiedenen Bedeutungsebenen zu entdecken und zu entschlüsseln. Ich habe es sehr gerne gelesen und es wird sicher nicht das letzte Buch dieser Autorin für mich bleiben.

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Rezensionen von Barbara G.:

Furzipups und Bärbel Brüllbratze (Bd. 7) von Kai Lüftner

Rein vom Titel her hätten wir ja vermutet, dass Furzipups der Knatterdrache in diesem Band wieder einen Feeund findet, doch weit gefehlt! Bärbel ist kein Freund, ganz im Gegenteil: sie war im Berg gefangen, um das Tal zu schützen. Doch nun ist sie frei und vereist alles, was ihr in die Quere kommt.

Sogar Hicksi Huhn wird vereist. Doch der mutige Knatterdrache besiegt Bärbel- doch nicht mit Feuer speien, was er endlich kann....

Meine Söhne mochten den Band gerne. Für den schon ein wenig älteren war er cooler als andere Bände, weils für sein Empfinden mehr Action gab als in den anderen Bänden. Schließlich hat Furzipups nun einen richtigen Feind. Sonst ist das Buch in gewohnter Furzipups-Manier: witzige Reime, in interaktiver Knopf, der zum Mitmachen anregt, lustige Illustrationen und eine Prise Quatsch machen das Buch zu wieder einem besonderen Band im Kinderbuchregal!

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Rezensionen von beavielleser :

Valerie Perrin schreibt einfach toll

Violette von Valérie Perrin

Violette ist Friedhofswächterin und lebt als solche in einem kleinen Häuschen auf dem Friedhof mit einem wunderschönen Garten, dem ihre ganze Liebe gilt. Sie ist eine bescheidene Frau und scheint mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Über ihre Vergangenheit spricht sie nie, obwohl sie viel zu erzählen hätte.

Sie wuchs in Pflegefamilien auf, verliebte sich in einen schönen Mann, heiratete diesen und bekam eine Tochter. Aber das Leben meinte es nicht gut mit ihr. Trotzdem ist sie nicht verbittert, sondern jedem gegenüber freundlich und hilfsbereit.

Was als nette Geschichte über eine sympathische Friedhofswärterin beginnt, wird immer spannender und ist sehr tiefsinnig und gefühlvoll geschrieben. Viele Sätze habe ich mir markiert, so gut haben sie mir gefallen.

Valerie Perrin hat es wieder geschafft einen sehr vielschichtigen Roman zu schreiben, mit vielen interessanten Figuren, deren Geschichten miteinander verwoben sind. Und obwohl es zwischen den Personen und den Zeiten immer hin und her geht, verliert man nie den Überblick und am Ende gibt es keine offenen Fragen.

Nach "Tata" ist das mein zweiter Roman von Valerie Perrin und sie ist definitiv eine meiner Lieblingsautorinnen.

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Rezensionen von Barbara G.:

Nala und der Findelwolf von Mena Kost

Wenn ihr ein Interesse für Archäologie und Geschichte habt, ist dieses Buch ab ca. 10 perfekt für eich! Es erzählt die Geschichte von Nala, die einen Wolf findet. Sie spielt am Ende der letzten Eiszeit, als es ca. 10 Grad kälter war im Schnitt als heute und die Meeresspiegel viel niedriger waren.

Die Schweiz war eine Steppenlandschaft, durch die Nala mit ihrer Familie zieht und immer in Höhlen halt macht. Es ist ein so spannender Roman, der ganz klar sehr nahe an der Wissenschaft erzählt wird. Im Nachwort wird das nochmal deutlich. Es wird dort immer wieder auf die Geschichte Bezug genommen und die Fakten super von der Fiktion getrennt. Was mir besonders gefallen hat- es wird deutlich, wie gearbeitet wird in der Vor- und Frühgeschichte. Warum finden wir so wenig in der Archäologie? Was kann Archäologie leisten, was nicht? Ein Beispiel: Familie und ihre Bedeutung. Im Buch ist diese groß, die ganze Story spielt im Familienverband. Im Nachwort wird erklärt, wie man zu der Vermutung kam. Denn: richtig finden tut man ja das nicht, also so dass man aufgrund der Feuerstelle oder den Knochen darauf schließen kann. Es ist richtig cool gemacht, auch mit Illustrationen in schwarz weiß dabei und einer spannenden Geschichte, die auch tierliebe Kinder sicher begeistert durch den Wolf. Auch wenn für manche das Essen von Knochenmark und Hasenfleisch sicher eher grausig ist. Aber es war nun mal Realität und wird auch im Nachwort erklärt, warum. Jedenfalls mega spannend!!!

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Rezensionen von evaki:

Hawaii – Territorium – Historisch gesehen und fiktiv ergänzt

Territorium von Sabrina Janesch

Einen großen Roman hat Sabrina Janesch mit Territorium aufgelegt. Neben dem landschaftlichem, botanischem und sprachlichem Reichtum erfahren wir auch vom Sog, den dieses Land als Kolonie hatte. Wir erfahren über deutsche Zuckerbarone, englische Handelshäuser, amerikanisches Militär und Männern, die besessen nach Macht, Geld, Land und Wohlstand sind.

Von starken Frauen und deren Willen eine besondere Naturlandschaft mit ihren Ureinwohnern zu erhalten.
Auf 480 Seiten führt Janesch uns in ein historisches Hawaii in das Jahr 1893. Zur Erklärung werden erstmal Stadtplan von Downtown Honolulu und Details der Buchten von O’ahu gezeigt. Alle Akteure des Romans aufgelistet und erklärt. Beides ist für den ahnungslosen Leser unerlässlich, wenn er sich in dieses Buch begibt. Anzumerken sei, dass Hawaii, damals Hawaii-Territorium genannt wurde.
Zu meiner großen Begeisterung spielen Frauen eine wichtige Rolle, und zwar an vorderster Stelle die Deutschlehrerin, Gertrude Wolf, auch Medium und Beraterin der Königin. Die Journalistin Emma Nawahi, auch Gesellschaftsdame und letztlich die Königin selbst, Lili’uokalani, die ihrem verstorbenen Bruder auf den Thron nachfolgte. Diese kluge Frau gründete mehrere Schulen, damit jungen hawaiianischen Frauen eine ordentliche Ausbildung und Erziehung genossen. Ihre Vorliebe galt der Musik und so komponierte Sie, vor ihrer Zeit als Königin, über 100 Lieder und Musikstücke.
Davon erfahren wir im Buch leider weniger, denn womit wir konfrontiert werden, ist die Annexion Hawaiis von Amerika, Kampf zwischen Hawaiis Royalisten und Unabhängigkeitsverfechtern gegen Putschisten und Annexionsbefürwortern.
Wen wundert’s da, wenn im fiktiven Part Ähnlichkeiten mit aktuellen Akteuren zu finden sind.
Wer noch mehr Einstimmung braucht, dem empfehle ich das berühmteste Lied von Lili’uokalani, das Aloha’Oe.

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Rezensionen von Sternzauber:

Eine starke Frau und eine atmosphärische Geschichte

Die Flussfrau von Tanja Weber

Das Cover von „Die Flussfrau“ von Tanja Weber gefällt mir sehr. Ich mag das intensive Blau des Hintergrunds im Kontrast zu den hellen Farben des Fischreihers und auch, wenn ich das Orange des Titels als nicht ganz stimmig empfinde und mit Weiß zum Beispiel glücklicher gewesen wäre, so schafft es doch einen ansprechenden Bruch und macht auf sich aufmerksam.

Zudem schätze ich es sehr, dass die Gestaltung so gut zur Geschichte passt.

Diese erzählt von Lis, die trotz einer Kindheit und Jugend auf einem Bauernhof, eng verbunden ist mit einem Fluss, bzw. dem Wasser überhaupt. Sie heiratet einen Binnenschiffer und trifft eine folgenschwere Entscheidung, als dieser bei einem Unglück ums Leben kommt: sie wird selber Kapitänin! Alle um sie herum halten dies für unmöglich, anmaßend und einfach grundlegend falsch, so dass sich Lis mit vielen Anfeindungen, Widerständen und Vorurteilen auseinandersetzen muss, doch sie geht ihren Weg. Und wir als LeserInnen dürfen sie, sowie ihr Leben und die Veränderungen des Landes über einen langen Zeitraum begleiten.

Tanja Weber ist mit „Die Flussfrau“ ein Roman gelungen, der mich mitgenommen hat, auf eine ganz besondere Lebensreise auf dem Wasser und der mich in seiner leisen Art sehr bewegen konnte. Es ist ihr gelungen, dass mir Lis sehr ans Herz gewachsen ist, ich mit ihr gefühlt, gebangt und gejubelt habe. Dabei geschieht alles in leisen und zurückhaltenden Beschreibungen, die wunderbar zu Lis´ Art zu leben passen und mir wahrscheinlich auch daher so stimmig und eindrücklich erschienen. Es gibt wunderschöne Naturbeschreibungen, die mir sehr gefallen haben und die uns LeserInnen einen tiefen Einblick in Lis´Wahrnehmung erlauben. Über diese dürfen wir, zusätzlich zu der Geschichte rund um Lis und ihre Familie, auch ganz vieles von den Veränderungen des Landes, in der Politik, in der Lebensweise und der demografischen Veränderung miterleben. Das hat mich sehr fasziniert, zumal es nie konstruiert erscheint, wenn solche Dinge eingefügt wurden, sondern diese ganz selbstverständlich mit Lis Augen wahrgenommen werden. Ein Highlight ist für mich, neben den schönen Naturbeschreibungen auch die überall spürbare Liebe von Lis zum Wasser und zu ihrem Schiff. Ihre tiefe Verwurzelung und ihr Zugehörigkeitsgefühl haben mich ebenfalls berührt und mir sehr gefallen.

Sie steht als unglaublich starke, zunehmend durchsetzungsfähige und freie Frau ganz klar im Mittelpunkt der Geschichte und das mochte ich sehr. Ihre Entwicklung mitzuverfolgen und zu lesen, woran sie wächst, oder womit sie hadert, was sie erfreut und was ihr Sorgen macht, hat mich erreicht und mitfühlen lassen. Aber auch die anderen Charaktere der Geschichte sind meiner Meinung nach sehr gut gewählt und ausgearbeitet. Es entsteht ein spannendes Beziehungsgeflecht, ein interessantes Miteinander, aber auch die Persönlichkeiten an sich wirken stimmig und authentisch.

Der Text liest sich angenehm flüssig und leicht, so dass ich ganz in das Geschehen eintauchen konnte und ich mag die Zartheit, die in der Erzählung entsteht sehr. Es ist, als würde die Geschichte von den sanften Wellen eines Flusses getragen werden … einfach unaufgeregt schön! So hat mir „Die Flussfrau“ wirklich sehr gefallen und ich möchte dieses Buch gerne allen LeserInnen empfehlen, die zarte Töne, starke Charaktere und außergewöhnliche Lebensentwürfe mögen – viel Freude beim Lesen!

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Rezensionen von Tara:

Hier tun sich menschliche Abgründe auf

Totensee von Sophie Czerny

„Totensee“ ist das Debüt der in Wien lebenden Autorin und Juristin Sophie Czerny.

Nach einem kurzen Prolog, der bei mir für Gänsehaut und Fragezeichen im Kopf gesorgt hat, startet die Handlung in der Gegenwart im Dezember 2002 in Wien.
Die 14-jährige Tochter Mara der suspendierten Kommissarin Ada Sabel wird seit fünf Monaten vermisst.

Ada ist mit den Nerven am Ende, die Ungewissheit, was mit Mara passiert sein könnte, macht sie fertig. Mit der kopflosen Leiche, die am Ufer des Donaukanals auftaucht und auf deren Haut Adas Namen eingeritzt ist, gibt es eine erste Spur, der Ada nachgehen kann.

Durch die vielen Schauplätzen und Protagonisten habe ich ein wenig gebraucht, um mir einen Überblick zu verschaffen, aber dann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Handlung führt zurück in Adas Vergangenheit und es kommen nach und nach Dinge ans Licht, die für mich nicht vorhersehbar waren und die nichts für schwache Nerven sind.

Ada ist eine authentische Protagonistin. Ihre Verzweiflung wurde spürbar und kam direkt bei mir an. Ich konnte ihren Tatendrang, ihre Entschlossenheit durchaus nachvollziehen. Eine Mutter, die nach ihrer Tochter sucht, ist durchaus bereit zu Mitteln zu greifen, die außerhalb des Erlaubten liegen. Die Einblicke in Adas Vergangenheit haben die Gegenwart Stück für Stück ergänzt und diese wie ein Puzzle komplett gemacht.

Man merkt, dass Sophie Czerny Juristin ist. Sie weiß, dass es nicht nur Gut und Böse gibt und dass das Leben aus moralischen Grauzonen besteht.

Thematisch werden hier einige sensible Themen angesprochen, da es auch um Selbstverletzung, Kontrollverlust, Trauma und die Folgen geht.

Mich hat der Thriller von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und ich hoffe, noch mehr von der Autorin zu lesen.

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