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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Carmen19994:

Tragisch und fesselnd

Stromlinien von Rebekka Frank

Rebekka Frank entführt uns in ihrem neuen Roman in eine Geschichte, die eine Mischung aus Krimi und Familienroman ist. Die auf mehreren Zeitebenen spielende Geschichte hat mich von Beginn an in den Bann gezogen. Eben diese Sprünge in der Zeit machen die Geschichte sehr spannend. Einerseits sind wir in der Gegenwart, in der sehnsüchtig auf die Entlassung aus dem Gefängnis einer Mutter gewartet wird.

In den Rückblicken erfährt man dann nach und nach, warum die Mutter von Zwillingen ins Gefängnis gekommen ist. Die Zwillinge, Enna und Jale, kennen ihre Mutter nicht wirklich und ihren Vater erst recht nicht. Die zwei Mädchen sind von ihrer Großmutter, Ehmi, großgezogen worden. Schauplatz ist das Alte Land, die Elbauen und die wundervollen Landschaften rundherum. Die Autorin beschreibt diese gekonnt und es scheint einem, als würde man selbst dort sein.
Das Buch fand ich richtig gut, sehr spannend und man fragt sich von Beginn an, wie alles zusammenhängt.

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Rezensionen von gabiliest:

Vertraue einfach deinem Drachen

Die geheime Drachenschule - Der goldene Ritter von Emily Skye

Im zweiten Band der Vorgeschichte zu der erfolgreichen Buchreihe “ Die geheime Drachenschule” erzählt die Spiegel Bestseller Autorin Emily Skye Abenteuer der besonderen Art. Denn hier wird sowohl der Drache Feuerschatten wie sein Reiter Jeremias auf eine harte Probe gestellt. Schon das phantasievoll und magisch anmutende Cover dieses hochwertig ausgestatteten Buches zeigt die sehr sympathischen Charaktere, die auch auf der Innenseite des Buchdeckels abgebildet sind und gut beschrieben werden.

Jeremias ist ein Waisenjunge, der sich nur mit Hilfe seines Drachens, eines jungen Teufelsgrindes, im Wald zurechtfinden muss. Doch das Tier ist wenig nützlich. Statt zu helfen, macht es Sebastian klar, dass es ein besonderes Wesen sei und sicher nicht sein Diener. Auch hält Feuerschatten Jeremias immer wieder vor, wie gefährlich die Menschen seien und dass Drache und Mensch absolut nicht zusammenpassen. Als Gefahr droht, ist Feuerschatten jedoch zur Stelle.

Doch Jeremias findet Weggefährten; Ash, ein dünnes Mädchen, Nachfahrin eines Kriegergeschlechts mit loser Zunge und den starken Buckel, der ein liebenswerter, gutmütiger und gebildeter Junge ist. Alle drei haben ein gemeinsames Merkmal, ein Feuermal, das sie als besondere Kinder ausweist. Als das Gerücht zu ihnen dringt, dass ein Ritter anbietet, Drachen zu erlegen, wenn man ihn in Gold bezahlt, versuchen die drei Freunde zu ergründen, was hinter der Geschichte steckt. Denn glaubwürdig ist sie nicht!

Mit “Die geheime Drachenschule- Der goldene Ritter” hat Emily Skye eine Geschichte geschrieben, die neben gelungenen und sympathischen Figuren durch viel Spannung und Action besticht. Jeremias, der Waisenjunge, hat einen besonderen Draht zu seinem Drachen und kann in seinem Kopf mithören, was dieser sagt. Ash ist ein cleveres und mutiges Mädchen, manchmal etwas unbedacht und stur, aber wie auch Buckel, der starke und kluge Junge, sehr liebenswert. Natürlich hätten Ash und Buckel auch gerne einen Drachen, und wer weiß, vielleicht…

Dieser locker und leicht geschriebene Comicroman mit zahlreichen bunten und phantasievollen Illustrationen von Pascal Nöldner besticht durch seinen aufgelockerten und großen Text, der das Lesen zum Vergnügen macht, farbige Hervorhebungen und die phantasievolle Gestaltung des Buches erhalten die Lesefreude. Kinder ab acht Jahren, aber auch ältere Drachenfreunde werden dieses witzige Buch über Freundschaft, Zusammenhalt und Mut sicher toll finden. Da “Der goldene Ritter” der zweite Band der Vorgeschichte der Drachenreiter Reihe ist, wäre es natürlich ideal, auch den ersten Band zu kennen, notwendig ist es aber nicht, um gut in die Geschichte einzusteigen.

Ich habe das Buch mit meiner acht Jahre alten Enkelin gelesen und ihr haben die Figuren dieser abwechslungs- und actionreichen Erzählung sehr gut gefallen. Besonders klug fand sie den Drachen Feuerschatten, der die Menschen immer wieder darauf hinweist, welche Schäden sie ihrer Umwelt zufügen und dessen Kommentare sicher auch erwachsene Leser zum Schmunzeln anregen werden. Zusammenfassend ist “Die geheime Drachenschule- Der goldene Ritter” ein spannendes Abenteuer für die ganze Familie. Und wer jetzt gerne einen eigenen Drachen hätte, findet einen Drachenaufsteller zum Heraustrennen auf der Innenseite des Buchrückens. Daher eine absolute Leseempfehlung von mir für alle Drachenfreunde zwischen acht und neunundneunzig Jahren und verdiente fünf Sterne.

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Rezensionen von DoraLupin:

Zwischen Büchern und Geschwistersorgen

Die Bibliothek der geborgten Herzen von Lucy Gilmore

4.5 Sterne

Ich habe den Klappentext und das tolle Cover des Buches gesehen und wusste sofort, dass ich diese Geschichte gerne entdecken möchte. Das Buch hat mir auch ein paar sehr schöne Lesestunden geschenkt und ich bin sehr begeistert von diesem Buch!

Inhaltlich geht es um die Bibliothekarin Chloe, die auf dem Flohmarkt einen kleinen Schatz gefunden hat: eine alte, seltene Ausgabe eines Buches von Henry Miller.

Als sie nach Hause kommt, trifft sie zufällig auf ihren seltsamen Nachbarn Jaspar, der das Buch entdeckt und ihr einen astronomischen Preis dafür anbietet. Chloe lehnt ab, nun umso neugieriger auf den Inhalt. Sie fängt an zu lesen und entdeckt auf den Seiten handschriftliche Notizen zweier Personen, die sich offenbar sehr geliebt haben. Ihre Neugier ist geweckt: Chloe begibt sich auf eine literarische Schatz- und Spurensuche in ihrer Bibliothek und findet bald ein zweites Buch mit Notizen. Wer waren die Liebenden, und was hat ihr Nachbar Jasper damit zu tun?

Der Schreibstil des Buches war locker, leicht und sehr gut zu lesen. Die Seiten sind nur so dahin geflogen und es hat sich ein schöner Lesefluss ergeben, der auch gut zum Genre gepasst hat. das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, von Cloe und Jasper, aber auch von Cloes Bruder und anderen handelnden Personen. Dies hat das Buch abwechslungsreich gemacht und hat mir gut gefallen.

Cloe ist eine sehr sympathische Protagonstin, die sich mit dem Job in der Bibliothek über Wasser hält, da sie ihre drei kleinen Geschwister mit versorgen muss. Dennoch ist sie neugierig und immer an einer spannenden Geschichte interessiert. Aber auch der alte Griesgram Jasper schleicht sich sehr schnell ins Herz des Lesers.

Die Geschichte konnte mich auf jeden Fall immer wieder überraschen und in seinen Bann ziehen. Mal ist es romantisch, dann wieder tragisch und manchmal auch humorvoll. Ein sehr gelungener Mix und ein tolles Wohlfühlbuch das ich empfehlen kann. das Buch bekommt auf jeden Fall 4.5 von 5 Sternen.

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Rezensionen von Anno:

Mal was anderes

52 wilde Fermente von Alexis Goertz; Jonas Grube

Dieses Buch besitzt einen sehr ausführlichen theoretischen Teil, der neben allgemeinen Grundlagen auch die historischen Hintergründe zu Fermentation beleuchtet. Es nutzte hierfür einen interessanten und modernen Sprachstil, der mich persönlich sehr anzusprechen vermochte, auch wenn ich manche der hier dargebotenen Exursionen, doch etwas weitschweifig fand.

Nichts desto trotz ging ich dann recht euphorisch an die weitere Lektüre, die daraufhin ihren Stil zu praxisbezogeneren Themen änderte. Nun wurden verschiedene Methoden erklärt und die hierfür benötigten Materialien bestimmt. Viele dieser Methoden waren mir bisher nur flüchtig bekannt und ich freute mich sehr hier mehr über Kefir, Kombucha und co zu erfahren. Die daran anschließenden Rezepte nutzen tatsächlich hauptsächlich Wild wachsende Pflanzen und kommen teilweise recht wunderlich daher. Obwohl mich Heilkräuter privat recht faszinieren, bin ich mir noch nicht sicher ob ich all diese Rezepte wirklich umsetzen werde oder möchte oder überhaupt mutig genug dafür bin. Vielleicht aber kommt dies auch noch mit der Zeit. Schließlich konfrontiert dieses Buch mich mit einem für mich recht neuem Themengebiet.

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Rezensionen von ReiShimura:

Spannend aber eher ein Thriller light

The Surf House von Lucy Clarke

Thriller gehören definitiv nicht zu meinen bevorzugten Genres. Bereits vor längerer Zeit habe ich festgestellt, dass ich dafür einfach zu zartbesaitet bin. Trotzdem gibt es immer wieder Bücher, die in dieses Genre fallen, die meine Aufmerksamkeit erregen. So auch dieses hier. Da bei der Genreangabe neben Thriller auch New Adult angegeben war, habe ich einen Versuch gewagt.

Ich vermute für echte Thriller Fans wird das Buch ein wenig zu sanft und zu wenig aufregend sein. Für mich hat es genau gepasst, Thriller light sozusagen.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir verhältnismäßig leichtgefallen. Was vor allem daran liegt, dass Autorin Lucy Clarke sich Zeit nimmt, sowohl für den Spannungsaufbau als auch für die Einführung der unterschiedlichen Personen. Das Tempo ist eher gemächlich, dies bleibt meiner Meinung nach auch im Laufe des Buches so und die Spannungskurve steigt eher minimal an. Es gibt zwar immer wieder mal einen Spannungspeak, danach sinkt die Kurve aber wieder.
Dies klingt vielleicht danach, dass das Buch langatmig oder langweilig wäre. War es meiner Meinung nach aber gar nicht. Auch wenn es vielleicht, wie ein Widerspruch klingt, vor allem unter Berücksichtigung, dass es sich um einen Thriller handelt, würde ich die Stimmung des Buches als sanft, gemächlich, stimmungsgeladen und trotzdem spannend beschreiben.
Der Großteil des Buches spielt in der Gegenwart und wird aus der Perspektive von Bea erzählt. Zusätzlich gibt es dann immer wieder kleine Rückblicke was ein Jahr zu vor passiert ist. In diesen Rückblenden steht dann Savannah im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Besonders gelungen fand ich wie Autorin Lucy Clarke die beiden Handlungsstränge und Zeitachsen zueinander bringt, damit sie sich dann am Ende zu einem großen Ganzen verweben und so das grande finale einläuten.
Gesprochen wird dieses Hörbuch von 5 verschiedenen Damen und Herren: Henrike Tönnes, Pia-Rhona Saxe, Julia von Tettenborn, Julian Horeyseck und János Jung. Wobei jedem ein bestimmter Protagonist zugeteilt ist und somit die Rolle des Sprechers immer dann gewechselt wird, wenn die Geschichte aus der Perspektive einer anderen Person gelesen wird. Dementsprechend ungleichmäßig verteilt sind auch die Sprecherzeiten. Ich fand die Zusammenstellung der Stimmen sehr gelungen und ich konnte das Hörbuch wirklich sehr genießen
Autorin Lucy Clarke hat das Lebensgefühl der Surfer Gemeinschaft sehr gut transportiert, wenn sie ab und zu auch ein wenig in die Klischeekiste gegriffen hat. Auch die atemberaubende Landschaft und die Hitze der Wüste konnte sie wunderbar transportieren, so dass man beim Lesen fast das Gefühl hatte, die Sonne auf der Haut zu spüren.
Wie bereits anfangs erwähnt, befürchte ich, dass „echte“ Thriller Fans eher ein klein wenig enttäuscht sein werden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich denke, dass wenn mich wieder mal die Lust nach einem Thriller überkommt, ich definitiv wieder zu einem (Hör-)Buch von Lucy Clarke greifen werde.

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Rezensionen von Carmen19994:

Theaterreif

Haus Waldesruh von David Krems

Der österreichische Autor, David Krems, bringt uns in seinem neuesten Roman in eine abgelegene Jagdhütte, in der sich einige Freunde nach sehr langer Zeit wieder treffen. Die Freunde verbringe nach jahrelanger Funkstille ein Wochenende zusammen alleine im Wald. Die vier Freunde sprechen über Vorfälle in ihrer gemeinsamen Schulzeit, bei denen damals einer ihrer besten Freunde ums Leben gekommen ist.

Der Selbstmord beschäftigt auch heute noch und jeder der Freunde hat Geheimnisse, die nach uns nah ans Licht kommen. Und dann ist da noch ein Fremder, der sich unter die Freunde mischt und an dem irgendwas komisch zu sein scheint. Und auch die Jagdhütte selbst scheint grausame Geheimnisse zu tragen.

Der Roman hat mich bis zum Ende in seinen Bann gezogen und immer wieder überrascht. Sprache, Cover und Inhalt passen perfekt zusammen- es war ein wahrer Lesegenuss.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Treue von Roberto Saviano

In seinem neuesten Buch über die Mafia „Treue“ gewährt uns Roberto Saviano, einer der besten Kenner der Mafia einen Blick auf ein wenig beachtetes Thema: auf deren Frauen. Dabei meint er nicht nur die Ehefrauen, sondern auch Mütter, Töchter und Geliebte. Allerdings enthält dieses Buch zwar zwölf Geschichten über zwölf Frauen und deren Schicksale, ist aber kein Buch über Frauen als Patinnen, auch wenn das eine oder andere Mal eine Frau für eine kurze Zeitspanne, wenn der eigentliche Clanchef verhindert ist, die Zügel in der Hand hält.

Saviano schreibt über extremes Patriarchat, in dem Frauen keine Rechte sondern nur Pflichten haben, wie zum Beispiel möglichst viele Söhne zu gebären. Und es geht immer um Ehre und Treue. Daher, so der logische Schluss, verdient ein Homosexueller keinen Respekt und kann kein Anführer sein.

Saviano führt stellvertretend für die vielen Frauen, die dem extremen Ehrencodex der Mafia unterworfen einige plakative Beispiel an.

Schon der Einstieg ist fesselnd: Lou, ein notorischer Spieler, setzt seine Ehefrau als Spieleinsatz, verzockt sich (natürlich) und muss die Wettschuld einlösen, also seine Frau, nicht er. Die kontaktiert nach dieser gewalttätigen Nacht ihren Bruder. Das Urteil ist schnell gefällt: Lou ist unzuverlässig, wenn einer seiner eigene Ehefrau verkauft, verkauft er das nächste Mal geschäftliche Interna, also muss der gleich mehrfach treulose Lou weg.

Hier geht es nicht um die Ehre der Frau, sondern um die pure Ehre, um die Eier, um Respekt und um die Macht.

Da ist z. B. Vincenzina Marchese, deren erzwungene Heirat mit einem Vertreter aus einer rivalisierenden Mafiafamilie, den Frieden besiegeln soll. Nun ähnlich dynastisches Denken kennt man aus dem Adel. Berühmtes Beispiel ist die Hochzeit von Napoleon mit Marie Louise, der Tochter des unterlegenen Kaisers von Österreich, die den Freiden sichern soll. Vincenzina wird sich nach mehreren Fehlgeburten erhängen, weil sie ihrem ureigensten Zweck, gesunde Söhne zu gebären, nicht entsprechen kann.

Man kann das Leben der Frauen ganz einfach zusammenfassen:

„Ob Ehefrau, Tochter, Schwester, Geliebte, Freundin, Verwandt: Es gibt keine weibliche Existenz, die nicht von einem Mann abhängt und nicht in einer Beziehung zu einem Mann steht. Solange diese Beziehung besteht - in der Zeit, in der die Frau die Kingheit hinter sich lässt und als erwachsenes Wesen angesehen wird -, besteht die konkrete Gefahr, dass sie zur Beute eines unerwünschten Mannes wird.“ (S. 108)

Manchmal begibt sich eine Ehefrau und Mutter in die Höhle des Löwen, wie Teresa Managò, die nachdem ihr Ehemann ermordet worden ist, sich unter den den Schutz des Mörders stellt, um ihre Kinder zu schützen. Hilft das?

Andere wie Anna Carino, übernehmen interimistisch die Familiengeschäfte, während ihre Männer in Haft sind. Allerdings gibt es dann auch jene, die dann auspacken, wenn sie von der heimlichen Geliebten erfahren.

Roberto Saviano ist einer, der wohl am besten über die Mafia Bescheid weiß. Mit seinem Buch über den ermordeten Richter und Mafiajäger Giovanni Falcone (1939-1992) hat er weltweites Aufsehen erregt. Der Preis, den er dafür bezahlen muss, ist gewaltig. Seit Jahren lebt er unter Polizeischutz.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem mutigen Buch, das uns Einblicke in weibliche Schicksale der männlich dominierten Welt der Mafia gibt, 5 Sterne-

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Rezensionen von Claudia H.:

Mein Kopf ist leer, mein Herz dafür übervoll

BeGeistert von dir von Sabine Brandl; Julia Dankers

Worum es geht:
Die erfahrene und gechillte Journalistin Karin arbeitet bei dem lesbisch-feministischen Magazin FEM Mag. 
Als sie zusammen mit der nervigen Volontärin Eva von ihrer Chefin zu Recherchezwecken gemeinsam nach Bayern geschickt wird, um dort festzustellen, dass sie sich auch noch ein Zimmer nebst Bett teilen müssen, ist Karins Geduld am Ende.

Vor 60 Jahren soll in dem kleinen Gebirgsort, in dem die beiden gelandet sind, eine Frau namens Fanni Wimberger auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen sein. Sie soll lesbisch gewesen sein und hat sich angeblich von einem Felsen gestürzt. So richtig aufgeklärt wurde der Tod nie. Angeblich soll der Geist von Fanni jedoch immer noch dort sein Unwesen treiben. So wirklich offen sind die Einwohner bei Fragen der Journalistinnen jedoch nicht. Werden sie das Rätsel lösen können?

Mein Fazit:
Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass es sich bei den beiden Schriftstellerinnen eher um Amateure handelt, die neben ihrem eigentlichen Job noch Bücher schreiben, was man hier auch, wie ich finde, merkt. Allerdings habe ich von Sabine Brandl tatsächlich schon viel bessere Bücher gelesen. Stellenweise gibt es mir zu viel Belehrungen und Erklärungen, die ich nicht gebraucht hätte. Mir gefällt auch die Sprache von Karin nicht immer, finde sie teilweise eher unpassend und nicht stimmig. So richtig warm konnte ich mit den Protagonistinnen nicht werden. Doch hin und wieder werde ich mit sehr schönen Sätzen und Beschreibungen beeindruckt. Und das Ende fand ich richtig klasse, hat mich sehr überrascht.

Deshalb bewerte ich die Story auch mit noch 3 Sternen.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die offen für neue Schriftstellerinnen sind, die noch nicht so perfekt sind.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Höllische Küste von Sabine Weiß

In ihrem neunten Fall wird Kommissarin Liv Lammers, obwohl sie im Urlaub auf Sylt ist, zu einem tödlichen Tandemsprung gerufen. Der Tandemmaster hat schwer verletzt überlebt, seine Kundin, die bekannte Hochzeitsplanerin Jaline nicht. Recht schnell ist klar, dass die Leinen des Fallschirms durchgeschnitten worden sind.

Nur von wem?

Nahezu gleichzeitig ereignen sich mysteriöse Anschläge auf der Insel. So werden Packungen eines Biomehls mit Glassplittern versetzt und Blumenbeete mit Unkrautvernichtungsmittel besprüht. Soll damit dem überbordenden Tourismus geschadet werden? Schluss mit lustig ist, als die Bremsschläuche von eBikes angeschnitten werden, eine Ärztin mehrere Tag tot in ihrem Appartement liegt und der rappende Hauskeeper-Boy ein für ihn bereit gestelltes, aber vergiftetes Törtchen gerade noch überlebt.

Daher muss Liv, deren Tochter Sanna auf dem Sprung nach Japan ist, ihren Urlaub abbrechen und in die komplexen Ermittlungen einsteigen. Es gibt zahlreiche Verdächtige, wie den eifersüchtigen Ex-Freund von Jaline, der jeden ihrer Schritte überwacht hat? Oder ein Konkurrent der Fallschirmspringer? Oder doch der kauzige Naturschützer?

Viele Spuren werden gelegt, einige versanden sprichwörtlich. Jedenfalls haben Liv Lammers und ihre Kollegen mehr als genug zu tun. Daneben gibt es noch Missstimmung an der Dienststelle, weil sich sowohl Momke als auch Rabia um die freie Stelle der Dienststellenleitung beworben haben und das Thema Hochzeit zieht sich wie ein roter Faden durch den Krimi.

Meine Meinung:

Auch der neunte Fall beschert uns Lesern eine komplexe Handlung, die zum Miträtseln anregt. Wie wir es von Sabine Weiß gewöhnt sind, darf auch das Privatleben der Ermittler nicht fehlen. Dabei steht natürlich jenes von Liv Lammers im Fokus. So fokussiert und straight sie in ihrem Beruf ist, so zaghaft und unsicher ist sie in ihrem Privatleben. Das ist auf Grund der Ereignisse in der Vergangenheit keine Überraschung. Nun hat sie mit Sebastian einen passenden Partner gefunden, der auch von Tochter Sanna akzeptiert wird. Doch das Brimborium um eine Hochzeit scheint ihr unangemessen. Sie lässt sich überreden, während einer Zeugenbefragung Brautkleider probieren, was ist nicht gar so gut finde. Gut gefällt mir das Happy End für ihre Großmutter. Dass ausgerechnet bei dieser Hochzeitsfeier ihre Schwester Annika und Neffe Jan unheilvoll hereinplatzen, ist eine Garantie, dass das letzte Wort im Privatkrieg der Schwestern, den der verstorbene Vater angezettelt hat, seine Fortsetzung findet.

Durch die vielschichtig angelegten Charakter ist dieser Krimi niemals langatmig. Die eigenartigen Zwischenfälle sowie die tote Fallschirmspringerin halten Momke, Rabia und Liv ordentlich auf Trab. Das Match um den vakanten Chefsessel löst die Autorin nach dem Motto „wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte“. Auch da sind Konflikte vorgezeichnet.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, in dem Autorin Sabine Weiß alle Register zieht, 5 Sterne.

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Rezensionen von jam:

Interessant, ruhig und sanft und dabei kraftvoll. Eine wundervolle Geschichte!

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen von Ito Ogawa

"Ich bin eine öffentliche Schreiberin, das stimmt. Ich schreibe alles, was man von mir verlangt, aber nur, um Menschen zu helfen, die es nötig haben. Damit sie glücklich werden."
Seite 102
Hatoko hat ihre Kindheit bei ihrer Vorgängerin verbracht. Es fällt ihr schwer, sie Großmutter zu nennen, denn diese hat sie streng erzogen.

Aber sie hat Hatoko auch die Kunst der Kalligrafie gelehrt, die Feinheiten der geschriebenen Worte, um für andere wichtige Schriftstücke aufzusetzen.
Als die Vorgängerin starb, war Hatoko schon seit einigen Jahren im Ausland und hatte den Kontakt abgebrochen. Nun kehrt sie zurück nach Kamakura, um deren Schreibwarenladen zu übernehmen. Und langsam auch wieder Briefe für andere zu verfassen und gekonnt auf Papier zu bringen. Sie bekommt Aufträge, für Liebesbriefe, Trauerschreiben, Absagen, Freundschaftsbriefe, ... und kommt so langsam wieder in Kontakt mit ihren Mitmenschen. Übers Jahr findet sie nicht nur Freunde, sondern auch langsam zu ihrer eigenen Schrift, ihrem eigenen Leben.
Durch alle vier Jahreszeiten dürfen wir Hatoko begleiten, und es war eine fantastische Reise! Ich habe nicht nur viele japanische Traditionen und Speisen kennengelernt. Als Leserin ist man ja immer ein Freund von Worten und die Beschreibung, wie Hatoko diese durch unterschiedliche Schriftzeichen zu Papier bringt, was die Farbe der Tinte aussagt, wie sogar die Briefmarke mit viel Gespür passend zum Gesamtbild ausgewählt wird, war einfach nur faszinierend. Dabei fühlt sich Hatoko in den Verfasser, ändert entsprechend ihre Schrift und wählt jedes einzelne Zeichen mit Bedacht.
Erst hat sie nur Kontakt zu ihrer Nachbarin Barbara, die sie immer durch die Wände hört. Doch durch ihre Aufträge trifft sie auf alte Bekannt und neue Freunde, bekommt selber eine Brieffreundin und gerät durch all das auch wieder in Kontakt mit ihrer verstorbenen Großmutter - und mit sich selbst.
Ich selbst bin wenig bewandert in japanischen Traditionen und so fand ich gerade die Schilderung der Rituale, wie eine Neujahrswanderung, unglaublich interessant.
Ito Ogawa schreibt dabei so ruhig und sanft, zurückhaltend und doch sind ihre Worte so kraftvoll! Ich habe jede Seite genossen!
Fazit: Interessant, ruhig und sanft und dabei kraftvoll. Eine wundervolle Geschichte!

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