Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Vobabooks:
Lena entdeckt sich neu
Nur du weißt, wer du bist von Michaela Wiebusch
Im Buch „Nur du weißt, wer du bist“ von Michaela Wiebusch geht es um Lena und ihre Reise zu ihrem neuen Selbst. Lena, eine Frau mittleren Alters, knabbert nach der Trennung von Maik ordentlich an sich selbst. Ihre Freundin Karla empfiehlt ihr daher, das Programm der Selbstwertagentur zu machen. Lena folgt ihrem Rat und erlebt 7 ereignisreiche und transformierende Tage.
Das Thema des Selbst wird in diesem Buch kreativ und liebevoll beschrieben. Die Kapitel gliedern sich in die Themen "Selbstbewusstsein", "Selbstbild", "Selbstliebe", "Selbstverwirklichung", "Selbstverantwortung", "Selbstvertrauen" und "Selbstfürsorge“ auf.
Ich fand das Buch leicht und gut zu lesen. Es beinhaltet einige inspirierende Aspekte und regt definitiv zum Nachdenken an. Für meinen Geschmack war es teilweise etwas künstlich und klischeehaft, mit vielen lehrbuchhaften Erklärungen und Lenas lehrbuchhafter Entwicklung. Dennoch ein angenehm zu lesendes Buch, was ich für Interessierte zu den Themen des Selbst gerne empfehlen kann.
Rezensionen von Amena25:
Konnte mich nicht überzeugen
Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton
Nachdem die Welt von einem giftigen Nebel verschlungen wurde, bleibt eine Insel irgendwo im Mittelmeer der einzige Ort, auf dem noch Menschen leben. In einer Idylle lebt eine Gruppe von Menschen zusammen, die Ältesten sorgen für ein friedliches Miteinander, überwachen die Landwirtschaft und damit die Ernährung.
An jedem Abend fallen die Inselbewohner durch die nächtliche Sperrstunde in einen tiefen Schlaf Morgens erwachen sie manchmal mit kleinen Verletzungen, können sich aber an nichts erinnern. Abi, eine Art KI, kontrolliert die Gedanken der Dorfbewohner. Und fast niemand von ihnen stellt Fragen. Doch dann wird eine der Ältesten eines Morgens brutal ermordet aufgefunden. Wird der Mörder nicht innerhalb der nächsten 107 Stunden gefunden, wird die Insel und ihre Bewohner vom giftigen Nebel verschlungen werden.
Die Mischung aus Krimi und Dystopie wirkte auf mich eher befremdlich. Die Charaktere und ihr Verhalten wirkten teils blass, teils sprunghaft, oft wenig nachvollziehbar.
Auch wenn die Darstellung der Inselgesellschaft, deren Regeln und das ausgeklügelte Machtsystem gar nicht so futuristisch wirkt, zog sich die Handlung doch sehr in die Länge und die Spannung blieb schon recht bald auf der Strecke.
Der letzte Mord am Ende der Welt konnte mich leider nicht überzeugen.
In der Danksagung verspricht der Autor, dass sein nächstes Buch eine Art Thriller werde und eher in der Gegenwart spiele. Vermutlich wird mir das mehr zusagen.
Rezensionen von qq:
Familienerbe
Wo wir uns treffen von Anna Hope
Familienerbe
Ein großes Familienanwesen in Sussex, das nach dem Tod des Vaters an die nächste Generation übergehen soll - klassische Ausgangslage für ein Buch mit familiären Konflikten.
Der Vater Philip hat drei Kinder, die Geschwister Frannie, Milo und Isa, die im Mittelpunkt des Romans stehen.
Nach dem Tod kehren sie in das Anwesen zurück, für die Beerdigung, und um das Erbe zu regeln.
Das Buch spricht hier die Themenfelder Stolz, Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit im Zusammenhang mit der Erbschaftsthematik an. Sehr gesellschaftskritisch geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat.
Der Handlungsstrang wirkt teilweise etwas erzwungen, das hat mir weniger gefallen, es ist aber dennoch stimmig und die Protagonist:innen wirken sehr authentisch.
Wem das Thema zusagt, der wird hier sicher gut unterhalten werden. Von mir gibt es durchaus eine Empfehlung.
Rezensionen von fantasia:
Sink or swim
Das Licht in den Wellen von Janne Mommsen
Wer die Inselbücher (Die Reihe Friesencafé oder Inselbuchladen) von Janne Mommsen gerne liest, dem wird auch das neue Buch des Autors „Das Licht in den Wellen“ gefallen. Man kann auf Föhr und in New York in das Geschehen „eintauchen“ und das Leben auf der ruhigen Insel und dem Treiben der amerikanischen Großstadt mitverfolgen.
Ingma – die Hauptfigur des Romans- pendelt zwischen diesen Welten und gemäß dem Motto „sink oder swim“ kämpft sie und schwimmt sich frei. Unterstützt von guten Freunden, ihrer Familie und später dem Ehemann arbeitet sie sich mit viel Fleiß und Mut zur Spitzenköchin und Restaurantbesitzerin empor, die sogar die J.F. Kennedy bekochen darf.
Damit schafft der Autor ein starke Frauenfigur, deren Weg der Leser(wohl eher die Leserin) gerne mitverfolgt und miterleben will. Ihren Mut gibt Ingma später an ihre Nichte und Enkelin weiter, für die der amerikanische Traum wahr wurde bzw. wohl wahr werden wird. Der Stoff für weitere Folgen ist angelegt.
Ein Wohlfühlbuch, in dem auch der flüssige Stil gefällt.
Rezensionen von Ameland:
Macht Lust auf Urlaub in Umbrien
Lieber solo als allein von Tessa Hennig
Bewertet mit 3.5 Sternen
Leonie fiebert ihrer Traumhochzeit mit dem Italiener Luca entgegen. Diese soll im familieneigenen Hotel in Perugia stattfinden. Klar, dass zu diesem Ereignis ihre Familie anreist: Oma Gabriele und ihre getrenntlebenden Eltern Katrin und Oliver. Alles ist bis aufs I-Tüpfelchen geplant, aber manchmal hat das Schicksal etwas anderes im Sin.
Leonie und ihre Oma Gabriele mochte ich sofort, aber auch die anderen Protagonisten machten es mir leicht, sie zu mögen. Schön fand ich, dass aufgrund der größeren und kleineren Katastrophen die Charaktere eine sichtbare Entwicklung durchgemacht haben.
Mir würde dieses dolce Vita jedenfalls auch zusagen. Leckeres Essen, wunderbares Wetter, herrliche Landschaft, pittoreske Dörfer und Städte und das alles in netter Begleitung. Bisher stand Umbrien noch nie auf meiner Urlaubsliste, aber das hat sich jetzt geändert.
Wie gewohnt schreibt Tessa Hennig flüssig und mit einer Prise Humor. Allerdings hätte es von letzterem aber definitiv mehr sein dürfen. Diesem Familienroman fehlte die gewohnte Leichtigkeit der anderen mir bekannten Romane der Autorin. Am besten haben mir noch die Beschreibungen der Landschaft und der Sehenswürdigkeiten gefallen. Insgesamt eine nette Unterhaltung für zwischendurch.
Rezensionen von Lesender:
Ein drachenstarkes Abenteuer!
Die geheime Drachenschule - Der goldene Ritter von Emily Skye
Das ist ein Kinderbuch, wie wir es lieben!
Sobald man es in die Hand nimmt, entfaltet es seine Magie!
Es ist ein bisschen schwerer, was am Einband und der Qualität der Seiten liegt. Dank der vielen farbigen Illustrationen und einiger Comics hat man immer ein Bild vor Augen und das Lesen macht nochmal so viel Spaß!
Jeremias, Buckel, Ash und Drache Feuerschatten haben sich gefunden, angefreundet und gemeinsam in ein spannendes Abenteuer gestürzt.
Teamgeist und Freundschaft werden großgeschrieben, auf der Suche nach dem mysteriösen goldenen Ritter.
Lässt sich für Erstleser super lesen, aber auch für mich war es ein Lesevergnügen! Genau so müssen Kinderbücher sein, um Kindern Spaß am Lesen zu vermitteln.
Rezensionen von yellowdog:
Brokeback Cinema
Cinema Love von Jiaming Tang
Cinema Love ist das Debüt des chinesisch-amerikanischen Schriftstellers Jiaming Tang und es vermag von Anfang an durch einen wunderbaren Stil zu beeindrucken. Die Handlung umspannt lange Jahre, von der Jugend des Protagonisten Old Second und Bei Mao in China der achtziger Jahre. Der Handlungsstrang in den USA, in der sich die Protagonisten wiederfinden ist Jahrzehnte später, bis hin zum Lockdown.
Und doch sind die Abschnitte literarisch gleichwertig und unverzichtbar.
Zu einem Teil wird es aber doch auch zu einem New York-Porträt.
Es entstehen Erinnerungen an den großen Hollywoodfilm Brokeback Mountain. Hier wie da gibt es den inneren wie äußeren Zwang zur Verstellung, um gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen oder überhaupt zu überleben.
Bei der Thematik des Buches ist es erstaunlich, dass die Ehefrauen dieser Männer viel im Mittelpunkt stehen. Ihre Charakterisierungen gehen tiefer als die der Männer. Es ist ein sensibel erzählter Roman.
Rezensionen von ReiShimura:
Brings oder springe
Geht so von Beatriz Serrano
Nachdem ich mittlerweile einige Rezensionen zu dem Buch gelesen habe, habe ich das Gefühl, dass dieses Buch eines jener Bücher ist, welches sehr stark polarisiert. Natürlich trifft das auf viele Bücher zu, denn Geschmäcker sind eben verschieden. Die einen lieben es, die anderen hassen es.
Autorin Beatriz Serrano hat mit ihrem Roman aber eine ganz besondere Art der Gesellschaftskritik erschaffen, die manche Leser und Leserinnen einfach nicht verstehen bzw.
nachvollziehen können. Mir ist bewusst, dass dies sehr abwertend klingt, es ist aber nicht so gemeint. Ganz im Gegenteil. Diese Leser und Leserinnen haben das Glück, dass sie nicht in einem Hamsterrad feststecken und jeden Tag und jede wache Minute ihre Existenz, ihr Leben und ihre Arbeit hinterfragen. Sich ständig überlegen wozu sie eigentlich jeden Tag aufstehen und in einen Job gehen, denn sie zwar am Papier beherrschen, aber doch das Gefühl haben, eigentlich nur eine Rolle zu spielen und gleichzeitig völlig über- und unterfordert sind. Ihr Leben ein ständiger Wechsel zwischen Bore-out und Burn-out ist.
Beatriz Serranos Protagonistin Marisa führt genau so ein Leben. Ihren Job in der Werbeagentur macht sie am Papier wirklich gut und sie strahlt nach Außen eine Professionalität aus, die von der Außenwelt wahrgenommen und geschätzt wird. In ihrem Inneren schaut es aber ganz anders aus. Sie spielt eine Rolle, um nach Außen die Person zu sein, die von ihr erwartet wird. Überstehen kann sie das ganze nur, indem sie regelmäßig zu Alkohol und Medikamenten greift. Zum Abschalten und Entspannen, aber auch um in der Arbeit produktiv zu wirken, flüchtet sie sich in die unendlichen Weiten von You tube.
Beatriz Serrano schafft es mit ihrem zynischen Erzählstil schwierige Themen anzusprechen und es dabei doch leicht und locker wirken zu lassen. Im ersten Augenblick schmunzelt oder lacht man, schüttelt vielleicht den Kopf, um im nächsten Augenblick nachdenklich zu werden. Denn man realisiert, dass dies eigentlich gar nicht lustig ist, sondern traurige Wahrheit und harte Realität. Ein wenig erinnert mich ihr Stil an einige der großen österreichischen Kabarettisten. Da schüttelt sich das Publikum auch aus vor Lachen und im nächsten Moment tritt betretenes Schweigen ein.
Die Autorin zeichnet hier ein sehr düsteres, aber leider auch realistisches Bild der Gesellschaft oder zumindest von Teilen der Gesellschaft. Sie spricht viele wichtige, vor allem auch feministische Themen an. Sie beschreibt anschaulich, wie sehr sich das Außen oft vom Innen unterscheidet. Wie viele von uns eine Rolle spielen, um den Alltag zu überstehen und uns in die Gesellschaft einfügen, obwohl wir innerlich zu Grunde gehen. Die Standardantwort auf die Frage "Wie gehts Dir?" ist meistens "Gut, danke" maximal noch "Geht so". Kaum einer beantwortet diese Frage wirklich ehrlich und wenn nur bei den engsten Vertrauten, falls man solche hat. Denn obwohl wir dank sozialen Medien uns leicht mit der ganzen Welt vernetzen können, werden viele Menschen immer einsamer und flüchten sich eine Scheinwelt und dämpfen ihre Gefühle mit Alkohol, Drogen oder Medikamenten.
Einige kritisieren bei dem Buch den fehlenden Spannungsbogen und das eigentlich nicht besonders viel passiert. Diese Kritik kann ich nachvollziehen, denn beide Punkte sind richtig. Mich persönlich hat dies nicht gestört, denn es macht das Buch auch noch realistischer und greifbarer. Etwas sauer stößt mir allerdings der zweite Teil des Buches auf, also ab dem Punkt, an dem es zu dem Teamevent geht. Hier hat die Autorin mich dann langsam, aber sicher verloren. Da ich nicht spoilern möchte, nur so viel: Ab dem Punkt wirkt es für mich nur mehr gekünstelt und unrealistisch. Auch das Ende lässt mich etwas ratlos zurück. Ein wenig habe ich das Gefühl, dass die Autorin das Buch beenden wollte, aber nicht wirklich wusste, wie sie es abschließen soll. Der von ihr gewählte Weg ist interessant, aber für mich persönlich nicht zufriedenstellend.
Rezensionen von LEXI:
Du lehrst mich, das Leben wieder zu lieben!
Die tausend Farben von Paris von Catherine Durand
Du lehrst mich, das Leben wieder zu lieben!
„Er nahm sich Zeit, die Farben auf sich wirken zu lassen sie förmlich zu inhalieren, um sie in sich aufzunehmen, sie zu spüren. Paris war für ihn eine Stadt, die stets in ein warmes Rosé getaucht war, bei Tag wie bei Nacht, weil sie ein Gefühl der Wärme verströmte, wie er es noch nirgendwo sonst erfahren hatte.
Auf keiner Palette der Welt wäre es möglich, die Farben so zu mischen, dass man Paris darin einfangen und in den Bildern wiedergeben könnte.“
Nach seinem Dienst in der Armee hat Jack King Amerika den Rücken gekehrt und lebt in der Stadt seiner Träume, wo er sich seiner größten Leidenschaft widmet. Als mittelloser Maler kann er zwar seine Kunst nicht verkaufen, ist aber dennoch stets positiv und voller Hoffnungen. Jack liebt die Farben, die Klänge, die Gerüche dieser Stadt, das Lachen der Menschen und die Musik. Paris ist für ihn ein magischer Ort und er gibt alles dafür, dieses Gefühl auf die Leinwand zu bannen. Als er die lebensfrohe Rose Chevalier kennenlernt, verliebt er sich auf den allerersten Blick in die bezaubernde junge Französin mit dem hinreißenden Lächeln. Die junge Studentin aus begütertem Elternhaus erwidert seine Gefühle, doch das Glück des jungen Paares wird vom Auftauchen eines ehemaligen militärischen Vorgesetzten Jacks überschattet, der eine alte Schuld bei ihm einfordert.
„Die tausend Farben von Paris“ ist ein mehr als vierhundert Seiten umfassender Roman, der im Jahre 1952 angesiedelt ist. An der Seite von Catherine Durands Protagonisten durfte ich die Schönheit dieser Stadt sowie all die liebenswerten Bekannten und Freunde von Jack kennenlernen und in die malerische Welt des Künstlerviertels Montmartre eintauchen. Jack wird als zufriedener Mensch dargestellt, der den Zwängen des Alltags zu entfliehen sucht und von seinem Durchbruch als Maler träumt. Sein unbekümmertes Leben findet ein jähes Ende, als der Frieden zwischen Frankreich und Amerika durch ein brisantes Dokument gefährdet ist und ausgerechnet er dazu rekrutiert wird, die Arbeit des Geheimdiensts zu unterstützen.
Mit dem berühmten Chanson-Sänger Frank Levant bringt Catherine Durand eine weitere, äußerst facettenreiche Hauptfigur in die Handlung ein. Der charismatische Showstar des Varietés Lido führt ein Leben auf der Überholspur, er ist überaus beliebt, vermögend und ganz Paris liegt ihm zu Füßen. Frank betrachtet sich selbst aber als Blender, er ist von Selbstzweifeln zerfressen und trotz seiner Berühmtheit ein einsamer Mensch. Einzig im Maler Jack hat der Entertainer einen treuen Freund gefunden, vor dem er seine Ängste und Gefühle nicht verstecken muss. Die Begegnung mit der Blumenhändlerin Amelie Girard stellt Franks Weltbild völlig auf den Kopf, denn die unabhängige Frau lässt sich weder von seinem Vermögen, noch von seinem Ruhm beeindrucken. Doch als Franks Vergangenheit ihn einzuholen droht, muss er nicht nur um sein neues Glück, sondern vielmehr um seine ganze mühsam aufgebaute neue Existenz fürchten.
Den Protagonisten werden interessante Nebenfiguren zur Seite gestellt. Neben bösen, im Hintergrund agierenden Antagonisten bringt die Autorin auch zahlreiche sympathische und liebenswerte Charaktere ins Spiel. Roses Eltern Francine und Arthur Chevalier sind mir im Verlauf der Handlung ebenso ans Herz gewachsen wie Hedwig Schönau, eine alte Dame, die Rose sehr zugetan ist und auf dem Anwesen ihrer verstorbenen Großmutter lebt. Catherine Durands liebevolle Charakterzeichnung beschränkt sich jedoch nicht auf die Hauptfiguren. Ich konnte die beleibte Wirtin Madama Lilou mit ihrer liebenswerten Art und dem herzlichen Lächeln bildhaft vor mir sehen, die den erfolglosen jungen Maler unter ihre Fittiche nahm und kulinarisch verwöhnte. Meine unangefochtene Lieblingsfigur war und ist jedoch Amelie Girard, die mich mit ihrer direkten, offenen und warmherzigen Art voll und ganz in ihren Bann gezogen hat. Amelie ist dankbar für jeden einzelnen Tag, der ihr geschenkt wird und versteht es, ihr Leben zu genießen. Sie findet Freude an kleinen Dingen und zahlreiche beeindruckende Zitate spiegeln ihre klugen Einsichten wider. Amelie liebt die Arbeit mit den fragilen Schönheiten in ihrem Blumenladen, den Menschen mit ihren kreativen Arrangements Freude zu bereiten, macht sie glücklich. In einem Gespräch, das mich besonders beeindruckt hat, sagt sie über ihre wunderbar leichte Art, durchs Leben zu gehen: „Ich glaube, dass das Leben zu kurz ist, um sich mit Menschen zu umgeben, die der Seele nicht guttun. Deshalb spreche ich aus, was ich denke. Die, die damit umgehen können, werden oft gute Freunde. Die anderen verschwinden nach einer kurzen Begegnung aus meinem Leben und können ihr Glück finden, wo meines nicht liegt.“ Welch faszinierende Ansichten einer derart jungen Frau!
Ich möchte abschließend noch auf die anziehende optische Aufmachung dieser broschierten Ausgabe hinweisen, die durch ein gefälliges Cover und eine harmonische Farbgestaltung besticht. In der Abbildung auf dem Umschlag spiegelt sich die malerische Beschreibung der französischen Hauptstadt wider – die zarten Pastellfarben und das verliebte, dem Betrachter abgewandte Paar versinnbildlichen die romantischen Handlungen im Buch. Auf der Innenseite der Klappbroschur findet man eindrucksvolle Zitate dieses Romans, die etwas größere Schrift und die lesefreundlichen Zeilenabstände haben für mich persönlich einen sehr hohen Stellenwert. Die einzelnen Kapitel werden stets von einem aussagekräftigen Zitat einer der Hauptfiguren eingeleitet, auf den jeweiligen Schauplatz der Handlung wird in der Kapitelüberschrift Bezug genommen. Ein elf Seiten umfassendes Nachwort entpuppt sich letztendlich als informative Zusammenfassung historischer Fakten, die Autorin erzählt darüber hinaus ein wenig über die vier Hauptcharaktere Jack, Frank, Rose und Amelie.
FAZIT: „Die tausend Farben von Paris“ hat mich ausgezeichnet unterhalten, der einnehmende Schreibstil der Autorin, die gelungene Charakterzeichnung ihrer Figuren und der auf die Geheimdienstaktivitäten basierende Spannungsbogen machten dieses Buch zu einer Lektüre, die ich nicht mehr aus der Hand legen mochte. Besonders gelungen fand ich die zahlreichen Zitate von Rose und Amelie – die beiden sind mir im Verlauf der Handlung nicht nur durch ihre liebenswerte Art, sondern vielmehr auch durch ihre Einstellung und Weltanschauung ans Herz gewachsen. Montmartre, das Herzstück von Paris, sowie die kleinen Cafés und Läden übten eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Dank der bildhaften Beschreibung der Autorin werden mich die Gerüche, die Impressionen und der Zauber von Paris noch eine ganze Weile nach dem Zuschlagen der letzten Buchseite begleiten.
Ich vergebe fünf Bewertungssterne für diese Geschichte, die mir ausnehmend gut gefallen hat!
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Ein Buch zum Hineinfallen
Für Polina von Takis Würger
Die Geschichte über Hannes und Polina ist genau die richtige, wenn es am Wochenende draußen regnet und am Sofa so gemütlich ist, um in deren Leben abzutauchen.
Die beiden alleinerziehenden Mütter Fritzi und Güneş bringen ihre Kinder Hannes und Polina zum selben Zeitpunkt im Krankenhaus zur Welt.
Von da an werden die beiden Kinder lebenslang miteinander verbunden sein.
Fritzi möchte dem Vater, einem One-Night-Stand im Urlaub, nichts von seinem Sohn Hannes erzählen, sie will es alleine schaffen. Sie zieht mit Hannes in die Moorvilla zum alten Heinrich, der Geld braucht und jemanden zur Untermiete sucht. Hannes ist anders als andere Kinder: ruhig, verträumt und er hat Musik im Ohr. Später lernt er auf einem alten Klavier, dass in der Villa steht, das Klavierspielen und komponiert ein Lied für Polina, die er seit Kindertagen liebt.
Polina ist aufgeweckt und beschützt Hannes – bis eines Tages eine kleine Lüge ihre Wege trennt. Hannes hört darauf die Musik im Ohr nicht mehr und gibt auch das Klavierspielen auf.
Eine großartige Geschichte über Liebe, Missverständnisse, Freundschaft und Tod. Alle Protagonist*innen haben im Roman ihren richtigen Platz und tragen hervorragend zum Gelingen der Erzählung bei. Ich bin so richtig in den Roman reingekippt.
Es war ein herrliches Leseerlebnis.
Nur eine kleine Kritik möchte ich anmerken: Manche Stellen gegen Ende waren mir ein bisschen zu dick aufgetragen, etwas zu übertrieben. Das hätte die schön erzählte Geschichte nicht gebraucht.











