Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Dieses Mal: Dana
Die Nacht (Art Mayer-Serie 3) von Marc Raabe
Ich habe alle bisher erschienenen Bände gehört und schwankte bei jedem einzelnen zwischen Euphorie und dem Empfinden, dass es eine Spur too much war, es ins unglaubwürdige abzudriften drohte.
Dieses Mal freute ich mich darauf, dass Arts Verbindungen „nach oben“ nimmer ganz so extrem thematisiert wurden und der Strang sich stattdessen auf Danas verschwinden konzentrierte.
Und trotzdem blieb etwas, was mich nicht überzeugen konnte. Raabes Täterprofil wirkte weit hergeholt und wurde mir in letzter Zeit in Krimis einfach schon zu oft für Erklärungen herangezogen, was letztendlich diesem Band einiges an Spannung nahm und zugleich dieser Personengruppe ein Image generiert, dass diese bei Leibe nicht verdient haben. Irgendwann ist auch mal genug. Mit diesem Band werde ich wohl, auch wenn ich mich größtenteils gut unterhalten fühlte, wohl Abstand von dieser Reihe nehmen.
Rezensionen von Kwinsu:
Lehrhafte, klischeebedienender Historienroman
Im Wind der Freiheit von Tanja Kinkel
In Tanja Kinkels neuem Historienroman "Im Wind der Freiheit" begleiten wir die beiden Frauen Susanne und Louise in ihrem Kampf um die Demokratie. Die Welt aus der sie stammen, könnte nicht unterschiedlicher sein: während Louise eine erfolgreiche Schriftstellerin aus gutem Hause ist, ist Susanne Arbeiterin in einer Fabrik.
Als sie bei einem Versuch Gerechtigkeit für eine Freundin zu erlangen ihre Arbeit verliert, ist sie gezwungen als Sexarbeiterin zu arbeiten. Von Anfang an ist ihr Schicksal miteinander verwoben und in den heißen Kämpfen im Jahr 1848 kommen sie ohne einander nicht aus, auch wenn ihre Beweggründe im Kampf nicht die gleichen sind...
Die Autorin verknüpft gekonnt tatsächlich existierende Frauen aus der Geschichte (wie Louise Otto) mit jenen, die aufgrund ihrer "geringen" Stellung nicht in die Geschichtsbücher eingegangen sind. Sehr detailliert lässt sie uns die historischen Geschehnisse von 1848 anhand ihrer Figuren miterleben, die in den deutschen Fürstentümern und in Österreich für eine Republik und ein allgemeines, wenn auch nur für Männer geltendes Wahlrecht kämpfen. Dass auch Frauen ein wichtiger Teil dieses Befreiungskampfes waren, gelingt der Autorin anschaulich aufzuzeigen.
Grundsätzlich ist die Sprache, in der der Roman verfasst wurde, einfach und kurzweilig zu lesen. Allerdings haben die einzelnen historischen Abhandlungen definitiv ihre Längen, was es nicht einfach macht, dem Roman in allen Teilen zu folgen. Zudem ist die Anzahl der unterschiedlichen Charaktere hoch, leider wurde verabsäumt eine Figurenliste anzufügen, an der man sich orientieren hätte können. So wird auch mit keinem Wort erwähnt, welche Charaktere auf wahren, welche auf fiktiven Begebenheiten beruhen. Lediglich eine kurze Quellenliste am Ende lässt die historischen Persönlichkeiten vermuten. Dieses vollkommene Fehlen von Aufklärungsarbeit - nicht einmal anhand eines Nachworts - überlässt es den Lesenden selbst, Fakten zu recherchieren. Das ist für meine Ansprüche an einen Historienroman sehr schwach.
Früher habe ich ganz viele historische Romane gelesen, in den letzten Jahren ist mir die Vorliebe dafür allerdings abhanden gekommen. Grund dafür ist, dass die Romane oft ähnlich aufgebaut sind: im Zentrum steht meistens eine Liebesgeschichte, die Protagonist:innen wollen allesamt einen gesellschaftlichen Fortschritt und haben oft Vorstellungen davon, die so von der Gegenwart geprägt sind, dass mir diese unglaubwürdig erscheinen. Trotzdem schafft es die Figur irgendwie, nach ihren Vorstellungen leben zu können, auch wenn das in der jeweiligen Zeit ziemlich unvorstellbar war. Als ich die Leseprobe zu diesem Buch gelesen habe, dachte ich mir, dass "Im Wind der Freiheit" einen anderen Weg gehen könnte. Leider war dem nicht so und oft ertappte ich mich dabei, gewisse Gedankengänge oder Taten der handelnden Personen als unglaubwürdig zu empfinden. Zudem waren die Liebensgeschichten viel zu vorhersehbar und hätten - für meinen Geschmack - bei den fiktiven Charakteren auch nicht unbedingt sein müssen. Hatte ich mir erhofft, dass vor allem die Frauenfiguren, die sich nach Anerkennung sehnen, Tiefe erhalten, wurde ich dahingehend leider enttäuscht und ihr Wunsch nach Gleichberechtigung wurde nur oberflächlich verfolgt. Letztendlich empfand ich das Lesen als ermüdend.
Mein Fazit: "Im Wind der Freiheit" ist ein klassischer Historienroman, der viel Aufklärungsarbeit über die Freiheitskämpfe des Jahres 1848 liefert, der für meinen Geschmack aber zu klischeebeladen und vorhersehbar ist. Leider fehlt eine Information über historische Persönlichkeiten genauso wie eine Figurenübersicht. Wer etwas über das wichtige Jahr 1848 lernen will, ist hier gut aufgehoben, wenn einem viele Längen, die üblichen Liebensgeschichten und kaum überraschende Charaktere nicht stören.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Eine allzu reichhaltige Torte
Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall
Herrenhaus und Farmers Cottage, Liebe des Lebens und Liebesverrat, paradiesische Kindheit und frühe Tragödie, Herzlichkeit und Arroganz, aufopfernder Edelmut und schnöde Niedertracht … diese und ähnliche Extreme sucht eine Handlung in sich zu vereinen, die Stoff für eine ganze Serie von melodramatischen Verfilmungen bieten würde.
In Vor- und Rückblenden wird von zusammenhängenden Begebenheiten der Jahre 1955, 1968f. und 1975 erzählt, deren treibendes Element die Liebe ist: Sie wirkt wie der Zuckerguss auf einer allzu reichhaltigen Torte.
Dabei sind die einzelnen Episoden einfühlsam und anschaulich erzählt; auch die Figurencharakteristik, die aus dem Erleben der Ich-Erzählerin hervorgeht, wäre durchaus überzeugend, wenn die ganz großen Gefühle etwas sparsamer eingesetzt würden. Vor allem aber meldet sich der Wunsch nach einem sparsameren Einsatz der erzählerischen Mittel angesichts eines Umgangs mit Geheimnissen, der bald einmal konstruiert wirkt und an einen Fortsetzungsroman erinnert: Die Ich-Erzählerin nähert sich den tragischen Ereignissen ihres Lebens im Rückblick an, sie macht Andeutungen, nur um die erzählerische Chronologie dann doch zu unterbrechen und den Faden der Erzählung auf einer anderen Zeitebene wieder aufzunehmen – das Geheimnis bleibt als solches in Erinnerung, aber zugleich ungelöst. Gezielt eingesetzt wäre dies ein legitimes narratives Verfahren; wenn es aber – ohne psychoanalytische, genrespezifische oder andere Motivation – im Übermaß eingesetzt wird, wirkt es weniger fesselnd als ärgerlich.
Schade, denn der Roman enthält mehrere Sujets wie harte Kerne für ein jeweils eigenes Erzählen. Zusammen montiert und in konstruierter Spannung verbunden ist die Leseerfahrung eher unbekömmlich, vom Hollywood-Charakter des Endes ganz zu schweigen.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Fake Love Make Love
The Fake Out - Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung? von Sharon M. Peterson
"The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?" von Sharon M. Peterson ist in der Hörbuchfassung von Esther Brandt und Markus J. Bachmann gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit.
Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecher:innen kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit haben mir Brandts und Bachmanns Stimmen gut gefallen.
Neben der Tatsache dass die Covergestaltung wirklich gar nicht meinen Geschmack trifft und mich beinahe vollkommen davon abgehalten hätte mich näher mit dem Buch zu beschäftigen, hat mich der Klappentext jedoch angesprochen. Erwartet habe ich eine seichte und oberflächliche Romance, die sich der beliebten Fakte Dating Trope bedient. Dieses Buch (mit dem etwas sperrigen Titel) hat mich dann jedoch positiv überraschen können.
Die beiden Hauptchartaktere waren mir von Beginn an sympathisch und auch die Nebencharaktere waren zwar nicht immer sympathisch, aber umso mehr sehr eigene Persönlichkeiten, die der Story damit einen gewissen Charakter verliehen haben. Das gefiel mir sehr gut´. Mae war mir ein bisschen zu sehr Märtyrerin, aber hier gab es zum Glück ein wenig Charakterentwicklung. Auch das allgemeine Setting ist gut gewählt (welcher Bücherwurm schlägt sich denn nicht auf die Seite einer motivierten Bibliothekarin?). Der Handlungsverlauf war spannender als gedacht und wennglich reicht seicht, deutlich weniger als ich vorab erwartet habe. Klat ist ja immer, dass Romance darauf baut, dass die Charaktere nur mäßig gut in der Kommunikation miteinander sind... Dennoch gab es erfreulich wenig Drama, das auf fehlender Kommunikation fußt und auch das ist in meinen Augen ein Pluspunkt für ein Buch dieses Genres.
Insgesamt ist "The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?" für mich ein schönes Buch für Zwischendurch!
Rezensionen von Jule:
Ein absoluter Wohlfühlroman
Note to myself: Liebe ist keine Option von Kira Mohn
"Note to myself - Liebe ist keine Option" von Kira Mohn ist ein Buch, das zeigt, dass man der Liebe eine Chance geben soll. Es zeigt, dass man manchmal Zeit braucht um mit etwas abzuschließen und man seine Freunde nicht in den Hintergrund stellen sollte. Mit Humor aber auch ernsteren Thematiken entsteht eine wundervolle Geschichte, mitten im Herzen von New York.
Ein absoluter Wohlfühlroman, mit wundervollen Momenten und Details, die in Erinnerung bleiben.
Mit Alice findet man eine Hauptprotagonistin vor, die gerne ihre Gefühle in Listen strukturiert und glücklich in ihrem Job ist. Ihr Leben wird super authentisch geschildert und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Dazu sind Zara und Tobey die perfekten Freunde und ergänzen Alice ohne Probleme. Sie alle haben ihre eigenen Geschichten und doch kommt alles in diesem Buch zusammen. Und dann gibt es da noch Lennon. Lennon der ein absoluter Traumtyp ist und sich die wichtigen Details merkt. Seine Beziehung zu Alice wird im Verlauf des Buches immer schöner, auch wenn es mir an manchen Stellen dann doch etwas zu schnell gegangen ist.
Der Schreibstil an sich ist super angenehm und man fliegt durch die Seiten. Einfach Satzbildungen und tolle Dialoge bereiten einfach Freude.
Insgesamt ist dieses Buch eine Empfehlung für Alle, die sich nach einer wundervollen Romcom sehnen und es lieben, dass es sich beim Lesen so anfühlt, als würde man einen Film schauen.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Das Bücherschiff ist zurück
Die geheime Sehnsucht der Bücher von Nina George
Wieder einmal durfte ich den Buchhändler Monsieur Jean Perdu und Pauline Lahbibi, eine Buchapothekerin in Ausbildung, die Perdu zur Seite steht, auf seinem Bücherschiff begleiten. Bei dem Bücherschiff handelt es sich um eine Buchhandlung mit dem Namen "Die literarische Apotheke". Da die Handlung in Frankreich stattfindet, hat es natürlich den klangvollen Namen „Pharmacie Littéraire“.
Jean und Pauline ist es ein Anliegen Bücher und Menschen zusammenzubringen. Dieses Mal steht die zwölfjährige Françoises im Vordergrund.
Das Bücherschiff befindet sich in Paris und die Atmosphäre Frankreichs passt hier einfach gut.
Wer Bücher liebt, wird begeistert sein und kann so richtig tief in die Welt der Literatur abtauchen.
Nina George erzählt ihre Geschichte mit viel Empathie und Einfühlungsvermögen. Ihre Charaktere sind Menschen, denen man gerne im echten Leben begegnen würde, um sich mit ihnen zu unterhalten. Sie stecken voller Weisheit und Empathie, genau wie jeder einzelne Satz der Autorin. Sie schreibt großartig, tiefgründig und fein nuanciert, dabei muss man aufpassen, dass man kein Detail verpasst. Ich würde gerne noch mehr von Jean und Pauline lesen.
Rezensionen von clematis:
Trio in Hamburg
Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli von Henrike Engel
Louise ist mit einem reichen Mann verheiratet und reist von einer Stadt zur nächsten, verbringt Zeit auf Pferderennbahnen und in noblen Bars. Bis ihr Gatte spurlos verschwindet. Ella ist eine ehemalige Prostituierte und reist mehr zufällig als geplant nach Hamburg. Alles, was sie will, ist ein neues Leben.
Da trifft sie auf Louise und gerät in ein unaufhaltsames Abenteuer.
Unterschiedlichste Handlungsstränge und Schauplätze eröffnen diesen Roman, der im Jahre 1913 überwiegend in Hamburg spielt. Wie die Geschichten einer eleganten Dame, einer unfreiwilligen Liebesdienerin und eines Einarmigen zusammenhängen könnten, erschließt sich dem Leser erst nach einigen Kapiteln, in welchen man nach und nach erkennt, wohin die Reise führt. Aber da kommt auch schon die nächste Überraschung, denn plötzlich entwickelt sich die ganze Angelegenheit zu einem Krimi, den man so vielleicht nicht erwartet hätte.
Stete Perspektivenwechsel gewähren Einblicke in die Sichtweise und Gedankenwelt der einzelnen Figuren, die man sich aufgrund der detaillierten Charakteristik gut vorstellen kann. Turbulente Szenen schrammen bisweilen am Rand der Glaubwürdigkeit, sodass hier die Authentizität leider ein wenig leidet. Dennoch lernt man die Welt Hamburgs um 1900 gut kennen mit den großen Unterschieden zwischen Arm und Reich, den Möglichkeiten für Mann und Frau. Umso schöner, dass das Trio Louise, Ella und Paul – nicht ganz aus freien Stücken – so zusammenwächst und agiert, wie es Henrike Engel vorgesehen hat.
Ein unterhaltsamer Roman mit extrem unterschiedlichen Hauptfiguren und fast unlösbaren Problemen. Ob sich alle Träume erfüllen, wird wohl erst der Folgeband verraten.
Rezensionen von Rinoa:
Spannendes Katz- und Maus-Spiel
Don't Let Her Stay von Nicola Sanders
Das Buch ist super zu lesen und so war ich gleich mittendrin in der Geschichte. Da ich sehr oft und gerne psychologische Thriller lese, war ich mir auch ziemlich schnell ziemlich sicher, wohin die Reise gehen würde. Also habe ich mir die Geschehnisse von meinem hohen Ross aus angeschaut und dachte, ich wüsste Bescheid.
Das und die Tatsache, dass ich Chloes Verhalten (bzw. eigentlich das Verhalten aller, aber Chloe war da nochmal eine Hausnummer für sich) wirklich schwer zu ertragen fand, haben dann aber zunächst dazu geführt, dass ich recht lange für die erste Hälfte gebraucht und das Buch immer wieder zur Seite gelegt habe.
Doch irgendwann konnte ich mich der Geschichte nicht mehr entziehen und musste einfach immer weiterlesen.
Die Autorin schafft es, immer wieder falsche Fährten zu legen und meine sicher geglaubten Annahmen mehr als einmal (oft nur durch ein kleines Detail) komplett ins Wanken und sogar Einstürzen zu bringen. Das war wirklich super gemacht und extrem spannend.
Bis zum Schluss war ich hin- und hergerissen, was denn nun stimmt und wie alles ausgeht. Ein paar Fragen (die für die Geschichte allerdings nicht unbedingt entscheidend sind) blieben zwar für meinen Geschmack offen. Das ändert aber nichts daran, dass mir „Don’t let her stay“ vor allem in der zweiten Hälfte eine wirklich spannende Lesezeit beschert hat. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen.
Rezensionen von Daggy:
Streiten und Vertragen
Wir zwei vertragen uns von Michael Engler
Auf dem Cover haben sich Hase und Igel liebevoll im Arm, doch im Buch sieht es da ganz anders aus.
Wie idyllisch es wieder aussieht, der Igel schaut vom Baumstumpf herab, während der Hase munter herumspringt. Der Maulwurf schaut aus seinem Hügel und alles ist in weiches Licht getaucht. Der Hase will einen Schatz finden und gräbt ein tiefes Loch, wir sehen, dass etwas tiefer eine Truhe im Erdreich gibt.
Aber dann findet der Hase eine Wurzel, die er für etwas Besonderes hält und die er mitnehmen möchte. Doch der Igel hat gesagt, dass er an dieser Stelle buddeln soll und so meint er ein Anrecht auf die Wurzel zu haben. Beide wollen sie für sich beanspruchen und als der Igel schläft, nimmt der Hase sie einfach mit zu sich. Beide Tiere fühlen sich nicht wohl mit dieser Entwicklung und beide entscheiden in Gedanken, dass ihnen die Wurzel gar nicht so wichtig ist.
Natürlich entschuldigen sich die beiden und am Ende kommt es zu der Umarmung, die schon das Cover zeigt. Die Illustrationen sind, wie immer, wunderschön und liebevoll gestaltet. Die Texte erklären gut verständlich, was die Kinder immer wieder erleben. Es gibt Streit und dann müssen wir erkennen, die Sache war es gar nicht wert. Aber dann müssen wir auch schaffen und wieder zusammen zu raufen und uns entschuldigen, damit die Freundschaft weitergeht.
Rezensionen von Rinoa:
Anders als erwartet
Schmerz von Jón Atli Jónasson
Ich gebe es zu, ich hatte gewisse Erwartungen an „Schmerz“ und tat mich deshalb lange schwer, da diese nicht so ganz erfüllt wurden. Das fand ich tatsächlich etwas schade, denn das Buch verdient es, dass man sich voll und ganz darauf einlässt, was mir allerdings erst gegen Ende so richtig gelang.
Erwartet hatte ich einen klassischen Krimi mit zwei Ermittlern, Dora und Rado. Bekommen habe ich sehr viel Privates über die beiden, Dora, die seit einer Schussverletzung nicht mehr dieselbe wie vorher ist und eigentlich nur am Schreibtisch arbeitet und Rado, der durch seine kriminelle Schwiegerfamilie bei der Polizei aufs Abstellgleis getrieben wird.
Der eigentliche Fall des verschwundenen Teenagers gerät da fast so ein bisschen in den Hintergrund, was ich zu Beginn wirklich schade fand. Vor allem, weil es auch viel Spannung nimmt, wenn die Ermittlungen immer wieder unterbrochen werden.
Doch nach und nach gelang es mir, das Buch nicht als reinen Krimi zu sehen, sondern in gewisser Weise auch als Gesellschaftsporträt und eben als Geschichte von Dora und Rado, die ihre Vergangenheit und ihre Erfahrungen zu dem gemacht haben, was sie nun sind und was ihnen auch bei ihrer Arbeit nützlich ist.
Das Ende hat mich dann fast ein wenig überfordert, da ging alles plötzlich ganz schnell und Knall auf Fall, obwohl der Autor sich vorher wirklich sehr viel Zeit für alles genommen hat, das fand ich etwas unausgewogen. Trotzdem konnte mich „Schmerz“ vor allem gegen Ende doch richtig fesseln und auch Dora und Rado sind mir ans Herz gewachsen. Ich kann mir gut vorstellen, auch den zweiten Fall der beiden zu lesen.











