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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von peedee:

Bye, bye, Bootleg Springs

Highball Rush von Claire Kingsley; Lucy Score

Bootleg Springs, Band 6: Gibson Bodine ist ein Bad Boy. Er gibt vor, nicht auf den Klatsch und Tratsch in Bootleg Springs zu hören, aber dennoch geht dieser nicht spurlos an ihm vorbei. Gibson liebt es, auf einer Bühne zu sitzen, Gitarre zu spielen und zu singen. Ein Video geht viral und verschafft ihm unerwünschte Aufmerksamkeit.

Bei einem seiner Auftritte trifft er auf sie – und wird dadurch gedanklich 13 Jahre in die Vergangenheit versetzt…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover, passt gut zu den anderen der Reihe. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.

Dies ist Band 6 der Reihe; für mich jedoch die erste Begegnung mit Bootleg Springs.

Gibson ist ein Typ mit Ecken und Kanten: rau, aber mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Ich hatte Mühe, ihn tagsüber als Zimmermann und abends als Countrysänger zu sehen – irgendwie passte das nicht so richtig. Maya konnte ich mir mit ihren bunt gefärbten Haaren hingegen sehr gut vorstellen. Ihre Geschichte war speziell und es war für mich schwer nachvollziehbar, dass sie sich von ihrem Chef überreden liess, ausgerechnet nach Bootleg Springs zu fahren. Für sie eine Rückkehr in die Vergangenheit. Aber auch der Weg in die Zukunft? Witzig waren für mich u.a. folgende Situationen: Als in der Stadt bekannt wurde, dass Gibson wohl neuerdings eine Freundin habe, sind „zufälligerweise“ etliche Damen bei ihm vorbeigekommen und haben etwas zu essen gebracht, um ein bisschen zu plaudern. Oder als Maya zu Gibson sagte, dass er für sie ein Hundemensch sei. Und schwupps – kurz darauf kam er auf wundersame Weise zu einem Hund!

Für mich war es das dritte Buch von Claire Kingsley, aber das erste von Lucy Score. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen: ein bisschen Macho, ein wenig Drama, viel Kleinstadt-Zusammenhalt, für mich zu explizite „heisse“ Szenen mit zu derber Wortwahl, ein zu einfacher Ausgang der Geschichte. Wahrscheinlich wäre es hilfreich gewesen, wenn ich die vorherigen Bände bereits gekannt hätte, da es doch ziemlich viele Protagonisten gab und ich die Zusammenhänge nicht kannte. Aber sonst? Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass ich Kleinstadtromane einfach sehr gerne mag. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Rezensionen von Sheilo:

Ein Highlight für alle Altersklassen

Rubinrot,2 Audio-CD, 2 MP3 von Kerstin Gier

Gwendolyns Familie steckt voller Geheimnisse und sie selbst kennt diese nicht. Zumindest bis zu dem Tag, an dem sie plötzlich in die Vergangenheit reist und ihr bewusst wird, dass sie eine Zeitreisende ist. So lernt sie immer mehr Geheimnisse kennen und das größte Abenteuer ihres Lebens beginnt.

"Rubinrot" ist eine fantastische Neuauflage des ersten Bandes der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier, welche seit Jahren zu meinen Lieblingsbuchreihen gehört.

Mit der Neuauflage gibt es kleinere Anpassungen in der Geschichte und mein persönliches Highlight ist das Kapitel, welches aus Sicht des männlichen Protagonisten, Gideon, geschrieben ist.

Das Hörbuch selbst wird neben Kerstin Gier, welche das Vorwort selbst gelesen hat, von Carolin Sophie Göbel, Markus J. Bachmann, Oliver Rohrbeck und
Julia Fischer gesprochen, wobei ihre Stimmen für mich perfekt zu den Charakteren passen und vor allem die Emotionen sehr gut vermittelt werden. Zu meinen liebsten Szenen, bei denen man die Gefühle quasi greifen konnte, ging es um die Emotionen von Lucy, welche ebenfalls aus der Familie von Gwendolyn stammt.

Die verschiedenen historischen Aufzeichnungen zwischen den einzelnen Szenen sorgen für weitere Informationen zur Geschichte und enthalten hier und da auch einige versteckte Informationen.
Auch wenn ich selbst die Handlung des Buches aus der ersten Auflage bereits kannte, bin ich wirklich begeistert von diesem Hörbuch.

Wer Romantasy mit starken Protagonisten, Zeitreisen und einem magischen Touch liebt, sollte hier unbedingt reinhören.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Der Kopfübär entdeckt, was in ihm steckt von Judith Weber

Kobi Kopfüber freut sich auf den Ausflug - und dann kommt doch alles anders. Besonders dann, als Kobi kopfüber vom Baum hängt und merkt: aus dieser Perspektive ergeben sich ja ganz neue Ideen!

Das Buch wurde bei uns von Kindern selbst ebenso gelesen wie auch vorgelesen. Dabei kam bei uns eine tolle Botschaft an:
1.

Es lohnt sich, die Perspektive zu wechseln
2. Zusammen kann man vieles schaffen, was alleine nicht klappt oder nur schleppend vorangeht
3. Familie ist manchmal überraschend, aber immer bereichernd

Für uns mit 5,8 und 10 hat das Buch für alle gepasst. Für 3 Jahre wäre mir der Text zu lange. Aber so ab 5 Jahren ist es ein tolles, farbenfrohes Buch, das mit seiner lebendigen Sprache und detailreichen Schilderungen die Situationen richtig zum Leben erweckt!

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Rezensionen von PMelittaM:

Amüsant, spannend und manchmal tragisch - ein Highlight

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Kaiju-Monster von John Scalzi

Eigentlich hatte sich Jamie Gray viel von dem Mitarbeitergespräch erhofft, doch am Ende ist er arbeitslos und kann, mitten in der Corona-Zeit, seinen Lebensunterhalt nur noch als Essenslieferant sicher stellen. Glück im Unglück, dabei trifft er einen alten Bekannten, der ihm einen gut bezahlten Job anbietet.

Allerdings verrät er nicht, um was genau es geht, nur, dass sein Arbeitgeber, die GEK, eine Tierrechtsorganisation für große Tiere ist. Wie groß diese Tiere tatsächlich sind, und wo diese sich befinden, erfährt Jamie also erst, als er vor Ort ist.

Dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten, selten habe ich mich beim Lesen so amüsiert, allerdings hat die Geschichte auch sehr spannende, tragische und traurige Momente, eine perfekte Mischung also. Dazu punktet John Scalzi, von dem ich unbedingt noch mehr lesen möchte, mit viel Fantasie. Alleine die Tiere, auf die Jamie hier trifft, sind sehr fantasievoll, aber auch sehr durchdacht gestaltet. Gut gefallen haben mir auch die verschiedenen Charaktere, auch die nicht so guten. Viele von ihnen sind aber mit einem sehr gesunden Galgenhumor gesegnet, was in der Situation, in der sie stecken, recht schlau ist, und zu meinem Amüsement beigetragen hat. Außerdem ist nicht nur Jamie ein Nerd, so dass es manche passende Anspielung gibt.

Die Geschichte spielt zudem in einer besonderen, schwer zugänglichen Umwelt, die ebenfalls sehr fantasievoll und durchdacht gestaltet ist. Scalzi bietet hier einiges an Hintergrund, so dass alles lebendig und glaubhaft wirkt.

Da der Autor Jamie selbst in Ich-Form erzählen lässt, hat man als Leser:in die Möglichkeit, mit diesem alles zu erkunden und zu entdecken, und ist schnell mittendrin, die bildhafte Erzählweise wirft sofort das Kopfkino an.

Der Roman hat mich sehr gut unterhalten, er ist humorvoll, spannend, aber auch tragisch und traurig, punktet mit einer gut durchdachten Welt und interessanten Charakteren, und hat mir große Lust auf weitere Romane des Autors gemacht.

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Rezensionen von Tara:

Eine andere Seite von Barbie

Barbie - In Real Life von Kristen Mulrooney

In ihrem Buch „Barbie - In Real Life“ zeigt die in Massachusetts lebende Autorin Kirsten Mulrooney die Kultfigur Barbie von einer anderen Seite.

Barbie ist immer perfekt gestylt und hat ihr Leben im Griff. Das sind natürlich nur Momentaufnahmen. Hier sehen wir nun, dass das nicht immer so ist.

Auch für Barbie gibt es unangenehme und peinliche Momente, einen Bad Hair Day oder andere Situationen, die sich kein Mensch - und keine Barbie - wünscht.
Mit zahlreichen Bildern und Sprüchen werden diese hier in einer humorvollen Art und Weise dargestellt.

Barbie ist eben nicht vollkommen und ihre menschliche Seite regt sowohl zum Nachdenken als auch zum Lachen an.

Ich hatte mir ein wenig mehr versprochen, dennoch hat mir das Buch Spaß gemacht.
Die Gestaltung ist absolut „barbielike“ – viel pink und rosa.

Das Buch ist ein schönes Geschenk für kleine und große Barbiefans, die ihre Kultfigur gerne auch einmal von einer anderen Seite erleben möchten.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Furzipups und Lulu Lavazunge (Bd. 6) von Kai Lüftner


Wer mehrere Kinder hat, kennt eines ziemlich sicher: das Gefühl von Eifersucht, wenn die Aufmerksamkeit gerade am Anfang beim neuen Erdenbewohner liegt. Das muss nun auch Furzipups erleben. Lulu Lavazunge ist die neue Erdenbewohnerin des Drachentales und verzaubert dort alle, die sie nicht gerade abfackelt.

Gerade, dass sie etwas kann, was er nicht kann, macht ihn doppelt eifersüchtig und auch wütend. Aber als es drauf ankommt, hält er zu Lulu und erlebt selbst ein kleines Wunder....

Ich finde Lulu Lavazunge einen sehr im Kindchenschema gezeichneten Charakter: großer Kopf, große Augen, ein manchmal etwas einfältig wirkender Blick... Jedenfalls ist sie gleich als Nesthäkchen erkennbar. Auch sonst steht den Charakteren ziemlich viel durch die Illustrationen ins Gesicht geschrieben und hilft Kindern, auch auf emotionaler Ebene alles mitzubekommen. Ob stolze Eltern, neugieriger Furzipups, verschrecktes Hicksi Huhn .... alles findet sich nicht nur im gereimten Text sondern auch in den farbenfrohen Illustrationen. Beim ersten Mal lesen waren wir uns nicht ganz sicher, wann wir drücken mussten, aber man liest Geschichten ja gerne öfter und lernt dazu. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team:-)

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Rezensionen von Tara:

Ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt

Kinder von fern von Martine Letterie

„Kinder von fern“ ist ein wichtiges Buch der niederländischen Autorin Martine Letterie für junge Leser ab acht Jahren.

Die Kinder Samuel, Fatima, Azad und Tamar müssen aus unterschiedlichen Gründen aus ihrer Heimat fliehen. Gemeinsam mit ihren Eltern machen sie sich auf einen beschwerlichen Weg und treffen in den Niederlanden in einer Flüchtlingsklasse aufeinander.

Die Kinder erzählen nacheinander ihre Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruhen.
Der Schreibstil von Martine Letterie ist leicht zu lesen, die Sätze sind kurz und leicht verständlich. Dennoch gelingt es ihr die Gefühle ihrer Protagonist*innen und deren beschwerliche Wege gut zu vermitteln. So erhalten schon junge Leser einen guten Einblick in das Schicksal der vier Flüchtlingskindern und bekommen eine Vorstellung von dem, was in unserer Welt vor sich geht.
Da aus der Perspektive der Kinder berichtet wird, ist es leicht sich in diese hineinzuversetzen und ihren Emotionen nachzuspüren.

Durch zahlreiche passende Zeichnungen hat die Illustratorin Elena Cavion die Ereignisse verdeutlicht und lebendig werden lassen.

Das Buch eignet sich gut, um jungen Lesern Einblicke in das Leben anderer Kinder zu ermöglichen und auch als Grundlage für weitere wichtige Gespräche in Bezug auf die Probleme in unserer Welt.

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Rezensionen von Anno:

Abschied nehmen

Inseltage mit Rosa von Mareike Krügel

Ich glaube das ist eines der schönsten und anrührendsten Kinderbücher, das ich je las. Linnea und Rosa sind unzertrennlich. Beste Freundinnen, die sich wünschen sich immer wiederzufinden wenn sie sich verlieren sollten. Denn dass sie für immer zusammenbleiben werden, scheint ihnen sicher. Dann aber stirbt Rosa und Linnea wird still vor Trauer.

Bis sie eines Tages mit ihrer Oma das Wochenende auf einer Schäreninsel verbringt und Rosa in den Fantasiewelten ihrer gemeinsamen Spiele wiederfindet. Aus dem Wochenende werden mehr und mehr Tage. Ein Sturm zieht auf und die Realität hält Einzug. Bis Linnea nicht nur der Insel, sondern auch Möwe Zibebe und Rosa Lebewohl sagen kann.
Ich hab mich von der ersten Sekunde an in dieses Buch verliebt. Es ist so sehnsuchtsvoll, gefühlsstark und doch leicht und fantasievoll im Spiel der Kinder. Es geht unheimlich ans Herz und lässt wunderschön mitfühlen. Rosas Tod wird dabei kaum konkreter behandelt. Viel mehr geht es im Buch um das Vermissen, um Trauer und Verbundenheit. Auch Großmutter Mu fügt sich darin sehr schön ein. Ihre Art Verbindung zu Linnea herzustellen und ihr zugleich genug Raum für sich zu lassen, macht das Heilen erst möglich. Dabei ist ihre eigene Situation der Linneas so ähnlich. Auch sie trauert und vermisst.
Ich mag das fast schon poetische dieses Buches unheimlich gern. Es enthält Gedichte, drückt Gefühle wunderschön aus und behält dabei seine Verständlichkeit. Die Phantasiereisen der Kinder- so mystisch sie erscheinen, so real sind sie auch. Sie ermöglichen Linnea Rosa wiederzusehen und Frieden für sich zu finden. Die Welt schrumpft auf die Maße der kleinen Insel, die Außenwelt scheint eine Zeit lang wie entrückt. Und erst der Sturm bringt wie ein langsames Erwachen Stück für Stück die Wirklichkeit zurück, lenkt die Gedanken wieder auf das hier und jetzt und Sorgen machen sich breit. Die Stimmung verändert sich, dieses sehnsuchtsvoll ziehende verliert die Geschichte dabei aber nie.

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Rezensionen von DoraLupin:

Crackerdil ist zurück!

InvestiGators (Band 3) - Die Rache der Brösel von John Patrick Green

Mein Sohn liest sehr gerne Comics, denn hier gibt es wenig Text und viele bunte Bilder. Wir kenne die InvestiGators schon aus ihrem ersten Abenteuer und als ich ihm dieses Buch gezeigt habe, war er gleich Feuer und Flamme und nach dem Lesen können wir sagen, dass uns die Geschichte wieder sehr gut unterhalten hat.

Inhaltlich ist in diesem dritten Band der Reihe der Superbösewicht Crackerdile wieder zurück und fieser als je zuvor! Zum Glück sind Mango und Keck ihm mit ihrer hochmodernen Spionagetechnologie dicht auf den Fersen. Doch wer ist dieser mysteröse Gauner mit dem Schlangenarm? Etwa ein Komplize von Crackerdile? Die InvestiGators müssen die beiden unbedingt aufhalten, bevor sie .... in ein Waffelrestaurant einbrechen? Die große Frage ist: Haben die InvestiGators das Zeug dazu, diese Superschurken zu fangen, oder werden die Waffel-stehlenden Halunken der Justiz entkommen?

Das Buch ist im Comicstil gehalten und, obwohl das Buch rund 200 Seiten umfasst, ist die Geschichte schnell durchgelesen. Mein Sohn mag Comics sehr und hatte hier seinen Spaß. Die Schrift ist für Kinder ab circa 8 Jahren gut zu lesen. Die beiden Alligatoren als Protagonisten sind sympathisch und gemeinsam versprühen sie allerlei lustige Sätze. Es findet sich im Buch viel Humor und wir mussten öfters lachen, auch wenn manche Witze für kleinere Kinder nicht immer ganz leicht zu verstehen sind, ein Erwachsener der das Buch mitliest und das ein- oder andere erklären kann ist deshalb von Vorteil. Die Zeichnungen sind bunt und farbenfroh und haben uns gefallen, wobei man auch immer sagen muss, dass teilweise recht markabere Szenen dabei sind und man in diesem Comic nicht alles immer ganz Ernst nehmen darf! Der kleine Krimi hat auf jeden Fall für Spannung gesorgt und war auch ziemlich komplex für Kinder ab 8 Jahren. Ausserdem ist es gut die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, denn diese bauen schon aufeinder auf. Da wir den ersten Teil schon gelesen hatten, kamen wir ganz gut in die Geschichte rein, aber ein bisschen Wissen aus dem zweiten Teil hat uns gefehlt. Auch die Handlung war teils etwas chaotisch und ist immer wieder hin- und hergesprunge. Da uns das Buch trotz kleiner Schwächen gut gefallen hat, bekommt es auf jeden Fall gute 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung für Comic-Fans.

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Rezensionen von gabiliest:

Wer ist der Große Calafati?

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4) von Oliver Pötzsch

Mit “Der Totengräber und die Pratermorde” hat der Spiegel Bestseller- Autor Oliver Pötzsch den vierten Band seiner Totengräberserie um Inspektor Leopold von Herzfeldt aus dem Wiener Sicherheitsbüro und den Totengräber Augustin Rothmayer vorgelegt.

Schauplatz ist diesmal Wien im Jahr 1896.

Zwei Zauberer gastieren in der Stadt, der Amerikaner Banton, der im Ronacher Theater auftritt und der Grosse Bellini, der seine Kunst im Wiener Prater zeigt. Banton hat modernere Tricks, doch bei seinem spektakulärsten geht alles schief, die Jungfrau wird wirklich zersägt. Als kurz darauf sein Assistent stirbt, hat Inspektor Herzfeldt zwei Morde aufzuklären. Dabei kommt ihm immer wieder seine große und unglückliche Liebe Julia Wolf in die Quere, Journalistin beim Neuen Wiener Journal. Als Julia im Prater recherchiert, wird ihr das Gerücht zugetragen, dass immer wieder Mädchen verschwinden. Tatsächlich werden weitere Frauenleichen gefunden, es ist klar: Irgend jemand, hinter vorgehaltener Hand genannt der Große Calafati, zieht hier im Hintergrund die Fäden. Hängen die vielen Mordfälle zusammen?

Im Wien der Jahrhundertwende wird die Kriminalistik gerade zur faktenbasierten Wissenschaft, die Wiener Medizinische Schule ist weltberühmt. Leopold von Herzfeldt schwört auf die Tatortanalyse und die Daktyloskopie, der am Wiener Zentralfriedhof beschäftigte Totengräber Augustin Rothmayer experimentiert mit Fliegen und Maden, um die Liegezeit von Leichen bestimmen zu können. Dabei arbeitet er mit Professor Hofmann vom gerichtsmedizinischen Institut zusammen und schreibt mit Herzfeldt an einem Buch. Doch die seltsam verkleideten Frauenleichen geben weiterhin Rätsel auf.

Mit “Der Totengräber und die Pratermorde” zeichnet Oliver Pötzsch ein genaues Bild des historischen Wien, wobei der Wiener Prater die Hauptrolle spielt. Er ist ein Kosmos für sich und die Budenbesitzer stehen der Polizei skeptisch gegenüber. Sie machen Streitigkeiten lieber untereinander aus. Dementsprechend schwierig gestalten sich die Ermittlungen, erst als Julia unter falschem Namen eine Stellung in einem Zirkus annimmt, kommt sie an mehr Informationen. Doch weiß sie nicht schon zuviel und ist ihr Leben noch sicher?
Neben der spannenden Kriminalhandlung beschreibt der Autor sehr gut die sozialen Hintergründe und Entwicklungen der damaligen Zeit. Wien ist im Umbruch, neue technische Errungenschaften halten Einzug. Teile Wiens sind bereits elektrifiziert, bewegte Bilder auf der Leinwand faszinieren und ängstigen die Menschen gleichermaßen. Wenige Autos fahren, viele Menschen sind überzeugt, dass sich diese neumodischen Erfindungen nicht lange halten werden. Eine neue Sportart, das Fußballspiel, wird immer beliebter.

Julia, eine Frau, die ihre Unabhängigkeit und ihren Beruf schätzt, lebt mit ihrer gehörlosen Tochter Sisi in einem Untermietzimmer, Armut und Reichtum existieren nebeneinander. Inspektor Herzfeldt, der jüdische Wurzeln hat, wird mit Vorurteilen, Beleidigungen und Hass wegen seiner Religion konfrontiert, auch seitens seiner Kollegen. Antisemitismus ist allgegenwärtig. Augustin Rothmayer ist ein menschenscheuer Typ, der wissenschaftliche Erkenntnisse über die Leichen, mit denen er täglich zu tun hat, gewinnen will. Liebevoll kümmert er sich um seine Pflegetochter Anna, die bei ihm eine Lehre macht. Doch Anna ist dem Fußballspiel verfallen und Rothmayer nicht sehr geübt im Umgang mit jungen Mädchen. Auch alle weiteren Charaktere sind zeittypisch und authentisch dargestellt und ermöglichen den Einblick in eine Welt hinter dem Praterrummel.

Die Sprache des Buches, das flott und spannend zu lesen ist, ist oft sehr Wienerisch, wer Wiener Schimpfworte noch nicht kennt, wird sein Repertoire hier wirklich bereichern können, auch wenn manche Bezeichnungen heute nicht mehr geläufig sind. Zur besseren Verständlichkeit gibt es ein Glossar und ein Personenverzeichnis, das den Überblick erleichtert. Das Milieu und die historischen, baulichen und architektonischen Gegebenheiten sind lebendig und exakt geschildert. Um die Vorstellungskraft zu unterstützen, bietet das Buch auf der Rückseite des vorderen Buchumschlages eine Karte der historischen Wiener Innenstadt und des Praters. So ist “Der Totengräber und die Pratermorde” ein gelungener historischer Kriminalroman, der echtes Wiener Flair um die Jahrhundertwende bietet. Und der Große Calafati? Es ist eigentlich eine überlebensgroße Figur in der Mitte des Praters, die einen Chinesen darstellt und vor der sich die Kinder auch heute noch fürchten.

Mein Fazit:
Oliver Pötzsch hat einen lebendigen, gut lesbaren und sehr spannenden Kriminalroman geschrieben, der Wien um die Jahrhundertwende hervorragend beschreibt und es den Lesenden leicht macht, in die damalige Atmosphäre und Kultur einzutauchen. Das Verschwinden junger Mädchen war keineswegs ungewöhnlich, sehr gut gefallen hat mir, dass die eigentlichen Verbrechen nicht sensationslüstern dargestellt werden, man aber das Grauen der Situation deutlich spüren kann. Diesen actionreichen historischen Kriminalroman empfehle ich sehr gerne weiter und bewerte ihn mit verdienten fünf Sternen.

Noch ein Tipp für alle, die sich für Kriminalgeschichte interessieren: Das Kriminalmuseum im zweiten Wiener Gemeindebezirk kann ich wirklich empfehlen.

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