Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Dieses Debüt ist eine Sensation
Die Schlafenden von Anthony Passeron
Der heroinsüchtige Onkel des Autors Désiré zählt zu den ersten AIDS infizierten Frankreichs in den 1980er Jahren. Er lebt in einem kleinen französischen Dorf, wo jede*r jede*n kennt und die Familie aufgrund der Metzgerei, die sie betreiben, einigermaßen angesehen ist.
Für die Familie, insbesondere für die Mutter stellte diese Krankheit eine Katastrophe dar, weil AIDS-erkrankte stigmatisiert waren – als schwul und/oder drogenabhängig.
Dass ihr Sohn Désiré drogenabhängig sei, wollte sie nicht wahrhaben. Zur großen Tragödie ist die familiäre Geschichte auch deswegen ausgewachsen, weil nicht nur der Onkel infiziert war, sondern auch seine Frau und die gemeinsame Tochter.
In einem zweiten Erzählstrang wird der wissenschaftliche Part zu AIDS erzählt – von den ersten Entdeckungen des Virus bis zum Versuch, ein geeignetes Medikament zu erforschen.
„Danke.“ Die junge Wissenschaftlerin ist verblüfft: „Aber wofür? Es ist uns nicht gelungen, Sie zu retten.“ Mit halb geschlossenen Augen, an der Schwelle zwischen zwei Welten, findet der Sterbende noch die Kraft zu antworten: „Nicht für mich. Für die anderen.“ (s. S. 151)
Wir können uns heute glücklich schätzen – Wissenschaft und Forschung haben längst Medikamente entwickelt, die AIDS-Infizierte ein nahezu „normales“ Leben und auch eine vergleichbare Lebenserwartung ermöglichen, wie nicht infizierten Personen.
Ein tief berührendes, autobiografisches Buch über Krankheit und familiäre Scham, das einen nachdenklich zurücklässt. Großartiges Debüt!
Rezensionen von peedee:
Endlich den Eiffelturm sehen
Giraffenhund und Kratzbürste - Eine Reise nach Paris von Isabelle Schelling
Giraffenhund und Kratzbürste sind Freunde. Sehr unterschiedliche Freunde. Giraffenhund ist lustig, fröhlich und liebt es, zu stricken. Und er will endlich mal nach Paris. Kratzbürste hingegen ist brummelig und will am liebsten mit seiner schlechten Laune zu Hause bleiben. So packt Giraffenhund seinen Koffer und fährt alleine weg… Ein Bilderbuch für Kinder ab 5 Jahren.
Illustrationen von Kathleen Hoffmann.
Ein Hund der gerne strickt? Oh nein, es ist der Giraffenhund, der gerne strickt! Er liebt es, auch für seinen besten Freund Kratzbürste etwas zu stricken, so zum Beispiel eine gestreifte Hose. Kratzbürste trägt diese zwar, aber beklagt sich darüber, dass es ihn überall zwickt. Giraffenhund will nicht mehr länger vom Reisen träumen, nur weil Kratzbürste unbedingt zu Hause bleiben will. Er fährt somit alleine nach Frankreich, genauer gesagt, nach Paris, um dort viele wunderbare Dinge zu erleben. Seine Stricknadeln und genügend Wolle müssen mit!
Die durchgehend farbigen Illustrationen sind sehr detailreich und so ist es für die Vorlesenden und das Kind eine wahre Freude, sich die vielen Kleinigkeiten anzusehen. Auch ohne Text laden die Zeichnungen zu eigenen Erzählungen ein. Auf einer Seite sieht man die beiden Freunde auf dem Sofa sitzen, unter welchem einiges an Müll liegt. Auch auf dem Teppich liegt viel herum und der Zahnputzbecher steht auf dem Boden anstatt im Badezimmer! Da haben die beiden aber gar nicht gut aufgeräumt!
Das Bilderbuch mit seinen 40 Seiten ist im Nu zu Ende, doch das ist für die Kleinen auch gerade richtig. Die Reime sind für meinen Geschmack zuweilen etwas holprig. Warum ist Kratzbürste immer schlecht gelaunt? Dies wird nicht verraten und ich denke, da werden die Vorlesenden eventuell etwas improvisieren müssen, um dem Kind eine Antwort zu geben. Von mir gibt es 4 Sterne.
Rezensionen von Streiflicht:
Schön geschrieben, aber ...
Der Salzpfad von Raynor Winn
Dieses Buch hatte ich geschenkt bekommen und war voller Neugier. Dann sah ich, dass bereits das dritte Buch der Autorin erschienen ist, das ich dann ebenfalls geschenkt bekam. Also kaufte ich mir voller Vorfreude auch das zweite Buch, um die Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen zu können. Es stand ein Urlaub an, die Bücher wurden eingepackt.
Ich startete mit dem ersten Band, also diesem Buch hier, und war begeistert. Die Autorin weiß ihre Leser zu begeistern und schreibt sehr eindringlich. Gerade am Anfang des Buchs, das auf wahren Tatsachen beruht, ist es sehr, sehr traurig und tragisch. Ich war ziemlich ergriffen und auch das eine oder andere Tränchen rollte.
Ich war bereits im letzten Viertel des Buchs angelangt, das ich bis dahin sehr persönlich, authentisch und ehrlich empfand, als ich die Nachricht las, dass es wohl berechtigte Zweifel an dieser „wahren Geschichte“ gibt. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich ziemlich schockiert war und auch entsetzt. Man kennt ja als Außenstehender nie die ganze Geschichte und weiß nicht, wer recht hat. Allerdings spricht die Tatsache, dass das vierte Buch, das im Herbst erscheinen sollte, nun erstmal zurückgehalten wird, auch für sich. Das fand ich extrem schade, denn so erscheint doch vieles in anderem Licht. Meine Lust, weiterzulesen, hatte sich dann auch ziemlich gelegt. Irgendwann hab ich mich aufgerafft und fertiggelesen, aber die anfängliche Begeisterung war natürlich weg. Die beiden anderen Bücher liegen immer noch ungelesen hier.
Ich fand es wirklich schade, dass die Autorin offensichtlich die Wahrheit so verbogen hat. Vor allem wenn man ein Buch damit bewirbt, dass es eine wahre Geschichte erzählt. Hätte sie das Ganze als Roman verkauft, der lose auf Tatsachen beruht, hätte ich gesagt, es war ein schönes Buch. So aber bleibt ein fader Nachgeschmack, was umso trauriger ist, weil die Autorin zwar sehr viel Selbstmitleid hat – aber wer hätte das in dieser Situation nicht, wenn es denn tatsächlich so wäre – kann aber meiner Meinung nach gut schreiben. Sie ist witzig und unterhaltsam, erzählt voller Details und Humor.
Rezensionen von Anndlich:
Melodramatisch
Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht
Eine über 50-jährige Frau arbeitet als Schriftstellerin und pendelt mit ihrem Hund zwischen Stadt und Dorf. Die beiden Kinder und der Mann sind schon lange ausgezogen. Nun droht auch noch ein wackelnder Zahn für immer Abstand von ihr zu nehmen und eine neue Lücke in ihrem Leben zu hinterlassen.
Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht klang nach einem humorvollen Roman über das Leben mit allen seinen Facetten.
Leider hat mich der Humor aber nur selten erreicht, dass der wackelnde Zahn zu einem großen Thema wird, das ließ der Klappentext erahnen, dass er für die namenlose Protagonistin, aber zum ersten Mal mit über 50 (!) zu grundlegenden Lebensfragen führt, war nicht abzusehen. Ich konnte mich dadurch schon sehr früh nicht mehr in die Person hineinversetzen, existenzielle Fragen wie sie ihr kamen, kenne ich von mir und Bekannten schon aus viel früheren Zeiten und das melodramatisch, pessimistische ging mir irgendwann nur noch auf die Nerven. Ähnlich empfand ich leider auch die Gedanken der Protagonistin über Männer und explizit Friedrich. Ihre Gedanken sind so wirr, sie beschäftigt sich mit Themen, die sie scheinbar nicht wirklich interessieren und wirkt als hätte sie sich selbst und ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden.
Der Schreibstil der Autorin war für mich das einzig positive, denn dieser macht einen das Weiterkommen in der Geschichte einfacher und auch das Hörbuch wurde von Nina Petri toll eingesprochen!
Rezensionen von Streiflicht:
Hat mich gut unterhalten
Ein verhängnisvolles Testament von Iny Lorentz
Früher habe ich sehr gerne historische Romane gelesen, dann war irgendwann irgendwie alles ein Einheitsbrei und ich habe jahrelang kein historisches Buch mehr in die Hand genommen. Irgendwann habe ich immerhin Krimis aus fernen Zeiten gelesen, dann hatte ich auch wieder Lust auf Romane. Nun der neue Roman von Iny Lorentz, da war ich natürlich neugierig.
Die Bücher des Autorenpaars habe ich früher mit großer Begeisterung gelesen und tatsächlich war es hier auch wieder so.
Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen, vor allem Anna als Hauptfigur hatte es mir angetan. Sie ist witzig, unterhaltsam und mutig. So kann man herrlich mitfiebern bei ihrem Kampf um das Erbe ihrer Cousine. Die Widersacher geben nicht auf und kommen immer wieder in verschiedenen Gestalten und Figuren, das macht das Buch total interessant. Bis zum Schluss ist es spannend und dann sogar noch mit einer kleinen Überraschung.
Besonders gut gefallen hat mir hat mir der humorvolle Ton des Buchs und die Sprache, die gleichzeitig modern ist und trotzdem mit vielen Ausdrücken altmodisch wirkt und zur Geschichte im Jahr 1590 passt. Man hat das Gefühl, man begibt sich auf eine kleine Zeitreise, das war sehr unterhaltsam. Gerne mehr davon!
Rezensionen von Nele33:
bereichernd
Freundschaft kennt kein Alter von Rashid Hamid
Seit einiger Zeit folge ich Rashid Hamid und seinem Pflegedienst auf Instagram, da war es für mich keine Frage auch das Hörbuch dieses sympathischen Pflegers zu hören.
Meine Erwartungen wurden übertroffen, auch wenn ich es ein wenig schade fand, dass das Hörbuch nicht von Rashid selber eingelesen wurde.
Verständlich, wo soll er da auch noch die Zeit für hernehmen.
Die einzelnen vorgestellten Personen waren mir als Followerin bekannt, doch die liebevollen, unvoreingenommen Beschreibungen haben mein Herz berührt. Ich wünschte mir, dass es mehr solche Pflegedienste und habe eine Hochachtung vor den Pflegern, die auch noch in ihrer privaten Zeit versuchen, ihren Kunden das oft einsame Leben lebenswerter zu gestalten. Aus jedem Satz wird eine respektvolle und dabei liebevolle Herangehensweise transportiert, dass ich teilweise eine Gänsehaut bekommen habe. Dabei bleibt zum Glück der Humor von Rashid nicht auf der Strecke, so dass ich auch häufig schmunzeln musste.
Die Interviews haben einen tollen Blick hinter die beteiligten Personen werfen lassen und einen tiefen Einblick in die emotionalen Lebensläufe der Personen gegeben.
Die Sprecher: Dirk Jakobs,Klaus.B.Wolf und Brigitte Carlson haben mir nach der ersten Enttäuschung über Rashids Fehlen sehr gut gefallen, da sie die Geschichten auf sehr herzliche Weise transportiert haben.
Rezensionen von Morten:
Ein rauer, kratziger Wolldeckenroman
Strandgut von Benjamin Myers
Fehlenden Arbeitseifer kann man Benjamin Myers nun wirklich nicht vorwerfen. 2020 erschien mit „Offene See“ sein erster ins Deutsche übersetzte Roman bei Dumont, ein echter Publikumsliebling. Anschließend zwei weitere Romane und eine Kurzgeschichtensammlung. Und nun also „Strandgut“. Ein Buch, das schon aufgrund seiner Haptik und seines wunderschönen Covers ein Blickfang in jedem Regal ist.
Der Titel? Hätte vielleicht besser übersetzt werden können. Aber dazu später mehr.
Bucky Bronco wohnt in Chicago, ist seit einem Jahr Witwer und erträgt die körperlichen und vielleicht auch seelischen Schmerzen nur durch in den Staaten leicht erhältliche Opioide. Plötzlich erhält er eine Einladung zu einem Musikfestival in Scarborough. Nicht als einfacher Gast, sondern als Star – denn Bucky hat in seinen späten Teenager-Jahren zwei Soul-Songs aufgenommen, die auch fünf Jahrzehnte später noch eine Fangemeinde haben. Von der er selbst aber nie etwas wusste. Also macht sich Bucky auf den Weg in den Nordosten Englands.
„Strandgut“ ist mehr als eine einzelne Geschichte. Es ist die von zwei nicht mehr ganz jungen Menschen, die einen Neuanfang jagen. Es ist die, einer alten, grauen, salzwasserhaltigen Stadt. Und vor allem eine über die Kraft der Musik. Und alle drei Geschichten sind auf ihre Weise schön, manchmal etwas dick aufgetragen, aber durchaus liebens- und lesenswert.
Die Ungläubigkeit Buckys, dass sich noch jemand an seine alten Songs erinnert, ja, dass sich sogar junge Leute dafür begeistern, ist entzückend. Und auch die Gründe für seinen Abschied von der Musik sind durchaus glaubwürdig beschrieben. Dass er mit seinem Vertrag abgezockt wurde, nie auch nur einen Dollar Tantiemen gesehen hat, am Ende aber doch ein üppiges Salär auf ihn warten könnte … da kennen sich Anwälte vermutlich besser aus.
Wie Dinah hadert, sich von der Liebe zu ihrem Sohn loszusagen – bei ihrem Mann ist das weniger ein Problem. Aber zu erkennen, dass man sich auch von Kindern (oder natürlich, in anderen Fällen, auch Eltern) lossagen kann, ist kein einfacher, aber dringend notwendiger Schritt. Warum das erst an diesem Wochenende passiert? Sei’s drum, hauptsache es geschieht.
Und wie Ben Myers dem alten Hotel The Majestic ein ganz eigenes Leben einhaut, zwischen veraltetem Interieur, kaputten Aufzügen und dort nistenden Möwen, die „Strandgut“ immer wieder einen Hauch von Schauerroman verleihen. Ein Hotel, dass es wirklich gibt, wenn auch unter dem Namen Grand Hotel Scarborough, mit mäßigen Bewertungen und dem ein oder anderen gesundheitlich bedenklichem Zwischenfall in den letzten Jahren. Aber mit seinen Zahlen – den vier Türmen, 12 Etagen, 52 Schornsteinen und einst 365 Zimmern. Fast so etwas wie eine eigene Nebenfigur des Romans.
Zwei Punkte geben leichte Abzüge in der B-Note. Der Roman ist schon etwas zu konstruiert – nichts überrascht wirklich, es hat trotz der rauen Umgebung, menschlich wie geografisch, fast kitschige Wolldeckenroman-Züge, auf eine raue und kratzige Weise. Aber das ist ja auch mal in Ordnung, es muss nicht immer hochdramatisch in die Tiefe gehen.
Der zweite Punkt betrifft den Titel. Strandgut soll sich auf die beiden Protagonist:innen beziehen, im Leben gestrandete Personen. Aber sind sie das wirklich? Im Original heißt Myers Roman „Rare Singles“, seltene Singles also, bezogen auf die wenigen Aufnahmen Buckys. Und natürlich auch auf die menschlichen Singles wider Willen, der Witwer Bucky, die entfremdete Ehefrau Dinah, sicher auch die alleinerziehende Hotelangestellte Shabana – eine wundervolle Nebenfigur übrigens. Vielleicht wäre der Titel schöner, passender gewesen.
Myers neuer Roman ist trotz kleiner Kritikpunkte und schöner Roman für Fans von Musik, von England und von der Hoffnung, dass es im Leben immer wieder eine überraschende Wendung geben kann. Ein rauer, kratziger Wolldeckenroman eben. Und das ist ja gar nicht so verkehrt für eine kühle, nasse Sommerwoche oder den nahenden Herbst.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Fesselnd bis zum Ende
Das heimliche Zimmer: Thriller von Catherine Shepherd
Catherine Shepherds Bücher sind immer ein Garant für Hochspannung und so habe ich mich riesig auf den neuen Laura Kern Band gefreut und habe direkt gestartet :
Der Fall rund um die Morde in Berlin versetzen Laura Kern und ihr Team in Hochspannung – wieso werden in kurzen Abständen so grausam Menschen ermordet ? Und kann ein Jugendlicher solche grausamen Morde begehen ? Ein Katz und Maus Spiel mit dem Täter beginnt und Laura gibt alles, um den Mörder zu fassen.
Dies ist mittlerweile der 10. Fall für Laura Kern und ich mag diese Figur sehr gerne ! Die Bücher sind zwar alle in sich geschlossen, aber wenn man die Bände nach und nach verfolgt, merkt man, dass die Figur sich immer weiter entwickelt und das ist wirklich toll zu sehen. Nach und Nach empfindet man jedes weitere Buch, wie ein Zusammentreffen mit alten Bekannten.
Catherine Shepherd versteht es wie kein/e andere/r Autorin, den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu führen und bis zum Ende bleibt es hochspannend, wer der Mörder ist. Fesseln und packend führen nach und nach die Spuren zum Mörder – aber die Autorin macht es den Lerser*innen nicht leicht, mit zu ermitteln !
Dies ist für mich das absolute Highlight der Laura Kern Reihe – so fesselnd und packend, bis zu den letzten Seiten. Eine klare Empfehlung für alle, die spannende Lesestunden suchen !
Rezensionen von tinten_fischchen:
Schön gestalteter Kinder-Krimi mit historischem Flair
Aristide Ledoux - Meisterdieb wider Willen von Frank Maria Reifenberg
Aristitde Ledoux – Meisterdieb wider Willen ist ein Buch, welches sofort ins Auge sticht. Das detaillierte Cover mitsamt Einband ist ein wahrer Eye-Catcher und das Buch fühlt sich, einmal in die Hand genommen, sehr hochwertig an. Blättert man rein, verstärkt sich der Eindruck, findet man drinnen sogar Farbdruck, was heute schon eine Seltenheit darstellt.
Die Kombination aus Bildern, Comicteilen und Text ist sehr gut gelungen. Es macht Spaß nur durchs Buch zu Blättern und die Bilder anzuschauen und gleichzeitig werden junge Leser durch die Textteile auch zum Lesen animiert. Dadurch, dass der Aufbau der einzelnen Kapitel sich ähnelt, wirkt das Buch geordnet und man wird nicht von Bildern erschlagen.
Die Geschichte verknüpft eine Krimi-Geschichte mit historischen und sogar gesellschafts-kritischen Themen. Immer wieder erfährt man etwas über Paris sowie über das Leben im 20. Jahrhundert. Jedoch nicht Oberlehrerhaft, lediglich Bruchstücke die ein Interesse an weiterer Nachforschung und Diskussion wecken können.
Es fehlt auch nicht an Witz, wobei im Vordergrund sicherlich Spannung steht. Streckenweise wird es auch ein wenig unheimlich. Aber nicht zu sehr, die Altersempfehlung ab 10 passt sicherlich.
Die drei Kinder, die die Hauptrolle im Buch spielen sind symphytisch und man fiebert mit ihnen mit. Die Erwachsenen-Figuren hingegen haben alle ihre Schwächen. Nach der Auflösung der Geschichte bekommt der Buchtitel gleich einen anderen Beigeschmack.
Das Ende wirkt auch etwas überhastet. Ja, es wird alles aufgelöst, jedoch bleiben Logik-Löcher. Und ich hätte gerne gewusst wie die Figuren sich weiterentwickeln. Daher hoffe ich auf eine Fortsetzung.
5 Punkte für die Zeichnungen und Gestaltung, 3,5 Punkte für die Geschichte
Rezensionen von FogandBooks:
Zerrissene Worte, starke Botschaft
Hero von Katie Buckley
Hero von Katie Buckley ist ein Roman, der bei mir einen bleibenden, wenn auch zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat. Schon zu Beginn war ich irritiert vom Schreibstil, der sich als äußerst chaotisch und schwer zugänglich herausstellte. Besonders die wörtliche Rede machte es mir fast unmöglich, ein klares Bild der Figuren und ihrer Dynamik zu entwickeln.
Ich hatte mir unter dem Buch etwas ganz anderes vorgestellt und hoffte zunächst noch, dass sich ein roter Faden ergeben würde. Doch stattdessen blieb der Eindruck von Sprunghaftigkeit und Unstimmigkeit bestehen.
Auch im weiteren Verlauf des Buches konnte mich der Stil nicht überzeugen. Die Handlung wirkte zerrissen, die Figuren blieben für mich blass und schwer greifbar. Besonders die Hauptfigur Hero blieb mir emotional fern, was das Lesen zusätzlich erschwerte. Einige Entscheidungen innerhalb der Geschichte, vor allem im Hinblick auf zwischenmenschliche Beziehungen, haben mich regelrecht enttäuscht. Es fiel mir zunehmend schwer, der Handlung zu folgen oder echte Bindung zu den Figuren aufzubauen. Der literarische Anspruch der Autorin war spürbar, doch der Stil driftete für mich irgendwann ins Übertriebene ab. Manche Metaphern wirkten bemüht und erschwerten das Lesen zusätzlich.
Was das Buch jedoch trotz allem lesenswert macht, ist die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen. Besonders der Umgang mit patriarchalen Strukturen und das Gefühl, sich in Beziehungen selbst zu verlieren oder Erwartungen erfüllen zu müssen, wird eindrucksvoll thematisiert. Diese Reflexion verleiht dem Buch Tiefe und Relevanz, die über die sprachlichen Hürden hinweg zumindest teilweise tragen.
Insgesamt bleibt Hero für mich ein Roman mit Potenzial, das jedoch leider nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Die Umsetzung scheitert für mein Empfinden an einem überambitionierten Stil, der mehr Distanz als Nähe schafft. Ein interessanter Versuch mit wichtigen Gedanken, aber in der Ausführung für mich persönlich nicht gelungen.











