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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Rinoa:

Sehr spannend

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein von Rebecca Russ

Bereits letztes Jahr habe ich ein Buch von Rebecca Russ gelesen, das mir sehr gut gefallen hat, sodass ich mit einigen Erwartungen an „Der Weg“ herangegangen bin. Und auch diesmal schaffte es die Autorin, mich von Anfang an zu packen, auch wenn das Setting (abgelegener Wanderweg, eine Person bleibt allein zurück, abgeschnitten in der Einsamkeit) nicht unbedingt das Rad neu erfindet.

Trotzdem lag von Beginn an ein gewisses Unbehagen in der Luft, das mich nicht losließ und mich einfach gefangen nahm.

Julia erzählt in Ich-Form, was die Perspektive naturgemäß einschränkt, aber auch die Spannung erhöht und hier schafft es die Autorin wirklich meisterhaft, mit festen Gewissheiten oder Annahmen zu spielen und am Ende auf so ziemlich alle Fragen eine Antwort zu haben. Und selbst wenn ich manche Entwicklungen oder Beschreibungen am Ende vielleicht ein wenig dick aufgetragen fand, tat das für mich der Lesefreude keinen Abbruch.

Ich habe mittlerweile das Gefühl, wenn man wie ich viel und oft Krimis und vor allem Thriller liest, dann hat man zwar vielleicht nicht unbedingt alles gesehen, kennt aber schon so ein wenig die Kniffe und Tricks und kann gewisse Geschehnisse auch eher vorhersagen, was hier auch teilweise der Fall war. Aber trotzdem konnte mich die Autorin auch überraschen und das macht dann eben auch den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem guten oder sehr guten Buch.

Ich fand „Der Weg“ wirklich toll, es war spannend und unterhaltsam und ich freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Über Vergänglichkeit und nicht wiederkehrende Chancen

Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht

Beim ersten Hineinlesen in das neue Buch von Doris Knecht war ich sofort fasziniert von dem Thema Vergänglichkeit und Älter-Werden als Frau und davon, was für passende Bilder, die ich zum Teil aus meiner eigenen Lebenserfahrung kenne, die Autorin dafür findet. Der nicht mehr reparierbare Zahn als sichtbares Zeichen dessen, was nicht mehr umkehrbar ist im eigenen Leben.

Oder der Moment, als der Ich-Erzählerin klar wurde, dass sie in diesem Leben wohl nicht mehr in einer Rockband spielen würde. All diese Momente der Erkenntnis und Reife, wenn einem bewusst wird, was man sich im Leben bisher aufgebaut hat, aber auch, welche Türen sich unwiederbringlich geschlossen haben - das ist eine Stimmung, die speziell im ersten Teil des Buches für mich sehr gut eingefangen wurde.

Die Ich-Erzählerin ist in der Mitte ihres Lebens angekommen. Die Kinder sind erwachsen, die Beziehung mit deren Vater hat nicht auf Dauer gehalten, nun ist sie schon seit zehn Jahren alleine und eigentlich ganz zufrieden damit. Sie verbringt ihr Leben zwischen einer Wiener Stadtwohnung und einem Haus am Land, ehemals das gemeinsame Wochenendhaus mit Mann und Kindern. Nun ist es für sie, gemeinsam mit ihrem Hund, ein Ort der Stille und Erholung geworden.

Als eine ihrer vier Schwestern - übrigens zwei Paare von Zwillingen - sie bittet, auf die unbestimmte Zeit einer nicht näher definierbaren Fortbildung in der Stadtwohnung der Ich-Erzählerin unterkommen zu dürfen, willigt diese ein; sie hat ja noch das Haus am Land und war in der Familiendynamik noch nie gut darin, eine Bitte abzulehnen. Ihre Schwester wird deutlich länger in der Wohnung bleiben als ursprünglich erwartet, und als die Ich-Erzählerin mal dort vorbeikommt, öffnet ihr ein unbekannter Mann und schlägt ihr die eigene Wohnungstür vor der Nase wieder zu. Also bleibt sie erst einmal - abgesehen von den häufigen Zahnarztterminen, die sich durch das ganze Buch ziehen - mit ihrem Hund in ihrem Haus am Land, wo sie zufällig Friedrich wiedertrifft. Friedrich, mit dem sie vor 25 Jahren als junge Frau eine kurze Affäre hatte, und der nun ebenfalls erwachsene Kinder hat und von seiner Frau getrennt lebt. Wird nun zwischen den beiden etwas beginnen?

Die Beantwortung dieser Frage ist einer der Handlungsstränge dieses Buches, aber aus meiner Sicht gar nicht der hauptsächliche (auch wenn es am Klappentext so wirkt). Über weite Teile des Buches, insbesondere in der Mitte und gegen Ende, folgen wir einfach den Reflexionen und Erkenntnissen der Autorin über die Mitte des Lebens und die Vergänglichkeit des menschlichen Körpers. Waren die Zahnarztbesuche dafür am Anfang für mich noch eine interessante Metapher, so nützt sich dieses Bild für mich durch die Wiederholung im Buch zunehmend ab. Vielleicht ist es aber auch so, dass ich, als eine der vielen Menschen, die nicht gerne zum Zahnarzt gehen, nicht gerne so viel und so oft darüber lesen wollen? Vielleicht auch eine Erinnerung an meine eigene Vergänglichkeit, wer weiß?

Insgesamt ist es ein solides und interessant geschriebenes, schnell und leicht zu lesendes Buch mit so vielen nachdenklich machenden Metaphern über das Leben und seine Flüchtigkeit und mit einigem Humor. Zwischendrin gibt es aber auch Längen, bei denen ich mir mehr Handlung gewünscht hätte. Aber auch durchaus interessante Reflexionen darüber, wie sich die gesellschaftlichen Normen und der Zeitgeist seit der Jugend der Ich-Erzählerin geändert haben, was sich speziell in einem veränderten Verständnis dessen, was in der Annäherung zwischen Männern und Frauen okay ist (sichtbar geworden durch die MeToo-Bewegung), zeigt. Es ist jedenfalls ein stilles und ruhiges Buch, in dem nicht sehr viel passiert... auch eher wenig Charakterentwicklung der Ich-Erzählerin, die mir bis zum Ende gegenüber ihrer Herkunftsfamilie und gesellschaftlichen Konventionen etwas zu angepasst scheint. Als angenehme Sommerlektüre zwischendurch kann ich das Buch aber durchaus einer breiten Leserinnenschaft empfehlen.

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Rezensionen von mo.ni.books:

Südtirol Krimi

Das letzte Glas Wein von Heidi Troi

Das letzte Glas Wein ist Band fünf der Reihe Lorenz Lovis ermittelt von der Autorin Heidi Troi.

Ich durfte den Privatdetektiv und frühreren Carabiniere Lorenz Lovis bereits in anderen Bänden kennenlernen und finde nach wie vor, dass er eine sehr sympathische, eigenwillige und lustige Hauptfigur ist.

Die Autorin hat es geschafft, mich mit der Handlung und der spannenden Ermittlung rund um den Mord des verstorbenen Kellermeisters zu fesseln. Dabei hat mich das Ende total überrascht!

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Rezensionen von Rinoa:

Spannend mit kleineren Schwächen

Eine von uns von Samantha Hayes

Dies war mein erstes Buch von Samantha Hayes, obwohl mir ihr Name schon mehrfach untergekommen ist und sich auch auf meiner Wunschliste wiederfindet.
Erzählt wird in Ich-Form meist aus Sicht von Gina, dazwischen gibt es aber auch immer wieder Kapitel, in denen Mary berichtet bzw. die von früheren Ereignissen handeln.

Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und gut zu lesen.

Von Beginn an lag eine gewisse Spannung in der Luft, die vor allem daher rührte, dass viele Fragen offen waren und ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. So hatte ich dann auch während der Lektüre diverse Theorien, was denn passiert sein könnte und wie alles zusammenhängt. Mit einigem lag ich richtig (was ich ein wenig schade fand), mit anderem dann wiederum nicht.

Zum Ende hin wurden mir die ganzen Plottwists dann fast ein wenig zu viel, schon vorher war die Story für meinen Geschmack nicht unbedingt die realistischste und das machte es nicht besser - eher im Gegenteil.
In der Gesamtschau kann ich das aber verschmerzen, weil das Buch wirklich sehr spannend war, trotzdem reicht es dadurch nicht ganz zu einer Top-Bewertung. Ich werde mir aber sicher demnächst noch ein weiteres Buch der Autorin besorgen.

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Rezensionen von Emmmbeee:

Mord aus männlicher Eitelkeit

Lilianas unvergänglicher Sommer von Cristina Rivera Garza

Nach und nach entrollt sich das Leben einer jungen, modernen, unbeschwert lebenden Frau. Sie studiert, trennt sich von ihrem Freund und wird dafür von ihm ermordet. Doch dafür wird er nie verurteilt, denn die Tat wird, obwohl es kaum Zweifel daran gibt, als Suizid deklariert. Er selbst lebt unbelastet fort.

Fast 30 Jahre später kehrt Lilianas Schwester, eben die Autorin Cristina Rivera Garza, nach Mexiko zurück und fordert Gerechtigkeit. Doch diese ist beinahe unmöglich zu erhalten, denn die Bürokratie und das Patriarchat insgesamt behindern alle Bemühungen. Denn eine „Tat aus Liebe“, wenn es denn schon eine solche gewesen sein mag, wird nachsichtig beurteilt.
Und das ist das wahre Grauen einer solchen Tat, dass Männer beinahe ermutigt werden, sie ungestraft zu wiederholen. Und dass Frauen sich nirgends auf der Welt sicher fühlen können. Denn auch heute noch grassiert der Femizid, in den letzten Jahren gerade zum Beispiel in Österreich. Man spürt besonders in dieser Hinsicht, dass in Ländern wie Mexiko hauptsächlich die Männer bei der Justiz vorne dran und bestrebt sind, auf ihr eigenes Geschlecht möglichst wenig Schatten fallen zu lassen. Das muss einmal gesagt und geschrieben werden.
Das Cover führt den Betrachter in die Irre, denn wer man glaubt, einen leichten Sommerroman in Händen zu halten, täuscht sich gewaltig. Es ist harte Kost, über das zu lesen, was einem eigentlich leider nichts Neues mehr ist, das man aber aus seinem Alltag gern verdrängt.
Auch das Schriftbild macht einem die Lektüre nicht gerade leicht. Für meinen Seniorenbegriff eher klein und dicht gedruckt, sind die Absätze teils sehr lang. Streckenweise musste ich mich regelrecht durchkämpfen. Auch das kursiv Gedruckte war mühsam zu lesen. Hingegen lockerten Fotos und andere Bilder das Ganze auf. Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Aussagen verschiedener Personen geben der Person Liliana zusätzlich zu den Schilderungen durch ihre Schwester Cristina noch mehr Tiefe und Deutlichkeit, auch was über den (offensichtlichen) Mörder gesagt wird. Dass der auch noch Angel, Engel, heißt, mag wie ein Hohn erscheinen.
Aus verletzter Eitelkeit, eben wegen einer Zurückweisung, wurde Angel zum „Todesengel“ und das auch noch, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden – denn das nicht grauenhast ist! Müssen Frauen sich denn immer noch den Wünschen der Männer fügen? Ein Buch, das man nicht einfach verschlingen kann, sondern in kleineren Häppchen langsam sacken lassen sollte. So kann auch weniger übersehen oder überlesen werden.

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Rezensionen von Rinoa:

Potential ein wenig verschenkt

The Island - Auf der Flucht von Nicola Martin

Bücher, die an einsamen oder zumindest abgelegenen Orten spielen, wo dann ein Verbrechen oder Unglück geschieht und die dann am Ende auch noch von der Außenwelt abgeschnitten werden, gibt es derzeit eine ganze Menge. Umso wichtiger ist es, sich hier von der Masse abzuheben und einen ganz eigenen Stil oder Charakter mitzubringen.

Dies gelingt „The Island“ für meinen Geschmack leider nur teilweise.

Was als Erstes ins Auge sticht, ist das sehr auffällige Cover. Normalerweise erwähne ich dieses in Rezensionen nicht, denn dazu kann sich jeder selbst ein Bild machen. Hier ist es mir aber eine kleine Erwähnung wert, weil ich es auf der einen Seite wirklich gelungen finde, mit den knalligen Farben und dem comichaften Stil. Auf der anderen Seite passt es aber für mich nicht zum Inhalt oder allgemein zu einem Thriller. Aber das ist ja letztendlich (wie alles) Geschmackssache.

Erwartet hatte ich also eine spannende Geschichte auf einer relativ einsam gelegenen Insel mit Luxus-Hotel und der Einstieg war auch gleich wirklich packend und ich war gleich mittendrin in Lolas neuem Leben. Doch leider flachte es dann für mich relativ schnell ab und es passierte erst einmal nicht mehr so viel.

Gleichzeitig fand ich Lola, die Ich-Erzählerin, nicht ganz greifbar und hatte Schwierigkeiten, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Ihre Sicht ist aufgrund der Erzählperspektive naturgemäß recht eingeschränkt und so fiel es mir nicht leicht, mir das Leben auf der Insel und die Umstände dort so richtig vorzustellen. Auch die anderen Figuren blieben recht blass.
Das einzige, was wirklich sehr bildhaft war, waren Lolas wilde Spekulationen, mit denen sie immer wieder neue Verdächtige präsentiert, auf der einen Seite niemandem vertrauen kann, auf der anderen Seite aber auch immer wieder sehr vertrauensvoll und fast schon naiv agiert. Das hat mich mit der Zeit genervt und wirkte sehr kopflos und ohne Plan.

Wild entwickeln sich auch die Ereignisse, wo es nach dem guten Beginn etwas vor sich hinplätscherte, passierte gegen Ende nun alles Schlag auf Schlag und fast schon zu viel auf einmal. Das hätte ruhig etwas ausgewogener sein können und darunter litt für mich auch die Spannung. Außerdem gab es einige Handlungsfäden, die dann einfach verpufften, was ich ebenfalls schade fand.

Was ich zugutehalten kann ist, dass ich wirklich lange im Dunkeln tappte, wobei die Auflösung mich dann am Ende nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte. Alles in allem fand ich „The Island“ nicht schlecht, für meinen Geschmack wurde das Potential aber etwas verschenkt.

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Rezensionen von Arambol:

Bewegende Zeitgeschichte

Der Sommer am Ende der Welt von Eva Völler


"Ich habe einen hohen Preis gezahlt, doch es reicht nicht. Es hat nie gereicht."

Als die Frankfurter Journalistin Hanna mit ihrer jugendlichen Tochter Katie für eine Recherche über die Geschichte der Verschickungskinder auf die Nordseeinsel Borkum reist, ahnt sie nicht, wie persönlich dieser Fall werden wird.

Ihre eigene Mutter hat als Kind in Nachkriegszeiten sehr traumatische Erfahrungen während einer Kur auf Borkum erlitten.

Hanna möchte einen Artikel über diese dunklen Kurheime schreiben; bei ihren Recherchen trifft sie auf den Inselarzt Dr. Ole. Dieser unterstützt sie bei ihren Nachforschungen; gleichzeitig gelangt Hanna überraschend in den Besitz des Tagebuchs von Luise, einer ehemaligen Kinderbetreuerin, das ihr konkrete Hinweise auf ein mutmaßliches Verbrechen liefert.

Der Autorin, Eva Völler, gelingt es in "Der Sommer am Ende der Welt" auf sehr eindrucksvolle Weise einen fesselnden Roman mit einem dunklen Aspekt deutscher Nachkriegsgeschichte zu verbinden. Sie erzählt dabei eine bewegende Geschichte über Schuld, Verdrängung und das späte Aufarbeiten lange vergessener Ereignisse.
Besonders berührt hat mich die Art, wie Völler die historische Realität und persönliche Schicksale miteinander verwebt. Der Roman thematisiert das Leid von vielen Kindern, die unter dem Deckmantel von Fürsorge in Kurheimen Gewalt und psychischen Terror erleben mussten. Die Autorin schildert diese Missstände schonungslos, aber mit dem nötigen Feingefühl. Dabei wirft sie auch die unbequeme Frage auf, warum so viele damals geschwiegen haben.

Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist gut gelungen, auch wenn man beim Lesen aufmerksam bleiben muss, um die Zeitebenen nicht durcheinander zu bringen. Die Figuren – allen voran Hanna und ihre Tochter Katie – wirken glaubwürdig, ihr innerer Wandel nachvollziehbar. Besonders gelungen ist auch die Atmosphäre: Das Inselleben auf Borkum wird lebhaft und anschaulich beschrieben.

Insgesamt ist "Der Sommer am Ende der Welt" ein emotional bewegender und einfühlsam geschriebener historischer Roman. Einziger kleiner Kritikpunkt: einige Entwicklungen in der Gegenwart wirken stark konstruiert, vor allem die etwas übertrieben emotionale und sehr "blumige" Liebesgeschichte, doch das kann den Gesamteindruck kaum schmälern.
Unterhaltsam.

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Rezensionen von Bücherwurmine:

Leider kaum Spannung

The summer that broke us von Lucia Sterling

Das Wichtigste in Kürze
???? Viel Sommer, wenig Spannung
???? Figuren und Handlungen wenig überzeugend
???? Klappentext spoilert Ende und verspricht zu viel

Ich hatte mir von diesem Buch deutlich mehr Spannung erhofft – immerhin verspricht der Klappentext Romance mit Suspense. Aber: Der „mysteriöse Todesfall“ passiert erst ganz am Ende.

Bis dahin ist es vor allem eine sommerliche Liebesgeschichte mit Beach-Vibes, Lifeguard-Alltag und ein paar Konflikten – aber definitiv keine Thriller-Elemente oder echte Nervenkitzel-Momente.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Sutton und Ben. Leider bin ich mit Sutton gar nicht richtig warm geworden – und einige ihrer Entscheidungen (wie auch die mancher Nebenfiguren) fand ich schlichtweg unlogisch oder schwer nachvollziehbar. Das hat es mir nicht leicht gemacht, emotional einzutauchen.

Positiv: Die Atmosphäre am Strand ist richtig schön eingefangen, man bekommt auf jeden Fall Lust auf Sommer, Sonne und Meer. Und das Schlusswort greift ein wichtiges Thema auf, das ich stark und wichtig fand.

Insgesamt war es für mich leider eher eine zähe Romance mit zu wenig Handlung und so gut wie gar keiner Spannung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein gelungener Abschluss

Bluthunde von Michael Jensen

Mit diesem 5. und letzten Band endet die Reihe rund um die Gebrüder Sass und ihr Syndikat. Man trägt sich schon länger mit dem Gedanken, sich zur Ruhe zu setzen, denn die Polizei, die unter Ernst Gennat einen Modernisierungsschub erlebt hat, ist ihnen auf den Fersen. Vor allem der Polizist Max Fabich hat sich in den Kopf gesetzt, den Brüdern Sass das sprichwörtliche Handwerk zu legen.

Da hilft es wenig, dass Paul Konter, Kriminalbeamter und Lebensgefährte von Antonia Sass, den einen oder anderen Tipp gibt.

Einen letzten Coup wollen Franz und Max Sass landen: Sie wollen in die Disconto-Bank einbrechen, in der die NSDAP ihr Schwarzgeld in Millionenhöhe in Schließfächern gelagert hat. Doch damit legen sie sich mit einem Gegner an, bei dem sie nur verlieren können: Joseph Goebbels. Er ist zwar Ende der 1920er-Jahre noch nicht auf dem Zenith seiner Macht, doch die Bluthunde der SA terrorisieren neben Juden, Sozialisten und alle jene, die ihrer Weltanschauung entgegenstehen. Das bekommt auch Georg Sass, der bei einer Roma-Familie lebt, zu spüren.

Ob der Coup gelingt, müsst ihre schon selbst lesen!

Meine Meinung:

Michael Jensen ist es wieder sehr gut gelungen Fakten und Fiktion zu verbinden. Historische Personen wie die Brüder Sass, Max Fabich, Ernst Gennat und Joseph Goebbels werden durch fiktive Charaktere in ihren Handlungen unterstützt. Die gelungene Mischung aus historischer und kriminalistischer Spannung macht die Geschichte fesselnd und interessant. Damit lässt der Autor das Berlin der Zwischenkriegszeit lebendig auferstehen. Der Tanz auf dem Vulkan beginnt. In wenigen Jahren wird Adolf Hitler die Macht sich reißen.

Ich kenne alle Teile dieser Reihe sowie auch jene Serie, in der Jens Druwe, der hier als Assistent von Paul Konter seine Karriere bei der Berliner Kripo beginnt, die Hauptrolle verkörpert. Ob wir demnächst Kriminalroman lesen werden, die diese beiden Reihen verbinden? Interessant wäre dies schon!

Wie wir es von Michael Jensen gewöhnt sind, ist auch dieser Krimi hier penibel recherchiert und fesselnd erzählt. Die Figuren sind vielschichtig und authentisch in ihren Handlungen.

Die gewählte Perspektive, nämlich jene des Syndicats, gibt einen sehr guten Einblick in die Welt des Verbrechens. Dabei ist die Familie Sass eine ganz normale Familie, Meinungsverschiedenheiten inklusive. Wer hätte gedacht, dass sich auch Panzerknacker bei Kollegen weiterbilden?

Im Anhang berichtet Michael Jensen über das weitere Schicksal der Brüder Sass.

Fazit:

Wer einen fesselnden, historischen Krimi während einer politisch brisanten Zeit lesen will, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich diesem raffiniert konstruierter Krimi über Mut, Gier und Loyalität, der auf wahren Ereignissen beruht, 5 Sterne und eine Leseempfehlung für die gesamte Reihe.

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Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:

Spannende erste Hälfte

Standing Ovations von Charlotte Runcie

„Standing Ovations“ von Charlotte Runice, übersetzt von Katharina Martl, beginnt als vielversprechender Roman, der eine Vielzahl gesellschaftlich relevanter Themen aufgreift. Der Roman beleuchtet Fragen rund um Feminismus, Machtmissbrauch, die ungleichen Anforderungen an Mütter und Väter in der Arbeitswelt, das Leben als Künstlerin sowie die Dynamiken in der Medienlandschaft.

Diese Themenvielfalt verleiht der ersten Hälfte des Buches große Tiefe und Relevanz und macht sie zu einem starken Einstieg.

Ein besonderer Moment war für mich die Erkenntnis über den Titel „Dame“ in Bezug auf Alex’ Mutter, den ich erst nach eigener Recherche in seiner Bedeutung erfassen konnte. Die Übersetzung von Katharina Martl ist insgesamt stimmig und trägt dazu bei, den Ton des Originals gut ins Deutsche zu übertragen.

Verstörend war jedoch die Erzählperspektive: Statt Haley, der Figur mit der größten inneren Spannung, steht Sophie im Zentrum der Erzählung. Sie bleibt über weite Strecken blass und wirkt eher wie eine Beobachterin als wie eine Hauptfigur, was dem Roman einiges an emotionaler Tiefe nimmt. Der Erzählfokus wirkt dadurch unentschlossen, was besonders im weiteren Verlauf an Klarheit kostet.

Ab der Mitte verliert das Buch spürbar an Tempo. Die Erzählung wird stellenweise langatmig und kann das Niveau der ersten Kapitel nicht halten. Das Ende hinterlässt den Eindruck von Eile, als sei die Geschichte abrupt abgeschlossen worden, ohne dass dafür eine inhaltliche oder strukturelle Begründung geliefert wird. Auch das Nachwort gibt keine Hinweise auf eine mögliche Fortsetzung oder ein bewusst offenes Ende, was das abrupte Finale zusätzlich unbefriedigend macht.

Insgesamt ein Roman mit starkem Anfang und wichtigen Themen, der jedoch erzählerisch nicht durchgehend überzeugt. Drei von fünf Sternen.

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