Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anndlich:
20.000 Elefanten für Deutschland
Das Geschenk von Gaea Schoeters
2024 befürworteten deutsche (und europäische) Politiker das Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, der Präsident Botswanas reagierte darauf mit dem Angebot, dass er 20.000 Elefanten nach Deutschland schicken möchte. Genau auf dieser wahren Gegebenheit baut Das Geschenk von Gaea Schoeters auf und erschafft ein Szenario, das über den Tellerrand blickt, Fragen aufwirft, zum Nachdenken anregt und bei alldem nicht den Humor vergisst.
Das aufgeworfene Szenario wirkt grotesk, dementsprechend entwickelt sich natürlich auch der Roman und dennoch bleibt das Gefühl, dass die Reaktionen der Politiker sehr gut getroffen wurden und bei aller Absurdität doch ein gewisser Realismus (und Parallelen) vorhanden ist.
Wie bereits bei Trophäe ist auch hier der Schreibstil Schoeters einnehmend, packend und detailreich, nur das Ende kam mir etwas zu abrupt. Ich habe mir außerdem das entsprechende Hörbuch angehört und kann dies nur empfehlen. Joahnn von Bülow spricht Das Geschenk grandios ein und sorgt nur durch seine Stimme dafür, dass die Politiker:innen zugeordnet werden können, wirklich beeindruckend.
Rezensionen von PMelittaM:
Band 4 einer meiner Lieblingsreihen
Das Buch des Teufels von Christopher J. Sansom
London 1543: Roger Elliard, ein langjähriger Freund und Kollege des Anwalts Matthew Shardlake wird ermordet, und Matthew verspricht dessen Witwe Dorothy, den Mörder zu finden. Doch dann stellt sich heraus, dass Roger nicht das einzige Opfer war, und sich Erzbischof Cranmer für die Fälle interessiert, und so ist Matthew bald wieder in dessen Auftrag unterwegs.
Gleichzeitig hat er, der nun am Court of Requestes mittellose Kläger unterstützt, einen brisanten Fall zu bearbeiten, Adam Kite wurde wegen religiösem Wahn nach Bedlam, einer Anstalt für Menschen mit psychischen Störungen, verbracht, In Bedlam ist er tatsächlich auch am sichersten verwahrt, denn in Zeiten, in denen Bischof Bonner Menschen jagt, die sich in seinen Augen ketzerisch verhalten, wäre er sonst schnell von Hinrichtung bedroht. Matthew will aber wenigstens erreichen, dass er in Bedlam nicht schlecht behandelt wird, und bittet außerdem seinen Freund, den Arzt Guy Malton, sich Adam anzuschauen. Guy selbst scheint auch nicht ganz glücklich zu sein, doch vorerst kann Matthew sich nicht damit befassen, zumal auch sein Gehilfe Jack Barak Probleme hat.
Es ist typisch für die Bände dieser Reihe, dass nicht nur der aktuelle Fall behandelt wird, sondern auch im Privatleben des Protagonisten und im historischen Hintergrund allerhand los ist. Historisch gesehen ist dies die Zeit, in der König Heinrich VIII seine sechste Ehe plant. Die Auserwählte, Catherine Parr, spielt neben anderen historischen Persönlichkeiten, wie Bischof Cranmer und den Brüdern Thomas und Edward Seymour, eine nicht unwichtige Rolle in der Geschichte. Ich mag es sehr, wenn die fiktiven und die tatsächlichen historischen so gelungen verknüpft werden wie hier.
Zudem ist Matthew Shardlake ein interessanter Protagonist, er ist klug, kompetent und hat das Herz am rechten Fleck. Immer wieder wird er, sehr zu seinem Leidwesen, in Fälle involviert, die politisch bedeutsam sind, und ihn daher in Gefahr bringen, denn unter Heinrich VIII lebte man nicht ungefährlich, wer heute dessen Freund war, konnte ganz schnell zum Feind erklärt werden und seiner Hinrichtung entgegensehen. Matthew hat außerdem ein körperliches Gebrechen, nämlich einen Buckel, der ihm auf verschiedenen Ebenen Probleme macht, mit dem er sich aber im wesentlichen abgefunden hat, immerhin kann er auf seinen Geist zählen.
Der Fall ist spannend, sehr grausam und passt gut in die Zeit. Man kann miträtseln, wird aber auch immer wieder überrascht. Die Auflösung finde ich nachvollziehbar. Wie immer ist der Roman gut recherchiert, sowie atmosphärisch und bildreich erzählt. Lesenswert sind auch die geschichtlichen Anmerkungen des Autors im Anhang.
Seit Band 1 gehört diese Reihe zu meinen Lieblingsreihen, und das hat sich auch mit diesem vierten Band nicht geändert. Wer gut recherchierte und atmosphärisch überzeugende historische Romane lesen mag, ist hier gut aufgehoben.
Rezensionen von youngreaders:
Hennis Traum vom Fliegen
Nu Jork, Nu Jork! von Alexandra Lüthen
"Nu Jork, Nu Jork - warum es klug ist an Wunder zu glauben" ist vielleicht auf den ersten Blick ein Kinderbuch - man sieht auf dem Cover ein Huhn, welches auf der Reling eines Schiffes sitzt, was nach New York einläuft. Aber es geht in diesem Buch voller Wortwitz darum seine Träume zu verwirklichen.
So möchte das Huhn Henni nach Nu York um Fliegen zu lernen und verändert unterwegs auf der Schiffsreise das Leben anderer Mitreisenden bzw. diese werden durch Henni und ihre Art ermutigt ihre Träume zu verwirklichen oder zumindest einen Schritt in diese Richtung zu gehen.
Das Besondere an Henni ist, dass die Menschen (und natürlich auch die anderen Tiere) mit ihr sprechen und sie verstehen können und Henni eben die richtigen Fragen stellt.
Es ist wunderbar wie Henni auch ein paar Wörter Englisch lernt....: "Smoahl Toahk", "Mietings", "Lädi Berti" oder auch der "Brotweg" in "Nu Jork".
Viel Spaß mit diesem schönen Buch mit Tiefgang zum Schmunzeln!
Rezensionen von Daggy:
Katzen hüten und Liebe finden
Cat People von Lea Melcher
Eine Graphic Novel mit einem Paar auf dem Cover, das sich verliebt in die Augen schaut. Cat People bedeutet in diesem Fall Katzensitter. Denn die rote Katze Möhrchen und die graue Katze Specki sind am Silvester Abend allein zu Hause und deshalb kommt eine junge Frau zu ihnen. Man sieht sofort, dass die Katzen sie kennen und mögen, denn beide sind schnurrend auf ihrem Arm zu sehen.
Die drei machen es sich gemütlich, als jemand an der Tür zu hören ist. Wehrhaft schlägt die junge Frau mit der Pfanne zu und trifft einen jungen Mann am Kopf. Er behauptet, dass seine Tante ihn auch zum Katzensitten bestellt hat. Sehr lustig finde ich, dass die beiden mit einer Challenge klären wollen, wen die Katzen lieber mögen. Da es keine Entscheidung gibt bleiben beide, Alfie und Mia, und feiern zusammen Silvester. Doch dann steht das Fenster auf und Möhrchen ist nirgends zu finden. So steigen die beiden zusammen aufs Dach und sehen von dort das Feuerwerk.
Die Bilder sind sehr liebevoll und bis ins Detail genau gezeichnet, besonders die Katzen sind sehr gelungen und lebendig. Mia und Alfie haben niedliche Stupsnäschen und manchmal kommt eine Erinnerung an Heidi in mir hoch. Die Geschichte ist sehr erlebnisreich erzählt, es gibt sowohl spannende als auch romantische Momente. Lediglich mit dem Schluss tue ich mich etwas schwer.
Rezensionen von Lese:
Düster und spannend
Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben von Johan Rundberg
Mika als Protagonistin hat viel Potenzial, sie ist stark, mutig, klug und empathisch. Sie setzt sich für andere Kinder ein und übernimmt früh Verantwortung.
Mika ist fast 13 Jahre alt, lebt im Jahr 1880 in einem Waisenhaus in Stockholm und muss dort hart mitarbeiten. Eines Nachts wird ein neugeborenes Baby vor dem Waisenhaus abgegeben.
Kurz darauf wird ein Mann ermordet und Mika gerät in einen Kriminalfall.
Kommissar Hoff erkennt Mikas besondere Beobachtungsgabe und nimmt sie als Assistentin mit zu den Ermittlungen.
Die Geschichte beginnt direkt düster und geheimnisvoll; diese Atmosphäre sowie die enorme Kälte werden spürbar vermittelt. Die Stadt leidet unter dem harten Winter und riesigen Versorgungsengpässen, es herrschen Hunger, Not und Gewalt. Die Beschreibungen von Armut, Ausbeutung, Kinderarbeit und dem harten Alltag wirken sehr authentisch und berühren einen. Der Fall ist komplex und dramatisch.
Dieser historische, spannende Kinderkrimi war genau das Richtige für gemeinsame Lesestunden mit meinen Enkelinnen – und auch für mich als Erwachsene ein fesselndes Leseerlebnis mit Tiefgang.
Aufgrund der düsteren Themen sollte man genau hinschauen, ob die Altersempfehlung des Verlags (ab 10 Jahren) zum eigenen Kind passt.
Rezensionen von readpassion9:
fesselnder Krimi
Der Stau von Jo Furniss
Schauplatz UK, London: Kommissarin Belinda Kidd sitzt im Stau bei London fest. Belinda war die letzten Jahre in Australien und will nur nach Hause. Das letzte das sie braucht ist eine Ermittlung im Stau, doch genau das passiert. Denn in dem Auto neben ihr sitzt eine Leiche am Steuer. Eigentlich klar, dass der Mörder noch in der Nähe sein muss, denn aus dem Stau kommt niemand raus.
Wird Belinda den Fall lösen können und den Mörder finden? Was soll sie zuerst machen? Was passiert wenn bekannt wird, dass ein Mörder unter ihnen ist? Massenpanik ist genau das, was Belinda nicht brauchen kann. Eine verzwickte Situation...
Mord im Stau, das ist ist ein ungewöhnlicher Schauplatz eines Verbrechens. Für Belinda ist es nicht leicht, denn eigentlich wollte sie in den Ruhestand. Dass sie jetzt noch ermitteln muss passt ihr nicht in den Kram. Ich fand ihre Vorgehensweise gut nachvollziehbar, es hat Spaß gemacht zu sehen, wie sie Stück für Stück die Geschichte zusammensetzt. Schöner Krimi für Zwischendurch.
Rezensionen von readpassion9:
KI außer Rand und Band
Reset von Peter Grandl
Als es eine Warnung gibt, dass ein Flugzeug mit Ziel München von Terroristen gekapert worden sein soll, werden Kampfjets mobilisiert. Bevor das Flugzeug in das Terminal des Münchner Flughafens crashen kann, wird es abgeschossen und zerschellt auf einem nahegelegenen Feld. Von den Passagieren überlebt niemand.
Der Schock ist groß als sich herausstellt, dass es keine Terroristen gab, eine KI hat gefakte Gespräche aus dem Cockpit gesendet. Als weitere Fake-Videos und Fake-Anrufe auf der ganzen Welt auftauchen wird klar, dass man keiner Nachricht mehr trauen kann. In Tokio kommt ein genialer Hacker auf die Spur eines Virus, der in allen digitalen Geräten versteckt ist. Ein Reset scheint die einzige Lösung des Problems.
Das Buch ist in typischer Blockbuster angelegt. Verschiedene Personen, verschiedene Schauplätze weltweit, Stränge, die irgendwann zusammen finden. Am Anfang war ich von der Idee der Geschichte gefesselt und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, was sich aber nach dem ersten Drittel geändert hat. Ab dann zog sich die Handlung, ich verlor das Interesse und musste mich zwingen, weiterzulesen. Die Spannung ging flöten.
Auf mich wirkte der Plot überladen, zu viele Charaktere denen die Tiefe fehlte, zu viele Schauplätze. Ganz nett war der Einblick, wie die New York Times wieder auf alte Weise mit Druckmaschinen produziert wird, doch diesen Strang hätte man kürzen können, er nimmt für meinen Geschmack zu viel Raum ein und nimmt die Spannung. Die Familiengeschichte von Valentine O’Brien war zu ausufernd und konstruiert. Für mich war auch nicht stimmig, dass eine einzelne Person für das Desaster verantwortlich sein soll.
Fazit: Insgesamt gute Idee, aber noch ausbaufähig.
Rezensionen von Gundi57:
Tolle Geschichte
Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht
In diesem neuen Buch von Doris Knecht geht es um das Thema älter werden und was nun .
Die Erzählerin ist mitte 50 und erzählt aus ihrem Leben als .
Ihre Kinder sind aus dem Haus und von deren Vater lebt sie getrennt.
Eigentlich geht es ihr ganz gut . Doch manchmal sehnt sie sich doch nach einem Mann.
Sie hat eine Wohnung in der Stadt und ein kleines Wochenendhaus auf dem Land.
Dort lebt sie am liebsten mit ihrem Hund.
Eine ihrer vier Schwestern bittet sie ihr die Stadtwohnung für eine kurze Zeit zu überlassen was aber dann doch länger dauert als ursprünglich geplant.
Im Supermarkt trifft sie zufällig Friedrich wieder.
Mit ihm hatte sie vor über 25 Jahren eine kurze Affäre.
Er hat ebenfalls erwachsene Kinder und ist wieder zurück in seine alte
Heimat gekommen.
Die Erzählerin hat immer wieder mal ein Zahnproblem das sie nicht zur Ruhe kommen lässt.
Rezensionen von Der blaue Mond:
strange
Botanik des Wahnsinns von Leon Engler
Das ist keine einfache Sommerlektüre und lässt einen so einfach nicht aus den Fängen, wenn man das Werk beendet hat. Eigentlich warnt das wunderschöne Cover durch Augen und Schnabel im Mix mit Blüten bereits vor.
Der Inhalt ist einfach ziemlich krass, selten so etwas düsteres und trauriges gelesen.
Dabei war an vielen Stellen aber auch schwarzer Humor vertreten, man durchlebt ein Wechselbad der Gefühle. Man leidet mit dem Protagonisten, dem der Wahnsinn in die Wiege gelegt wurde, und hofft, dass das nicht die persönliche Geschichte des Autors ist.
So viel psychische Erkrankungen auf einem Haufen, zudem die Einblicke in die Stationen und Köpfe erkrankter Menschen, erlebt man sonst nicht. Es war für mich auch sehr realistisch geschrieben, soweit ich das beurteilen kann. Aber das hat auch den Gruselfaktor ausgemacht, kann das wirklich wahr sein?
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Liebe vs Geld
Wut und Liebe von Martin Suter
Noah und Camilla sind ein Paar, bis sich Camilla aus Vernunft von Noah trennt. Sie liebt ihn nach wie vor, jedoch ist er ein erfolgloser Künstler und sie nicht mehr bereit, für ihrer beider Leben aufzukommen – mit einem Job, den sie gar nicht mag. Sie liebt Noah, aber nicht das Leben mit ihm.
Noah nimmt das nicht hin.
Er will um Camilla kämpfen, er liebt sie und möchte sie zurück. In der „Blauen Tulpe“ lernt Noah die Witwe Betty Hasler kennen, deren Mann nach drei Herzinfarkten aufgrund der vielen Arbeit verstorben ist. Schuld daran soll Peter Zaugg sein, der ehemalige Partner von Bettys verstorbenen Mann, da er ihn in den Tod getrieben hätte. Bettys Ansinnen ist nichts anderes als Rache: Peter Zaugg muss vor ihr sterben und sie bietet daher Noah eine Million Schweizer Franken für seinen Tod. Attraktiv für Noah, denn mit Geld könnte er seine Camilla zurückgewinnen und ihr das gewünschte Leben bieten.
Der Roman liest sich nett, hat Wendungen, die ich nicht erwartet hatte, kommt aber keinesfalls an seine „Vorgänger“ ran, Suter hat schon besser geschrieben.











