Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Der blaue Mond:
auch kleine Schritte zählen
Wie viele Leben kostet ein Karat? von Guya Merkle
Ein leicht zu lesendes Buch über die Geschichte, Gewinnung und Verflechtung des Goldes. Die Autorin Guya ist in die exklusive Schmuckwelt hineingeboren und im Alter von 21 Jahren plötzlich Erbin geworden. Sie nimmt den Leser mit auf eine sehr persönliche Reise, die vom Scheitern und vielen Erlebnissen berichtet.
Es ist hart, manche Darstellungen rund um den Goldabbau zu lesen, wie z.B. dort unter freiem Himmel mit Quecksilber hantiert wird und dass die Lebenserwartung der Menschen, die damit ihr Geld verdienen müssen, lediglich bei 34 Jahren liegt. Das hat mich schockiert. Ebenso die Machenschaften rund um das "recycelte" Gold. Aber wie meist, bleibt etwas zurück, auch kleine Schritte zählen. Also hin zu mehr bewusstem Konsum und mehr hinterfragen, wenn man denn meint, sich ein neues Schmuckstück oder Gold zur Absicherung leisten zu müssen.
für Rätselfans
echoes Das Grüne Grab - Hörspiel trifft Gesellschaftsspiel ab 14 Jahren von Dave Neale; Matthew Dunstan
Das Grüne Grab ist unser erstes Spiel der Reihe Echoes. Man benötigt dafür extra eine App, die aber schnell installiert und sehr einfach im Handling ist. Wir mögen keine Spiele mit langen Anleitungen, hier ist man zum Glück sehr schnell startklar. Das hat uns schon mal gut gefallen.
Das Besondere ist, dass man hauptsächlich mit dem Hörsinn die Rätsel lösen muss, man konzentriert sich auf die kurzen Sequenzen und das bringt großen Rätsel- und Spielespaß.
Man muss zum Beispiel auch auf die Hintergrundgeräusche achten und nicht nur auf die gesprochenen Sätze.
Wir haben den leichteren Einstieg mit 9 statt 18 Karten gewählt und das war auch gut für das erste Spiel. Problem ist nur, dass man es erst nach längerer Zeit noch einmal spielen kann. Es gibt nur eine Lösung und man erinnert sich zwangsläufig. Deswegen vergeben wir auch nicht die volle Punktzahl. Man kann es eigentlich nur einmal spielen und dann weiterverschenken. Oder lange im Schrank vergessen.
Feierabendküche
Koch! Mich! Jetzt! von Leon Schreiber
Ich kannte den Social Media Koch Leon Schreiber bisher noch nicht. Aber das Buch hat mich neugierig gemacht. Es sind viele Rezepte, die in wenigen Minuten (die Zubereitungszeit ist immer pro Gericht angegeben und variiert von 10 bis 45 Minuten, wobei die Mehrheit bei geschätzten 15 Minuten liegt) und mit einfachen Zutaten hergestellt werden können.
Einige kennt man bereits, wenn man online oft Rezepte sucht, aber wir haben sofort für 5 Gerichte Zutaten gekauft und freuen uns darauf, später gleich loszulegen. Die Menge ist immer für zwei angegeben. Es ist perfekt für den Alltag geeignet, wenn unter der Woche wenig Zeit da ist. Oft wird auf Produkte aus der Kühltheke und TK Gemüse zurückgegriffen, aber das ist fein für mich. Schließlich kann jeder selbst zusätzlich noch kreativ werden und zum Beispiel frisches Gemüse verwenden.
Einige Zubereitungen sind für den Airfryer beschrieben, aber es geht natürlich auch im herkömmlichen Backofen.
Viele Anleitungen sind zum Glück vegetarisch und es sind praktische Abwandlungen bekannter Rezepte dabei, wie z.B. ein schnelles Bananenbrot aus der Pfanne, wenn überreife Bananen vorhanden sind.
Wirklich ein tolles Buch, wenn es schnell gehen muss!
eiskalt unterhaltsam
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
Ein gut erzählter und packender Thriller, ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Spielort ist Kopenhagen und Kriminalkommissarin Sara darf ihren ersten Fall leiten und koordinieren. Ein Mord wie aus dem Drehbuch, zumindest dessen Inszenierung ist reif für die Bühne. Atmosphärisch gelingt es dem Autor sehr gut den Leser mit auf die Gruselreise zu nehmen.
Der historische Kontext zu den antiken Göttern und die Psychologie des vermeintlichen Täters machen für mich das Werk aus. Es ist eine gute Story, die irgendwie glaubwürdig rüberkommt und sich über die Seiten hinweg intensiviert. Auch das private Umfeld Saras und der Einbezug des Bruders und Vaters geben einen gewissen Rahmen, der die Spielregeln begrenzt. Ein gelungener Auftakt einer neuen Reihe, ich werde beim Nachfolger sicherlich direkt zugreifen.
durchwachsen
Das Jahr der Wale von Kelly Anderson
Am Anfang fand ich den Stil der Autorin sehr gut. Die düstere Atmosphäre nach einem Tsunami und die Gefühlswelt von Annie, zwischen Verzweiflung und Hoffnung war fantastisch beschrieben. Auch die Idee, sich einmal der Welt der Geräusche intensiver zu widmen, gefällt mir sehr gut. Und wie stark die Natur eingebunden war.
Zudem sind der bedruckte Einband und das Cover sehr gelungen, einfach nur schön und geschmackvoll.
Aber weniger gut haben mir die langen Erzählungen gefallen, so ab dem ersten Drittel empfand ich es oftmals als zu langwierig. Auch die Erzählsprünge der Vergangenheit wirkten auf mich nicht sehr strukturiert. Manchmal fiel es mir schwer weiterzulesen, es hat mir an Twists oder mehr Handlung gefehlt. Trotzdem hat das Buch etwas. Die Welt der Geräusche, der rauen Natur, der See, Wale und ein bisschen Meerjungfrauencharm, mystisch und etwas philosophisch, die Kombination hat durchaus etwas. Die Autorin hat Potential.
aktueller KI Thriller
Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln von Florian Schwiecker
Ziemlich realistisch und fesselnd, da man manches davon schon in den Nachrichten gelesen hat (GPS Störungen im Flieger gen Norden). Der Plot baut sich nach und nach auf, Politik und Geheimdienst sind involviert und natürlich jede Menge KI.
Die Charaktere sind gut beschrieben, hätten für meinen Geschmack aber mehr eingebaut werden können.
Es ist oft eine Aneinanderreihung von Geschehnissen, die zwar Spannung aufbauen, aber nicht zu einer runden Sache werden. Das Ende ist offen gehalten, vermutlich liegt die Fortsetzung schon in der Schublade.
Trotzdem fesselte mich das Buch und es musste einfach schnell ausgelesen werden. Ob die Beschreibungen der technischen Seite realistisch sind, mag ich nicht zu beurteilen. Durch diverse Twists wird alles anders, als man denkt. In Summe also ein spannender und kurzweiliger Genuss.
faszinierend
Bakterien - die heimlichen Helden von Peter Wohlleben
Sehr beindruckend und faszinierend, was man da so alles erfährt. Gut, teilweise wollte man es vielleicht nie erfahren, aber ich werde hier nicht allzu viel vom Inhalt verraten.
Man geht nach der Lektüre aber definitiv mit anderen Augen durchs Leben und denkt andauernd an die winzigen Einzeller.
Das Werk ist sehr gut recherchiert und mir gefällt der Schreibstil sehr. Es ist für die vielen Fakten sehr unterhaltsam geschrieben, Man nimmt viele Ideen und Anregungen mit. Ehrlich gesagt gab es einige Aha Momente, besonders, wenn man manches komplett gegenteilig eingeschätzt hat. Z.B. die Ansicht, dass die Bakterien es schon richten werden im durch Klimawandel stark angegriffenen Wald. Definitiv habe ich die umfangreichen Fähigkeiten dieser Kleinstlebewesen unterschätzt und dank dem Buch einen neuen Blick auf unsere Umwelt erhalten.
Sehr lesenswert!
ein Pageturner
REM von Annika Strauss
Ich bin ehrlich gesagt normalerweise kein großer Fan von Horror, aber die Kombi der Autoren hat mich neugierig gemacht. Nun, man wird definitiv nicht enttäuscht. Ein regelrechter Pageturner, ich hatte das Werk in kürzester Zeit regelrecht verschlungen. Die Idee dahinter fand ich stimmig und auch die Verbindung mit der aktuellen Zeit in der wir leben.
An manchen Stellen musste ich an den Film Matrix denken, aber sonst werde ich hier nichts spoilern.
Es gibt viele Kapitel (82 auf rund 300 Seiten), die für zusätzliche Spannung und Dynamik sorgen. Der Schreibstil ist irgendwie realistisch, man nimmt die Story ab und die Gruselmomente sind hervorragend eingebaut. Als Film könnte ich es vermutlich nicht anschauen, aber lesen geht gut. Natürlich dürfen gewisse Twists im Plot nicht fehlen. Ich finde die neue Kombi aus Horror und Thriller sehr gelungen und werde mit Sicherheit auch das nächste Buch davon verschlingen.
über Generationen hinweg
Das schönste aller Leben von Betty Boras
Die Geschichte einer Familie über die Jahrhunderte hinweg. Wobei immer nur die Frauen im Fokus stehen. Rein örtlich geht es vom Umland Wiens nach Banat (Rumänien), und sehr viel später von dort nach Deutschland.
Es ist ein Buch über die Ungerechtigkeit, die Rolle der Frau, Migration, die Frage der Schuld und den Idealen, die vermeintlich noch immer Gültigkeit haben.
Die Erzählung wird aus Sicht dreier Frauen lebendig. Theresia, die im 18 Jahrhundert sehr viel Leid und Ungerechtigkeit ertragen muss, Vio und "Ich". Letztere spielt in der deutschen Gegenwart und kämpft mit einem folgenschweren Moment der Unaufmerksamkeit, der das Leben ihrer Tochter komplett ändert. Mir hat die Figur der Theresia imponiert, wohingegen mich die Schilderungen des "Ichs" teilweise strapaziert haben. Für mich war es schwer nachzuvollziehen, wie dieser "Unfall" derartig detailliert thematisiert wurde und alles sich nur noch darum drehte. Dabei wollte Vio doch "Das schönste aller Leben" für ihre Tochter Sophie.
auf der Suche
Ich möchte zurückgehen in der Zeit von Judith Hermann
Ganz unauffällig kommt das schmale Buch daher. Mit einer offenen Tür, die einlädt, durchzugehen und herauszufinden, was dahinter liegt.
Erstmal geht es zurück in die Vergangenheit. Der Großvater der Autorin war ein SS Mann und die wenigen Überbleibsel seines Lebens lassen viele Deutungen zu.
Leider dämmert vieles im Vergessen und unter der Oberfläche. Trotzdem reist Judith Hermann nach Polen, um den Ort und um mehr von ihrem Großvater zu erfahren. Ein Bild von ihm in Radom, selbstsicher und in die Kamera lächelnd, steht im starken Kontrast zur Wirklichkeit. Die Stadt ist unangenehm ruhig, die düstere Vergangenheit scheint immer noch nachzuhallen. Im zweiten Teil die Reise zu ihrer Schwester nach Neapel. Der sonnige Süden und die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen wieder im Kontrast zu den erlebten kalten Wochen in Radom. Die Schwester lebt in ihrer eigenen Welt. Die Autorin vermag es mit wenigen Worten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.











