Kunden em pfehlungen
Rezensionen von _Le4_:
Überaus enttäuschend
Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher
Im Buch setzt die Autorin sich autofiktional mit ihrem Kampf mit physischen und psychischen Beschwerden auseinander. Es ist der zweite autofiktionale Roman der Autorin, womit sie mit “Junge Frau mit Katze” den Faden nach “Lügen über meine Mutter” wieder aufnimmt.
“Lügen über meine Mutter” hat mir nach seiner Veröffentlichung unheimlich gut gefallen, weswegen ich mich sehr darüber gefreut habe, dass der neueste Roman der Autorin quasi die spirituelle Fortsetzung dessen werden soll.
Ich habe wieder ein ausgezeichnetes Werk, wie den Vorgänger erwartet. Leider war das Buch gar nicht meins.
Das Thema fand ich interessant. Es geht darum, dass die Hauptcharakterin unter Krankheitssymptomen leidet, die von ÄrztInnen kleingeredet, ignoriert oder ihrer psychischen Krankheit zugeschrieben werden. Der Leidensweg und wie stark das auch die Beziehungen der Charaktere untereinander beeinflusst, wird hier festgehalten.
Die Suche nach dem Lösungsweg war aber leider so anstrengend geschrieben, dass ich gar keine Lust auf das Weiterlesen hatte. Irgendwann habe ich mich nur gefragt, warum ich von all diesen Dingen lese. Was ist der Sinn dahinter? Es war einfach nur seltsam.
Was mich auch gestört hat, war die Tatsache, dass es immer wieder Abschnitte im Buch gab, die exzessiv Gedankenstriche genutzt haben. Diese waren teilweise mitten in Sätzen ohne Sinn und Verstand gesetzt. Ich kann mir nicht erklären, was das stilistische Ziel dahinter war. Eine Googlesuche hat mir gesagt, dass exzessiver und unsachgemäßer Gebrauch von Gedankenstrichen auf die Verwendung von KI hindeutet. Vor allem die Tatsache, dass es immer wieder Textstellen gab, die das exzessiv genutzt haben und dann wieder welche, wo es gar nicht vorkam, hat mich stutzig gemacht. Ob es KI war oder nicht, es war ungeheuer störend.
Der einzige Grund dafür, dass das Buch zwei Sterne statt nur einen von mir bekommt, ist, dass das letzte Kapitel ganz wunderbar sacht war. Da habe ich gesehen, was das Buch hätte sein können.
Auch wenn das letzte Kapitel sehr schön war, fand ich den Rest leider so schlecht, dass ich das Buch absolut nicht empfehlen kann.
Rezensionen von _Le4_:
Insekten in kleinsten Kosmen
Im Schatten von Giganten von Jasmin Schreiber
Im Buch geht es um Insekten und ihre vielen kleinen Lebensräume. Der Autorin ist wichtig, dass wir die Wertigkeit von Insekten anerkennen, die einen so wichtigen und großen Teil unseres Ökosystems stellen. Vor allem, weil sie nicht das beste Image haben im Vergleich zu anderen Tiergruppen.
Das Buch war nicht herausragend, aber es war interessant und es waren schöne, ausdrucksstarke Aufnahmen abgedruckt.
Es ist immer schön ein Buch zu lesen von einer Person, die leidenschaftlich bei ihrem Thema dabei ist. Die Autorin interessiert sich wirklich ausgiebig für Insekten und diese Einstellung kommt auch im Text rüber, was einfach super schön ist.
Das Buch war mir nicht spezialisiert genug, obwohl die Einteilung in die kleinen Biome cool war. Am besten hat mir “Das Leben in der Pfütze” und das letzte Kapitel, wo sie Mikrohabitate betrachtet, gefallen.
Ich würde mir wünschen, dass die Bilder dem Text besser zugeordnet sind. Die Bilder der Tiere, die im Text beschrieben wurden, waren teilweise nicht auf der gleichen Seite, sondern mehrere Seiten davor.
Generell ist es aber schön zu sehen, wenn sich Leute wie die Autorin für die Biodiversität einsetzen. Vor allem für die eher unbeliebten Teile unserer Tierwelt.
Das Buch ist toll, aber doch recht allgemein gehalten. Wer schon zwanzig Bildbände über Insekten hat, braucht diesen vermutlich nicht auch noch, für alle anderen ist es jedoch sehr empfehlenswert.
Rezensionen von Lilli33:
Zwar spannend, aber ...
Niemand rettet dich von Karen Inge Nielsen
Zwar spannend, aber …
Inhalt:
Vor über zwanzig Jahren hat Mads Lindstrøms Vater einen brutalen Mörder überführt. Doch dann kamen ihm Zweifel. Da er Selbstmord beging, kann er nichts mehr dazu sagen, als auch sein Sohn Mads jetzt an dem damaligen Täter zweifelt, denn es gibt einen neuen Mord, der Parallelen zu dem alten Fall aufweist.
Zusammen mit Thomas Beckmann von der deutschen Polizei ermittelt Mads gegen heftige Widerstände seines Vorgesetzten.
Meine Meinung:
Der Abschlussband dieser Trilogie ist zwar ziemlich spannend, aber mit den Figuren wurde ich nicht richtig warm. Warum Thomas Beckmann stets so abweisend und unfreundlich reagiert, konnte ich schon im 1. Band nicht nachvollziehen. Und Mads verhält sich von Zeit zu Zeit einfach nur dumm. Eine weitere Person verhält sich so auffällig, dass man sofort weiß, dass da etwas nicht stimmen kann. In diesem Punkt ist die Handlung sehr vorhersehbar. Der Rest ist allerdings ziemlich gut gemacht, verzwickt und verschlungen. Man kann toll miträtseln, kommt aber nicht so leicht auf den Täter.
Ein paar drastische Gewaltbeschreibungen sollte man abkönnen, wenn man zu diesem Buch greift. Es geht zum Teil wirklich heftig zu.
Wie so oft ist es besser, die ersten beiden Bände vorher gelesen zu haben. Zur Not kann man aber auch ohne Vorkenntnisse alles verstehen.
Die Reihe:
1. Niemand hört dich
2. Niemand sieht dich
3. Niemand rettet dich
Rezensionen von Claudia R.:
Lernkrimi
Italiano! Italienisch lernen für Anfänger | Lernkrimi Italienisch A1-A2 | Il morto in trattoria | Mit Audios, Vokabeln und Übungen von Paola Fanti
Klappentext / Inhalt:
Italienisch lernen leicht gemacht – mit diesem spannenden Lernkrimi
Du suchst nach einer unterhaltsamen Möglichkeit, deine Italienischkenntnisse zu verbessern? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für dich!
Tauche ein in einen fesselnden Kriminalfall mitten in Italien – und erweitere ganz nebenbei spielerisch deinen Wortschatz.
Begleite Elena, eine angehende Kriminologin, auf ihrer spannenden Suche nach einem Mörder in einer typischen Trattoria in der Toskana.
Dieses Buch hilft dir dabei:
Deine Sprachkenntnisse mit allen Sinnen zu vertiefen – durch Lesen, Hören, Sprechen und gezieltes Üben
Intuitiv und im Kontext zu lernen: Authentische Dialoge im Buch und als Audiodateien erleichtern dir das Einprägen neuer Vokabeln
Mit mehr Freude und Motivation zu lernen: Dank kurzer Lerneinheiten, realistischer Situationen und einem unterhaltsamen Kriminalfall wird dir garantiert nicht langweilig
Du lernst, wie du durch aktives Lesen, Hören, Mitsprechen und Üben deine Italienischkenntnisse festigen und die Sprache sicherer und natürlicher anwenden kannst. Die authentischen Dialoge erleichtern dir das Verständnis und fördern den praktischen Einsatz im Alltag.
Das erwartet dich:
8 spannende Kapitel mit italienischen Dialogen auf Niveau A1–A2
Abwechslungsreiche Übungen zum Textverständnis
Praktische Vokabellisten zur Wiederholung
Deutsche Übersetzungen aller Kapitel
Kostenlose Audiodateien zum Download – ideal zur Verbesserung deines Hörverstehens und deiner Aussprache
Die perfekte Kombination aus Lesen, Lernen, Mitreden und Miträtseln – ideal für Anfänger*innen, die ihre Sprachkenntnisse auf unterhaltsame Weise erweitern möchten.
Mach dich bereit zum Lesen, Mitdenken – und Ermitteln!
Cover:
Das Cover zeigt eine wundervolle Gegend und Natur und ist sehr atmosphärisch umgesetzt. Das Bild gibt das italienische Flair sehr gut wieder und auch die Örtlichkeit ist sehr gut ausgewählt. Optisch und farblich ist es passend umgesetzt.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um einen zweisprachigen Krimi, auf italienisch und deutsch, um die jeweils andere Sprache zu erlernen. Einfach nur italienische Vokabeln zu pauken ist meist sehr langweilig und trocken, aber ein italienischer Krim, einfach verfasst, zum miträtseln mit entsprechenden Übungen, macht da schon deutlich mehr Spaß.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel ins Detail gehen, dies sollte jeder selbst herausfinden.
Der Krimi wurde in 8 Kapitel gegliedert, welche zuerst auf italienisch verfasst sind und im Anschluss die deutsche Übersetzung folgt. Dazwischen befinden sich einige Übungen und Vokabellisten.
Die Geschichte ist einfach und verständlich aufgebaut. Der Schreibstil ist einfach, beschreibend und gut verständlich. Den Geschehnissen kann man recht gut folgen und auch die einzelnen Kapitel haben eine angenehme und gut Länge. Die Geschichte selbst ist interessant und spannend, man kann hier so gar miträtseln und wird von den Geschehnissen unterhalten und mitgenommen.
Die Vokabeln und auch die Übungen sind sehr hilfreich und durch die Texte lernt man gleich die Anwendung der Wörter und Sätze. Auch die Audiodateien zum Herunterladen sind sehr hilfreich und schulen zugleich das bessere Verständnis und die eigene Aussprache.
Das Ganze ist sehr schön umgesetzt. So macht Sprachen lernen gleich noch mehr Spaß, da es sich durch einen spannenden Fall und eine tolle Geschichte besser einprägen lässt.
Fazit:
Lernkrimi, der für gute Unterhaltung sorgt und zugleich das Sprachenlernen vereinfacht.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Beeindruckende und fesselnde Geschichte über eine außergewöhnliche Frau
Anna oder: Was von einem Leben bleibt von Henning Sußebach
In seinem neuen Roman "Anna oder: Was von einem Leben bleibt" widmet sich Henning Sußebach, preisgekrönter Redakteur der Wochenzeitung "DIE ZEIT", dem Leben seiner Urgroßmutter Anna, die 1932 im Alter von 65 Jahren verstorben ist. Wenig ist von ihr geblieben: ein paar Fotos, zwei Poesiealben, einige Notizbücher, wenige Briefe und Dokumente, ein Kaffeeservice, ein Sticktuch und ein Verlobungsring.
Dank intensiver Recherchen des Autors ist aus dem Wenigen eine ganz wunderbare Geschichte entstanden.
Anna Kalthoff stammt aus der Gegend um Soest und hat 7 Geschwister. Der Vater ist Gastwirt und stirbt, als sie 12 Jahre alt ist. Mit zunehmender Industrialisierung werden Lehrerinnen gebraucht, und Anna wird auf eine Höhere Mädchenschule in Steyl geschickt. Später wird sie dort als Lehrerin ausgebildet und legt ihr Examen ab. Wir schreiben das Jahr 1887, als die mittlerweile 20-Jährige in dem kleinen Ort Cobbenrade im Sauerland ankommt. Sie tritt dort ihren Dienst als Dorfschullehrerin an und bezieht im Dachgeschoss des Schulgebäudes eine kleine Wohnung.
Als sie sich mit 24 Jahren in den 20-jährigen Clemens verliebt, ältester Sohn der einflussreichen Familie Vogelheim, torpedieren dessen Eltern die Beziehung der beiden. Erst nach dem Tod von Clemens' Vater können sie endlich heiraten. Bei der Hochzeit ist Anna 37, der Bräutigam 33 Jahre alt. Doch nach nur 90-tägiger Ehe passiert beim Dreschen ein schreckliches Unglück, das Clemens nicht überlebt. Selbstbewusst tritt Anna das Erbe ihres Mannes an und führt die Geschäfte fort, kümmert sich um die Postagentur, das Restaurant, die Viehwirtschaft und den Warenverkauf. Als begehrteste Frau im Ort, die von vielen Männern umschwärmt wird, sorgt Anna sechs Jahre später für einen Skandal, als sie den 19 Jahre jüngeren Lehrer Bernhard Raesfeld heiratet.
Die bewegende Geschichte, die brillante Sprache und der schöne Erzählstil machten das Buch für mich zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Liebevoll zeichnet der Autor anhand weniger Eckdaten, Fotos und Dokumente das Bild einer Frau, die sich gegen Widerstände durchsetzte und ihr Leben selbstbestimmt gestaltete. Es war spannend, in Annas Leben einzutauchen und ihre Höhen und Tiefen zu erleben in einer Zeit, in der Frauen wenig Rechte hatten. Das Wahlrecht für Frauen lag noch in weiter Ferne, und es galt das Lehrerinnenzölibat, nach dem nur unverheiratete Lehrerinnen ihren Beruf ausüben durften. Ich habe Annas Mut bewundert, mit dem sie sich in einer von Männern dominierten Welt behauptete.
Es hat mir gut gefallen, dass Henning Sußebach die ihm von seiner Urgroßmutter verbliebenen Fotos und weitere Dokumente in seinem Buch veröffentlicht hat. Ich mochte auch, dass er wichtige historische Ereignisse der damaligen Zeit immer wieder in die Handlung hat einfließen lassen.
Absolute Leseempfehlung und 5 Sterne für dieses wunderbare Buch, das mich berührt und begeistert hat und bereits jetzt eines meiner diesjährigen Lesehighlights ist!
Rezensionen von C. P.:
Was kostet die perfekte Welt?
Immerland - Die Stadt der Ewigkeit von Flix
Der zwölfjährige Mika wird in den Sommerferien zur Oma mitten im Nirgendwo abgeschoben, da sein Vater mal wieder beruflich unterwegs ist. Sich stundenlang hinter dem Controller verstecken fällt für den zurückhaltenden Jungen somit flach, denn Internet hat Oma nicht. Dafür ein Telefon mit Wählscheibe und sonderbare Messgeräte im Garten.
Gewisse Umstände sorgen dafür, dass Mika und seine Oma von einer Chauffeurin nach Immerland gebracht werden. Eine Anfangs verwirrende Welt die Mika schnell das Gefühl vermittelt, nicht mehr unzulänglich zu sein und das bisherige Leben aufgeben zu wollen. Doch zu welchem Preis?
Immerland ist ein Buch, welches mich zwiegespalten zurücklässt. Die bisherigen Werke des Autors Flix mag ich insbesondere wegen seiner vielfältigen Fantasie sowie sein Vermögen, auch problematischere Themen zu hinterfragen und empathischmit einem zwinkernden Auge darzustellen. Wie Mika in dieser Erzählung lernt, selbstsicherer zu werden und für sich und andere einzustehen, ist ihm auch in diesem Roman wunderbar und auf fantastische Weise geglückt zu beschreiben. Vor allem die vielen ausgefallenen Ideen lohnen es, diese für sich zu entdecken. Schwierigkeiten hatte ich allerdings mit dem belastenden Thema, Mika könne seine Oma an den Tod verlieren. Der Tod als Einleitung in die fantastische Welt war über Längen sehr bedrückend, nur um Mika dann von diesem Thema bzw. seiner Oma einfach abdriften zu sehen. Als wenn die Oma wie vergessen wäre. Das empfand ich als sehr befremdlich, auch wenn es zum Gesamtkonzept passt. Im späteren Verlauf war mir ein Abschnitt zu lange zu zäh, hier gab es mehr Beschreibungen auf Kosten der Handlung. Nur um dann von einer bildhaft dargestellten Brutalität beendet zu werden, die mich sehr schockierte. Demgegenüber steht wiederum, dass es schnell fantastisch wird und die Ideen erfrischend anders sind. Diverse Zeichnungen im Buch machen es zudem einfach, sich Personen, Wesen und Erfindungen wunderbar vorstellen zu können.
Trotz einiger Abstriche freue ich mich bereits auf den Folgeroman, der am Schluss angeteasert wird. Ich gebe dem Roman 3,5 von 5 Flische (Fliegende Fische).
Rezensionen von MariasBooks:
Spannende Fantasy!
The Other Side of the Sky - Die Göttin und der Prinz von Amie Kaufman; Meagan Spooner
Zum Buch
The other side of the side ist der Auftakt einer Dilogie aus der Feder von Amie Kaufman und Meagan Spooner. Das Buch ist im dtv Verlag erschienen.
Erwartung
Ich habe das Buch früher immer wieder mal auf Booktok gesehen und war auf das Magiesystem der beiden doch sehr unterschiedlichen Welten gespannt, weshalb ich sehr neugierig auf das Buch war.
Gestaltung
Das Buch wurde dieses Jahr mit einem neuen Cover neu aufgelegt. Mir persönlich gefällt das neue Cover besser, auch wenn es etwas mehr Persönlichkeit vertragen hätte.
Das Buch ist aus den POV der beiden Protagonisten Nimh und North geschrieben die sich immer wieder abwechseln. Die Kapitel sind mal kürzer, mal länger, haben aber eine angenehme Länge.
Charactere
An sich haben mir die beiden Protas Nimh und North und ihre generelle Dynamik gut gefallen. Zwei Menschen aus zwei unterschiedlichen Welten, zuerst fremd, danach notgedrungen auf Zusammenarbeit angewiesen. Das Nimh als Göttliche dabei nicht berührt werden darf, gibt diesem ganzen dabei einen leichten Slow-Burn, wenn auch dieser nicht der Hauptfokus der Geschichte ist.
Und auf keinen Fall darf hier der Findelkater vergessen werden. Der verlässliche Begleiter ist einer meiner Lieblingscharactere in dem Buch geworden.
Was mir besonders gut gefallen hat, war der Aufbau der Geschichte, der zwar klassischen Schemen folgte, der aber hier gut funktionierte.
Zudem hat mir das Magiesystem und generell die Welt sehr gut gefallen, vor allem mit den zwei unterschiedlichen Welten, die einerseits Grundverschieden und dann doch wieder sehr ähnlich waren.
Das Buch spielte auch sehr gut mit dem Thema Schicksal, Prophezeiung und freier Wille. Auch die nur in Seitensätzen angesprochene Religionskritik hat mir gut gefallen. Auch hat mir gut gefallen, wie offen und gleichzeitig das Buch mit queeren Themen umgegangen ist, ohne die als solche zu benennen. So wurde North von seiner leiblichen Mutter und einer Herzensmutter großgezogen, während der leiblicher Vater nur für den biologischen Teil zuständig war. Zudem befand sich North in einer Art Polybeziehung mit 2 weiteren Personen aus dem Himmelsreich.
Was mir weniger gut gefallen hat, war, dass man noch 1-2 Szenen mehr von der Entwicklung der Zuneigung der beiden Protas hätte einbauen können, damit es sich mehr wie ein Prozess als schlagartige Gefühlsentwicklung angefühlt hätte. Vor allem hätten sie sich noch etwas mehr über die Unterschiede ihrer Völker und Nationen austauschen können. Ich fand diese 2 Welten nämlich sehr spannend und hätte gerne mehr dazu gelernt. Aber vielleicht kommt das dann im 2. Teil mehr vor.
Fazit: Der Anfang des Buches ist etwas überwältigend, da man es mir 2 statt nur einer neuen Fantasy-Welt zu tun hat. Aber wenn man erstmal in das Buch hineingefunden hat, entwickelt sich das Ganze zu einer spannenden Geschichte, die gleichermaßen von Handlung als auch von Characteren getragen wird. Es ist eines dieser Bücher, wo man danach sofort den zweiten Teil lesen will, weil man einfach wissen muss, wie es den nun weitergeht.
Ich würde es kein Jahreshighlight nennen, aber die 5 Sterne hat es dennoch verdient, weil ich am Ende des Buches sagen konnte, dass mir das Buch gefallen hat.
Rezensionen von nessabo:
Ein Werk mit sanfter Unterhaltung und klugen Gedanken
Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht
Ich mochte „Die Nachricht“ von Doris Knecht richtig gerne und auch ihr neues Werk reiht sich stilistisch gut ein, wenngleich es auch weniger auf Spannungsmomente und mehr auf persönliche Elemente baut.
Knecht zeigt hier, dass sie eine Meisterin der Autofiktion ist. „Das Leben mit der Erfindung vermischt“ schreibt die Autorin (oder die Protagonistin?) selbst im Text und das trifft es auf den Kopf.
Immer wieder streut sie Überlegungen zu den Figuren ein, über die ein Absatz weiter oben noch ganz normal geschrieben wurde. Was Figur und was Autorin ist, verschwimmt bis zur Unkenntlichkeit. Ich finde das irritierend, aber auf eine gute Art.
Der Text plätschert zwar schon vor sich hin, strotzt aber auch nur so vor kluger Gedanken. Ich bin zwar deutlich jünger als die Protagonistin, finde es aber bereichernd, von einer solchen Figur zu lesen. Einen besonderen Fokus legt die Autorin in ihrem aktuellen Werk auf die Stellung romantischer Paarbeziehungen. Warum richten sich selbst absolut unabhängige, im Leben stehende Frauen in Bezug auf Aussehen und Verhalten plötzlich wieder so stark auf einen Mann ein, der in ihr Leben tritt? Warum gilt die monogame Zweierbeziehung als die unantastbare Königin aller Beziehungen? Und welchen Wert haben andere Lebensentwürfe?
Ich habe die Gedanken als sehr fundiert empfunden. Sie entspringen einem individuellem Umstand, das strukturelle Problem dahinter wird aber stets klar. Nebenbei geht es auch um Themen wie Machtmissbrauch, Sexismus und MeToo. Das Ende der Handlung hat mich sehr zufrieden hinterlassen und ich wünsche mir mehr Bücher wie dieses.
Ein wenig oft wurde mir das Wort „triggern“ abseits seiner eigentlichen Bedeutung verwendet. Das Hörbuch ist sehr passend eingesprochen von Nina Petri, die stimmlich perfekt zur Protagonistin passt. Für mich hätte es noch ein wenig lebhafter sein können und die Abgrenzung zu den anderen Figuren war nicht immer so klar, aber insgesamt empfehle ich auch das Hörbuch.
Der Roman ist ein Plädoyer fürs Alleinsein bei gleichzeitiger Gemeinschaft, die wiederum viel größer gedacht wird als romantische Paarbeziehungen. Eine Versicherung, dass Männer keinesfalls ein Heilversprechen sind und es doch auch okay ist, dass wir den patriarchalen Strukturen zumindest gedanklich manchmal nachgeben. Der Text liefert keine fertigen Antworten zu diesem Thema, ich konnte für mich aber klare Schlussfolgerungen mitnehmen.
4,5 Sterne
Rezensionen von Marw76:
Wo bleibt da die Triggerwarnung?
The Book Eaters von Sunyi Dean
Cover: In das Cover hatte ich mich sofort verliebt, denn er ist düster und auf alt gemacht. Dazu der schöne Farbschnitt haben mich sehr schnell neugierig auf die Geschichte hinter dem tollen Cover gemacht.
Inhalt: In den Mooren Yorkshires lebt eine geheime Gruppe von Menschen, für die Bücher Nahrung sind, die alles verschlingen, was darin steht.
Devon gehört dazu - bis ihr Sohn mit einer dunkleren Art von Hunger geboren wird: nicht nach den Geschichten in Büchern, sondern nach denen in den Köpfen der Menschen. Er ist ein 'Seelenfresser', eine 'Abart', die meist schon bei der Geburt gnadenlos getötet wird. Doch Devon schwört ihn zu retten und flieht mit ihm in die Welt der Menschen, verfolgt vom eigenen Clan und seinen schrecklichen Handlangern, den ‘Rittern’. Um zu überleben, ist sie gezwungen, schlimme Dinge zu tun. Hoffnung verspricht nur ein mysteriöser zweiter Clan. Doch die Hoffnung trügt.
Meine Meinung: Auf dieses Buch war ich nach dem Lesen des Klappentextes wirklich total gespannt, aber leider wurde ich sehr enttäuscht. Es war sogar ein kleiner Kampf, das Buch überhaupt zu Ende zu lesen. Schade, denn die Story hätte wirklich Potenzial gehabt. Der innere Kampf das Buch zu lesen lag nicht etwa daran, dass es super langweilig gewesen wäre, das Problem war die massive Brutalität, die ich so in keiner Weise erwartet hatte! Ich muss dazusagen, dass ich schon wirklich viele Thriller und Horrorbücher gelesen habe, die für mich alle kein Problem dargestellt haben und ich habe auch wahrlich keine schwachen Nerven, aber wenn SPOILER/TRIGGER: Babys gequält werden SPOILER ENDE, dann hört es bei mir wirklich auf! Und das war nicht nur einmal, nein, weil es ja "so schön war" wird fast die gleiche Szene sogar zweimal in ihrer ganzer Abartigkeit beschrieben. Wäre es keine Leserunde gewesen, hätte ich das Buch ganz klar abgebrochen. Und ich war schon wirklich entsetzt, dass im gesamten Buch keine einzige Triggerwarnung zu lesen ist! Es wird ja nicht mal als Horror oder Thriller gekennzeichnet sondern als Roman. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen Lesern so gehen wird wie mir, vorallem Eltern, die selbst Kinder haben. Zudem hat mir der Schreibstil nicht richtig zugesagt. Mein Lesefluss wurde immer mal wieder gehemmt, dies hat mich ziemlich gestört, denn ich habe mich teilweise richtig durch die Seiten kämpfen müssen. Auch die Protagonisten konnten mich leider auch nicht wirklich fesseln. Ich konnte mich zu keiner Zeit mit nur einem richtig identifizieren, was schade ist, denn das ist für mich bei einem Buch mit das wichtigste. Die Grundidee ist wirklich richtig toll bei diesem Buch aber sowohl die zähen Passagen und vorallem die unendliche Gewalt in der Geschichte, die nicht mal vor den kleinsten, unschuldigsten halt macht, haben meinen Lesespaß sehr vermiest. Ohne diese viele Gewalt und ohne die unbereifliche Brutalität wäre das Buch wirklich gut geworden, so kann ich potenzielle Leser nur warnen sich eine Rezension mit Triggerwarnungen zu suchen.
Triggerwarnung: - Misshandlung von Babys, schwere Gewalt
Rezensionen von Schlafmurmel:
Magie, Spannung & Gänsehaut – ein wundervoller Reihenauftakt!
Magic Fading von Dora Feria
Nachdem meine Kollegin so von Vampirbüchern geschwärmt hatte und mir Magic Fading von Dora Feria im Rahmen einer Leserunde angeboten wurde, dachte ich mir: Das probierst du jetzt mal! Schon das Cover hat mich sofort verzaubert – wunderschön gestaltet, richtig ein Blickfang. Und als ich den Klappentext gelesen habe, war ich komplett neugierig auf die Geschichte.
Dass ich dann sogar ein Exemplar gewonnen habe, hat meine Freude noch verdoppelt.
Sobald ich zu lesen begonnen habe, war ich wie hineingezogen in die Welt – es war, als wäre ich selbst unsichtbar dabei, ein stiller Begleiter in einer magischen Geschichte voller Geheimnisse. Ich habe alles miterlebt, mitgefühlt, mitgefiebert.
Im Zentrum steht Ava – sie ist die Schlüsselfigur dieser Geschichte, die in der atmosphärischen Kulisse von Prag spielt. Warum gerade sie so wichtig ist, bleibt lange ein Rätsel, aber klar ist: Ohne Ava geht gar nichts. Nur durch sie können Vampire und Hexen weiterexistieren und ihre Kräfte behalten. Das ist eine unglaublich spannende Grundlage, die mich total gefesselt hat.
Die Kapitel flogen nur so dahin, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen! Es gab ruhige, emotionale Szenen, aber auch düstere und richtig gruselige Momente – die haben mir besonders gut gefallen. Ich war mittendrin, habe mit Ava gelitten, gehofft und gebangt. Erst ganz am Ende wird ein kleines Geheimnis gelüftet, das ich bereits vermutet hatte – aber es bleibt noch so viel offen, dass ich es kaum erwarten kann, bis Band 2 erscheint!
Mein Fazit:
Magic Fading ist ein spannender, düster-magischer Reihenauftakt mit einer fesselnden Protagonistin, einer tollen Atmosphäre und einem faszinierenden magischen System. Wer Hexen, Vampire, düstere Geheimnisse und emotionale Spannung liebt, wird dieses Buch verschlingen! Absolute Leseempfehlung!











