Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R.:
sehr bildlich
Molanda von Sabine Riedel
Klappentext / Inhalt:
Ein Raunen und Wispern liegt in den Wipfeln der alten Baumriesen. Etwas ist hier. Etwas, das nicht sein darf. Es muss sterben, ist aber bereits erwacht ...
Wer bin ich? Mit dieser Frage sieht sich Gwen konfrontiert, als sie ohne Erinnerungen aber eindeutig auf der Flucht in einem Wald zu sich kommt.
Vor wem flieht sie? Wer schickt eine Bedrohung nach der anderen? Und wer ist sie, dass sie magische Kräfte hat, die sie auf den Scheiterhaufen bringen können? Oder läuft sie gar vor sich selbst davon, um sich nicht einer Vergangenheit stellen zu müssen, die sie nicht kennt?
Die Suche nach Antworten bringt sie dem geheimnisvollen Mondsee und einem gefährlichen Schicksal immer näher. Am Ende steht Gwen vor der tödlichsten aller Gefahren: der Warheit ...
Cover:
Das Cover wirkt sehr geheimnisvoll und spannend und die Neugier wird hier bereits geweckt. Ein großer Baum ist hier der zentrale Mittelpunkt. Welcher zugleich durch Runen und Verzierungen eingerahmt wird und so etwas faszinierendes erhält. Das Cover ist sehr schön verziert und toll umgesetzt. Die Aufmerksamkeit zieht das Cover auf jeden Fall auf sich.
Meinung:
Mitten im Geschehen und zugleich geheimnisvoll beginnt diese Geschichte rund um Gwen. Schnell folgt man dieser auf ihrer Flucht, aber vor was? Die Geschehnisse werden bildlich und eindringlich beschrieben und man kann dem Ganzen sehr gut folgen. Spannung wird hier schnell aufgebaut.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und sehr bildlich. Man kann sich alles sehr gut vorstellen und dem Ganzen sehr gut folgen. In die Charaktere, wie Gwen und Eric, aber auch die anderen, findet man sehr gut hinein. Diese sind sehr vielschichtig und facettenreich umgesetzt. Besonders Gwen macht einige Entwicklungen und Wandlungen mit und im Gesamten ist es sehr interessant und unterhaltsam umgesetzt.
Toll fand ich auch die Informationen und wissenswerten Einschübe zu den verschiedenen Bäumen. Die Illustrationen zu den unterschiedlichen Blättern der bäume werden hier geschickt mit eingebaut und die Bilder lockern das Schriftbild und im Gesamten die Story ein wenig auf.
Ansonsten gibt es hier keine direkte Gliederung in einzelnen Kapitel, welche vorgegeben oder strukturiert wurden. Die Geschichte wird hintereinander weg, recht kurzweilig, erzählt. Obwohl ich eine Gliederung in kurze Kapitel schon präferiere, hat es mich hier nicht weiter gestört, da das Ganze mich schnell gefesselt hat und ein zügiges Lesen sowie ein guter Lesefluss ermöglicht wurde.
Die Geschichte ist faszinierend und interessant umgesetzt und ich wurde gut unterhalten. Das Einstreuen von Wissenswertem und auch die schönen Blätter Illustrationen fand ich gut gemacht und gelungen. Alles in allem hat mir die Story und auch die Charaktere gefallen und ich wurde gut unterhalten.
Fazit:
Wundervolle bildliche Beschreibungen, die für faszinierende Unterhaltung sorgen.
Rezensionen von Lesehamster12:
Rückkehr zu den Wurzeln
Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers von Gabriella Engelmann
Das Buch "Der Duft des Strandhafers" - die Bücherfrauen von Listland, geschrieben von Gabriela Engelmann aus dem Knaur Verlag ist die Fortsetzung vom Roman "Der Gesang der Seeschwalben".
Ich persönlich kenne den ersten Teil und bin aber der Meinung, dass man auch gut diesen Teil lesen und verstehen kann, ohne den Ersten vorher gelesen zu haben.
Es wird einiges aus damals erneut beschrieben und auch viel neues aus der Vergangenheit kommt hinzu.
Der Schreibstil im Ganzen ist locker und leicht geschrieben, man hat dadurch Interesse an der Geschichte zu bleiben.
Für meinen Geschmack hätten ein paar kleine Episoden weggelassen werden können, weil sie keine Rolle gespielt haben für die Gänze der Story - aber dies ist bekanntlich Geschmacksache.
Das Cover finde ich, wie auch schon beim ersten Roman, sehr ansprechend. Mir gefallen die tollen Farben, bei denen man sich direkt angezogen fühlt.
Wer auf familiären Herzschmerz und Geschichten rund ums Wasser steht, der ist hier genau richtig.
Rezensionen von Lesehamster12:
so wahr,,,
Pina fällt aus von Vera Zischke
Der Roman "Pina fällt aus" von Vera Zischke aus dem List Verlag ist einfach toll!
Als Pflegemutter eines mittlerweile knapp 20-jährigen autistischen Jungen, kann ich mich sehr gut in die Story rein- und mitfühlen.
Das Cover spiegelt letztlich den Inhalt wieder, allerdings hätte ich beinahe nicht den Klappentext gelesen, da ich es optisch als sehr traurig empfinde.
Sehr froh bin ich darüber, dass ich doch den Klappentext gelesen habe und dann auch die Leseprobe, da diese mich schon völlig angesprochen hat.
Was mir sehr gut gefällt ist, dass man keine ellenlangen Kapitel hat und man sehr gut allem folgen kann.
Es ist ein toller Schreibstil und die Leser werden an der Geschichte gehalten und ich fühlte mich mit in den Bann gerissen.
Persönlich finde ich es auch super, dass es aufgrund der Geschichte um eine kleinere Anzahl an Personen geht und man doch einiges über diese Charaktere erfährt.
So kann man einige Reaktionen, teils auch aus dem Umfeld sehr gut nachvollziehen.
Wünschen würde ich mir, dass viele Menschen dieses Buch lesen - eben auch jene, die bisher keine Berührungspunkte mit Autismus hatten!!!
Liebe Grüße an die Mama von Vera, denn wie Vera am Ende ihre Buches verrät, liest ihre Mutter auch alle Rezensionen :-)
Rezensionen von Harakiri:
Im Zug des Lebens
Die Mitternachtsreise von Matt Haig
Ich muss mir erstmal die Tränen aus den Augen wischen, damit ich diese Rezension tippen kann. Ein so wundervolles, wertvolles Buch, habe ich noch selten lesen dürfen. Jeder Satz, jede Zeile, jede Seite atmet das pure Leben und wäre ich ein Mensch, der wundervolle Sätze in Büchern unterstreicht, dann wäre fast das ganze Buch angeleuchtet.
Wilbur Budds Leben ist zu Ende. Doch nach dem Tod muss er in den Zug seines Lebens steigen und darf Blicke auf seine Vergangenheit werfen. An bedeutsamen Stellen hält der Zug an – und Wilbur erkennt bald, dass der Sinn des Lebens nicht nur aus Arbeit besteht.
Ein sehr bewegendes Buch, das sicher noch lange nachhallt. Und was ich auch sehr schön fand, war das Wiedersehen mit Nora Seed aus dem Buch „Die Mitternachtsbibliothek“. Haigs Sätze berühren, reißen mit, regen zum Nachdenken an und sind vor allem eines: wunderschön.
Die Kapitel sind kurz, manchmal nur eine halbe Seite lang, aber alle haben es in sich. Kein Buch, das man einfach zur Seite legt oder das man gleich wieder vergisst.
Fazit: ein wunderschönes Buch, das noch lange nachhallt.
Rezensionen von nessabo:
Beste, lustigste und herzigste RomCom seit Langem!
Annie Knows Everything von Rachel Wood
Ich habe nur einen Wunsch: Bitte lasst Rachel Wood niemals wieder aufhören, Bücher zu schreiben! Diese RomCom mit sehr klarem Fokus auf Comedy war absolut perfekt und ein Lichtblick in einer Zeit, in welcher der Romance-Part dieses Genres einen für mein Empfinden immer dominanteren Raum einnimmt.
Annie ist eine wundervoll geschriebene Protagonistin.
Sie ist authentisch, unfassbar witzig, aber eben auch schlagfertig und proaktiv. So schafft sie es, ohne jegliche IT-Kenntnisse in die Data-Strategy-Abteilung ihrer Firma versetzt zu werden, nachdem sie dort plötzlich ihren eigentlichen Job verloren hat. Ihr neuer Abteilungsleiter Connor spiegelt auf so unbeschreiblich liebenswerte Weise ihren Humor und macht das Lesen zur einem vollendeten Genuss. Der Banter zwischen den beiden ist so pointiert wie ich es selten gelesen habe und ganz nebenbei ist Connor eben auch eine Green Flag, die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen kann.
Die Lovestory zwischen den beiden spielt wie gesagt gar nicht so die zentrale Rolle. Und alles, was sich um die Entwicklung ihrer Beziehung dreht, ist geprägt von erwachsenem Miteinander und ehrlicher Kommunikation - lieben wir doch! Nebenbei versucht Annie noch ihre Schwester vor deren scheinbar völlig unpassenden Verlobten Dan zu retten und nimmt da auch so einige Fettnäpfchen mit.
Der Roman ist temporeich geschrieben, ich habe jedes Wort eingesaugt und die Seiten nur so dahinrinnen sehen. Annie, aber eben auch Connor und allgemein das ganze DatStrat-Team sind so lieb - ich kann nicht glauben, dass dies Rachel Woods Debüt ist! Sie beweist damit nämlich bereits, dass Wohlfühlromane auch ohne kindische Kommunikationsprobleme spannend und überaus unterhaltsam sein können.
Wer eine witzige Geschichte sucht, deren Romance-Anteil nicht die Hauptrolle spielt und stattdessen viel Platz macht für absolut runde, liebenswerte und glaubwürdige Figuren, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Dann erfahrt ihr außerdem, wofür SQL laut Annie steht. :D
Rezensionen von Claudia R.:
wundervoller Fantasy Auftakt
Phönixfeuer von Pia L. Sorrel
Klappentext / Inhalt:
›Ich hatte gelernt, wie man sich bewegte, ohne eine Spur zu hinterlassen. Wie man atmete, ohne gehört zu werden. Wie man existierte, ohne je wirklich da zu sein.‹
Seit Jahrhunderten verbirgt Elyria ihre wahre Natur als letzte eines vergessenen Volkes. Niemand darf erfahren, welche Macht in ihrem Inneren schlummert.
Um den Hexen und Vampiren zu entkommen, die ihre Familie ausgelöscht haben, führt sie ein Leben im Verborgenen.
Doch das Schicksal zieht sie aus den Schatten – direkt in die Arme des geheimnisvollen Vaelion, dem faszinierenden und zugleich gefährlichen König der Dunkel-Fae, der in ihr Dinge sieht, die sie selbst längst verloren glaubte.
Zwischen Verrat und Krieg, alten Feinden und neuen Begierden wächst eine zerstörerische Verbindung aus Feuer und Dunkelheit – unausweichlich und leidenschaftlich.
Während die Welt um sie herum in Flammen aufgeht, muss Elyria sich entscheiden: Wird sie weiterhin fliehen oder für die Liebe und die Wahrheit kämpfen?
Cover:
Das Cover finde ich sehr schön und passend umgesetzt. Es zeigt einen Phönix und auch die weiteren Verzierungen sind sehr schön gewählt. Das Ganze ist in rot und gold Tönen gehalten und setzt es sehr gut in Szene. Optisch und farblich finde ich das Cover sehr gut gelungen.
Meinung:
Eine spannende, emotionale und mitreißende Fantasygeschichte. Besonders klasse fand ich die Entwicklung von Elyria und auch die ganzen Geschehnisse und Wendungen konnten mich mitnehmen und begeistern.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich mit inhaltlich Details und Informationen dazu zurück.
Ich war gleich mitten im Geschehen und fand den Einstieg sehr packend und gut gelungen. Man wird schnell von Geschehnissen und Charakteren gefesselt. Die Geschichte um Elyrias Mutter ist sehr bewegend und berührend und auch die Emotionen sind hier sehr nah spürbar.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen. Die wechselnden Perspektiven und die Ich-Sichten fand ich sehr gut und passend. Es kommt schnell Spannung und Tempo hinein. Die Kapitelanfänge sind sehr gut ersichtlich und auch die kleine Symbolik am Beginn ist sehr schön gewählt. Gliederung und Gestaltung haben mir sehr gut gefallen. Toll fand ich auch den wunderschönen Farbschnitt. Die bunte Karte am Beginn rundet das Ganze sehr schön ab und auch die Playlist am Anfang ist eine tolle Idee.
Die recht kurzen Kapitel bringen Spannung hinein und ermöglichen einen guten Lesefluss. Auch die wechselnden Perspektiven sind gut gewählt und erhöhen den Spannungsbogen. Man ist hier stets an Geschichte und Geschehnisse regelrecht gefesselt.
Die Charaktere sind facettenreich angelegt und die Entwicklungen sind sehr toll und gut umgesetzt. Die Geschichte selbst steckt voller Wendungen und Ereignisse und schreitet unentwegt und kurzweilig voran. Emotionen und Gedanken sind nah spürbar und sehr gut nachvollziehbar umgesetzt.
Die Geschichte war bis zum Ende spannend und fesselnd und hat mir sehr gut gefallen. Eine gelungene Geschichte und ein passendes Ende, welches neugierig auf mehr macht.
Fazit:
Eine spannende, emotionale und mitreißende Fantasygeschichte.
Rezensionen von Lesehamster12:
Traum oder Wirklichkeit
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Der Psychothriller "HOME BEFORE DARK - Wenn die Lüge erwacht, wird dein Albtraum Wirklichkeit" von der Spiegel Bestseller-Autorin Eva Björg Ægisdóttir ist einfach klasse geschrieben.
Das Cover hat mich direkt abgeholt und absolut neugierig gemacht rein zu lesen.
Interessant finde ich die Idee, die Geschichte komplett im letzten Jahrhundert stattfinden zu lassen.
Der Schreibstil ist flüssig und man bekommt ausreichend Informationen über die beteiligten Personen, ohne zu früh den Ausgang des Thrillers erkennen zu können.
Marsibil, ursprünglich aus dem ländlichen Island, hat auf tragische Weise vor zehn Jahren ihre Schwester verloren. Sie war eine Teenagerin als ihre Schwester Kristin (Stina) damals spurlos verschwand.
Marsi ging nach Reykjavik, in die isländische Hauptstadt.
Doch die Entfernung konnte die Sehnsucht, den Schmerz und die Ungewissheit nicht beseitigen.
Zum 10. Todestag fuhr Marsi zu ihren Eltern nach Hause und nahm sich vor, herauszufinden, was damals passiert ist...
Rezensionen von Eternal-Hope:
Nur für wirkliche Autobiografie-Fans
Fliegt, Wilde Schwäne von Jung Chang
Die 1952 in China geborene und seit 1978 in London lebende Schriftstellerin Jung Chang hat in der Vergangenheit den autobiografischen Bestseller "Wilde Schwäne" sowie weitere Bücher herausgebracht, die alle in China verboten sind. Das vorliegende Werk "Fliegt, wilde Schwäne" wird nun als Fortsetzung des erwähnten Bestsellers vermarktet.
Für mich ist es mein erstes Buch dieser Autorin, ich habe also keinen Vergleich.
Chinas Geschichte interessiert mich sehr und ich habe schon einige spannende Bücher zu diesem Thema gelesen, auch solche mit autobiografischen Anteilen. Umso neugieriger war ich auf dieses Buch.
Leider muss ich aber sagen, dass mich die Schreibweise überhaupt nicht überzeugen kann. Auf der Sachebene kann man so einiges über Chinas neuere Geschichte und über die diversen Repressionen des Regimes erfahren, was insbesondere für Leserinnen und Leser, die über diese Thematik noch wenig gelesen haben, interessant sein könnte.
Dramaturgisch und literarisch hat das Buch mich aber nicht begeistert: die Figuren sind überwiegend sehr simpel gezeichnet, ohne tiefergehende Charakteristik, man erfährt wenig über ihre genauen Hintergrundmotivationen. Gewalt des Regimes wird detailliert, wiederholt und blutig geschildert, aber dennoch ist es schwierig, sich abgesehen davon, dass das abstoßend und grausam ist, näher mit irgendwelchen der vorkommenden Figuren emotional verbinden zu können, weil die Schreibweise an sich so unemotional und sachlich ist.
Insgesamt werden diverse biografische Begebenheiten aus dem Leben der Autorin und ihrer Familie geschildert, aber eher in aufzählender Form, ohne wirklichen dramaturgischen Spannungsbogen, außer immer wieder Repressionen des Regimes. So interessant die tatsächlichen geschichtlichen Hintergründe und ihre vielfältigen tragischen Auswirkungen auf diese Familie sind, hat doch die Erzählweise dazu geführt, dass mich das Buch emotional nicht wirklich erreichen konnte. Hängen geblieben sind mir vor allem die vielfältigen Gräueltaten des chinesischen Regimes, ich habe aber nicht das Gefühl, dessen tiefergehende Hintergründe oder die chinesische Mentalität durch das Buch näher zu verstehen. Schade darum.
Rezensionen von nessabo:
Ein bereicherndes und schmerzhaft ehrliches Debüt
Das schönste aller Leben von Betty Boras
Betty Boras ist wohl vielen in der Bookstagram-Bubble ein Begriff und umso höher waren auch meine Erwartungen an das Debüt der Autorin. Glücklicherweise konnten die in voller Höhe erfüllt werden.
Zuerst einmal bin ich begeistert davon, wie Boras mit ihrer Sprache umzugehen weiß. Ihre Worte sind bewusst gewählt und treffen präzise ins emotionale Zentrum ihrer Leser*innenschaft.
Dabei wandert die Autorin sprachlich genau an der Grenze von feiner Poesie und direktem Ausdruck, was ich sehr genossen habe. Sie schweift nicht zu malerisch ab, hat mich aber dennoch zum aufmerksamen Lesen angehalten, woran sich ein anspruchsvolles Werk in meinen Augen erkennen lässt.
Spätestens in der Danksagung wird klar, dass Boras sich hier sehr nah an ihrer eigenen Biografie bewegt und das spiegelte sich deutlich in der Authentizität der Erzählung wider. Auf zugängliche und interessante Weise habe ich so etwas gelernt über die Geschichte des Banat und damit auch des späteren Rumäniens. Nach der Lektüre hatte ich dann direkt Lust, noch mehr dazu zu recherchieren und genau dafür liebe ich Bücher.
Die feministische Komponente der Geschichte ist fein herausgearbeitet. Besonderes lobenswert finde ich jedoch, wie sich durchaus gängige Reflexionen zum gesellschaftlichen Schönheitsideal fließend verbinden mit Migrationsgeschichte, Rassismus und transgenerationaler Weitergabe. Vio ist als zentrale Figur der Gegenwart komplex und war für mich als Leserin enorm gut greifbar. Sie wird auf zwei Zeitebenen erzählt und macht so deutlich, wie ihre Kindheitserfahrungen und damit auch die Handlungen ihrer Eltern sich auf ihre eigene Mutterschaft auswirken, ohne dabei jemals scharf zu werten.
Ergänzt wird der Roman um die Perspektive Theresias, die im 18. Jhd. mit patriarchal-kirchlicher Objektifizierung und Entrechtung zu leben versucht, dabei aber auch weiblichen Zusammenhalt erfahren darf. Für ihre Kapitel habe ich eine Weile gebraucht, weil die Autorin auf jeden Fall mündige Leser*innen anspricht, die sich vom dosierten Einstreuen historischer Begriffe und Sprache nicht überfordern lassen. Dennoch schafft es Boras, stets verständlich zu bleiben und die beiden Frauen am Ende zart miteinander zu verknüpfen.
Meine einzige Kritik zielt darauf ab, dass die Wechsel der Perspektiven teils sehr rasant waren und ich einige Seiten lesen musste, bis ich verstanden habe, dass die Vio- und die Ich-Kapitel die gleiche Person an unterschiedlichen Zeitpunkten ihres Lebens betreffen. Doch insgesamt betrachtet ist das Werk sprachlich, inhaltlich und emotional so gut zusammengestellt, dass ich wirklich bereichert aus der Lektüre gehe und das Buch von Herzen empfehlen möchte.
Rezensionen von ReiShimura:
Einsteigerfreundlich, für Fortgeschrittene zu schlicht
Cooking for Family von Julia Lanzke
Ich bin immer wieder auf der Suche nach einfachen, gesunden und wohlschmeckenden Rezepten, die der ganzen Family schmecken. Dieses Buch kam daher wie gerufen. Leider ist meine anfängliche Euphorie recht schnell verpufft.
Dies lag aber weniger an der Aufmachung des Buches. Diese finde ich im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut.
Das Buch ist recht schmucklos, dafür aber gut organisiert und man findet sich schnell zurecht. Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet und die Bilder einfach aber durchaus ansprechend. Sehr schade fand ich aber, dass auf eine Nährwertangabe verzichtet wurde. Dies sollte meiner Meinung nach in modernen Kochbüchern mittlerweile eigentlich Standard sein.
Die Auswahl der Rezepte selbst ist ganz nett, aber leider konnte ich nicht besonders viel Neues entdecken. Hier hätte ich mir deutlich mehr erwartet. Wobei ich dazusagen muss, dass ich bereits umfangreiche Kocherfahrung habe und auch eine große Kochbuch- und Rezeptsammlung mein Eigentum nennen darf. Für Kochneulinge und Personen mit wenigen Kochbüchern könnte dieses Buch deutlich interessanter sein.
Ergänzt werden die Rezepte durch Tipps und Tricks oder wie man Neudeutsch sagt: Lifehacks. Auch diese waren mir in den meisten Fällen bereits bekannt, die Zusammenstellung fand ich aber dennoch interessant und ansprechend.
Besonders gut gefallen haben mir die Ideen für die Zusammenstellung eines Speiseplans. Auch dies ist natürlich keine Neuerfindung der Autorin, aber es hat mir wieder mal einen guten Input geliefert und ich dazu animiert, dass Thema Speiseplan bei uns in der Familie wieder einmal anzugehen.
Meine Erwartungen konnte das Buch leider nicht erfüllen, dennoch war es eine durchaus angenehme Lektüre und das eine oder andere Rezept hat es auch in unser Standardrepertoire geschafft. Ich denke aber, dass ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe des Buches gehöre. Dieses Buch ist eher eine Lektüre für unerfahrene Köche und Köchinnen.











