Kunden em pfehlungen
Rezensionen von katis zettelchen:
Rich man poor man im Italien der 60er Jahre
Villa Rivolta von Daniel Speck
Auch in diesem neuen Roman von Speck geht es um eine Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg, die in zwei parallel laufenden Erzählsträngen erzählt wird. Speck kann das, es liest sich sehr gut. Diesmal spielt der Roman komplett in Italien, vorwiegend im Mailänder Raum. Eine arme, eine reiche Familie, eine, die Glück hat und eine Pech.
Zwischen den beiden Familien entsteht eine Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Mädchen. Mehr zum Inhalt wäre gespoilert. Das Buch ist eine weitere Tür zur Speck-Welt, es gibt Überlappungen mit Charakteren aus Bella Germania, das ist nett. Mir gefällt auch der realistische Anteil – die Autos, die in der Fabrik hergestellt werden, gab es tatsächlich, solche Kleinigkeiten machen die Geschichte authentisch. Generell hat mir Bella Germania besser gefallen, es war runder und dynamischer. Villa Rivolta hat ein paar langatmige Stellen, nicht schlimm, aber das Verhältnis der Charaktere zueinander ist nicht immer nachvollziehbar, die Geschichte endet mit offenen Fragen. Vielleicht erfahren wir in einem späteren Roman mehr? Aber der typische Speck-Charme ist da, wenn er erzählt, entstehen Bilder und Filme im Kopf. Man wird in die Story gezogen, man hat Lieblingscharaktere und ist gespannt, wie es weitergeht. Gute Unterhaltung!
Rezensionen von Sophie H.:
Ich höre bunt
Bunt von Cornelia Franz
Diego ist anders als seine Klassenkameraden. Für ihn sind Geräusche nicht einfach nur Geräusche, sondern sie sind bunte Figuren. Erst nach und nach hat Diego gemerkt, dass andere Kinder Geräusche nicht sehen können. Leider musste er schon in der Grundschule die Erfahrung machen, dass er auf Unverständnis stößt, wenn er von seiner Synästhesie erzählt.
Deshalb behält Diego es lieber für sich und entwickelt Taktiken, um in der Schule über die Runden zu kommen. Er ist lieber für sich, weil er dann seine Ruhe hat. Diegos Leben ändert sich schlagartig, als ein neuer Junge in die Klasse kommt: Ismael. Ismael ist selbstbewusst und ein begnadeter Basketballspieler. Und auch Ismael ist anders als die anderen Kinder: Er ist farbenblind. Ihm gegenüber kann sich Diego das erste Mal öffnen und von seiner Wahrnehmung erzählen. Doch dann wird ihre frische Freundschaft auf die Probe gestellt: Diego muss lügen, damit Ismael seinen Traum vom Basketballspielen leben kann. Eskalieren tut das Ganze, als ausgerechnet während der Klassenfahrt ein Scout beim Basketballspiel erwartet wird.
Cornelia Franz hat hier eine sehr einfühlsame Geschichte über das Phänomen der Synästhesie geschrieben. Sie beschreibt sehr gut, wie Diego sich fühlt und wie er seine Welt wahrnimmt. Richtig gut gefallen hat mir, dass seine Synästhesie nicht als Behinderung, sondern als besondere Begabung dargestellt wird. Ein tolles und wichtiges Buch über Anderssein, Ausgrenzung, Freundschaft und eine besondere Begabung.
Rezensionen von Nele33:
Luft nach oben
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
"Ungelöst-Die erste Zeugin" ist der Auftaktband zu einer neuen Cold-Case-Reihe des Autors Arno Strobel.
Als Luisa Menkhoff die Uni verlässt, sieht sie auf einem Flugblatt das Gesicht einer Frau, die ihr sehr bekannt ist. Es handelt sich um Nicole Klement, die Frau, die an ihrer Entführung als 5- jähriges Mädchen beteiligt war.
Gleichzeitig fühlt sie sich beobachtet und beschließt direkt die Polizei zu kontaktieren. Dort trifft sie auf Ramin Brunner, den Kommissar, der eigentlich gerade das Ressort wechselt, sich aber ihre Ausführungen noch anhört. Er beginnt zu ermitteln und wird wie in einen Sog gezogen und verschiebt seinen Start als Leiter der neu gegründeten Abteilung mit Einverständnis seines Chefs. Besonders brisant ist die Tatsache, dass Luisas mittlerweile verstorbener Vater damals schon in einem Mordverdacht gegen den Entführer seiner Tochter ermittelt hat.
Arno Strobel überzeugt auch hier wieder durch einen packenden, in kurzen Kapiteln verpackten Schreibstil. Die Ermittler gefallen mir nach dieser Einführung schon mal sehr gut, haben allerdings auch noch einiges an Ausbaupotential. Luisa war mir persönlich zu involviert und die sich anbahnende Liebesgeschichte hätte es für mich nicht gebraucht. Daher befürchte ich fast, dass sie fester Bestandteil der Reihe sein wird, was mich ein wenig abschreckt. Dies ist wie so vieles im Leben einfach Geschmackssache, meiner ist es nicht.
Insgesamt ein lesenswerter Krimi mit Luft nach oben.
Rezensionen von Sorko:
Ein neuer Feind im Westen
Flut aus schwarzem Stahl von Anthony Ryan
Nein, eine völlig neue Geschichte ist dieser Band nicht. Ich sehe es als eine Fortschreibung der Geschichte vom „Stählernen Bund“, die mit dem dritten Band „Der Verräter“ endete.
Anfangs staunte ich über die seltsamen Namen und Bezeichnungen, bis mir auffiel, dass ich einige davon schon kannte.
Berrine Jurest, Olversahl, Verweise im Text auf Shilva Sahken und Evadine Courlain (das „Schwarzherz“) und mehrfach auch auf Alwyn Sribe. Sogar die „Sackhexe“ wird erwähnt.
Wir befinden uns nun weit im Norden, das Fjordland wurde von Ascarlia erobert, und dort regieren die drei Schwesterköniginnen. Die neue Karte schafft einen Überblick und benennt einige wichtige Orte, ich hätte mir da allerdings eine etwas detailliertere Übersicht gewünscht, was die Feuerinseln und die dahinter liegenden Länder angeht.
Die Story ist spannend, wie man das von Anthony Ryan gewohnt ist. Sie folgt den vier Protagonisten in angenehm kurzen Kapiteln. Beim Fischer Ruhlin musste ich an den unglaublichen Hulk denken, wenn er wütend wird entwickelt er nahezu unbesiegbare Kräfte. Er ist ein Feuerblut, sehr selten und natürlich sehr wertvoll. Er gerät in Gefangenschaft und muss lernen, seine Kräfte zu kontrollieren, denn gefangen möchte er nicht bleiben.
Thera und Felnir sind Urenkel von Margnus Gruinskard, der einst Olversahl eroberte. Und Elvine ist die Tochter von Berrine Jurest, ebenfalls sehr belesen und schlau.
Interessant ist, dass alle vier Protagonisten während ihrer abenteuerlichen Erlebnisse neue Freunde finden, die sie unterstützen. Bei Ruhlin ist es vor allem Aleida, bei Thera ist es die mysteriöse Lynnea, die einen guten Draht zu Tieren hat. Felnir findet schließlich den äußerst seltsamen Wohtin, und Elvine lernt ihren Bruder kennen, der wie sie selbst ein Kind von Alwyn Scribe ist.
Felnir und Elvine entdecken die versteckten Gewölbe der Altvahr, den Göttern von Ascarlia. Dabei finden sie offenbar magische Artefakte, die im weiteren Verlauf der Geschichte sicher noch eine Rolle spielen werden.
Ein neuer Feind ist aufgetaucht, der Ascarlia erobern will: die Nihlvarianer. Sie kommen von jenseits der Feuerinseln und sind sehr zahlreich. Ruhlin macht als einer der Ersten ihre unangenehme Bekanntschaft. Theras Zukunft ist noch unklar, aber ich denke, sie wird weiterkämpfen. Felnir hat vom uralten Wohtin viel erfahren, was ihm in Zukunft sicher noch von Nutzen sein wird. Und Elvine wird vielleicht doch noch ihren Vater treffen, nachdem sie den schrecklichen Verrat einer Königin miterleben musste.
Hervorragend geschrieben und sehr spannend! Während der Pause bis zum zweiten Band der „Zeit des Zorns“ werde ich mir noch einmal die Trilogie vom „Stählernen Bund“ ansehen. Man kann natürlich diese Reihe auch lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen. Ist aber durchaus ein Vergnügen, wenn man sie trotzdem liest!
Rezensionen von katl2:
Zwischen Spannung und Humor
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Der eiserne Vorhang fällt und die Welt, diese unerschütterliche Weltordnung, die die letzten Jahrzehnte geprägt hatte, brach zusammen. Wie ein Luftballon nach einem Kontakt mit einer Nadelspitze. Oder einem Kaktus. Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr wie zuvor. Aus zwei Teilen Deutschlands wurde einer, zumindest formell die Grenze, die Europa durchschnitten hatte, war verschwunden und die UdSSR war nicht mehr da.
In dieser Zeit, die gleichermaßen geprägt war von einem Gefühl der Freiheit sowie der Unsicherheit. Mit einem Schlag ist alles anders und keiner weiß, wie es weitergehen wird.
Als Vertreter dieser beiden polarisierenden Gefühle stellt Kristof Magnusson seine Charaktere Jakob Dreiser und Dieter Germeshausen vor.
Jakob Dreiser, der unbekümmerte Dichter, liebt es zu reden, über Gott und die Welt, über alles und jeden. Er besitzt die Gabe, ein Vertrauen in der Gesprächsbasis aufzubauen, die Menschen vertrauen ihm alles an. Aber mit der enormen Freiheit, die plötzlich entstanden ist, fällt für ihn auch die Spannung, das Risiko, der Nervenkitzel, den Rede Reise begleitete. Mit anderen Worte, das schillernde Leben, bekam einen schalen Geschmack der Langeweile.
Dieter Germeshausen hingegen ist ein alter Vertreter des Systems. Als Mitglied des deutschen Geheimdienstes lebte er von diesen Grenzen, von den Geheimnissen und Intrigen. Sein Arbeitsbereich fällt gemeinsam mit den Blockaden zusammen. Nicht nur seine Arbeit, sein aufgebautes Netzwerk, sein gesamter Lebensinhalt.
Dieter trifft auf Jakob und mit einem Mal fasst er einen Entschluss: der Dichter wäre der perfekte Spion, ein letztes Aufbäumen seinerseits, bevor die Welt sich komplett ändert, um ihn zurückzulassen.
„Aber nur, weil es eine komische Vorstellung ist, kann man das ja trotzdem ernst nehmen.“*
Mit leichter, sarkastischer Sprache erzählt Kristof Magnusson die Geschichte zweier Männer, die die Wirren dieser Zeit durchleben, mit so unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und dennoch dieselbe Reise antreten. Es ist ein wunderbar unterhaltsames Buch, immer offen für Überraschungen. Gehalten in trockener Sprache, und die Seiten laufen unter den Fingern dahin, auch wenn der Spannungsbogen eher flach gehalten wird. Die Geschichte lebt durch die komisch überzeichneten Figuren, die trotz ihrer Skurrilität ein gewisses Maß an Liebenswürdigkeit besitzen und somit ihren Platz im Herzen der Leserinnen und Leser behaupten.
„Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist definitiv kein James Bond oder John le Carré, aber die Anspielungen sind dennoch erkennbar und gepaart mit dieser trockenen Sprache ein absoluter Lesegenuss.
*dieses Zitat wurde direkt aus dem Buch entnommen
Rezensionen von cosmea:
Nur Tauben fliegen in die Freiheit
Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider
Der vierzehnjährige Noah erlebt den letzten Sommer seiner Kindheit. Bisher hatte er ein gutes Leben mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester, vor allem auch mit Onkel Ali, der in der anderen Hälfte des Hauses hinter der Mauer lebt. Der Onkel ist Geschäftsführer des Taubenzüchtervereins und hat Noah dieses Hobby nahegebracht.
Noah kümmert sich liebevoll um die Tauben in dem Verschlag auf dem Dach, füttert sie, lässt sie fliegen. Jede hat einen Namen. Diese Idylle wird jedoch nicht mehr lange halten. Seit der Einrichtung des Kalifats befindet sich das Land im Umbruch. Nichts ist mehr, wie es war. Frauen müssen den Schleier tragen, dürfen das Haus nicht mehr allein verlassen, keinen Beruf ausüben. Alkohol, Zigaretten, Musik, Spiele sind verboten. Onkel Ali muss sein Café schließen, Noahs Vater kann sein Textilgeschäft nicht mehr wie bisher weiterführen. Abbildungen von Frauen und bunte Kleidung sind ebenfalls verboten. Jeder Verstoß gegen die neuen Gesetze wird hart bestraft. Es gibt öffentliche Hinrichtungen auf den Straßen der Stadt. Von zwei Freunden lässt sich Noah zu einem dummen Streich überreden, der ihn später in Lebensgefahr bringen wird. Inzwischen ist auch die Taubenzucht auf den Dächern verboten, denn Tauben können zum Schmuggeln verbotener Waren und zur Weiterleitung von Nachrichten benutzt werden.
Khider schreibt eine bedrückende Geschichte von Rechtlosigkeit und maßloser Gewalt, die sicher durch eigene Erfahrungen im Irak inspiriert ist. Es gibt düstere Beschreibungen, aber es ist auch Platz für Humor und Satire und ausgesprochen poetische Formulierungen. Sein neuer Roman beschreibt das Leben der Unterdrückten sehr eindrucksvoll und ist genauso lohnend wie seine anderen Bücher, von denen ich einige kenne. Eine empfehlenswerte, auch sprachlich gelungene Lektüre.
Rezensionen von Philiene :
Finale
Löwenherzen von Dan Jones
Finale bei den Essex Dogs.
Ich habe mich schon sehr auf den dritten Teil der großartigen Romanserie rund um die Essex Dogs gefreut.
Wie schon in den Vorgängern merkt man das Dan Jones nicht nur Autor von historischen Romanen ist, sondern auch Historiker. Er schafft eine perfekte Mischung aus fiktiver Geschichte und historischen Fakten.
Der ehemalige Söldnerführer Loveday will eigentlich einjähriges Leben führen, doch wie so oft kommt es anders als man denkt und er muss seine letzte Schlacht schlagen...
Dan Jones hat einen weiteren vielschichtigen Mittelalterroman geschrieben. Er beschreibt das Leben und insbesondere das Leben der Söldner wieder einmal so authentisch, daß ich das Gefühl hatte dabei zu sein. Bei ihm kommen die einfachen Menschen genauso zu Wort, wie diejenigen die bei Hofe leben. Aber auch zwielichtige Gestalten und Piraten haben ihren Auftritt. Kurz gesagt ein Querschnitt des damaligen Lebens verpackt in einen spannenden und intensiven Roman.
Rezensionen von A M:
Düster, rasant, kompromisslos für Fans von High-Fantasy
Trugbild der Schatten von Helmut Aigner
Der Autor entwirft eine Welt, in der Magie strikt verboten ist – und das aus verdammt guten Gründen.
Das Magiesystem: Aigner hat hier eine wirklich originelle Mechanik erschaffen.
Magie ist hier kein bequemes Werkzeug, sondern ein Fluch, der den Anwender eher zeichnet, schwächt, ihn umbringt anstatt ihn zu stärken.
Keine Schwarz-Weiß-Malerei: Die Charaktere sind herrlich grau gezeichnet. Man weiß oft nicht, wem man trauen kann – genau das macht den psychologischen Reiz aus.
Die Atmosphäre: Der Schreibstil ist rasant. Schon der Prolog liest sich eher wie ein Thriller und ist meilenweit entfernt von "Cozy Fantasy". Hier wird nichts weichgespült.
Ein absoluter Page-Turner für alle, die es düsterer und vielschichtiger mögen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Adolf Loos - ein Provokateur
Der Luxus ist ein sehr notwendiges Ding von Adolf Loos
Der österreichische Architekt Adolf Loos (1870-1933) ist ja für seine Provokationen wie sein Nein zu Ornament, zu dekorativen Aufputz oder zu Verschwendung jeglicher Ressource beweist, bekannt.
Sein Statement auf S. 13 über das Sparen zeigt, dass er auf einem ziemlich hohen Ross sitzt. Dies ist für mich ein wenig unangebracht, da Loos in den Jahren 1893 bis 1896 in den USA lebt und sich selbst als Hilfsarbeiter durchschlagen muss.
So bezichtigt er die Proletarier des leichtsinnigen Umgangs mit Geld, weil „der Arbeiter ohne lang nachzudenken, Geld für ein Glas Bier ausgibt“. Ob die Mehrheit der Bevölkerung, nämlich jene, die am Existenzminimum leben, diese Weisheiten erkannt und ihm, Loos, beigepflichtet hätte? Wie viel Geld gibt Loos für seine Feste aus? Und wie sehen es jene Kinder, die Loos gegen geringe Bezahlung für Aktstudien (und noch anderes) zur Verfügung gestanden sind, diesen Vorwurf?
Um es selbst provokant auszudrücken: Mit voller Hose ist leicht stinken.
Wenn er das Diktat der häufig wechselnden Moden anprangert, ist dies eine leicht zu verstehende Parallele zur Gegenwart. Grundsätzlich hat er recht, wenn er Kleidung, die zeitlos und aus Stoffen guter Qualität gefertigt ist, empfiehlt, statt jede Mode(torheit) mitzumachen. Der Rat, in ordentlich verarbeitete Kleidung zu investieren, statt in billige Fetzen, kann nur für jene gelten, die es sich auch leisten können. Die Heimarbeiterin, die vielleicht jene Kleidung herstellt und dafür nur unzureichend bezahlt wird, hat davon nichts. Dabei sind jene das Gros der Menschen zu Adolf Loos‘ Lebenszeit.
Fazit:
Teile dieser Sammlung von philosophisch-literarischen Texten des Architekten Adolf Loos können durchaus auf heutige Verhältnisse umgelegt werden. Einiges ist so gültig wie provokant, damals wie heute. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mir gut gefallen
Geht's noch? von Simon Schwarz; Ursel Nendzig
Da ich unlängst Simon Schwarz als Dr. Martin Luther an der Seite von Philipp Hochmair (als Reinhard Heydrich) in Die Wannseekonferenz gesehen habe, musste ich doch bei diesem Rezensionsexemplar zugreifen.
Simon Schwarz ist ein höchst wandelbarer Schauspieler, der in seinen Rollen überzeugt. Sei es in den Eberhofer-Krimis oder eben als Nazi wie oben erwähnt.
Aktuell ist er als Kabarettist sehr erfolgreich.
Dabei ist ihm der Erfolg nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden, wie er in diesem Buch rückblickend erzählt. Er wird 1971 in eine Akademikerfamilie hineingeboren und hat eine etwas chaotische Schullaufbahn, die er mit knapp 15 Jahren abbricht. Der Grund? Nicht Faulheit, sondern ADHS, das damals noch nicht zu diagnostizieren war.
Das Buch ist auch eine Liebeserklärung an seine Mutter, die ihn durch ihr unermüdliches Engagement für Umwelt und Gerechtigkeit nachhaltig beeinflusst und geprägt hat.
Fazit:
Ich möchte dem Inhalt nicht weiter vorgreifen und empfehle diese ehrliche, mutige und mit viel Herzenswärme erzählte Biografie gerne weiter und gebe ihr 5 Sterne.











