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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von robertp:

Stell dir vor

Der Comic-Club von Scott McCloud

Stell dir vor du bist eine Prinzessin und wartest in einem hübschen Kleid auf deine Freundin, um in den Urlaub zu fliegen. Ach, du bist gar keine Prinzessin? Im Comic könntest du eine sein und wie das funktioniert, erklärt dieses Buch. Raina und Scott haben den Comiclub erfunden, um dir einen Einblick zu geben, wie eine Bildergeschichte gestaltet werden kann.

Vier Kinder lernen Comics zu schreiben, zu gestalten und zu zeichnen. Das notwendige Rüstzeug dazu erhalten sie von ihrer Mentorin – der Bibliothekarin – Fatima, die unterstützend im Hintergrund hilft.
Über mehrere Kapitel hinweg lernen sie die Verwendung von Sprache, Gestik, den Einsatz der Perspektive und vieles mehr, um ihre Geschichten zu entwickeln und aufzuzeichnen.
Die Zeichnungen sind ansprechend und bunt, kindgerecht mit großen Augen und dramatischen Frisuren dargestellte Figuren. Die Geschichte entwickelt sich rasch, kurze Auftritte von Erwachsenen (Eltern, Lehrer) stören die Entwicklung der Handlung nicht. Farbig ist die Realität, die Gedankenwelt in einem grauen Farbton deutlich abgehoben.
Die vier Kinder gehen von verschiedenen Ansätzen aus ihre Geschichten zu erzählen. Skizzen, Notizen, kreatives Chaos und fantastische Ideen sollen zu einem Ganzen zusammengeführt werden.
Letztlich erstellt jeder ein kleines Bilderheft und die Gruppe kann auf einer kleinen örtlichen Comic-Con (Verkaufsausstellung) ihre Werke dem Publikum anbieten.
Scott McCloud hat dieses Buch bereits vor Jahren für Erwachsene geschrieben (Understanding Comics, 1993) und damit die Theorie der Comics einem breiten Publikum geöffnet. Mit Raina Telgemeier gelingt ihm hier eine Verjüngung dieses Sachcomics. In bunten Farben und kindgerecht dargebracht erklären die beiden den Vorgang einer Comicbuchproduktion. Ein kurzes Interview stellt die beiden und ihre Intentionen dem Leser vor. Der Anhang (Hinter den Kulissen) stellt auch noch ein Glossar bereit, erklärt die verschiedenen Rollen (Berufe) bei der Herstellung und Produktion einer Comicseite vor.
Für alle die auf humorvolle Weise nähere Bekanntschaft mit dem Medium Comic machen wollen. Die Geschichte geht auf den Schaffensprozess und die verschiedenen Möglichkeiten eine Bildgeschichte zu gestalten kindgerecht ein. Erwachsene können dabei aber auch noch vieles Lernen und ihre Fantasie bildlich umsetzten.

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Rezensionen von Lesebegeisterte:

Packend und authentisch

Das Signal von Ursula Poznanski

Die Inhaltsangabe hat mich sofort in den Bann gezogen. Viola erwacht im Krankenhaus und ihr wird mitgeteilt, dass sie in einem eingestürzten Keller aufgefunden wurde. Ein Felsbrocken hat ihr das linke Bein abgedrückt. Ein schwerer Schock für die Innenarchitektin. Ihr Ehemann Adam kümmert sich sofort um alles, organisiert eine 24-Stunden Pflege.

Er verhält sich aber auch sehr komisch seit dem Unfall. Als Viola dann aus dem Krankenhaus entlassen werden kann, wird ihr ihre neue Pflegerin Otilia vorgestellt. Sie erledigt ihren Job zwar fabelhaft, doch so richtig warm wird Viola nicht mit ihr.
Viola hat nicht nur einen schweren Schicksalsschlag zu verkrafte, sondern auch, dass mit ihrem Mann etwas nicht stimmt bzw. sie ihm nicht trauen kann. Da immer wieder Gegenstände aus Violas Umfeld verschwinden, besorgt sie sich GPS Tracker um Dinge wieder leichter zu finden. Auch Adam jubelt Viola so einen Tracker unter. Schnell häufen sich Ungereimtheiten und Viola ist klar, ihr Mann lügt sie an, wo er ist, oder wann er scheinbar im Büro ist, aber lt. Tracker ganz wo anders ist.
Was hat er für ein Geheimnis und warum ist dieser Unfall überhaupt passiert? Warum war sie im Weinkeller und warum ist dieser eingestürzt? Ist es die Gehirnerschütterung oder ein Trauma, das ihr Gehirn zu verdrängen versucht?
Der Schreibstil hat mich sofort gepackt und ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Die Atmosphäre ist manchmal echt beklemmend und man rätselt, wie das alles zusammenhängt.
Echt toll, wie die Autorin Technik und Thriller mischt und daraus ein spannendes Buch entsteht. Viola ist eine Kämpferin, trotz ihres Schicksals gib sie nicht auf und will so schnell wie möglich wieder ohne Hilfe zurechtkommen. Sehr authentisch und sympathisch. Die Autorin lässt den Leser bis zuletzt über die Lösung im Unklaren.
Fazit: Klare Leseempfehlung.

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Rezensionen von lesen=liebe:

Einschlafen mit Herrn Hütchen

Herr Hütchen sagt Gute Nacht - Neue Einschlaf-Geschichten aus dem Wald von Katrin Pokahr

Herr Hütchen bringt jeden Abend die Tiere des Waldes ins Bett – gewissermaßen das Sandmännchen des Waldes. Dabei wird er immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, die er mit seinem ruhigen und gelassenen Wesen mühelos meistert. Die Geschichten von Herrn Hütchen und seinen Tieren sind leicht verständlich, haben eine angenehme Länge und eignen sich wunderbar zum Vorlesen vor dem Schlafengehen.

Wir haben jeden Tag zwei Geschichten gelesen. Besonders schön ist, dass jede Geschichte mit einem Gutenachtlied endet. Dieses Lied ist ein liebevolles Ritual, auf das die Kinder jedes Mal gewartet haben.

Herr Hütchen ist sehr geduldig, freundlich und voller Verständnis. Seine ruhige Art beruhigt nicht nur die Tiere in den Geschichten, sondern auch die kleinen Zuhörer*innen. Alle Charaktere sind liebevoll gestaltet, doch Herr Hütchen ist eindeutig der Star. Die Illustrationen sind wunderschön und machen das Buch zu einem kleinen Schatz.

Zu Beginn des Buches gibt es einen Plan – einen Weg durch den Wald –, auf den die Kinder nach jedem gelesenen Kapitel ein Bild kleben können. Die Ausschneidebilder findet man ganz hinten im Buch.

Wir kennen bereits Band 1 von Herrn Hütchen und sind ebenso begeistert vom zweiten Buch. Schön ist, dass sich das Eichelmännchen und sein Gefährte, der Wecker Klickklack, noch einmal vorstellen. So kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen und benötigt keinerlei Vorwissen. Ein sehr empfehlenswertes Buch mit warmherzigen Gute-Nacht-Geschichten.

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Rezensionen von MariasBooks:

Diese Buch ist der Inbegriff von "WTF ist hier los?!"

Das Signal von Ursula Poznanski


ZUM BUCH
Das Signal ist ein Thriller aus der Feder von der Wiener Autorin Ursula Poznanski.
Diese kennt man bereits von unzähligen Thrillern wie Erebos, der Vanitas-Reihe etc
Das Buch ist im Knaur Verlag erschienen.

GESTALTUNG / AUFBAU
Ich habe das Buch als eBook gelesen.
Mir persönlich gefällt das Cover sehr gut/weniger gut und es gibt sehr gut wieder, um was es in diesem Buch geht.

Mit hat gut gefallen, dass eine Karte am Beginn des Buches eingefügt wurde, vor allem da es bei Tracking ja oft um Standorte geht und man so gut nachvollziehen konnte, wo sich die Personen gerade befinden.
Ansonsten ist das Buch eher schlicht gestaltet. die Kapitelüberschriften sind nur einfache Nummern.
Was mich gestört hat, wie mit Chatnachrichten umgegangen wurde. Diese wurden im Fließtext eingefügt und waren oft schwer herauszulesen. Hier hätte ich mir stattdessen eine Gestaltung in Form von Chat-Sprechblasen gewünscht.
Das Buch ist aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Viola geschrieben und wird nur aus ihrer Sicht erzählt. Was uns auch schon zu den Charactere des Buches bringt.

CHARACTERE
Generell bin ich ein Fan davon, wie Ursula Poznanski Charactere schreibt und erfindet. Ihre Charactere machen keine großen Entwicklungen durch, sondern ihre Bücher leben davon, dass sie alle Seiten der Charaktere Stückchenweise zum Vorschein bringt und sich so die Sicht der Lesenden auf die Charactere verändert. Diese Offenbarungen sind oft sehr Überraschung und in meinem Augen machen genau diese Dinge ihre Bücher so süchtigmachend. Denn man weiß nie, wer jetzt wirklich gut oder böse ist, weil sich das mit jeder neu entdeckten Sicht, immer komplett umdrehen kann.

STIMMUNG
Ursula Poznanski hat ein gutes Gespür darin, das thrillerartige "WTF ist hier los" Gefühl aufrecht zu erhalten und das man ständig wissen will, wie es weitergeht.

Was mir BESONDERS GUT gefallen hat, dass sich die Auflösung dieses Mal realistisch und nachvollziehbar angefühlt hat. In vielen Thrillern wird es oft an den Haaren herbeigezogen, doch dieses Mal fand ich es ganz gut gelöst.
Auf ein paar Plottwists bin ich mit der Zeit selbst drauf gekommen, aber ich wurde auch von einigen Dingen kalt erwischt, was mir sehr gut gefallen hat.
Mit hat auch gut gefallen, wie technische Informationen eingestreut wurden, aber eher so nebensächlich, dass man sich nicht zu sehr damit überfordert gefühlt hat.

Was mir WENIGER GUT gefallen hat, war wie oben genannt, die Gestaltung der Textnachrichten.

FAZIT
Dieses Buch ist in meinen Augen wieder eines der besseren Bücher von Ursula Poznanski, das die modernen Technikthemen ihren Jugendthriller mit Erwachsenen Personen ihrer Normalen Thriller kombiniert, was mir, die mit ihren Büchern erwachsen geworden ist, sehr gut gefällt.

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Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

Wenn die Liebe alles durcheinander bringt

Liebe auf den ersten Blick von Nelly Berlin

Ich mag die Bücher von Nelly Berlin sehr, ihr Schreibstil und die Figuren sind immer so schön leicht und authentisch, dass man sich gut darin wiederfindet.
So war ich auch kurz nach den ersten Seiten völlig im Buch gefesselt : Emmy, Helia und Ina sind drei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Emmy ist Biochemikerin, Helia Chirurgin und Ina möchte die Nachfolge ihres Vaters in einer der Hohenfeld Kliniken antreten.

Alle drei arbeiten viel und sind zielstrebig, aber mit der Liebe klappt es bei allen nicht so gut. Und dann plötzlich tauchen Gefühle auf, die die drei völlig durcheinander bringen.
Die Autorin hat hier einen sehr bildhaften und auch unterhaltsamen Roman geschrieben, der mich sehr gut unterhalten hat.
Die Figuren haben mir sehr gefallen und gerade, weil sie so verschieden sind, findet man sich auf jeden Fall immer ein Stück weit in einer der Protagonistinnen wieder. Die Geschichte ist spannend, lustig und auch authentisch und ich habe das Buch fast in einem Rutsch durch gelesen – das war eine wirklich schöne Lesezeit.
Von mir gibt es dafür eine klare Herzensempfehlung : Emmy, Helia und Ina sind auf jeden Fall ein tolles Mädels-Trio, das von ihrer Freundschaft getragen wird.

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Rezensionen von Lara:

Ein Spiel mit Zweifel und Vertrauen

Firewatch von Colin Hadler

Firewatch von Colin Hadler lebt von der Kombination zweier scheinbar widersprüchlicher Genres. Aaron, der beste Freund des Protagonisten Robin, ist verschwunden und vermutlich ermordet worden. Nachdem die Polizei den Fall schließlich ad acta legt, beschließt Robin, selbst zu handeln. Er nähert sich jener Person, die Aaron zuletzt lebend gesehen hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit der Täter sein muss: Kian, der sich im Laufe der Handlung zunehmend in Widersprüche verstrickt.

Doch schon bald geraten auch Robins eigene Gedanken und inneren Stimmen ins Wanken, sodass er nicht mehr weiß, was er glauben kann - und was er fühlen darf.

Die Figuren des Romans sind sorgfältig ausgearbeitet und verfügen über komplexe Hintergründe, die ihr Handeln nachvollziehbar machen, ohne dabei auf platte Klischees zurückzugreifen. Die Handlung ist hervorragend strukturiert: Leser:innen wissen stets nur so viel wie Robin selbst und zweifeln daher gemeinsam mit ihm an Aussagen und Motiven der Menschen um ihn herum. Die Spannung wird bereits in den ersten Kapiteln aufgebaut und über die gesamte Länge des Buches auf hohem Niveau gehalten, sodass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen.

Auch die Liebesgeschichte fügt sich nahtlos in die Handlung ein und wirkt weder konstruiert noch fehl am Platz. Dennoch bleibt Firewatch in erster Linie ein Thriller und ist als solcher auch allen Fans des Genres absolut zu empfehlen.

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Rezensionen von DoraLupin:

Toller historischer Roman mit interessantem Themengebiet

Das Haus in Charlottenburg von Beate Sauer

Deutsches Kaiserreich um 1890: Die junge Elise träumt davon, sich als Schneiderin einen Namen zu machen und erreicht es, in einem renommierten Modeatelier angestellt zu werden. Die krassen sozialen Ungerechtigkeiten sind in Berlin unübersehbar. Elise kann sie nicht gutheißen, nimmt sie aber als unabänderlich hin.

Bis sie den Architekten Johann kennenlernt, der um genossenschaftliches Bauen kämpft. Die beiden verlieben sich ineinander. Als ein Schicksalsschlag Johann davon abhält, den Wohnungsbau selbst voranzutreiben, werden seine Pläne fortan zu ihren. Sie will eine Heimat für bedürftige Menschen schaffen. Dieses Ziel verfolgt sie trotz ihrer skrupellosen und zu allem entschlossenen Gegnerin, Baronin von Rienäcker, die Elise das Liebste zu nehmen droht – ihre und Johanns kleine Tochter.

Der Schreibstil liest sich sehr locker und leicht, die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin und ich wollte in jeder freien Minute wissen wie es weitergeht! Das Buch ist aus Sicht von Elise und Johann geschrieben, aber auch die Sicht der Baronin von Rienäcker kommt im Buch vor und dies fand ich anfangs ungewöhnlich, hat mir dann aber so gut gefallen, dass es in meinen Augen sogar die interessantesten Passagen waren! Die Personen-egal ob sympathisch oder weniger- wurden alle sehr gut gezeichnet und handeln immer authentisch. Und eine solche Antagonistin in einem Roman, die so viel Tiefe mitbringt, das erhält man auch selten.

Das Buch ist aber auch wegen seines interessanten Themas, dem genossenschaftlichen Bauen sehr interessant. Man erlebt sehr nah und lebendig die Wohnungsnot der Menschen damals mit und muss als Leser schon ein paar mal schlucken wenn man über die Zustände liest. Aber auch ausserhalb dem Bereich Wohnen und mieten erkennt man immer wieder wie mächtig die Reichen damals waren und das für die andere Gesetze geherrscht haben als für die Menschen in Armut. Man lernt damalige Gesetze kennen auch wenn sich nicht alle daran halten und erhält einen guten Gesamtüberblick über die Stadt Berlin und seine Menschen in der damaligen Zeit.

Es gibt immer wieder überraschende Wendungen mit denen man so nicht gerechnet hat, das Ende ist mir in manchen Dingen ein klein wenig zu unrealistisch und zu "Happy" aber das darf es bei einem Roman ja auch mal sein.

Auf jeden Fall ein ganz toller historischer Roman, den man nur weiterempfehlen kann! Authentische und tiefe Charaktere, eine spannende Handlung und das interessante Thema genossenschaftliches Bauen machen den Roman einzigartig und wunderbar zu lesen. Große Leseempfehlung von mir!

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Rezensionen von Lese:

Hohe Spannung und Nervenkitzel

Ungelöst - Die erste Zeugin von Arno Strobel

Arno Strobel ist immer ein Garant für hohe Spannung und Nervenkitzel. Auch dieser Thriller hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die Verbindung von Cold Case, moderner Ermittlungsarbeit und persönlicher Vergangenheit fand ich gleich interessant. Medizinstudentin Luisa ist eine authentische und interessante Protagonistin.

Es gibt Verbindungen zu einem früheren Werk, der Roman lässt sich aber ohne Vorkenntnisse problemlos lesen. Das ermittelnde Team ist jedoch neu.
Nach der Haftentlassung von Joachim Lichner verschwinden erneut Mädchen. Luisa Menkhoff, selbst einst entführt und mit eidetischem Gedächtnis, hilft Kommissar Ramin Brunner bei den Ermittlungen. Ein alter Fall verbindet sich mit einem aktuellen Vermisstenfall. Es ist durchgehend spannend von Anfang bis Ende.
Auch die vielen unerwarteten Wendungen und falschen Fährten machen es aufregend.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und rasant. Spannende Unterhaltung, die sich super schnell lesen lässt.

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Rezensionen von Bockonia:

Eine Frau, ohne Worte, das Nachwirken des Krieges und ein leiser Neuanfang

Moosland von Katrin Zipse

Wirklich wahr, dass Island 1949 auf der Suche nach Arbeitskräften für ihrer Landwirtschaft, in Deutschland junge Frauen aufrief, sich für ein Jahr zu verpflichten. 300 folgten diesem Aufruf, sich in der rauen Naturlandschaft der Insel nützlich zu machen. Und dann beginnt diese fiktive Geschichte.

Elsa, eine von den Erlebnissen des vergangenen Krieges immer noch zutiefst verletzte Seele, geht diesen Schritt. Sie kommt auf einem einsam gelegenen Hof unter. Die Sprache und die von der weiten Landschaft geprägten Menschen sind ihr fremd. Und diese Fremdheit, sie ist so greifbar, unheimlich, kalt, auf beiden Seiten. Die junge Frau spricht nicht, schweigt, ob der grauenhaften Erinnerungen, mit seinen bitteren Verlusten, die der zurückliegende Krieg ihr beschert hat. Und die Bauernfamilie, auch hier hält ein Geheimnis sie geradezu gefangen. Doch die gemeinsame harte Arbeit, die Zeit an sich und auch die eine Person, die mit ihrem doch zugewandtes Wesen Elsa einlädt, das gleiche zu tun, langsam vollzieht sich ein Wandel. Und es wird tatsächlich der Neuanfang, den sich die junge Frau, bewusst oder unbewusst, ersehnt.
Diese leise zarte Geschichte, von der Naturlandschaft Islands umhüllt, fast schon getragen, sie bewegt die Leser auf sehr berührende Weise. Und vieles von den wunderbaren Naturbeschreibungen spiegeln so ergreifend das eigene Erleben der Protagonistin wieder, man 'fühlt' ganz tief in sie hinein. Denn nach außen hin bleibt vieles unausgesprochen. Und trotzdem ist man ganz nahe dran, wenn die anfängliche Sprachlosigkeit, wenn in mehr wie einer Weise einfach die Worte fehlen, sich langsam wandelt und diese Wandlung auch möglich macht, in einem gewissen Umfang selbst zu heilen.
Ein wunderschönes kleines Buch, mit viel Seele.

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Rezensionen von clematis:

35 Jahre retour

You and Me - Die zweite erste Liebe von Josie Lloyd; Emlyn Rees

Nach 35 Jahren hat sich die Liebe zwischen Adam und Jules schon abgenützt, Kleinigkeiten lösen Reibereien aus, der Alltagstrott wird zum zermürbenden Hamsterrad. Als Jules endlich den Schuppen ausmistet und alte Musikkassetten zum Sperrmüll bringen möchte, entdeckt Adam zahlreiche selbst bespielte Tapes mit ihrer Lieblingsmusik und persönlichen Botschaften.

Durch das neuerliche Abspielen und Anhören begeben sich Adam und Jules auf eine Zeitreise zurück zum Beginn ihrer Liebe im Jahre 1989.

Abwechselnd erzählt das Autorenduo aus Adams und Jules Sicht den Stand der Dinge. Jules erwacht aus einem Traum, der mit ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert, so lebendig und bildhaft geht es hier zu. Nach einer Bestandsaufnahme über die nunmehr 35jährige Beziehung kommen auch schon die eingangs erwähnten Mixtapes zur Sprache und wir reisen mehrfach in der Zeit zurück, um zu erfahren, wie Jules und Adam einander kennengelernt haben und auf welche Weise sich ihre Persönlichkeiten entwickelt haben. Was, wenn nicht alles so gekommen wäre, sondern das Leben andere Abzweigungen genommen hätte? Hätte man einen Schicksalsschlag abwenden können, eine andere berufliche Laufbahn einschlagen oder besser auf seine Gesundheit achten können? Was, wenn man im Nachhinein noch das ein oder andere Rädchen verstellen und der Geschichte einen positiveren Verlauf geben könnte? Die Handlung springt also munter zwischen den Figuren und verschiedensten Zeitpunkten hin und her und bietet allerlei Möglichkeiten, den Plan des gelebten Lebens neu zu denken. Was dabei herauskommt und wie die beiden Hauptfiguren damit umgehen, das erzählt dieser Roman, dessen Idee mir gut gefällt. Leider ist aber der Funke nicht wie erwartet übergesprungen, weder das Ehepaar selbst noch die weiteren Personen haben mich emotional berührt und die doch oft recht phantasiehaften Szenen lesen sich nicht unbedingt glaubwürdig und überzeugend. Die Erkenntnisse am Ende wiederum passen gut als Anregung zum Nachdenken und Nachahmen. Ebenso sind die flüssige Schreibweise und die umfangreiche Playlist positiv hervorzuheben.

Dieser teilweise sciencefictionähnliche Roman beleuchtet die ganz alltäglichen Schwierigkeiten einer langjährigen Ehe und bietet unterhaltsame Auswegmöglichkeiten aus dem Routinegeschehen. Der Humor trifft zwar nicht ganz meinen Geschmack, wird aber bestimmt eine größere Leserschar ansprechen.

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